Goethes Faust. Eine heitere Tragödie.

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Hans-Peter Haack


[Bearbeiten] Einleitung

Am Ende der Tragödie ist Faust, hoch betagt und erblindet, sehend geworden.[1] Nach lebenslangem Streben und Irren (317) hat er seinen Egoismus abgelegt und einen Lebenssinn entdeckt: Den Einsatz seiner Fähigkeiten für die Mitwelt. Besitzlosen, die viele Millionen (11563) sind, will er Grund und Boden schaffen durch Trockenlegung eines Sumpfes und mit Deichbauten am Meer.

Es ist Hilfe zur Selbsthilfe.

Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen. (11564)
[…]
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn. (11575 - 81 )

Diese Großtat wird ihm einen Platz im Gedächtnis der Menschheit sichern.

Es kann die Spur von meinen Erdentagen
Nicht in Äonen untergehn. – (11583 - 84)

Die Prognose des Herrn hat sich erfüllt.

Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt. (328 - 29)

Faust wird Gnade und Erlösung zuteil.

Wer immer strebend sich bemüht,
Den können wir erlösen. (11936 -37)


Erlösung und Himmelfahrt des Teufelsbündners Faust machen aus Goethes Fassung des Faust-Mythos eine optimistische Tragödie. Tragisch bleibt, dass Fausts Zeit abgelaufen ist, nachem er altruisitsche Kreativität als Lebenssinn entdeckt hat, - abgelaufen und verwirkt infolge der pessimistischen Wette mit dem Teufel. Im Folgenden sollen einige heitere Kontraste der Tragödie skizziert werden, um die in der Überschrift formulierte These zu belegen.


  1. Teiresias, der bedeutendste Seher und Prophet der griechischen Mythologie, war blind.



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