Benutzer:Miri
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Über mich
Hallo, ich heiße Miriam und bin 21 Jahre alt. Ich komme aus der Nähe von Neustadt Donau und studiere Grundschullehramt im 4. Semester mit den Fächern Religion, Deutsch, Mathe und Sport.
Seminar: Grundlagen der Grundschulpädagogik
Teilnehmer:
- Michael Kratky
- Andreas Kastenmüller
- Yulia Nikitina
- Katharina Böker
- Katharina Multerer
- Julika Menges
- Regina Fetsch
- Martina Riepl
- Daniela Schweigl
- Jan Cihlar
- Ilona Prsalova
- Teresa Welker
- Miriam Fischer
- Stefanie Macha
- Silke Berger
- Christiane Rehr
Inhalte des Seminars:
- Heterogenität
- konstrukt. Lernbegriff
- Offener Unterricht
- pädagog. Leistungsbegriff
- Soziales Lernen
- Selbstkonzept
- Medienerziehung
- Kindorientierung
- "grundlegende Bildung"
- Jungen in der Grundschule
Inhaltsverzeichnis
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[Bearbeiten] Heterogenität
[Bearbeiten] Definition
[Bearbeiten] Ein Text von Klaus-Jürgen Tillmann zum Thema Heterogenität
[Bearbeiten] System jagt Fiktion - Die homogene Lerngruppe
[Bearbeiten] Einleitung:
- Immer schon entscheidende Frage: Wie unterschiedlich dürfen die Kinder einer Lerngruppe sein?
- Eine Ausrichtung des Schulunterrichts auf ein fiktives Mittelmaß der Köpfe hat schon lange Tradition
- Anders aber die didaktischen Vostellungen der heutigen pädagogischen Literatur: Verschiedenheit von Kindern wird begrüßt, die Heterogenität der Lerngruppen als Chance gesehen (Individualisierung, Binnendifferenzierung, Respekt vor Verschiedenheit)
- Problem des tatsächlichen Schulsystems: durch altbekannte Organisationsmaßnahmen wird immer wieder homogene Lerngruppe hergestellt und sich an Mittelköpfen ausgerichtet
[Bearbeiten] Die Grundschule - keine Schule für alle Kinder
- Lernen an der Grundschule geschieht in Jahrgangsklassen: etwa gleich alte Kinder werden zu einer Lerngruppe zusammengefasst, dadurch kommt es zu Altershomogenität (relativen Entwicklungsgleichheit)
Zurückstellungen vom ersten Schulbesuch
- hierbei gibt es Kinder, die den Anforderungen nicht genügen und daher vom ersten Schulbesuch zurückgestellt werden
- auf diese Weise wird Heterogenität nach unten abgeschnitten (1990: wurden 12% aller Kinder in Deutschland zurückgestuft)
- davon betroffen sind häufig Kinder aus einfachen sozialen Verhältnissen, vor allem Migrantenkinder
-> den Kindern wird dadurch nicht geholfen und erste Klasse ist von möglichen Problemfällen befreit (keine Leistungsheterogenität)
Sitzenbleiben
- einige Kinder können in der Grundschule bei dem gemeinsam fortschreitenden Unterricht nicht mithalten, sodass ihre Leistungen unterhalb der Erwartungsnorm liegen
-> eine unerwünschte Leistungsheterogenität in der Lerngruppe tritt auf
- Lösungen des Schulsystems: Sitzenbleiben oder Sonderschulüberweisung
- in der Grundschule bleibt jedes Jahr ungefähr ein Kind pro Klasse sitzen (ca. 3%)
- Schüler am Ende der Sekundarstufe I: 24% sind im Laufe ihrer Schulbahn mind. einmal sitzengeblieben -> Deutschland: Internationaler Spitzenreiter bei Klassenwiederholungen
- besonders häufig sind Migrantenkinder betroffen
- das Sitzenbleiben bewirkt: leistungsschwächere Schüler sollen wieder Anschluss an fiktives mittleres Leistungsniveau der Jahrgangsklasse finden (obwohl dies nach PISA nicht erreicht wird) und das nächste Schuljahr wird von "zu schwachen" Schülern befreit (daher wieder soziale und ethnische Auslese)
-> wiederum starre Ausrichtung am Mittelmaß der Köpfe
Sonderschulüberweisungen
- Kinder, denen ein dauerhaftes Defizit (Lernbehinderung oder Verhaltensstörung) attestiert wird, werden aus der normalen Grundschule herausgenommen und auf die Sonderschule überwiesen
- Am Ende der GS-Zeit: sind bundesweit knapp 5% aller Kinder in einer Sonderschule
- damit ist das Motiv verbunden, die normalen Schulen von besonderen Problemfällen zu entlasten und damit dort das Lernen zu effektivieren
- bei Betrachtung einer 4. Klasse der Grundschule lässt sich feststellen:
- 12% der Kinder, die dort sein sollten, wurden als nicht schulreif erklärt und später eingeschult - 10% aller Kinder sind im Laufe der GS-Zeit sitzengeblieben und noch nicht in der 4. Klasse - 1/3 dieser Sitzenbleiber sind auf Sonderschule überwiesen worden
-> am Ende der GS-Zeit: nur noch 75-80% der ursprünglich gestarteten Schüler vorhanden
-> die Kinder am unteren Ende des Leistungsspektrums sind entfernt
->> Heterogenität im Bereich Leistung wird nicht zugelassen!
[Bearbeiten] Die Sekundarschule - Selektion als Prinzip
- In der Sekundarschule wird der Sortierungsapparat deutlich erweitert und bezieht sich nun auf alle Bereiche des Leistungsspektrums
Schulformgliederung und Übergangsauslese
- hierarchisches Schulsystem: verschiedener Leistungsanspruch und verschiedene Abschlüsse
- eine Passung zwischen den Ansprüchen der Schulform und dem Leistungspotential der Schüler wird angestrebt
- eine Homogenisierung nach der intellektuellen Leistungsfähigkeit wird vorgenommen
- aber auch Sortierung nach sozialer Herkunft: nur 12% aller Arbeiterkinder und 70% aller Beamtenkinder treten auf Gymnasium über; 50% aller Migrantenkinder besuchen Hauptschule und nur 9% Gymnasium
-> Sortierung nach offiziellen Kriterium (Leistung) und nach inoffiziellen Kriterium (soziale Herkunft)
- Hauptschulklassen, Realschulklassen und Gymnasialklassen: unterschieden sich im mittleren Leistungsniveau und in der sozialen Zusammensetzung deutlich voneinander
-> trotz großer Anstrengung des Schulsystems: sind auch Lerngruppen des gegliederten Schulsystems in sich leistungsheterogen -> homogene Lerngruppe bleibt Fiktion
Leistungsversagen und "Abschulung"
- es erweist sich häufig als falsch, dass das einzelne Kind mit seinem spezifischen Leistungspotential in der jeweiligen Schulform am besten aufgehoben ist und dort angemessen gefördert wird!
- durch falsche Prognose kann leistungsmäßig gutes Kind besseren Schulabschluss verpassen (aufwärts umschulen recht schwierig)
- durch falsche Prognose kann leistungsmäßig schlechtes Kind sitzenbleiben oder sogar abgeschult werden, um in niedrigeren Schulart wieder Fuß zu fassen
-> solch ein Abbruch der Schullaufbahn wird als massives Versagen empfunden und ist mit erheblichen sozialen und emotionalen Turbulenzen verbunden
- Leistungsheterogenität wird wieder nach unten abgeschnitten
[Bearbeiten] Fazit: der international vergleichende Blick
- erschreckend viele Schüler -> 40% zwischen Klasse 1 und 10 werden von ihrer Lerngruppe aufgrund angeblich mangelnder Fähigkeiten ausgeschlossen
- häufige Lehrermentalität: Sehnsucht nach der homogenen Lerngruppe; wenig Erfahrungen mit individueller Förderung im binnendifferenzierten Unterricht
- in vielen anderen Ländern (Schweden, Norwegen, England, Kanada..): integriertes Schulsystem; fast alle Kinder werden bis zur 9. Klasse gemeinsam unterrichtet
-> keine Rückstellung, kein Sitzenbleiben, keine Sonderschule für Lernbehinderte
-> keine Sortierung und Aussonderung in Leistungsgruppen und keine Rückläufer
->> heterogene Lerngruppe wird dort in der Alltagsrealität akzeptiert; daher keine massenhafte Produktion von Schulscheitern; außerdem besseres Abschneiden dieser Länder im PISA-Test als Deutschland, vor allem bei den schwächeren Schülern, da diese integriert gefördert werden
[Bearbeiten] Zusammenfassung: Heterogenität als Dilemma für Bildungseinrichtungen (N. Wenning)
[Bearbeiten] Einleitung:
- didaktisches Problem mit geschichtlicher Tradition
- in neuerer Zeit: institutionelles Problem, der Umgang mit sprachl.-kultureller Vielfalt führt zu Diskriminierung
- durch Schulleistuingstest auf internationaler Ebene ist das Thema weiter ins Blickfeld gerückt
Inhalte des Textes:
- Heterogenität = ein altes Phänomen, Die Kehrseite ist Homogenität, Heterogenität ist auch auf anderen Ebenen als Didaktik und Schulorganisation vorhanden, die diese wiederum beeinflussen
[Bearbeiten] Die "Entdeckung" der Heterogenität
- verstärkte Wahrnehmung des Problems durch die alte Frage nach dem didaktischen Umgang (Petersen, Montessori, Volksschule mit Einheitsklassen im 19. Jhdt.), die Frage nach der besonderen Förderung bestimmter Gruppen (Migranten, Hochbegabte, ...)und durch internationale Erfahrungen
- PISA, TIMMSS und IGLU gelten als Anlässe für die Wahrnehmung
[Bearbeiten] Zum Begriff Heterogenität
- Synonyme: Differenz, Exklusion, Verschiedenheit, Ungleichheit, ... lösen verschiedene Diskussionen aus
- Heterogenität bedeutet im engeren Sinne: "verschiedene Geburt" (aus dem Griechischen)
im weiteren Sinne: ungleichartig, anders geartet, fremdstoffig (laut Duden)
- Heterogenität ist ein relativer Begriff, ein Zustand dessen Kriterium die Ungleichheit ist
- Heterogenität und Homogenität gehören zusammen, ihre Grundlage ist die Vergleichbarkeit
- Synonyme für Homogenität: Integration, Inklusion, Einheitlichkeit, Gleichheit, ...
- die Begriffe beinhalten zugeschriebene Eigenschaften, die nicht objektiv sind und hergestellt werden
- die Begriffe sind nur zeitlich begrenzt gültig, es handelt sich um Zustandsbeschreibungen, durch Veränderungen kann Heterogenität
bzw. Homogenität hergestellt werden, die Gleichheit bzw. Ungleichheit bezieht sich auf einen bestimmten Maßstab und kann (durch ihn)
hergestellt oder vergrößert werden
- Heterogenität ist also ein relativer Begriff, der zusammen mit dem Begriff der Homogenität durch Vergleichsoperationen hergestellt
wird und wandelbar ist
[Bearbeiten] Heterogenität und institutionalisierte Bildung:
- Institutionalisierung setzte Heterogenität voraus, andererseits behindert Heterogenität die Insititutionalisierung
- Institutionalisierung ist wegen der Differenz zwischen Kenntnis und Kompetenz der nächsten Generation auf gesellschaftlicher Ebene notwendig
- Heterogenität ist nur durch Institutionalisierung zu reduzieren
- als bildungstheoretische und gesellschaftliche Zielebene ist Heterogenität erwünscht
- Bildungstheorie betont den zieloffenen Charakter, die Mündigkeit und die Indivodualität
=> Heterogenität
- Gesellschaftliche Funktion: Gleichheit wird hergestellt, Ungleichheit wird produziert => Kinder werden gleich gemacht
- Bildungswesen dient zur Selektion: Unterschiede bei Schulabsolventen => Heterogenität
Die Schule setzte eine bestimmt Geschwindigkeit voraus und alle die zu langsam oder zu schnell sind "stören", woraus sich wieder die Heterogenität ergibt
[Bearbeiten] Umgang mit Heterogenität:
- 3(bzw. 4) Arten des Umgangs mit Heterogenität
- Ignorieren - Reduzieren
- - Unterdrücken
- Abbauen
Reflexiver Umgang: Differenzen wahrnehmen und bearbeiten Produktive Nutzung: z.B. weitere Fremdsprachen mit aufnehmen
[Bearbeiten] Bildungsinstitutionen - Heterogenität - Gesellschaft
Bildungseinrichtungen: - Teil der Gesellschaft - haben gesellschaftliche Funktion
Nationalstaatsidee: - Staat als politische Organisation einer Nation - auf dem Gebiet leben nur Mitglieder dieser Nation (gemeinsamt Kultur, Sprache, Geschichte, ...)
Industriegesellschaft: - Leistungsprinzip - Chancengleichheit
Bildungseinrichtungen sind gesellschaftliche Apparate zur Verarbeitung von Heterogenität,
aber gleichzeitig sollen sie in der modernen Gesellschaft durch Mündigkeit
oder durch Entwicklung der individuellen Identität auch Heterogenität erzeugen.
Dadurch dass es in unserem Staat bürgerliche Gleichheit und in unserem Bildungswesen
Chancengleichheit gibt, können verschiedene Sachverhalte, zb. ein Numerus clausus, durch
verschiedene Abschlüsse und verschiedene Noten gerechtfertigt werden.
Unser Bildungswesen hat also eine gesellschaftliche Funktion: die Selektion.
Wäre dies nicht mehr der Fall, so hätten andere gesellschaftliche Muster die Aufgabe
zu selektieren, was wahrscheinlich zu Ungerechtigkeit führen würde.
"Es ist eine Illusion, daß die Schulen einer Gesellschaft freier, demokratischer
und menschlicher sein können als die gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge,
in die sie notwendig eingebettet sind." (Herrlitz u.a. 1993, S. 234)
[Bearbeiten] Heterogenität als komplexe Anforderung an das Lehrerhandeln
[Bearbeiten] Nach einem Artikel von Beate Wischer
Einleitung:
Heterogenität in den Schulen wurde zum zentralen Thema in fachwissenschaftlichen und öffentlichen Debatten, wobei der Diskurs um diesen Begriff immer stärker reformpädagogisch orientiert ist. Nach Meinung der Erziehungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler sind für einen produktiven und richtigen Umgang mit Heterogenität sehr vielfältige Veränderungen in der schulischen Arbeit notwendig. Dies bedeute vor allem neue anspruchsvolle Erwartungen an die Lehrkräfte.
Der Umgang mit Heterogenität – Anforderungen an das Lehrerhandeln:
- Veränderte Einstellungen zur Heterogenität:
- Problem: „Homogenisierungsdenken“ der Lehrkräfte; nach Graumann (2002, S.29) wird Heterogenität nicht als Potential, sondern als Belastung für den Unterricht gesehen
- Unterschiedlichkeit soll bejaht werden als Bereicherung für das Zusammenlernen
- Graumann (2002, S. 228): richtige Einstellung hat zentrale Bedeutung; dabei weniger Forderung nach bestimmten Unterrichtskonzeptionen und pädagogischen Handlungsweisen, sondern Denkweisen überprüfen und hinterfragen
- Andersartigkeit soll im Sinne eines „egalitären Differenzbegriffs“ als gleichwertig anerkannt werden → respektvolle Begegnung des Einzelnen (nach Prengel 1993)
- Voraussetzung: Grundsätzliche Revision der Denk- und Sichtweisen
- Gerold Becker (2004): vorherrschende „geheime Leitbilder“ für den richtigen Unterricht müssen aufgegeben werden (Unterricht muss nicht nach perfektem Drehbuch ablaufen); Selbstverständnis des Lehrers: „erfahrener Dompteur“, der jeden Schüler unter Kontrolle hat; dabei falsche Einstellung: Schüler würden nur lernen, wenn sie geplanten Weg genau verfolgen
Fazit: Hohe Anforderungen an eine heterogene Lehrerschaft:
-
- Die Lehrkräfte bemühen sich offensichtlich zunehmend um schüleraktiven und abwechslungsreichen Unterricht
- Die Realisierung von organisatorisch komplexeren Elementen ist nach wie vor selten
- Erhebliche Diskrepanz zwischen den im schulpäd. Diskurs formulierten Ansprüchen und der konkreten Unterrichtspraxis:
- In schulpädagogischer Literatur: normative Sichtweise, zugunsten der Ansprüche, zulasten der Praxis; andere Unterrichtspraxis wird eingefordert
- Andere Sichtweise: auch interpretierbar zugunsten der Praxis, zulasten der Ansprüche → kritische Betrachtung der Ansprüche
-
- 1. mögliches Problem:
- Die Appelle an die richtige Einstellung der Lehrkräfte zur angemessenen Bewältigung von Heterogenität beziehen sich nur auf das Wollen und weniger auf das Können → individualisierende Problembeschreibung; führt zu Abwehrhaltungen auf Seiten der Lehrkräfte; wird der tatsächlichen Komplexität von Einstellungen nicht gerecht
- Einstellungen, subjektive Theorien und Handlungsroutinen sind nicht nur als Persönlichkeitsvariablen der einzelnen Lehrkraft, sondern auch als Ausdruck der Anforderungen zu sehen (nicht immer optimal, aber zunächst einmal funktional)
- Einstellungen und Wissen der Lehrkräfte dürfen nicht ignoriert oder abgewertet, sondern müssen in Überlegungen einbezogen werden
- 2. mögliches Problem:
- Oft werden konkrete Bedingungen und Ansprüche des unterrichtl. Handelns vorschnell ausgeblendet (Klassengröße, Vorgaben des Lehrplans, Lernziele, Vorbereitungsaufwand, fehlende Materialien etc.)
- Schümer (1999, S. 42): Forderung nach „realistischen Wendung“ in Diskussion um Unterrichtsreformen; institutionelle Bedingungen des Lehrerhandelns soll stärker in Blickfeld rücken → so Überblick über das, was man von Lehrkräften verlangen kann
- Statt immer wieder neue Beschreibungen des idealen Umganges mit Heterogenität sollten Anforderungen an Lehrkräfte stärker an deren Möglichkeiten und Kompetenzen zu orientieren → Strategie der kleinen Schritte
- Auch Gruppe der Lehrkräfte ist heterogen, kann nicht alle Anforderungen in gleicher Weise erfüllen → notwendig: Anforderungen an Lehrerhandeln, bei denen Heterogenität akzeptiert und als Bereicherung gesehen wird
- 1. mögliches Problem:
[Bearbeiten] Literatur
- Wennig, Norbert (2007) "Heterogenität als Dilemma für Bildungseinrichtungen" in: Boller, Sebastian; Rosowski, Elke und Thea Stroot. (2007) Heterogenität in Schule und Unterricht. Handlungsansätze zum pädagogischen Umgang mit Vielfalt. Beltz.
- Wischer, Beate (2007) "Heterogenität als komplexe Anforderung an das Leherhandeln" in: ders.
- Stroot, Thea (2007) "Vom Diversitäts-Management zu >>Learning Diversity<<" in: ders.
- Ratzki, Anne (2007) "Chancen der Vielfalt" in: ders.
- Becker, Gerold; Lenzen, Klaus-Dieter; Stäudel, Lutz; Tillmann, Klaus-Jürgen; Werning, Rolf; Winter, Felix (Hrsg.) (2004) Heterogenität. Unterschiede nutzen´- Gemeinsamkeiten stärken. Friedrich Jahresheft XXII.
[Bearbeiten] Examensaufgabe zum Thema Heterogenität
Heterogenität kennzeichnet den Schul-und Unterrichtsalltag in der Grundschule.
1. Zeigen Sie das Erscheinungsbild von Heterogenität auf.
2. Wägen Sie sich daraus ergebende Chancen und Belastungen gegeneinander ab!
3. Konkretisieren Sie anhand entsprechender Beispiele, wie man mit Heterogenität im Schul-und Unterrichtsalltag umgehen kann.
[Bearbeiten] Gliederungsvorschlag
Einleitung Grundschule als Schule für alle
Erscheinungsbild der Heterogenität
- Begriffsklärung
- Heterogenität der Schulleistungen
- Heterogenität im Alter der Schüler
- Heterogenität in familiären Merkmalen
- Heterogenität im kulturellen Hintergrund
Chancen und Belastungen
- erzieherische Haltung
- Unterrichtsgestaltung
- schulische Struktur
Beispiele im Schul-und Unterrichtsalltag
- pädagogischer Tag zum Thema Heterogenität
- Methodische Prämissen eines bestimmten Themas
- Elternabend
Fazit/Synthese Heterogenität als Lebensweltrealität mit vielen Potentialen, die die Belastungen aufwiegen. Forderung nach Differenzierung und Individualisierung
[Bearbeiten] Konstruktivismus
Seit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts spielt der Konstruktivismus eine große Rolle in den deutschen Schulen. So erfolgt eine Wandlung von instruktionistischen hin zu konstruktivistischen Verfahren in allen Schultypen und Fächern.
[Bearbeiten] Definition
Unter Konstruktivismus versteht man folgende Aspekte:
- Selbstorganisation des Wissens
- Wissenserwerb verläuft individuell und unvorhersagbar
- Lehrkraft hat die Aufgabe reichhaltige, multimodale, interessante und kommunikationsorientierte Umgebungen zu schaffen, die pragmatisch, interaktiv und kreativ zur Selbstorienrierung einladen
- Lehrkraft soll Lernprozessbearter sein und sich eher im Hintergrund halten
[Bearbeiten] Versuche der näheren Bestimmung des Begriffs Konstruktivismus (Texte)
- Selbstorganisation (LdL)
- Strategien selbst strukturiert
- kollektive Konstruktion von Wissen
- sozio-kulturelle Interaktion
- De- und Rekonstruktion
- Begriffe von Reich (genauer siehe 4.)
- Gehirn als geschlossenes System
- sozial, situiert, kreativ, individuell, emotional > Lernen
[Bearbeiten] Einführung (nach Prof. Dr. Kersten Reich):
Interaktionistischer Konstruktivismus:
- neuer konstruktivistischer Ansatz - Bedeutung der kulturellen und lebensweltlichen Interaktionen bei der Re/De/Konstruktion von Wirklichkeit wird stärker beachtet und analysiert - setzt sich mit anderen Ansätzen in der Geistes- und Kulturgeschichte auseinander -> Konstruktivismus wird als Ausdruck einer Kulturentwicklung und kultureller Praktiken verstanden
Es gibt neue Grundbegriffe, die in Reichs Buch "Die Ordnung der Blicke" ausführlich erklärt werden. Hier sind bereits ein paar neue Grundbegriffe angeführt:
1. Selbstbeobachter - unsere Wahrnehmungen, Wünsche, Einstellungen, ... werden von uns subjektiv überbewertet und verallgemeinert, wenn sie in Beziehung zu Anderen gesehen werden - unsere Beziehung zu Sachen und Menschen ändern sich laufend - auch wenn ich als Selbstbeobachter versuche, mich so wenig wie möglich zu verändern, kann ich die anderen Menschen nur bedingt beeinflussen -> die Menschen ändern sich sehr schnell und bis ich es bemerkt habe, haben sie mich schon verändert 2. Fremdbeobachter - als Fremdbeobachter sehen wir uns als Selbstbeobachter kritisch - der Fremdbeobachter ist der verrückteste Teil unserer Beobachtungen - diese Beobachtungen kommen z.B. durch Spiegelungserfahrungen zustande -> prinzipielle Dialogizität menschlicher Handlungen -> ermöglicht Transzendenz einer ansonsten isolierten Subjektivität -> beobachtende Blicke gehören zum aufwachsen des Kindes -> wir werden immer zu einem Perspektivenwechsel aufgefordert
3. Das Imaginäre - es verhindert, dass wir andere Menschen so sehen können, wie sie wirklich sind - aber es ermöglicht, ihnen mit Begehren, Wünschen und Motiven zu begegnen - hierbei ist jede moralische Einstellung zu vermissen - in Beziehungen aber: hängen wir an Imaginationen, mittels derer wir uns verknüpfen - Imaginationen bestimmen oft Bevorzugungen, Auslassungen, Sympathien und Antipathien - Imaginationen stimmen häufig nicht mit der realen Welt überein
4. Das Symbolische - dient der Begrenzung des Imaginären - keine Kultur kommt ohne das Symbolische aus (Ästhetik, Kunst, Religion) - es behindert oft das Imaginäre, setzt ihm aber auch Ziele und gibt ihm Objekte der Lust und des Begehrens - es dient der Darstellung des Imaginären, macht die imaginären Reize fassbar, begreifbar, kommunizierbar - auf ihm basieren Aussagen über Schönheit, angenehme Gefühle, positive Erlebnisse usw. - gleichzeigig aber dadurch Erstarrung des Imaginären, da Grenzen des Vorstellens eingeengt werden
5. Das Reale - markiert die grundsätzliche Relativität der imaginären und symbolischen Festlegungen - setzt eine Grenze zu den imaginären Wünschen und Vorstellungen, sowie zu den symbolischen Ordnungen - hängt vom Selbst und/oder Fremdbeobachter ab,was als Reales erscheint - Reales wird meist symbolisch und imaginär bearbeitet, um uns zu beruhigen - Das Reale erscheint immer dann, wenn unsere Ordnungen, Erklärungen, Verständnisse nicht aufgehen
6. Rekonstruktion - rekonstruktiv werden immer wieder neue Sichtweisen und Beschreibungen unserer Biographien erzeugt - Erlebnisse, die unser Verhalten geprägt haben, gewinnen erst aus den Spiegelungen des familiären und weiteren Kontextes an Bedeutung - unsere Subjektivität ist rekonstruktiv unabgeschlossen, da eine vollständige Rekonstruktion unseres Lebens unmöglich ist
7. Neukonstruktionen - wir rekonstruieren uns immer wieder neu aus dem Hier und Jetzt der gegenwärtigen Beziehungswirklichkeit - dies ist zum einen eine Stärke: wenn wir uns selbst neu bestimmen können durch Veränderung von erworbenen Mustern - es kann auch eine Schwäche darstellen: die Herausforderung des Prozesses; wir sind umso mehr überfordert, je weniger wir durch Rituale und sozial verbindliche Handlungsnormen in unseren Urteilen und Handlungen geleitet sind; das Konstruktive zu leben wird zur Anstrengung eines ständigen Wandels
8. Dekonstruktion - jede Konstruktion trägt ihre Ausschließung, Einseitigkeit in sich - unser konstruktives Handeln erfordert kritische Dekonstruktion - ohne dies würde es zu Naivität führen - jedes Herstellen bedeutet Auslassung, daher bedarf es der Beobachtung des Auslassens als Dekonstruktion der eigenen Mächtigkeit - Je besser der konstruktivistische Wissenschaftler subjektiv gearbeitet hat (konstruiert), um so kritischer muss er sein Werk als zu große Abgeschlossenheit (Subjektivität) betrachten
Rekonstruktion: Entdecken der Welt Konstruktion: Erfinden der Welt Dekonstruktion: Kritisieren der Welt
[Bearbeiten] Methoden
- Eine besondere konstruktivistische Methode ist Lernen durch Lehren (LdL). Hier eignen sich Schüler gemeinsam ihr Wissen selbst an. Ihre Aufgabe ist es, sich Wissen kollektiv zu konstruieren.
- Einen andere Form, etwas gemäßigter, sind die sogenannten E-Learning-Systeme. Hier haben die Schüler die Möglichkeit sich aus vielen verschiedenen Informationsquellen Wissen anzueignen und Aufgaben mit verschiedenen "Werkzeugen" zu lösen. Diesen Ansatz nennt man auch situiertes Lernen.
[Bearbeiten] Offener Unterricht
[Bearbeiten] Kennzeichen
"Offener Unterricht" bedeutet eine Öffnung hinsichtlich Methode, Inhalt und Institutionen.
- offene Raumstruktur (keine frontale Sitzordnung, sondern Gruppentische, Arbeitsecken, Rückzugszonen und viele Materialien)
- gutes Klassenklima
- Kinder arbeiten miteinander und die Lehrkkraft steht nicht im Vordegrund
- das Lernen des Kindes ist durch Selbstverantwortung, Selbstkontrolle und Eigenaktivität gekennzeichet
- es gibt feste Regeln und Rituale und gemeinsame Besinnungs- und Klärungssituationen
- der Unterricht wird in reale Lebenszusammenhänge miteingebunden
- flexibel Lerninhalte- und Lernziele
- flexible Sozialform und Zeitstruktur
- Wechsel von Arbeitsformen und Methoden
[Bearbeiten] Prinzipien für Offenen Unterricht
- gründliche Vor- und Nachbereitung des Unterrichts
- klare Strukturierung des schulischen Geschehens
- Anleitung zum systematischen Lernen
- Klarheit der Darstellung, effiziente Klassenführung, positives Sozialklima
- keine Wahlfreiheit zwischen inhaltlich vorgegebenen Lerninhalten
- Lehrer bedarf förderdiagnostischer Erkenntnisse
- breites Angebot an Methoden
- Offener Unterricht muss gelernt werden
- Lehrer kann sich nicht aus der persönlichen Verantwortung stehlen
- Schule soll Erfahrungsraum sein
[Bearbeiten] Formen
- Tagesplanarbeit
- Wochenplanarbeit
- Freiarbeit
- Werkstattunterricht
- Stationenarbeit
- Projektunterricht
- Lerntheke
- Arbeiten in Kreisen
- Fächerübergreifendes Lernen
- Klassenrat
[Bearbeiten] Begründung
- 1. Gesellschaftliche Begründung:
- veränderte Kindheit
- Anforderungen der Gesellschaft
- Pädagogische Begründung:
- gewandeltes Verhältnis von Schule und Unterricht
- 3. Psychologische Begründung:
- Ergebnisse der Lern- und Entwicklungspsychologie
- Leitideen des Konstruktivismus
- 4. Rechtliche Begründung:
- Grundgesetz: Grundrechte in Artikel 1 und 2
- Bayerische Verfassung: Artikel 128 und 131
- Bayerisches Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen: Artikel 2
- In den Lehrplänen allgemein bildender Schulen verankerte Ziele
[Bearbeiten] Soziales Lernen
[Bearbeiten] Bereiche des Sozialen Lernens
- Soziales Lernen als soziale Elementarerziehung
- Soziales Lernen als gruppendynamische-interaktionistische Funktion
- Soziales Lernen als sozialpädagogische und kompensatorische Funktion
- Soziales Lernen als emazipative-politische Funktion
[Bearbeiten] Formen Sozialen Lernens
- Einzelarbeit
- Partnerarbeit
- Gruppenarbeit
- Unterrichtsgespräch
- Rollenspiel
- Frontalunterricht
- Projekt
- Freiarbeit
- Planspiele
- Stationen
- Unterrichtsgang/Ausflüge
[Bearbeiten] Einzelarbeit
[Bearbeiten] Partnerarbeit
Kriterien und Ziele:
- Helferfunktion: In einem spezifischen Lernbereich hilft ein stärkerer Schüler einem auf diesem Gebiet schwächeren Schüler. Zugleich lernt der starke Schüler auf diese Weise sein Wissen jemand anderen näher zu bringen und ihm es zu erklären.
- Steigerung der Kooperationsfähigkeit
- Einüben von arbeitsteiligen Verhalten
- Integration von Außenseitern
- emotionale Stabilisierung des Schülers => wichtige Voraussetzung für aktives und produktives Lernen
Anwendungsbereich:
- unterrichtsbegleitend
- bei Arbeitsteilung
- Vorbereitung von Kleingruppenarbeit
Vorteile und Nachteile von Partnerarbeit:
Vorteile: Die Vorteile decken sich mit den Kriterien und Zielen von Partnerarbeit. (Siehe Punkt Kriterien und Ziele)
Nachteile:
- Konkurrenzdenken unter den Schülern bei leistungsvergleichenden Aufgaben
- Schwierigkeiten bei Beziehungen unter den Schülern
- Isolierung der Partner von den Gruppen erschwert die Zusammenarbeit
[Bearbeiten] Gruppenarbeit
[Bearbeiten] Lehrerrolle
Welche Unterschiede gibt es gegenüber der traditionellen Lehrerrolle?
Lehrer:
- konzipiert Unterricht
- bestimmt Ziele
- wählt Inhalte aus
- sitzt Lernprozess der Schüler in Gang
- strukturiert organistorischen und zeitlichen Ablauf des Unterrichts
- überwacht Lern- und Arbeitsverhalten der Schüler
Ziele/Inhalte:
- Orientierung an allgemein anerkannten Bildungszielen
- nicht an Voraussetzungen, Interessen der Schüler
Schüler:
- passiv
- Adressat von Informationen und Arbeitsaufträgen
- misst Lernerfolg an Reaktionen des Lehrers
Kommunikationssituation entspricht dieser hierarchischen Ordnung, da Schüler wenig Möglichkeit zur Rückmeldung oder zur wechselseitigen Kommunikation mit dem Lehrer haben
Gesellschaftliche Realität:
- wird selten unmittelbar und bewust in den Unterricht miteinbezogen
- zu komplex und zu widersprüchlich
- wird von Lehrer und Medien vereinfacht, gefiltert, entproblematisiert und didaktisch aufbereitet
[Bearbeiten] Ziele Sozialen Lernens
- Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
- Empahtiefähigkeit
- Toleranz
- Stabilisierung der eigenen sozailen Identität
- Emanzipation des Schülers
[Bearbeiten] Probleme
- hoher Zeit- und Vorbereitungsaufwand
- Lehrer muss sich zurücknehmen
- räumliche Gegebenheiten
- hoher Vorbereitungsaufwand
[Bearbeiten] Medienerziehung
[Bearbeiten] Definition Medienkompetenz
Unter Medienkompetenz versteht man die Fähigkeit Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen z.B. ein Buch in der Bibliothek zu suchen und zu entleihen, sich in der Medienwelt orientieren zu können oder auch eine kritische Distanz zu den Medien einzunehmen.
[Bearbeiten] Medienkompetenz und Schule
Voraussetzungen:
- individuelle Voraussetzungen
- (Medien-) Vorlieben
- Soziale Rahmenbedingungen
- Lern- und Sozialisationsprozesse
Die Schule trägt einen hohen Anteil zur Medienkompetenz eines Schülers bei. Der Fokus liegt hier auf dem Mediennutzer, auf seinen Bedürfnissen und der jeweiligen Nutzungssituation.
Vorteile:
- Förderung der Eigenaktivität
- Schulung der Eigenverantwortlichkeit
- Veranschaulichung und Simulation v.a. technischer und naturwissenschaftlicher Prozesse
Nachteile:
- Widerstand der Lehrer gegenüber den neuen Medien => "Generation gap"
- Medien werden als "Pflichtprogramm Schule" verstanden
- strukturelle und finanzielle Schwierigkeiten der Schüler
- Oragnisatorischer Aufwand: Es muss den Schülern ein adäuquates Material zur Vermittlung von Medienkompetenz zur Verfügung gestellt werden
- 3 Fallen der neuen Medien:
- Spaßfalle (Lernen stellt weiterhin eine Anstengung dar)
- Schnelligkeitsfalle (Lernen wird durch die Medien nicht automatisch beschleunigt)
- Effektivitätsfalle (mediales Lernen muss nicht effektiver sein als nicht-mediales Lernen)
[Bearbeiten] Leistung
[Bearbeiten] Bedeutung von Noten im Leben von Kindern
- Vergleich
- Leistungsrückmeldung
- Selektion
- Angst
- Motivation
- Verzweiflung
- Leistungsdruck
- abhängig vom Lehrer/Fach
[Bearbeiten] "Gütekriterien" für die schulische Leistungsbeurteilung
- Objektivität
= Ausschaltung personenabhängiger Beurteilungsmomente
- erwartet von Eltern, weiterführenden Schulen und Arbeitgebern
- Voraussetzung für Beurteilungszuverlässigkeit und -gültigkeit
- Reliabilität
= Zuverlässigkeit
- Ausschaltung von Urteilsdifferenzen im zeitlichen Verlauf
- gleiches Bewerten vom gleichen Beurteiler heute und in wenigen Wochen
- Untersuchungen haben jedoch erhebliche Differenzen festgestellt, weil Beurteilung in anderem Kontext oder mit anderen Maßstäben erfolgt ist
- Validität
= Gültigkeit
- wichtigstes Kriterium
- Urteil dann gültig, wenn es tatsächlich das erfasst, was es zu erfassen vorgibt
[Bearbeiten] Fehler bei der Urteilsbildung
- Milde- und Strengetendenz
- Logische Fehler
- Halo-Effekt
- Perseverationseffekt: Lehrer hält am Schema/Urteil über Schüler fest
- Reihungseffekt
- Referenzfehler
- Pygmalion-Effekt
- Sympathiedilemma
- Abstandsproblem: Abstände zwischen Notenstufen unterschiedlich
[Bearbeiten] Erläuterung des Sympathiedilemmas
- Lehrer-Schüler-Beziehungen sind nicht nur sach- und arbeitsbezogen, sondern auch von Emotionen beeinflusst
- dies ist notwendig, denn nur so können Schüler Ermutigung, Ansporn, Trost, Freude über Gelungenes erfahren, die sie zum Ankurbeln und Stabilisieren von Lernleistungen benötigen
- Jedoch: stehen Emotionen einer objektiven Leistungsbeurteilung entgegen
- -> Kindern, die besonders interessiert und sympathisch erscheinen, werden kleine Schwächen eher nachgesehen; man bringt es nicht übers Herz, hier eine schlechte Note zu vergeben und zu enttäuschen
- -> Kindern, die sehr selbstbewusst und von sich überzeugt sind, wird eher ein notenbezogener Dämpfer gegeben
- In diesen verschiedenen Fällen einer teils bewussten, teils unbewussten Notengebung kann sich auf die Bedeutung "pädagogischer Noten" berufen werden
[Bearbeiten] Funktionen der Leistungsbeurteilung
Die Hauptaufgaben der Leistungsbeurteilung: die Diagnosefunktion und Lernberatung
[Bearbeiten] Die Diagnosefunktion
- für die Kinder: Rückmeldung -> dabei Wahrnehmen und Wertschätzen des Kindes als ganze Person
- - Wahrnehmung ist differenziert und ehrlich
- - es werden wunde Punkte angesprochen mit Akzeptanz, Empathie und Echtheit im Hintergrund
- - Kinder sollen eigenes Maß im Hinblick auf Anstrengung finden
- für die Eltern: Informationsrecht bezogen auf schulische Entwicklung ihrer Kinder -> nur so können sie ihren Erziehungsauftrag angemessen erfüllen
- für die Lehrkräfte: legen so Zeugnis über ihre Arbeit ab
- Im Hinblick auf:
- - Differenziertheit; Regelmäßigkeit der Kinderbeobachtung und ihrer Dokumentation
- - Angemessenheit der eingesetzten Dokumente und Sorgfalt in deren Auswertung
- - Ganzheitlichkeit und Einfühlungsvermögen bei der Interpretation von Beobachtungen und Lerndokumenten
- - Selbstkritik bei der Anwendung von Qualitäts- und Vergleichsstandards
- - Sorgfalt und Vielfalt bei der Entwicklung pädagogischer Konsequenzen (Fördermaßnahmen, besondere Hilfen)
- - Reflexion des Addresatenbezugs
[Bearbeiten] Alternative Formen der Leistungsbeurteilung
[Bearbeiten] Portfoliobewertung-Direkte Leistungsvorlage
Definition: Als Portfolio wird eine zielgerichtete Sammlung von Schülerarbeiten bezeichnet, die den Lernfortschritt und das Lernergebnis nachvollziehbar dokumentiert. (vgl. Lissmann 2001, S.486-497)
- Die Portfoliobewertung ist eine alternative Form zur bisherigen Bewertungspraxis, die der Individualnorm zugeordnet werden kann
- Die Adressaten (Lehrkraft und Eltern) haben die Aufgabe das Portfolio zu interpretieren. So beurteilt die Lehrkraft z.B. den speziellen Leistungsfortschritt eines jeden Schülers, seinen Arbeitsstil und die Mühe, die der Schüler aufgewendet hat.
- Probleme ergeben sich, wenn die Eltern als Adressaten überbewertet werden:
- Eltern haben gewöhnlich die Gelegenheit, Leistungen häufiger und breiterer Grundlage einzusehen. als es das Portfolio ermöglicht.
- Eltern haben Schwierigkeiten die isolierte Ergebnissammlung einzuordnen.
- Eltern können falsche Schlüsse aus dem Portfolio ziehen, wenn sie zu hohe bzw. zu niedrige Maßstäbe haben.
=> Das Portfolio ist also nicht geeignet, die Probleme der Leistungsbewertung zu lösen. Als Leistungsdokumentation kann es aber für die Beratung von Eltern und Schülern eigesetzet werden.
[Bearbeiten] Die Lernberatung
Im Vordergrund steht nicht mehr die Selektionsfunktion, sondern dass jedem einzelnen Kind Bedingungen und Impulse zur Entfaltung seiner Fähigkeiten und einer stabilen Lernhaltung vermittelt werden.
Die Leistungsbeurteilung kann Lernförderung auf verschiedenen Ebenen realisieren:
- Die affektive Ebene: ist angesichts der großen Bedeutung der Entwicklung von Lern- und Leistungsmotiven, von Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen besonders wichtig!
- Rückmeldung kann bedeuten:
- - bei Enttäuschungen Trost spenden und Mut machen
- - kleine Lernfortschritte wahrnehmen und anerkennen
- - Freude über das Gelingen ausdrücken
- - neue Ziele und Herausforderungen formulieren
- -> durch wenige Worte und Gesten möglich
- Pädagogisch-anthropologische Bedürfnisse für die Beurteilungspraxis: Würde, Gerechtigkeit, Selbstachtung, geschützten Raum, Entfaltung menschlicher Fähigkeiten
- Die inhaltliche Ebene: Leistungsbeurteilung konkretisiert sich in Hinweisen (mündlich oder in Zeugnissen)
- zum Beispiel: auf bestimmte Fehlerarten mehr zu achten, Analogien zu erkennen, Regeln in Erinnerung zu rufen, Hilfsmittel zu nutzen
[Bearbeiten] Kindorientierung
[Bearbeiten] Definition
[Bearbeiten] Begründung
[Bearbeiten] Kennzeichen
[Bearbeiten] Möglichkeiten zur Integration von Sach- und Kindorientierung
[Bearbeiten] Erwartungen an die Lehrkraft
- Mitwirken und Mitentscheiden der Schüler an der Planung der Unterrichts
- Zulassen einer Vielfalt von Lernwegen
- Hohes Maß an selbstständigen, selbstverantwortlichen und selbstentdeckendes Arbeiten des Schülers während des Unterrichts
- Empahtiefähigkeit
- Möglichkeiten den Schülern lernen zu lernen
- Mit den Schülern Metakommunikation und Selbstevaluation zum Unterricht praktizieren
- Einen Kommunikations- und Interaktionsstil pflegen, der durch größtmögliche Akzeptanz und Offenheit geprägt ist
[Bearbeiten] Literaturhinweise
- Ametsbichler, Josef/ Eckert-Kalthoff, Beate/ Maras, Rainer: Handbuch für die Unterrichtsgestaltung in der Grundschule. Planungshifen, Strukturmodelle, didaktische und methodische Grundlagen. Donauwörth 2007, 54f.
- Kammerl, Rudolf/ Ragaller, Sabine: Sachunterricht. Reihe "Repetitorium für die Lehramtsprüfung". Donauwörth 2001, 165-175.
- Wiater, Werner: Unterrichtsprinzipien. Donauwörth 2005, 8.
[Bearbeiten] Grundlegung von Bildung
[Bearbeiten] Inhalte
[Bearbeiten] Kennzeichen
[Bearbeiten] Ziele
[Bearbeiten] Grundlegende Bildung in der Grundschulen (nach Einsiedler)
[Bearbeiten] Gemeinsame Bildung für alle
- Ziele der Einführung des Grundschulgesetzes von 1920 in Deutschland:
- Soziale Integration der Kinder aus unterschiedlichen Schichten
- gemeinsame Grundbildung für alle (v.a. auch um unterschiedliche Lernvosaussetzungen auszugleichen
- Problem:
-Mangel an gemeinsamer Bildung für alle sowie -die Herbeiführung eines Lernchancenausgleichs -Hintergrund: Abhängigkeit der Bildung von soziokulturellen und sozioökonomischen Bedingungen
[Bearbeiten] Gemeinsamer Grundstock
Intention der Weimarer Grundschule von 1920 war es auch den Schüler einen "gemeinsamen Grundstock" zu vermitteln. Andere Begriffe hierfür sind Mindestnorm, Mindestqualifikation oder "gemeinsames Sockelniveau". Heute rückt man allerdings auf Grund der zunehmenden Heterogenität in der Grundschule vom Bild des "gemeinsamen Grundstocks" ab und fordert ein "zieldifferentes Lernen" im Sinne unterschiedlicher Sockelniveaus, um leistungsstarke Kinder entsprechend ihrer Begabungen zu fördern und um leistungsschwache Kinder mit Hilfe von eigenen Mindesstandarts vor vorschnellen Selektionsmaßnahmen zu schützen. Das Konzept des zieldifferenten Lernens ist curriculumstheoretisch noch nicht genügend ausgearbeitet, jedoch dürfte es zunehmend an praktischer Bedeutung gewinnen.Dies würde allerdings einen Bruch mit dem bisherigen Ziel einer gemeinsamen Grundbildung darstellen.
[Bearbeiten] Grundschule-Beginn der Allgemeinbildung
Die Grundschule leistet einen hohen Beitrag zur Allgemeinbildung eines Menschen, sie stellt den sogenannten Anfang dar.
Kennzeichen der Allgemeinbildung in der Grundschule sind:
- Vermeidung einer frühzeitigen Spezialisierung. Ziel ist die allseitige Förderung der unterschiedlichen Entwicklungsbereiche der Kinder
- Elementare Einführung in die anerkannten "geistigen Grundrichtungen", in die verschiedenen Fächer
- Auseinandersetzung mit den "epochaltypischen Schlüsselproblemen" wie Umweltfrage, Arbeitslosigkeit, Migration und Frieden
[Bearbeiten] Grundschule-Stärkung der Persönlichkeit
Aufagabe der Schule ist es in viele Bereiche einzuführen, eine solide Fundierung und einen "guten Start" zu vermitteln. Dies ersterckt sich über:
- die klassichemn Lernbereiche
- Lernstrategien, Arbeitshaltungen, Lernmotivation, Interessenentwicklung
- Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts und Selbstwertgefühls