Einführung in die Algebra (Osnabrück 2009)/Vorlesung 5
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- Gruppenhomomorphismen
Definition (Gruppenhomomorphismus)
Seien
und
Gruppen. Eine Abbildung
für alle
.Die Menge der Gruppenhomomorphismen von G nach H wird mit
Lemma
Es seien G und H Gruppen und
sei ein Gruppenhomomorphismus.
Dann ist
und
für jedes
.
Beweis
Zum Beweis der ersten Aussage betrachten wir
folgt
. Für die zweite Behauptung gilt
die Eigenschaft besitzt, die für das Inverse von
charakteristisch ist. Da das Inverse in einer Gruppe eindeutig bestimmt ist, muss
gelten.
Lemma
Es seien F,G,H Gruppen.
Dann gelten folgende Eigenschaften.
- Die Identität
ist ein Gruppenhomomorphismus. - Sind
und
Gruppenhomomorphismen, so ist auch die Hintereinanderschaltung
ein Gruppenhomomorphismus. - Ist
eine Untergruppe, so ist die Inklusion
ein Gruppenhomomorphismus. - Sei {e} die triviale Gruppe. Dann ist die Abbildung
, die e auf eG schickt, ein Gruppenhomomorphismus. Ebenso ist die (konstante) Abbildung
ein Gruppenhomomorphismus.
Beweis

Beispiel
Betrachte die additve Gruppe der reellen Zahlen, also
, und die multiplikative Gruppe der positiven reellen Zahlen, also
. Dann ist die Exponentialabbildung
Lemma
Sei G eine Gruppe.
Dann entsprechen sich eindeutig Gruppenelemente
und Gruppenhomomorphismen
von
nach G über die Korrespondenz
Beweis
Sei
fixiert. Dass die Abbildung
erhält man aus der Potenzabbildung das Gruppenelement zurück. Umgekehrt ist ein Gruppenhomomorphismus
durch
eindeutig festgelegt, da
für n positiv und
für n negativ gelten muss.
Man kann den Inhalt dieses Lemmas auch kurz durch
ausdrücken. Die Gruppenhomomorphismen von einer Gruppe G nach
sind schwieriger zu charakterisieren. Die Gruppenhomomorphismen von
nach
sind die Multiplikationen mit einer festen ganzen Zahl a, also
- Gruppenisomorphismen
Definition (Isomorphismus)
Seien G und H Gruppen. Einen bijektiven Gruppenhomomorphismus
Lemma
Seien G und H Gruppen und sei
Dann ist auch die Umkehrabbildung
Beweis
Dies folgt aus
und aus

Isomorphe Gruppen sind bezüglich ihrer gruppentheoretischen Eigenschaften als gleich anzusehen. Isomorphismen einer Gruppe auf sich selbst nennt man auch Automorphismen. Wichtige Beispiele für Automorphismen sind die sogenannten inneren Automorphismen.
Definition (Innerer Automorphismus)
Sei G eine Gruppe und
. Die durch g definierte Abbildung
Lemma
Ein innerer Automorphismus ist in der Tat
ein Automorphismus.
Die Zuordnung
Beweis
Es ist
) die Gesamtabbildung κ ein Gruppenhomomorphismus.
Wenn G eine kommutative Gruppe ist, so ist wegen gxg − 1 = xgg − 1 = x die Identität der einzige innere Automorphismus. Der Begriff ist also nur bei nicht kommutativen Gruppen von Interesse.
- Der Kern eines Gruppenhomomorphismus
Definition
Seien G und H Gruppen und sei
ein Gruppenhomomorphismus. Dann nennt man das Urbild des neutralen Elementes den Kern von
, geschrieben
Lemma
Seien G und H Gruppen und sei
ein Gruppenhomomorphismus.
Dann ist der Kern von
eine Untergruppe von G.
Beweis
Wegen
ist
. Seien
. Dann ist
. Der Kern ist also ein Untermonoid. Sei nun
und betrachte das inverse Element g − 1. Es ist
.
Lemma
Seien G und H Gruppen. Ein Gruppenhomomorphismus
ist genau dann injektiv,
wenn der Kern von
trivial ist.
Beweis
Wenn
injektiv ist, so darf auf jedes Element
höchstens ein Element aus G gehen. Da eG auf eH geschickt wird, darf kein weiteres Element auf eH gehen, d.h.
. Sei umgekehrt dies der Fall und sei angenommen, dass
beide auf
geschickt werden. Dann ist
, also
nach Voraussetzung und damit
.
- Das Bild eines Gruppenhomomorphismus
Lemma
Seien G und H Gruppen und sei
ein Gruppenhomomorphismus.
Dann ist das Bild von
eine Untergruppe von H.
Beweis
Sei
. Dann ist
. Seien
. Dann gibt es
mit
und
. Damit ist
. Ebenso gibt es für
ein
mit
. Somit ist
.

Beispiel
Betrachte die analytische Abbildung
in die multiplikative Gruppe
vor. Wir bestimmen den Kern und das Bild dieser Abbildung. Für den Kern muss man diejenigen reellen Zahlen t bestimmen, für die
. Für einen Bildpunkt gilt
, so dass der Bildpunkt auf dem komplexen Einheitskreis liegt. Andererseits durchlaufen die trigonometrischen Funktionen den gesamten Einheitskreis, so dass die Bildgruppe der Einheitskreis mit der komplexen Multiplikation ist.






















