Kurs:Körper- und Galoistheorie (Osnabrück 2011)
Eine quadratische Gleichung
lässt sich durch quadratisches Ergänzen lösen, d.h. man findet die Nullstellen der Gleichung, indem man eine äquivalente reine quadratische Gleichung
löst. Wie sieht es bei einer Gleichung der Form
aus (oder im Grad vier)? Die sogenannten Cardanoschen Formeln erlauben auch hier, das Auffinden der Nullstellen auf das Lösen von geeigneten reinen Gleichungen
zurückzuführen. Ob es ein solches Lösungsverfahren auch für polynomiale Gleichungen vom Grad
gibt war lange Zeit ein offenes mathematisches Problem, das gegen 1830 von Abel und Galois negativ gelöst wurde: ein solches Verfahren kann es nicht geben. Dies ist eines der Hauptergebnisse der Galoistheorie, bei der es darum geht, algebraische Körpererweiterungen mit Hilfe von gruppentheoretischen Eigenschaften der Automorphismengruppe zu studieren. Diese Vorlesung wendet sich an Studierende im vierten Semester und setzt nur den Gruppenbegriff und Polynomringe in einer Variablen voraus.
