Projekt:Mathematik ist überall/Aktuelles/Peirce-Zahlen
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Die Peirce-Zahlen (nach Charles S. Peirce; auch Peirce-Folge oder - mit der nötigen Vorsicht - Peirce-Kontinuum) bilden eine Zahlenmenge. Der Begriff des Kontinuums ist in der modernen Mathematik umstritten und auch hier wird auf diese Problematik eingegangen. Die Interpretation als Folge darf zumindest als etabliert angesehen werden, sie ist dann aber dem allgemeinen Sprachgebrauch geschuldet. Folgen werden oft vereinfachend als geordnete Menge von Zahlen angesehen. Die Peirce-Zahlen können als eine präzisere Fassung der rationalen Zahlen aufgefasst werden. Im Vordergrund stehen hier die Werte der Elemente und erst an zweiter Stelle deren Aufbau aus Zähler und Nenner. In letzter Zeit rücken die Arbeiten von Peirce wieder in den Focus des allgemeinen Interesses. So gibt es interessante Untersuchungen auf den Gebieten der Zahlentheorie. Auch die nichtlineare Struktur von "geradlinigen Punktmengen" (Linien, nicht unbedingt euklidische Geraden) erscheint durch die Peirce-Zahlen in einem neuen Licht. [Bearbeiten] GeschichtlichesCharles Sanders Peirce versuchte – inspiriert durch Cantor – ein Kontinuum zu erarbeiten. Im Gegensatz zu den Arbeiten Cantors basieren die Arbeiten von Peirce auf einer partikulären Betrachtung der Elementeigenschaften. Sein Ansatz nutzte die rationalen Zahlen als Ausgangspunkt und lautete:
Diese Betrachtungssweise von Problemen seitens Peirce ist auch in seinen Arbeiten zur Abdunktion zu erkennen. Die Arbeiten von Peirce auf dem Gebiet des Kontinuumgedankens werden in zeitliche Abschnitte eingeordnet, um sein Schaffen mit dem von Cantor besser zu vergleichen [1]. Hier werden hauptsächlich die neueren Aspekte der Peirce-Folge betrachtet. Trotzdem ist die Parallelität zu den Arbeiten Cantors sehr wichtig. Die Inhalte und Konsequenzen beider Sichtweisen führen sehr tief in die Grundlagen der modernen Mathematik. [Bearbeiten] Argumente für ein KontinuumDer von Peirce gezeigte generative Aufbau der Menge
Das dritte ist das stärkste und verwirrendste Argument für ein cantorsches Kontinuum. Kurioserweise bezieht dieses Argument seine Stärke aus Cantors erstem Diagonalargument der Abzählbarkeit. |
[Bearbeiten] Unterschiede in den AnsätzenPeirce war auch Philosoph und dort vor Allem auf dem Gebiet der Logik tätig. Für ihn bestand zunächst kein Unterschied zwischen seiner Betrachtung und der Tatsache, dass auch Elemente aus Das änderte sich spätestens mit Cantors Beweis zur Abzählbarkeit der rationalen Zahlen. Hier gibt es für jedes Element unendlich (präzise: abzählbar unendlich) viele mit gleichem Wert. So sind die Werte von
alle gleich. Die Elemente der Zahlenmenge Cantors Herangehensweise war allgemein, die Menge betreffend, während Peirce die Partikeleigenschaften (Elemente der Menge) zum Ausgangspunkt machte. Die abduktive Herangehensweise von Peirce wurde dem Anspruch des Kontinuums nach seiner Überzeugung gerecht. Die Abduktion in dieser Form kann als Erweiterung der syllogistischen Logik angesehen werden. Erst die Formulierung der Zermelo-Fraenkel-Axiomatik (ZFC) zeigt, dass Peirce kein Kontinuum im Cantorschen Sinne präsentierte. Weil die ZFC aber bis heute nicht als völlig widerspruchsfrei bezeichnet werden kann, rücken die Arbeiten von Peirce wieder in den Vordergrund. Hier sei nur das Gebiet der Nichtstandardanalysis angeführt. |
[Bearbeiten] Erste DetaillierungDie rein partikuläre Betrachtung von Peirce bedurfte nun einer Umformulierung, denn die einfache Anwendung der Trichotomie ganzer Zahlen
ist in Weil Peirce von den Elementen und ihren Eigenschaften auf die Menge (abduktiv) schließen wollte und das (für ihn) entscheidende Kriterium der Wert war, präsentierte Peirce eine abgewandelte Version. Außer dem Enthaltensein in
Mit diesen Voraussetzungen ist die Unterscheidbarkeit der Elemente über ihre Werte gewährleistet. Auf die Feinheit, die 0 (Null) im Nenner auszuschließen verzichtete Peirce, denn zur Zeit seines Wirkens war es durchaus üblich eine Division durch 0 (Null) mit Damit sind sind auch die Werte aller Elemente unterscheidbar. Peirce konnte die Erschließung also weiter an den Eigenschaften orientieren, ohne auf seine anfängliche Forderung zu verzichten. |
[Bearbeiten] Erzeugung der Elemente |
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Peirce nutzte eine besondere Form der Addition, um die Elemente der Menge Cauchy stieß auf Fareys Behauptung und erbrachte den fehlenden Beweis (Exercices de mathématiques, I, 114-116)). Offensichtlich wurde dem Beispiel Cauchys gefolgt, und die Entdeckung wurde allgemein Farey zugeschrieben. Die erforderlichen Eigenschaften der Farey-Addition ergeben sich auch aus den Werken von Diophantos von Alexandrien. So gilt für jede Addition teilerfremder Zahlen
Peirce formulierte folgenden Ansatz, der analog zur Farey-Folge ist, jedoch ohne die dort vorhandene Einschränkung, dass der maximale Nenner die aktuelle Generation (in Farey-Folgen oft auch Ordnung genannt) nicht überschreiten darf.
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Es zeigt sich, dass in jeder weiteren Generation die neuen (roten) Elemente aus der Addition von Zähler und Nenner der unmittelbar benachbarten Elemente gebildet werden. Die Übereinstimmung mit der Farey-Folge ist bis zur 3ten Generation gegeben. Ab der 4ten Generation gilt für die Farey-Folge die Einschränkung, dass der Nenner Um im Kontext zum Cantorschen Kontinuum zu bleiben, werden die Peirce-Zahlen ab jetzt nur im Intervall [0 ...1] betrachtet. Das ist ohne Probleme möglich, weil das Element Sei
Damit kann die Vorschrift zur Erzeugung schon etwas reduziert werden. Statt des rechtsseitigen Elements Auf eine Erweiterung des Intervalls wird bei Bedarf jeweils ausdrücklich hingewiesen. |
[Bearbeiten] Umformulierung der Farey-AdditionDie Folge wird als (geordnete) Menge
Die Ordinalzahl eines Elements sei i. Damit ergibt sich folgende allgemeine Indizierung der Elemente q und deren Komponenten n, z:
Für die Elemente der Folgegeneration g+1 ergibt sich die vereinfachte Berechnung:
Damit ist die Folgegeneration im Intervall
Jetzt ist das gesamte Intervall [0 ... 1] bestimmt. Durch die Interpretation als geordnete Menge kann die Angabe der Ordinalzahl entfallen und durch eine Fallunterscheidung ersetzt werden.
[Bearbeiten] Nur ein Element genügtDie Brüche werden im wesentlichen nur durch die Addition von Zähler und Nenner bestimmt. Alles weitere ergibt sich aus den unterscheidbaren Symmetrieen. Durch dieses Verfahren ist es möglich, alle Elemente der Peirce-Folge aus nur einem Anfangselement herzuleiten. Das Anfangselement sei Sei
Die Fallunterscheidung enthält ebenfalls die Summe von Zähler und Nenner. Im ersten Fall wird aber der Zähler beibehalten. Die Umformung des ersten Falls ergibt mit der Addition von 1 und der Bildung des Kehrwertes
Damit kann auch der zweite Fall umgeformt werden.
Für das Intervall
Die gesamte Entwicklung der Peirce-Folge und damit natürlich auch der Farey-Folge kann allein aus dem Startelement Wird mit Interessant ist, dass die Entwicklung der Peirce-Folge ähnlich beginnt wie Peano die natürlichen Zahlen axiomatisierte. In beiden Entwicklungen wird mit 1+1 (oder 0+1, wenn 0 Element der Menge sein soll) begonnen. |
[Bearbeiten] Eigenschaften der Peirce-ZahlenDie Eigenschaften der Peirce-(Zahlen)Folge sind abhängig von der Interpretation. Als geordneten Menge von Elementen handelt es sich um benachbarte Individuen. Diese Interpretation wird auch bei den natürlichen Zahlen verlangt, sofern sie über die Peano-Axiome erzeugt werden. Die folgenden Abschnitte zeigen einige Eigenschaften. Auch die Widerlegung der Vermutung, es handele sich um ein Kontinuum, erfolgt über die hier beschriebenen Eigenschaften. [Bearbeiten] MonotonieDurch die Erzeugungsvorschrift von Peirce ergibt sich ein streng monotoner Verlauf der Elemente. In diesem Fall ist es einfacher und formal sogar korrekter, von einer Folge zu sprechen. Sei
[Bearbeiten] DichteDie Dichte meint den Abstand von zwei unmittelbar benachbarten Elementen. Sie wird durch einfache Bildung der Differenz ermittet.
Die Dichte ist nicht konstant. Folgende Abbildung zeigt die Änderung der Differenzen. Zur besseren Veranschaulichung wurden die einzelnen Punkte miteinander verbunden. [Bearbeiten] Teufelstreppe als Argument für ein KontinuumEine Untersuchung der Werte zeigt einen treppenartigen Verlauf, der mit dem der Cantor-Menge (ein weiteres Kontinuum) weitgehend übereinstimmt. In der modernen Mathematik gilt, dass
In der Umsetzung ergibt sich folgende Darstellung, wobei wieder die Punkte durch Linien verbunden sind: Es handelt sich um die sog. Teufelstreppe. Die Darstellung der Werte erfolgt in Abhängigkeit der Ordinalzahlen. An den entsprechenden Positionen befindet sich jeweils eine Peirce-Zahl, deren jeweiliger Wert entlang der senkrechten Achse aufgetragen ist. [Bearbeiten] Summen der DifferenzenDie Summe aller Differenzen im Intervall [0 ... 1] ergibt stets 1.
Aus dieser Gleichung folgt für jeden Stammbruch
Jeder Stammbruch in den Peirce-Zahlen ist eine Reihenentwicklung der Elementdifferenzen. [Bearbeiten] Ermittlung der MächtigkeitHier liegt eine Interpretation als geordnete Menge vor. Im Gegensatz zur Farey-Folge, wird bei Peirce jede Lücke (der Raum zwischen zwei benachbarten Elementen) gefüllt. Bei Jeder neuen Generation kommen also genau so viele Elemente hinzu, wie Lücken vorhanden sind. Durch jedes neue Element entstehen aber wieder zwei Lücken, die in der nächsten Generation gefüllt werden müssen. Damit ergibt sich die Anzahl der Lücken über die Potenzen von 2 und ist abhängig von der Generation. Um die Kontinuität zur Farey-Folge zu wahren, beginnt jetzt die Zählung der Generationen bei 0 (Null) und verwendet die Startelemente Sei l die Anzahl der Lücken und g die Generation, so ergibt sich
Die Anzahl der Elemente und damit die Mächtigkeit ergibt sich dann aus
[Bearbeiten] Mächtigkeit als Argument für ein KontinuumDie Mächtigkeit(en) werden oft als weiteres Argument dafür genommen, dass die Peirce-Zahlen ein Kontinuum seien. Es ist tatsächlich eines der stärksten, denn es basiert auf Cantors Argumentation. Die Generationen g der Peirce-Zahlen sind abzählbar, denn
Elemente vorhanden. Das würde bedeuten, dass diese Menge überabzählbar viele Elemente enthält und damit die Voraussetzungen eines Kontinuums erfüllt. [Bearbeiten] Entkräftung des Arguments "Mächtigkeit"Das oft als stärkstes Argument für ein Kontinuum angeführte Argument der Mächtigkeit Die Erzeugung der Peirce-Zahlen ist genaugenommen keine Folgenentwicklung sondern die Vereinigung zweier disjunkter Mengen. Dabei wird die zweite Menge aus der ursprünglichen erzeugt, wobei die angewendeten Operationen für die unterschiedlichen Elemente sorgen. Bei den Peirce-Zahlen und der Farey-Folge ist es die Farey-Addition. Auch die Zahlenmenge
Zu jedem Element der Menge
Die neue Menge
Die "letzte" Generation
Auch hier errechnet sich die Mächtigkeit aus Hier, und auch bei der Erzeugung der Peirce/Farey-Zahlen, werden stets abzählbare Mengen vereinigt. Die Vereinigung von abzählbaren disjunkten Mengen ergibt wieder eine abzählbare Menge. Damit wird auch die Interpretation als einfache Folge entkräftet, was auch Auswirkungen auf die Farey-Folge hat. |
[Bearbeiten] Bezüge zur ZahlentheorieHier sind zunächst die irrationalen Zahlen interessant. Weil Peirce von einem Kontinuum ausging, sollte es möglich sein auch irrationale Zahlen in der Menge Trotzdem, oder gerade deswegen, sind die Peirce-Zahlen ein wertvolles Hilfsmittel bei der Untersuchung einiger Probleme der Zahlentheorie. So konnte eine Hülle der rationalen Werte ermittelt werden und die Erdös-Strauss-Vermutung auf eine sehr effektive Weise untersucht werden. Die folgenden Abschnitte zeigen die Grundlagen, mit denen die Eigenschaften der Peirce-Zahlen für die genannten Bereiche nutzbar gemacht wurden. [Bearbeiten] Der Goldene SchnittDer goldene Schnitt ist eine der interessantesten irrationalen Zahlen. Dieser Wert ist natürlich kein Element der Menge Hier hat die Peice-Folge im Intervall [0 ... 1] ihre höchsten Dichten, die Differenz benachbarter Elemente ist also besonders klein. Die Voraussetzungen für diese Äußerung sind:
Es ist einfacher das unter 1. genannte Element als "Maxelement" zu bezeichnen. Damit ist natürlich kein Maximalelement im Sinne eines Maximalwertes gemeint. Das Maxelement qmax der Generation g hat folgende Eigenschaften:
[Bearbeiten] Existenz des MaxelementsIn jeder Generation existiert genau ein Element mit den genannten "Max"-Eigenschaften. Das erklärt sich aus der Farey-Addition. Aus der Anfangssituation mit zwei Elementen ergibt sich der neue Zähler aus 0+1 und der neue Nenner aus 1+1. Das neu hinzukommende Element ist Weil stets das aktuelle Maxelement mit dem vorangegangenen benachbart ist, muss das nächste Maxelement immer auch Nachbar des aktuellen sein. Damit kann es stets nur ein Maxelement pro Generation geben. [Bearbeiten] Positionierung des MaxelementsDie Position des Maxelements muss auf die Mächtigkeit bezogen sein. Weil aber die Elementanzahl mit jeder Generation exponentiell zunimmt, muss erst die Positionierung innerhalb der Generationen bestimmt werden. Der Unterschied zwischen Positionierung und Position besteht hier darin, dass unter Positionierung etwas absolutes zu verstehen ist und unter Position etwas relatives. Das Element Ausgehend von der Generation mit genau einer Lücke
ergibt sich in der Folgegeneration
Die Position ist jetzt links vom alten Maxelement. Eine Generation weiter
ist sie rechts vom alten Maxelement. Außerdem ergibt sich ein wachsender Abstand von der unteren und oberen Intervallgrenze. Diese Abstände nehmen mit jeder weiteren Generation zu, aber in unterschiedlichem Maß. Die Position ist durch die Anzahl der Lücken vor dem Maxelement bestimmt. Ihre Anzahl ist (1, 3, 5, 11, ...). Sei f (Fehlstelle) die Anzahl der Lücken in jeder Generation, so kann f mit der Generation indiziert werden und es ergibt sich:
Die Rekursion folgt dem allgemeinen Ansatz:
Die generalisierte Form zur Bestimmung der dem Maxelement vorangehenden Lücken ergibt sich durch Entfernung von
Das alternierende Vorzeichen des Summanden 1 hat seine Ursache ebenfalls in den Peirce-Zahlen. [Bearbeiten] Der GrenzwertBei jeder neuen Generation wechselt das neue Maxelement seine Position zum alten. Das alternierende Vorzeichen des Summanden 1 erklärt sich aus der Differenz von altem und neuem Maxelement. Maxelemente werden wie alle anderen auch berechnet. Die Addition der Zähler und der Nenner benachbarter Brüche führt beim Maxlement zwangsläufig dazu, dass ein neues Maxelement stets unmittelbarer Nachbar des alten ist. Über die Generationen ergibt sich eine Folge von Maxelementen.
Zähler und Nenner der Maxelemente entsprechen den Fibonacci-Zahlen. Die Quotienten dieser Folge von Maxwerten haben den bekannten Grenzwert:
Die Differenz zweier Elemente aus dieser Folge entspricht der Differenz der Maxelemente aus zwei aufeinander folgenden Generationen der Peirce-Zahlen. Sei
Weil
Der fett dargestellte Zähler ist die "Simpson"- oder auch "Catalan"-Identität. Hierbei gilt stets:
Dadurch erklärt sich das alternierende Vorzeichen des Summanden 1 bei der Ermittlung der Position (vorheriger Abschnitt). [Bearbeiten] Position des MaxelementsFür die Generationen g gilt, dass von der Farey-Entwicklung ausgegangen wird. Die Zählung beginnt bei 0 (null) mit zwei Startelementen, den Grenzen des Intervalls [0 ... 1]. Die Position des Maxelements in der Generation g
Für die Ordinalzahl gilt Werden mehrere Genrationen untersucht, so ergibt sich für die Position des Maxelements ungefähr
Diese Beobachtung muss für alle ungeraden Generationen bewiesen werden. Hier wird das Verfahren der vollständigen Induktion benutzt. Der Nenner folgt dabei aus
Induktionsschritt
erfolgt wegen Induktionsschluß von g
auf g + 2
qed. Der goldene Schnitt gilt deshalb als Hülle der rationalen Werte, weil die Werte des rationalen Intervalls [0 ... 1] an dieser Stelle so aufgeteilt werden können, dass ihre Positionen in der Ebene erhalten bleiben. Damit sind interessante Einblicke in die verborgenen Strukturen der rationalen Werte möglich. Die folgende Abbildung zeigt die Werte von 14 Generationen der Peirce-Folge. Weil das Maxelement eine Koordination nach Zähler und Nenner zulässt (hier haben beide Komponenten ihr Maximum in der Generation), ist der Ort von jedem Bruch auf dieser Ebene eindeutig bestimmt. Die dritte Koordinate ist der Wert des Elements. Die Darstellung wurde so gedreht, dass wenigstens ein Minimum an Struktur erahnt werden kann. Die Ansicht wurde so gewählt, dass bereits die ungleichmäßige Verteilung deutlich wird. Wird diese "Wolke" auf die begrenzenden Ebenen des Darstellungsraums projiziert, ergeben sich weitere interessante Details (s.u.).
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[Bearbeiten] Elemente als KettenbrücheDer "goldene Schnitt" ist der einfachste aller Kettenbrüche Die Elemente von fünf Generationen werden in einer Tabelle zusammengefasst. Zur besseren Übersicht erfolgt die Kettenbruchdarstellung senkrecht unter dem jeweiligen Element von oben nach unten.
Kettenbrüche sind die eigentliche Basis der Peirce-Zahlen. Dabei wird auch eine Besonderheit der Kettenbrüche deutlich. Das Element Beginnend mit dem Element
Die Entwicklung zur "goldenen Zahl" ist deutlich. Allerdings ist dieser Kettenbruch um eine Stelle länger. Trotzdem ist das Element in beiden Fällen gleich Die Intervalle der Peirce-Folge sind symmetrisch zu Das Intervall sei Wegen der Symmetrie gilt für alle Elemente auch
Für das Symmetrieelement ergeben sich die beiden unterschiedlichen, aber gleichwertigen Darstellungen:
Die weitere Entwicklung der Peirce-Zahlen setzt voraus, dass
Diese beiden Kettenbrüche des einen Wertes
Bei
Im zweiten Fall
Zur Unterscheidung der beiden Teilintervalle werden die Elemente mit dem zusätzlichen Index l für links und r für rechts versehen.
Die Elemente werden als Mengenelemente aufgefasst, womit die Vereinigungsmenge gebildet werden kann. Dabei wird die vorhandene Ordnungsrelation (strenge Monotonie) berücksichtigt. Es ergibt sich:
Entsprechend der Fallunterscheidung können die weiteren Elemente ohne die doppelte Verwendung des Symmetrieelements erzeugt werden. Auf das rechte Symmetrieelement wird verzichtet. Zur Berechnung der Folgegeneration müssen die Elemente der aktuellen für beide Teilintervalle herangezogen. Die linke Seite des Intervalls:
Die rechte Seite des Intervalls:
Nur wegen der Vollständigkeit wird die Vereinigungsmenge gebildet. Dabei ist der Verzicht auf die rechtsseitige Ausprägung des Symmetrieelements berücksichtigt.
[Bearbeiten] Peirce(Farey)-SpurenPeirce-Spuren, oft auch Farey-Spuren genannt, werden oft zum Nachweis von Irrationalitäten über die Pellsche Gleichung herangezogen. Die Verfolgung einer Spur durch die Generationen der Peirce-Zahlen erfolgt dort über ein System von Matrizen der Form
Dabei beschreiben
Diese Startbedingungen sind in der Matrix Den Weg zum goldenen Schnitt und seinem ganz kleinen Bruder zeigt die folgende Abbildung. Dabei werden nur die Lücken zwischen den Elementen beschritten. Damit soll auch gezeigt werden, dass nicht rationale Werte angestrebt werden. Die Multiplikation der Matrizen ergibt genau den "Ablauf" durch die Generationen. Mit entsprechenden Kombinationen der L − R-Multiplikationen sind Näherungen für beliebige irrationale Werte möglich. Die Funktionsweise für eine beliebige Matrix A:
und
Es ergeben sich die Wege aus der Abbildung. Auch die doppelte Interpretation von Die Offenbar können über die Peirce-Spuren auch irrationale Werte mit beliebiger Genauigkeit ermittelt werden. Die L-R-Sequenzen beginnen im Beispiel bei |
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[Bearbeiten] Häufige FehlinterpretationenLeider wird die Peirce-Folge oft mit der Farey-Folge verwechselt. So werden Operationen und weiterführende Assoziationen oft einfach als "fareysch" attributiert, obwohl nur in den Peirce-Zahlen definiert. |
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[Bearbeiten] Farey-AdditionDie Farey-Addition ist in ihrer einfachen Verwendung
nicht abgeschlossen. Erst die zusätzliche Berücksichtigung der sog. Ordnung (hier Generation) sichert die Abgeschlossenheit und Wohldefiniertheit. |
[Bearbeiten] Ford-KreiseLeider gibt es auch fehlerhafte Verwendungen des Begriffs "Peirce-Folge". So ist die Erzeugung von Ford-Kreisen nur mit Elementen der Farey-Folge möglich. Bei der Peirce-Folge ergeben sich wegen der nicht vorhandenen Beschränkung des maximalen Nenners auf die aktuelle Generation falsche Radien. Die Kreise aus der Peirce-Folge würden sich schneiden. |
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Kontinuum und Konstitution der Wirklichkeit. KAPITEL 1, S. xxiv. Deutsche Nationalbibliothek: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=97204521X
[Bearbeiten] Literatur
| Autor | Titel | Verlag | Jahr | ISBN |
|---|---|---|---|---|
| Deiser | Einführung in die Mengenlehre | Springer | 2002 | ISBN=3-540-42948-4 |
| Aigner, Ziegler | Das Buch der Beweise | Springer | 3-540-40185-7 | |
| Ebbinghaus, Flum, Thomas | Einführung in die Mathematische Logik | Spektrum | 2007 | 978-3-8274-1691-9 |
| Gardner | Mathematischer Karneval | Ullstein | 1993 | |
| Basieux | Die Architektur der Mathematik | Rowohlt | 2000 | 3-499-61119-8 |
| Schark | Konstanten in der Mathematik - variabel betrachtet | Harri Deutsch | 2007 | 3-8171-1231-9 |
(V für Value) hat durchaus Parallelen zum Kontinuum von Cantor.
zu seinen Lebzeiten durchaus üblich).
.
stets die eben beschriebene Eigenschaft haben.
aufgebaut. Cantor bewies mit seinem Zählverfahren auch, dass alle abzählbaren Mengen stets die Mächtigkeit (Betrag) der natürlichen Zahlen haben.

als gültig anzusehen.

irgendeines Elements die Generationsnummer
nicht übersteigen darf.
ein sog. Symmetrieelement ist. Es handelt sich dabei um eine Eigenschaft der Peirce-Zahlen bzw. der Peirce-Folge. Für Elemente mit gleichem Abstand von diesem zentralen Element gilt stets folgende Beziehung:
das linksseitige und
das rechtsseitige Element, dann gilt:
genügt nun das Element
interpretiert. Dabei ist g die jeweilige Generation, beginnend bei 0 (Null).





vollständig bestimmt. Für
gilt ebenfalls eine Symmetrie. Sei i die Ordinalität dieses Elements, dann gilt für die rechtsseitigen Elemente der neuen Generation g+1 mit dem Abstand a zum Symmetrieelement:

, dann dann ist es linksseitig von 1. Für die Berechnung des entsprechenden rechtsseitigen Elements gilt:


sind insgesamt vier Fälle zu unterscheiden.![q_{g+1} =
\begin{cases}
\frac 1 {\frac 1 {q_{g}} + 1} \, , & q_g \in \left[ 0 ... \frac 1 2 \right] \\
\frac 1 {{q_{g}} + 1} \, , & q_g \in \left[ \frac 1 2 ... 1 \right] \\
q_g + 1 \, , & q_g \in \left[ 1 ... 2 \right] \\
\frac 1 {q_{g}} + 1 \, , & q_g \in \left[ 2 ... \infty \right]
\end{cases}](http://upload.wikimedia.org/math/4/2/6/42647c2ee378fc389be6224cbfbf668c.png)
über elementare Bruchrechnung erfolgen.
ein Element der Peirce-Folge mit Index i. Es gilt stets:


mit der Ordinalzahl s:


. Würden nun die Generationen soweit gezählt, wie Cantor in seinem "ersten Diagonalargument" zählte, wäre die "letzte"
. Damit wären
, kann widerlegt werden.
- deren Abzählbarkeit wohl kaum in Zweifel gezogen wird – kann mit einem derartigen Verfahren erzeugt werden.
wird jetzt die Mächtigkeit der Menge addiert. Die Ergebnisse bilden die zweite Menge
.
wird nun aus

. Damit ist aber nicht die Mächtigkeit des Kontinuums
erreicht. Die einfache Nennung von
ist. Eine Ordinalzahl – und sei es die "letzte" – ist bei unendlichen Mengen keine 
.
hat (immer) die Positionierung 1 und auch immer die erste Position. Das Element
hat die Positionierung
und die Position
.











zu


das Maxelement der Generation g, so gilt für die Differenz:
und
aufeinander folgende Fibonacci-Zahlen sind gilt:

entspricht der Anzahl der Lücken plus 1. Sei
die Anzahl der Lücken, ergibt sich die Position aus
.
. Wird die Parität der Generation g berücksichtigt, gilt für ungerade Generationen:
.
.
,

. Weil in der Peirce-Folge das Maxelement den "goldenen Schnitt" als Grenzwert hat, haben alle anderen Elemente kürzere Darstellungen.










gilt![q_g = \frac 1 1 = [0; \, 1] = 1](http://upload.wikimedia.org/math/8/1/5/815cb254c604c8c2f3b7a6928f87a0c1.png)
![q_{g+1} = \frac 1 { 1 + \frac 1 1} = [0; \, 1, \, 1] = \frac 1 2](http://upload.wikimedia.org/math/d/4/1/d419e138368f6d3e8b16a50bb7b4d45e.png)
![q_{g+2} = \frac 1 { 1 + \frac 1 { 1 + \frac 1 1}} = [0; \, 1, \, 1, \, 1] = \frac 2 3](http://upload.wikimedia.org/math/b/2/b/b2bf6274e462b8dd5816eba47a7eceec.png)
![q_{g+3} = \frac 1 { 1 + \frac 1 { 1 + \frac 1 {1 + \frac 1 1}}} = [0; \, 1, \, 1, \, 1, \, 1] = \frac 3 5](http://upload.wikimedia.org/math/b/f/6/bf66042ce71f34567fb8302fba8168c4.png)
![\left[ \frac 1 2 ... 1 \right]](http://upload.wikimedia.org/math/4/1/9/4194d588cdfa7d66c97c5adbb3c4b676.png)
; mit (l) für linksseitig und (r) für rechtsseitig.
oder als Kettenbruch: ![\left [ 0; \, 1, \, 1 \right ] = \left [ 0; \, 2 \right ]](http://upload.wikimedia.org/math/6/c/4/6c43b0dfdd3170520e0a0430826a0f92.png)
und
.![q_{g+1} =
\begin{cases}
\frac 1 {\frac 1 {q_{g}} + 1} \, , & q_g \in \left[ 0 ... \frac 1 2 \right] \\
\frac 1 {{q_{g}} + 1} \, , & q_g \in \left[ \frac 1 2 ... 1 \right] \\
\end{cases}](http://upload.wikimedia.org/math/d/a/3/da3bc3e9b69fd5d769280a75880d9a2b.png)
wird jetzt von einem Kettenbruch ausgegangen. Sei
, so ergibt die Anwendung des ersten Falls:![\frac 1 {\frac 1 {q_{g}} + 1} = \left[ 0; \, {\color{Red}\boldsymbol{\left( a_1+1 \right)}}, \, a_2, \, a_3, \ ...\right]](http://upload.wikimedia.org/math/b/b/1/bb15a7c28bfc24163135ce238ac67297.png)
![\frac 1 {\frac 1 {q_{g}} + 1} = \left[ 0; \, {\color{Red}\boldsymbol{1}}, \, a_1 \, a_2, \, a_3, \ ...\right]](http://upload.wikimedia.org/math/b/5/b/b5baea1a45c2e695155e8ff203c54919.png)
![q^{ \left( l \right)}_{g+1} = \left [ 0; \, {\color{Red}\boldsymbol{\left( 2 + 1 \right)}} \right ] = \left [ 0; \, 3 \right ] = \frac 1 3](http://upload.wikimedia.org/math/4/e/c/4ecdda08758d7c55307019db074016a4.png)
.
![{\frac 1 3}^{ \left( l \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{3+1}\right] = \left[0; \, 4\right]= \frac 1 4](http://upload.wikimedia.org/math/8/2/2/822ef9e93c235dd19288bf5e737f232b.png)
![{\frac 1 2}^{ \left( l \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{2+1}\right] = \left[0; \, 3\right]= \frac 1 3](http://upload.wikimedia.org/math/7/6/f/76faa7d20647fb51ceef589cbad0e7ee.png)
![{\frac 2 3}^{ \left( l \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{1+1}, \, 1, \, 1 \right] = \left[0; \, 2, \, 1, \, 1\right]= \frac 2 5](http://upload.wikimedia.org/math/d/e/4/de4a2eaca7cbb87c81c4a5cc2c41862e.png)
![{\frac 1 3}^{ \left( r \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{1} , \, 3\right] = \left[0; \, 1, \, 3\right]= \frac 3 4](http://upload.wikimedia.org/math/9/7/a/97ab05a462b1d4c5713499fc9fc6488c.png)
![{\frac 1 2}^{ \left( r \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{1} , \, 2\right] = \left[0; \, 1, \, 2 \right]= \frac 2 3](http://upload.wikimedia.org/math/d/4/8/d4861e3f12f95acc39cc289c65b9190c.png)
![{\frac 2 3}^{ \left( r \right)}_{g+1} = \left[0; \, \boldsymbol{1} , \, 1, \, 1, \, 1 \right] = \left[0; \, 1, \, 1, \, 1, \, 1\right]= \frac 3 5](http://upload.wikimedia.org/math/a/b/9/ab9e11089144edee24e998328dcccfa6.png)

und
den Weg durch die Generationen und das dort vorhandene Element
ibonacci-Zahlen

-Spuren führen ausschließlich durch Generationen der Peirce-Zahlen. Die Bezeichnung Farey-Spuren resultiert aus der sog. Farey-Addition (s.u.).
(nicht den Bruch, weil unzulässig!) auszudehnen. Das iterierende "L-R-Gleichungssystem" konvergiert trotzdem.