Kurs:Mathematik für Elektrotechnik/elementare Funktionen

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundbegriffe

Definition:

Der Einheitskreis ist ein Kreis in der Ebene mit einem Mittelpunkt im Ursprung O und dem Radius 1.

Definition:

Ein Winkel α entspricht einem Punkt P auf dem Einheitskreis und liegt zwischen der positiven Achse in Richung x und dem Strahl {}_{\overline{OP}}.

Definition:

Das Bogenmaß x stellt die Länge des Kreisbogens vom Punkt mit den Koordinaten (1,0) zum Punkt P dar.

Definition:

Bei der Bestimmung des Winkels und des Bogenmaßes wird die Orientierung so gewählt, dass eine Drehung gegen den Urzeigersinn einem positiven Winkel entspricht.

Definition:

Dem ganzen Kreis entspricht ein Winkel von 360° bzw. das Bogenmaß {}_{2\,\pi}.

Satz:

Es gilt der Zusammenhang

x = x\,\frac{{180}^{\circ}}{\pi} = \alpha\,\frac{\pi}{{180}^{\circ}} = \alpha

Aufgrund der Periodizität des Kreises kann das Bogenmaß als reelle Zahl {}_{x\in \mathbb R} betrachtet werden. Hierbei wird allen {}_{\left\{ x+2\,n\,\pi \left|  n\in \mathbb Z \right. \right\}} derselbe Punkt P zugeordnet. Durch den Zusammenhang x = α gilt dies analog auch für den Winkel. Eine Änderung des Bogenmaßes um {}_{2\,\pi} ({}_{={360}^{\circ}}) entspricht hierbei einem Umlauf auf dem Einheitskreis.

[Bearbeiten] trigonometrische Funktionen

[Bearbeiten] Sinus und Kosinus

Definition:

Die Kosinusfunktion cos und die Sinusfunktion sin werden wie folgt definiert:

  1. \cos:\ \mathbb R \rightarrow \left[ -1,1 \right],\quad x\mapsto \cos x
  2. \sin:\ \mathbb R \rightarrow \left[ -1,1 \right],\quad x\mapsto \sin x

Hierbei ist {}_{(\cos x,\ \sin x)} der dem Bogenmaß x entsprechende Punkt P im Einheitskreis.

Satz:

Da das Bogenmaß x {}_{2\,\pi}-periodisch ist, sind auch sinx und cosx {}_{2\,\pi}-periodisch.

Beweis:

  1. \cos (x + 2\,\pi) = \cos x
  2. \sin (x + 2\,\pi) = \sin x

Satz:

Es gelten zudem die folgenden Zusammenhänge:

  • sin(x + π) = − sinx
  • cos(x + π) = − cosx
  • \cos x = \sin \left( x + \frac{\pi}{2} \right)
  • \sin x = \cos \left( x - \frac{\pi}{2} \right)

Satz:

Für die Nullstellen gilt:

  • sinx hat die Nullstellen
    \forall k\in\mathbb Z:\ x = k\,\pi
  • cosx hat die Nullstellen
    \forall k\in\mathbb Z:\ x = \left( k+\frac{1}{2}\right)\,\pi

Satz:

Satz:

  • \forall x \in \mathbb R:\ \sin^2 x + \cos^2 x = 1

Satz:

  • \forall x \in \mathbb R:\ \left| \sin x \right| \le 1
  • \forall x \in \mathbb R:\ \left| \cos x \right| \le 1
Wichtige Winkel
x sinx cosx
0 0 1
\frac \pi 6 \frac 1 2 \frac \sqrt{3} 2
\frac \pi 4 \frac 1 \sqrt{2} \frac 1 \sqrt 2
\frac \pi 3 \frac \sqrt{3} 2 \frac 1 2
\frac \pi 2 1 0
Vorzeichen in den einzelnen Quadranten
Quadrant sinx cosx
I + +
II +
III
IV +

[Bearbeiten] Sinussatz

Satz:

Der Sinussatz besagt, dass in einem Dreieck mit den Seiten a, b und c, sowie den jeweils gegenüberliegenden Winkeln α, β und γ der Zusammenhang

\frac{\sin\alpha}{a} = \frac{\sin\beta}{b} = \frac{\sin\gamma}{c}

gilt.

Beweis:

  1. Sei {}_{h_a} die Höhe des Dreiecks durch den Punkt A, welche normal auf die Seite a steht. Der Punkt A sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten b und c. Aus {}_{\sin\gamma = \frac{h_a} b} und {}_{\sin\beta = \frac{h_a} c} folgt {}_{b\,\sin\gamma = c\,\sin\beta}.
  2. Sei {}_{h_b} die Höhe des Dreiecks durch den Punkt B, welche normal auf die Seite b steht. Der Punkt B sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten a und c. Aus {}_{\sin\gamma = \frac{h_c} a} und {}_{\sin\alpha = \frac{h_c} c} folgt {}_{a\,\sin\gamma = c\,\sin\alpha}.
  3. Sei {}_{h_c} die Höhe des Dreiecks durch den Punkt C, welche normal auf die Seite c steht. Der Punkt C sei hierbei der Schnittpunkt der Seiten a und b. Aus {}_{\sin\alpha = \frac{h_c} b} und {}_{\sin\beta = \frac{h_c} a} folgt {}_{a\,\sin\beta = b\,\sin\alpha}.

Durch Gleichsetzen erhält man den Sinussatz. Einer der in diesem Beweis genannten Sätze ist hierbei redundant und kann für die Beweisführung entfallen.

[Bearbeiten] Kosinussatz

Satz:

Der Kosinussatz besagt, dass in einem Dreieck mit den Seiten a, b und c, sowie den jeweils gegenüberliegenden Winkeln α, β und γ die Zusammenhänge

  1. a^2 = b^2 + c^2 - 2\,b\,c\,\cos\alpha
  2. b^2 = a^2 + c^2 - 2\,a\,c\,\cos\beta
  3. c^2 = b^2 + a^2 - 2\,b\,a\,\cos\gamma

gelten. Hierbei können jeweils zwei dieser Gleichungen aus der jeweils dritten Gleichung abgeleitet werden.

Beweis:

TODO

[Bearbeiten] Additionstheoreme für Sinus- und Kosinusfunktion

Satz:

\forall x,y\in \mathbb R\ :

  1. \sin(x\pm y) = \sin x\,\cos y\pm\cos x\,\sin y
  2. \cos(x\pm y) = \cos x\,\cos y\mp\sin x\,\sin y
  3. \sin(2\,x) = 2\,\sin x\,\cos y
  4. \cos(2\,x) = \cos^2 x - \sin^2 x
  5. 2\,\sin^2 x = 1-\cos(2x)
  6. 2\,\cos^2 x = 1+\cos(2x)
  7. 2\,\cos x\,\cos y = \cos(x-y)+\cos(x+y)
  8. 2\,\sin x\,\cos y = \sin(x-y)+\sin(x+y)
  9. 2\,\sin x\,\sin y = \cos(x-y)-\cos(x+y)
  10. \sin x\pm\sin y = 2\, \sin\frac{x\pm y}{2}\,\cos\frac{x\mp y}{2}
  11. \cos y+\cos y = 2\,\cos\frac{x+y}{2}\,\cos\frac{x-y}{2}
  12. \cos x-\cos y = -2\,\sin\frac{x+y}{2}\,\sin\frac{x-y}{2}

Beweis:

TODO

[Bearbeiten] Tangens und Kotangens

Definition:

Der Tangens tan ist wie folgt definiert:

  • \forall k\in \mathbb Z:\ \tan:\ \left] -\frac{k\,\pi}{2},\frac{k\,\pi}{2} \right[ \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\sin x}{\cos x}

oder

  • \forall k\in \mathbb Z:\ \tan:\ \mathbb R\setminus\left( \pi\,k + \frac \pi 2 \right) \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\sin x}{\cos x}
Definition:

Der Kotangens cot ist wie folgt definiert:

  • \forall k\in \mathbb Z:\ \cot:\ \left] k,k\,\pi \right[ \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\cos x}{\sin x} = \frac{1}{\tan x}

oder

  • \forall k\in \mathbb Z:\ \cot:\ \mathbb R\setminus \left( k\,\pi \right) \to \mathbb R,\ x \mapsto \frac{\cos x}{\sin x} = \frac{1}{\tan x}

Satz:

Tangens und Kotangens sind π-periodisch.

Satz:

Der Tangens ist wegen

tanx = − tan( − x)

ungerade.

Satz:

Der Kotangens ist wegen

cotx = − cot( − x)

ungerade.

Satz:

\cot x = \tan\left( \frac{\pi}{2}-x \right)

Satz:

Das Additionstheorem für Tangens lautet:

\tan(x\pm y) = \frac{\tan x\pm\tan y}{1\mp\tan x\,\tan y}

Satz:

Das Additionstheorem für Kotangens lautet:

\cot(x \pm y)=\frac{\cot x\cot y \mp 1}{\cot y \pm \cot x}
Wichtige Winkel
x tanx cotx
0 0 \left[ \infty , -\infty \right]
\frac\pi 6 \frac{1}{\sqrt 3} \sqrt 3
\frac\pi 4 1 1
\frac\pi 3 \sqrt 3 \frac{1}{\sqrt 3}
\frac{\pi}{2} \left[ \infty , -\infty \right] 0

[Bearbeiten] Ungleichungen

Satz:

Es gilt die Ungleichung

\forall x\in \mathbb R:\ \left| \sin x \right| \le \left| x \right|

Beweis:

TODO

Satz:

Es gilt die Ungleichung

x\in \left] 0,\frac{\pi}{2} \right[ :\ x \le \tan x

Beweis:

TODO

[Bearbeiten] Stetigkeit der Winkelfunktionen

Satz:

Die Funktionen sinx, cosx, tanx und cotx sind im Definitionsbereich stetig.

Satz:

Die Funktion tanx hat an den Stellen

k\in\mathbb Z:\ x = k\,\pi + \frac\pi 2

Pole erster Ordnung.

Satz:

Die Funktion cotx hat an den Stellen

k\in\mathbb Z:\ x = k\,\pi

Pole erster Ordnung.

Beweis:

TODO

[Bearbeiten] Arcus-Funktionen

Die Arcus-Funktionen sind die Umkehrfunktionen der trigonometrischen Funktionen. Weben der Periodizität der trigonometrischen Funktionen sind diese nur auf Teilen der Definitionsbereiche umkehrbar.

[Bearbeiten] Arcus sinus

Definition:

Der Arcus sinus ist die Umkehrfunktion des Sinus. Da der Sinus im Bereich {}_{\left[ -\frac \pi 2, \frac \pi 2 \right]} stetig und streng monoton wachsend ist, wird der Arcus sinus wie folgt definiert:

\arcsin:\ \left[ -1,1 \right] \to \left[ -\frac{\pi}{2},\frac{\pi}{2} \right],\ x\mapsto\arcsin x

Satz:

Die Funktion arcsinx ist stetig und streng monoton wachsend.

[Bearbeiten] Arcus cosinus

Definition:

Der Arcus cosinus ist die Umkehrfunktion des Kosinus. Da der Kosinus im Bereich {}_{\left] 0,\pi \right[} stetig und streng monoton fallend ist, wird der Arcus cosinus wie folgt definiert:

\arccos:\ \left[ -1,1 \right] \to \left[ 0,\pi \right],\ x\mapsto\arccos x

Satz:

Die Funktion arctanx ist stetig und streng monoton fallend.

[Bearbeiten] Arcus tangens

Definition:

Der Arcus tangens ist die Umkehrfunktion des Tangens. Da der Tangens im Bereich {}_{\left] -\frac \pi 2, \frac \pi 2 \right[} stetig ist, wird der Arcus tangens wie folgt definiert:

\arctan:\ \mathbb R \rightarrow \left] -\frac \pi 2, \frac \pi 2 \right[,\ x\mapsto \arctan x

Satz:

Die Funktion arctanx ist stetig und streng monoton wachsend.

Satz:

Es gilt:

\lim\limits_{x\to\pm\infty} \left( \arctan x\right) = \pm\frac\pi 2

Die Funktion arctanx wird etwa benötigt um karthesische Koordinaten der Form (x,y) in Polarkoordinaten der Form {}_{(r,\varphi)} zu transformieren. Aus

(x,y) = (r\,\cos\varphi,\ r\,\sin\varphi)

folgt

(r,\tan\varphi) = \left( \sqrt{x^2+y^2} , \frac{y}{z}\right)

Bei der Bestimmung des Winkels {}_{\varphi \in \left[ 0,2\,\pi \right) } muss man berücksichtigen in welchem Quadrant der Punkt (x,y) liegt. Ist n die Nummer des Quadranten und {}_{\lfloor\ \rfloor} die Gaußklammer, so gilt:

(r,\varphi) = \left( \sqrt{x^2+y^2} , \arctan\frac{y}{x} +\left\lfloor \frac{n}{2} \right\rfloor\,\pi \right)

[Bearbeiten] Potenzfunktionen

[Bearbeiten] allgemeine Potenzfunktion

Definition:

Die allgemeine Potenzfunktion mit der Basis x und dem Exponenten y wird als

y \mapsto x^y

angegeben. Dies wird auch als allgemeine Potenzfunktion zum Exponenten y bezeichnet.

Der Definitionsbereich der Potenzfunktion ist vom Exponenten abhängig:

  • für {}_{y\in \mathbb Z \land y > 0} ist {}_{x^y} ein auf {}_{\mathbb R} definiertes Polynom.
  • für {}_{y\in \mathbb Z \land y < 0} ist {}_{x^y} ein auf {}_{\mathbb R\setminus 0} definierte rationale Funktion.
  • für y = 0 ist die Funktion gleich 1.
  • für {}_{y\in \mathbb R \setminus Z \land y \ne 0} sind der Definitionsbereich und das Bild das Intervall {}_{\left[0,\infty\right)}.
  • für {}_{y\in \mathbb R\setminus Z \land y < 0} sind der Definitionsbereich und das Bild das Intervall {}_{\left(0,\infty\right)}.

Satz:

Die Funktion {}_{x^y} ist im Bereich y < 0 streng monoton fallend und im Bereich y > 0 streng monoton wachsend.

Satz:

Die Funktion {}_{x^y} ist in ihrem Definitionsbereich stetig.

[Bearbeiten] allgemeine Exponentialfunktion

Definition:

Die allgemeine Exponentialfunktion mit der Basis x und dem Exponenten y wird als

{\forall x \in\mathbb{R}} \land {x > 0}:\ \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}^{+},\ x\mapsto x^y

angegeben. Dies wird auch als allgemeine Exponentialfunktion zur Basis x bezeichnet.

Satz:

Für die allgemeine Exponentialfunktion gilt das Multiplikationstheorem

\forall x,y\in\mathbb R:\ x^a\, x^b = x^{a+b}

Beweis:

TODO: siehe Rechenregeln für rationale und reelle Zahlen.

Satz:

Die Funktion {}_{x^y} ist für

  1. x > 1 streng monoton wachsend.
  2. x = 1 konstant.
  3. x > 1 streng monoton fallend.

Satz:

Die allgemeine Exponentialfunktion ist auf {}_{\mathbb R} stetig.

Beweis:

Es gelten {}_{\lim\limits_{n\rightarrow\infty} x^{\frac{1}{n}} = 1} und {}_{\lim\limits_{n\rightarrow\infty} x^{-\frac{1}{n}} = 1}.

Zu einem beliebigen ε > 0 gibt es daher eine natürliche Zahl {}_{n := N(\epsilon) \in \mathbb N}, so dass für x > 1 der Zusammenhang

1-\epsilon < x^{-\frac{1}{n}} < x^{\frac{1}{n}} < 1+\epsilon

gilt.

Für {}_{\left| y \right| < \frac{1}{n_\epsilon} = \delta(\epsilon)} folgt hieraus aufgrund der Monotonie der Exponentialfunktion der Zusammenhang

1 − ε < xy < 1 + ε

Die Funktion {}_{x^y} ist somit an der Stelle y = 0 stetig.


Für {}_{y\ne 0} schreibt man {}_{x^{y'} = x^y\,x^{{y'}-y}}. Der Beweis erfolgt über den Satz der Stetigkeit zusammengesetzter Funktionen.


Für {}_{y\in \left] 0,1 \right[} folgt die Stetigkeit durch Einsetzen von {}_{y = \frac{1}{b}} mit {}_{b\in\mathbb{R} \land b>1}.

Satz:

Es gilt:

  1. \forall x\in\mathbb R \land x > 1:
    \lim\limits_{y\rightarrow  \infty} x^y = \infty
    \lim\limits_{y\rightarrow -\infty} x^y = 0
  2. \forall x\in\mathbb R \land x \in \left] 0,1 \right[ :
    \lim\limits_{y\rightarrow  \infty} x^y = 0
    \lim\limits_{y\rightarrow -\infty} x^y = \infty

[Bearbeiten] allgemeiner Logarithmus

Da die allgemeine Exponentialfunktion {}_{b^x} mit {}_{b\ne 1} das Intervall {}_{\left] -\infty,\infty \right[} streng monoton auf das Intervall {}_{\left] 0,\infty \right[} abbildet, existiert eine Umkehrfunktion, welche das Intervall {}_{\left] 0,\infty \right[} auf {}_{\left] -\infty,\infty \right[} abbildet.

Definition:

Es sei {}_{b\in\mathbb R \land b > 0}. Die Umkehrfunktion der allgemeinen Exponentialfunktion {}_{b^x} ist definiert durch

\log_b:\ \mathbb R^{+} \rightarrow \mathbb R,\ y\mapsto \log_b x

und wird als Logarithmus zur Basis b bezeichnet.

Satz:

Es gilt:

  1. y = \log_b x \Leftrightarrow x = b^y
  2. \forall x \in \left] 0,\infty \right[:\ b^{\log_b x} = x
  3. \forall y \in \left] -\infty,\infty \right[:\ \log_b b^y = y
  4. logbb = 1
  5. logb1 = 0

Satz:

Für Logarithmen gelten die folgenden Rechenregeln:

  1. \log_b x + \log_b y = \log_b x\,y (Additionstheorem)
  2. \log_b x^y = y\,\log_b x
  3. \log_b z = \log_a z\,\log_b a

Beweis:

  1. Im Multiplikationstheorem für die allgemeine Exponentialfunktion {}_{b^{x+y} = b^x \, b^y} wird der Exponent x durch {}_{\log_b x} und der Exponent y durch {}_{\log_b y} ersetzt. Das Additionstheorem folgt aus
    b^{({\log_b x}+{\log_b y})} = b^{(\log_b x)} \, b^{(\log_b y)} = x\,y = b^{(\log_b x\,y)}
  2. Mit {}_{r = \log_b y} folgt aus {}_{(b^r)^x = b^{r\,x}} der Zusammenhang
    y^x = \left( b^{\log_b y} \right)^x = b^{x\,{(\log_b y)}}
  3. Ersetzt man in {}_{\log_b a^y = y\,\log_b a} die Variable y durch den Ausdruck {}_{\log_a z}, so erhält man den Zusammenhang
    \log_b a^{\log_a z} = \log_b z = {\log_a z}\,\log_b a

[Bearbeiten] natürliche Exponentialfunktion und natürlicher Logartithmus

Definition:

Die Funktion {}_{e^x} bzw. expx wird als natürliche Exponentialfunktion bezeichnet.

\exp:\ \mathbb R \rightarrow \left] 0,\infty \right[,\ x\mapsto e^x

Satz:

Die Funktion {}_{e^x} ist auf dem gesamten Bereich {}_{x\in\mathbb R} stetig und streng monoton wachsend.

Definition:

Die Umkehrfunktion von {}_{e^x} ist lnx und wird als natürlicher Logarithmus bezeichnet.

\ln:\ \left] 0,\infty \right[ \rightarrow \mathbb R,\ x \mapsto \ln x

Satz:

Für den natürlichen Logarithmus gelten die folgenden Zusammenhänge:

  1. ln1 = 0
  2. \forall x\in \mathbb R:\ \ln e^x = x (Spezialfall: \forall x\in \mathbb R:\ \ln e = 1)
  3. \forall x\in \mathbb R \land x > 0:\ e^{\ln x} = x

Satz:

Über {}_{x = e^{\ln x}} erhält man im Definitionsbereich {}_{ \left] 0,\infty \right[ } für {}_{x^y} den Zusammenhang {}_{x^y = e^{y\,\ln x}}.

Satz:

Es gilt

\forall x \in \left] 0,\infty \right[ :\ \log_b x = \frac{\ln x}{\ln b}

[Bearbeiten] Hyperbelfunktionen

Der Begriff „Hyperbelfunktion“ ist darin begründet, dass die Punkte

t\in\mathbb R:\ (\cosh t,\sinh t)

alle auf der Hyperbel

x2y2 = 1

liegen. Es handelt sich also um die Parameterdarstellung dieser Hyperbel.

Satz:

Alle Hyperbelfunktionen sind auf ihrem Definitionsbereich stetig.

[Bearbeiten] Cosinus hyperbolicus

Definition:

Der Cosinus hyperbolicus wird definiert über

\cosh :\  \mathbb R \rightarrow \left[ 1,\infty \right[  ,\ x \mapsto \frac{e^x + e^{-x}}{2} = -i\,\sin(i\,x)

Satz:

Die Funktion cosh ist gerade.

Satz:

Die Funktion cosh ist im Bereich {}_{\left] -\infty,0 \right]} streng monoton fallend und im Bereich {}_{\left[ 0,\infty \right[} streng monoton wachsend.

Satz:

Es gilt

  1. \lim\limits_{x\rightarrow\pm\infty} \cosh x = \infty
  2. \lim\limits_{x\rightarrow\infty} \cosh x = \infty
  3. \lim\limits_{x\rightarrow-\infty} \cosh x = -\infty
  4. \lim\limits_{x\rightarrow\infty} \cosh x = 1
  5. \lim\limits_{x\rightarrow-\infty} \cosh x = -1

[Bearbeiten] Sinus hyperbolicus

Definition:

Der Sinus hyperbolicus wird definiert über

\sinh :\  \mathbb R \rightarrow \left] -\infty,\infty \right[  ,\ x \mapsto \frac{e^x - e^{-x}}{2} = \cos(i\,x)

Satz:

Die Funktion sinh ist ungerade.

[Bearbeiten] Tangens hyperbolicus

Definition:

Der Tangens hyperbolicus wird definiert über

\tanh :\  \mathbb R \rightarrow \left] -1,1 \right[  ,\ x \mapsto \frac{\sinh x}{\cosh x}

Satz:

Die Funktion tanh ist ungerade.

[Bearbeiten] Cotangens hyperbolicus

Definition:

Der Cotangens hyperbolicus wird definiert über

\coth :\  \mathbb R \setminus 0 \rightarrow \mathbb R\setminus \left[ 1,1 \right] ,\ x \mapsto \frac{\cosh x}{\sinh x}

Satz:

Die Funktion coth ist ungerade.

[Bearbeiten] Additionstheoreme

Satz:

Es gelten {}_{\forall x,y \in \mathbb R} die folgenden Additionstheoreme:

  1. cosh2x − sinh2x = 1
  2. \cosh^2 x + \sinh^2 x = \cosh(2\,x)
  3. \cosh x \pm \sinh x = e^{\pm x}
  4. \cosh(x \pm y) = \cosh x\, \cosh y \pm \sinh x\,\sinh y
  5. \sinh(x \pm y) = \sinh x \, \cosh y \pm \cosh x \, \sinh y

Diese Additionstheoreme ergeben sich über die Definition der Hyperbelfunktionen aus den Eigenschaften der Exponentialfunktion.

[Bearbeiten] Areafunktionen

Definition:

Die Areafunktionen sind die Umkehrfunktionen der Hyperbelfunktionen.

[Bearbeiten] Area sinus hyperbolicus

Satz:

Die Funktion Area sinus hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Sinus hyperbolicus. Sie wird definiert durch

\operatorname{arsinh}:\ \mathbb R\rightarrow \mathbb R,\ x\mapsto \ln\left( x+\sqrt{x^2 + 1} \right)

Beweis:

Da die Funktion sinh auf {}_{\mathbb R} streng monoton wachsend ist, existiert eine Umkehrfunktion. Aus den Definitionen

\sinh x = \frac{1}{2}\,\left( e^x - e^{-x} \right)

und

x = \sinh y \Leftrightarrow x = \operatorname{arsinh\,} y

folgt

2\,x = e^y - e^{-y}.

Mit {}_{e^y = z} und anschließender Multiplikation mit z erhält man die quadratische Gleichung

z^2-2\,x\,z-1=0

mit den Lösungen

z_{1,2}=x\pm\sqrt{x^2+1}.

Da z > 0 ist, gilt

z = e^y = x+\sqrt{x^2+1}.

Daraus erhält man

y = \ln\left(x+\sqrt{x^2+1}\right).

[Bearbeiten] Area cosinus hyperbolicus

Satz:

Die Funktion Area cosinus hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Cosinus hyperbolicus. Sie gilt nur im Intervall {}_{\left[1,\infty\right[} und ist definiert durch

\operatorname{arcosh}:\  \left[1,\infty\right[ \rightarrow \left[0,\infty\right[  ,\ x \mapsto \ln\left( x + \sqrt{x^2 - 1} \right)

Beweis:

Die Funktion y = coshx jeden Wert {}_{y \in \left] 0,\infty \right[} zweimal an.

Auf dem Bereich {}_{x \in \left[ 0,\infty \right[} ist sie streng monoton wachsend. In diesem Bereich existiert daher eine Umkehrfuktion. Aus den Definitionen

\cosh x = \frac{1}{2}\,\left( e^x + e^{-x} \right)

und

x = \cosh y \Leftrightarrow x = \operatorname{arcosh\,} y

folgt

2\,x = e^y + e^{-y}.

Mit {}_{e^y = z} und anschließender Multiplikation mit z erhält man die quadratische Gleichung

z^2-2\,x\,z+1=0

mit den Lösungen

z_{1,2}=x\pm\sqrt{x^2-1}.

Da z > 0 ist, gilt

z = e^y = x+\sqrt{x^2-1}.

Daraus erhält man

y = \ln\left(x+\sqrt{x^2-1}\right).

Satz:

Die Funktion {}_{-\operatorname{arcosh\,} y} ist die Umkehrfunktion von y = f(x) = coshx mit {}_{x \in \left[ 0,-\infty \right[}.

[Bearbeiten] Area tangens hyperbolicus

Satz:

Die Funktion Area tangens hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Tangens hyperbolicus. Sie ist definiert durch

\operatorname{artanh}:\ \left] -1,1 \right[ \rightarrow \mathbb R,\ x \mapsto \frac{1}{2}\,\ln\frac{1+x}{1-x}

Beweis:

Die Funktion tanh ist auf {}_{\mathbb R} streng monoton wachsend. Es existiert daher eine Umkehrfunktion.

Aus der Definition von x = tanhy folgt mit {}_{z = e^y} die Gleichung

x = \frac{z-\frac 1 z}{z+\frac 1 z}.

Durch Umformen erhält man

z^2 = \frac{1+x}{1-x}.

Daraus erhält man durch Logarithmieren die Gleichung

y = \ln z = \frac{1}{2}\,\ln\frac{1+x}{1-x}.

[Bearbeiten] Area cotangens hyperbolicus

Satz:

Die Funktion Area cotangens hyperbolicus ist die Umkehrfunktion des Cotangens hyperbolicus. Sie wird definiert durch

\operatorname{arcoth}:\ \mathbb R\setminus \left[ -1,1 \right] \rightarrow \mathbb R\setminus 0,\ x\mapsto \frac 1 2\, \ln \frac{x+1}{x-1}

Beweis:

TODO

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