Organisationssoziologie in Unternehmen

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Die Organisationssoziologie beschäftigt sich sowohl mit dem Prozess der Entscheidungsfindung in Organisationen, als auch mit Organisationen an sich. In Bezug auf Wirtschaftsorganisationen stellen sich somit die Fragen nach der Entscheidung in Unternehmen.

[Bearbeiten] Hierarchie- bzw. Organisationsformen

Der Prozess der Entscheidungsfindung kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise erfolgen, tritt jedoch in Unternehmen zumeist in Form der Machtverteilung und der Hierarchiestruktur am deutlichsten zu Tage. In Unternehmen gibt es folgende Hierarchie- bzw. Organisationsformen, von denen die bekanntesten in Wirtschaftsunternehmen folgende sind:

  1. Einliniensystem
  2. Mehrliniensystem
  3. Stablinienorganisation
  4. Matrixorganisation
  5. Netzwerkorganisation

Im Folgenden werden die einzelnen Organisationen genauer erläutert.

Einliniensystem: In Einlinienorganisationen ist der Prozess der Entscheidungsfindung sehr linear – es gibt nur einen Weg zur nächsten Entscheidungsinstanz (—> “eine Linie”). Dadurch werden Machtkämpfe von vornherein ausgeschlossen; es steht fest, wer in einer Frage zu entscheiden hat. Allerdings dauert es auch sehr lange, bis Entscheidungen kommuniziert sind, da immer nur eine Person mit der nächsten in Kontakt steht. Die Kommunikation erfolgt stets nur zwischen zwei Personen.

Mehrliniensystem: Eine andere – wenn auch ähnliche – Form der Organisation in Unternehmen ist die Mehrlinienorganisation, in der nicht ein Vorgesetzter, sondern mehrere Vorgesetzte mit geteilten Aufgabenbereichen die Organisation übernehmen. Von Nachteil hierbei jedoch ist der hohe Aufwand für die Administration und die schwierig zu gestaltende klare Abgrenzung der Aufgabenbereiche. Andererseits liegt eine große “Problemlösungskapazität” vor, da jeder Einzelbereich von jeweiligen “Abteilungsleitern” vertreten wird. Beispiel: In einem Betrieb gibt es Arbeiter, die Autos zusammenbauen. Ein “Abteilungsleiter” ist zuständig für den Zeitplan (Arbeitszeiten) der Mitarbeiter, ein anderer verteilt die Aufgaben; dadurch ist wiederum eine weitere Hierarchiestufe nötig, die dafür sorgt, dass manche Arbeiter nicht zu viel Arbeit in zu kurzer Zeit auferlegt bekommen.

Stablinienorganisation: Als Mischform der beiden vorhergehenden erweist sich das Stabliniensystem, in welchem zwar jedem Angestelltem – wie beim Einliniensystem – ein Vorgesetzter vorsteht, dieser jedoch von Spezialisten beraten wird. Dadurch hat ein Vorgesetzter die gesamte Weisungsbefugnis, der Informationsweg wird verkürzt. Die Entscheidungsgewalt hat hierbei der “Abteilungsleiter”, seine “Berater” haben zwar keine formelle Entscheidungsmacht, jedoch haben sie durch ihre fachliche Kompetenz potenziell großen Einfluss.

Matrixorganisation: Als eine Unterform von Mehrlinienorganisationen kann die Matrixorganisation bezeichnet werden. In ihr fließen Formen der Projektarbeit ein, wodurch die Hierarchiestruktur sehr komplex ist. Man stelle sich ein(e) Organisation/Unternehmen vor, indem es um die Prozessierung verschiedener Produkte (Produkt I, Produkt II) geht. Jedes Produkt ist dabei das Ergebnis eines Arbeitsprozesses. Dieser lässt sich in verschiedene Aufgabenbereiche (a, b, c) unterteilen. Jedem dieser Aufgabenbereiche steht ein Bereichsleiter (Bereichsleiter a, Bereichsleiter b, Bereichsleiter c), ähnlich dem, der Mehrlinienorganisation, vor. Zugleich gibt es jedoch einen Zuständigen (Produktionsleiter I, Produktionsleiter II) für den gesamten Prozessablauf des jeweiligen Produktes. So ist z.B. Bereichsleiter a in seinem jeweiligen Bereich (a) sowohl für Produkt I, als auch für Produkt II zuständig. Produktionsleiter I allerdings nur für den Prozess des Produktes I zuständig. Dadurch entsteht eine Überlagerung der Kompetenzen. In jedem Bereich (a. b. c) überschneiden sich nun die Kompetenzen des jeweiligen Produktionsleiters mit denen des jeweiligen Bereichsleiters. Jedoch werden auch die Kommunikationswege verkürzt, wodurch eine höhere Flexibilität und eine schnelle Entscheidungsgeschwindigkeit erleichtert wird.

Netzwerke: Die Netzwerkorganisation unterscheidet sich sehr von den übrigen vier, hier vorgestellten Organisationsformen. In ihr besteht kaum eine Hierarchie und jeder Mitarbeiter beteiligt sich komplett frei. Ein “Chef” / “Vorgesetzer” ist entweder demokratisch (durch andere Netzwerkteilnehmer) bzw. meritokratisch (aufgrund seiner Kompetenz / Leistung) gewählt. Ein gutes Beispiel für diese Organisationsform ist die Open Source-Szene im Bereich der Informationstechnik.

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