Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I/Vorlesung 14
Inhaltsverzeichnis |
- Rang von Matrizen
Definition
Es sei
ein Körper und sei
eine
-Matrix über
. Dann nennt man die Dimension des von den Spalten erzeugten Unterraums von
den (Spalten-)Rang der Matrix, geschrieben
Korollar
Es sei
ein Körper und es seien
und
Vektorräume über
der Dimension
bzw.
. Es sei
beschrieben werde.
Dann gilt
Beweis

Zur Formulierung der nächsten Aussage führen wir den Zeilenrang einer Matrix ein, das ist die Dimension des von den Zeilen erzeugten Unterraumes.
Lemma
Es sei
ein Körper und sei
eine
-Matrix über
.
Dann stimmt der Spaltenrang mit dem Zeilenrang überein.
Der Rang ist gleich der in Satz 13.13 verwendeten Zahl
.
Beweis
Bei elementaren Zeilenumformungen ändert sich der von den Zeilen erzeugte Raum nicht, und damit ändert sich auch nicht der Zeilenrang. Der Zeilenrang stimmt also mit dem Zeilenrang der in Satz 13.13 angegebenen Matrix in Stufenform überein. Diese hat den Zeilenrang
, da die ersten
Zeilen linear unabhängig sind und ansonsten nur Nullzeilen auftauchen. Sie hat aber auch den Spaltenrang
, da wiederum die ersten
Spalten (wenn man auch noch die Spalten vertauscht hat) linear unabhängig sind und die weiteren Spalten Linearkombinationen dieser
Spalten sind. Die Aufgabe 14.1 zeigt, dass sich bei elementaren Zeilenumformungen auch der Spaltenrang nicht ändert.

Beide Ränge stimmen also überein, so dass wir im Folgenden nur noch vom Rang einer Matrix sprechen werden.
Korollar
Es sei
ein Körper und sei
eine
-Matrix über
. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
ist invertierbar.- Der Rang von
ist
. - Die Zeilen von
sind linear unabhängig. - Die Spalten von
sind linear unabhängig.
Beweis
- Determinanten
Die Determinante ist nur für quadratische Matrizen definiert. Für kleine
kann man die Determinante einfach ausrechnen.
- Determinantenfunktionen
Zur systematischen Behandlung von Determinanten braucht man einige neue Begriffe.
Definition (Multilineare Abbildung)
Es sei
ein Körper und seien
und
-Vektorräume. Eine Abbildung
und jedes
-Tupel
mit
die induzierte Abbildung
-linear ist.Definition (Alternierende Abbildung)
Es sei
ein Körper und
ein
-Vektorraum und
. Eine multilineare Abbildung
zwei Einträge übereinstimmen, also
für ein Paar
, so ist
.Wir wollen zeigen, dass die oben rekursiv definierte Determinante eine multilineare alternierende Abbildung ist, wenn man die Identifizierung
-Tupel der Zeilen der Matrix zugeordnet wird. Wir fassen also im Folgenden eine Matrix auf als einen Spaltenvektor
Zeilenvektoren der Länge
sind.[1]
Satz
Es sei
ein Körper und
.
Dann ist die Determinante
D.h., dass für jedes
, für
Vektoren
und für
die Gleichheit
die Gleichheit
Beweis
Seien
und
. Zu jedem Vektor
sei
der Vektor, der entsteht, wenn man den ersten Eintrag weglässt. Zu
ist also
. Mit dieser Notation ist
, wobei der Fall
klar ist. Für
ist
und
ist
und es ist
. Insgesamt ergibt sich
Die Verträglichkeit mit der skalaren Multiplikation beweist man ähnlich, siehe Aufgabe 14.11.

Satz
Es sei
ein Körper und
.
Dann besitzt die Determinante
- Wenn in
zwei Zeilen übereinstimmen, so ist
. D.h., dass die Determinante alternierend ist. - Wenn man in
zwei Zeilen vertauscht, so ändert sich die Determinante mit dem Faktor
.
Beweis
(1) und (2) werden parallel durch Induktion über
bewiesen, wobei es für
nichts zu zeigen gibt. Sei also
und
. Die relevanten Zeilen seien
und
mit
. Nach Definition ist
. Nach Induktionsvoraussetzung für (1) sind dabei
für
, da ja dann zwei Zeilen übereinstimmen. Damit ist
ist. Die beiden Matrizen
und
haben die gleichen Zeilen, allerdings tritt die Zeile
in
als die
-te Zeile und in
als die
-te Zeile auf. Alle anderen Zeilen kommen in beiden Matrizen in der gleichen Reihenfolge vor. Durch insgesamt
Vertauschungen von benachbarten Zeilen kann man
in
überführen. Nach der Induktionsvoraussetzung für (2) unterscheiden sich daher die Determinanten um den Faktor
, also ist
. Setzt man dies oben ein, so erhält man
Jetzt beweisen wir (2). Nach Teil (1) (für
) und aufgrund der Multilinearität ist

Satz
Es sei
ein Körper und sei
eine
-Matrix über
. Dann sind die folgenden Aussagen äquivalent.
.- Die Zeilen von
sind linear unabhängig.
ist invertierbar.
.
Beweis
Die Beziehung zwischen Rang, Invertierbarkeit und linearer Unabhängigkeit wurde schon in Korollar 14.4 gezeigt. Seien die Zeilen linear abhängig. Wir können nach Zeilenvertauschen annehmen, dass
ist. Dann ist nach Satz 14.12
Seien nun die Zeilen linear unabhängig. Dann kann man durch Zeilenvertauschungen, Skalierung und Zeilenaddition die Matrix sukzessive zur Einheitsmatrix transformieren. Dabei ändert sich die Determinante stets durch einen von null verschiedenen Faktor. Da die Determinante der Einheitsmatrix
ist, muss auch die Determinate der Ausgangsmatrix
sein.
Bemerkung
Bei
steht die Determinante in einer engen Beziehung zu Volumina von geometrischen Objekten. Wenn man im
Vektoren
betrachtet, so spannen diese ein Parallelotop auf. Dieses ist definiert als
- Fußnoten
- ↑ Die alterniernende Multilinearität gilt auch, wenn man eine Matrix als ein
-Tupel aus Spalten auffasst, was wir später zeigen werden. Aufgrund der rekursiven Definition mit Hilfe der ersten Spalte sind diese Eigenschaften einfacher für die Zeilen zu zeigen.
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eine
diejenige
-Matrix, die entsteht, wenn man in
-te Zeile weglässt. Dann definiert man rekursiv die Determinante von 
-

-Matrix verwendet man die Regel von Sarrus. Man wiederholt die erste Spalte als vierte Spalte und die zweite Spalte als fünfte Spalte. Die Produkte der durchgezogenen Diagonalen werden positiv genommen, die Produkte der gestrichelten Diagonalen negativ.
















. D.h., dass die Determinante
.


.
.
![P
:= \left\{ s_1v_1 + \ldots + s_n v_n {{|}} \, s_i \in [0,1]
\right\} .](http://upload.wikimedia.org/wikiversity/de/math/4/b/6/4b6f9c8ff7f49cdfaf63c1c792840d27.png)
