Kurs:Analysis II/Kapitel V: Das Riemannsche Integral im R^n/Integration über Jordan-Bereiche (§4)
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verstehen wir unter
und
wie üblich den offenen Kern, die abgeschlossene Hülle und den topologisches Rand von E.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition 1
- Eine Punktmenge
heißt Jordansche Nullmenge genau dann, wenn es zu jedem
eine endliche Anzahl
von (achsenparallelen) Quadern Q1,Q2,...,QN derart gibt, dass die Überdeckungseigenschaft
- (1)

- (1)
- und die Abschätzung des Gesamtinhalts
- (2)

- (2)
- gültig sind.
[Bearbeiten] Bemerkungen
- Wenn
eine Nullmenge ist und
gilt, dann ist auch F eine Nullmenge. - Wenn
nun
Jordansche Nullmengen sind, dann bildet auch deren Vereinigung
eine Jordansche Nullmenge. Diese Eigenschaft bezeichnen wir als endliche Vereinigungs-Stabilität Jordanscher Nullmengen. - Die Menge
ist keine Jordansche Nullmenge. Diese bildet jedoch eine Lebesguesche Nullmenge, welche wir erst später untersuchen.
[Bearbeiten] Satz 1
- Wenn die Funktion
beschränkt und bis auf eine Jordansche Nullmenge stetig ist, dann ist f über Q Riemann-integrierbar.
[Bearbeiten] Satz 2
- Wenn
eine beschränkte Funktion ist, die auf dem Komplement einer Jordanschen Nullmenge
verschwindet, dann ist f über Q Riemann-integrierbar und es gilt
.
[Bearbeiten] Definition 2
- Eine kompakte Punktmenge
heißt Jordan-Bereich im
, wenn die Menge ihrer Randpunkte
eine Jordansche Nullmenge bildet.
[Bearbeiten] Definition 3
- Es sei
eine auf dem Jordan-Bereich
stetige Funktion. Ferner sei
ein Quader
und wir setzen
- (14)
.
- (14)
- Wir erklären durch die Gleichung
- (15)

- (15)
- das Riemann-Integral von f über den Jordan-Bereich J.
[Bearbeiten] Satz 3
- Es seien J1,J2,...,Jp nun
Jordan-Bereiche im
mit der Eigenschaft
für alle
mit
.
- Weiter erklären wir deren Vereinigung
. Wenn
eine stetige Funktion darstellt, dann gilt die Identität
- (16)
.
- (16)
[Bearbeiten] Definition 4
- Für einen Jordan-Bereich
heißt
- (19)

- (19)
- der Jordansche Inhalt von J.
[Bearbeiten] Definition 5
- Es sei
ein Jordan-Bereich. Gegeben seien zwei stetige Funktionen
mit
für alle
.
- Dann erklären wir einen Normalbereich K über dem Jordanbereich J durch
- (22)
.
- (22)
[Bearbeiten] Satz 4 (Iterierte Integration über Normalbereiche)
- Der Normalbereich K über dem Jordanbereich
aus Definition 5 bildet einen Jordanbereich im
. Wenn die Funktion
stetig ist, dann gilt die Identität der iterierten Integration
- (23)
.
- (23)
[Bearbeiten] Beweis
1.) Zunächst bildet
eine Jordansche Nullmenge im
, welche von einem Quader gemäß
umfasst werde. Wie im Beweis von Satz 1 konstruieren wir zu vorgegebenem
eine – von der Menge E unabhängige – Zerlegung
von Q. Diese besitze das Feinheitsmaß
, wobei
das gemeinsame Stetigkeitsmodul
-
- (24)
für alle
mit 
- (24)
der Grenzfunktionen
angibt. Letztere Funktionen sind nämlich auf der kompakten Menge J stetig – und somit dort auch gleichmäßig stetig. Wir setzen noch
-
- (25)

- (25)
und wählen das Intervall I: = [ − L, + L]. Dann erklären wir die (n + 1)-dimensionalen Quader
-
- (26)
, falls
gilt.
- (26)
Weiter definieren wir wir die folgenden (n + 1)-dimensionalen Quader
-
- (27)
![\begin{matrix} T_k := Q_k \times I_k \text{ mit dem Doppelintervall } \\ \\ I_k := [\varphi_1(\xi_k) - \varepsilon, \varphi_1(\xi_k) + \varepsilon] \cup [\varphi_2(\xi_k) - \varepsilon, \varphi_2(\xi_k) + \varepsilon] \\ \\ \text{und einem Zwischenpunkt } \xi_k \in Q_k,\text{ falls } Q_k \subset \overline{J \setminus M} \text{ gilt}. \end{matrix}](http://upload.wikimedia.org/math/c/b/4/cb4d03da57242eee7f4f793bf5204c3e.png)
- (27)
Nach Konstruktion gilt die Überdeckungseigenschaft
-
- (28)

- (28)
Weiter schätzen wir den (n + 1)-dimensionalen Gesamtinhalt mittels (25) – (27) wie folgt ab:
-
- (29)

- (29)
Da
beliebig gewählt war, bildet
wegen (28) und (29) eine Jordansche Nullmenge.
2.) Wir betrachten jetzt den Quader
mit der Eigenschaft
und erklären die Funktion
-
.
Nach Teil 1.) ist die Funktion F über T integrierbar und Satz 11 in §3 über die iterierte Integration liefert
-
- (30)
![\begin{matrix} \int\limits_K f(x, y)\, dx\, dy = \int\limits_T F(x, y)\, dx\, dy \\ \\ = \int\limits_Q \left[ \int\limits_I F(x, y)\, dy \right]\, dx = \int\limits_J \left[ \int_{\varphi_1(x)}^{\varphi_2(x)} f(x, y)\, dy \right]\, dx. \end{matrix}](http://upload.wikimedia.org/math/2/1/b/21bb8ab0fc68c332ca29430ccf85cc79.png)
- (30)
q.e.d.