Kurs:Analysis III/Kapitel I: Differentiation und Integration auf Mannigfaltigkeiten/§4 Der Stokessche Integralsatz für Mannigfaltigkeiten
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[Bearbeiten] Definition 1
- Seien
und die Menge
gegeben. Wir nennen
eine m-dimensionale Ck-Mannigfaltigkeit, falls es zu jedem
ein
und offene Umgebungen
von
und
von
sowie eine reguläre eingebettete Fläche

- gibt, so dass
ξ = Φ(η) und 

- richtig ist; dabei ist
gewählt worden. Wir nennen (Φ,V) eine Karte der Mannigfaltigkeit. Die Gesamtheit aller Karten

- bildet einen Atlas der Mannigfaltigkeit. Sind
zwei Karten von
, so dass

- richtig ist, dann betrachten wir die Parametertransformation
. Falls für solche beliebige Karten aus dem Atlas jeweils für die Funktionaldeterminante
auf
gilt, so ist die Mannigfaltigkeit durch den Atlas orientiert.
[Bearbeiten] Definition 2
- Sei
eine beschränkte (m + 1)-dimensionale, orientierte C1-Mannigfaltigkeit im
mit n > m. Den topologischen Abschluss der Punktmenge
bezeichnen wir mit
und die Menge der Randpunkte mit
. Wir nennen
einen regulären Punkt der Mannigfaltigkeit
, wenn folgendes gilt: - Es gibt einen Halbwürfel Hr(η) im
mit
und r > 0, eine reguläre eingebettete Fläche
,- so dass
zum orientierten Atlas
von
gehört und eine offene Umgebung
von
mit den folgenden Eigenschaften:

- Die Menge der regulären Randpunkte bezeichnen wir mit
.
[Bearbeiten] Definition 3
- Für die beschränkte Mannigfaltigkeit
aus Definition 2 erklären wir die Menge der singulären Randpunkte
gemäß

- Im Falle
erhalten wir eine kompakte Mannigfaltigkeit mit regulärem Rand. Falls zusätzlich
gilt, sprechen wir von einer geschlossenen Mannigfaltigkeit.
[Bearbeiten] Definition 4
- Der singuläre Rand
der Mannigfaltigkeit
hat die Kapazität Null, falls es zu jedem
und jeder kompakten Menge
eine Funktion
gibt mit den folgenden Eigenschaften:
- Für alle
gilt χ(x) = 1. - Es gilt

- Dabei bezeichnet dm + 1σ das (m + 1)-dimensionale Oberflächenelement auf
und wir setzen
.[Bearbeiten] Satz 1 (Stokesscher Integralsatz für Mannigfaltigkeiten)
Voraussetzungen:
- 1. Sei
eine beschränkte, orientierte, (m + 1)-dimensionale C1-Mannigfaltigkeit im
mit dem Atlas
. Durch den induzierten Atlas
wird der reguläre Rand
zu einer beschränkten, orientierten, m-dimensionalen C1-Mannigfaltigkeit. Wir fordern, dass der reguläre Rand endlichen Flächeninhalt hat, d. h. es gelte

- Weiter habe der singuläre Rand
die Kapazität Null. - 2. Sei

- eine m-dimensionale Differentialform der Klasse
, so dass dω absolut integrierbar ist, d. h.

Behauptung:
- Dann gilt die Identität

[Bearbeiten] Beweis
1. Sei zunächst
erfüllt. Wie oben wählen wir eine Zerlegung der Eins
auf
, die dem überdeckenden Kartensystem untergeordnet ist. Nun folgt

2. Sei nun ω beliebig. Wir wählen dann eine Folge
, welche die Mannigfaltigkeit
ausschöpft und die Eignschaft
für 
besitzt. Wir erhalten für
gemäß Teil 1
(1) 

Zunächst gilt
für
.Weiter gilt
für
.Es folgt also

Wegen
folgt

Insgesamt erhalten wir durch Grenzübergang
in (1) die Gleichung

was der Behauptung entspricht.
q.e.d.