Kurs:Analysis II/Kapitel V: Das Riemannsche Integral im R^n/Ergänzung und Approximation stetiger Funktionen (§7)
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[Bearbeiten] Satz 1 (Tietzescher Ergänzungssatz)
- Sei
eine kompakte Menge und
eine auf K stetige Funktion. Dann gibt es eine stetige Erweiterung von f auf den ganzen
, das heißt eine Funktion
mit der Eigenschaft f(x) = g(x) für alle
.
[Bearbeiten] Beweis
1. Für alle
erklären wir die Funktion
, welche die Distanz eines Punktes x zur Menge K misst. Da K kompakt ist, gibt es zu jedem
ein
mit der Eigenschaft
. Sind nun
beliebig gewählt, so folgt
mit
die Ungleichung
.Durch Vertauschen von x1 und x2 erhält man eine analoge Ungleichung und somit
für alle
.Insbesondere stellt
eine stetige Funktion dar.
2. Für
und
betrachten wir die Funktion
.Für festes a ist die Funktion
auf der Menge
nach obigen Betrachtungen stetig. Weiter haben wir die Aussagen

3. Sei nun
eine in K dichte Punktfolge. Da
beschränkt ist, konvergieren die Funktionenreihen
und 
kompakt gleichmäßig in
und stellen dort stetige Funktionen dar. Ferner erhalten wir
für alle
,denn zu jedem
gibt es mindestens ein k mit
. Somit ist die Funktion

stetig. Hierbei haben wir die folgenden Koeffizientenfunktionen erklärt:
mit
.4. Wir erklären nun die Funktion

und wir haben nur noch die Stetigkeit von g auf
zu zeigen. Für
und
gilt die Abschätzung

Da die Funktion
gleichmäßig stetig ist, folgt
für
und
.[Bearbeiten] Bemerkung
Die in diesem Satz geforderte Kompaktheit der Teilmenge K ist für die Aussage wesentlich. Die Funktion
kann man nämlich nicht stetig in den Nullpunkt fortsetzen.
[Bearbeiten] Satz 2 (Wärmeleitungskern)
- Zu jedem
betrachten wir die Funktion

- Dann besitzt
die folgenden Eigenschaften:
- Es gilt
für alle
; - Wir haben
; - Für jedes δ > 0 ist
richtig.
[Bearbeiten] Beweis
1. Die Exponentialfunktion ist positiv, die Behauptung ist also klar.
2. Wir substituieren
mit
und erhalten

3. Wir verwenden die Substitution aus Teil 2 und erhalten
für
.q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 3 (Polynomiale Approximation)
- Sei
eine auf der kompakten Menge
stetige Funktion. Dann gibt es zu jedem ρ > 0 ein Polynom p(x) = pρ(x) mit der Eigenschaft
für alle
.[Bearbeiten] Beweis
Zunächst ergänzen wir die Funktion f zu einer stetigen Funktion
gemäß Satz 1. Dann wählen wir einen Quader
, so dass
erfüllt ist und
für die abgeschlossene Kugel BR um den Nullpunkt mit einem Radius R > 0 gilt. Nun betrachten wir die Funktion

für beliebiges
. Da
gleichmäßig stetig ist und die Inklusion
gilt, zeigen wir mit Hilfe von Satz 2 leicht die folgende Aussage: Die Konvergenz

findet gleichmäßig auf dem Kompaktum K statt. Zu vorgegebenem ρ > 0 wählen wir nun
fest, so dass

erfüllt wird und betrachten die assoziierte Potenzreihe
.Da diese auf jedem Kompaktum im
gleichmäßig konvergiert, finden wir eine natürliche Zahl
, so dass folgendes Polynom

die Ungleichung

erfüllt. Mit

erhalten wir ein Polynom in den Veränderlichen
. Wegen (12), (14), (15) genügt dieses Polynom der Ungleichung
für alle 
mit der Konstante
. Zusammen mit (13) erhalten wir die Abschätzung
.Da ρ > 0 beliebig gewählt wurde, erhalten wir die Behauptung des Satzes.
q.e.d.