Kolloquium Philosophie
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[Bearbeiten] Gottesdiskussion
Alle unsere bisherigen Bemühungen, die Welt und ihre Funktionsweise zu verstehen, führen zum Ergebnis, dass es immer einen "Grund" für ein bestimmtes Verhalten/Phänomen gibt. Nichts, uns Bekanntes, geschieht ohne Grund/ohne Motiv, selbst wenn es in manchen Fällen länger dauert, bis wir den Grund erkennen (Bsp. Quantenphysik). Kann ein System, das sich nach heutigem Ermessen, auschließlich motiviert verhällt, tatsächlich einen unmotivierten Ursprung haben? Müssen wir nicht der Logik folgend bei einem System, welches sich ausschließlich motiviert verhält, sogar zwingend von einem motivierten Ursprung ausgehen, selbst wenn der Ursprung des Motivs nicht in unser Realitätsdefinition passt? Wenn man eine minimale Gottesdefintion zulässt und "Gott" auf das "Schöpfungsmotiv" reduziert, also auf den Ursprung dessen, was wir heute als Realität "definieren", dann ist er damit zwar noch nicht formal (nach heutigen Anforderungen eines formalen Beweises) bewiesen, aber die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz steigt auf einen Wert, der an Sicherheit grenzt. Tatsächlich stehen wir wissenschaftlich vor dem Problem, dass wir den Gültigkeitsbereich unserer "Realitätsdefinition" überdenken müssen. Selbst etwas so Triviales wie unsere Seele, die jeder hat und von der jeder weiß, dass er sie hat, kann aufgrund unserer geltenden Realitätsdefinition nicht befriedigend erklärt werden, obwohl das "Mensch-Seele"-Problem dringend einer Lösung bedarf. Mit einer Realitätsdefinition, die sich auf Materie und Energie beschränkt, können wir den schlüssigen Beweis eines Gottes, der sich nach unserer Vorstellung als Anfang allen Seins, außerhalb dieser Realitätsdefinition bewegt, nicht erbringen.
Bereits Sokrates erkannte, dass es eine Form und einen Körper gibt, was wohl aber zu seiner Zeit nicht verstanden werden konnte, oder besser: nicht rational reflektiert werden konnte, was wiederrum so viel heißt, dass es keine rationalen Modelle gab, die diesen Sachverhalt sinnvoll hätten "widerspiegeln" können. Heute kennen wir den Begriff "In-formation" und wissen, dass der abstrakte Inhalt einer Information nicht ohne weiteres auf seine physische Ausprägung begrenzt ist. Sokrates nahm hier die These des Vorhandenseins einer "Äquivalenz" zwischen Materie, Energie und INFORMATION vorweg, wobei die aktuellen Ausprägungen dieser These meines Erachtens nicht weit genug gehen. Diese These würde bedeuten, dass der Ursprung aller Energie und Materie letztlich eine Information ist. Diese Vorstellung ist eigentlich auch nichts Neues, denn allem Menschgemachten geht IMMER und ausnahmslos eine Idee voraus. Außer der Grundanannahme in unserem Weltbild, das nicht sein kann, was nicht sein darf, unterstellen wir aber bei allen anderen Dingen, dass dieser Zusammengang nicht besteht - ist das nicht höchst unlogisch? Selbstverständlich müssen wir auch bei allen anderen Dingen, in Ermangelung weiterer Einsichten, einen solch "rein geistigen" Ursprung unterstellen. Nach unserem Kenntnisstand müssen wir bei allen anderen Dingen auch voraussetzen, dass sie aus einer Idee entstammen; und zwar ungeachtet dessen, ob die Existenz eines Schöpfers anschaulich erscheint oder nicht. Die These eines geistigen "Motivs" als physischen Ursprung unserer Welt ist demnach durchaus nicht mehr sonderbar, sondern beinahe trivial. Die These einer Äquivalenz zwischen Energie, Materie und "INFORMATION" ist übrigens auch nur dann formal zu beweisen, wenn wir den Bereich des Reingeistigen als Realität zu lassen. Nichts desto trotz kann man dieses Äquivalent mit einfachen gedanklichen Versuchen und Analogiebeispielen sehr gut verdeutlichen und nachvollziehen. Eine gesprochene "Information" wird sich in der Atmosphäre zunächst physisch als Schallwelle ausprägen und ausbreiten. Nach Abklingen dieser physischen Ausprägung, der Schallwelle, bleibt aber die "Information". Das Gesagte kann nach unseren Kenntnisstand nun nicht mehr gelöscht oder geändert werden, da es keine physische Ausprägung mehr besitzt.
In den bisher diskutierten Schöpfungsmodellen verwenden wir an entscheidenden Stellen die These eines Zufalls (http://de.wikipedia.org/wiki/Zufall), was wiederum einen unmotivierten Vorgang darstellt. Tatsächlich sind diese Vorgänge ohne ein "lenkendes Motiv" gar nicht vorstellbar; es dürfte also keine Wahrscheinlichkeit dafür geben. Nun, eine formale Wahrscheinlichkeit kann es schon deshalb nicht geben, weil wir von Schöpfungsvorgängen, also der Entstehung bestimmte Formen oder Merkmalen in der Natur sprechen und diese naturgemäß einmal passieren, so dass der klassiche Wahrscheinlichkeitsbegriff per Definition (http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrscheinlichkeit) nicht anwendbar ist und man maximal von einer subjektiven Wahrscheinlichkeit sprechen kann. Allerdings ist diese subjektive Wahrscheinlichkeit sehr einfach in einem Gedankenexperiment nachzuvollziehen. Nehmen wir an, wir würden ein Puzzle von 10 Teilen in ein Handwaschbecken hineingeben und das ganze System durch beliebige Wellenformen in Bewegung halten, wie lange würde es wohl dauern, bis sich dieses Puzzle zusammensetzt? Bei 10 Puzzleteilen ist man versucht, eine endlichen Zeitraum zu ahnen. Erhöht man aber die Anzahl der Puzzlesteine auf - sagen wir mal- 100 Stück, dann wird schnell deutlich, dass dieses Puzzle sich anschaulich niemals zusammensetzen kann. Die funktionalen Voraussetzungen einer DNA können in ihrer Komplexität also niemals zufällig entstanden sein und schon gar nicht unter den viel nachteiligeren Bedingungen im offenen Meer mit einer Vielzahl störender, weil nicht dazuzähliger chemischer Elemente. Ebenso verhält es sich mit der Entstehung des menschlichen Verstandes als Folge einer Evolution. Wenn das der Fall wäre, dann müssten viele vernunftbegabte Arten entstanden sein, denn das ist die übliche Folge einer evolutionären Entwicklung. In beiden Fällen liefert aber ein "Schöpfungsmotiv" eine plausible Antwort. So unwirklich die Entstehung des Universums aus einem "Wort" auch klingen mag. Bei Ausweitung unseres Realitätsbegriffes (was meiner Meinung nach, längst überfällig ist) und Unterstellung einer Äquivalenz der Materie, Energie und Information, wäre es "beinahe" trivial. Tatsächlich bewegen wir uns in der Astronomie nun jüngst und nach der Quantenphysik auf genau dieses Problem zu. Die in den letzten Jahren definierten "Hilfsgrößen" der "Dunklen Materie" und der "Dunklen Energie" deuten genau in diese Richtung. Es gibt natürlich keine dunkle Materie, die würde man ja nach unseren Definitionen von Materie sehen können. Und selbst wenn man sie als dunkel ansehen würde, müsste sie doch den dahinterliegenden Raum abschatten. Es gibt auch keine dunkle Energie, zumindest kann es keine uns bekannte Energieform sein, denn sie müßte andere Systeme zum Beispiel anregen usw. Bei genauerer Betrachtung werden wir feststellen, dass die Inplausibilitäten, die in der Astronomie durch die Einführung dieser beiden Hilfgrößen "rechenbar" gemacht werden, auch in der übrigen Physik und anderen Disziplininen bestehen.
So erklärt bisher noch kein Phänomen warum sich Atome überhaupt zusammenhalten können und warum sie sich in Verbänden zusammenschließen, um beispielsweise Köperzellen zu bilden, die sich ihrerseits wiederum aus ungeklärten Gründen zusammenschließen, um Organe zu bilden und die ihrerseits wieder in der Lage sind, einen komplexen Organismus zu bilden. All diese Phänomene, die einer Erklärung bedürfen, können mit der vorgenannten erweiterten Äquivalenz-These erklärt werden. Selbst Phänomene wie Telepathie etc. ließen sich auf einfache Weise modellieren. Tatsächlich erlaubt es aber unser Realitätsbegriff nicht. Ein formaler Beweis, der wissenschaftlich Bestand haben könnte, ist durch den einschränkenden Realitätsbegriff nicht möglich.
Es gibt noch eine weitere Annährung an das Phänomen "Gott" aus Richtung der Psychologie. Untersuchen wir zunächst das menschliche Denken. Wir kennen die Unterscheidung zwischen Emotion und Ratio und haben definiert, dass wir mit unserem Verstand, also mit unserer Ratio (http://de.wikipedia.org/wiki/Ratio), verstehen. Die Begriffe Emotion und Ratio sollten zwecks besserer Angrenzung wertfreier definiert werden. Die bisherige und auch wissenschaftlichen vorbelasteten Begriffsverwendungen geben die Bedeutung der beiden "Denk"-Arten schon vor. So wird unterstellt, dass "rationales" Denken, gleich Verstehen ist. Emotionales Denken wird bisher nur sehr wage und in unzusammenhängtem Kontext benutzt. Tatsächlich sind beide Denkweise meines Erachtens nach "sauber" abgrenzbar. Rationales Denken, heißt strukturiertes Denken oder regelbasiertes Denken. Es zeichnet sich dadurch aus, dass jeder einzelne Schritt "genau" durch Formeln und Regeln gegeben ist. Wissenschaftliches Denken ist ein Sonderfall des regelbasierten Denkens und beschreibt die ausschließliche Verwendung eines Regelablaufs nach geltenden Defintionen der Logik. Das emotionale Denken ist im Gegensatz dazu, musterbasiert. Unsere sensorische Wahrnehmung beispielsweise ist musterbasiert: audiovisuelle Muster, Geruchsmuster usw. Die Verwendung des Begriffs Erfahrungsmuster und Erinnerungsmuster deuten darauf hin, dass zumindest psychologisch die Speicherung unserer Wahrnehmung/Erfahrungen etc., musterbasiert geschieht. Wir sind in der Lage auch Regeln zu speichern, aber das ist ein Sonderfall der Informationsspeicherung. Für das rationale Denken benutzen wir eine Vielzahl von Definitionen und Gesetze. Verfahren des emotionalen Denkens sind bisher in diesem Zusammenhang nicht definiert worden, können aber direkt aus den entsprechenden technischen Bereichen übertragen werden. Einige der emotionalen Denkmethoden sind: subjektive Wahrscheinlichkeitserwägungen, daran anknüpfend subjektive Risikobetrachten, sowie die Überprüfung der "Stimmigkeit" von Aussagen darunter auch eigener Gedanken anhand emotionaler Resonanzen im Körper. Unser Realitätsbegriff und unsere Weltbilder sind rationale, also regelbasierte, Modelle. Solche Modelle sind zunächst rein willkürlich, selbst wenn die Regeln zu deren Erstellung allgemein anerkannt sein mögen. Im Laufe der Zeit werden diese Modelle sich permanent ändern. Berichten zu Folge, erlaubt uns die Ratio die Verarbeitung von etwa 6-8 Gedanken pro Sekunde. Tatsächlich verarbeitet unsere Emotion aber Milliarden von "Gedanken" in Form on Mustern. Unser Körper alleine verarbeitet wahrscheinlich schon viele Milliarden von Informationen pro Sekunde. Bislang ordnen wir diese Form des Denkens dem sog. Unter- oder Unbewußten zu, weil wir die rationale Reflektion als Bewußtsein verstehen. Selbstverständlich ist aber unser Körper etwas völlig Bewußtes. Ein Musiker musiziert ganz bewußt, obwohl er rational niemals in der Lage wäre mit 6-8 Gedanken pro Sekungen ein Musikstück zu spielen, geschweige denn zu künstlerisch interpretieren. Selbst das Autofahren auf der Autobahn bei 160 KM/h erfordert die Verarbeitung von 10.000 Informationen pro Sekunde, wozu die Ratio nicht ansatzweise in der Lage wäre. Es ist wohl augenscheinlich nicht sinnvoll das Autofahren als unbewußtes Handeln einzustufen. Tatsache ist, wir können diese Vorgänge nicht in "Echtzeit" (http://de.wikipedia.org/wiki/Echtzeit) strukturieren, also nach dieser Definition, rational reflektieren. Das heißt was wir nach der bisherigen Vorstellung allgemein als Denken oder verstandesgemäßes Denken bezeichnet haben, ist lediglich die Fähigkeit, Sachverhalte nach bestehenden Modellen abzuarbeiten/zu reflektieren bzw. entsprechende Formeln zu definieren, sprich: zu strukturieren.
Das Verstehen selbst ist damit allerdings nicht abgeckt, was zunächst ein Schwachpunkt dieser These zu seien scheint. Es ist tatsächlich so, dass wir mit unserem Verstand (nach bisherigen Definition), also unserer Ratio, gar nicht verstehen, sondern das "Verstandene" nur strukturieren bzw. reflektieren. Das Verstehen findet auf einer wesentlich komplexeren Ebene, emotional statt. So "versteht" jeder der Liebe erfahren hat, was Liebe ist, er wird sich aber normalerweise schwer damit tun, diese in angemessener Zeit umfassend zu strukturieren. Das Verstehen und das Strukturieren des Verstandenen sind also zwei unterschiedliche Vorgänge, die scharf abzugrenzen sind.
Aus diesen Betrachtungen ergibt sich ein bisher ebenfalls nicht thematisiertes Problem, der Selbstreflektion. Das, was wir, allgemein als unser Bewußtsein bezeichnen, ist schlicht ein Modell, eine Abbildung, die wir uns nach den bestehenden Regeln schaffen, es ist aber nicht unser "BEWUßTSEIN", also das, was bewußt in uns ist. Die Informationsmenge des Bewußten seins in uns übersteigt bei weitem die Kapazität unseres rationalen Denkens, womit der Eindruck entsteht, es sei ein Unbewußter Teil in uns. Bisher sind mir keine Beweise dafür bekannt geworden, dass ein Unterbewußtsein, ein Bewußtsein oder ein Überbewußtsein tatsächlich in welcher Form auch immer existieren. Wir sind und wissen das wir sind und verstehen auch, dass wir sind, allerdings können wir aufgrund der bestehenden rationalen Modelle (Abbildungen und Regeln), zu denen auch die Beschränkung des Realitätsbegriffes auf das physische zählt, dieses Ich-Bin nicht beschreiben. Zumal die Beschreibung des eigenen Ichs eine Verschiebung des Beobachtungsstandpunktes (in die Ratio) erfordert. Wenn wir das Bewußtsein in die emotionale und nicht permanent reflektierte Ebene verlagern, dann erklärte das die These, dass nicht nur der Mensch ein Bewußtsein hat, was zwar von vielen Bereichen der Wissenschaft noch nicht akzeptiert und größtenteils sogar belächelt wird, was aber die logische Konsequenz der Sokrates'schen These ist, dass es eine Form und einen Körper gibt - eine In-formation, ein Gedanke, der Gestalt annimmt, es also keine FORM ohne Bewußtsein geben kann. Was auch heißt, dass es die Form auch ohne den Körper geben kann. Die Ebene der Idee wäre demnach die Ebene der Entstehung, während die Ebene, die wir bislang als Realität bezeichnen, lediglich die Ebene des Wandels darstellt. Die Frage nach dem Schöpfer ist also der Ebene der Entstehung zugeordnet und muß mit den für die Entstehung geltenen Regeln bewiesen werden. Die Frage woraus die Ebene der Entstehung gekommen und entstanden sein mag, ist hierbei zunächst unerheblich, denn eine solche Ausweitung des Modells würde dem Modell selbst weder zu- noch abträglich sein. Da wir hier in den Anfängen des erweiterten Realitätsbegriffes stecken, wäre eine solche Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt sicher auch verfrüht. An dieser Stelle kann nun kein umfassender Beweis erhoben werden, dass alle Völker von wirklich diesem Gottesbild ausgegangen sind aber die meisten uns bekannten Beschreibungen Gottes, treffen auf diese Thesen zu. Gott, der große Geist usw. usw. und - und da stimme ich mit der These der Autoren des "Moses Codes" NICHT überein, die Gottes namen interpretieren als:"Ich bin das, ich bin...". Diese Interpretion erscheint nicht logisch, denn die Frage nach dem:"Wer (oder auch was) bist Du?" Kann logisch nicht einfach nur mit dem unvollständigen oder besser angedeuteten Ansatz einer Aufzählung geschehen.
Meiner Meinung nach lautet die Interpretation:"Ich bin DAS Ich-bin". "Ich bin DAS Ich-bin" heißt: ich bin die Idee des Seins selbst. Erst die Idee(Gedanke) "Ich bin" ermöglichst das Sein; undzwar reflektiert aber auch unreflektiert.
Tatsache ist, dass es ohne eine solche Idee des Seins, nach allem, was ich nun hier beschrieben habe, kein Sein exisitieren könnte.
Um die psychologischen Aspekte dieses Modells noch zu ergänzen: das was Freud als "Über-Ich" gesehen hat, und was in seiner Wirkung auf den Menschen in vielen Jahren der Erfahrung mit diesem Modell bestätigt worden ist, ist also keine Bewußtseinsebene innerhalb des Menschens, sondern ein ganz anderes Phänomen. Wir "erlernen" über die Sprache aber auch über Erziehung, Schule etc. etc. ein bestimmtes Weltbild, was man als die Summe der rationalen Modelle bezeichnen könnte. Außerdem erfahren wir aus der Abstraktion unseres eigenen Selbst, die Selbstreflektion, zum Beispiel beim erlernen der Sprache, dass das "ICH" unser Bewußtsein ist. Es ist aber nur die Reflektion. Zu diesem Selbstbild gehören nun auch eine Fülle von Modellen, die wir während unseres Lebens lernen. Tatsächlich hat dieses Bild von uns gar nichts mit unserer Identität/unserem Bewußtsein zu tun. Es ist ein Bild, dass versucht allen existierenden und für den jeweiligen Lebensrahmen anwendbaren Regeln, Rechnung zu tragen. Dieses komplexe Geflecht aus Lebens-Regeln/Modellen und natürlich auch das rationale Selbstbild bestimmen unser "Gesichtsfeld", also den Teil der Welt, den wir als real empfinden/definiert haben und, was erhebliche Auswirkungen auf unser Verhalten hat, unsere Wahrnehmung aber auch unsere Handlungsstrategien bestimmt.
Unsere emotionalen Bedürfnisse, im Sinne einer emotinalen Intelligenz bzw. eines emotionalen Bewußtseins, werden dadurch weitestgehend unterdrückt, da sie teilweise sogar im Widerspruch zu diesen Modellen stehen. Depression und weitergehende Geisteskrankheiten sind die Folge, die letztlich nichts anderes sind, als der erfolglose Versuch der Betroffenen, Ihre Realität mit dem allgemeinen Verständnis von Realität in Übereinstimmung zu bringen. Lebensmüdigkeit und Verzweiflung am Leben, sind unter vielen anderen Zeiterscheinungen, die Folgen einer mehr und mehr überforderten Ratio, bei dem Versuch unser Identitätsbild zu erhalten und mit den sich beschleunigenden gessellschaftlichen Veränderungen abzugleichen.
Theologisch betrachtet könnte das womöglich der einfache Hintergrund des biblischen "Gebotes", sich nicht ein Bild von Gott machen zu sollen, sein. Wenn wir, wie es heißt, nach seinem Ebenbild erschaffen sind, weshalb sollte es uns verboten sein, uns ein Abbild von ihm zu machen; zumal wir durch unseren reflektierenden Verstand ausgestatten wurden, was uns selbst zu Schöpfern macht? Ich interpretiere das nicht als göttliches Verbot, sondern sozusagen als "Bedienungshinweis" für dieses neue Organ, mit dem wir ausgestatten wurden, unseren Verstand, für das es keine evolutionären Vorerfahrungen gibt.
Die Summe aller Strukturen unseres rationalen Denkens bestimmen nicht nur unser Weltbild, sondern auch die ganze Art und Weise, wie wir die Welt und uns selbst erfahren/wahrnehmen. Das sind die Modelle, die maßgeblich unser Tun und Lassen bestimmen. Es sei denn, wir gehören zu den wenigen Menschen, die trotz der stetig zunehmenden Bedeutung unseres rationalen Denkens für unser Leben, das emotionale Denken nicht verlernt haben...
Diese These des rationalen und emotionalen Denkens, führt schließlich zu der Folgerung, dass Wissenschaft keine Wahrheit erkennen kann, weil sie nicht versteht, sondern strukturiert. Das macht nun einige "kleinen" aber verhängisvollen Irrtümer in der Wissenschaftsgeschichte deutlich:
- wissenschaftliches Denken, heißt (fast) ausschließliches logisches, also regelbasiertes
Denken. Jede wissenschaftliche Arbeit setzt eine Idee voraus und diese ist keineswegs
regelbasiert oder logisch errechenbar.
- alles, was von Menschn gemacht ist, bedarf einer Idee und einen Erschaffer. Wieso
unterstellen wir apriori, dass es bei allen anderen Dingen nicht so sein muss? Hier
unterstellen wir einfach, dass es so nicht sein kann, weil es nicht sein darf, weil wir
mit dem Ergebnis nicht einverstanden sein wollen - sorry, aber das ist ganz und gar nicht
wissenschaftlich!
Das emotionale Denken die Instanz in uns, die versteht und außerdem ist sie die Instanz in uns, die uns den Zugang zur Intuition erschließt. Schon Hermes Trismegistos sprach von Gesprächen, die er mit seinem Gemüt führte und die ihm Einsichten erlaubten, die bis heute Gültigkeit haben und die von der Wissenschaft nach und nach nun bestätigt werden, die unsere Wissenschaft wohl aber erst in hunderten, vielleicht sogar tausenden von Jahren verstehen wird. Und seit dem gab es andere Denker, die die Wahrheit längst formuliert haben, dessen Aussagen aber nicht ernst genommen wurden, weil sie als Quelle ihrer Einsichten die Intuition angaben. Tatsächlich ermöglicht uns unsere Intiution den direkte Zugriff auf die Informations-Ebene. Wegen der geltenden Realitätsdefinition, oder des geltenden "Realitäts-Programmes", für uns nicht ganz einfach, sich diese reine Informations-Ebene vorzustellen, denn ist ja der Inbegriff des NICHTREALEN. Ein kleines Beispiel soll das Problem verdeutlichen: Die Idee einer Münze hat keine Seiten! Die Münze, also die Manifestation der Idee, hat dann die berühmten 2 Seiten (eigentlich natürlich mehr). Alle physischen Dinge sind absolut wahr. Etwas, was nicht wahr ist, kann es per Definition nicht geben. Wir können über einen bestimmten Sachverhalt eine Lüge verbreiten aber der Inhalt der Lüge, kann niemals wahr sein, er ist nicht existend. Das Vorhandensein der Lüge ist existenz aber nicht ihr Gegenstand. Wenn alles Physische aus dem Geistigen entsteht und alles Physische wahr ist, dann heißt das, dass es auf der Geistebene ein Filter geben muss, der die Wahrheit von der Unwahrheit trennt - wie auch immer. Oder aber diese Ebene selbst erlaubt nicht die Unwahrheit, weil sie nach der hier vorgestellten "neuen" Defintion von Realität sozusagen, die grundlegende Realitätsebene ist. Informationen haben in ihrer Urform selbst zunächst keine Masse und keine Energie. Das Wort Äquivalenz trifft den Sachverhalt nicht korrekt, denn es kann zwar eine Information/Idee geben die noch keine Masse oder Energie besitzt aber umgekehrt kann es keine Energie oder Masse geben, die nicht aus einer Idee entstanden ist. So manifestiert sich zwar Information und die Manifestation einer Information kann sich verändern und zurückgebildet werden aber der Umkehrweg ist nicht möglich, also das Erzeugen der Idee aus der Manifestation. Für die Praxis heißt das: Das Leben ensteht nicht aus der DNA, die DNA ist ein Verhikel für das Leben. Unser Gehirn ist nicht der "Erzeuger" von Gedanken, sondern ein Empfänger von Informationen. Unser ganzer Körper empfängt diese Informationen, weshalb wohl auch von Bauchgefühl zum Beispiel gesprochen wird. Das Gehirn (unsere Ratio) wirkt dagegen wie ein Organ, dass je wir allerdings selbst "programmieren" können. Es legt aber nur die Modelle fest, die wir für die Übersetzung unserer Ideen (darunter auch die Wahrnehmung) verwenden wollen. Informationen sind also geistig. Ihre physische Auspägung ist demnach einfach nur ein zeitlich veränderliches Merkmal. Wenn Information ihrem Wesen nach selbst also nicht aus Masse und/oder Energie bestehen, dann stellt sich die Frage, ob sie in dieser Form ruhig sind oder in Bewegung. Dass sie in manifestierter Form bewegt, gespeichert und gelöscht werden können, wissen wir mittlerweile. Aber wie sieht es mit Ihrer Grundform aus? Da sie hier über keine Masse und Energie verfügung können Informationen nach unserem Kenntnisstand weder angeschoben noch gebremst, also irgendwie beschleunigt werden. Wie modernere quantenphysikalischen Untersuchungen aber auch das Verhalten von Tieren bei der gemeinsamen Jagd zeigen, sind Informationen in Bewegung; und zwar auch in ihrer abstrakten Ur- /Basisform. Es ist davon auszugehen, dass sich Informationen mit unendlicher Geschwindigkeit bewegen, also eine Aufenthaltswahrscheinlichkeit von "1" im gesamten Universum haben.
Nun braucht man sich nur mal die Informationsmenge deutlich zu machen, die alleine in unserem Körper entsteht und das mit der Anzahl der lebenden Menschen multiplizieren .. Informationen können nicht gelöscht werden und verlieren nicht ihren Wahrheitsgehalt. D.h. diese Informationen aller Menschen, die jemals gelebt haben, sind jederzeit an jedem Ort des Universums verfügbar und darüber hinaus natürlich die Informationen, aller Tieren und Pflanzen und und und ... Schnell wird klar, warum wir diese Informationsmenge als nicht- oder unbewußt einzustufen versuchen. Diese Informationen sind aber durchaus nichts unbewußtes. Sie erzeugen permanent ein Muster, dass von jedem Menschen (mehr oder weniger) wahrgenommen und verstanden wird. Das Einzige, was uns daran hindert ist unsere Ratio, die diesen Bereich der Wahrnehmung aufgrund unserer Realitätsdefnition ausklammert. Unsere Ratio ist nicht annähernd in der Lage, sich eine solche Datenmenge auch nur vorzustellen. Und sie ist nicht in der Lage, diese Datenmenge auch nur in Bruchteilen auszuwerten. Tatsächlich ist dieser Informationsspeicher aber jederzeit von jedem abrufbar. Der Zugriff auf diesen Speicher geschieht durch die Intuition. Da dieser Begriff nicht ganz klar definiert ist, könnte man diesen Speicher selbst auch als Intuition bezeichnen.
- Erwiderung
- Ich möchte an dieser Stelle einmal auf ein paar meiner Meinung nach nicht zutreffende Argumente erwidern:
- 1. Kausalität und die letzte Ursache
- Es stimmt, dass nach unserer bisherigen Erkenntnis jedem Vorgang eine Ursache innewohnt. Wenn wir aber nun annehmen, dass es eine letzte (bzw. erste) Ursache in Form eines Gottes gibt, dann stellt sich entweder wieder die Frage nach der diesem Gott vorangehenden, bzw. ihn erzeugenden Ursache - oder wir stellen fest, dass wir kein Stück weiter sind. Denn wer nun argumentiert, dass Gott nunmal Gott sei und als solcher keiner Ursache bedürfe, der begeht nicht nur einen Zirkelschluss, er kollidiert auch mit dem Komplexitätsgrundsatz. Wenn wir die Möglichkeiten eines Urknalls als erster Ursache haben oder eines Urknalls als Folge des Handelns einer transzendenten Macht, so stellt letztere eine deutlich komplexere Geschehensvariante dar (diese transzendente Macht müsste den Urknall begreifen und handeln, also im Gegensatz zu diesem Urknall ein Mehr darstellen), welche nach Ockhams Rasiermesser als komplexere Theorie hinter der einfacheren zurücktritt (zumal es für sie keinerlei Indizien gibt). Diese Problematik stellt sich allerdings nicht notwendigerweise.
- - Unser Universum mit seiner vierdimensionalen Raumzeit ist nach derzeitigem Forschungsstand das Produkt eines an seinem Beginn stehenden Urknalls. Nicht lediglich die drei Raumdimensionen existierten "vor" diesem Urknall nicht, dies gilt auch für die Zeitdimension. Kurz: Der Zeitpfeil, wir wir ihn kennen, existiert erst seit dem Urknall, folglich gibt es kein "vor dem Urknall".
- - Einen weiteren Ausweg gibt es in der neueren physikalischen Diskussion in Form der Multiversentheorie.
- - Noch eine Möglichkeit wäre ein stetes Aufeinanderfolgen von universeller In- und Deflation, also ein Entstehen des Universums aus einem Urknall, sein folgendes Zusammenfallen, sobald seine Expansionsenergie verbraucht ist und die Gravitation überwiegt mit der Folge des "Todes" in einem Endknall, welcher gleichzeitig einen neuen Urknall beginnt etc. In diesem Fall würde eine unendliche Folge von Universen vorliegen, die eine letzte Ursache nicht bräuchte, da sie... nun, unendlich ist.
- 2. Intuition und Unterbewusstsein
- Beides ist nach Stand der Hirnforschung das Ergebnis der chemischen Prozesse in unserem Gehirn - eine transzendente und durch kein Indiz gedeckte Vermutung eines tieferen universellen Wissens ist damit obsolet. --Dennis Kautz 14:10, 18. Mär. 2009 (CET)
(Sorry, ich kann das nicht mit dem Erwidern: Da wir vom Ursprung der physischen Welt sprechen, ist eine Ursache und das Wie zu dessen Ursprung nicht interessant, denn es wäre reine Spekulation, denn wir sprechen per Definition von einem anderen System und unterstellen, dass dieses System den gleichen Gesetzmäßigkeiten unterliegt wie das System, von dem wir hier sprechen. Eine solche Unterstellung ist höchstspekulativ und entbehrt jeder Grundlage. Der Vorwurf der Zirkelschluß-Logik ist in sich ein Zirkelschluß und nicht haltbar. Die Aussage ist, dass Informationen in ihrer abstrakten Form, also ohne dass sie sich physisch manifestieren, existieren (Beispiel: unsere Seele) Informationen können in dieser Form entstehen, existieren aber nicht gelöscht werden, weil sie keine physische-energetische Ausprägung haben - dass ist schlicht die logische Konsequenz unserer Physik. Solange sich Informationen physisch ausprägen kann man ihre Ausprägung durchaus manipulieren. Die Aussage, es gäbe nichts vor dem Urknall steht übrigens im Widerspruch zur eigenen Argumentation nach der unbedingten Notwendigkeit einer Ursachen-Ursache im Zusammenhang mit der Frage nach Gott. Wir müssen bedenken, dass hier ein Systemwechsel vorliegt und wir hier den Gültigkeitsbereich unserer klassischen Wissenschaft, die sich auf den sehr begrenzten Bereich des physischen begrenzt, diesen zur Wahrheitsvoraussetzung macht, verlassen. Das gilt insbesondere für den gesamten Bereich der Medizin, der damit Ursache und Wirkung verwechselt, ja, sogar verwechseln muss, da es den Informations-Bereich selbst ja per Definition ausklammert. Die Hirnforschung und ein Großteil der Schulmedizin (ich schränke das nur ein, weil nicht alle aktuellen Forschungsergebnisse kenne), bestätigen in diesen Messungen lediglich ihre falschen Grundannahmen. Die chemischen Prozesse sind nicht die Ursache des Denkens, sondern die Folge. So wie die Maschine nicht die Ursache für ihren eigenen Plan sein kannm, sondern nur die Folge. Genau dieses Beispiel der Medizin zeigt wunderbar das Problem der falschen Realitätsdefinition! Wenn es so wäre, wie die Schulmedizin behauptet, dann müßte die Seele doch auch ein Prozess, eine Chemie, ein Organ sein - oder haben nicht alle Menschen diese Seele? Warum findet die Schulmedzin auch nach so vielen Jahren nichts in diesem Zusammenhang? )
- Deine Aussage, dass Informationen ohne ein Trägermedium existieren, sehe ich als nicht belegbar - inwiefern siehst Du dies als Konsequenz unserer Physik? Ich beschäftige mich hobbymäßig ein wenig damit und diese Behauptung ist mir bisher noch nicht untergekommen. Du gehst von dem klassischen dualistischen Menschenbild mit Körper und Seele als voneinander unabhängigen Elementen aus. Nach aktuellem Stand der Hirnforschung (habe gerade erst wieder einen Vortrag dazu gehört) scheint es jedoch dafür keine empirischen Hinweise zu geben. Warum sollten wir die klassischen Mittel der Wissenschaft und ihre Anforderungen an Theorien nicht auf dieses Thema anwenden? Es ist bisher die einzige, wirklich bewährte Methode, die uns nachprüfbare Ergebnisse liefert. Dass "die Seele" hingegen das Ergebnis der Vorgänge in unserem Gehirn ist, dafür sprechen beispielsweise die Auswirkungen von bestimmten Drogen oder elektrischen Strömen am/im Gehirn, die unser Bewusstsein beeinflussen können.
- Nochmal zum Thema "Gott": Negieren lässt sich eine Gotteshypothese schlecht, da Gott ja vor wenigen Sekunden erst alles hingezaubert haben könnte, inklusive unserer (gefälschen) Erinnerungen. Ich kenne sogar Menschen, die das glauben. Was aber gegen einen Gott spricht, ist Ockhams Razor. Wenn wir zwei mögliche Erklärungen für etwas haben, dann ist die einfachere stets als die wahrscheinlichere anzusehen. Für die schwierigere Erklärung müsste man Indizien suchen, um die einfachere zu verwerfen. Wenn wir einerseits die Möglichkeit hätten, dass das Universum "einfach da war" oder dass es von einem Gott erschaffen wurde, dann ist die Erklärung "es war einfach da" die einfachere. Denn um das Universum zu schaffen, müsste Gott einerseits die Komplexität des Universums (zumindest seines Ursprungs) kennen und andererseits noch etwas darüber hinausgehendes (er selbst) sein. Da es für die Existenz eines Gottes keine überprüfbaren Indizien gibt, ist bis zum Eintritt des Gegenteils von seiner Nichtexistenz auszugehen.
- Eines aber lässt sich mit Sicherheit widerlegen: Die Existenz eines allmächtigen und allwissenden Gottes. Denn wenn Gott alles weiß, dann kennt er die Zukunft und weiß damit, wie er sich in Zukunft verhalten wird. Wenn er das aber weiß, hat er keine Möglichkeit mehr, anders zu handeln, also keine Handlungsfreiheit mehr. Sollte es ihn geben (wovon ich nicht ausgehe), ist er entweder nicht allmächtig oder nicht allwissend.
- Achja, erwidern kannst Du, indem Du einen Doppelpunkt vor jeden Absatz setzt (bzw. um auf das von mir jetzt zu reagieren am besten zwei Doppelpunkte, denn jeder Doppelpunkt rückt den Text etwas weiter ein. Eine Unterschrift setzt Du mit zwei Bindestrichen und vier Tilden unmittelbar hintereinander.--Dennis Kautz 22:10, 24. Mär. 2009 (CET)
- Vielen Dank für Deine Gedanken und die Beachtung meiner Gedanken. Deine Gedanken sind sehr vielschichtig, deshalb möchte ich in Stichworten antworten:
Unsere Definitionen von Gott und die Interpretation unserer diesbezüglichen Wahrnehmungen sind das Problem und nicht sein Vorhandensein. Wenn wir Gott als die Summe aller Erkenntnis oder einfach nur als das "mechanische" Ursprungsmotiv definiren, dann schließt das die Definition des Allwissenden mit ein. In der Definition des "Allmächtigen" hingegen sehe ich ganz große Inplausibilitäten, die wir aber nicht an dieser Stelle klären sollten, da sie ja erst dann interessant "würden", wenn wir uns auf das Vorhanden- oder auch Nichtvorhandensein Gottes einigen. Lass es mich anders ausdrücken: alles, was wir hier schreiben aber auch das, was wir als wissenschaftliches Wissen bezeichnen, sind IMMER und AUSSCHLIEßLICH WILLKÜRLICHE Interpretationen. Ich möchte die These einer absoluten Wahrheit nicht überstrapazieren aber es kann, nach unserer logischen Definition von Wahrheit, nur Wahrheit geben. Das, was uns (die Menschen) seit Jahrtausenden immer wieder und mit wachsender Begeisterung beschäftigt, ist nicht die Wahrheit, sondern IMMER nur die unterschiedlichen Interpretationen der Wahrheit. Wir müssen unterscheiden zwischen dem was ist und unserer Wahrnehmung von dem, was ist. Jedes Modell (das Wissen) ist an Gültigkeitsbereiche und an Grundannahmen geknüpft. Der Gültigkeitsbreich unsere Grundannahmen bezüglich der Definition von Realität sind überschritten. Die bloße Tatsache, dass wir von einem auschließlich motivierten System sprechen, in dem alles einen Grund hat, macht es geradezu zwingend notwendig einen "Ursprungsgrund" zu unterstellen - nennen wir dieses Urpsrungsmotiv "Gott". Wenn wir diese Wahrheitsvorraussetzung unterstellten, dann gäbe es wissenschaftlich KEINERLEI Indiz dafür, dass es keinen Gott gibt, da wir nichts kennen, das aus dem nichts unmotiviert, also ohne Grund geschieht (obwohl wir natürlich noch nicht alle Gründe kennen oder messen können). In den neusten quantenphysikalischen Interpreationen drehen wir uns genau aus diesem Grund im Kreis - wir wollen nicht wahrhaben, dass es eine Kommunikation zwischen zwei Photonen über eine Entfernung von Lichtjahren geben kann - das passt nicht in unsere Realitätsdefinition. Tatsächlich zeigt aber die bloße Beobachtung, dass die Photonen offenbar darauf reagieren, dass sie beobachtet werden, dass hier ein motiviertes Verhalten vorliegt. Die ganze (Natur-)Wissenschaft unterstellt stillschweigend, dass alles einen Grund hat und trachtet danach, diese Gründe zu finden. Ich möchte es ganz kurz machen: es ist nicht die Welt, die sich nicht verstehen lässt, es ist unsere Wahrnehmung der Welt, weil wir FALSCH denken. Dieses falsche Verständnis vom Denken hängt ebenfalls von solchen willkürlichen Wahrheitsannahmen ab, die wir "völlig" unwissenschaftlich getroffen haben und die sich nach und nach als haltlos und verhängisvoll erweisen. Wir verstehen definitiv nicht mit der Ratio, also dem "Organ", dem wir bislang das Verstehen zugeordnet haben. Natürlich ohne jeden stichhaltigen Beweis, sondern nur aufgrund eines subjektiven Empfindens. Es ist aber relativ einfach nachzuvollziehen, dass diese Grundannahme schlicht "unpraktisch" ist, da wir mittlerweile wissen, dass selbst Pflanzen offenbar verstehen und sich verstehen, also auf emotionale Einflüsse reagieren. Unsere Ratio ist ein Strukturierungsorgan (Spiegel), das vorrangig dem fällen von Entscheidungen dient - nicht aber dem Verstehen! Verstehen können wir die Welt und auch uns selbst nur "emotional". Deshalb wird die Wissenschaft, solange sie sich auf das regelbasierte Denken fokusiert, auch nicht die Welt erklären können, sondern immer nur ihre Haltung zur Welt. Die einfache Festellung, dass alle Phänomene, die wir bisher erforscht haben, sich motiviert verhalten, lässt in logischer Konsequens nur den Schluss zu, dass es keinen Zufall geben kann. Wir verneinen diese Konsequenz aber dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Grund; es ist schlicht eine Unterstellung, die wir treffen. Wo gibt es etwas, was zufällig enstanden ist? Nichts entsteht zufällig. Das kann jeder Entwickler aber auch Handwerker oder ganz allgemein "Pratiker" bestätigen. Nun, es scheint, als gäbe es keinen Ausweg aus dieser gedanklichen Zwickmühle; wir sitzen fest. Aber das ist ein Irrtum. Auch in der Wissenschaft gibt es das Verfahren der Empirie. Außerdem sind alle rationellen (strukturierten Modelle) von der Welt, nur menschgemachte Modelle und deshalb immer fehlerbehaftet bzw. willkürlich, da abhängig von willkürlichen Grundannahmen. Die Physik beschäftigt sich mit der physischen Ausprägung von Information, es ist daher nicht verwunderlich, dass sie diese Einsicht scheut. Das Vorhandensein der Information unabhängig von ihrer physischen Ausprägung ist aber offensichtlich, wie das obige Beispiel zu zeigen versucht. Es ist auch offensichtlich, das wir Menschen aus Motivation Energie erzeugen - wie auch immer dieser Vorgang vor sich geht. Und umso mehr wir über den Tellerrand der Physik auf andere Gebiete der Wissenschaft aber auch menschlischer Modellierung hinausschauen, erkennen wir, dass es bei all diesen Modellen nur auf eines ankommt: auf ihre Wirksamkeit.----Benutzer:little sol
[Bearbeiten] I. „Was ist Wahrheit?“ (Joh. 18,38)
http://cid-95c3942d4a14f908.skydrive.live.com/self.aspx/tiefsinn/Pontius|_Pilatus1%20tintoretto.jpg
Was ist Wahrheit, fragt Pontius Pilatus, und will sagen: Es ist ja alles relativ… Klang es bei ihm philosophisch-resigniert, so machte die Postmoderne, die wir in diesen Tagen hinter unslassen, eine Tugend aus der Not: “Anything goes…”, krähte sie selbstgefällig-vergnügt: “…Hauptsache, es funktioniert!”
Darin sind sich Analytische Philosophie, Konstruktivismus und Dekonstruktivismus, die seit Jahr und Tag konkurrierend das geistige Feld beherrschen, einig: Die Frage nach der Wahrheit ist “metaphysisch”, was so viel bedeutet wie: unstatthaft; denn sie sei so gefasst, dass darauf immer nur eine dogmatische Antwort möglich sei, nämlich eine, die aus Glaubenssätzen stammt und nicht aus vernünftigem Argument.
Am Anfang der Moderne - die die Postmoderne doch zu überbieten trachtete - stand, wie gesagt, die Romantik. Was das Wahre sei, war den Romantikern so ungewiss geworden, dass sie gelegentlich zu der Auffassung neigten, das Ungewisse sei selber das Wahre. Der Rationalismus und die “Aufklärung” des 17. und 18. Jahrhunderts hatte an die Stelle der geoffenbarten Wahrheiten der voraus gegangenen Dunklen Jahrhunderte die stolze Selbstgewissheit der Vernunft gesetzt. Aber die war durch Immanuel Kants Drei Kritiken gehörig ins Wanken geraten. Die Romantik war in Jena aus der unmittelbaren Anregung durch die ‘Wissenschafsftlehre’ Johann Gottlieb Fichtes entstanden. Der verstand sich als der Radikalisierer und Vollender von Kants kritischer bzw. ‘Transzendental’-Philosophie.
Zu der Zeit tummelten sich auf den öffentlichen Plätzen – wie heut im Zeichen der Postmoderne – jene, die meinten, die Wahrheit gebe es gar nicht, allenfalls Wahrheiten…, und sich dabei furchtbar schlau vorkamen. Aber das ist nur eine Ausflucht. Wenn diese ‘vereinzelten’ Wahrheiten wahr sein sollen, dann sind sie es unbedingt. Wenn sie nur bedingt wahr sind, dann ist dasjenige, was sie bedingt, unbedingt wahr – oder Alles ist nicht wahr.
Um die Frage, was das Wahre ist, kommen wir also nicht herum. Und halten wir gleiche eines fest, um das wir auch nicht herum kommen: dass das Wahre zunächst einmal als Frage “ist”.
Wahrheit ist keine Sache, sondern ein Verhältnis. Nämlich zwischen einem, der etwas weiß, und demjenigen, was er weiß. Das Wort sagt etwas über die Qualität dieses Verhältnisses aus: nicht, dass es ‘ist’, sondern dass es gilt. Etwas ‘gilt’ freilich nur für irgendwen. Und auch nicht an und für sich, sondern erst wenn und insofern er etwas tun will oder soll. Es mag auch nur ein rein gedankliches Tun sein: vorstellen und über Vorstellungen urteilen. Ob etwas ‘gültig’ und also “wahr” ist, wird sich erweisen im und durch den Vollzug dieser Handlung. Wenn also etwa das betroffene Urteil ‘richtig’ ist, und das heißt: zu weitergehendem Urteilen taugt. Hier passt ein ‘Fragment’ des Urromantikers Friedrich Schlegel: “Logik ist eine praktische Wissenschaft.”
Bis hierhin ist das eine rein pragmatische Bestimmung: Wahrheit erweist sich jeweils vor ihren Zwecken, sie ist eine Zweckmäßigkeit. Wahrheit ist nicht Etwas, das “ist”, sondern das, was sein soll. Das ist aber erst der Anfang. Richtig ernst wird es erst wenn nach den Zwecken selbst gefragt wird: wozu ‘Wahrheit’ taugen soll. “Gibt es” einen absoluten Zweck?
Darüber will ich gerne weiter reden. Aber in einem Beitrag ist es natürlich nicht abzumachen. Es wird eine ganze Reihe nötig werden… Und mehr als einmal werden der Autor und seine Leser im Lauf der Auseinandersetzung das ungute Gefühl haben: Aber an der Stelle waren wir doch schon mal! Drehn wir uns im Kreis?
Ja, wir sind wieder am selben Punkt; aber diesmal ein paar Etage höher: Es ist wie eine Wendeltreppe.
JochenEbmeier
[Bearbeiten] II. Philosophie ist kritisch
Früher hieß es, Philosophie sei eine spezifisch abendländische Errungenschaft. Dann wurde gesagt, es gäbe auch eine indische, eine chinesische und sogar eine afrikanische und indianische Philosophie.
Weisheitslehren, die verkünden, was wahr ist, hat es immer und überall gegeben. Aber die Frage, was Wahrheit ist , ist allerdings im Abendland aufgebracht und ausgeführt worden. Sie setzt nämlich voraus, dass Wahrheit etwas ist, wonach ich fragen und was ich beurteilen kann - so wie jeder andere, der ebenfalls ich sagen kann. Setzt also voraus, dass ich mir die Fähigkeit zu eigenem Urteil zumesse; und mich nicht auf etwas verlassen darf, was mir von höherer Instanz "offenbart" worden ist. Und es setzt voraus, dass "es" Gründe "gibt", auf die ich mich bei meinem Urteil stützen kann. - Beides mag man in Abrede stellen. Nur kann man sich dann an einer vernünftigen (!) Erörterung dieser Dinge nicht mehr beteiligen.
Philo-Sophie hat ihren Namen daher, dass der "Sokrates", wie er in Platos Dialogen auftritt, sich selber keinen sophos, keinen Weisen nennen wollte, sondern lediglich einen philo-sophos, einen Freund der Weisheit, der die Wahrheit sucht, weil er sie nicht hat.
Begonnen hat das mit Thales aus Milet in Kleinasien (650-560 v.Chr.). Der verkündete zwar auch nur, 'was wahr ist'. Aber er unterschied bereits zwischen dem, was zu sein 'scheint', und dem, was 'wirklich' ist. In Wirklichkeit sei nämlich alles Wasser. Dieser 'Urstoff' wurde von seinen Nachfolgern mal als apeirón, als das Grenzenlose bestimmt (Anaximander, 610-546 v.Chr), mal als noûs, als Weltvernunft (Anaxagoras, 500-428 v.Chr.). Der entscheidende 'Sprung' trat ein mit Heraklit aus Ephesos (ebenfalls Kleinasien; 550-480 v.Chr.). Er meinte nicht nur, die Erscheinung von Werden und Vergehen sei das einzig Wirkliche ("Alles fließt" wird ihm zugeschrieben), hinter dem es kein Bleibendes gibt. Er wägt auch erstmals Argumente gegeneinander ab und urteilt, warum dieses gilt und jenes nicht. In einem strengen Sinn ist er der Vater der Philosophie.
Widersprochen haben ihm sogleich die "Eleaten", die Anhänger einer Philosophenschule in Elea in Süditalien, allen voran Parmenides (540-470 v.Chr.). Ihnen zufolge ist im Gegenteil alles Werden und Vergehen bloßer Schein, das einzig Wahre ist das Sein selbst, óntos ón. Auch sie argumentieren mit Gründen, und anscheinend ebenso plausibel wie Heraklit.
Plato aus Athen (427-347 v.Chr.) versucht, die widerstreitenden Argumente beider Parteien systematisch gegeneinander zu gewichten und "dialektisch" aufzuheben (wobei er seine Gedanken seinem Lehrer Sokrates in den Mund legt). Ausschlaggebend sind immer und lediglich Vernunftgründe, die einem Jeden zugänglich sind, der willens ist. Höhere Eingebungen gelten ihm nichts. Seither ist Kritik - von gr. krínein=urteilen - das Medium der Philosophie; nämlich derjenigen, die diesen Namen verdient: der abendländischen.
http://8v5isa.blu.livefilestore.com/y1pDC1t-ZMW7NhSdFpwashksdwD3efsmNpP_i7NZbHx6Hay7y8GtmjHRRV6OqWPU15Q17GHFOISsYw/7757122.jpg JochenEbmeier
[Bearbeiten] III. Wissenschaft ist öffentliches Wissen; punctum.
Das bisherige Ergebnis war: Philosophie ist ihrem Wesen nach kritisch. Kritisch sein heißt: nichts gelten lassen, als was auf seine Gründe hin überprüft ist. So wurde die Philosophie zum Inbegriff und Modell der abendländischen Wissenschaften. Denn nicht jede mehr oder weniger wohl geordnete Ansammlung von Gewusstem ist schon Wissenschaft. Wissenschaft ist ein System von Aussagen, die untereinander in einem Begründungsverhältnis stehen. Alles andere ist nicht Wissen, sondern Dogma: Glaubenssatz.
Die Frage nach dem hinreichenden Grund lässt sich indessen ins Bodenlose hinab weiter treiben. Wenn nämlich stattdessen ein allererster (oder allerletzter) doch einmal gefunden würde, so könnte er der Definition nach selber nicht "begründet" sein – und dürfte nicht gelten. Wenn aber - umgekehrt - das Wissen auf einem Regressus in infinitum "beruht", ist es ebenfalls nicht begründet!
Die Philosophie ist nun diejenige Wissenschaft, die sich diesem Paradox stellt – auf die Gefahr hin, es am Ende niemals (theoretisch) zu "lösen", sondern höchstens (praktisch) in einem Akt überspringen zu können. Reelle Wissenschaft kann indessen nicht warten, bis das Problem der Letztbegründung zu Aller Zufriedenheit behoben ist. Sie hat auch nicht gewartet, jedenfalls nicht mehr, seit mit den Anfängen der bürgerlichen Gesellschaft von den Wissenschaften technisch verwertbare Resultate erwartet wurden. Wissenschaft im heutigen Verständnis ist im 17. Jahrhundert entstanden.
Aber sie hatte ihre Vorgeschichte. Positives Wissen ist angesammelt worden, seit Homo sapiens die Erdoberfläche durchstreift. Mehr oder weniger zufälliges Erfahrungswissen wurde von Mund zu Mund von einer Generation auf die andre vererbt, und je spezifischer es war, umso exklusiver wurde es überliefert. Ärzte, Baumeister, Handwerker jeglichen Fachs, Seeleute, Landwirte: Alle hatten ihre Geheimnisse, die nur an Eingeweihte weiter gereicht wurden. Gelegentlich aufgeschriebene Kompendien hatte einen "aporetischen" Charakter (von gr. áporos=ohne Weg), d. h. sie waren um jeweils einzelne Probleme gruppiert, ohne nach durchgängigen Begründungszusammenhängen zu suchen.
Die "metaphysischen" (=jenseits der Physik angesiedelten) Spekulationen der Schulphilosophie brachten ihrerseits kein positives Wissen zustande, und hatten auch gar nicht diesen Ehrgeiz. Sie wollten "Betrachtung" (gr. theoría) sein und keine prâxis. Dennoch ist Wissenschaft im strengen Sinn durch die Philosophie zu Stande gekommen! Nämlich als Galileo sich (gegen die aristotelische mittelalterliche Scholastik) ausdrücklich auf die Philosophie Platos zurück besann und dessen Lehre von den ewigen "Ideen" umformte in die Vorstellung von "Naturgesetzen".
Das war die materiale Voraussetzung der modernen Wissenschaften. Die formale Voraussetzung war: Kritizität, und auch die hatte die Philosoühie begründet. Der Rahmen, in dem Philosophie seit ihren Anfängen Statt findet, ist Öffentlichkeit. Öffentlichkeit und Kritik, Kritik und Öffentlichkeit, das ist schlechterdings dasselbe. Philosophie wird nicht privat betrieben, sondern im Dialog mit dem anders Denkenden. Heraklit polemisierte gegen den gesunden Menschenverstand, Parmenides polemisierte gegen Heraklit, die Sophisten gegen Parmenides, Plato gegen die Sophisten. Und immer so weiter. Es entstehen Schulen, Akademien und freilich auch geheime Orden und Sekten wie Stoiker und Pythagoreer. Aber das Entscheidende: Sie alle konkurrieren auf dem freien Markt der Ideen.
Das gilt auch, allen Vorurteilen zum Trotz, von der Philosophie des "finsteren" Mittelalters. Zwar galt sie damals als "Magd der Theologie" (ancilla theologiae), aber es kommt schon darauf an, wie Kant später bemerkte, ob die Magd der gnädigen Frau die Schleppe hinterher trägt oder ihr mit dem Licht voran den Weg weist! Und der wesentlich Beitrag der Scholastiker zum Aufkommen der modernen Wissenschaften war, dass sie ihnen ihr Medium geschaffen haben: die "Gelehrtenrepublik" (res publica' eruditorum) an den Universitäten von Palermo bis Uppsala, von Dublin bis Wilna, wo nur eine Sprache, Latein, gesprochen wurde, und keiner etwas von sich geben konnte, ohne dass es nicht gleich auf dem (damals) schnellsten Wege von allen andern einer kritischen Sichtung unterzogen wurde. Und die waren in ihrer Kritik nicht zimperlich! Erst so ist das Wissen zu einer gesellschaftlichen Instanz geworden. Erst durch diesen Vorlauf konnten die Akademien und wissenschaftlichen Societäten entstehen, in denen Newton und Leibniz das, was wir heute als "Wissenschaft" kennen, gründen konnten.
Dabei war das Bewusstsein, dass wahres Wissen immer von der Möglichkeit der Letztbegründung abhängt, Newton ebenso gegenwärtig wie Leibniz. Philosophiae naturalis principia mathematica heißt sein Hauptwerk, und Leibniz ist bis heute selbst in der Umgangssprache als der Denker der "prästabilierten Harmonie" präsent.
Aber das war eben jene Metaphysik, der die Drei Kritiken von Immanuel Kant für immer den Garaus gemacht haben. Verzichtet also die Wissenschaft seither auf einen 'letzten Grund' ihres Wissens? Auf die Frage nach Wahrheit? Na ja. Wir können sehr wohl erkennen, was unter gegebenen Prämissen wahr ist. Freilich: Wahr ist es nur so fern, wie ich die Prämissen ausdrücklich mit denke. Und wer verbürgt nun die Richtigkeit dieser Prämissen? Kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Es ist die Republik der Wissenschaftler, die das tut, Tag für Tag aufs Neue, und ihr gehört jeder an, der am Werk der unablässigen Überprüfung mit arbeitet (auf das Risiko hin, dass ihm alle andern in die Waden beißen: Das gehört dazu.) Der Wahrheitsbegriff der modernsten Wissenschaften beruht auf einem Modus, den der Wiener Volksmund umschreibt als "einstweilen definitiv". Die 'letzten Gründe', von denen sie ausgeht, sind dasjenige, was seit nunmehr vierzig Jahren als ihre Paradigmen bekannt ist, und wie sehr es in der Wissenschaft heute wie eh um Wahrheit zu tun ist, erkennt man an den so genannten "Paradigmenwechseln", die das Unterste zu oberst kehren und der Nachwelt jeweils wie eine 'wissenschaftliche Revolution' erscheinen
Glauben kann man das, was wahr ist, und was unwahr ist. Wissen kann man nur, was wahr ist. Alles andre muss man glauben.
Wissen ist das, was der öffentlichen Prüfung durch die Gemeinschaft aller Denkenden Stand gehalten hat. Das ist "Maß und Substanz" der Wissenschaft. Es ist ein pragmatischer Begriff. Er muss sich jedesmal bewähren. So wie sich jeder in der Öffentlichkeit jedesmal bewähren muss.
[Bearbeiten] Exkurs
Im Schulunterricht wird es oft so dargestellt, als habe Galileo durch die Einführung des Experiments die Naturkunde zu einer Erfahrungswissenschaft umgestaltet. Das muss man mit den Worten Albert Einsteins relativieren - dass nämlich die Erfahrung eine Theorie bestätigen oder widerlegen könne; doch führe keine Weg aus der Erfahrung zur Theorie! Anders gesagt: Das Experiment dient dazu, eine Theorie zu überprüfen, aber ersonnen muss man sie vorher haben. Steven Weinberg [Physik-Nobelpreis 1979] nennt es ein Vorurteil, dass es in der Wissenschaft darauf ankomme, keine Vorurteile zu haben. Es kommt darauf an, die richtigen Vorurteile zu haben.
Und hier kommt Galileo wieder ins Spiel! Er hat nämlich (auf die Philosophie Platos zurückgreifend) in die Physik das Vorurteil eingeführt, "das Buch der Natur ist in mathematischer Sprache geschrieben". Indem die Mathematik eine jedermann zugängliche, für jedermann zwingend beweisbare Methode der gedanklichen Konstruktion ist, hat er so die Naturwissenschaft zu einer allgemein zugänglichen Öffentlichkeit gemacht. Und hier kommt nun auch das Experiment zu seinem Recht, denn es hat dieselbe Funktion: Indem die Versuchsanordnungen von jedermann allerorten jederzeit nachgestellt werden kann, macht er nicht mehr nur die Erarbeitung, sondern auch die Überprüfung der Theorie zu einer öffentlichen Angelegenheit.
Der Empirismus im engeren Sinn ist eine durch Francis Bacon begründete Unterströmung in der (insgesamt von Isaac Newton's mathematischem Rationalismus beherrschten) englischen Naturwissenschaft des 17. und 18. Jahrhundert. Ihm diente das Experiment hauptsächlich dazu, Alchemie und ärztliche Kunst aus dem Dunst des Okkulten zu holen und öffentlicher Erörterung allererst zugänglich zu machen.
Merke: Der Naturwissenschaftler beobachtet keines Wegs "die Natur" so lange, bis sie ihm von allein ein Lied singt. Vielmehr reißt er aus der Natur absichtsvoll ein winziges Stückchen heraus, zwingt es in die Folterkammer seines Labors und quält es kunstvoll so lange, bis es auf seine gezielten Fragen mit Ja oder Nein antwortet.
folgt: Wurde die Mathematik aus der Natur heraus-gelesen oder hinein-konstruiert?
JochenEbmeier
[Bearbeiten] IV. Wurde die Mathematik entdeckt oder erfunden?
Erst mit Galileo ging, streng genommen, das mythische Zeitalter zu Ende. "Der Mythos braucht keine Fragen zu beantworten. Er erfindet, bevor die Frage akut wird und damit sie nicht akut wird." (Hans Blumenberg). Seit Galileo stellen die Wissenschaften nicht nur Fragen, sondern beantworten sie auch, und jede Antwort wirft (mindestens) eine neue Frage auf.
Das Buch der Natur sei in der Sprache der Mathematik geschrieben, hatte Galileo verkündet. Das ist seither zum Gemeinplatz westlicher Bildung geworden.
Descartes hatte die Welt in zwei Substanzen zerteilt, eine res extensa, die Materie, die sich durch ihre räumliche Ausdehnung zu erkennen gibt, und die res cogitans, den Geist, der außerhalb von Raum und Zeit ist. Doch eines ist ihnen gemeinsam: die mathematische Struktur, und an der erkennt man ihre gemeinsame Abkunft vom selben Schöpfergott. Spinoza tat die beiden Teile wieder zusammen, bei ihm ist es die eine, geistige Substanz, die sich selber ausdehnt, deus sive natura, und wie tut sie das? More geometrico, auf geometrische Weise! War bei Descartes Gott ein Mathematiker, so ist die Gottnatur bei Spinoza Mathematik. Isaac Newton, der erste Systematiker der modernen Physik, betitelte sein Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica, die mathematischen Grundlagen der Naturphilosophie. Und Leibniz endlich, der die strenge Naturwissenschaft in Deutschland eingeführt hat, überlegte ernstlich, ob nicht Gott selber in mathematischen Formel spräche!
Die Herrschaft des Rationalismus war Herrschaft der Metaphysik. Die Metaphysik sei aus der abendländischen Wissenschaft inzwischen vertrieben? Nur die metaphysische Verpackung ist gefallen. Der Kern bleibt. Der Einfall, die Gesetze der Mathematik seien gleichzeitig die Gesetze der Vernunft und der Natur, bedarf keiner zusätzlichen Metaphysik. Er ist selber metaphysisch.
Die Mathematik ist nicht, wie unsere eigne Schullaufbahn vermuten macht, aus dem kleinen Einmaleins hervorgegangen. Zwar hatten die Babylonier ihr Interesse auf die Arithmetik konzentriert; aber sie dienten ihnen nur zur Astrologie. Mathematik entstand erst, als die Griechen Thales und Pythagoras die Zahlen in den Dienst der Geometrie, der Anschauung räumlicher Verhältnisse nahmen. Das Leitbild der Mathematik - die vollkommene Gestalt - ist ästhetisch. Ihre Verfahren sind Anschauung und Konstruktion. Auf etwelche sinnliche Erfahrung - über die man streiten könnte - ist sie nicht angewiesen. Sie begründet sich aus sich selbst, und nur so konnte sie zur Grundlage der allgemeinen wissenschaftlichen Methode werden.
Aber ist nicht gerade die Geometrie aus den Dingen der Welt abgeschaut?!
Plato kannte fünf vollkommene Körper: Kugel, Würfel, Pyramide; Zylinder, Konus.
Es sind die jeweiligen dreidimensionalen Kombinationen von Kreis, Quadrat und Dreieck. Drei Dimensionen sind 'vollkommener' als zwei, bzw. Körper sind vollkommener als Flächen.
Hat man eines von denen 'von der Natur abgeschaut'? Mehr oder minder runde Formen kommen in 'der Natur' vor; Kugeln nicht. Kugel 'entsteht' als Idee des vervollkommneten 'runden' Körpers. Wobei Vollkommenheit eben keine logische, sondern eine anschauliche, eine ästhetische Qualität ist! Finden sich Würfel, Pyramiden, Zylinder usw. in der Natur vor? Es finden sich Formen, die wie fehlerhafte Annäherungen aussehen. Damit sie so aussehen können, müssen die reinen Formen dem inneren Auge aber schon gewärtig sein. Und das geht nur, wenn das innere Auge die Konstruktion aus Kreis, Quadrat und Dreieck schon vorgenommen hat! Das ist eine erhebliche Abstraktions- und Reflexionsleistung.
(Abstraktion und Reflexion sind nur zwei Sichtweisen auf denselben Denkakt: Absehen auf das jeweils Wichtige ist zugleich Absehen von dem jeweils Unerheblichen.)
Denn zuvor mussten vor dem inneren Auge die Flächen selber konstruiert werden! Allein den vollkommenen Kreis kann man in der Außenwelt sehen – am wolkenlosen Himmel. Es ist ja denkbar, dass der Anblick des einzig perfekten Kreises – der Sonnenscheibe – und ihrer imperfekten Parodie, des Mondes – den Anlass zur Idee anschaulicher Vollkommenheit gegeben hat; aber eine erfahrungsmäßige Abstraktion aus dem Anblick vieler perfekten Kreise war es nicht: weil es nur diesen einen gibt; und eine Reihe imperfekter Karikaturen – die werdenden und vergehenden Ringe auf dem Wasser usw... Nachgemacht werden kann dieser eine perfekte Kreis aber nicht auf 'anschaulichem' Weg; er muss konstruiert werden aus Punkt und Radius: wieder eine Abstraktionsleistung.
Die andern beiden Grundformen finden sich nicht in perfekter Gestalt in den Natur vor. Sie müssen – vielleicht in anschaulicher Analogie zur Sonnenscheibe – erdacht werden, um bemerken zu können, dass sich in der Natur… unvollkommene Annäherungen vorfinden.
Und erst nach all dem können die fünf perfekten Körper gedacht werden; und kann man sich einbilden, diese Idealentwürfe lägen ihren unvollständigen natürlichen Nachbildungen "in Wahrheit" zu Grunde; in einer verborgenen Wahrheit selbstverständlich.
Die Arithmetik hat ältere Wurzeln, die bis zu den Babyloniern zurückreichen. Ist nun die Zahl ein "Naturverhältnis"? Beruht sie nicht darauf, dass die Dinge 'im Raum' eine Grenze haben und man sie neben einander stellen und also zählen kann? Das sieht nur so aus. Tatsächlich zählen wir die Dinge nicht neben-, sondern nacheinander! Und das geschieht in der Zeit.
Paläoanthropologen haben aus frühester Vorzeit Stäbchen geborgen, die in regelmäßigen Abständen mit Kerben versehen sind. Sie interpretieren sie als Zählstäbe, die Vorläufer der Zahlensysteme; nämlich so, dass ihre Hersteller den Daumennagel auf die erste Kerbe gehalten haben: "zuerst..."; auf die zweiter Kerbe: "dann..."; dritte Kerbe: "und danach...". Da wird das zeitliche Nacheinander der Zahlen archäologisch sinnfällig!
Und wem die erwähnten Zählstäbe der Paläontologen als Indiz zu dürftig scheinen, der kann es ja mit einem Gedankenexperiment versuchen.
Was immer Zahlen sonst auch noch sein mögen, eins sind sie ganz bestimmt: Zeichen. Was muss man bezeichnen? Etwas, das man nicht stets vor Augen hat und doch 'behalten' will. Denn auf alles andere kann man mit dem Finger zeigen. Kleine Mengen hat man stets vor Augen: 3 Äpfel, 4 Beine usw. Bezeichnen müsste man größere Mengen. Mit welchen größeren Mengen könnten aber unsere Vorfahren - ihres Zeichens Jäger und Sammler - regelmäßig zu tun gehabt haben? So regelmäßig, dass sie sie dauerhaft bezeichnen mussten?!
Sie waren Nomaden; große Vorräte kannten sie nicht. Bleibt also übrig - die Zeit. Die Zeiträume müssen bezeichnet werden: wie viele Tage bis Vollmond, Sonnenwende und Tag- und Nachtgleiche, Jahreszeiten, Jahre... Gerade Nomaden, die ihr Leben buchstäblich durch Zeit und Raum führen, müssen mental Zeiträume 'vorweg nehmen' können, müssen wissen, 'wie lange wir brauchen bis...' - z. B. bis zur nächsten Wasserstelle. Denn solange sie keine Wanderkarten und keine Tachometer haben, können sie Wege nur als Zeit darstellen. (Noch im Mittelalter wurden Ackergrößen als 'Tagewerke' gemessen.)
Sagt nicht aber schon der gesunde Menschenverstand, dass eins und eins zwei sind? 'Ursprünglich', d. h. in unmittelbarer sinnlicher Anschauung, kommen Zahlen nur als Ordnungszahlen vor: als Nacheinander in einem 'an sich' ununterschiedenen Zeitverlauf: erstens, zweitens, drittens… Zählen kann ich so noch nicht. Denn es könnte bedeuten: erstens ein Lufthauch, zweitens ein Elefant, drittens eine Untertasse. Um aus den Momenten im Zeitverlauf ein Werkzeug ("Denkzeug") zum Zählen zu machen, muss ich von der Zeit selber absehen und auf die zu zählenden Sachen reflektieren.
Vorab: Warum, wozu sind sie 'zu' zählen? Es braucht zunächst einmal eine Absicht; zum Beispiel die Absicht, Sachen zu verteilen. Ich verteile Sachen, die 'in einer gewissen Hinsicht' gleich sind, auf so und so viele Posten, die ihrerseits in gewisser Hinsicht gleich sind; zum Beispiel Essbares an Hungrige. Ich muss aus der Mannigfaltigkeit der Sachen dasjenige heraus suchen, das sich unter der Bedeutung des Essbaren zusammenfassen lässt. Danach muss ich auf diejenigen achten, die mir als hungrig bekannt sind. Erst dann kann ich aus den Ordnungszahlen erstens, zweitens, drittens… die Zahlen 1, 2, 3… abstrahieren.
Und erst, nachdem all diese Denkleistungen vollbracht wurden, kann von "Erfahrung" geredet werden. Erfahrung ist nicht das bloße Registrieren von Erlebensdaten, sondern ihre sinnvolle Unterscheidung und Anordnung. Die Absicht geht voraus. Ohne vorgängige Absicht keine vorfindliche Bedeutung.
folgt: Ist die Welt logisch aufgebaut?
[Bearbeiten] Wahrheit und Philosophie
Was, außer Wahrheit, kann es in diesem Universum sonst noch geben?
Es ist nicht die Wahrheit, die so schwer zu "verstehen" ist, sondern die Modelle, die wir uns von ihr gemacht haben - von ihr und der sogenannten Realität.
Es ist also nicht die Wahrheit, die wir nicht verstehen können, es ist nur so, dass wir sie uns nicht (rational) erklären können.
Leider haben unsere Modelle von der Welt, die wir wissenschaftlich nennen, recht wenig mit der Welt zu tun, so wie sie ist, da all diesen Modellen Realitätsannahmen zugrundeliegen, die auf den Bereich des "mess- und schneidbaren" berenzt sind. Wie wir aber nach und nach auch oder gerade deshalb in der modernen Physik lernen, erweitert sich dieser Bereich ständig. Somit nähert sich die Physik (und auch andere Naturwissenschaften) aufgrund der Notwendigkeit ihre Thesen in die Praxis umsetzen zu müssen, langsam aber stetig der Wahrheit an. Die Kahunas, das sind hawaiianische Schamanen, die ihr gesamtes Wissen über die geheimen Wahrheiten hinter den Dingen in nur 7 Worte zusammenfassen können, sagen, "Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit"!
Wahrscheinlich ist diese Enfacheit, die nur entstehen kann, wenn die Dinge verstanden hat, nur möglich, weil die Kahunas früh erkannt haben, dass es hinter dieser Welt der Masse und Energie noch eine Ebene der Wahrheit gibt, eine Ebene, die uns bisher verschlossen geblieben ist, weil wir unsere Realitätsdefinition willkürlich auf den Teil der Welt begrenzt haben, den wir wiegen, schneiden und messen können.
Die Philosophie entfernt sich dagegen immer weiter von ihr, der Wahrheit - deshalb hier noch einmal die Frage: Was, außer Wahrheit, kann es in diesem Universum sonst noch geben? --little sol
Antwort:
Außer Wahrheit kann es auch noch Blödsinn geben.
JochenEbmeier 22:34, 3. Apr. 2009 (CEST)---
-
- Das ist selbstverständlich auch ein Standpunkt. "Der Mensch handelt eben doch grundsätzlich weise; wenn er alle anderen Möglichkeit ausgeschöpft hat". <der Autor ist mir entfallen> --little sol
[Bearbeiten] V. Ist die Welt logisch aufgebaut? 19.02.2008, 22:47
Wenn aber die Mathematik Menschenwerk ist - wie konnte sie sich dann aber so blendend in den Naturwissenschaften bewähren? Vielleicht doch, weil sie ('zufällig') zugleich den inneren Bauplan der Natur wiedergibt?!
Nun ja: Worin besteht 'Naturwissenschaft'? Darin, dass der Forscher sich bemüht, die tatsächlichen Vorgänge in der Außenwelt in einem abstrakten Modell nach-zu-konstruieren! Und dann ist es kein Wunder, dass er die Konstruktionsanleitungen, die er vorher ins Modell hinein-konstruiert hat, hinterher auch wieder heraus-"findet"!
Der modische Ausdruck "Konstruktivismus" stammt übrigens aus der sogenannten "Erlanger Schule" der Mathematik, die in den 50er Jahren um Paul Lorenzen herum genau diese These in die Mathematik hineingetragen hat: dass es sich nämlich um eine konstruktive Disziplin handelt.
Die Kernfrage der Naturwissenschaft lautet: Steckt die 'gesetzmäßige' Ordnung der Welt in der Welt selber oder 'bloß' in unsern Köpfen? Die Naturwissenschaft hält diese Frage für "metaphysisch" und reicht sie dankend an die Philosophie weiter. Die hat sich aber längst unter die Fuchtel der Naturwissenschaft gestellt und hält sie ebenfalls für metaphysisch.
Das ist sie zwar auch, aber nicht nur. Die Frage, ob Vernunft etwas ist, das wir "vernehmen", wenn wir aufmerksam in die Natur lauschen – und so erfahren, was wir auf der Welt sollen; oder ob Vernunft unsre eigene Erfindung ist und aus ihr nur herausgeholt werden kann, was man vorher in sie hineinsteckt – die betrifft überdies jedermanns persönliche Lebensführung.
'Logisch' bedeutete bei den ganz alten Griechen lediglich 'das auf den Logos bezogene'. Damit war alles irgendwie Sinnhafte gemeint, warum denn nur gesetzte Begriffe und nicht auch unfassliche Bilder? Seit Aristoteles aber wird unter Logik die Kunst (techné) des richtigen Schlussfolgerns verstanden. Als formale Logik wurde sie von den mittelalterlichen Scholastikern systematisiert und gewissermaßen 'vollendet'. Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde sie dann so formalisiert, dass sie gelegentlich wie ein Grenzfall des Mathematischen aussieht.
Die Kunst des Schließens ist aber nicht das Vermögen des Vorstellens. Um Einfälle zu haben, muss man nicht aus Prämissen Folgerungen ziehen, sondern... einen Einfall haben. Was er taugt, muss dann freilich beurteilt werden; vorausgesetzt, man hat schon einen Zweck, eine "Absicht", für die er taugen soll. Dann braucht man die Logik als einen Kanon, nach dem geurteilt wird. Kann der Einfall nach den Regeln des Kanons nach-"vollzogen" werden, dann taugt der Einfall...
Die Frage "Ist die Welt logisch aufgebaut?" ist dieselbe Frage wie: "Ist Mathematik entdeckt oder erfunden?" Weil sich die Welt in einer ganz gewissen Hinsicht in pragmatisch erfundenen mathematischen Sätzen beschreiben lässt, kann der Eindruck entstehen, deren Folgerichtigkeit habe in der Welt schon selber drin gesteckt. Das ist das, was Kant den "metaphysischen Schein" genannt hat. Es ist die Aufgabe philosophischer Kritik, diesen Schein zu zerstreuen.
Mathematik ist Konstruktionslehre. Sie beschreibt in ihrem Zeichensystem, zu welchen Konstrukten ich gelange, wenn ich im Reich der Zahlen (=idealiter: in der Zeit; "wie oft?") diese und im (idealen) Raum ("wo lang?") jene Operation anstelle.
Mathematik ist das allgemeine operative Schema der möglichen Handlungen in Raum und Zeit. Logik ist das allgemeine Schema der möglichen Handlungen in der bloßen Vorstellung.
--JochenEbmeier 22:40, 3. Apr. 2009 (CEST)
Eine Frage, die die bisherige Behandlung etwas gegen den Strich bürsten soll.
Es heißt: Mathematik sagt nichts über die Welt (also auch nichts über die reale Raum-Zeit!). Dieser sehr geläufige Spruch findet einen besonders markanten Ausdruck bei David Hume. Er rechnet die Mathematik zu den "relations of ideas": "Dass das Quadrat der Hypotenuse dem Quadrat der beiden Katheten gleich ist, ist ein Satz, der eine Beziehung zwischen diesen Figuren ausdrückt ... Sätze dieser Art lassen sich durch bloße Denktätigkeit entdecken, unabhängig davon, ob irgendwo im Weltall etwas existiert. Wenn es auch niemals einen Kreis oder ein Dreieck in der Natur gegeben hätte, würden doch die von Euklid demonstrierten Wahrheiten ihre Gewissheit und Evidenz behalten." (Enquiry IV.1)
Die Mathematik formuliert somit sozusagen nichtssagende Sätze. Wie kann aber etwas Nichtssagendes die reale Erfahrung so effektiv leiten? --Theta 10:14, 16. Apr. 2009 (CEST)
Nein, nichtssagend sind sie nicht. Sie saggen nur nicht, wie es ist (=wie die Welt 'beschaffen' ist), sondern lediglich, wie du es machen musst - wenn, ja wenn du dieses oder jenes konstruieren willst. Ich finde, mir ist da eine hübsche Fortmulierung gelungen:
"Warum lässt sich die Mathematik "auf die Welt der Dinge anwenden"? Weil ich mir die Welt der Dinge so vorstellen kann, als ob ich sie selber konstruiert hätte; dann beschreibt die Mathematik in ihrem Zeichensystem, wie ich hätte verfahren müssen, um sie so zu konstruieren."
--84.190.186.178 [irgenws klappt nicht: JochenEbmeier] 13:11, 19. Apr. 2009 (CEST)
[Bearbeiten] VI. Der Sinn und das Sein, oder Die metaphysische Fußangel
Seit Galileo, Descartes und Newton ist der westliche Mensch überzeugt, mit der Mathematik den Schlüssel der Natur in den Händen zu halten. Mehr als das. Bei den Schwärmern wie den esoterischen Schmähern der Vernunft, die alle halb Jahrhunderte Konjunktur haben, gilt die Mathematik als deren Paradigma und als Modell alles Logischen.
Und tatsächlich haben Messen, Wägen, Zählen und Kalkül seither das Leben der abendländischen Menschen erobert. War es der Geist der mathematisierten Naturwissenschaft, der die westlichen Gesellschaften durchdrungen hat, oder war es vielmehr das Vordringen von Geld- und Berechnungswesen in den Arbeitsalltag, das der mathematischen Weltanschauung den Boden bereitet hat?
Das 17. und 18. Jahrhundert war das Zeitalter der großen metaphysischen Systeme. Die mathematische Weltsicht ist allen gemeinsam: Descartes-Malebranche, Spinoza, Leibniz-Wolff und – nicht zu vergessen – Thomas Hobbes. Der Bedarf an Metaphysik war akut. Die in blutigen Kriegen zerrissene Religion hatte aufgehört, den Menschen Gewissheit und Orientierung zu geben. Die brauchten sie aber so nötig wie nie. Wie die katholische Kirche war die ständische Gesellschaftsordnung in den Grundfesten erschüttert. Das Bürgertum schickte sich an, ihre Erbschaft anzutreten. Es suchte nach einer neuen, eigenen Weltanschauung, in der sie ihre Wege vorgezeichnet finden und ihre Taten gerechtfertigt finden konnte.
Der Zweck der Metaphysik ist nicht derjenige der Naturwissenschaft. Wenn sie nach dem Sein fragt, dann meint sie in Wahrheit dessen Sinn. Den trägt sie aber heimlich schon lange in ihrer Brust: Rechenhaftigkeit. Wenn es gelingt, das ureigne Wesen des ganzen großen Universums als ein Rechenexempel zu konstruieren; wenn es zugleich gelingt, daraus das Sosein eines jeden Einzelnen als Bestand-Teil eines ('autopoietischen', würde man heute sagen) Systems herzuleiten - dann war es klar, dass der Sinn im Einzelnen nur der Sinn des großen Ganzen sei kann. 'Rationalität' muss der Sinn der Welt sein, damit sie der Sinn des Lebens sein kann.
Öffentlichkeit ist das Feld, auf dem die Metaphysik gegen die Religion antritt. An die Stelle der konfessionell reglementierten Universitäten treten Gelehrtengesellschaften, die mit dem gebildeten Bürgertum in engster Beziehung stehen, intellektuell und finanziell, und in der Druckerpresse verfügen sie gegen die Kanzeln über eine mächtige Waffe. And die Stelle der Autorität tritt das Argument.
Wenn die Metaphysik nach dem Sein fragt, meint sie in Wahrheit seinen Sinn – war das womöglich schon immer so? Damit hatte die Philosophie begonnen: der Frage nach dem "wahren Sein". Stand hinter der theoretischen Frage 'Was ist?' schon damals die praktische Frage 'Was soll ich tun'?
Die Philosophie im engeren Sinne beginnt mit dem Gegensatz von Heraklit und Parmenides, dem Gegensatz von ewigem Werden und ewigem Sein; einer am östlichen, der andre am westlichen Rand der hellenischen Welt. Mit ihnen beginnt der Anfang vom Ende des mythischen Zeitalters.
Ein Beinahe-noch-Zeitgenosse war Sophokles in Athen, dem Zentrum. Er überführte die Antigone aus dem Mythos in die Tragödie. Dort ist sie nicht mehr bloßes Opfer ihres Schicksals, sondern wählt zwischen Altem und Neuem Gesetz ihren Weg selber. Sie schwankt nicht wie Hamlet hin und her, so modern ist sie nicht. Ihre Wahl steht von Anbeginn fest. Aber modern ist: Es ist nicht die Zuflüsterung dieser oder jener Gottheit, sondern sie ist es selber, die gewählt hat.
Sophokles schrieb für die Öffentlichkeit des perikleischen Athen – in der Blüte der attischen Demokratie, die angewiesen war auf den eigen-sinnigen 'polites'; den Bürger, der für seine Wahl mit allem einstand, das er hatte. Ohne ihn hätte Athen den Pelepponesichen Krieg nicht überlebt. In der Tragödie wird der Übergang vom Mythos zur Vernunft sinnfälliger als in der Philosophie selbst. Die griechische Polis trug deutliche Züge einer bürgerlichen Gesellschaft.
Dann kamen das Römische Reich, die Völkerwanderung, der Verfall städtischer Kultur und die Neugeburt Europas im Zeichen der Feudalität. Nicht die Vernunft trat an die Stelle des Mythos, sondern die katholische Kirche. Sie war so doppelsinnig wie das finstere, bunte, turbulente Mittelalter. Zum einen war sie Dogma, aber zum andern lehrte sie, das Leben als eine Pilgerfahrt aufzufassen, auf der man scheitern kann. Sie lehrte die Menschen, auf ihr Gewissen zu achten – mehr, als es die antike Tragödie vermocht hätte; und nur auf ihr Gewissen, wenn man es streng nahm. Der Mensch, der im Mythos ein Spielball der Götter war, wurde im christlichen Glauben zum verantwortlichen Subjekt, das sein Leben führen muss.
Und als ihm die Pfaffen als Wegweiser suspekt wurden, musste 'die Natur' herhalten. Die Natur durchherrscht vom Logos, der Mensch ein Teil der Natur, seine Vernunft ihr ureigenes Gesetz – das ist der Sinn der Metaphysik. Ratio – reason, raison – heißt Rechnung. Dieser 'Sinn des Lebens', des bürgerlichen Erwerbslebens, war im Voraus längst "gefunden", die Philosophie musste ihn nur noch absegnen.
Die Gleichsetzung von Sinn und Sein gehört zu den naiven Selbstverständlichkeiten unseres Denkens. Sie liegt vor aller Reflexion, aller Überlegung, aller… Vernunft. Sie entstammt der kindlichen Annahme, dass das, was da ist, da sein muss; dass das, was in der Wirklichkeit geschieht, mit Notwendigkeit geschieht. Sich gegen das Notwendige stellen ist sinnlos.
Sinn 'gibt es' nicht an und für sich. Es muss immer einer da sein, für den irgendwas Sinn hat oder nicht. Und was kann das heißen: es hat für ihn Sinn? Es heißt, dass irgendeine Entscheidung, die er zu treffen hat, davon abhängt. Worüber kann ich entscheiden? Über das, was ich bin? Nein, über das, was ich tue. Für mich hat all das Sinn, was ich bei meinen Handlungsentscheidungen bedenken muss. Die Frage nach dem Sinn geht von den lebenden Subjekten aus. Bevor wir sie den Dingen stellen, müssen wir sie uns selber stellen. 'Ich bin ein Teil der Natur und unterliege ihrem Gesetz' ist eine Antwort, bevor die Frage gestellt wurde. Sie könnte falsch sein.
Die Gleichsetzung von Sein und Sinn ist dasselbe wie die Gleichsetzung von Logik und Naturgeschehen. Ihr gemeinsames Drittes ist die "Notwendigkeit". Tatsächlich stammt die Idee eines Notwendigen nicht aus der Beobachtung der Natur. Sie stammt aus der Erfahrung unseres Denkens: aus dem richtigen Schlussfolgern. Aus zwei Voraussetzungen ist nur ein Schluss möglich, nicht zwei oder drei. Und nur dieser! Das allein ist mit Notwendigkeit so.
Was immer wir in der Welt der Tatsachen beobachten mögen, können wir per Analogie diesem logischen Modell der 'hinreichenden Begründung' nur annähern. Dass in der Wirklichkeit ein Ereignis 'mit Notwendigkeit' aus einem vorangegangenen Ereignis folgt, lässt sich nicht nur nicht beobachten. Es lässt sich nicht einmal sagen, was wir uns darunter vorstellen sollen.
--84.190.186.178 13:19, 19. Apr. 2009 (CEST)
[Bearbeiten] VII. Kausalität, oder Der Mythos vom Allverursacher
Die Logisierung, nämlich Mathematisierung der Welt durch Descartes und Newton im 17. Jahrhundert gilt als der Sieg der Vernunft über den Mythos. Wissenschaftlich und rational ist seither nur jene Weltbetrachtung, die alles Sicht- wie alles Denkbare unter die Kategorie von Ursache und Wirkung fasst. Dabei ist das selber ein Mythos, wenn auch einer von höherer Ordnung. Die alten Mythen erzählten - anders als die Wissenschaft, die in allgemeinen Sätzen spricht - immer von besonderen Ereignissen, die sinnbildlich auf Mehr deuten. Dieser moderne Metamythos handelt aber von Allem und Jedem.
Spinoza hat ihn zum mechanischen Universalsystem ausgetüftelt: Der Erste Verursacher - "deus sive natura" - konstruiert sich ordine geometrico zur Welt. Da hat die Kausalität keine Lücke - Determiniertheit aller Orten. Die Willensfreiheit war auch für ihn das große Skandalon. "Die Menschen täuschen sich darin, dass sie glauben, sie seien frei. Diese Meinung besteht bloß darin, dass sie sich ihrer Handlungen bewusst sind, die Ursachen aber, wovon sie bestimmt werden, nicht kennen. Das also ist die Idee ihrer Freiheit, das sie keine Ursache ihrer Handlungen kennen. Denn wenn sie sagen, die menschlichen Handlungen hängen vom Willen ab, so sind das Worte, von welchen sie keine Idee haben. Was der Wille ist und wie er den Körper bewegt, wissen sie ja alle nicht, und diejenigen, die etwas anderes vorgeben und einen Sitz und Aufenthalt der Seele erdichten, erregen damit nur Lachen und Verdruss." (Substanziell mehr haben die Hirnphysiologen unserer Tage in dieser Sache auch nicht vorgebracht.)
Wenn ich mich einmal entschlossen habe, den Fluss des wirklichen Geschehens in eine zeitliche Folge von Zuständen aufzulösen, und ferner entschlossen bin, das Nacheinander der Zustände als ein Machen aufzufassen, dann werde ich, was Wunder, allenthalben Ursachen und deren Folgen antreffen. Aber aus welchem Rechtsgrund durfte ich so verfahren? "Wir wissen mit mehr Deutlichkeit, dass unser Wille frei ist, als dass alles, was geschieht, eine Ursache haben müsse", sagt Lichtenberg; könne man also nicht das Argument umkehren und sagen: Unsre Begriffe von Ursache und Wirkung "müssen sehr unrichtig sein", weil unser Wille sonst nicht frei sein könnte?
Sein älterer Zeitgenosse David Hume hatte die Idee der Kausalität bereits zwar nicht für unrichtig, aber doch für rational unhaltbar erklärt. Die Vorstellung, dass das, was post hoc - nach-jetzt - geschieht, propter hoc geschähe: wegen-jetzt, sei eine bloße Gewohnheit der alltäglichen Anschauung ohne jeden vernünftigen Grund. Noch kein Mensch hat sich bei dem Satz, dass Etwas ist, "weil" etwas Anderes vorher war, je wirklich etwas denken können - es sei denn, er hat sich einen Macher hinzugedacht.
Als Descartes und Newton seinerzeit die moderne, wissenschaftliche Weltanschauung begründeten, haben sie das nicht verhohlen: In ihrer mathematisierten ‚Natur’ wurde die Kausalität durch "wirkende Kräfte" gewährleistet, die der Schöpfer ihr eingepflanzt hatte; mechanische Kräfte: Druck und Stoß. Als etwa Newton ins Weltall die "Anziehungskraft" einführte, fehlte ihm im leeren Raum ein Medium, durch welches sie ‚übertragen’ werden konnte; also wurde gleich der ‚Äther’ mit hinzu erfunden! Im folgenden Jahrhundert obsiegten dann die Empiriker. Wirkende Kräfte waren experimentell nicht nachzuweisen. Auf den Sensualisten Locke folgte der Skeptiker Hume.
Alles hat seine Zeit, seit den Revolutionen der Thermodynamik ist Newtons Physik überholt, und in Einsteins Universum ist an wirkende Kräfte schon gar nicht mehr zu denken. Wer heute in der Wissenschaft die Kausalität nicht heuristisch-regulativ, sondern als Begründung verwenden will, muss sich seinen Macher klammheimlich hinzudenken. Wer etwas anderes vorgibt, erregt... Lachen und Verdruss.
Natürlich ist der Satz, dass nichts ohne zureichende Ursache geschieht, viel älter als Newton und alle Wissenschaft.
"Ich bemerke etwas und suche nach einem Grund dafür, das heißt ursprünglich: Ich suche nach einer Absicht darin und vor allem nach einem, der Absicht hat, nach einem Subjekt, einem Täter: alles Geschehen ein Tun - ehemals sah man in allem Geschehen Absichten, dies ist unsere älteste Gewohnheit. Die Frage ‚warum?’ ist immer die Frage nach der Causa finalis, nach einem ‚Wozu?’ Was uns die Festigkeit des Glaubens an Kausalität gibt, ist nicht unsere Gewohnheit des Hintereinander von Vorgängen, sondern unsere Unfähigkeit, ein Geschehen anders interpretieren zu können als ein Geschehen aus Absichten. Es ist der Glaube, dass alles Geschehen ein Tun sei, dass alles Tun einen Täter voraussetzt", sagt Nietzsche.
Und Georg von Wright pflichtet bei, "dass die Unterscheidung zwischen Ursache- und Wirkungs-Faktoren auf die Unterscheidung zwischen Dingen, die getan werden, und Dingen, die durch eine Handlung herbeigeführt werden, zurückgeht. Eine Relation zwischen Ereignissen als kausal ansehen heißt, sie unter dem Aspekt einer (möglichen) Handlung ansehen".
Das führt uns zu folgender Schwindel erregenden Konsequenz: "Der populäre Glaube an Ursache und Wirkung ist auf die Voraussetzung gebaut, dass der freie Wille Ursache sei von jeder Wirkung. Erst daher haben wir das Gefühl der Kausalität." Allerdings ist es nicht der freie Wille von dir und mir, sondern der freie Wille des Welturhebers.
Wenn alles seine Ursache hat, dann muss am Anfang der Kette eine (Erste) Ur- Sache stehen. Mit der Kausalität glaubten die Menschen, den Urheber bei der Arbeit belauscht zu haben: Die Natur hat einen "Plan". Nichts tut sie ohne Bedacht. Und vergeudet nichts! Die Kausalität ist eine säkulare Theologie. Sie gehört zum Bild von der Natur als einem Haushälter. Sie ist die Apotheose der bürgerlichen Gesellschaft.
--JochenEbmeier 23:23, 4. Mai 2009 (CEST)

