Kurs:Mathematik für Elektrotechnik/elementare Funktionen
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Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Grundbegriffe
- Definition:
Der Einheitskreis ist ein Kreis in der Ebene mit einem Mittelpunkt im Ursprung O und dem Radius 1.
- Definition:
Ein Winkel α entspricht einem Punkt P auf dem Einheitskreis und liegt zwischen der positiven Achse in Richung x und dem Strahl
.
- Definition:
Das Bogenmaß x stellt die Länge des Kreisbogens vom Punkt mit den Koordinaten (1,0) zum Punkt P dar.
- Definition:
Bei der Bestimmung des Winkels und des Bogenmaßes wird die Orientierung so gewählt, dass eine Drehung gegen den Urzeigersinn einem positiven Winkel entspricht.
- Definition:
Dem ganzen Kreis entspricht ein Winkel von 360° bzw. das Bogenmaß
.
Satz:
Es gilt der Zusammenhang
Aufgrund der Periodizität des Kreises kann das Bogenmaß als reelle Zahl
betrachtet werden. Hierbei wird allen
derselbe Punkt P zugeordnet. Durch den Zusammenhang x = α gilt dies analog auch für den Winkel. Eine Änderung des Bogenmaßes um
(
) entspricht hierbei einem Umlauf auf dem Einheitskreis.
[Bearbeiten] trigonometrische Funktionen
[Bearbeiten] Sinus und Kosinus
- Definition:
Die Kosinusfunktion cos und die Sinusfunktion sin werden wie folgt definiert:
Hierbei ist
der dem Bogenmaß x entsprechende Punkt P im Einheitskreis.
Satz:
Da das Bogenmaß x
-periodisch ist, sind auch sinx und cosx
-periodisch.
Beweis:
Satz:
Es gelten zudem die folgenden Zusammenhänge:
- sin(x + π) = − sinx
- cos(x + π) = − cosx


Satz:
Satz:
|
|
[Bearbeiten] Sinussatz
Satz:
Der Sinussatz besagt, dass in einem Dreieck mit den Seiten a, b und c, sowie den jeweils gegenüberliegenden Winkeln α, β und γ der Zusammenhang
gilt.
Beweis:
- Sei
die Höhe des Dreiecks durch den Punkt A, welche normal auf die Seite a steht. Der Punkt A sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten b und c. Aus
und
folgt
. - Sei
die Höhe des Dreiecks durch den Punkt B, welche normal auf die Seite b steht. Der Punkt B sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten a und c. Aus
und
folgt
. - Sei
die Höhe des Dreiecks durch den Punkt C, welche normal auf die Seite c steht. Der Punkt C sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten a und b. Aus
und
folgt
.
Durch Gleichsetzen erhält man den Sinussatz. Einer der in diesem Beweis genannten Sätze ist hierbei redundant und kann für die Beweisführung entfallen.
[Bearbeiten] Kosinussatz
Satz:
Der Kosinussatz besagt, dass in einem Dreieck mit den Seiten a, b und c, sowie den jeweils gegenüberliegenden Winkeln α, β und γ die Zusammenhänge
gelten. Hierbei können jeweils zwei dieser Gleichungen aus der jeweils dritten Gleichung abgeleitet werden.
Beweis:
TODO
[Bearbeiten] Additionstheoreme für Sinus- und Kosinusfunktion
Satz:

Beweis:
TODO
[Bearbeiten] Tangens und Kotangens
Satz:
Tangens und Kotangens sind π-periodisch.
Satz:
Der Tangens ist wegen
- tanx = − tan( − x)
ungerade.
Satz:
Der Kotangens ist wegen
- cotx = − cot( − x)
ungerade.
Satz:

Satz:
Das Additionstheorem für Tangens lautet:
Satz:
Das Additionstheorem für Kotangens lautet:
| x | tanx | cotx |
|---|---|---|
| 0 | 0 | ![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
1 | 1 |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
0 |
[Bearbeiten] Ungleichungen
Satz:
Es gilt die Ungleichung
Beweis:
TODO
Satz:
Es gilt die Ungleichung
Beweis:
TODO
[Bearbeiten] Stetigkeit der Winkelfunktionen
Satz:
Die Funktionen sinx, cosx, tanx und cotx sind im Definitionsbereich stetig.
Satz:
Die Funktion tanx hat an den Stellen
Pole erster Ordnung.
Satz:
Die Funktion cotx hat an den Stellen
Pole erster Ordnung.
Beweis:
TODO
[Bearbeiten] Arcus-Funktionen
Die Arcus-Funktionen sind die Umkehrfunktionen der trigonometrischen Funktionen. Weben der Periodizität der trigonometrischen Funktionen sind diese nur auf Teilen der Definitionsbereiche umkehrbar.
[Bearbeiten] Arcus sinus
- Definition:
Der Arcus sinus ist die Umkehrfunktion des Sinus. Da der Sinus im Bereich
stetig und streng monoton wachsend ist, wird der Arcus sinus wie folgt definiert:
Satz:
Die Funktion arcsinx ist stetig und streng monoton wachsend.
[Bearbeiten] Arcus cosinus
- Definition:
Der Arcus cosinus ist die Umkehrfunktion des Kosinus. Da der Kosinus im Bereich
stetig und streng monoton fallend ist, wird der Arcus cosinus wie folgt definiert:
Satz:
Die Funktion arctanx ist stetig und streng monoton fallend.
[Bearbeiten] Arcus tangens
- Definition:
Der Arcus tangens ist die Umkehrfunktion des Tangens. Da der Tangens im Bereich
stetig ist, wird der Arcus tangens wie folgt definiert:
Satz:
Die Funktion arctanx ist stetig und streng monoton wachsend.
Satz:
Es gilt:
Die Funktion arctanx wird etwa benötigt um karthesische Koordinaten der Form (x,y) in Polarkoordinaten der Form
zu transformieren. Aus

folgt

Bei der Bestimmung des Winkels
muss man berücksichtigen in welchem Quadrant der Punkt (x,y) liegt. Ist n die Nummer des Quadranten und
die Gaußklammer, so gilt:

[Bearbeiten] Potenzfunktionen
[Bearbeiten] allgemeine Potenzfunktion
- Definition:
Die allgemeine Potenzfunktion mit der Basis x und dem Exponenten y wird als
angegeben. Dies wird auch als allgemeine Potenzfunktion zum Exponenten y bezeichnet.
Der Definitionsbereich der Potenzfunktion ist vom Exponenten abhängig:
- für
ist
ein auf
definiertes Polynom. - für
ist
ein auf
definierte rationale Funktion. - für y = 0 ist die Funktion gleich 1.
- für
sind der Definitionsbereich und das Bild das Intervall
. - für
sind der Definitionsbereich und das Bild das Intervall
.
Satz:
Die Funktion
ist im Bereich y < 0 streng monoton fallend und im Bereich y > 0 streng monoton wachsend.
Satz:
Die Funktion
ist in ihrem Definitionsbereich stetig.
[Bearbeiten] allgemeine Exponentialfunktion
- Definition:
Die allgemeine Exponentialfunktion mit der Basis x und dem Exponenten y wird als
angegeben. Dies wird auch als allgemeine Exponentialfunktion zur Basis x bezeichnet.
Satz:
Für die allgemeine Exponentialfunktion gilt das Multiplikationstheorem
Beweis:
TODO: siehe Rechenregeln für rationale und reelle Zahlen.
Satz:
Die Funktion
ist für
- x > 1 streng monoton wachsend.
- x = 1 konstant.
- x > 1 streng monoton fallend.
Satz:
Die allgemeine Exponentialfunktion ist auf
stetig.
Beweis:
Es gelten
und
.
Zu einem beliebigen ε > 0 gibt es daher eine natürliche Zahl
, so dass für x > 1 der Zusammenhang
gilt.
Für
folgt hieraus aufgrund der Monotonie der Exponentialfunktion der Zusammenhang
- 1 − ε < xy < 1 + ε
Die Funktion
ist somit an der Stelle y = 0 stetig.
Für
schreibt man
. Der Beweis erfolgt über den Satz der Stetigkeit zusammengesetzter Funktionen.
Für
folgt die Stetigkeit durch Einsetzen von
mit
.
Satz:
Es gilt:
[Bearbeiten] allgemeiner Logarithmus
Da die allgemeine Exponentialfunktion
mit
das Intervall
streng monoton auf das Intervall
abbildet, existiert eine Umkehrfunktion, welche das Intervall
auf
abbildet.
- Definition:
Es sei
. Die Umkehrfunktion der allgemeinen Exponentialfunktion
ist definiert durch
und wird als Logarithmus zur Basis b bezeichnet.
Satz:
Es gilt:

![\forall x \in \left] 0,\infty \right[:\ b^{\log_b x} = x](http://upload.wikimedia.org/math/6/6/c/66ce765668ab9e750fb3ef09386bb93e.png)
![\forall y \in \left] -\infty,\infty \right[:\ \log_b b^y = y](http://upload.wikimedia.org/math/3/f/4/3f43362e0aaacc3f6a2045970310abe8.png)
- logbb = 1
- logb1 = 0
Satz:
Für Logarithmen gelten die folgenden Rechenregeln:
(Additionstheorem)

Beweis:
- Im Multiplikationstheorem für die allgemeine Exponentialfunktion
wird der Exponent x durch
und der Exponent y durch
ersetzt. Das Additionstheorem folgt aus
- Mit
folgt aus
der Zusammenhang
- Ersetzt man in
die Variable y durch den Ausdruck
, so erhält man den Zusammenhang
[Bearbeiten] natürliche Exponentialfunktion und natürlicher Logartithmus
Satz:
Die Funktion
ist auf dem gesamten Bereich
stetig und streng monoton wachsend.
Satz:
Für den natürlichen Logarithmus gelten die folgenden Zusammenhänge:
- ln1 = 0
(Spezialfall:
)
Satz:
Über
erhält man im Definitionsbereich
für
den Zusammenhang
.
Satz:
Es gilt
[Bearbeiten] Hyperbelfunktionen
Der Begriff „Hyperbelfunktion“ ist darin begründet, dass die Punkte

alle auf der Hyperbel
liegen. Es handelt sich also um die Parameterdarstellung dieser Hyperbel.
Satz:
Alle Hyperbelfunktionen sind auf ihrem Definitionsbereich stetig.
[Bearbeiten] Cosinus hyperbolicus
Satz:
Die Funktion cosh ist gerade.
Satz:
Die Funktion cosh ist im Bereich
streng monoton fallend und im Bereich
streng monoton wachsend.
Satz:
Es gilt
[Bearbeiten] Sinus hyperbolicus
Satz:
Die Funktion sinh ist ungerade.
[Bearbeiten] Tangens hyperbolicus
Satz:
Die Funktion tanh ist ungerade.
[Bearbeiten] Cotangens hyperbolicus
Satz:
Die Funktion coth ist ungerade.
[Bearbeiten] Additionstheoreme
Satz:
Es gelten
die folgenden Additionstheoreme:
- cosh2x − sinh2x = 1




Diese Additionstheoreme ergeben sich über die Definition der Hyperbelfunktionen aus den Eigenschaften der Exponentialfunktion.
[Bearbeiten] Areafunktionen
- Definition:
Die Areafunktionen sind die Umkehrfunktionen der Hyperbelfunktionen.
[Bearbeiten] Area sinus hyperbolicus
Satz:
Die Funktion Area sinus hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Sinus hyperbolicus. Sie wird definiert durch
Beweis:
Da die Funktion sinh auf
streng monoton wachsend ist, existiert eine Umkehrfunktion. Aus den Definitionen
und
folgt
.
Mit
und anschließender Multiplikation mit z erhält man die quadratische Gleichung
mit den Lösungen
.
Da z > 0 ist, gilt
.
Daraus erhält man
.
[Bearbeiten] Area cosinus hyperbolicus
Satz:
Die Funktion Area cosinus hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Cosinus hyperbolicus. Sie gilt nur im Intervall
und ist definiert durch
Beweis:
Die Funktion y = coshx jeden Wert
zweimal an.
Auf dem Bereich
ist sie streng monoton wachsend. In diesem Bereich existiert daher eine Umkehrfuktion. Aus den Definitionen
und
folgt
.
Mit
und anschließender Multiplikation mit z erhält man die quadratische Gleichung
mit den Lösungen
.
Da z > 0 ist, gilt
.
Daraus erhält man
.
Satz:
Die Funktion
ist die Umkehrfunktion von y = f(x) = coshx mit
.
[Bearbeiten] Area tangens hyperbolicus
Satz:
Die Funktion Area tangens hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Tangens hyperbolicus. Sie ist definiert durch
Beweis:
Die Funktion tanh ist auf
streng monoton wachsend. Es existiert daher eine Umkehrfunktion.
Aus der Definition von x = tanhy folgt mit
die Gleichung
.
Durch Umformen erhält man
.
Daraus erhält man durch Logarithmieren die Gleichung
.
[Bearbeiten] Area cotangens hyperbolicus
Satz:
Die Funktion Area cotangens hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Cotangens hyperbolicus. Sie wird definiert durch
Beweis:
TODO

![\cos:\ \mathbb R \rightarrow \left[ -1,1 \right],\quad x\mapsto \cos x](http://upload.wikimedia.org/math/3/b/1/3b18a078457b237c768d0a6f7420a820.png)
![\sin:\ \mathbb R \rightarrow \left[ -1,1 \right],\quad x\mapsto \sin x](http://upload.wikimedia.org/math/5/f/1/5f12a04b90e426cc542acd10313bf0e5.png)
































![\forall k\in \mathbb Z:\ \tan:\ \left] -\frac{k\,\pi}{2},\frac{k\,\pi}{2} \right[ \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\sin x}{\cos x}](http://upload.wikimedia.org/math/6/1/4/6144b38fa07a4132fb93337c251ed9c5.png)

![\forall k\in \mathbb Z:\ \cot:\ \left] k,k\,\pi \right[ \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\cos x}{\sin x} = \frac{1}{\tan x}](http://upload.wikimedia.org/math/d/4/f/d4f0cb6670709b5b8725d96716344ba2.png)



![\left[ \infty , -\infty \right]](http://upload.wikimedia.org/math/e/9/b/e9bae2db047eae6d304063d145f37888.png)




![x\in \left] 0,\frac{\pi}{2} \right[ :\ x \le \tan x](http://upload.wikimedia.org/math/1/c/9/1c9c38fa06fd22052d210bcd83520e99.png)


![\arcsin:\ \left[ -1,1 \right] \to \left[ -\frac{\pi}{2},\frac{\pi}{2} \right],\ x\mapsto\arcsin x](http://upload.wikimedia.org/math/e/6/f/e6f504509dd4ddb8adad68ae9ce42348.png)
![\arccos:\ \left[ -1,1 \right] \to \left[ 0,\pi \right],\ x\mapsto\arccos x](http://upload.wikimedia.org/math/b/0/8/b086cfb1b16c7d490061b8c52afdec55.png)
![\arctan:\ \mathbb R \rightarrow \left] -\frac \pi 2, \frac \pi 2 \right[,\ x\mapsto \arctan x](http://upload.wikimedia.org/math/d/9/7/d976710265e548576b2f8b6f7f90a3db.png)













![\exp:\ \mathbb R \rightarrow \left] 0,\infty \right[,\ x\mapsto e^x](http://upload.wikimedia.org/math/0/2/b/02b8694e5b1f95d8ba5df84a0d3756da.png)
![\ln:\ \left] 0,\infty \right[ \rightarrow \mathbb R,\ x \mapsto \ln x](http://upload.wikimedia.org/math/c/6/3/c63491c6c1048a6598e33a460754425a.png)
![\forall x \in \left] 0,\infty \right[ :\ \log_b x = \frac{\ln x}{\ln b}](http://upload.wikimedia.org/math/1/b/0/1b06159ba4fca72117d6dd364d440f26.png)






![\sinh :\ \mathbb R \rightarrow \left] -\infty,\infty \right[ ,\ x \mapsto \frac{e^x - e^{-x}}{2} = \cos(i\,x)](http://upload.wikimedia.org/math/9/3/5/9357e54d7fde90a922925afeced4fa52.png)
![\tanh :\ \mathbb R \rightarrow \left] -1,1 \right[ ,\ x \mapsto \frac{\sinh x}{\cosh x}](http://upload.wikimedia.org/math/b/5/0/b50b591e1bcfd68e65356af7fa0cc255.png)
![\coth :\ \mathbb R \setminus 0 \rightarrow \mathbb R\setminus \left[ 1,1 \right] ,\ x \mapsto \frac{\cosh x}{\sinh x}](http://upload.wikimedia.org/math/e/f/1/ef1c9c3cb9e37376e2bba85cde73f867.png)








![\operatorname{artanh}:\ \left] -1,1 \right[ \rightarrow \mathbb R,\ x \mapsto \frac{1}{2}\,\ln\frac{1+x}{1-x}](http://upload.wikimedia.org/math/a/8/1/a818d4dfa08fb76863578f53eb5e4662.png)
![\operatorname{arcoth}:\ \mathbb R\setminus \left[ -1,1 \right] \rightarrow \mathbb R\setminus 0,\ x\mapsto \frac 1 2\, \ln \frac{x+1}{x-1}](http://upload.wikimedia.org/math/8/6/a/86a8d845e6cffca4c48d1fbcdbff660b.png)