Projekt:Meditation im alten China

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Kommentar:

Beobachten: URV abklären, Zielsetzung, Format? --Michael Reschke 11:08, 30. Nov. 2008 (CET)

Meditation im alten China Die nachfolgend zum ersten Male geschilderte und theoretisch und praktisch detailliert erklärte elitäre, höchste, streng geheime Meditationstechnik ist weltweit einmalig in ihrer Kunst und ihrer Wirkungsfähigkeit. Fast nur mündlich in geheimen, elitären Kreisen überliefert ging sie schließlich ganz verloren. Sie beinhaltet wesentliche Elemente des indischen Kundalini-Meditationsyoga, geht aber weit darüber hinaus. Es gab verschiedene Bezeichnungen: Weg des Goldenen Elixiers bzw. der goldenen Blüte, des Wesensgoldringes u.ä., Pfad der Unsterblichen, Weg des Tao, oder Wandlungsweg im I Ging, dessen eigentliche Bedeutung seiner in Unverständnis gefallenen Kerntexte damit erstmals auch verständlich werden. Nachfolgender Text stammt aus dem Buch:

“Selbstvollendungs-Technik im alten China - Yogamacht über das Vegetative Nervensystem durch Meditation“ Fischer 2oo8, ISBN 978-3-8370-6164-2 weitere Informationen auch unter www.ottonamenlos.de


Buchtext:

2.O Die taoistische Meditations-Technik zur Rückgewinnung nervlich-seelischer Lebenskräfte bis zur Schaffung einer neuen Lebensanfangs-Fülle

Die Darstellungen des vorigen Abschnittes haben klargestellt, dass ein nervlich/seelisch zu kaputtes Leben nicht mehr reparabel ist. Bereits eine erhebliche Erschöpfung des Seelenkraftkörpers mit quantitativem und qualitativem Niveauabrutsch kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Auf die inneren biologischen Lebensabläufe kann man nicht mit dem Bewusstsein direkt korrigierend einwirken. Wir können den einzelnen Körperzellen und Nervensträngen keine Befehle erteilen, wie etwa unseren Armmuskeln. Den Seelenkraftkörper kann man zwar durch die Egoich-Anstrengung unter Druck setzen, aber dann ihn willentlich entspannen ist auch nicht möglich. Trotzdem hat der Mensch gewisse Möglichkeiten, indirekt mit seinem Willen unbewusste, biologische Prozesse zu beeinflussen, und auch Wirkung auf seinen Seelenkraftleib auszuüben, und zwar zumindest etwas tiefergehend entspannend. Man denke z.B. an einen Saunabesuch, oder an die Dehn- und Press-Übungen des Hatha-Yoga auf bestimmte Körperregionen. Eine besonders tiefe Einwirkungsmöglichkeit gibt es offensichtlich mit Hilfe des Atems. Offensichtlich kann man Verspannungen und Krankheitsbereiche im Körper heilend, entspannend und harmonisierend beeinflussen, indem man diese suggestiv mit Vorstellungen des wärmenden, gebenden, erfüllenden, eindringenden Atems behaucht. Auch das westliche autogene Training praktiziert etwas davon in dieser Richtung. Der Volksmund gibt diesem Phänomen eine Umschreibung, indem er von „Leben einhauchen“ spricht.

Auf diesem erst einmal simpel erscheinenden Verfahren des Behauchens von wichtigen Nervenzentren und Schaltzentralen mit gleichzeitiger, intensiver, bewusstseinsmäßiger Konzentration darauf basiert eines der Werkzeuge des “Pfades der Unsterblichen“ zum ‚ewigen’ Leben, das heißt, zu einem reinen Jung-und-Lebendig-Bleiben bis zum Tode wegen Ablaufes der biologischen Lebenszeit. Dazu schenkt der Weg eine erhebliche Verlängerung der Lebenszeit. Nicht selten blieben die alten Meister damit ‚jung’ bis über 11o Jahre hinaus.       

Gleichzeitig wird die Lenkung des eigenen Lebens verstärkt unter die Führung des vegetativen Nervensystems(vNS) gestellt, insbesondere unter die regenerierende, wiederaufbauende Macht des Sympathikus-Nervenbereichs mit den Bauchnerven des Sonnengeflechtes. Die Führungsmacht des vNS ist in gewisser Weise erlebbar und fassbar durch den bereits ausführlich beschriebenen Gedankenkeimpunkt, Wesens-urausgangskeim des Nichtseins-Ich mitten im Kopf. Hier befindet er sich nämlich im Hypothalamus des Mittelhirns/Stammhirns, der Gesamtlebens-Steuerzentrale des vNS. Dieser Gedankenkeimpunkt und zugleich Hypothalamus-Zentrumspunkt wird ja normalerweise kaum bewusst wahrgenommen, obwohl er immer im Bewusstsein mit anwesend ist, im Wachen wie im Träumen.

Er ist zugleich die biologische und geistige Führungsspitze des vegetativen Nervensystems und des Wesenssteuersystems, zugleich Nahtstelle zwischen Körper und Psyche des Lebens. Durch bewusstseinsmäßige, bebrütende Konzentration darauf wird seine Stärke ständig unterstützt und gesteigert. Damit fördert man die reintegrierende Macht des vNS zur Wiederherstellung eines stärkemäßig vollkommenen physischen und psychischen Lebens. Damit wird es zugleich auch qualitativ verändert auf höchstem Substanz- und Vitalitätsniveau wieder angefüllt. Das sind also die zwei Grundaktivitäten der Meditationstechnik des Pfades der Unsterblichen: die Atemübungen und die Konzentrationsübungen. Als völliges Novum für uns Menschen heutiger Zeit in West aber auch in Ost kommen dazu noch die Methoden der „orgastischen Rückvereinigung mit sich selbst zur Seelen-Neugeburt“ und die Aufbauarbeit der seelisch-nervlichen Vitalitätskräft durch Rückkreisen auf der den Rumpf rundumläufigen Lebenskräftebahn.
Hier erwartet uns eine uns heute noch völlig neue, gewaltige Wissenschaft über die neurophysiologischen, psychosomatischen Zusammenhänge zwischen Körper und Seele, wie im nachfolgenden möglichst naturwissenschaftlich erklärt und beschrieben.

2.1 Die Wirkungsfaktoren der Meditationsarbeit des Pfades der Unsterblichen

2.1.1 Die fixierende Kontemplation // die geistige Bewusstseinssinn – Punktuierung oben im eigenen Kopf

1.Was ich anschaue, damit verschmelze ich, damit werde ich eins. So schaut man das Bild des geliebten Menschen oder großen Vorbildes sich immer wieder lang und hingebungsvoll an, um so Einswerdung mit ihm zu empfinden, bzw. um so zu werden wie eben es. Zugleich untergebe ich mich so ihm und werde geöffnet für seine Einflusskraft. 2.Worauf ich mein Bewusstsein intensiv und nachhaltig lenke, das intensiviert und vergrößert sich auch in seiner Wirkungsmacht, Z.B. wächst dann die Empfindung eines Gefühls wie Schmerz, oder der Vorgang einer an sich unbewussten Wundabheilung, oder das Wachstum eines Körpermuskels, auf den ich mich ständig bewusst fixiere.

3. Worauf ich mein Bewusstsein ständig lenke, darauf gewinnt mein bewusster Wille allmählich mehr und mehr Einflussmacht. So kann ich z.B. durch ständige Konzentration auf meine Ohrenmuskeln erreichen, dass diese eines Tages wieder auf bewusste Anstrengungen reagieren. Ebenso kann ich durch ständige Konzentration auf mein Lebenssteuerzentrum Hypothalamus erreichen, dass mein Wille zumindest eine minimale Einflussgewalt über Autosuggestion auf z.B.  seine Lebenskräftesteuerung des vegetativen Nervensystems bekommt. Und das bedeutet prinzipiell gewaltig viel. Die ganze lebenshauseigene Macht des regenerierenden, aufbauenden vegetativen NS kann insgesamt oder in Teilbereichen um ein Vielfaches gestärkt und auch richtungsmäßig mit gesteuert werden. Bedenken wir doch, dass der Geist über der Materie und den Naturgesetzen steht und diese brechen kann. Zum Beispiel bekomme ich Frostbeulen durch eine sehr heiße auf die Haut gelegte Münze, wenn ein Hypnotiseur mir gleichzeitig einsuggeriert, diese sei extrem kalt. Gleiches kann man auch durch Selbsthypnose erreichen. Hier liegt noch ein riesiges Neuland und Niemandsland übermenschlicher Selbstbeherrschungsmöglichkeiten vor uns, in das wir nicht einmal den ersten Schritt getätigt haben. Man denke z.B. an die bewiesene Fähigkeit letzter indischer Yogins im 19. Jahrhundert, sich in tiefster Konzentration von einem Degen durchbohren zu lassen  -  man sah hinterher nicht einmal eine Einstichstelle. Gleicherweise ließen sie sich völlig unbeschadet viele Tage lang begraben. Sie verbrachten einen Winter nackt im Schnee des Himalaya.

Die Punkte 1. bis 3. behalten wir als grundsätzliche Ausgangsbetrachtungen zur fixierenden Kontemplation in Gedächtnis und Miterwägung im Nachfolgenden: Wenn ich mich nun hingebend mit intensivem Anwesenheitsbewusstsein auf den Denksinnpunkt inmitten des Kopfes konzentriere (den Hypothalamus des vegetativen Nervensystems), so erreiche ich, dass ich mich loslasse aus meinem Egoich-Bereich des Seelenkraftkörpers, der „Anima“ bzw. des auswärts gerichteten Seelensteuersystems aus dem motorischen, cerebralen Nervensystem. Stattdessen überlasse ich mich bzw. die Führung meines Lebens verstärkt dem geistigen Hun-Wesens-System des übergeordneten vegetativen Nervensystems. Mit beharrlicher Meditation und Konzentration des Bewusstseins auf diese zentrale Steuerstelle des Lebensorganismus, das Mittelhirn, dem Thalamus mit Hypothalamus, baue ich die Heilung und Vollkommenheit schaffende Macht dieses obersten Organs in mir mehr und mehr auf und aus. Das braucht Zeit. Gleichzeitig ist aber dieser Denksinnpunkt und Bewusstseinszentrumspunkt der uranfängliche Entstehungsort, Ausgangspunkt für alle ins bewusste seelische Erleben aufkommenden Gefühle, Vorstellungen, Triebregungen, Gedankenfolgen und Phantasien jeglicher Art. Diese resultieren ja letztlich aus der ständigen, rastlosen Produktivität des unter Spannung stehenden Seelenkraftkörpers und des daraufhin ständig auftreibenden Seelenenergiestromes. Der schlägt das Bewusstsein zu ‚dinglichen Realisierungs-Wellen’ wie Vorstellungen, Wunschentstehungen usw.. Als solche sind eben auch diese dauerhaften Phantasienfolgen anzusehen. Wir wissen auch, dass hauptsächlich durch diesen Vorgang die lebenslängliche Zerstreuung und Abnutzung der Seelenkraft bewirkt wird, die wir nun stoppen und dann stattdessen, den Vorgang umkehrend, zurückströmen lassen möchten. Wenn wir also nun diesen silbrigen Wesens-Ur-Ausgangskeim des Denksinnpunktes im Kopf fixieren, so kann er keine Farbe (Gefühlsfärbung) und keine Form (Gedankenbilder, zu denen auch die Trieblockbilder gehören) annehmen, sondern bleibt ein ausdehnungsloser, leerer, gestaltloser Sinn-Ein-Punkt. Damit ist aber auch die verschleißende, auftreibende Seelenenergieausströmung total gestoppt. Das ganze seelische Leben im Kopfbewusstsein ist angehalten - wir verlieren nicht mehr. Zumindest der Status quo des Seelensubstanzniveaus wird erst einmal so gewahrt. Wie findet der Anfänger diesen Denksinnpunkt? Mit einfachen Worten beschrieben: wenn man lange intuitiv sinnierend über etwas nachdenkt, an das man sich nicht mehr ganz erinnern kann, es vage im Sinn hat, so fixiert man automatisch teils unbewusst, teils bewusst empfindend diesen Denksinnpunkt, eben diesen Sinn, dieses Denkorgan. Dazu gehört das immer von uns unabhängig dastehende Gesamtbewusstsein des Stirnfrontkopf-Innenraumes. Das ist zugleich der schöpferische Herzpunkt des Himmelsraumes in der altchinesischen Psychologie, das lässt sich auch am Anfang schon nachempfinden („himmlischer Herzsinn“, chin. hsin=Herzschlagsinn-Empfindung, lautmalend. Hsin steht auch synonym für Tao, und ist dann der alles Sein innen und außen transzendierende ‚Nichtseins’-Herz-Sinn). Nochmals: wir können uns das menschliche Ich bildlich vorstellen, als wäre es die schattige Öffnung des oberen hellen Wesensbewusstseins zum daunteren dunkleren Seelenraum gewissermaßen. Durch diese Öffnung steigen alle seelischen Regungen, Gefühle, Triebe, Phantasien, Gedankenfolgen etc. nach oben und erfassen und bewegen das Ich. Schließlich lässt es sich mitreißen und jagt irgendwelchen Zielen und Trieben nach außen nach. So verliert sich die Seelenkraft und damit das Leben.

Wenn ich nun das Ich in einem Punktsinn sammle und festlege, so schließe ich gewissermaßen diese Öffnung zur daunteren Seele, und kann so nicht mehr erfasst werden von den ganzen von unten hochtreibenwollenden „Anima“-Aktivitäten und Emotionalitäten. Ich  bleibe aufgehoben in einer Art abstrakten, freien, unerreichbaren, positiven, warmen Leere und friedlicher, heller Harmonie des Bewusstseins  -   zugleich das alles in einem einzigen Sinnpunkt zentriert. Ein selbstgelassener Bewußtseinszustand von Dauer ist damit erreicht. Das Bewusstsein hat sich frei in sich selbst eingeklinkt. Die Selbstempfindung aus dem stillgehaltenen Rücken heraus umfasst dabei automatisch die ganze Hautwölbung des Bauchraumes.

Der Urausgangspunkt der Gedanken und Gefühle wird einfach entspannt festgehalten, so dass er keinerlei Inhalt oder Gestalt mehr annehmen kann. So bleibt er gleichzeitig automatisch sich selbst vollidentisch. Das ist die kindliche Einheit mit sich selbst des ersten Anfangs. Dazu Buddha: „...wenn Du Dein Ich auf einen Punkt festlegen kannst, ist dir kein Ding unmöglich“. Erreicht man so wirklich einen freien, leeren Harmoniezustand des Bewusstseins von Dauer? Nein, man kann die unruhigen Gedankenfolgen, die aufstrebenden Wünsche und Regungen aller Art, nicht dauerhaft anhalten. Dann spürt man bald eine Art unbewussten inneren Druck und fühle sich erst wieder wie befreit, wenn man sich wieder in Zerstreutheiten treiben lässt. Der Grund dafür ist klar. Die unterbewusste Dauergespanntheit des Seelenkraftkörpers treibt die vom Körper zur Verfügung gestellten mobilen Seelenenergien laufend nach oben ins Bewusstsein, wo sie sich eben in allerlei Regungen und Phantasien abreagieren möchten und müssen. In welchem Maße das passiert, hängt davon ab, wie sehr die eigene Seele aufgeheizt oder überheizt bzw. überdreht ist. Darum ist das stärkste Hilfsmittel bei der Meditation die Ruhe und Gelassenheit auf allen Lebensgebieten rund um die Uhr. Aber kehren wir zurück zu diesem eigentümlichen Phänomen des wahrnehmbaren Bewusstseinskeimpunktes in der Mitte des Vorderkopfbewusstseins, der so eine große, zentrale Rolle spielt bei dem ganzen Meditationsweg. Es gibt viele Bezeichnungen dafür: Zentrum inmitten der Bedingungen, himmlisches Herz, gelbe Mitte, im Taoteking wird er das kleine Reich genannt im Gegensatz zum großen Reich, dem Bauchinnenraum. Weitere Bezeichnungen: himmlischer Wurzelkeim, Silbermond inmitten des Wesenshimmlischen, Terrassenspringbrunnen der Wesenslebendigkeit, Ur-Gedankenkeimpunkt, geistiges Herz Jesu, Jesu-Lämmlein-Stern, Keimpunkt des geistigen Herzwesens, Nichtseinswesens-Entstehungspunkt, kreisende Radnabe und mitdrehende Speichen - oder wie hier zumeist geschrieben steht: der Denksinnpunkt, Gedankenkeimpunkt. Es ist in der intuitiven Gesamtkopf-Empfindung der Punkt-Ort des Erkennenden. Dieser Gedankenkeimpunkt ist am Anfang nur schwach wahrzunehmen. Nur wenn man mental ganz zart innehält und stille und ruhig dort zwischen den Augen(brauen) empfindungsmäßig Sinn zu empfangen versucht, ist er da wahrnehmbar. Er ist unabhängig von uns da, denn willensmäßig erreichen kann man ihn nicht. Er steht ganz klein und fein und keim da, separat frei und still für sich, ein kleines Leer-Gering im Stirn-und-Gesicht-Bewusstsein, ein höchstes Sinn-Leeres, winzigstes Sinnding an sich, nur ein kleines Ein mit einem fein-lieb-zarten Herzkeim drin – der winzige helle göttliche Funken, den wir zeitlebens mitbekommen haben, als herrschenden Führer-Punkt. Das Gottselbst-Wirkende wird es später, wenn er wieder mächtig geworden ist in uns, so wie in einem Kleinkind. Immerhin kann man ihn innerlich ansehen und ihn bewusst machen und sich dann darauf fixieren. Ich kann ihn quasi ständig innerlich widerspiegeln, ihn ständig in meinem geistigen Ich-Objektiv wohnen lassen und so aufbewahren. Dadurch bleibt er unbehelligt leer und frei für sich: Keine Gedanken entstehen mehr, keine Triebregungen und sonstigen emotionalen Ichgelüste. Die Empfindung des gesamtleiblichen Hierseins und Sehen und Hören gleichzeitig intuitiv empfangend in sich darauf richtend, und dann dabei den Atem anhaltend. Dann gewahre ich diesen Geistige-Intelligenz-Ursprungspunkt an sich und erreiche eine eigenständige Gedankenstille in sich, in mir. Die Augenlider halte man dabei halb gesenkt und sehe stille und bewusst wie intuitiv wachst-verinnerlicht dem Weg auf der Nasenrückenlinie längs nach, nach vorne und zurück in die Mitte des Kopfes, dem Einklinkpunkt. Fixierende Kontemplation heißt intuitives, gleichzeitiges, gleichzeitiges, Bewussthalten von der Fixierung des Gedankenkeimpunktes und, und, des Sehen-gehens der beiden Augen. Dann entsteht eine Art intuitiv fesstehende, glänzende Gedankenschiene mit einem Einklinkpunkt für den Gedankenkeimpunkt. Damit ist die ganze Kopftätigkeit fixiert und ausgeschaltet in einem Punkt. Man hat seine Richtschnur so aufgehängt, und kann sich unbelästigt von Fantasien der weiteren Meditationsarbeit konzentrierend zuwenden, etwa im Bauchraum oder an der unteren Wirbelsäule. Der Mund bleibt geschlossen im Zaume, die Zunge brav am Gaumen vorne oben fest, das Gehör hellst, frei und breit geweitet. Und ganz kristalln klar. Im gesamten Kopf ist dabei nichts außer dem Bewusstseinskeimpunkt. Bewusst ist auch der gesamte Leib, und im Bewusstsein mit hat man dabei auch die Haut um den ganzen Leib herum.

Dann hat man es meditativ etwa richtig erfasst. Den Rücken  hat man dabei mit dem Gehör so aufrecht und empfangendst still gehalten, dass man den Gesamtleib fast vergisst. Hält man dann noch empfangend den Atem an, so hat man mit Sicherheit keine Gedanken mehr im Kopf, nur helle Stille.  Natürlich kann man dabei den Atem nicht lange anhalten und dann lässt sich eine Beobachtung machen... 

2.1.2 Durchgehendes, stetigmachendes, bewusstes Begleiten des Atemganges mit dem Gehör

     … hält man nämlich den Atem nicht mehr an, so verliert man auch sehr bald (wie automatisch) die  Fixierung des unbeweglichen Gedankenkeimpunktes. Man schweift allmählich wie schräg nach unten ab, wird bewusstseinsmäßig halbschattig, zerstreut und versunken. Mit jedem getanen Atemzug stöbern jetzt  auch ein paar Gedanken, Phantasien und Gefühle oder sonstige Regungen wieder mit auf ins nunmehrige gefühlshafte Ichbewusstsein, besonders, wenn der Atem grob, oder heftig bewegt geht. Dann verstärkt sich auch der Lauf der halbbewussten inneren Gedanken-, Gefühls- und Phantasietätigkeit wieder damit parallel. Es existiert also offensichtlich ein  kausaler Zusammenhang zwischen Atemtätigkeit und Phantasienlaufen.

Warum? Wenn der Gorilla im Urwald seine Ichstärke den anderen demonstrieren will, saugt er mächtig kraftvoll Luft ein und trommelt sich dann auf die Brust. Das heißt, mit dem willentlichen Einatmen saugt er Ichkraft, = Seelenenergiestrom in sein Bewusstsein hoch, bzw. diese steigt in Verbindung mit dem Einatmen verstärkt in ihm auf ins (Wesens/Selbst)Bewusstsein. Wir wissen aber, daß dieses verstärkte Strömen der Seelenenergie nun zu Vibration dieses Sinnstromes, das heißt zu Wellenbildung, das heißt zu Gedankenbildern, Vorstellungen, Regungen aller Art im Bewusstsein führt, in denen sich der seelische Energiestrom im Bewusstsein wieder verläuft, zerstreut und abreagiert. Und je lauter und heftiger der Atem geht, um so mehr wird die Dynamik der Emotionen, Phantasien und Trieb-Willens-Regungen des Seelenkraftkörpers angeheizt. Je mehr rutscht man auch ab ins dunklere, dynamische Unbewusste. So können allein durch schnellstes, wildestes Nebeneinanderlaufen und Atmen zwei Verliebte ihre Leidenschaften bis an den Siedepunkt hochstacheln – am Ende der Rennerei liegen sie sich mit Sicherheit in den Armen. Und wenn der Autohändler mit dem Kaufinteressenten gekonnt eine Hetzfahrt mit dem Auto unternimmt, so unterschreibt dieser dann prompt schneller den Kaufvertrag. Aber von dieser aktivierenden Wirkungsmacht des Atemganges auf die emotionale Seelentätigkeit können wir in der Meditation voll profitieren auf dem Umkehrwege. Sie ist die wichtigste psychotechnische Handhabe für uns zur Beruhigung und dadurch Beherrschung des Seelenkraftkörpers bzw. des Po-Seelensteuersystems. Denn die Einflusskraft des Atemganges auf die Seele und den Bewusstseinszustand funktioniert auch in umgekehrter Richtung. So können wir einfach durch bewusstes, stilles, verlangsamendes, verfeinerndes Atmen unseren Pulsschlag des Herzens verringern, akute Schmerzempfindungen abmildern und alle Körperfunktionen beruhigen und normalisieren. Wieviel mehr noch kann man seinen Gemütszustand bei der geistigen Meditation und Konzentration über ruhigstellender Rhythmisierung des Atemganges zu genuin ruhiger Klarheit und Gelöstheit bringen! Am Ende bleibt nur Harmonie. Die Gedanken- und Gefühlsregungen gemeinsam mit dem Atemgang mehr und mehr verfeinernd schließlich auflösen, und ganz zu ihrem Stillstand sublimieren, endaufheben, das ist der Anfangsweg. - Wir benützen also künftig den Atemgang als hauptsächliche Handhabe, um bei der Meditation zur führenden Herrschaft über unseren Bewusstseinszustand zu kommen, um einen klaren, ruhigen, festen, leeren, gedankenfreien Sinn oben im Kopf von allein entstehen zu lassen. Echtheit bewusster Klarheit! Das ist das heile Kind! Der Atem soll ganz aus dem innersten geistig-menschlichen Herzen von allein sich lieb rühren und entstehen. So oder so ähnlich steht es in alten chinesischen Meditationsanweisungen. Das führt oft zu Missdeutungen, da Herz (chin.Hsin) auch mit Bewusstsein oder Ich übersetzt werden kann. Mit Herz ist also in etwa das Zentrum eines Subjektes gemeint, der Keimursprung des Ichs aus dem eigenen Selbst. Das ist das Herz. Nun hatten wir schon dargestellt, dass es im Innern des Menschen aber zwei subjektive Zentren, also zwei Herzen gibt, die die zwei subjektiven Pole des Po-Seelensteuersystem und des Hun-Wesenssteuersystem bilden. Ersteres ist physisch lokalisiert in der Nierengegend, im Bauch und unter den Rippen im fleischlichen Herzen, zweiteres um den Denksinnpunkt in der Mitte des Kopfes. Es gibt also zwei sehr unterschiedliche Herzen. Schließlich resultiert hier heraus die urewige Ahnung des Menschen, dass er doch irgendwie zwei Seelen in seiner Brust habe, und somit zwei Ichs. Den unteren subjektiven Pol hatten wir das seelische Ego-Ich genannt, den oberen eben Denksinnpunkt oder eben auch himmlisches Herz, das heißt himmlisches Ich, geistiges Herz, der Quellpunkt des himmlischen, engelhaften Nichtseinswesens, oder eben das geistig/wesensmäßige Nichtseins-Ich. Nun ist also die Erfahrungstatsache, dass jedes Einatmen eine Regung des unteren (des Ego-Ich) Ich auslöst und gewissermaßen Seelenenergien wie Luft mit hochreißt, die dann zwangsläufig als Gedankenvorstellungen oder sonstige emotionale Erregungen ins Bewusstsein auftauchen. Wenn es nun heißt, der Atem entsteht im Keimursprung aus dem Herzen, bzw. soll ganz und gar aus dem Herzen entspringen, ganz von sich aus vom Herzen kommen, so ist damit das obere Herz, bzw. das obere Nichtseins-Ich, der Quellpunkt des leichten, neutralen, eher lieben, engelhaften Nichtseinswesens gemeint. Mit dem unteren Ego-Ich zu atmen wäre dagegen total und fatal verkehrt! Das triebe einen ungewollt entgegengesetzt in Richtung dumpfe Animalität. Begleitet man aber den Atemgang ganz innerlich frei und willenlos mit dem oberen, himmlischen Nichtseins-Ich, wobei man sich zentrumsmäßig aber im eigenen Brust/bauch-innenraum befindet, wohnt, so atmet man automatisch ganz leise, fein und zart und kristalln-rein im Ohr. Keinerlei Egoich-Regung erhebt sich mehr trübend mit, und damit auch keinerlei Phantasien und Triebregungen mehr. Der ein- und ausgehende Atem wird dann fast als körperlich kristalln stehend empfunden, wie ein heller Glasberg, erfüllend sich in der eigenen Brust und im Sinn darüber. So verschmilzt die körperliche schattige Seelen-Lebensempfindung mit der hellen Wesensempfindung in einem schönen, beide umfassenden harmonischen Berg-Bewusstseinssinn-Zustand der eigenen Rumpf/Kopf-Empfindung(Verbindung von Ming((seelische) Leben(skraft)) mit Sing(Wesen). Das ist die Heirat von Sing und Ming mit folgender Rück-Ein-Verschmelzung. Die Feinheit des Atemganges kann man (willenlos) beherrschen, dauerhaft kontrollieren und steuern mit dem Gehör. Der, der sachtest, zartest und feinst aus- und einatmet, das bin ich. Ich, das Nichtseins-Ich, bin der Atmer, das in mir Letztatmende, der Atemmann, der Atman, das dritte Ich, das letzte innerste kosmische Geistwesen. So begleitet mein Gehör still wie ein eher heller, lieber Schatten ewig getreu meinen Atemgang. Das heißt ewiges gemeinsames, völlig geräuschloses Hin-und Hergehen, gemeinsames Wandeln, gemeinsames Ausgehen und Einkehren, gemeinsames Aufgehen und Heimkehren in feinster, unmerklicher Harmonie-Hin-und-Herpendelung. Aber immer ganz feinst und nur nichtseinsbewusst bleibe ich im Hintergrund dabei. Das ist der ewige, leichte, getragene Rhythmus der lieben, zweisamen Harmonie von geistigem Herzsinn und stillem Atemgang, im reinen, erhebungsfreien, empfindungsfreien Gehör. Passt man nicht auf und läßt den Atemgang entgleiten, dumpf und grob werden, so setzen sofort die unteren Halbschattigkeiten und Halbbewusstheiten der Zerstreutheit mit Trieb- und Phantasientätigkeiten wieder ein. Und darunter im Dunkeln spürt man auch irgendwie etwas den Urheber, das Ego-Ich. Dann muß man wieder durch intuitives Sehen in sich hinein und oben auf der Nasenrückenlinie längs dem Denkorganpunkt, den Bewusstseinskeimpunkt, das innerste geistige Nichtseins-Ich wiederfinden und mit diesem feinsten, innersten, geistigen Herzsinn im Kopf das Gehör des Atemganges verfeinernd und versinnend sachte und frei begleiten. Dann hat das Hun-Wesenssystem, das Nichtseins-Ich, wieder die Hegemonie über alles, sprich Harmonie. Gerate ich aber in Trägheit und Zerstreutheit, so übernimmt automatisch das Po-Seelensystem, das untere Ego-Ich wieder das Ruder der inneren Herrschaft an sich und des Egoseins-Ich rastlose Gedanken- und Trieberregtheit setzt zwangsläufig mit ein. Es muß rasen und sich zumindest ständig bewegen, es kann nicht anders. Das Ego-Ich entsteht ja erst durch eine zumindest minimale Spannung der Seelenkraft. Spannung aber heißt Dynamik und diese Geneigtheit zu ständiger Bewegung.

Eines der beiden Seelensteuer-Systeme hat also immer innerlich die Führung. Bin ich bewusst hier im Dasein geistig voll da und anwesend, so regiert und lenkt der Denkkeimpunkt, das Nichtseins-Ich, das Hun-Wesenssystem. Verliere ich mich und gleite in Geistesabwesenheit ab, so übernimmt das Ego-Ich bzw. das Po-Seelensteuersystem automatisch von unten her die innere Herrschaft und Tätigkeit. Es arbeitet immer bei geistiger Ausschaltung und einsetzender Trägheit. Worauf es letztlich also ankommen muss, ist dauerhaft mit dem geistigen Herzen, dem geistigen Nichtseins-Ich, bewusst, wenn auch völligst innerlich frei und willenlos dabei, zu atmen. Somit erreicht man, daß die ganze psychische Lebenssteuerung in der Führung und Lenkung des Hun-Wesenssystems bleibt, letztlich so auch ganz unter dem vegetativen Nervensystem. Damit wird die Seelenenergien verschleißende Trieb- und Gedankentätigkeit des Ego-Ich bzw. des Po-Steuersystems  unterbunden. So werde ich innerlich und äußerlich frei und verliere nichts Inneres mehr. Auch die affektive, bindende Verwicklung mit der Umwelt löst sich so zunehmend von allein. Ich vergesse meine Umwelt mehr und mehr, rücke unbewusst natürlich mehr ab von ihr.

Der stehende Atem im eigenen Gesamtleib wird wie identisch mit der eigenen Seele empfunden. Der gewöhnliche Mensch empfindet die eigene Seele eher als etwas schattig, oder gar dunkel. Je mehr an Seelenkräften mit der Zeit zurückgewonnen werden, um so feiner, heller und leichter wird die eigene Seele empfunden, etwas Liebes gleitet mit hinein und alles nähert sich der Substanzhelligkeit des ursprünglichen, vereinten Seelenleben-Wesen-Zustandes des Kleinkindes. Gleichzeitig wird die Seele automatisch dauerhafter mitempfunden, halbbewusst. Die bewusst bewahrt gehaltene Seelenempfindung in sich induziert gleichzeitig ein zunehmendes Gegenwärtigkeits-Bewusstsein des Gedankenkeimsinnes im Kopf. Die Verbindung von beidem ist dann das, was in den Büchern als „Embryo des Tao“ bezeichnet wird: ein unbewegtes, dauerhaftes, reines Atemseele-Kopfsinn-Bewusstsein, ohne Abfallen in Zerstreutheiten, Trägheiten und Geistesabwesenheiten. (Khi-Hsin-Verbindung, Ming-Sing-Verschmelzung). Ein Naturzustand des Anfangs… Es gilt also, Khi, die leibliche Seelenkraft, mit Hsin, dem Nichtseins-Ich, dem Wesenskeimpunkt im Kopf, und auch mit Sih als Drittes, dem Atem, durchgehend zu einer wieder sich selbsttragenden natürlichen Laufeinheit zu verbinden. Ein kleines Kind und jedes atmende Tier macht das so auch ohne davon zu wissen. Dann geht alles unbewusst von allein weiter. Die innere Natur hat sich wiedergefunden. Das kosmische Sein muss sich niemals anstrengen, um es zu sein. Es ist Natur aus sich. Nur dahin wollen wir gelangen.

2.1.3Verbindung von fixierender Betrachtung des Gedankenkeimpunktes und der Methode des stetigen, unhörbar feinen Atemganges

Es ist also grundsätzlich möglich, den lebenslänglichen, schier endlosen Schillerstrom der Gedanken- und Phantasientätigkeit mit der Zeit zu beruhigen und auch ganz versiegen zu lassen. Dann wird man eine Zeitlang einmal im vollen ’(positiv-)leeren’ Daseinsbewusstsein an sich ganz und gar ganz von allein dauerhaft wohlig in sich ruhend getragen sein. Es wird die letzte Erfülltheit der Daseinslust, obwohl man sonst keinerlei Empfindungsinhalte hat dabei. Spätestens jetzt begreift man, wie wahr es ist, dass Dasein, nur Bewusstsein allein, schon Lust bedeutet. Und Bewusstsein ist das ganze Dasein, die ganze eigene Existenz, aus subjektiver Sicht eines Lebewesens. In der Anfangsphase hilft es, etwas aus der alltäglichen Zerstreutheit und Versunkenheit herauszukommen, sich möglichst häufig darauf abzufragen und zu prüfen, ob man im jetzigen Augenblick gerade zerstreut ist und welche Gedanken gerade in einem gelaufen sind. Dann lasse man diese Phantasien einfach weitergehen, aber schaue ihnen halbbewusst gewissermaßen dabei zu. Allein durch dieses Zuschauen findet eine innere Distanzierung dazu statt. Man denkt und phantasiert nun nicht mehr, sondern die Gedanken und Phantasien laufen innerhalb des eigenen Bewusstseins oben im Kopf ab. Mein Ort aber ist dann aber das immerwährende ruhende Rahmenbewusstsein dazu, das Zentrum des Ichs davon der Brust/bauchraum. Ich stecke nun nicht mehr miterfasst mitten drin in der rastlosen seelischen Phantasiequelle mit ständigen Ich-Bewegtheiten, und Ich-Tätigkeiten. Auf diese Weise hat innerlich automatisch das Hun-Wesenssteuersystem die Führungsdominanz bekommen. Mein Standort mehr im eigenen Gesamtbewusstsein wird so immer gestärkter, Zerstreutheit und Versunkenheit gehen zurück. Es ist, als ob man allerorts im Selbst mehr Licht einschaltet hat, dann verschwinden auch die zahllosen Schattenfiguren überall in der wachsenden Sinnhelligkeit. Das Ziel, die höchste Stufe eines reinen, ‚leeren’ Bewusstseins zu erreichen, ermöglicht uns die kombinierte Technik des gleichzeitigen intuitiven innerlichen Hinempfinden, Hinhören und Hinsehen auf den Denk-keim-punkt einerseits, stillst-zartest begleitet andererseits vom halbbewussten Gehenlassen des Sehens und Hörens auf den harmonisch-stetigen Atemgang. Der Atem wird dabei lautlos gehend und kristallisiert-stehend im ganzen Leib zugleich empfunden. Passen wir nicht auf und verlieren den Atemgang aus dem sanften, lieben Zügel, so vergröbert sich der Atemgang abfallend, und man trudelt unmerklich wieder in Zerstreutheit und Versunkenheit ab. Die feine Spitze des Gedankenkeimpunktes, des himmlischen Ichs, wird schnell getrübt von den mit zu groben, lauten Einatmungen hochtreibenden Trübheitsgefühlen. So entgleitet die Bewusstseinssinnspitze unbewusst sich selbst, so wie sich eine glitzernde Bergspitze in von groben Aufwinden hochgetriebenen schweren Nebeltrübungen allmählich verliert. Ist so die höchste helle Führungsspitze verloren gegangen, setzt automatisch von unten aus dem Dunkeln her die rastlose Phantasie- und Wunschtätigkeit des Egoseins-Ich, des Po-Seelensystems wieder ein und übernimmt nun die Gestaltungsführung im Innern. Denn eines der beiden Systeme hat ja immer das Regiment, entweder helles, wesensmäßiges Nichtseins-Ich Hun, oder schattiges, seelisches Egoseins-Ich Po. Der Atemgang hat leider von sich aus die Neigung, sich zu vergröbern und für das Gehör Geräusche anzunehmen. So wie wir das hören, müssen wir uns angewöhnen, eine Art inneres Warnsignal zu empfinden und sofort entgegenwirken. Wir können den Atemgang wieder verfeinerndst lautlos und frei werden lassen, indem wir bewusst mit dem geistigen himmlischen Nichtseins-Ich, also mit der feinsten Gedankenkeimpunkt-Empfindung, das Atem-ein-und-aus-Hauchen begleiten. Der Atem geht ja automatisch geboren aus sich hervor, aus dieser geistigen, bescheidenst-innerst empfundenen Herzsinn-Empfindung des himmlischen Nichtseins-Ich. Aber das Ohr muss immer hell bleiben, durchgehend kristalln-rein empfindungsfrei stehend bei allen Bewegungen des Atems. Der Gegenwartsinn muss auch immer ‚draußen’ mitseiend sein, gegenwärtig im voll auch miterfassten und mitgehaltenen Umweltbewusstsein. Bei aller Konzentration nach innen muß man dennoch das ganze Außenwelt-Sein umher ins eigene augenblickliche Daseinsempfinden mit einbefassen. Man ist also zugleich innen und außen gegenwärtig. Das Bewusstsein soll also nicht subjektiv kleinkariert begrenzt nur nach innen ins eigene Ich versinken, sondern den Gesamtblock des ganzen Universums um einen herum mit einbefassen, als dessen Teil man sich bewusst versteht, so wie es ist. Man soll sich mitten im Zentrum des ganzen Weltseins draußen um einen herum empfinden und so künftig aus dem Gesamtselbst auf den inneren Bearbeitungsraum einwirken. Ist dann der Atemgang so kristallin fein, dass er wie unbewegt stehend empfunden wird bei aller Bewegung, so bleibt innigst darein verbunden auch der Gedankenkeimsinn von sich aus friedlich stehen für sich und weitet sich zu einem kleinen, freien Bewusstseins-Ein und -Klein, ganz leicht und absichtslos in sich getragen. So dauert er auch aus sich allein heraus weiter ohne besonderes Zutun. Er ist nun eingeklinkt in seinem eigenen Urkeim. Nur die Seelenkraft (Khi) muss man im Brustraum dazu mit in dem Atemgang (Sih) behalten. Dann ist der Sinn im Kopf von sich aus auch beständig mit anwesend da. Die beiden existieren immer nur zugleich(Verbindung von Khi und Sih). Eine hilfreiche Technik bei der Gedankenfixierung ist auch, den Nasenanfangspunkt im Kopf bewusst zu machen. Von der Nasenspitze her verfolgt man in sich einsehend den Verlauf der Nasenrückenlinie zurück bis in die Mitte des Kopfes, wo empfindungsmäßig die Nasenwurzel entspringen könnte. An diesen Anfangspunkt hängt man den Sinn auf, wie einen feinen Lotfaden, der dann wie eine feine Linie von dort durch das innere Haus nach unten die Senkrechte findet bis runter zum Boden des unteren Bauchinnenraumes. Dann ist es recht. Der Gedankenkeimpunkt hat da nämlich einen ’Einklinkpunkt’, an dem er von sich aus allein festhaftet, und von wo auch die Nase nach vorne hin entsprießt, so dass der Bewusstseinssinn davon allein beständig eingespitzt bleibt. Er wohnt dort ja. Ansonsten hat ja der Gedankenkeimpunkt als das Beweglichste und Lebendigste an sich im Menschen ständig das Bestreben, irgendwohin schnell abzuschweifen in Ideen, Einfälle, Phantasiefluchten etc. Dann muss man ihn schnell zurückholen in das Zentrum der Kontemplation durch Einbindung unter die Gesamtselbstempfindung des Atemganges des Gehörs. Dann umhüllt die feine, helle Atemkraft den Gedankenkeimpunkt und gibt ihm eine dauerhaft bewusst feste Harmonie-Umbergung. Oder um auf das Vergleichsbild mit der Bergspitze zurückzukommen: diese ist dann nicht mehr von auftreibenden Nebeln grober Atemzüge umtrübt, sondern rundherum von kristallklarer, stehender, höchster, Höhenluft wie von rein nichtseins-fundiertem, klarem, geistigem Atem umgeben. Darin sieht ER sich immer voll und klar und spiegelt sich so dauerhaft wider, still und gut. Aber die ständige Kontrolle des ein- und ausgehenden Atems aus dem Hintergrund durch das Gehör muß auch unmerklich mit wachsam steuernd verweilen und immer mit dabei zugegen sein; man ist also innerlich wie zu zwei, die da miteinander anwesend sind beim Atmen. Im westlichen Verständnis von Meditation steht immer die Bedeutung der Stirn und der Augen als wichtige Körperteile dazu im Vordergrund. Bislang noch gar nicht erkannt ist die Wichtigkeit der Ohren bzw. des Gehörs, mit dem man auch gleichzeitig den Gedankenkeimpunkt, ihn in sich tragend, fixiert und dauerhaft hält. Vom eingeklingten Gedankenkeimpunkt geht dann die glänzende Gedankenschiene des Gleispaares der Nasenrückenlinie nach, der man mit halb gesenkten Lidern demütig sehend folgt. Das Gehör wird in dem Maße, wie die Selbstmacht des Rückens an breitem Reichtum zurückgewinnt, zur obersten Führungsinstanz des ganzen Meditationsprozesses. Das Augenlicht fällt dabei ihm untergeordnet nur ganz leise mit seinem eigenen Sehen-gehen auf das Hören, und bringt ihm in allen das Helle, das/die Li mit dazu. Li bildet dann auch den schützenden Nichtsseinskreis um den eigenen Rumpf in der Senkrechten vorne brustabwärts hinten rückenaufwärts herum. Li ist hier die Empfindung des lieben, zarten Augenglanzes vom Gesamtinnern aus her. Li gibt zugleich Klarheit und Festigkeit damit. Auch das Hören ist dabei konzentriert, also punktuell wie gespitzt, so wie ein kleiner Kindersinn hört. Das hält einen zusammen mit dem Li-Glanz der beiden Augen im hellen Außenwelt-/Umwelt - Bewusstsein und verhindert, dass man nach innen in irgendwelche trüben, nur subjektiven Phantasien abgleitet, abstürzt. Man studiere auch sorgfältig die Darstellung von übergroßen, schönen Ohren in antiken Abbildungen von Meditierenden aus allen Kulturkreisen Asiens. Fazit kurzgefaßt: vollkommene Sammlung des Bewusstseins mit gänzlichem Aufhören der Gedankentätigkeit ist möglich, indem man nichtseins-ich- bewusste Fixierung des Denksinns mit nichtseins-ich-bewusstem Atemgang miteinander verknüpft zu einem gemeinsamen, selbst-reichen Harmonie-Laufsystem von unbegrenzter Dauerhaftigkeit in sich. Die läuft dann automatisch von ganz allein. Schädliche Vergröberungsneigung des Atemganges kann man mit bewusster himmlischer Herzsinn-Verfeinerung beseitigen, schädliche Neigung des Gedankenkeimsinnes zum Davonlaufen in Zerstreutheiten kann man durch Umhüllung mit bewusstem, feinem Atem-Ein vermeiden. Dabei helfen die Ohren-(Kan-) und die Augen-Empfindung(Li). Achtung, nicht auf die konkreten Inhalte der Gedanken bekämpfend eingehen, die ständig in einem aufsteigen, sich nicht damit inhaltlich irgendwie auseinandersetzen! Stattdessen die innere Phantasienproduktion als ganzes als inneres Betrachtungsobjekt sich ansehen und sie als ganzes automatisch verschwinden lassen durch feinstes und reinstes Atmen. Egal welchen Inhalts die hochkommenden Gedanken auch sind, gegen all diese Kopftätigkeit da oben sich innerlich abschirmen, bis da gar nichts mehr läuft. Völlig entspannt und absichtslos an seiner Meditationstechnik arbeiten, aber mit linearer Beständigkeit, Beharrlichkeit und Fleiß ohne Ende. Je mehr Seelenenergie man zurückeingespeichert hat, um so leichter wird es einem automatisch fallen, im vollkommen gesammelten, freien Bewusstsein der Gegenwart hier an seinem Meditationsort zu weilen, als wäre es selbstverständlich (entsprechend Substanzverlust-Folgegesetz Nr. 1 zur Bewusstheit). Doch das braucht Zeit. Also bitte Geduld, keine ehrgeizige Selbstquälerei! Dann wird der Atem sich mit der Zeit zu einer von alleine stehenden, klaren Raumpotenz im Brustraum und Gesamtleib etablieren und darin und darüber ein diamantener, funkelnder, starker Bewusstseinssinn zentriert als gleichgewichtiges Korrespondand mitschweben. Doch vergesse man bei allem Bemühen um verfeinerte Meditationstechnik nicht, daß das Haupterfolgsmittel das Finden der großen Ruhe und des inneren Sich-Bewahrens im Alltag und im gesamten Lebensablauf ist. Nur über die Ruhe und Bewahrung des zurückgewonnenen Innern gegenüber allem Äußeren gelangt man schließlich zur Herrschaft und zum Besitz seiner selbst. – Ferner merken wir uns unbedingt für später, wenn es um das Verständnis der parallelen Vorgänge im Kosmos geht, dass man durch verfeinernde Intensivierung des Seelenenergiestromes (durch Atemverfeinerung) seelische Seinserscheinungen wie Triebe, Gefühle, Leidenschaften und gedankliche Vorstellungen bis zum gänzlichen Verschwinden in verfeinernder Weise auflösend schwächen und zugleich damit eben ganz selbstniveausteigernd vernichten kann. Alle Gedanken und Triebempfindungen werden sublimierend positiv eingehend aufgelöst gewissermaßen am Ende in einem einheitlichen all-reichen Bewusstseins-Ein, das als Einziges übrigbleibt ... darin ist dann alles neutralisiert aufgehoben und enthalten ... – Das ist dann wirklich entsprechend der Rückbildungsentwicklung zur kosmischen Anfangssingularität in der Außenwelt. Der Mensch ist en miniature wie ein grenzenlos reiches, “leeres“ diamantenes schwarzes Loch im Universum, welches ja in Wirklichkeit ein einziger klarster Edelstein ist. Vernichten von Seinserscheinungen im äußeren Universum oder der inneren Psyche durch verfeinernde Sublimierung bedeutet also keinen Verlust. Sie führt zu einem daseinserzeugenden Zugewinn an neutraler Raumsubstanz/energie außen und neutraler Bewusstseinsenergie innen durch immer mehr verfeinernde Neutralisierung mit Vereinnahmung der Materie(außen) oder der Gedanken(innen). Deren Energien gehen also in die Raumsubstanz bzw. das Bewusstsein. Endziel auch beim Atemgang ist die Reinheit. Nur was heilig und edel zugleich ist innerlich, ist rein. Das Reine ist von sich aus still. Das Stille ist von sich aus gut. Das bedeutet völlige Egofreiheit. Frei von Egospannung bedeutet ungehinderte seelische Aufnahmefähigkeit für den größten Energieschatz im Seelenkraftkörper nach seinen bereits erklärten Mechanismen. So wächst die neue Lebensmacht heran. 2.2 Das Zurückkreisen der Atemkräfte und Seelenenergie Zu den beiden Methoden des Fixieren des Gedankenkeimpunktes und des ständigen, stillen Mithören des reglosen, „erhebungslosen“ Atemganges mit hellstem Gehörsinn kommt nun eine dritte Wirkungsmethode hinzu: das rundum Zurückkreisenlassen der Atemkräfte.

Der Gedankenkeimpunkt wird ja auch gern das „Kreisende“ (der Radnabe und Speichen) genannt. Li, die Augenoberfläche, ist nach außen glänzend und innen warm-wahr-dunkel im Leichten. Als gleichzeitiges Bewussttragen von Li und „Kreisendem“ kann man den Meditationsgang bezeichnen. 

Wird man durch die Arbeit der täglichen Meditation sensibler, so wird man mit der Zeit gewahren, dass es im Körper bzw. genau gesagt rund um den Leib herum eine Kraftbahn gibt. In ihr bewegt sich die Seelenkraft in eine bestimmte Richtung, und zwar beim Ausströmen, beim Verausgaben der Seelenkraft vom Bauch vorne aufwärts zum Gesicht, und gleichzeitig vom Hinterkopf die Wirbelsäule abwärts zum Steißbein hinunter. Beim Zurückströmen der Seelenkraft z.B. im Schlaf oder im empfangenden, entspannten Ruhestand dagegen bewegt sich die Seelenkraft genau in umgekehrter Richtung, nämlich vorn vom Gesicht abwärts durch die Brust hinunter zum Bauch und gleichzeitig vom Steißbein aufwärts durch die Wirbelsäule in den Hinterkopf bis unter die Schädeldecke. Ob und was da physikalisch im Leib strömt, kann gegenwärtig nicht gesagt werden, und bleibt weiteren wissenschaftlich-biologischen Untersuchungen vorbehalten. Es ähnelt einer feinst kribbelnden Empfindung wie des Strömens und Wandelns bioelektrischer Ladungen im eigenen Körper, und wird das wohl auch sein. Diese ganze merkwürdige Phänomenologie von einer Rundumlaufbahn nervlich-seelischer Kräfte um den Leib mit einer kräfteaufbauenden und einer entgegengesetzten, kräfteabbauenden Strömungsrichtung erinnert sehr an Untersuchungsberichte zu den sogenannten linksdrehenden und rechtsdrehenden Milchsäuren. Sie sind gewissermaßen die kleinsten Elementarteilchen der Eiweiße lebendiger Materie. Aus ihnen entkeimte alles Leben, aus ihnen ist alles Leben aufgebaut letztlich. Aber nur wenn sie in der einen Richtung drehen und dabei anscheinend ein elektromagnetisches Energiefeld aufbauen können, kann sich auch daraus durch die damit gesteigerte Bewusstseinsintensität der Materie schließlich Leben entwickeln. Also bringt der Spin der Milchsäuren wohl einfach nur eine Verdichtung des neutralen Raumsubstanz-Energiefeldes. Die höhere Raumsubstanzdichte hat dann auch die höhere kreative Intelligenz, die erforderlich ist, um tote Materie umzustrukturieren in höhere lebendige Materie. Außerdem hat höhere Raumsubstanzdichte mehr Bewusstsein dann auch im Sinne von sich abgrenzendem Eigenbewusstsein. So konnte die Weiterentwicklung zu Leben(sformen) entstehen. Von einer möglicherweise sehr wichtigen Beobachtung hinsichlich dieses Kreisstromes der Lebenskräfte, die der Meditierende im fortgeschrittenen Stadium machen kann, sollte an der Stelle berichtet werden. Bei der Nahrungsaufnahme wird die hiermit aufgenommene physikalische Energie erst wirksam, wenn der Körper die Nahrung über die Verdauung für sich verarbeitungsfähig umgewandelt hat, und diese als neuer Brennstoff ins Blut, bzw. in die Muskel- und Energiespeicherbereiche gelangt. Ein wegen Hungers völlig erschöpfter Sportler wird erst dann neue Kraft empfinden, wenn z.B. der zu sich genommene Traubenzucker in den Blutkreislauf gelangt. Der Meditierende empfindet aber das einsetzende Gefühl des Kribbelns in der Wirbelsäule des im indischen Yoga sogenannten „Feuers der cundalini“, welches das Rückströmen und Aufnehmen neuer, auch seelischer Energie durch das Essen bedeutet, bereits einsetzend, wenn er die Nahrung im Munde zerkaut und sie in seinen Magen gleitet und dort „umhüllt“ wird empfindungsmäßig. Er hat also den seelischen Energieanteil der Nahrung bereits vereinnahmt, wenn sie noch gar nicht vom Körper als Verbrennungsenergie biologisch-physikalisch angenommen ist. In der Nahrung muss also noch eine Art „immaterieller Bestandteil“ enthalten sein, der die eigentliche Seelenenergie ausmacht, also etwas wie biostatische Elektrizität, oder eben die darin besonders gebündelt enthaltene noch ungewordene Substanz der Raumzeitintensität(/-dichte), was ja wohl das gleiche bedeutet. Beim Trinken von bloßem Wasser setzt kein Kribbeln der cundalini in der Wirbelsäule ein, dagegen beim Trinken von fast kalorienfreiem Wasser, frisch gepresst aus Gemüse, Blättern, Melonen etc schon recht deutlich. Frische, rohe Nahrung erzeugt immer stärkeres Kribbeln bzw. Einziehen von neuer Seelenenergie. Alte Lebensmittel, insbesondere Dosenkost, haben wesentlich weniger Wirkung. Am intensivsten fängt das Feuer der cundalini an zu brennen, wenn man frisches, kurz gebratenes saftiges Bauchfleisch zu sich nimmt, oder frischen Fisch, Eier, oder frisch Geräuchertes. Aber was genau dabei passiert, lässt sich naturwissenschaftlich beweisbar/nachvollziehbar momentan noch nicht erklären. Vorläufig muss sich die Aussage darauf beschränken, dass alle Meditierenden mit entsprechendem Sensibilitätsgrad einheitlich die gleiche empfindungsmäßige Wahrnehmung machen bzw. mit der Zeit machen werden können.

In diesem Zusammenhang noch folgende Beobachtung: betrachtet man einen haltlos cholerischen Menschen mit unbekleidetem Oberkörper, wenn plötzlich sehr große Wut sich seiner bemächtigt, die ihn zunächst noch sprachlos macht, so sieht man manchmal von seinem Bauch her eine Röte durch die Brust bis ins Gesicht hochsteigen bis das Blut ihm regelrecht in die Augen tritt. Sucht ein hochleidenschaftlicher, verliebter Mann tagelang verzweifelt nach seiner Geliebten, die ihn verlassen will und entdeckt sie am Ende plötzlich irgendwo, so stockt ihm der Atem -  er atmet kurz heftig ein, und reißt damit einen Schwall dunkler Seelenkraft mit aus dem Bauch hoch mit in sein Gesicht. Außerdem wenn er gleichzeitig auch noch höchst sexuell erregt ist, hat er eine Empfindung im unteren Wirbelsäulenbereich, dass sich dieser Körperbereich düster weitet, wie abgründig, empfangend, und die Energien vom Hinterkopf lotrecht ins Düstere der unteren Wirbelsäule hinunterschießen in diese verbreitender Weise. 

Diese Phänomene als Beispiel für die ausströmende Seelenenergie-Bewegungsrichtung bei einer Erregung durch Schreck und plötzliches sexuelles Verlangen. Der Langgesuchten strömt sozusagen massiv alles entgegen, vorne nach oben, hinten im Rücken nach unten. Nachfolgend eine Abbildung aus einem alten Meditationstext hierzu:



Anmerkung des Herausgebers der Zeichnung (Richard Wilhelm): In diesem Bild ist der Kreislauf der Kraftströme während der Atembewegung angegeben. Während beim gewöhnlichen Atem das Einatmen in einer Senkung des Unterleibs und das Ausatmen mit einer Hebung des Unterleibs verbunden ist, handelt es sich bei diesen Übungen um eine rückläufige Bewegung in der Weise, dass man beim Einatmen die untere Kraftpforte(Bauchdecke) öffnet und die Kraft entlang der hinteren Kraftlinie (im Rückenmark) in die Höhe steigen lässt, und zwar entsprechend den auf der Zeichnung angegebenen Zeitabschnitten. Beim Ausatmen schließt man die obere Pforte(imaginärer Punkt zwischen den Schulterblättern) und lässt die Kraftströme auf der vorderen Linie nach unten strömen, ebenfalls in der Ordnung der bezeichneten Zeitabschnitte; zu bemerken ist ferner, dass die Stationen für <<Waschen>> und <<Baden>> nicht direkt in der Mitte der Linien liegen, sondern das <<Waschen>> etwas oberhalb und das <<Baden>> etwas unterhalb, wie aus der Zeichnung hervorgeht.(aus: ’Geheimnis der goldenen Blüte’, R. Wilhelm)

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Dagegen ein Beispiel für die rückströmende Seelenkraftbewegung auf der umläufigen Seelenkraftbahn: man befrage einen sensiblen, von einer plötzlichen, starken Depression befallenen Menschen, wie er es empfindet, wie er sagen würde, bewegt sich zur Zeit die Kraftempfindung im Brustbereich eher abwärts sinkend oder aufwärts steigend? Und die Kraftempfindung hinten in der mittleren Wirbelsäule, sinkt oder steigt sie eher der Empfindung nach? Man teste es in solcher Situation an sich selber. In der Depression hat man ein eher sinkendes Gefühl vorne im Brustbereich, das Herz wird einem schwer, während man hinten an der Wirbelsäule eher ein feines aufsteigendes Kräfteziehen ahnt. Es zeigt, in der Phase der Depression findet ein Rückstrom der Seelenenergie nach innen statt. Im Zustand der Freude strömt es wiederum genau umgekehrt nach außen. Das Herz (vorne) hüpft hoch vor Freude, steigt also nach oben, auch so bei unternehmerischem Mut und Tatendrang im Ausström-Vorgang. Gleichzeitig, wer genau hinempfindet, weitet sich die untere Selbstempfindung oberhalb des eigenen Gesäßes durch Erfülltwerden von von hinten oben herabströmender Kraft nun tatenlustig, fast agressiv. Nun gilt es, diese natürliche Bahn der nervlichen Seelenkraft, quasi der Gemütskräfte zu unterstützen, indem wir das normale Aus- und Einatmen mit der rückläufigen, inneren Substanz aufbauenden Strömungsbewegung auf der Seelenkraftbahn kombinieren und unterstützen. Unser Ziel ist ja die vollständige Wiederauffüllung des Seelenkraftleibes mit Seelenenergie. Die rückläufige, rückfüllende Bewegungsrichtung um den menschlichen Leib (Rumpf mit Kopf) geht also vorne vom Gesicht abwärts durch die zwei Kanäle des vegetativen Nervensystems im Brustbereich durch die Stränge und Ganglien des Parasympathicus hinunter zum Sonnengeflecht im Bauch, unten im großen Schwung um den Bauch herum, und hinten vom Steißbein aus wieder hoch durch die Nervenbahnen der Wirbelsäule in den Hinterkopf und unter die Schädeldecke. Dort verströmt die Energie sich wärmend und weitend, wie etwas zur Höhe hin aufsteigend sich neutral und feinst Aufhebendes und dort nun unempfindbar Bleibendes, für immer. Das ist ein Bewusstseinszugewinn. Genauso wird bei der Abströmung vorne unten im Sonnengeflecht analog im warmen Speicherdickicht der Bauchdecke die abschwebende Wärmeseelenkraft des Atems mütterlich weit erfüllend vereinnahmt, als wenn elektrischer Strom, sich in die Erde eindringend und diese bereichernd, sich verliert. Wie man es nun in der Meditationsarbeit faktisch praktiziert, diese Verbindung der drei Methoden Gedankenfixierung, Atemrhythmisierung und Rückkreisen der seelischen Energien, das läuft in etwa so ab: 1.man setze sich gut ausgeruht, bequem und entspannt aufrecht hin, und wahre die innere geistige Herz-Intuition des Kopfes im eigenen weiblichen Atemkraftraum, zwischen den beiden Schulterblättern und dem Brustbein innen. Hier ist der von den Rippen umhüllte stille, wärmende, weibliche Seelenkraftort, in dem man sich länger als Selbstberge wohlig bewahren kann. Die Herzempfindung dort muss zartest bleiben. Das Selbst des unteren Rückens hinten umfasst auch mit die Bauchwölbung vorne. 2.Von dort aus richte man sich inmitten seines Seelenkraftleibes mit vollem Bewusstsein auf das Empfangen der Empfindung des Gedankenkeimpunktes oben zwischen den beiden Augen, etwas zur Mitte des Kopfes hin. Dort thront, wenn auch schwach wahrnehmbar, nun von selbst ein ruhender Bewusstseinssinn aus dem einen Hell-Schattigen. Das Augenlicht der halb gesenkten Lider folgt still, lang und verinnerlicht dem Nasenrückenverlauf und wird von selbst fixiert und getragen im Sinn auf dieser Linie, im Gedankenkeimsinn auf dieser Intuitions-Linie, am innersten Nasenwurzel-Anfangspunkt. Das Ich ist demütig innerlich stillgehalten durch den Glanz des Augenlichts – die Seele der Augen ruht – das Selbst des Gehörs lauscht demütig und gottesfürchtig. Nun richte man aus der Mitte des Rückens heraus langsam das Hören der beiden Ohren allerleisest auf die Stetigmachung des Atemganges. Der Atem entspringt aus dem feinsten subjektiven Nichtsein, dem innerlichst demütigsten Keimpunkt des geistigen Herzens im Kopf. Doch die Zentrumsempfindung des Selbstes bleibt dabei im Busen und Bauch. Diesen stillen, fixierten Atemgang wahre man eine Zeitlang, getreu und aufrecht, folgend wie sein eigener Schatten. Ich bin wie der stille, helle Schatten meines Atemganges. 3.Wenn nun denn der Atem gerade einmal wieder ausgeatmet hat, so richte man die innere Vorstellungsempfindung unten auf den Bauchraum, den erotischen Gebärraum, halte den Lungenraum still und atme nur langsam ein durch das Heben der Bauchdecke. Dabei stelle man sich vor, dass man die Luft nicht durch den Mund sondern unten durch die untere Bauchdecke einatmet, hereinzieht und rückläufig empfangend hochsaugt, fast wie von unter dem eigenen Bauch. So strömt die Luftseelenkraft von der Penislinie, zurückebbend aufsteigend, langsam, zartest, durch die Wirbelsäule, hoch bis fast unter die Schädeldecke. Da unter zerströmt sie dann von allein allseits in die Weite des Kosmischen-Ein, während man etwas abwartend innehält. Dann setzt wie von allein sich ausbreitend mit dem beginnenden Ausatmen eine Abwärtsbewegung des Atems von der Vorderstirn durch das Gesicht durch die beiden Sinkwege im Brustbereich (Ganglien des Parasympatikus) runter in das dichte, warme Sonnengeflecht der Bauchdecke ein - schön, weitend, verströmend, wohlige erotische Lichtwärme spendend, nun zu fest geerdeter Kraft geworden.

Auch hier kann man die sinnmitreißende Wirkung der Bewegung verstärken, indem man sich vorstellt, dass die einsetzende Abwärtsbewegung des Ausatmens schon etwas oberhalb der eigenen Vorderstirn beginnt. Hat man so warm, wohltuend, hinschenkend das Ausatmen sanft in das Sonnengeflecht durchblasen mit dem begleitenden Augenlicht, dann rührt sich von allein wieder im Bauch, 2-3 Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels, der Sinnentstehungskeim für das Begehren eines neuen Einatmens. Dazu ist auch hilfreich sich vorzustellen, daß zwei schöne Flügeltore sich beim Einatmen und Heben der Bauchdecke in der rechten und linken Bauchhälfte weit empfangend seitlich öffnen, nach vorn, um die Luft unten einströmen zu lassen, die dann wieder, wie sich von alleine bewegend, unter zurück rundum langsam zur Wirbelsäule hochzusteigen beginnt. Das ist was man das Öffnen und Schließen der Pforten des früheren mütterlichen Himmels nannte. Beim Ausatmen mit Absinken der Energien vorne bleibt diese Bauchdeckenöffnung stille geschlossen gehalten.
Wer alles richtig gemacht hat und den Bauch warm gefüllt hat, wird schon nach wenigen solchen zurückkreisenden Atemzügen eine wohlige Erschöpfung verspüren und das Gefühl einer dabei gehabten leichten, inneren, rückführenden Bereicherung. 

Dieses Gefühl rührt her von dem durch die Wirbelsäule zur Höhe hin aufsteigend eingehend Vergehenden und dort für immer Bleibenden (unter der Schädeldecke / Empfindung des RAUMZEIT-Substanz-Bewusstseins dort). Man bedenke, dass das Rückrundumkreisen der Atemkräfte in den alten chinesischen Meditationstexten auch Rückkreisen des Li genannt wird. Durch die durchgehend bewusst bewahrte Empfindung des Li beim Rückkreisenlassen, also die Empfindung des Lieben, Lichten, Zartest-Leichten in den beiden Augen, entsteht ein stiller, kontinuierlicher Glanz auf der Außenoberfläche der beiden Augen, der nun mehr und mehr den ganzen Leib in der Senkrechte wie einen schützenden Kreis umzieht, so wie die Eischale in einer harmonischen Elipsenumrundung das Ei. So entsteht dauerhafte Geborgenheit des Meditierenden bei der Arbeit durch Wohnen in der dunklen, warmen, wahren Empfindung des eigenen Atem-Nichtseins (Khi-Kraft) innerhalb dieses Kreisens und dem festgehaltenen hellen, freundlichen,’leeren’ Bewußtseinswesens nach außerhalb um diesen schützenden, bergenden Li-Kreis ganz um einen herum. So wird vermieden, dass man sich vergisst und aus der Hand abgleiten lässt und wieder unter die niedere Phantasietätigkeit des Ego abrutscht. Das eigene leichte, reine, abgelöste Hun-Wolkenwesen kann man ja am ehesten in den eigenen beiden Augäpfeln noch wohnend empfinden. In dem Maße wie man über die Zeit durch die Meditationsarbeit Lebendigkeitssubstanz in sich zurückbereichert, wird mehr und mehr die ganze eigene Leibesempfindung so leicht und rein vernommen wie die Empfindung des Inneren der eigenen beiden Augen. Man übersehe in der chinesischen Zeichnung der Rückrundumlaufbahn nicht den kleinen unten angehängten Strich. Er bedeutet, sehr wichtig, dass man auch den ganzen vollen Genitalpotenzbereich mit in das rückläufige Sinnströmen mit einbeziehen muss, ebenso wie beim suggestiven Einziehen des Atems durch die ganz untere Bauchtüre.

2.3 Der Vollendungsmechanismus zur Rückanreicherung mit Seelenkräften bzw. Persönlichkeitssubstanz – der Grundwert der drei ‚taoistischen Schätze’

Wir haben nun kennen gelernt, wie man das natürliche Zurückströmen der Seelenkräfte durch die Atemtechnik des Rückkreisens des Atems auf der rückläufigen Leibesumlaufbahn fördern und verstärken kann. Was aber geht da real biologisch vor im eigenen Körper? Was ist und woher kommt diese Kraft, die wir Seelenkraft nennen und mit der wir eine gealterte, verbrauchte und durch Zerstreuung und Auszehrung abgewirtschaftete Seele wieder wie völlig jung neugeboren machen können? Wir wollen ja bei all diesen uns doch etwas fremdartigen, östlichen, tiefenpsychologischen Betrachtungen auf dem vertrauten Boden westlicher, naturwissenschaftlicher Realitäten bleiben und uns klar von jeglichen psycho-alchemistischen Zaubermeistereien von Mystikern und Esoterikern distanzieren. Wir stehen hier natürlich ganz am Anfang. Die Vorgänge und Phänomene bei der Meditationsarbeit sind im Detail noch nicht wissenschaftlich untersucht. Zumeist aber lassen sich aus dem allgemeinen Wissen der Biologie und Neurologie schon die Strukturen und Wege der Veränderungsabläufe deuten. Hier, bei dem grundlegenden Wiederaufbau der eigenen Seele bzw. Seelenkraft wird, mit einfachen Worten erklärt, folgendermaßen verfahren: Der Körper erzeugt mit der Nahrungsaufnahme ständig auch ein bestimmtes Maß an überschüssigen nervlich/seelischen Lebensenergien. In Verbindung damit sammelt sich auch die erotische Kraft im Innern an zusammen mit der Produktion von Samen und Samenflüssigkeit. Diese erotische Lebenskraft erscheint wie eine elektrische Kraftladung, die mit ihrem Anwachsen zunehmend auf Entspannung aus der Überfülle heraus drängt, ansonsten wächst die innere Ladung bzw. Spannung weiter. Wir wollen diese Energie die Bauchzeugungs- und -gebärkraft nennen und ihren Ladungszustand die Bauchzeugungspotenz. Um diese erotische Bauchzeugungskraft dreht sich als der Ausgangspunkt bei unserer künftigen Meditationsarbeit alles. Sie ist die seelische Nahrungsgrundlage, das Futtermaterial, mit der wir das Seelenintensitätsniveau wieder nach und nach verjüngen, d.h. aufbauen können. Jedes rückgewonnene Mehr bringt in der Empfindung ein inneres Heller-,Leichter-, Feiner- und Reicherwerden. Hat sich diese Bauchzeugungskraft von allein auf natürliche Art angesammelt, so bewirkt sie allgemein einen inneren, unterbewussten Kraftdruck – der Mensch verhält sich allgemein dynamischer, auch fröhlicher, hat mehr Lebensschwung und Mut. In der Regel beginnt auch ein anreizender Druck auf die Geschlechtsorgane mit steigender Bauchzeugungspotenz. Aber die Kraft des Eros allein ist nicht notwendig identisch mit dem Sextrieb – sie liefert auch in dieser Richtung nur das Brennmaterial bzw. den Sprengstoff. In Praxis ist die erotische Bauchzeugungskraft aber in ihrer Zielrichtung sextrieb-dominiert. Sammelt sie sich weiter an, so gerät der Mensch zunehmend unter akutem Handlungszwang, die innere Hochspannung abzubauen und sich erotisch abzureagieren. Da kommen im Prinzip zwei Verfahren infrage: zum einen über die sexuelle Befriedung zur Betätigung des Orgasmus als das große Überdruck-Ablassventil. Durch das kann an einer Stelle in den dichten Umfassungswänden des Seelenkraftkörpers im höchsten Erregungszustand ein Schwall Seelenenergie bzw. Bauchzeugungskraft überschwappend nach außen ausströmen, bildlich gesprochen, in Verbindung mit dem Samenausfluss. Die andere Möglichkeit zur Entledigung des inneren Überdruckes wäre irgendeine Art von körperlich-seelischer Überanstrengung und Übererregung, durch die man durch die gewissermaßen etwas porösen, etwas durchlässigen Umfassungswände des Seelenkraftkörpers die überschüssigen, drängenden Energien nach außen durchpresst, wie etwa in einem wilden, ekstatischen Tanz die ganze Nacht hindurch, oder in einer gefährlichen, sportlichen Überanstrengung wie das Besteigen eines schwierigen Berggipfels. Der Volksmund spricht in diesem Zusammenhang davon etwa mit der Redewendung: „...er schwitzt es sich durch die Rippen ...“. Dabei symbolisiert der Brustraum den Seelenkraftkörper, das Herz das gefühlshafte Ego-Ich und die Rippen die seelischen Umfassungswände. Wenn sich Bauchzeugungskraft angesammelt hat, so verfügt also die Seele über einen zusätzlichen Reichtum an Seelenenergie, den sie aber nicht in der Lage ist, in sich einzulagern, und zur Erhöhung der eigenen Seelensubstanz zu verwenden. Sie muss sie wieder ausgeben nach außen für sexuelle oder sonstige Aktivitäten. Grund dafür ist eben die schon oft angesprochene Unfähigkeit des Seelenkraftkörpers, über ein gewisses, geringes Maß hinaus sich zu entspannen und sich substanziell durch Energierückeinlagerung wieder zu erhöhen. Gemäß Substanzverlust-Grundgesetz Nr. 2 kann er sich nur geringfügig rückausdehnen und nur geringfügig Substanz wieder rückeinlagern, die er einmal übermäßigst verausgabt hatte. Außerdem heißt quantitatives Einlagern ja qualitative Verwandlung des ganzen Seelenkraftkörpers in Richtung leichter, feiner, heller, wärmer, weicher, lieber, bewusster werden, falls man größere Energiemengen einlagern wollte. Der ganze augenblickliche Seelenkraftkörper müsste also weg und durch einen qualitativ höheren, jüngeren gewissermaßen aufnahmefähigeren, solch einen mit höherem Substanzniveau, ersetzt werden. Das heißt, die Seele im status quo müsste sterben und neu in einer höheren Art und Form wiedergeboren werden, in der nun Platz nach innen für die drängenden, gestauten, erotisch-sexuellen Überenergien. Nochmals: Nun sind wir zum Kernpunkt des Problems bei unserer Meditationsarbeit vorgedrungen. Der Körper produziert mit der Nahrungsaufnahme erotisch gefärbte, seelische Lebensenergie und speichert diese auf. Aber der Seelenkraftleib kann, da er unter unbewusster, verfestigter Dauergespanntheit steht, diese Seelenenergie nicht zusätzlich in sich aufnehmen, oder zu nur sehr geringem Teil. Deshalb drängt die Energie wieder auf Entladung nach außen in sexuelle oder dynamische, expansive Handlungen. Dadurch geht die letztlich durch einfache Nahrungsaufnahme gewonnene Seelenenergie wieder voll verloren. Und nicht nur das, denn durch die generelle Geneigtheit der Menschen, diese angenehmen bis geradezu äußerst lustvollen Erlebnisse des Ausströmens der Seelenenergien wie etwa im Geschlechtsakt noch möglichst mit bewussten Anstrengungen steigern zu wollen, wird zusätzlich noch Stress auf den Seelenkraftleib ausgeübt, und von der eigenen Seelenkraftsubstanz zusätzlich etwas mit hinausverschlissen - innere Substanz, die zusätzlich mit verloren geht. Diesen Vorgang heißt es nun in der Meditationsarbeit umzukehren. Die vom Körper über die Nahrungsaufnahme hergestellten dynamischen Seelenenergien sollen hergenommen werden, um die Festsubstanz des Seelenkraftleibes wieder aufzufüttern und zu füllen. Dazu dienen die drei berühmten heiligen Schätze des alttaoistischen Lebenselixiers, von denen so oft in den alten Büchern der Weisen und Heiligen des alten China die Rede ist und die wir nun verstehen lernen. Das sind also: 1. Kan (der Zustand des Abgründigen, Übervollen, Gespannten, Fast-Düsteren im Bauch, das Meeres-Abgründige, das Gefährliche vorm ‚Platzen’) Das Samenwasser, die im Unterleib gespeicherte erotische Lebensenergie aus der Nahrungsaufnahme, die Bauchzeugungspotenz im Überladungszustand. 2. Khi Die stillgehaltene Atemkraft im Schulterblätter-Brustbein-Herzbereich, praktisch der wachsamst verinnerlicht fixierte Intuitionszustand der Seelenkraft, unter dem Geistigen, dem Denksinnpunkt, als gesamtleiblicher Zustand. Bei dem hat man sich innerlich ganz losgelassen, die Wirbelsäule bis unten runter ganz still lang und restlos losgelassen. Das bringt die notwendige Bewegungsrichtung der Entspannung, Entkrampfung in den Seelenkraftleib, damit der überhaupt erst aufnahmefähig für die Seelenenergien wird. Khi ist also die Empfindung des Seelenkraftkörpers in lieber, demütiger Unterempfangungshaltung seelisch. 3. Li (-Dsing) Das Geistesfeuer, das Brennende, der Hypothalamus des vegetativen Nervensystems, der Geistpunkt, Gedankenkeimpunkt in Höhe der Mitte zwischen den beiden Augen, in der Mitte des Kopfes. Mit dessen brennender, punktueller Konzentration in den erotisch kraftgespannten Unterleib verhilft man der spannungsauflösenden-reintegrierenden-harmonisierenden Wirkung des vegetativen Nervensystems zur Einflusskraft, so als wenn man mit dem Brennglas auf den Grund eines schwer drückenden Wassers brennt, und hinten in der Wirbelsäule leichter, aufsteigender Wasserdampfrauch als Folge die im Bauch drückende Samen-Wassermenge leichter macht und verringert. Das bedeutet dann den rückwärtigen Bereicherungsvorgang nach innen und hinten oben. Li ist immer verbunden mit der lieben, lichten Empfindung des eigen-gehen-gelassenen Sehens der beiden Augen darauf. Konkret ist der Arbeitsablauf der Meditation dann schrittweise folgender: 1.man isst etwas erotische Kost, insbesondere Fleisch, Eier, frische Blätter, Fisch usw. bis der Bauch spürbar reich voll ist. 2. nun geht es darum, diese Kraft nicht zu verausgaben, sondern anzuhalten, innezubehalten, keine übermäßigen Kraftanstrengungen, keine Zerstreuungen, und natürlich sexuelle Enthaltsamkeit auch und vor allem in seinen Gedanken und Vorstellungen, und warten. Allgemein gehört die Wahrung einer gewissen stillen Innerlichkeit mit nicht viel reden durch den ganzen Lebensalltag dazu. 3. So entsteht sehr bald je nach Vitalität des Mannes ein innerer erotischer Kraftstau in der unteren Bauchgegend. Die Muskulatur dort fühlt sich dann etwas hart an fast wie verspannt. Es entsteht so etwas wie das Gefühl von etwas Schwerem im Bauch, wie ein Kloß, wie bleiern, das sogenannte “Blei im Ort des Wassers(Kan)“, wie es in den alten Geheimschriften der chinesischen Mönche heißt. Dies ist das Samenwasser oder: der Same im abgründigen Wasser, der sich nach und nach zum Dschenn, zur Selbstmacht des „göttlich-elektrischen Drachengeistes“ im „Urschloss auf dem Grunde des Meeresabgründigen“, verwandelt, zu einer göttlich machtvollen Bauchzeugungspotenz, zu höchster elektrisch-erotischer Überspannung im Unterbauch-Innenraum. 4. Dann setze man mit der Meditationsarbeit ein wie beschrieben unter 2.2 und brenne mit dem Gedankenkeimpunkt mitten in den Bleikloß der unteren Bauchgegend hinein, wie mit einem gebündelten Laserstrahl. Gleichzeitig umstreicht der feine, milde Frühlingsatem “Ssuun“ im Zeichen des Augenwindes des Sanften, Dezent-Eindringlichen, das dort zähe Dickicht des Sonnengeflechtes. Er schürt wärmend den dort allmählich entstehenden Feuerort zusätzlich an und leitet ein warmes, weiches Schmelzen und Strömen von dort ein. Die feine, kribbelnde Sinnhauptlinie der Strömung richtet und wendet sich unmerklich in die rechte, rechtläufige Richtung zurück vom Bauchnabel erst abwärts durch den unten aussetzenden, dunklen Übergang durch die Beine nach hinten, wo man nichts empfindet. Dann zieht die Strömungsempfindung vom Steißbein ab wieder spürbar empfunden aufwärts zurückebbend in die Wirbelsäule hoch ... – das ist die sublimierende, neutralisierende Vereinnahmung der erotischen Bauchzeugungskraft. Man isst so Geisteskraft für sich, eigentlich Seelenkraft, eigene Persönlichkeitssubstanz, neutrale, dauerhafte Raumsubstanzenergie. Das Ziel der Arbeit ist gelungen, der Rückstrom und Wiederaufbau der Seelenkraft eingeleitet. Nach einer gewissen Zeit der Meditationsarbeit hat man die erotische Bauchkraft, das Samenwasser, aufgebraucht, fühlt sich erotisch-sexuell entspannt und leicht erschöpft, aber zuinnerst bereichert. Man hat spürbar etwas dazu gewonnen. Spontan fühlt man große Dankbarkeit. Und weiß nicht einmal, wem nun ... aber eben, der ist es, den man dann dahinter und durch alles Körperliche webend spürt. Dem hat man es, ungewollt, zu verdanken...



2.4 Der Psycho-Mechanismus des zurückläufigen, implosiven Orgasmus zur Geburt neuen eigenen Lebens als Höhepunkt des „Pfades der Unsterblichen-“

Im vorigen Abschnitt wurde das Prinzip dargestellt, wie man im Bauch gesammelte und gestaute erotische Lebensenergie durch erhitzend wirkende geistige Konzentration darauf bei gleichzeitigem Rückkreisen des Atems, wie man diese dynamische, disponible Energie vereinnahmen und verwandeln kann in gewissermaßen feste Seelensubstanz von Dauer fortan, als die beständige Persönlichkeitsgrundlage des eigenen Existenzkerns und Vitalitätskerns. Man ernährt also damit den Seelenkraftleib und füllt ihn allmählich wieder auf. Nun ist aber der Verlust oder der Zugewinn von Seelenkraft keine rein quantitative Angelegenheit, so wie man einer Menge Steine ein paar Steinchen wegnimmt oder wieder hinzufügt, sondern es handelt sich dabei in seiner Erscheinungsintensität weit überwiegend um eine qualitative Veränderung der Seelensubstanz gemäß den Punkten 1-12 im Kap. 2 durch ihre Verminderung oder Vermehrung. Ganz drastisch klar gesagt: vor allem bedeutet Verminderung der Seelensubstanz stückchenweise Sterben, Vergröberung, Vertrübung, weniger Bewusstsein und Tod. Dagegen heißt Vermehrung der Seelensubstanz stückchenweise mehr Verfeinerung, Neugeborenwerden, leichteres, lichteres Bewusstsein und Leben. Und diese Neugeburt, das Geschenk des ganz neuen Lebens, vollzieht sich nicht wie oft fälschlich dargestellt in einer einzigen tollen, grandiosen Erleuchtung und vollständigen Neugeburt zu einem Heiligen, d.h. zu einem Heilen, zu einem Buddha, nein. Nein, man stirbt unmerklich zehntausend kleine Tode, bevor man am Ende endgültig wieder von der Erdoberfläche verschwindet. Man braucht ebenso viele kleine Neugeburten seiner Seele, bis man sein ganzes, vollkommenes Leben in all seiner anfänglichen kindlichen Wärme, Fülle, Helligkeit und Lebendigkeit wieder zurück hat, als Ergebnis einer zähen, harten, oft über viele, viele Jahre sich hinziehenden Meditationsarbeit. Das heißt also, die Vermehrung der Substanz des Seelenkraftleibes und die Veränderung der Seele verlaufen nicht unmerklich stufenlos steigend, sondern verlaufen in kleinen Sprüngen, in Quanten, gewissermaßen. Man könnte geradezu von einem Quantensprung in der psychischen Metamorphose sprechen, so ähnlich sind die Parallelen zur Physik. Der Grund dafür ist leicht erklärt. Wenn man den Seelenkraftkörper in seinem gegenwärtigen Status quo mit der Meditationsmethode der rückkreisenden Lebenskräfte wie soeben beschrieben eine gewisse Menge Energiesubstanz zugefügt hat, stößt man schnell an die Grenze seiner Aufnahmefähigkeit. Führt man dennoch weiter konsequent Substanz hinzu, gerät er in zunehmende Überladung, Überspannung und muß schließlich seine Intensitätskapazität, sein Qualitätsvolumen, erweitern. Es platzt dann irgendwann einmal die Hülle des überspannten Seelenkraftkörpers. Die alte Haut wird abgestreift - ein neuer jüngerer, weiterer, aufnahmefähigerer, dynamischerer Seelenkraftkörper mit hellerer Lichtfärbung kommt von darunter nun in Erscheinung. Also eine etwas neue, andere, höhere, leichtere Seele wird geboren, etwas leichter, feiner, heller, wärmer, weicher und bewusster. Dieser Tod/Neugeburt-Vorgang wird sich viele, viele Male wiederholen und jedes Mal zu einer etwas jüngeren, größeren, reicheren, integreren Seele führen. Hermann Hesses Siddartha, der in einer Nacht Erleuchtung und Vollkommenheit fand, ist so gesehen zwar poetisch schön, aber psychologisch unrichtig. Man kann nicht über das wunderschöne religiöse Erlebnis einer Nacht seelisch radikal vervollkommnet sein. Die wirklich völlige Rückauffüllung der Seelenenergiesubstanz wird aber immer mehr als ein Jahr fleißiger psychotechnischer Meditationsarbeit bedeuten. Möglich ist aber, dass einem in einem bestimmten Moment der Sinn des Stirn-Gestirns besonders bewusst aufleuchtet und man sein eigenes geistiges Nichtseins-Ich so plötzlich begreift und findet, wie in einer erlösenden Erleuchtung. Auch mentalitätsmäßig mögen schnell enorme Veränderungen eintreten. Desweiteren kann es durch gelegentliche gewaltige Tiefenentspannungen der Nervenzentren zu bewegenden religiösen Erleuchtungserlebnissen kommen. Doch diese sind nur schöne Begleiterscheinungen am Rande und nicht das eigentliche Arbeitsziel. Die alte, minderwertigere Seele stirbt also in einem winzigen Moment von Bewusstlosigkeit und Tod ab. Eine neugeborene, etwas höherwertige jüngere Seele taucht blitzschnell an ihrer Stelle aus dem dunkelsten Unbewussten hoch und nimmt, den ganzen Lebensraum erfüllend, nun ihren Platz ein. Dies geschieht erlebnismäßig im Vorgang des rückläufigen, implosiven Orgasmus. Was ist ein Orgasmus, wie ist er psychoenergetisch zu verstehen? Wir hatten den Seelenkraftleib betrachtet wie einen geschlossenen Energiesubstanzbehälter, auf den über den seelischen Muskel des Ego-Ich Druck ausgeübt werden kann. Dieser geschlossene Energiesubstanzraum hat aber gewissermaßen eine verborgene, unbewusste Öffnung wie ein Überdruckventil, auf das der menschliche Wille nicht direkt einwirken kann. Aber durch Reizung und Erregung seiner Genitalien und seiner Seele erreicht dieses Überdruckventil einen Erhitzungspunkt, bei dem es sich öffnet und einen Schwall Seelenenergie abströmen lässt, parallel zu der ausströmenden Samenflüssigkeit des Rückenmarks. In diesem winzigen Augenblick des Aufreißens des Seelenkraftleibes tritt eine Art von körperlicher Totallähmung ein. Der Mensch ist handlungs- und reaktionsunfähig. Das Bewusstsein im Kopf wird unterbrochen und nach unten gerissen gewissermaßen. Für den Bruchteil einer Sekunde taucht man unter in den Tod, ins Unbewusste, um dann unterstützt von der ausströmenden, warm überflutenden Seelenenergie wieder an die Oberfläche hochgetragen, hochgespült zu werden. Aber, wer genau hinempfindet, ist man danach nicht mehr ganz so hoch wie auf dem Niveau zur Zeit vor dem Orgasmus. Der Wechsel zwischen der von in der sexuellen, drängenden Überspannung erlöst werdenden tiefen Abwärtsbewegung in den dunklen Tod und dann mit starkem Gefühlskontrast wieder hellen Hochgeschwemmtwerden an die glitzernde Lichtoberfläche des Bewusstseins erzeugt das typische Glücksgefühl des Orgasmus. Das ergibt sich zum einen aus der Lösung der Not des Leidens im Spannungszustand vorher. Dann kommt noch das herrliche Bad in der befreienden Seelenenergie, die den ganzen Leib danach reich überflutet. Drittens wirkt noch alles verstärkend das überwältigende Kontrasterlebnis des engst verbundenen Tod-und-wieder-Neugeburt-Ablaufes im Orgastischen der geheimnisvollen Tod/Neugeburt-Urzuckung. Es wechselt eben höchste, blendende, göttliche Paradieseshelle mit tiefstem, schauervollem Abgrund der Nacht… Aber wer sensibel genug ist, der spürt hinterher, wenn er ausgelaugt und schlapp-leer ausgeflossen ist, dass er etwas dabei verloren hat, dass er etwas auf ein tieferes, unfreieres Niveau dabei abgerutscht ist. Von dem Zentrum seines Wesens, das im unpolaren, freien Ein seines Kopfbewusstseins zwischen den beiden Augen liegt, ist in einem eine kleine Einheit runtergezogen worden ab unter den schattigen, bis finsteren Abhängigkeitsbereich des negativen, niedrigen Ego der hinteren unteren Triebsphäre des unterbewussten menschlichen Egokomplexes. Der Mensch hat dadurch ein Stückchen von seiner ursprünglichen, kindlichen neutralen Bewusstseinsfreiheit im eigenen Wesen verloren. Er ist fortan mehr unter die schwerere, trübe Triebsphäre der Begehrlichkeiten und emotionalen Leidenschaften abgeglitten, ist dadurch unfreier und abhängiger geworden, etwas mehr in Gefangenheit unter dem schattig-negativen Yin des Po-Seelensystems. Der vulgäre Volksmund, der immer intuitiv richtig die Dinge bezeichnet, kennzeichnet den inneren Verlust mit Redewendungen wie: „...es geht mir einer ab...“, oder: ...er holt sich einen runter...“, oder verwendet Varianten des Wortes ’verpuffen’.Auf jeden Fall rutscht der Herr der großen Sexlust mehr und mehr ab zum nur Knecht.

„Es wechselt Paradieseshelle, mit tiefer schauervoller Nacht...“ Auch hier. -

Deutet das parallele Ausströmen von Samenflüssigkeit und Seelenenergie (zeitlich) darauf hin, dass es sich bei der Seelenenergie im wesentlichen um Rückenmarksflüssigkeit handelt, oder gibt es zumindest enge Zusammenhänge? Wir werden sehen ... Die Umkehrung des Orgasmus-Ablaufes Es wurde dargelegt, dass eine wesentliche Energieabnahme oder -aufnahme des Seelenkraftleibes nicht im stufenlosen Übergangswandel erfolgt sondern in Sprüngen mit Hilfe des Tod-Neugeburt-Mechanismus der Orgasmus-Funktion. So erfolgt ein Hinüber- bzw. Hinunterflanken in die neue Existenz auf einem klein bisschen niederen Seelenniveau, fast wie ein Untertauchen in ein dunkles Flüsschen namens Hades, namens Styx, bei dem man dann auf dem etwas niederen Flussufer landet, wenn man wieder auftaucht und festen Boden unter den Füßen bekommt. Von der Natur ist dieser Mechanismus der orgastischen Seelenverwandlung mit Niveauabfall nur in eine Richtung nach außen, wie soeben beschrieben, vorgesehen. Bei dem allgemeinen fallenden Lebensprozess des sich voll Aus-lebens bedeutet der normale Orgasmus, „la petite morte“ wie die Franzosen sagen, einen winzigen Moment Tod der Seele, und blitzartigem Ersatz durch eine neue, fast unmerklich niedere, geschwächtere Seele, mit gleichzeitigem innerem geringfügigem Substanzverlust, den die meisten gar nicht merken. Aber der intelligente Mensch kann diesen orgastischen Mechanismus auch in umgekehrte Richtung betätigen. Am Anfang geschieht das fast wie eine künstliche Vergewaltigung dieses Seelenprozesses. Ist aber die Jungfernhaut in dieser Flussrichtung einmal geweitet, so öffnet sich der Seelenkraftleib mehr und mehr gern zur Aufnahme neuer eigenproduzierter erotischer Zeugungskraft und es entsteht eine Art selbsttätige, natürliche Automatik des Empfangs- und Vereinnahmungsprozesses der eigenen Seelenenergie zum Rückaufbau eines kindlichen hohen Selbstes. Es wird nun mehr und mehr automatisch gesteuert durch das eigene vegetative Nervensystem. Es kommt zu einer ständigen schönen, harmonischen Vereinigung der „inneren Braut“, der eigenen weiblichen Seele, mit dem „inneren Lustknaben“, dem ‚puer eternus’, dem Wesen unbegrenzten kindlichen Zeugenkönnens, mit ständigem, verjüngendem Wachstum beider. Dieser Seelenmechanismus läuft im einzelnen so ab: Mit der beschriebenen Meditationsarbeit des fixierenden rückläufigen Kreisens der Atemkraft wird dem Seelenkraftleib spürbar mehr und mehr Energie zur Speicherung zugeführt. Das gegenwärtige Volumen des Seelenkraftleibes wird voll und übervoll, gerät in einen gefährlichen Spannungszustand der Überladung. Der ganze Bauch fühlt sich dann bleiern schwer an, fast schon wie gelähmt. Die Neigung zu sexueller Entladung nach außen wächst. Aber der Mann fixiert unbeirrt den freien, silbrigen Gedankenkeimpunkt, der von Triebregungen nicht erfasst werden kann, und leuchtet und brennt damit erhitzend in die Basis des inneren Bauchraumes hin auf den Bauchgefühlskeimpunkt. Der Bauchgefühlskeimpunkt Der Mensch hat nicht nur ein Bewusstsein, einen subjektiven Bewusstseinskeim im Kopf, dem die Wesensempfindung entströmt, sondern einen zweiten Bewusstseinskeimpunkt unten im Bauch, 2-3 Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels, aus dem in Verbindung mit der Atemkraft die Seelenkraftempfindung hervorkommt und der Atem. Das heißt also, analog der Grundstruktur der menschlichen Gesamtseele bestehend aus zwei Seelensystemen hat der Mensch auch ein zweites Bewusstseinszentrum im Bauchraum, in dem Wahrnehmungen, Empfindungen, Triebe, Erkenntnisse Vorstellungen usw. entstehen können. Dieser ist dem emotional-willensmäßigen Seelenkraftleib zuzurechnen, also dem Po-Seelensteuersystem. Dagegen ist ja der Bewusstseinskeimpunkt im Kopf dem intellektuellen Hun-wesensteuersystem zugehörig. Das heißt also, der Mensch hat zwei Bewusstseinszentren, zwei Erlebenszentren in seinem einen Körper, in denen gleichzeitig Vorstellungen, Empfindungen, Beurteilungen aufkeimen, auftauchen können von unter Umständen ganz gegensätzlicher Art. Ganz banal gesagt, er kann sich zum Beispiel im Bauch triste fühlen und im Kopfbewusstsein fröhlich dabei sein. Oder: er ist mutig und strahlend zuversichtlich im Kopf, aber im Bauch bilden sich gleichzeitig „mulmige“ Angstgefühle und Besorgnisse oder Wut. Auch der Bauch, das Bauchbewusstsein, es entspricht etwa dem Begriff des Unbewussten der westlichen Psychologie, denkt. Aber es denkt mit dem Gefühl, dem Instinkt und der Intuition und der eigenen innersten Verbindungsantenne zur unterbewussten Allwissenheit des kosmischen Allwesens. Der Bauch kommt dabei u.U. instinktiv zu einer ganz anderen Einschätzung einer komplizierten Situation, die der des hellen, hochintellektuellen Kopfes darüber durchaus überlegen sein kann. Forscher bezeichnen in letzter Zeit den Bauch sogar als das zweite Gehirn des Menschen. Der Bauch ist also das zweite (unterbewusste) Bewusstsein und Erkenntnisorgan des Menschen. Man denke in diesem Zusammenhang an die Forschungsergebnisse C.G. Jungs über das kollektive Unbewusste aller Menschen und die kollektiven Archetypen. Auch Gedächtnisinhalte sind vererbbar. Offensichtlich hat der Mensch im Unbewussten ein kostbares Substrat von Lebenswissen ererbt über die lange Kette seiner vielen tausend Vorfahren. Zur ahnungsmäßigen Partizipation der Einzelseele am „göttlichen“ kosmischen Gesamtbewusstsein und -wissen später in der vergleichenden Darstellung Mikrokosmos Mensch – Makrokosmos Universum. Die intuitive, instinktive Erkenntnisfähigkeit der Seele bringt die kreative Tiefe in das intellektuelle Verstandsleben. Durch sie erst wird der nur mechanisch denkende Intellekt zum schöpferischen Geist. Wir haben also künftig zwei zentrale Punkte in unserem Körper, auf die wir unser Bewusstsein bei der Meditationsarbeit immer wieder konzentrieren werden, den Gedankenkeimpunkt im Kopf und den Gefühlskeimpunkt im Bauch. Dadurch wird die Macht und Wirkung dieser Organe dort gefördert. Im Kopf ist es die „väterliche“ Lebenssteuerzentrale des Hypothalamus und im Bauch die „mütterliche“ Energieversorgungssteuerung rundum des Sonnengeflechtes, Bauchspeicheldrüse usw. hinsichtlich Blutzucker, Wasserhaushalt, Leberreserven usw. unseres Lebens. Achtung: durch punktuelle Fixierung des Gedankenkeimpunktes kann man verhindern, dass Gedanken, Gefühle und Triebe im Kopfbewusstsein entstehen. Das bedeutet aber nur eine Art von beruhigender Unterdrückung von oben her, als hinderte man eine Pflanze, aus der dunklen Erde heraus ans Tageslicht zu wachsen. Erst die punktuelle Fixierung des Bauchgefühlskeimpunktes verhindert von vornherein gänzlich das Entstehen von Gefühlen und Triebregungen und damit verbundenen Gedanken und Phantasien. Erst dadurch wird man innerlich wirklich ganz frei davon, wenn man das braucht. Erhabenheit ist hier genau besehen Um-erhabenheit, indem man den endlos-quirligen dsingmäßigen Bauchgefühlskeimpunkt mit der mütterlichen Khi-Bauchdecken-Umhülltheit bewusst dauerhaft in sich umhüllend aufhebt und wahrt, zu endgültigem Stillstand, Frieden und Erfülltheit gebracht hat. Dann hat man ihn für immer, diesen ewigen Lebensspender. Beide Empfindungszustände der zwei Bewußtseinszentren in Kopf und Bauch ergeben zusammen den gegenwärtigen inneren Gesamtzustand eines Menschen, seinen Gemütszustand. Darauf basiert das großartige wissenschaftliche Erkennungssystem des I GING zum gegenwärtigen Zustand eines Menschen. Der chinesische Weise fragte sich innerlich ab, was empfinde ich gerade unten im Bauch, was oben im Kopf? Unten empfindet er z.B. gerade Kun das Empfangende, oben Kaan das Abgründige. So schlägt er den I GING auf und sieht, aha, ich befinde mich gerade, zusammen mit dem ganzen Kosmos, im Wandlungszeichen Bi, Nr.8. Dort finde ich eine Situationsbeschreibung der Lage innen und außen. Ich erfahre, wie ich mich zu verhalten habe, erhalte eine restlose, wissenschaftliche Erfassung meiner möglichen persönlichen Zustände zu dieser Zeit. Siehe weiteres im späteren Kapitel über den I GING, der primär bestimmt ist für das Verhalten in den verschiedenen Zuständen im Laufe dieses hier beschriebenen Meditationsweges. Während man den Bewusstseinskeim des Kopfes nur wahrnehmen kann, wenn man sich innerlich ganz still innehaltend darauf konzentriert, kann man den Bauchgefühlskeimpunkt nur wahrnehmen, wenn der Atem sich, dort entstehend, regt, bewegt. Wenn man sich auf die untere Bauchdecke konzentriert und diese dann beim Einatmen abhebt, entsteht der Keim dieser Bewusstseinsraumblase. Atmet man dann aus, verschwindet er (und sie) wieder. Der gelbe Keim des Erdreichs wird er genannt, oder das Drachenschloss auf dem Grund des Meeres. Weitere Bezeichnungen: der kostbare Diamantschrein des Altars unter der Erde, der Keimpunkt der Seelenkraft, der Atementstehungskeim, der blitzende erotischeTorflügel des Dunkel-Weiblichen, heller Feuerfunken im dunklen Läuterofen, Keim der Feuerblume im dunklen Wasser, Bauchkeimblase u.ä. . Während der Gedankenkeimpunkt immer ‚dasteht’, auch wenn man es sich dessen gerade nicht gegenwärtig ist, ist der Bauchgefühlskeimpunkt also nur vernehmbar, wenn die Empfindung des Einatmens sich dort regt. Hat man ausgeatmet, kann man an der Stelle nichts mehr wahrnehmen. Erst, wenn der Seelenkraftkörper (wieder) völlig ist wie beim Kleinkind, hat man dort durchgehend stetig halbbewusst vernehmbar eine feine Bewusstseinskeimempfindung, ähnlich dem Empfindungssubstrat einer Goldblumenblüte, getragen in ihrem Sinn.- Nochmals: Allein durch Fixierung des Gedankenkeimpunktes im Kopf kann man das innere Trieb- und Vorstellungsleben nicht in den Griff bekommen und dauerhaft frei-erhaben darüber im Selbstwesen leben. Man kann zwar die Phantasien und Triebaufkeimungen damit komplett oben abwürgen, aber es bleibt eine Art innerer Druck und Unruhe. Früher oder später muss man sie (bzw. sich) dann doch wieder ausleben, oder man bekommt neurotische Beschwerden langfristig. Nur die später mögliche dauerhafte Fixierung des Bauch-gefühlskeimpunktes beim Atem-aus-und-Eingehen bringt die wirklich freie Herrschaft und Über-um-Erhabenheit dieses dann ewig ‚kindlich-brennenden’ Lebenssinn-Punktes, auch das End-ELIXIER genannt, das uns immer frischest- originäre Lebendigkeit ausspeit.



Der Höhepunkt des rückläufigen Orgasmus Während nun beim normalen Orgasmus nach außen eine hochgradige sexuelle Erregung da ist, welche die vorhandenen und normalerweise geschlossenen sexuellen Abflußkanäle öffnet, findet beim rückläufigen Orgasmus keine sexuelle Erregung statt. Die sexuellen Abflußkanäle sind also geschlossen. Es ist, kurz wiederholt, folgende Situation da: der Seelenkraftleib ist durch Nahrungsaufnahme und Rückkreisen des Atems mit gleichzeitiger erhitzender, schmelzender Fixierung des Bauchseelenkeimpunktes in äußerste erotische Überfüllung und Spannung versetzt worden. Er muss den lastenden inneren Überdruck im Bauch irgendwie nach außen loswerden, durch sexuellen Orgasmus oder zumindest durch abreagierende Ersatzhandlungen, wie etwa ekstatischen Tanz bis zu restloser Erschöpfung, maßlose Überarbeitung u.ä. . Der Meditierende aber hält weiterhin alles still und fixiert, lässt keine Energie aus sich raus, und nährt und erhitzt sogar noch weiter die Bauchkeimpunktblase durch „Öffnen und Schließen“ beim Ein- und Ausatmen. Das fächelt auch noch an. Schließlich kommt es zum Peng, zum springenden Punkt, zu einer gewaltigen Urzuckung zurück in sich. Was nicht raus kann, muß schließlich in sich zurück, weiter nach innen. Da ist ja verspannter Erschöpfungshohlraum.

Wie ein plötzlicher, finsterer, kosmischer Blitz aus dem Jenseitigen kommt es über einen. In einer orgastischen Rückmetamorphose stirbt die alte Form des Seelenkraftleibes ab, und blitzschnell tritt ein neuer, leichterer, etwas mehr geweiteterer Seelenkraftleib angenehm an seine Stelle, in dem die Überenergie nun harmonisch frei Platz hat und darin aufgeht.

Erinnern wir uns: bei Verlust von Seelenenergie, auch durch sexuellen Orgasmus nach außen, spannt sich der Seelenkraftleib etwas mehr, verkrampft sich etwas, zieht sich negativ zusammen, wird etwas enger. Voltspannung aber auch Ohm-Widerstand des seelischen Stromes werden erhöht. Umgekehrt bei Zuführung von Seelenkraftenergie durch den rückläufigen Orgasmus in sich zurück: hierdurch löst und entspannt sich der Seelenkraftleib etwas, dehnt und weitet sich, wird feiner, intensiver, leichter, heller. Volt und Ohm sinken dezent, der Amperestrom fließt etwas reicher und freier. Man erlebt ein wohliges Gefühl der inneren Erhellung, Befreiung und erhöhten Bereicherung. Man fühlt sich ruhig und entspannt nach dem rückläufigen Orgasmus, vielleicht auch etwas matt, aber mit dem vollen Erlebnisgefühl einer gerade gehabten inneren Bereicherung. Es ist, wie wenn in einer großen Wolke eine höchstgradige elektrische Spannung ist, die sich teilweise zur Erde entladen will aber nicht kann. Schließlich findet in der großen Wolke mit vielerlei Blitzen eine Entspannung in sich selbst statt, wobei keine Energie nach außen, zur Erde hin, verloren geht, sondern eine Bereicherung der Wolke mit dauerhafter Erhöhung mit statischer Elektrizität in sich insgesamt erfolgt, aus der vereinnahmenden Umwandlung der eigenen dynamischen Spannungsenergien in dauerhafte statisch komprimiert gefestigte. Oder ein Versuch eines anderen Beispiels zum Vergleich: man erhitzt ein Gas, lässt es sich aber nicht dabei ausdehnen und entweichen, sondern komprimiert es dabei noch dauernd, bis schließlich das Gas in Festkörpersubstanz übergeht und so vom Überdruck befreit wird durch die bereichernde Substanzverdichtung zum Festkörper. Oder es erscheint einem wie der Vorgang, wenn in der Elementarphysik bewegliche Wellenenergie sich in Materie verwandelt, kristallisiert, dauerhaft verdichtet, wird, etwa bei der Teilchenentstehung. Nochmals: die Lehre Altchinas über den rückläufigen Orgasmus ist ein gigantisches psychisches Phänomen, ein absolutes Novum weltweit für die Wissenschaft unserer Zeit. Es hat gewaltige Bedeutungspotenz für die mögliche menschliche Entwicklung des Einzelnen. Es bedeutet den großen Zauberschlüssel zur Schaffung einer völlig neuen, junggeborenen Seele auch noch im ziemlich vorgerückten Alter und im innerlich kaputten Zustand. Und es ist der eigentliche Neuschöpfungsmechanismus, das große Fahrzeug, das den Menschen auf dem Wege des Buddhas zur letzten, restlosen Seelenvollendung wie Lebensvollendung bringen kann. Es ist ein durchaus natürlicher Vorgang und ein ganz diesseitiger Weg, einfach eine höhere, biologische Technik. Keine künstliche Vergewaltigung der natürlichen psychischen Abläufe wird damit bewirkt, wie es auf erstes Kennenlernen scheinen könnte, sondern nur nervöse, „hindernde Verstopfungen“ gegen die Bemühungen um Vervollkommnung des vegetativen Ns gelöst und beseitigt. Betrachten wir noch einmal ganz genau, was psychoenergetisch bei diesem rückläufigen Orgasmus mit der Ur-Zuckung, dieser Ur-Verzückung vor Lust allen Neugeborenwerdens, abläuft: es ist eine geballte Überladung erotischer Kraft und Potenz in der Peripherie des Seelenkraftleibes angewachsen, die machtvoll nach Entladung, Erguss, in irgendeine Richtung drängt und den ganzen Seelenkraftleib unter Spannung und Hitze setzt im Bauch. Aber den üblichen Weg nach außen über den sexuellen Orgasmus lässt der Meditierende nicht zu. Der Weg bleibt cool und klar geschlossen. Der Meditierende hat wie jeder erwachsene Mensch eine teils verbrauchte, das heißt teils entleerte Seele, sozusagen ein schwarzes, negatives Erschöpfungsloch im untersten Bereich seiner Seele. Die erotische Spannungsenergie könnte also auch nach innen strömen und entladen, um das Erschöpfungsloch wieder aufzufüllen. Doch das wird verhindert durch den (unbewussten) Dauergespanntheitsgrad jeder teilverbrauchten Seele, der zugleich ein völlig verschließender Dauerverkrampftheitsgrad nach innen bedeutet. Er bewirkt ja, dass die Seele nur sehr geringfügig verausgabte Seelensubstanz wiederauffüllen kann. Bedenken wir, dass die ursprüngliche, gänzlich vollkommene Seele auch noch 100% regenerationsfähig bzw. resorptionsfähig war. Sie konnte allen Seelenkraft- und -substanzverschleiß in Ruhephasen voll und ganz wiederaufbauen und nachfüllen, restlos weich in sich. Erst wenn wegen dauernder künstlicher Selbstüberforderung des Menschen mit der Zeit der Dauergespanntheitsgrad mitentsteht und wächst, verringert sich im gleichen Maßen die Resorptionsfähigkeit der Seele zur Wiederaufnahme nach außen verlorener seelischer Energien zurück nach innen. Und diese abschirmende, abschließende Dauergespanntheit und Verkrampftheit über dem inneren seelischen Erschöpfungsloch muss die Seele zum Selbstschutz bilden. Sonst würden auf einmal zuviel seelische Energien tief nach innen strömen und stürzen wollen, angesogen von dem leeren Loch tief innen. Es würde zu einem Erschöpfungszusammenbruch (Nervenzusammenbruch) oder gar zum Tod durch bodenlosen Absturz und Runtergesogenwerden in die eigenen seelischen erschöpften Abgründe kommen. Im eigentlichen stürzt der Kopf, das Wesen, das Bewusstsein, der positive elektrische Pol dabei in das Tote, Unbewusste, den elektrisch negativen Feldbereich der erschöpften Seele. Die alten alten Chinesen würden sagen: der Himmel stürzt gänzlich ab und wird von der schwarzen Erde restlos verschlungen. Vergessen wir nicht: die Seele ist ein Treibmotor, der ständig etwas Überdruck, Spannkraft zum Lebensstrom herliefern muss. Dennoch ist es das Arbeitsziel, diesen Dauerverspanntheitsgrad nun zu öffnen, aufzuweichen und zu schmelzen. Das passiert hauptsächlich mit dem sanften, vom Augenlicht begleiteten Längsstreichen des einsaugenden, rückebbenden Atems die Wirbelsäule hoch, durch den Kopf und dann vorne durch das Gesicht, den Brustraum und den Bauch wieder runter in das Sonnengeflecht, um dann auch durch Überladung, Überspannung und Überhitzung die seelische Orgasmusöffnung für einen Momentblitz zu öffnen. In dem schießt die erotische Überenergie dann aber nicht in die Genitalien, da dieser Kanal verschlossen gehalten wird, sondern in das innere Erschöpfungsloch der Seele zurück, in sich einströmend und bereichernd. Ein Stück Kopfbewusstsein wird damit in die Seele runtergerissen, der helle himmlische Kopfsinn bzw. sein Helligkeitswesen ist wieder ein Stückchen in die durch Auszehrung schwächlich-düstere Seele zurückgekehrt. Wesen und Seele, zu nur einem Leben, dahin rückvereinigen sie sich wieder. Der Himmel hat helles Regenwasser über die dunkle Erde gespendet. Fällt dann der erotische Potenzdruck durch das Abströmen nach innen, so schließt die Orgasmusöffnung des Seelenkraftleibes sofort wieder automatisch. Eine Gefährdung für den Meditierenden durch Absturz zu sehr nach innen(Koma) entsteht deswegen normalerweise nicht. Am Anfang ist das Erlebnis des rückläufigen Orgasmus gigantisch. Es ist, als ob plötzlich von irgendwoher außerirdische Kräfte des Universums einen packen und niederschleudern in den Tod. Kaum dass man sich besonnen hat für einen bangen Moment, völlig unter Schock, packt es einen schon wieder und schleudert einen bewusstseinsmäßig grell hoch, spuckt einen wieder aus, nach oben ins Leben zurück, und wenn man sich dort schließlich wieder befindet, kann man es zitternd noch nicht gar fassen, wo man eben gerade noch gewesen ist ---! Hat man es dann häufiger erlebt, werden die Abläufe vertrauter, lieber, natürlicher. Später bewegen sie einen nur noch vergleichsweise leicht, eher wie seelische Gesamtentspannungszuckungen mit kleiner Bereicherung. Als Mann ist es einem, als ob man gleichzeitig paradiesisch schön seine weiße Braut besamt und dabei real selbst ein Kind in und aus seinem Bauch gebärt. Als Mann erlebt man, wie es eine Mutter im Bauche erlebt, ein Kind, die sogenannte ‚heilige Frucht’, auszutragen und dann den Gebärvorgang zu erfahren. Mit der Zeit übernimmt dann das Unbewusste des vegetativen Ns völlig automatisch die Prozesssteuerung des rückläufigen Orgasmusses der Rückvereinnahmung angesammelter erotischer Energien, sogar im Schlaf, so dass es zu einem selbstverständlichen, natürlichen Teil des eigenen Lebens wird. Auch wenn es kein sexueller Orgasmus mit Ausfluss ist, eine wunderschön parallel-erotische Empfindung ist es dennoch immer. Auch das macht einem den Vorgang immer lieber. Er wird immer beschenkender. So wird mit dem rückläufigen Orgasmus das grausame ’No-return’-Gesetz des Stressgrundgesetzes Nr. 5 endlich überwunden. Ein von der Umwelt arg geschundener, kaputter Mensch kann Erlösung finden in einer Neugeburt zu einem neuen Seelenleben fortan. Ein kluger, interessierter, intakter Mensch kann sein Leben damit ausbauen zu ungeahnter Stärke und universaler Befähigung. Und ein jeder findet sein Glück.

2.5 Betrachtung zum Gesamtverlauf des Meditationsweges

2.5.1 Anfangsschwierigkeiten – die Entschlussreife – mein Leben als absolute Erfüllungsaufgabe – die Faust-Dichtung zur Lebensvollendung

Wenn ein Mensch sich entscheidet, diesen Yogaweg des „Pfades der Unsterblichen“ zu gehen, so wird dieses sicher die wichtigste Entscheidung seines Lebens werden. Denn er entscheidet sich damit, aus dem normalen, fallenden Lebensablauf der Mitmenschen auszusteigen, der gekennzeichnet ist durch das rein auswärts gewandte Sich-Ausleben im begierigen Streben nach Lust und äußeren Gütern, in der Art eines beschleunigten Alterungs- und Sterbeprozesses. Stattdessen wird er einem umgekehrten, inneren, steigenden, lebensaufbauenden Weg zugehen - allein in Gegenrichtung zur Masse. Der Weg beginnt sicher mit Opfern. Man muss evtl. berufliche Karriere ganz oder teilweise opfern. Man wird vielleicht eine anspruchsvolle, geliebte Frau aufgeben müssen und einige Zeit sexuell enthaltsam zu leben haben. Man wird hohe Besitztumsziele, die man sonst erreicht hätte, fahren lassen müssen und auch den gesteigerten Lebensschwung, in den man sich künstlich hinein versetzt hatte, und mit dem man seinen hohen Anforderungen von der Umwelt her gut gewachsen war. Wenn man etwas bewegen und erreichen will mit der Meditationsarbeit, wird man wohl eine Zeitlang, vielleicht ein halbes Jahr, mit dem Beruf aussetzen müssen, um voll und ganz nur an das eine zu denken, und um wirklich ganz von innen heraus zur Ruhe zu kommen. Später, wenn man das Rückrundumkreisen der Lebenskräfte mit der gelegentlichen orgastischen Rückvereinigung mit sich selbst als Zwischenhöhepunkte in Gang gebracht hat, so dass es ganz natürlich schon von allein sich so energetisch steuert und beharrlich weiter aufbaut, sollte man möglichst versuchen, in sein gewohntes Berufsleben zurückzukehren. Das muss dann aber geschehen als Herr, als Souverän über den täglichen Dingen und Geschehnissen umher. Doch man macht nun alles mit im demütigen, weisen Augenmaß, wohlwissend was zuviel an Verausgabung und Verwicklung wäre. Denn es gilt, die zurückgewonnenen Schätze des eigenen inneren Lebens zu bewahren nunmehr, und nicht wieder unter das rastlose Ego zu geraten. Ferner soll man bei allem Fleiß und Beharrlichkeit immer schön gelassen und innerlich frei bleiben, immer sanft aber bestimmt über dem stehen, was innen und außen passiert. Gelassenheit und Ruhe sind die hervorstechend erforderlichen Tugenden dieses Weges. Nicht sich subjektiv in irgendwas hineinsteigern, klare Objektivität der Selbstbearbeitung bewahren, cool bleiben! Nur nicht in äußere und innere Verstrickungen und Kämpfe, Wut oder Depressionen geraten, nicht übertreiben! Seine äußeren Lebensverhältnisse in seiner Umwelt gestalte man erst einmal so konfliktfrei, dass man sorglos und gedankenfrei für sich dahinleben kann. Eine Art Allheilmittel für alle eventuellen Notfälle sind da Bescheidenheit und Bedürfnislosigkeit, in Verbindung mit der Vermeidung von Streitigkeiten, Verliebtsein und finanziellen Nöten. Möglichst nichts den Mitmenschen darüber erzählen, die begreifen einen nicht. Und lachen sie nicht laut und überheblich genug darüber, so haben sie wohl nicht genau hingehört. Also Vorsicht darin, wem man sich mitteilt. Dieser Weg zum höchsten Edlen wird immer der Weg einer relativ kleinen menschlichen Elite sein, nie der der großen Masse. Schön wäre es, einen Beruf zu finden, bei dem man weitestgehend schweigen kann während dieses Aufbauweges. Man muss es verstehen, durchgehend eine blutvolle, reiche innere Spannfülle mit durch den ganzen Tag zu bewahren. Höchsten zwei Drittel seiner täglichen Leistungskräfte verausgaben, das hält immer stark und souverän harmonisch über den Tagesgeschäftigkeiten. Die weitaus meiste verfügbare Kraft soll nach innen zurückfließen in die Meditationsarbeit. Dazu gehört auch, dass man für sich die richtige Mischung von Leben in Einsamkeit und Alleinsein im Verhältnis zum Leben innerhalb menschlicher Gemeinschaft herausfindet. Wer sich immer nur im Kollektivbewusstsein innerhalb von Familie, Freunden und Sippe bewegt, dies auch noch mit ständigen Reden und Überbeschäftigtheiten, kann nie eine starke eigene Persönlichkeit aufbauen. Das ist der Fehler der mittelmäßigen, persönlichkeitslosen Massen unserer Zeit, das einseitige nur Mittreiben im Kollektiv der Familie und Kollegen. Dazu noch ständig in geistiger Ausgelöschtheit vor Fernseher und Internet, ohne Zeiten geistig kreativer Einsamkeit und Selbstbewusstwerdung mit sich – so werden viele Massenmenschen nur noch ein winziger, gesichtsloser Dreckfleck auf der Erdoberfläche, unter der sie bald sang und klanglos wieder versinken. Aber es liegt an einem selbst. Jeder hat künftig so viele Freiheiten. Die meisten nachfolgend beschriebenen negativen, anfänglichen Auswirkungen der Meditationsübungen resultieren aus Übertreibungen, zuviel Ehrgeiz, inkonsequentem Hin und Her oder nicht genauer, feiner Vorgehensweise gemäß den Vorschriften zur Meditationsarbeit. Insbesondere schadet zu grober, zu kalter Atemgang, oder Nichtfesthaltung des Gedankenkeimpunktes in einem einzigen, kindlichen Bewusstseinssinn. Also keinen hochgestachelten Ehrgeiz, keinen Willenskrampf! Aber um so mehr, so mehr, so mehr Fleiß, Beharrlichkeit und ganze innere Zuwendung zu diesem Weg! So kommt man auch schneller aus der weniger schönen Anfangszeit heraus und ans letzte Ziel schließlich gelangt man eh nur mit ganzem, ganzem heiligem Wollen und Sehnen! Schön, wer noch beten und demütig sein kann! Überdynamische, hektische, getriebene, zu überdrehte und zu ausgepowerte Menschen müssten erst einmal grundlegend zur Ruhe und inneren Abstand zur Welt gelangen. Insbesondere junge Menschen sollten sich erst einmal vorsichtiger nur mit der Theorie, Wissenschaft und Philosophie dieses Weges beschäftigen und sich lange zurückhalten. Das beste Alter für den eigentlichen Beginn der Meditationsarbeit wäre zwischen 30 und 50 Jahren. Am Anfang steht also Verzicht auf allen Seiten, und man bekommt vorerst nichts Schönes zum Ausgleich durch die Yoga-Arbeit dadurch zurück. Im Gegenteil, die stark entspannend bis stark unterentspannend wirkende Arbeit am eigenen Seelenkraftleib verzehrt, enorme Kräfte. Wenn man mit der Yoga-Arbeit übertreibt, stellt sich sogar eine tendenzielle Strömung in Richtung zum etwas Depressiven, Labilen hin ein. Dies wird denkwürdig geschildert im Vers Nr. 20 des Tao-te-king „...alle Weltmenschen sind so ... usw.“ Schließlich arbeitet man ständig gegen den Dauergespanntheitsgrad des eigenen Seelenkraftleibes und unterminiert damit aber auch die eigene Spannkraft, was zu kleinen seelischen Erschöpfungen führen kann. Das Zurückhalten, der Stau der erotischen und sexuellen Kraft führt eher zu innerer Unruhe und Unbefriedigtheit im Anfangsstadium. Im Extremfall rutscht man ab in einen gefährlichen psychopathischen Zustand, oder in Nymphomanie, oder in Hypercholerik, verursacht meist vor allem von zu schnellem, zu ehrgeizigem Vorgehen. Man bedenke immer das Grundprinzip: man kann seine Faust nicht anstrengen, um sie zu entspannen. Man kann den eigenen Seelenkraftleib nicht weiten und entspannen, wenn man mit bewusster Willensanstrengung dabei geht, oder gar mit Druck und Überehrgeiz. Das Mittel der Anwendung ist die sanfte, gelassene, beharrliche ständige Beeinflussung und Geduld. Das große Gebot der Anfangssituation ist, sich erst einmal längere Zeit geistig mit der ganzen existenziellen Problematik des Sinns des Lebens und des begrenzten Hierseins auf der Welt zu befassen, was man selbst in seiner Lebenszeit damit anfangen will, und wohin der eine Weg führt, der der normalen Masse, und wohin der andere. Man studiere erst einmal mit viel Muße den theoretischen Überbau, die hohe philosophische Kultur der Werke des Laotse, Dschuangtse und des I Ging zumindest. Auch „Das Geheimnis der goldenen Blüte“ gibt viel, alles am besten in den Übersetzungen von R. Wilhelm, aber möglichst mit Rückkehr zu den chinesischen Original-Ausdrücken, die einfach schwer übersetzbar sind. Das bringt hier große Geschenke. Man muss zuerst Theorie der Funktionsweise total begriffen haben. Erst dann kann man mit der Meditationsarbeit beginnen. Schließlich steht auf der anderen Seite des Lebensvollendungsweges dann praktisch der Gewinn der ganzen Welt ohne Einschränkung, denn mein Leben, mein Dasein bedeutet meine Welt. Die mache ich nun allmählich grenzenlos voll und glücklich auf wissenschaftlich sicherer Basis mit gleichzeitiger Lösung aller meiner existenzieller Problemfragen, inklusive der des eigenen Todes. Man bedenke, das einzige vollkommene Geistwesen, Existenzwesen, “Lebe“-wesen ist das Wesen des kosmischen Gesamtdaseins, der ureigensten kosmischen Gesamtnatur, nenne man es Jahwe, das Göttliche, Brahman, Tao, kosmischer Gestaltungsfaktor, Evolutionssinn des Universums, Weltraumsubstanz-Geist und -Seele, oder wie sonst immer auch noch. Und dieses absolute Vollkommenheitswesen erreicht der Mensch am Ende durch die hier beschriebene Yoga-Arbeit, wird allmählich damit identisch und verschmilzt ganz damit, geht darin ein und auf, hebt sich darin auf für immer, und zwar aufheben in der positiven Hegel-Dialektik. Man ähnelt schließlich einem unsterblichen geistigen Kind, das aber nun alles, wirklich alles, in sich erfahren, verstanden und verwirklicht hat. Das wird das höchste Menschliche. Dann verliert sogar der physische Tod am Ende völlig irgendwelche drohende, negative Bedeutung. Dass es auch ein subjektives, persönliches Weiterleben nach dem physischen Tod geben kann, worauf manche ernstzunehmende Texte alter indischer und taoistischer Philosophen hindeuten, ist nicht gänzlich auszuschließen. Denn immerhin erzeugt man, wie der Lernende bald erfährt, enorme elektromagnetische Energiefelder im eigenen Leib als physische Basis eigener seelischer und geistiger Kraft und Existenz. Es ist fraglich, ob diese Energiefelder unbedingt zu ihrer Weiterexistenz ein leibliches Fleisch-Knochen-Gebilde benötigen. Doch restlos klären werden wir das wohl nie. Hierüber reden kann nur der fleischliche Mund. Den gibt es dann nicht mehr… Nochmals: wenn es da einen Gebirgsgipfel zu besteigen gäbe, der zugleich der schönste aber auch der allerschwierigste wäre, so könnte man für die anderen Menschen wohl mehrere hundert Seiten schreiben, wie der Weg dorthin verläuft, welche Gefahren, welche Ausrüstung, usw. . Über den Endpunkt, schließlich dann oben auf diesem Gipfel zu stehen, gibt es dann nur noch wenige Worte zu sagen. Es ist einfach schön. Aber man muss wirklich dort oben sein, um es erleben zu können. Dennoch geht es von Anfang bis Ende doch nur um diesen Endzustand. So auch in diesem Buch. Die uns Menschen des dritten Jahrtausend noch völlig unbekannten Erlebnisse des zurückläufigen Orgasmus mit der allmählichen völligen Neugeburt und Selbstwesens-wiedervollendung verständlich und praktisch nachvollziehbar zu machen, darum geht es bei allem. Und wohin eben das uns glücklich führen kann - zum letzten, höchsten, für uns überhaupt erreichbaren Ziel an eigener Seinsverwirklichung. –

2.5.2 Das menschliche Leben als absolute Erfüllungsaufgabe

Der Möglichkeit eines spekulativen, persönlichen Weiterlebens nach dem physischen Tode nachzusinnen entspräche nicht dem Geist und Niveau dieser Lehre von der großen Lebensmeisterschaft und menschlichen Daseinsvollendung in dieser Welt. Nein, hier geht es um etwas Fundamental-Grundsätzliches in der persönlichen Einstellung eines Menschen gerichtet auf sein zeitlich nur sehr begrenztes Hiersein auf dieser herrlichen, unfassbaren Welt als Einzellebewesen ihr gegenüber. Die ältesten philosophischen Schriften der Menschheit wie auch die Urtexte des Hinduismus, der Veden und Upanischaden künden von einer Urahnung der philosophisch Verständnisfähigsten unter uns Menschen aller Zeiten. Um die Urahnung nämlich, dass das bekommene Leben dem Menschen nun als seine Aufgabe, als sein absoluter Erfüllungswert gegenüberstände. Jeder spürt es letztlich, das Leben, mein Leben, dein Leben, ist ein absoluter Begriff, ein absoluter Wert. Das heißt, ganz oder gar nicht, alles oder nichts. Es gibt viele absolute Begriffe in unserer Sprache, zum Beispiel, ‚rein’, oder ‚leer’. Schon ein bisschen unrein ist dann eben nicht mehr rein, schon ein wenigst angefüllt ist dann eben nicht mehr leer. Entweder ganz leben und alles erreicht haben oder gar nicht. Sonst endet es immer etwas verfehlt, war nicht das Leben. Darum soll der Mensch sich nicht mit einem seichten, mittelmäßigen Leben zufrieden geben. Er möge kämpfen und alles auf eine Karte setzen: nach der letzten, höchsten Vollendung als Edler streben, mit heiligem Wollen und reinem Sehnen, bis zum letzten Atemzug. Wie das Leben gibt es überall absolute Aufgaben. Der Seemann, der das Ufer erreichen soll, erreicht es oder erreicht es nicht. Scheitert er und geht unter, so ist es letztlich egal, wieweit in Ufernähe er noch gelangte. Der Jäger, der auf einen ihn anstürmenden Hecktiger schießt, trifft ihn - oder trifft ihn nicht und geht dann zugrunde, zerfleischt vom Hecktiger. Es ist egal, ob er weit oder weniger weit danebengeschossen hatte. Er hat versagt und sein Leben ist nun unwiderruflich verloren. Ebenso ist es mit dem Krug LEBEN, den einem die Götter mit Beginn des Daseins hier auf der Welt schenkten: entweder man reicht ihn makellos bis oben gefüllt den Göttern zurück an seinem Todestag, oder man hat es verfehlt, das Leben, das große Lebensziel. Teilweise das Leben vollendet zu haben, ist eben nur teilweise, also nicht vollendet. Den unvollendeten Teil, die eigenen Mangelhaftigkeiten, teilweisen Unzufriedenheiten, immer noch unbefriedigte Triebsehnsüchte, nicht verkraftete Niederlagen u.ä. soll man nun, muss man nun im Alter mit dem nahenden Tod in alle Ewigkeiten vor einem mit hineinschleppen. Man muss seine kleinen, eigenen Unzulänglichkeiten und inneren Zerteiltheiten damit auch noch verewigen, d.h. verabsolutieren. Sie bleiben im Alter nun immer bestehen. Ewig sein kann aber letztlich nur das Ein, das makellos vollkommene Sinn-Ein. Unzulänglichkeit, Unbefriedigtheit, teilweise Unerfülltheit aber bedeuten Geteiltheit mit der Tendenz in Richtung Zerrissenheit. Die taugt nicht für den Ein-Gang in die Ewigkeit. Aus diesem mehr ahnungsvollen als wissenden Empfinden der Menschen heraus entstand dann bei den Verständnisbegabtesten diese unerklärliche Sehnsucht nach ’Erlösung’, nach ’Erleuchtung’. Der Mensch versucht, ’Befreiung’ zu finden, Selbstvollendung, Eingehen und Aufgehobensein durch und im Einssein mit sich selbst - und mit diesem herrlichen, grenzenlosen, geheimnisvollen Gesamtdaseienden zugleich, dabei. Er geht los, ohne das Ziel zu kennen, lässt alle geliebten Menschen, alle Schätze zurück, ahnend, dass das einfach noch nicht alles, noch nicht das wirkliche Mittel ist, um sein Leben ganz ans Ziel zu führen. Man bedenke, dass Buddha bereits „alles im Leben erreicht hatte“ eigentlich, was man sich landläufig so als höchstes wünscht: Reichtum im Leben als Fürstensohn, Gesundheit, Schönheit des Äußeren, Jugend - er war erst Anfang Dreißig - eine bildschöne junge Frau und dann noch die Geburt seines ersten Sohnes, und nun eine glänzende Fürstenkarriere vor sich! Aber gerade weil er wirklich alles zusammen schon hatte, konnte ihm nun deutlich werden, dass das eben doch noch lange nicht reichte, um das Leben wirklich zu einer Vollendung auf ewig zu bringen. Es hätte ihm nur eine episodäre, begrenzte Fürstenglanzzeit gebracht, zeitlich nur begrenztes und wackeliges Glück mit einem vergänglichen, unzulänglichen Ende, vage so oder so. Keine Sicherheit wirklich restloser Erlösung auf unabsehbare Ewigkeit... Also gab er alles das über Nacht auf und zog lieber als Bettelmönch durch die damals höchst lebensgefährliche Dschungel-Wildnis seiner Heimat. Ähnlich verließ später einmal ein Dr. Faustus seinen angesehenen Posten als Magister und verbündete sich sogar mit dem Teufel, um wirklich im Wichtigsten des Lebens „weiterzukommen“ , in Erkenntnis und Erlösung.

2.5.3 Die Faust-Dichtung und der altchinesische Lebensvollendungsweg

So erreicht Faust die größten Höhenflüge seines Lebens, indem er sich des Teufels bedient, also seines Ego-Dämons, der extrem negativen Formenannahme des Po-Seelensteuersystems. Dafür fordert psychologisch völlig richtig der Teufel am Ende seinen Preis, nämlich die Macht des allzu negativ-bös gewordenen, selbstzerstörerischen Ego über seine Seele – im Sinne dieses Buches gemäß den Substanzverlust-Folgegesetzen. Nun, in der Romandichtung wird er vom Himmel gerettet dennoch, da er sich immer strebend bemüht hatte mit gutem Willen letztlich. Gestrandet und verloren gegangen war er nur aus menschlicher Unwissenheit, wie es auch unzähligen anderen Menschen erging und immer wieder ergehen wird. Und für die, die einst mit so hohen, guten Idealen und Zielen in die Welt hinausgingen, ist es dann sehr bitter, wenn sie eines Tages ihren Zusammenbruch, ihr Persönlichkeitsende miterleben müssen. Wenn sie einsehen müssen, sie haben einfach auf die falschen Kräfte, die falschen Werte gesetzt. Nun sind die Kräfte des eigenen Lebens vorbei. Das Leben, die eigene einmalige große Chance hier auf dieser Welt, ist ein für allemal unwiderruflich verspielt. Er weiß zu genau, er hat keine Kraft mehr, nun wieder ganz von vorne anzufangen und ein neues Leben mit dem Ziel einer wunderschönen Erfüllung am Ende aufzubauen. Obwohl er vielleicht noch viele Jahre Lebenserwartung hat, ist sein Situation im Grunde die eines bereits zum Tode Verurteilten, der nur noch auf den Tag seiner Henkung irgendwann mal warten kann. Reue, Bedauern, guten Willen beweisen wollen - nichts hülfe, sein Leben, seine Chance hier in dieser Welt ist verspielt. Er ist ein verbrauchter, ausgelebter Mensch, kaputt und zuende gegangen, wirklich aus und vorbei alles nun. Bleiben nur noch ein paar Jahre Träume und vielleicht der Wein. Vielleicht ein paar aufmunternde Worte von lieben Menschen umher für einen. Denn im realen Leben werden keine rettenden Himmelsboten niederschweben wie in der Romandichtung des Dr. Faust. Das erste Leben verspielte man aus Unwissenheit. Wenn man aber dann von der Wiederaufbaumethode des PFADES DER UNSTERBLICHEN weiß und sich damit eine Chance auf ein ganz neues zweites Leben aufbaut, so beginnt man es diesmal als WISSENDER und damit die ganze Materie Beherrschender. Dieses zweite Leben wird man deswegen nie wieder verlieren, sondern zur letzten Vollkommenheit ausreifen lassen an seinem Ende - und dann bewahren.- Bleibt abschließend zu betrachten, wie der ahnungsvolle Goethe sich das Ende des Faustischen negativen alter ego, des Teufels, vorstellt, zu dem Faust teilweise geworden ist. Mephisto wird nicht von den Engeln enthauptet, nein. Wir wissen ja, so kriegt man keinen Teufel tot, ihm würden um so mehr Ego-Köpfe nachwachsen. Nein, gegen die düsteren, negativsten Verspannungsstrukturen einer restlos kalten, toten Egoteufels-Seele hilft nur das wieder erwärmend-erweckend Sanft-Himmlisch-Eindringende des Nichtseinswesens, des Gedankenkeimpunktes, des Hypothalamus des vegetativen Nervensystems. Goethe hat das symbolisiert durch das Bestreuen des harten, tot-kalten Teufelsleibes mit rosig-zartesten Blütenblättern von Engelshändchen. Sie lösen die verkrampften, ausgepressten Verhärtungen des zerebralen Nervensystems, dem Wohnsitz des Seelenkraftkörpers, so dass ’Wesen’, also helle Lebendigkeitsflüssigkeit, wieder einziehen und die Lebenszellen neu-jung auffüllen kann. Das aber, was Goethe da die himmlischen Engel im Faust-Opus mit Mephisto machen lässt, ist sinngemäß der Pfad der Unsterblichen. Wenn Goethe gewusst hätte, wie nahe er dran war, an der vollkommenen Lösung der Wiedererschaffung eines neuen, reinen, völligen Lebens selbst für einen restlos ausgeflippten Mephisto-Teufels-Typen! Hätte er noch 30 Jahre länger gelebt, vielleicht hätte auch er ohne Hilfe aus Fernost diesen göttlichen Lösungsweg zu einem neuen Menschsein, Jungsein gefunden, dieser wunderbar genial Ruhelose! Goethe !!


2.5.4 Richtiges Auffassen und Verstehen der Yoga-Arbeit

Für Meditation wird auch oft das Wort Versenkung benutzt. Der westliche Laie verbindet damit wohl auch Bilder von indischen Yoga-Asketen mit schmierigem Zottelhaar, in tiefster Trance der Realität entrückt usw.. Versenkung, meint dann der Laie, wäre dann irgendein In-sich-Hineingleiten in halb unbewusste traumähnliche Seelensphären, vielleicht noch mit ganz besonders schönen religiösen Gefühlserlebnissen, vielleicht sogar mit ersten seligen Erleuchtungen und toll beeindruckenden göttlichen Schwingungen und Strahlungen. So etwa wäre es durchaus vergleichbar auch mit den ganz neuen, wundersamen Seelenerlebnissen eines Menschen, der starkes Rauschgift nimmt. Dazu kann nur in aller Deutlichkeit gesagt werden: Nein, nein und nochmals nein! Damit hat unsere nüchterne, wissenschaftlich begründete, fast medizinisch trockene Psycho-Technik der Bearbeitung und Umgestaltung des inneren Bearbeitungssraumes eigenen Seele absolut nichts gemeinsam! Im Gegenteil, es wird ja geradezu für die Stunden der Meditationsarbeit ein Gemütszustand innerlich völlig frei gelassener, positiver, selbst-schwimmender (Yang-)Leere angesteuert, ewig voll gegenwarts-daseiend, so wie ein stilles Bäumchen wacht vor dem gewaltigen, hellen, silbrigen Fels im reinsten Hochgebirge, der vorn klar über ihm steht. Das schafft volles Hiersein hier draußen umher. Und das ist allseitig rund im Erdkreis (in Nabelhöhe um den Bauch), und damit auch harmonisch vollkommen in freier Dauer. Ganz in der Gegenwart kann man sich immer sorglos lassen. Wenn man sich an etwas halten möchte mit seinem Bewusstsein, so halte man sich an das Gehen seines stillen Seelenatems, wo man mit entspringt. Und man halte sich so bei dem hellen Gehör als seinem Begleiter beim feinsten Ein- und Ausgehen aus dem Atemwandel. Man zähle z.B. einfach nur still und nichtseinsleer seine Atemzüge und beachte, wie weit man kommt. Bloß nicht auf irgendwelche höheren, ’Erleuchtungen’ warten, die man nun von sonst woher geschenkt bekommen soll. Das ist alles religionsromantischer Quatsch, Religionskitsch, subtiler Versuch einer gefährlichen Irreführung von mystiksüchtigen Schwärmern und Schwätzern, die sich im Metaphysisch-Religiösen und in tausend Wunderdingen nur aufgeilen. In unserer Lehre zählen nur Wissen und Fakten und volle biologische Verstehbarkeit, auch wenn die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen und unwiderlegbaren Bestätigungen noch vor uns liegen – die Wiederentdeckung dieser Psychotechnik aus Altchina hier in diesem Buch ist ja brandneu. Auch hat diese Technik der meditativen Arbeit am Selbstwiederaufbau nichts zu tun mit der gegenwärtigen Welle der Religionsromantiker, verbunden mit Fernreise-highness und möglichst noch sexuell tabufreier „heiliger Meditationsbereiche“ bei irgendeinem exotischen gewieften Guru-Mufti mit Schnelleinführungs-Lehrgang in letzte Erhabenheit und metaphysische Transzendenz, mit orange-roten Schleiergewändern und hochverklemmt starrem, feierlichem Meditationssitz. Unsere Sitzweise wäre immer nur natürlich, aufrecht und bequem, wie und wo man gern sitzt, wenn man geistig souverän und gut und frei innerlich konzentriert arbeiten möchte bei sich und an sich zugleich. Wer den Weg gehen will, bemühe sich wahrhaft und mit realistischem, vollem Verständnis und vergesse den ganzen nebulösen Erleuchtungskack samt allerlei ‚göttlicher’ Lichter und toller irrationaler ’metaphysischer Vibrationen’! Mit der Zeit lernt man dann das alles selber richtig und realistisch einzuschätzen. Alles klar? Dass man am Ende einen wunderschönen, natürlichen Seelenzustand erreicht und sicher auch Momente, Lebenshöhepunkte, Stimmungen, Selbstzustände in der Meditationsversenkung, die man auch nicht vergisst ... darüber braucht man hier nicht zu reden. Um zum Ausgangssatz dieses Abschnittes zurückzukehren: die Meditationsarbeit hier hat also nichts zu tun mit trance-ähnlicher Traumversenkung, mystischem Versinken in irrationale Unterbewusstseinsschichten, im Gegenteil: bei aller Konzentrierung der Aufmerksamkeit nach innen, meist auf das eigene Bauchgewölbe-Innere, bleiben wir gleichzeitig hell verbunden mit dem Gesamtdaseins-Bewusstsein des Ortes um uns herum, also zugleich auch mit nach draußen gewandt in der Umwelt, in der wir uns gerade befinden. Wir sind wie die Kinder immer inmitten des Weltseins umher als dessen realer Mitanteil. Ja, ein Abgleiten nach innen in irgendwelche Phantasien soll ja gerade verhindert werden. Bewusstseinsmäßige souveräne Draußenfestigkeit, Draußen-verbundenheit mit aller Um-welt umher gleichzeitig bei allem Empfinden nach innen soll erreicht werden. Alles ist gleichzeitig souverän mit im Arbeitsbewusstsein, das Draußen wie das Drinnen. Das ist lassender, vollkommener Arbeitsablauf im eigenen Zentrum als demütiger, weiser Mittelpunkts-Herr allen Seins innen und außen zugleich. Größte Hilfe beim Festhalten des Draußen-Mitbewusstseins während der meditativen Bearbeitung des völlig leeren ’Drinnen’ von außen her ist das durchgehende Festhalten der Empfindung des Augenlichtglanzes (Li) dabei. Li ist immer begleitet vom leicht halb hintergründig hörenden Atemgang, harmonisch-rhythmisch geführt vom wachen Gehör bzw. von einer Ohrenspitze, so wie die Henne auf dem Einest harmonisch mit vollem Bewusstsein dasitzt und mit leicht geneigtem Kopf auf ein Ohr konzentriert hellsten Wesens in sich hineinsieht, mit halboffenem, in sich gekehrten Augenlicht. So kann man das Rückkreisen und in sich immer tieferes Einwirken und immer tieferes Einziehen am besten lenken. Die Empfindung des Augenlichtes bildet dann also einen wichtigen schützenden Außenkreis gegen Versinken in innere Trübungen und Turbulenzen (die Empfindung des Glanzes der beiden Augen). Also immer voll erfüllt mit in der ganzen Realität bleiben! Man bearbeitet von außen her das zu dem Zeitpunkt rein leer empfundene leiblich-seelische Innere, geradezu es von außen her objektiv bearbeitend. So kommt man erst gar nicht in irgendwelche inneren Verwicklungen, sondern hält sich bei der ganzen Meditationsarbeit geradezu extrovertiert leer-frei. Wenn man so von außen her sich total still verinnerlicht, auf das Begleiten des Rückrundumkreisen der Atemkräfte bzw. Seelenkräfte konzentriert für eine Zeitlang, so ist das auch nicht anders, als wenn ein Bildhauer sich eine Zeitlang ganz verinnerlicht voll und ganz auf seine Holzfigur gegenüber von ihm konzentriert, an der er dabei leicht korrigierend feilt und gestaltet. Dann kann er jederzeit wieder frei davon aufstehen und sich anderen weltlichen Geschäften zuwenden, ohne innerlich groß davon bewegt und hineingezogen worden zu sein. So sitzt man sich selbst nach innen blickend gewissermaßen ganz objektiv, leer und frei gegenüber beim Bearbeiten. Abgesehen von einer leichten Ermattung eventuell geht so die Zeit täglicher innerer Aufbauarbeit relativ spurlos an einem vorbei. Die positiven allgemeinen Auswirkungen gemäß den Substanzveränderungs-Folgegesetzen vermehren sich kontinuierlich entsprechend der wiedererreichten inneren Substanzdichte bzw. Bewusstseinsintensität. Im wesentlichen besteht das kombinierte System dieser Yoga-Arbeit aus den Elementen Meditation-Atemtechnik-Rückrundumkreisen mit der gelegentlichen rückorgastischen Selbstwiedervereinigung. Unsere Meditationstechnik hat aber im wesentlichen ja dabei die Teiltechnik der buddhistischen sog. Fixierenden Meditation. Das ist praktisch wie beschrieben die innere Konzentration auf den Gedankenkeimpunkt zwischen den beiden Augen. Dieses dort innerlich empfundene noch völlig neutrale, unpolare freie Ein-Wesen der Lebendigkeits-Urausgangssubstanz ist aber völlig identisch mit dem Gesamtdaseinswesen der Allgegenwart, der Realität, angefangen von dem Zimmer um uns herum bis an die ewig unerreichbaren Grenzen des Kosmos, also so, wie wir das Weltsein um uns herum als Dasein empfinden. Wenn wir also uns auf unseren Gedankenkeimpunkt fixieren, so geschieht das eben gerade, damit wir damit unser ursprüngliches volles Gegenwartsbewusstsein hier draußen an diesem Ort, wo wir gerade sind, festhalten, in voll bewusster Identität mit der Realität des Gesamtdaseinswesen draußen um uns herum. Und zwar eben, damit wir nicht vor der Außenrealität gleich abgleiten nach innen in irgendwelche, Zerstreutheiten, Phantasien, Gedanken, bzw. bloße subjektive eigene Zustände. Während der Yoga-Arbeit ist man zwar intuitiv still in sich, aber das ’draußenfest’ in ganzer, heller Verbindung mit der Realität des ganzen Universums umher. Also auch zugleich draußenfest. Am besten, man empfinde das um einen herum in alle Richtungen grenzenlos sich erstreckende Gesamtdaseiende wie einen einzigen, gewichtslos durchgehenden, stehenden kristallklaren Plexiglas-Block. Man selbst befindet sich inmitten unterschiedslos mit drinschwebend in einem Gesamt-Ein. Man ist also zugleich beides, unendliches und kleines eigenes Sein - unendlicher Leib des ganzen Universums und eigener kleiner Leib. Erinnern wir uns an unsere prinzipiellen Anfangsüberlegungen: Leben bedeutet Bewusstsein und dies bedeutet unser Dasein. Danach streben wir, und das bedeutet einfachstes, kindliches Anwesenheitsbewusstsein hier draußen in der augenblicklichen Gegenwart in der Umwelt um uns herum am Ort, wo wir gerade sind und keinesfalls ein Abtauchen in irgendwelche innere subjektive Zustände. Es heißt also, immer sowohl subjektiv drinnen als auch objektiv draußen zu sein, beides zugleich unbedingt als (bescheidener) Herr. Wenn aber der moderne Mensch heute sich zur Ruhe in Meditation setzt inmitten der Tage voller Betriebsamkeit, Handlungszwänge, ehrgeizigen Zielvorstellungen, Ruhelosigkeiten und Zerstreutheiten aller Art, so wird sich auch bei ehrlich gewollter Befolgung der Meditationsanweisungen kaum so etwas wie selbstgetragener mentaler Friede einstellen mit selig-wohlig-angenehmer, positiver Gedankenleere und kindlich zentralem festem Sinn.

Hauptsächliche Irrwege aus innerer emotionaler Überregtheit. Er wird stattdessen wahrnehmen, während er sich ganz still zur Ruhe setzen wollte, dass seine Gedanken schnell eigenständig abschweifen und die Phantasien und Gefühlsregungen des motorisch doch immer irgendwie aufgeheizten Inneren unentwegt weiterrennen. Das ist dann aber zugleich der erste wichtige richtige Schritt ganz zu Beginn der Meditationsarbeit, dass man diese Anfangssituation gewahrt, durchschaut und überblickt, dass man sich dieser ständigen zerstreuten Gedanken und Triebregungstätigkeit – des rastlosen mentalen Affenstalles – oben in seinem Kopf dort bewusst wird und dem Laufen der Phantasien erst einmal einfach nur kritisch vernehmend zuschaut und sie länger laufen lässt. Dann untersucht man als zweiten Schritt, wo und wann denn diese Gedankenfolgen entstehen und wann nicht.

Hat man das zentrale Gegenwartsbewusstsein hier am Ort mit Ohr-, Auge- und Herzempfindung ganz auf den Gedankenkeimpunkt zwischen den beiden Augen wachsamst konzentriert, still verinnerlicht lauschend dem Gehenlassen des Atemganges und geistig still voll da, so entstehen auch keine Gedanken, sondern es bleibt die zentrale, behagliche, freie Leere des menschlichen Herzselbstes. Das heißt, solange man volles Gegenwartsbewusstsein hat,  können sich auch keine Gedanken und auch keine Triebe oder Gefühle im Kopfbewusstsein entwickeln, das ist sehr wichtig!

Verliert man aber dieses volle Anwesenheitsbewusstsein hier an seinem Ort und wird geistesabwesend und zerstreut, so setzt automatisch wieder das innere Kino, die innere Agitation der Empfindungen, Phantasien, Triebe, Lüste wieder von unten her ein. Man kann mit der Zeit das eigene, triebhafte, unterbewusste trübe Ego-Ich als rastlosen Motor und Ursprung von all dem dunkel darunter spüren. Die Phantasienfolgen und Triebregungen aller Art sind also nur der oberflächliche Wellenschlag des permanenten unterbewussten Seelendruckes, den die Dauer-Ego-Spannung induziert und der sich abreagiert und verbraucht in geistige und seelische Wellenschlagtätigkeit auftreibender Seelenenergie, eben in Form von Gedankenfolgen und Triebanregungen. Denen folgen meist dann Wünsche und Aktivitäten drein. Aber wie gesagt, produzieren kann das Ego-Ich diese endlose Gedankentätigkeit nur in der Zeit, wenn man geistesabwesend ist, also dann, wenn der Gedankenkeimpunkt, das Nichtseins-Ich, nicht mehr die Herrschaft hat. Also gilt, nochmals: entweder das Nichtseins-Ich des Hun-Wesensystems ist da in freier ruhiger Konzentration - oder das Ego-Ich des Po-Seelensystems ist innerlich arbeitend da mit allerlei Phantasien und Triebregungen. So ist die Meditationsarbeit in der ersten Phase der ersten Monate oder gar Jahre im wesentlichen ein beharrliches, geduldiges Bemühen, immer wieder den Bewusstseinsentstehungspunkt entspannt und gelassen zu fixieren und mit Hilfe des hörenden Empfindens des Atemganges und des eigenen Sehengehens der beiden Augen harmonisch dauerhaft wie intuitiv wissend bewusst zu halten. Wie es heißt: ...man halte das Augenlicht an, kristallisiere die Lautkraft des Ohrs, das ganze, geistige Nichtseinsherz schwebt in sich Zentrum des Himmlischen, ’Engel-ischen’ ... Man befiehlt den Atem unter den hohen, subjektiven, Nichtseinswesenspunkt des Bewusstseinsentstehungspunktes. Dann bleibt er harmonisch getragen in sich fein und rein und ständig. Die unterschwellige Egotätigkeit ist total ausgeschaltet (mit ihren Phantasien und Triebanimositäten). Verlieren wir aber diesen dauerhaft strömendenden Nichtseinsbewusstseins-Wesenspunkt und fallen unbemerkt ab in geistesabwesende Versunkenheit, so übernimmt automatisch das Ego-Ich das Ruder an sich mit beim Atemgang und nutzt den psychischen Mechanismus aus, dass mit jedem Atemzug etwas vermehrt Seelenkraft mit aufgewirbelt und zum Strömen nach oben ins Bewusstsein aufgetrieben wird. Da breitet sie sich dann zwangsläufig konkretisiert als Welle in Form einer Gedankenfolge, einer emotionalen Vorstellung oder eines aufkeimenden Triebdranges aus. Wie es heißt, man darf das Ego-Ich nicht allzu sehr in den Atem legen, nicht egobewusst sondern nichtseinswesensbewusst atmen, sonst kommt man nie aus dem unteren Bereich rastloser Triebe, Gedanken und Lüste heraus. Bleibt die innere Spannung und Rastlosigkeit, so stehe man auf und harmonisiere sich durch etwas Umhergehen. Notfalls breche man die Meditation lieber ganz ab bei zuviel innerer Emotion und bei zuviel innerem Unruhe-Druck. Nur durch ständige beobachtende Kontrolle des eigenen momentanen Bewusstseinszustandes oben im eigenen Hirn gerade jetzt, ob man gerade wieder zerstreut in Gedanken ist, oder kindlich harmonisch leer geistesgegenwärtig am Seinsplatz umher, wird man mehr und mehr der Zerstreutheit und Versunkenheit unter der Egotätigkeit bzw. des gerade losgehenden Abgleitens in den Zustand der Versunkenheit und Zerstreutheit gewahr. So kriegt man es mehr und mehr in den Griff, und erlangt Herrschaft über sich. Alles braucht letztlich Ruhe. Ruhe wiederum aber braucht einfach Zeit, viel Zeit. Damit sind wir modernen Neuzeitmenschen aber immer furchtbar geizig und knapp sonst. Da liegt schon der erste große Lebensfehler, den es zu erkennen gilt. Und die Zeit muss man sich dann dafür nehmen. Die viele Zeit der Widmung und Zuwendung und ehrlicher (Ab-)Gelassenheit mit ganzem Wollen muss es einem wert sein. Sonst lasse man es wirklich ganz. Halbheiten bringen auf diesem großen Umgestaltungsweg kaum voran. Sich am Anfang zu sehr anstrengen zu wollen, die Geistesabwesenheit mit erzwungener Anwesenheitsbewusstheit zu bekämpfen, bringt aber auch wenig Gutes. Man bedenke das Substanzverlust-Folgegesetz Nr. 1, nach dem die Fähigkeit eines Menschen, das Gegenwartsbewusstsein natürlich zu haben, davon abhängt, wie viel innere Substanz er (noch/wieder) hat. Ein verbrauchter, verlebter Mensch muss erst wieder Seelenenergiesubstanz aufbauen, um sich besser und länger geistig anwesend konzentrieren zu können. Mit wachsender innerer Substanz kommt man von allein wieder zu entsprechend mehr eigener Daseinsbewusstseins-Anwesenheit und damit schneller voran. Der vollendete Seelenkraftkörper ist dann automatisch ständig natürlich bewusst anwesend ohne Zerstreuung. Vergessen wir nicht: Lebensstärke bedeutet (Bewusstseins-)Sinnstärke und umgekehrt. - Aber: der Atem muss immer den Herzsinn sammeln, der Herzsinn immer den Atem verfeinern und fein halten. Ferner bedenke man, dass die eigene innere Unruhe doch nur Auswirkung und Spiegelbild des äußeren zu unruhigen, zu geschäftigen Lebensstiles ist, ständig ohne Zeit! Alle Erfolge der Meditationsarbeit münden und erfüllen sich hier in der und durch die Ruhe, geistige und auch körperliche Ruhe. Nur Ruhe schafft wirklich Ruhe und Zeitgelassenheit. Nur über die Ruhe kommt man allmählich zur Herrschaft und darüber automatisch zu sich. Morgens ein bisschen Meditation zu machen, um irgendwann mal ein Vollendeter zu werden, und anschließend gut erholt um so ehrgeiziger den täglichen Geschäften nachhetzen um sich mit Erfolgen zu bereichern, das ist nur billiger Selbstbetrug und führt zu gar nichts. Innere Halbheiten bringen auf diesem Wege nichts. Mehr Ruhe heißt einfach mehr Passivität, mehr Nichthandeln, mehr Nichtstun, also weniger arbeiten, mehr Schweigen, mehr Zeit. Schließlich ist ja auch mit das Ziel, die geistige „Leere“ in sich zu erlangen. Diese „Leere“ ist voll yangmäßig, also etwas ganz und gar Positives, Erfülltes. Nur weil ich mental ganz und gar leer geworden bin, kann ich die wirklich ganze, positive, reine Fülle in mir haben. “Leerheit“ bedeutet also Abwesenheit von Gedanken und Gefühlen, also auch völlige Empfindungsfreiheit. Dann wird die Leerheit zur ganzen, befriedigenden Erfülltheit. Das ist natürlicher Reichtum. Eine kleine, hilfreiche Meditationsübung zur Befreiung aus der ständigen gedanklichen Verwicklung mit seinen Mitmenschen und sonstigen Umweltdingen besteht darin, sich bewusst zu Beginn der Meditationsarbeit diesen ganzen Umweltdingen, Außendingen gegenüber zu setzen. Ich stelle mir also vor, wo diese Menschen sich gerade irgendwo außerhalb von mir befinden, an die ich gerade immer denken muss, an welchem Ort, welche Straße, bei welcher Beschäftigung gerade vermutlich usw. . Dann sind all diese Umweltdinge objektiv irgendwo fern außerhalb von mir, da wo sie hingehören und wo sie objektiv-gegenständlich ja auch sind. Sie sind nicht in meinen Kopfphantasien ständig, wo sie nicht hineingehören. Dann bleibe ganz bescheiden nur noch ich selbst in mir. Alle Umweltdinge sind klar objektiv distanziert draußen an ihrem Platz. Das ist der natürliche Ursprungszustand, auch der eines Kindes. Anders herum ist es der verkehrte Zustand, die Phantasien sind in mir, und ich selbst bin nur außer mir dabei, abgeschweift, abgelenkt, also halb zer-streut, also halb verloren und untergegangen bei ihnen, den unzähligen emotionalen Phantasien aller Art. Nur wenn auch bei dem klarsten Bergsee nicht ständig irgendwelche Wellen hin und herlaufen, nur wenn der Bergsee ruht, kannst du in seine tiefste Tiefe schauen und zugleich dich selbst darin widerspiegeln. Kaltes Ersticken der Seelentätigkeit Der vorstehende Abschnitt behandelt die Fehlwege und Probleme bei der Meditationsarbeit, die durch Überanimosität des Ego-Ich des Seelenkraftleibes entstehen. Das sind dann die ständige Phantasien- und Triebregungstätigkeiten, die einen nicht zur freien, gelassenen Konzentration und Einwirkungstätigkeit kommen lassen wegen innerer dynamischer Überdrehtheit. Es kann sich aber auch eine entgegengesetzte, falsche Entwicklung einstellen. Das ist, wenn ein innerlich sehr antriebsarmer, schwächlicher Mensch sich zur Meditationsruhe setzt, zur Einstimmung noch feierliche, schwere Musik hört, alle aufkeimenden Phantasien und Triebregungen mit verkrampfter Konzentration abwürgt und unterdrückt, und sich so in eine etwas düstere, gedankliche Starre versenkt und versteift. Da kann er tatsächlich auch eine Zeitlang Gedankenleere und Gemütsleere erleben. Aber er fühlt sich immer negativer, bleierner und versteifter dabei und muss am Ende mit einem unangenehmen Gefühl und sogar Spannungskopfschmerzen die Meditation abbrechen. Wie es in den alten Meditationsschriften heißt: „er verödet in dem Bereich der einsamen Pflanzen und düsteren,kalten Steine...“. Das ganze verlöre sich letztlich in düsteren Träumen und Phantasien der Hexen- und Geisterkulte. Es ist also eine schädliche Sackgasse, eher sonst ein Fehler psychisch depressiv Kranker. Wir aber wollen nur innerlich freie, entspannte Sammlung des unveränderlichen Punktes der Gegenwart, uns mit ganzer Breite den Regionen des Lichtes, des Warmen, des Strömenden, des Leichten, des Seligen und Himmlischen zuwenden, mit ganzer, geistiger Seele. Innerhalb mitten dieses schönen, warmen, lichtvollen Reichtums umher geschieht unsere ganze Meditationsarbeit. Gewinnt man allmählich mehr und mehr dauerhaften inneren Reichtum, dann hüte man sich vor den Vorstellungsbildern des Größenwahns und Erhabenheitswahns und sonstigen verführerischen religiösen Selbstvorstellungsbildern. Man lasse einfach weiterhin von sich selbst ab, und lasse sich einfach natürlich nur Mensch - und vielleicht auch unbewusstes Kind - sein. Und es bleiben!

2.5.5 Zum ersten Erleben des Rückläufigen Orgasmus

Mit der Zeit wird der Lernende dann mit seiner Meditationsarbeit Wirkung erzielen und ein allmähliches Rückkreisen des Atems bzw. der Seelenkräfte initiieren. Rückkreisen der Atemkraft heißt ja Rückkreisen der Seelenkraft, heißt Nichtverausgaben sondern Rückführen der ganzen Lebenskräfte, insbesondere der erotischen Zeugungs- und Gebärkraft des eigenen Bauchraumes, die normalerweise über den Geschlechtstrieb ausfließt. So kommt es für den Anfänger im wesentlichen zu einer Auseinandersetzung mit dem Geschlechtstrieb, wenn er versucht, sexuell enthaltsam zu leben, um seine erotischen Energien nicht nach außen verpuffen zu lassen. Sondern er will sie künftig anhalten, stauen und schließlich verwandeln zu eigener kristallisierter dauerhafter Seelensubstanz, zurückgeführt zum eigenen innersten Persönlichkeitskern. Über viele Stufen der Tod/Neugeburt-Metamorphose des rückläufigen Orgasmussprunges kommt man so allmählich immer höher zu sich junge, leichtere, feinere, hellere stärkere Seele von einst aus der Jugendzeit zurück. Dabei kann der Lernende nicht von heut auf morgen den Geschlechtstrieb total abwürgen. Jede Gewalt, jeder Willenskraftakt wäre dem Wesen dieses Lichtweges zur großen Freiheit und echter Natürlichkeit und Spontaneität des Lebens an sich wesensfremd. Vielmehr soll man mit ständiger, unablässlicher Beharrlichkeit und Unbeirrbarkeit immer wieder mit aller lichten Milde und Sanftheit, mit ganzer hingebender Gemütskraft wärmende, schmelzende, zartest eindringende Durchwirkungskraft auf die hart und finster geballte Bauchzeugungskraft des Gebärraumes ein-wirken und hinein-wesen lassen. Man wird beharrlich und immer wieder beharrlich sanft und verständnisvoll von neuem versuchen. Dann muss man irgendwann natürlich auch einmal Charakterstärke zeigen, will man seinen Weg schließlich durchsetzen. Die Situation ist am Anfang nicht leicht. Man ist zugleich Zeugender, Gebender auf der einen Seite, und Unteraufnehmender, Empfangender auf der anderen Seite in sich. Und das läuft ab zur gleichen Zeit. Irgendwie muss man das beide Hälften umeinende, umhüllende, vermittelnde Raumfluidum mit Führungsspitze darin spielen lernen, wie ein souveräner Diener, wie das alle Bewegungswandlungen vermittelnde, selbst aber feststehende, glänzende Schienengleispaar. Es läuft, als als wäre man selbst nur das Katalysatormedium, über dessen vermittelnde Selbstsubstanzmasse alle Veränderungsprozesse ablaufen, ohne dass es selbst sich dabei bewegte oder veränderte. Ob eine angestrebte rückorgastische Vereinigung zustande kommt, hängt von zwei Faktoren ab. Einerseits von der Höhe der zeugenden inneren Bauchspannung, von ihrer „Stauhöhe“, ihrer Ladungspotenz, andererseits von der weichsten, geöffnetsten eigenen Unterempfangungs-Fähigkeit gleichzeitig für diese. Von beidem hängt es ab, ob mit dem rückorgastischen Vereinigungsblitzstrahl die gestauten Energien zurückströmen und rückvereinnahmt in sich werden können. Man betrachte das hier ruhig wieder als elektrischen Vorgang: Damit es zum Blitz kommt, muss die Voltspannung erhöht und der Ohmwiderstand erniedrigt, „aufgeweicht“ werden. Das große Problem im psychischen Bereich dabei ist eben, dass hier eine erhöhte Spannung zugleich eine erhöhte Verspanntheit, und damit ein höherer Widerstand ungewollt bedeutet. Das ist aber nur in der Anfangszeit, wenn man von den seelischen Kräften in einem noch so stark miterfasst wird. Erreicht man dann aber mehr und mehr Erfülltheit, und damit automatisch Gelöstheit und Gelassenheit, so wird man auch von machtvollster, erotischer Bauchspannung nicht mehr erfasst und kann sie mütterlich weich und natürlich in sich vereinnahmen. Der moderne Mensch mit aktivistischer Macher-Mentalität und Willenshärte betone mehr seine weiche passiv-empfangende, liebe, bergende, tragende und ertragende, weibliche Seelenseite, um den Widerstand, das Hindernde, die verschließende Verkrampftheitshärte des Seelenkraftkörpers und der Nerven schmelzend-aufweichend aufzunehmen in sich. So wird er den Rückvereinigungsblitz mit nachfolgender strömender und bereichernder Rückauffüllung erreichen. Als der zentrale Herr von allem aber bleibt ER der große bloße Mittler, der selbst hinter allem immer zurückgetreten verweilt. Er tritt nie hervor. Er schafft aber, selber untätig, immer alles ohne Ende... Er trägt alles, ist der große Raum und Rahmen, immer, aber selbst nicht ergreifbar. Ferner vergesse man nie, dass das eigene (emotionale) Ich im zerebralen Nervensystem wohnt, das aufgefüllt werden soll, weshalb es grundsätzlich in der Haltung des Unter-empfangenden, Sich-hingebenden, -dreingebenden harren und auch sehnen muß. So gewinnt es das Selbst mit all seinem goldenen Reichtum. Achtung: Herz/Kreislauf im zu Verhärtung führenden Stauvorgang der Bauchzeugungspotenz nicht zu sehr belasten! Stellen sich Herzstiche ein, leichter, weicher, feiner, kindlicher, ’nichtseins-heller’ atmen! Dann kommt es wieder ins heilsame, linde Einströmen - - - und Lösen...

2.6 Die Beschreibung und Beurteilung des ersten Rückläufigen Orgasmus in Zeichen Nr. 3 des I GING.

Die Methode des ’Pfades der Unsterblichkeit’ mit den Höhepunkten der orgastischen Rückvereinigung mit sich selbst muss über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende breites Gemeinwissen der geistigen Führungsschicht der altchinesischen Kultur gewesen sein. Anders ist nicht erklärbar, dass so ein umfangreiches Standardwerk wie der I GING darüber entstehen konnte. Mit geradezu filigraner Wissenschaftlichkeit werden darin 64 Seelenzustände mit jeweils sechs Unterpunkten des energetischen Systems Seelenkraftkörper bis ins kleinste dargestellt. Diese Wandlungszustände ergeben sich daraus, dass in Vorderkopf und unterer Wirbelsäule zwei entgegengesetzte Energieladungspole bestehen, die unterschiedlich stark geladen sein können. Zwischen denen bestehen Energiespannungen und Strömungsaustäusche. Desweiteren sind unterschiedlich geladene Energieabschnitte dazwischen in Wandlung und Bewegung. Es handelt sich offensichtlich hier um elektromagnetische Vorgänge und Veränderungen der inneren Raumsubstanzdichte/Seinsdichte.

Das Zeichen des I Ging mit sechs Strichen stellt energetisch den menschlichen Rumpf bzw. Seelenkraftkörper da, und wo auf den sechs Stufen (Plätzen, Raumabschnitten) gerade welche Ladung in welcher Intensität besteht. Doch dazu später. Man lese nun als Verstehender die Texte des Zeichen Nr. 3 des I GING, genannt „Die Anfangsschwierigkeit“, in denen mit ungewöhnlicher Ausführlichkeit des sonst sehr wortknappen Textes des I GING alle Aspekte der Erste-Schritt-Situation des Pfades der Unsterblichen zu einem höheren, veredelten Seelenzustand beschrieben werden.  Dies erfolgt  meist in sehr feiner, abstrahiert vergleichender Darstellungsweise mit Bildern der äußeren Welt. Nicht im geringsten wird darauf hingewiesen, dass es hier einzig und allein um die Beschreibung und Hilfe bei einem inneren Seelenzustand im wichtigen Yogastadium  der ersten orgastischen Rückvereinigung mit sich selbst geht, also um die hier so ausführlich beschriebene Meditationstechnik des “Pfades der Unsterblichen“. Nur ein Satz im Zeichen Nr. 3 drückt das etwas klarer aus: „das Schöpferische und das Empfangende vereinigen sich das erstemal...“ (nämlich im eigenen Bauchraum). Und die oft schier erdrückende Anfangssituation für den Übenden wird verglichen mit Worten wie: „unter vielen düsteren Wolken und unsichtbarem Donner am Himmel seit langem lastend, aber kein Regen regt sich(kein Blitz, kein strömender Ausgleich durch inneres Abregnen)“.

Aber einmal wird es dann schließlich passieren, dass der demütigst unterst, weichest und hingebungsvollst empfangendst Übende nicht die extrem hochgestaute Eroskraftmacht nach außen abrauschen lassen muss, sondern im weichsten, unterhingebensten Empfangen ein Blitz plötzlich den düsteren Bauchraum des früheren, vorzeitlichen Himmels der Bauchwölbung von sich aus durch alles hindurch zuckt. Eine erlösende, wunderschöne Bereicherung wird ihn nun durchfluten das erste Mal. Auch hier ist etwas „abgegangen“, wie beim Sex-Orgasmus, aber diesmal ist so ein kleines, erzeugtes Sinn-Ein, Gering-Ein, nach innen nun abgetrudelt, ein Tautropfen hinzu zum eigenen unbewussten Lebenskraftreservoir an ungewordenem neutralen Sinn-Ein. Man fühlt, man hat etwas in sich dazubekommen, geschenkt bekommen durch diesen Vorgang - ist nun deutlich erhöht und gefestigt danach, hat ein wenig kindlich Klein, ein wenig kindliches Ein dazugewonnen, ein unnennbares Plus zurückgewonnen. Man bedenke, das Sinn-Ein, die Raumzeitsubstanz, ist das Nicht-Teilbare. Möglicherweise fühlt man sich ziemlich erschöpft danach, denn die lange Zeit starker, innerer Spannung ist nun aufgelöst, aber auch befreit und glücklich. Ähnlich wie beim ersten Geschlechtsakt-Orgasmus in seinem Leben kann man ziemlich verwirrt sein von diesem ersten Rückvereinigungsorgasmus mit sich selbst, auch wenn man dabei sein Gutes verspürte. Vielleicht wird man in sprachlose Ratlosigkeit über das soeben Erlebte geraten. Darum folgt im I GING auf das Zeichen Nr. 3, welches ja eigentlich das Zeichen Nr. 1 ist insofern, als es den ersten Wandlungszustand vorstellt nach der Beschreibung der beiden Urkräfte Kien (Himmel, Schöpferisches) und Kun (Erde, Empfangendes), darum folgt also darauf als das zweite eigentliche Wandlungszeichen, das Zeichen Nr.4: “Die Jugendtorheit“. Es beschreibt den Zustand des überraschten und verwirrten Anfängers im hohen Pfad der Unsterblichen. Nach dieser „jugendlichen Dumpfheit“ wird der Lernende dann schon begreifen und verarbeiten, was in ihm abgelaufen ist. Er wird das Bedürfnis haben weiterzumachen und einen weiteren, rückvereinigenden Orgasmus zu erleben. Dazu muss er aber in seinem schwächlichen Anfangsstadium erst einmal wieder eine breit angelegte, erotische Spannungspotenz in seinem Bauchraum aufbauen, und das bedeutet Essen, sexuelle Enthaltsamkeit und Warten. Darum folgt im I GING nun das Zeichen Nr. 5, das Warten, die Ernährung. Der Lernende erlebt nun im wahrsten Sinne am eigenen Leibe die geheimnisvollen Kommentare des I GING und das, was sie eigentlich direkt ansprechen und meinen mit ihren immer nur indirekten Umschreibungen. Er begreift, dass der ganze I GING in Wirklichkeit eine im Geheimcode geschriebene Yoga-Anweisung des taoistischen Kundalini-Yoga bzw. der höchsten elitären Geheimlehre des Pfades der Unsterblichen in 64 Verwandlungsstufen ist. Die allgemeineren Aussagen darin zum menschlichen Verhalten sind nur von zweitrangiger Bedeutung, oft auch nur Mittel zum Zweck, um die innere psychologische Situation im gerade sich vorfindenden Yoga-Zustand gleichnishaft zu erklären und zu illustrieren, um die es eigentlich geht. So konnte man bei dieser elitäre Geheimlehre völlig verbergen, worüber man eigentlich wirklich sprach. Das war oft überlebensnotwendig für die immer wieder von den weltlichen Herrschern vom Tode bedrohten elitären Schüler. So erlebt der Übende in den Anfangszeiten nach und nach die ersten inneren Zustände der ersten 10 Zeichen des I GING kennen, die alle zumindest teilweise mit seelischen Schwierigkeiten verbunden sind. Erfährt er dann das erstemal intensiv das Zeichen 11, Tai, der Friede(das Unbeschreiblich-Herrliche), so ist er aus dem Gröbsten der Anfangszeit heraus (allmähliches Wachstum positiver Seiten, zunehmende Eigendynamik des Prozesses).Wer zum höchsten Himmel hinauf will, wird vorher auf dem Weg dorthin möglicherweise lange Zeit hinab durch qualvolle Höllensümpfe staken müssen. Gründliches Wissen und perfekte Befolgung der Meditationsanweisungen können den Schwierigkeiten und Leiden des Anfanges fast 100prozentig vorbeugen. Andererseits scheint es einem, als gäbe es geradezu ein psychisches Verlangen oder eine psychische Notwendigkeit der Phase des Leidens vor der Erlösung, wie auch das Leidensmysterium Christi andeutet. Da muss man dann hindurch ... auch hierdurch bewirkt die Charakterprüfung am Ende eine Auslese.

2.7 Auf dem Pfad der Unsterblichen im fortgeschrittenen Stadium

Schwierigkeiten, zumindest Ausbleiben von schnellen Erfolgen, wird wohl jeder am Anfang mehr oder weniger erleben. Mit der Zeit und mit den Fortschritten bei der Meditationsarbeit aber stellen sich zunehmend nun auch positive Begleiterscheinungen ein. Der erreichte ständige erotische Kräftestau führt erst einmal zu einer täglichen frischen Vitalität, zu mehr Lebenslust, Frohsinn, gute Laune und Kampfgeist mit einer guten belastbaren Unverdrießlichkeit in allen Lebenslagen. Man wird viel weniger anfällig gegen Krankheiten und schließlich mit Sicherheit überhaupt nicht mehr krank bei auch sonst lebensverständiger, maßvoller Daseinsführung. Die Körperhaut wird leuchtender und zarter und durch vorübergehende Pickelbildung wird der ganze Stoffwechseldreck unter der Haut ausgeschwemmt. Eine durchgehende innere biologische Reinigung und Verjüngung des Körpers findet spürbar statt. Während des intensiven Spannungs- und Erhitzungszustandes der den innersten Seelenkraftraum rund umhüllenden Bauchdecke fängt die Haut zart rosa bis golden an zu leuchten, wie manchmal die Haut eines heiß gebadeten Neugeborenen. Die Krankheiten kommen ja erst, wenn der Mensch allmählich zu sehr an innerer Substanz verliert und damit sowohl das Immunsystem schwächer wird als auch der unterbewusste Lebenswille, oder wenn der Mensch zu lange einen Teil seines Körpers oder eine Seite seiner Psyche unausgewogen überbelastet. Dann sorgt der steuernde Hypothalamus des vegetative Nervensystems schon dafür, dass ein mit der Überbelastung in Zusammenhang stehendes Organ erkrankt. Erweist sich der Körper durch zu starke innere Substanzauszehrung als nicht mehr brauchbare, dauerhafte Wohnung für den innewohnenden Lebenssinn bzw. Evolutionsgeist, so erfolgt komplette Selbstauslöschung, etwa durch eine tödliche Krebskrankheit. Die schafft sich das Leben dann gewissermaßen selber an. Das Leben hat und braucht ja als Existenzbasis eine höhere Raumsubstanzdichte als die tote Materie. Ist diese nicht mehr ausreichend gegeben, so verwandelt sich die organisierte lebendige Materie in tote zurück. Der Körper findet ansonsten immer schon etwas, um sein Recht auf Leben gegenüber dem Menschen und all seinen verrückten, lebensschädlichen Ambitionen durchzusetzen. Wer den Grund für die Entstehung von Krankheiten von innen heraus verstehen will, der denke an die Definition des Lebens bzw. der Seele wie zu Beginn des 2. Kapitels schon einmal angesprochen: Die Seele ist ein Energiesubstanzgebilde mit harmonisch ausgeglichen aus- und einströmenden und harmonisch-gleichgewichtig verteilten Energiebereichen und –proportionen als ein überwiegend in sich geschlossenes, organisiertes Strömungssystem. Werden Systemkomponenten zu stark gestört, kommt es zu Krankheiten oder Tod. Die drei Systemkomponenten sind also:

1. innere Substanz // fehlt sie, so kommt es zu Krankheiten, wie u.a. Krebs, Zucker, Schlaganfall, Herz-, Kreislaufschwäche, je nach den sonstigen Gegebenheiten - hierauf hauptsächlich fußt die alte taoistische Gesundheitslehre. 2. harmonische Ausgewogenheit // bei disharmonischen einseitigen Belastungen kommt es insbesondere zu Organkrankheiten (der Choleriker wird herzkrank bei Erschöpfung, der Rastlose leberkrank, der Empfindlich-verschlossen-Verletzbare nierenkrank, der überemsig-nervöse Herumrenner kniekrank, der Ängstliche magenkrank, etc. - hier auf baut sich hauptsächlich die indische (Ayurveda-)Medizin auf. 3. gestörtes Strömen // dann kommt es zu Stockungen, Verengungen, Stoffwechselstörungen, Krebs, Rheuma, Zuckerkrankheit, häufigere Infektionen, Fettsucht, Verkalkungen, Depressionen, Blutdruckfehlsteuerung,// bei zu starkem Lebensschwung/strom: Überzucker, Leberzirrhose, Bauchspeicheldrüse, Manieexzesse,// bei zu schwachem Lebensstrom: Kreislaufschwäche, Immunsystemschwäche mit ständiger Erkältung(„Verschnupftheit“), Knochenverhärtung, multiple Sklerose, Depressionen zu u.a. - hier liegt ein Schwerpunkt tibetanischer Gesundheitslehre. Wer ganz und gar begreift, dass alle Krankheiten im wesentlichen auf System-störungen des Lebens (der Gesamtseele) in diesem Sinne beruhen und sein tägliches Leben danach ausrichtet und sich aucht nicht überfordert, kann mit wirklich verlässlicher Sicherheit feste, vitale Gesundheit bis zum letzten Lebenstag erreichen. Im übrigen vergessen wir nicht, dass das Leben seine guten Qualitäten nur entwickelt und behält, wenn diesbezüglich auch ständig Anforderungen von der Außenwelt an es gestellt werden. Wir Menschen legten uns Kleidung zu und verloren dadurch unser schützendes Naturfell, so dass wir heute ohne Kleidung gar nicht mehr leben könnten. Wenn wir uns nun gegen jegliche Viren und Krankheiten künstlich mit Medizinen schützen, wird sich das Immunsystem genauso zurückbilden. Die Menschen werden sich daraufhin zunehmend nur mit immer mehr laufend eingenommenen Medikamenten gesund erhalten können, mehr und mehr abhängig davon. Ferner bedenke man mit, dass Lebensstärke Bewusstseinssinnstärke bedeutet. Was diese Sinnstärke fördert, stärkt auch das Leben. Darum bedeuten etwa Bewusstseinskonzentration, Freude, Glück und reine Lust die beste Medizin und Lebensstärkung. Das ist dann schon eine schöne Seite nebenbei, wer der Pfad der Unsterblichen richtig verstanden geht, wird aus seiner ständigen, prallen Überenergie heraus nie wieder krank, auch nicht im Alter. Vitalitätsmäßig gesehen fegt er sie alle hinweg mit einem Wisch, alle bisherigen Anfälligkeiten und Schwächlichkeiten, wie mit der unbegrenzten Macht eines ungebändigten Barbaren, zumindest in dieser Richtung... Auch im übrigen stellen sich nun nach und nach auf unserem Meditationswege alle positiven Auswirkungen ein, die eine Zunahme der Seelenkraftsubstanz entsprechend den Sustanzverlustgesetzen Nr. 1 bis Nr. 12 mit sich bringt. Das bedeutet vom Lebensgefühl her rundherum die Geburt einer neuen, jugendlichen, schwungvollen Seele. Außerdem wird die Meditationsarbeit nach und nach immer leichter, weil das Rückkreisen und Wiedergewinnen der Seelen- und Lebenskräfte, welches wir anfangs fast erzwingen müssen mit unseren Bemühungen, mehr und mehr Eigendynamik entwickelt und von alleine abläuft. Es handelt sich ja bei dieser Wiederauffüllung verschlissener Kräfte um einen ganz natürlichen, eigenständig von unserem vegetativen Nervensystem entsprechend dem ihm innewohnenden Funktionsplan „gewollten“ und gesteuerten Wiederherstellungsprozess des ursprünglich vollen, Seelenkraftleibes eines ganz intakten Lebens, wie das eines neugeborenen Kindes, reine, volle, junge Natur. Erinnern wir uns an die bereits eingangs gegebene Beschreibung, dass es sich bei dieser Art von taoistischem Kundalini-Yoga, auf die einfachste Betrachtungsweise gebracht, nur um eine gigantische Prozedur der gesamtseelisch-nervlichen Tiefenentspannung und -erholung handelt. Diese wohnt dem Lebensmechanismus ja ganz natürlich inne, und findet jede Nacht bei jedem Menschen im ganz kleinen Umfang auch natürlich im Schlaf so statt. Jetzt wird von uns dieser Prozess gewaltig von außen im großen unterstützt, vor allen Dingen in der Anlaufphase. Es ist ähnlich, wie wenn man einen total verkrampften Muskel durch Erwärmung und Massage erst einmal künstlich von außen wieder entspannt. Dann übernimmt der Lebensmechanismus gesteuert vom vegetativen Nervensystem mit Zielrichtung des Hun-Wesenssystems die weitere Aufgabe zur Regeneration des Muskelgewebes durch verstärkte Durchblutung, Abfuhr der Stoffwechselschlacken und Erfüllung der Muskelzellen mit neuer Lebensenergie von alleine. Im übrigen empfindet man auch die üblichen Phänomene des Kundalini-Yoga wie das vielzitierte Feuer der Kundalini als Kribbeln, Vibrieren oder „Radiowellen-Senden“ im unteren Wirbelsäulenbereich nach oben aufsteigend und sich dabei sublimierend verlierend. Es bildet sich dauerhaft der „quellende Urgrund“ des Bauchgefühlskeimpunktes und des von dort perlenden Lebendigkeitssinnes im Sonnengeflecht. Der harte Kloß in der Bauchgegend unterhalb des Bauchnabels wird deutlicher fühlbar, das „Blei im Ort des kalten, abgründigen Wassers“, die hochelektrische „Schännn“-Zeugungsmacht(Dschen), aus dem mit der Zeit durch kontinuierliche Auffüllung die ständig wärmende Lichtfrucht des eigenen erotisch vollkommenen Bauchlebens wird. Hier eigentlich ist der Ort der ewigen Geborgenheit und Aufgehobenheit, wo man für immer hingehört, die behagliche Endheimat und das Endziel im wohligen, ewig jung-lebendigen Sichselbst-Sein. Nicht richtig ist die häufige indische Darstellung, dass das sogenannte Erwecken der Kundalini das Freilegen und Anzapfen eines unterbewussten gewaltigen Energiereservoirs sei, aus dem nun ein mächtiges, zusätzliches Energiefeuer brenne. Eher ist das Gegenteil der Fall. Es kann lediglich deshalb zu gewaltigen seelischen Energieergüssen kommen, weil extrem überspannte Nervenbereiche sich verpuffend aufzulösen beginnen. Aber denen würde immer eine Erschöpfung folgen. Man macht die unbewussten Nervenzonen des unteren Wirbelsäulenbereiches bewusst und erlebt sie als negatives, schwarzes, kräftemäßig ausgezehrtes Schwächeloch mit verspannten Umfassungswänden. Durch das gleichzeitige Durchstreifen dieser verhärteten zellulären Umfassungswände mit der wärmenden, lösenden, aufweichenden Atemkraft resp. Seelenkraft, dort nun einwehend aus der begleitenden sanften Augenlichtkraft wird damit das zellweitende Wiedereindringen von Seelenenergie eingeleitet. So entsteht diese eigentümliche Empfindung des vibrierenden Einziehens aus sich lösender Nervenstarre. Es ist so, wie wenn der wärmende Frühlingswind, der über die Eisdecke des Sees streicht, ein vibrierendes Singen der schmelzenden Eisdecke bewirkt. Die milde Wärme des Frühlingswindes weht regelrecht ins Eis ein. Darum nennen die philosophischen Bücher der alten Taoisten diese Phase in der meditativen Bearbeitung auch: „das Schmelzen des Eises...“. Dieses Aufschmelzen seit Jahren völlig ausgezehrter, überspannter, verhärteter Nervenzellen im unteren düsteren Ego-Wirbelsäulenbereich vor allem und nichts anderes bedeutet das geheimnisvolle ’Feuer der cundalini’ altindischer Texte. Was die Beziehung zur Alltagsarbeit betrifft, so ist wichtig, daß man das sogenannte ’Handeln im Nichthandeln’ erlernt, also alles Leisten und Tätigsein aus dem Leichten, Unverhafteten, Absichtsfreien heraus. Man hält sich aufgehoben in der leichten, freien Selbstwolke des Hun-Nichtseins. Alles weltliche Tun gestaltet man also ohne harten Ehrgeiz, ja ohne eigenes Wollen. Man gibt sich nur ganz locker einen ungefähren Kurs vor. So kann man leicht und unberührt über alles hinweggleiten und kommt am Ende in der Sache des Erfolges ungewollt und stressfreier noch viel weiter, ohne irgendwo hineingerissen, verwickelt, getrieben, ausgeblutet oder abhängig zu werden. Im Nichtsein(swesen) alles eigene Sein, im Nichthandeln alles eigene Tun! Das ist mehr als „…eile mit Weile!“ Überhaupt schälen sich desweiteren im fortschreitenden Stadium der Meditationsarbeit die innerseelischen Konturen immer deutlicher heraus. Was den Kopfbereich betrifft, so hat man sich immer mehr von dem inneren subjektiven Agitationstheater ständig aufkommender und kreuz und quer durcheinanderlaufender Gedanken, Phantasien, Wutregungen und Wunschregungen zurückgezogen und abgegrenzt in den Bereich des sie alle tragenden, natürlich umgebenden hellen Wesensbewusstseins, Rahmen-bewusstseins. Wie ein freimütiger, toleranter Gastgeber lässt man zwar alle diese subjektiven Egoich-Entfaltungen weiter auf der Bewusstseinsbühne des eigenen Selbstes oben im Kopf sich produzieren, sie fast liebevoll registrierend vernehmend, aber fortan ohne davon erfasst zu werden oder ihnen gar nachzurennen. So verblassen und verdünnen sie sich in ihrer Farbfaszinationsaustrahlung von allein, wie ein Feuer von alleine einschläfert, das man nur wenig beachtet. Am Ende ist der ganze Himmel von allein gedankenfrei und klar, wie ein blanker, heller Kindersinn. Stattdessen richtet man nun also seine Aufmerksamkeit unbehelligt gezielter direkt auf dieses immer ’stehende’ Wesensbewusstsein, das Gesichts-und- Frontstirn-Bewusstsein, dem Nichtseins-Bewusstsein, vom dem immer freie, helle, selbstgetragene Harmonienatürlichkeit ausströmt. Es ist ja der Orientierungspunkt des geistigen Nichtseinsherzens, Nichtseins-Ich darin, dieser Diamantkeim der unvergänglich steht dort. Der ganz natürliche, dauerhafte Bewusstseinszustand, der sich dann von alleine wieder einstellt, würde am trefflichsten nur mit dem Ausdruck ’neu-kindlich’ bezeichnet sein. Es ist die Lust, simpel die blitzende kindliche Bewusstseins-Lust, die plötzlich von allein wieder im Sinn auffunkelt, die schiere ursprüngliche kindliche Lust bloß aus der Freude des Sinns am Existieren hier für und an sich. Damit hat er nun nur mit sich, so als hätte er schon alles, was er bräuchte überhaupt. Darunter schlummert nun, und das ahnt er auch, diese herrliche, gefährliche ganze Hecktiger-Reißkraft der wieder jungen Seele! Da taucht es nun im Alter wieder auf, dieses heiße Wahnsinnsgefühl der eigenen frühen, wilden, jungen Zeiten! Und das gibt volles, seliges Selbstvertrauen und ständig den leichtherzigen Übermut, um sich jeden Moment, auch als ein an Jahren eigentlich längst ’älterer Mensch’, auf ein herrliches Motorrad zu schwingen und damit um die Welt zu brausen, und noch einmal! Aber man wird den Hecktiger so schnell nicht wieder aus dem Tank lassen, sondern lässt ihn lieber drin. Auch das ist was Herrliches! Und außerdem kennt man die Welt und hat schon alles einmal erlebt, wenn man bislang richtig gelebt hat bis zu dem Zeitpunkt, da man sich zu einem neuen Lebensanfang auf dem Pfade der Unsterblichen entschied. Ja, mein lieber Freund, das Nirvana schaut ganz anders aus! Es ist ein Ort natürlichster Lust und Lebendigkeit! Nirvandva, fast wörtlich: keine Wände nirgendwo mehr. Das hat man geschafft. Das heißt, man verfließt und vereinigt sich in vollster eigener Seinsfülle mit der umgebenden gleichen kosmischen Seinsfülle. Konturenlos grenzenfrei ist man nun mit der ganzen herrlichen, hellen, knackigen Daseinsrealität des Weltseins um einen herum, grenzenlos in alle Richtungen hin. Wieder so wie als jüngster Bengel ganz neu hier! Diese ganze helle Welt- und Kosmos-Sein ist dein neuer persönlicher Seinsleib geworden! Anders war es zu den ersten hellen, tobenden Frühkindzeiten ja auch nicht! Man hatte alles völlig, man merkte es nur nicht, aber nun weiß man es! Mehr in der hellen, positiven Wirklichkeit, mehr mittendrin im vollen Leben lebend sein kann man nicht ! Zentrum in den Stunden der meditativen Selbstbearbeitung wird mehr und mehr der Bauch- und Brustraum. In dem Brustraum findet man sich in der freien seelischen Sphäre des Eigentlich-Menschlichen wieder selbst letztlich. Je mehr die Seelensubstanz sich wieder verdichtet, verjüngt und erleichtert, um so lieber und wohliger wird dieser angestammte Wohnraum des gefühlshaften, menschlichen Herzens im freien Luftraum der Lungen zwischen Erde (unten, Bauch) und Himmel (oben, Kopf) in einem. Man prüfe auch, was zu ‚Khi’, der weiblichen, bergenden, lieben Seelenatemkraft, noch dargestellt wird. Sie ist bei allem der Bewahrungsraum des Herzens des Lebens zur Geborgenheit. In den Vordergrund allen Geschehens rückt zum Ende des Vollendungsweges hin ganz und gar der Bauchgefühlskeimpunkt. Wie der Embrio dort an der sein ganzes Leben versorgenden Nabelschnur des umbergenden Mutterleibs hängt, bekommt der Wissende am Ende von dort alles Leben direkt zugesendet und gespendet, wenn er sich ständig unterempfangend darunter wohnend im hinteren unteren Wirbelsäulenbereich (Chakra-Platz zwei) halten kann in der Empfangungsphase. Im Endstadium spürt man förmlich, wie dort 2-3 Fingerbreit unter dem Bauchnabel ein ständig perlend quellender Urgrundpunkt des Lebens in der warmen, voll-wahren, dunklen, bergenden Raumdichte des Sonnengeflechtes ist, so positiv, so satt-wahr, so wahr-satt, so reich! Unter diesem Aspekt ist das Anzapfen des “Feuer der cundalini“ dann doch gemäß altindischer Darstellung am Ende die Zugänglichmachung eines größeren inneren, originären Kraftreservoirs.

Dieses wohlig aufsteigende Perlen vom Bauchgefühlskeimpunkt wird mit der Zeit immer feiner, bis es sich zu einer feinsten, konstanten Sinnhauptlinie aufsteigend vorn gebildet hat, die sich mit dem Gedankenkeimpunkt, dem Nichtseins-Ich im Kopf auf einmal unmerklich verbunden hat. Diese feinste, glänzende, senkrechte Schiene in einem hält von sich aus für immer. Und trägt frei und still das Bewusstsein. Das ist höchste, edle Natur. Man erkennt es und staunt. Und ist dankbar, da, ja da angekommen zu sein! Dabei ist es so selbstverständlich. Ganz frühest im ersten Seiner-selbst-Bewusst-Werden als Kleinstkind war man auch schon einmal so weit. Aber als “Anfangskind“  hat man   es so früh intellektuell überhaupt nicht wahrnehmen können. Man hatte und lebte es einfach und verstand noch nicht, dass das im dritten Lebensjahr schon die ganze Vollendung war. So verlor man es dann allmählich.

Die alten chinesischen Meditationstexte sprechen vom Zustand des Empfindungsextraktes der Goldblumenblüte, als ein dauerhaft im Ur-Sinn gerundetes Vollendungsbewusstsein. Die Sonnenblume besteht überwiegend aus einem sehr großen, dunklen Kreiskernbereich in der Mitte. Das ist die Empfindung des runden Sonnengeflechtes mit seinem warmen, dunklen Raum, als wäre er ein Wahrheits-Ich aus sich. Ihre goldenen Blütenblätter rundherum ergeben dieses fein-weiche Blütensinnbewusstsein der nun dauerhaft gewordenen Empfindung des Bauchgefühlskeimpunktes in der Dimension der Harmonie des Zeitlosen. So erlebt man den Vollendungszustand aus der Ich-Haltung heraus. Dagegen erscheint einem der gleiche Zustand aus der Selbsthaltung heraus wie das Bildnis einer wunderbar leicht auf dem klaren, stillen See schwimmenden, schneeweiß-reinen, ’leeren’ Lotusblätterblüte, als ein vom Himmel her stets Himmlisches empfangender Kelch. Gemäß ersterem beschreiben es die alten Taoisten Chinas mehr, und gemäß letzterem mehr die Brahmanen und Buddhisten des alten indischen Kulturkreises. Die Unterschiede sind gering. Auf den Unterschied zwischen Ich-Haltung oder Seelenhaltung und Selbsthaltung oder Wesens-Haltung wird später noch einmal näher eingegangen. Auf jeden Fall empfinden und begreifen wir immer realer in uns, wie im Bereich unseres willkürlichen, zerebralen Nervensystems unser energetischer Seelenkraftkörper wohnt, hinten, unten längs der Wirbelsäule, der ’Anima-Leib’, der spürbar wie ein dunkler Ego-Kraftbehälter ist. Und er hat verhärtete und verkrustete Strukturen und schwarze, negativ gespannte Totbereiche in der unteren Wirbelsäule, wo man mit der Empfindung deshalb nicht mehr rankommt. Und nun umgreifen wir gezielt mit der flachen Himmelswölbung des Sonnengeflechtes vorne strahlenförmig umfangend und umschließend den ganzen Komplex des Wirbelsäulenbereiches hinten. So stellen wir die hart strukturierte Wirbelsäule bewusst unter die mütterliche, weiche, warme Umhüllung des seitlich rundherum umwachsenden, umschließenden Bauchgewölbes. Dann löst sich die harte Wirbelsäule auch ganz darin auf. Es kommt zu einer Unzahl kleiner Entspannungszuckungen, die einen ganz durchfahren, aber dennoch kaum noch bewegen, so fest ist man wieder in der ursprünglichen, neutralen (Lebendigkeits-)RAUM(ZEIT)-Substanz, dem kindlichen Sinn-Ur-Ein, dem eigentlichen Raum+zeit-Bewusstsein, getragen und sicher aufgehoben. Man ist nun innerlich kaum noch erfassbar und bewegbar selbst von seinen eigenen leiblichen und seelischen Empfindungen, Gefühlen und Trieben. Die großen Vollendungserlebnisse kommen aber nur ungewollt und unangestrebt gelegentlich von alleine, etwa so als wenn ein im großen Daseinsstrom mittreibender Baumstamm gelegentlich an die Oberfläche hochtreibt, und mit seinem nassen Leib dann in der Sonne aufglitzert. Dann taucht er natürlich wieder etwas unter und treibt gemächlich nah unter dem Höchsten weiter. So bleibt er ja auch immer noch im obersten Bereich des ganzen Daseinsstromes. Die Vollendungsmomente sind da nur gelegentliche kleine Spitzen des Herausguckens, dann und wann... Ansonsten geht das Leben als Mensch in dieser Welt ganz normal weiter. Aber innerlich ist alles so anders geworden! Das aber, was man Erhabenheit in Zusammenhang mit diesem Weg nennt, hat man erst, wenn man seinen Bauchgefühlskeimpunkt wirklich dauerhaft in seiner eigenen Schoßberge mütterlich zu umhalten und als dauerhaften kindlichen Harmonieschenker dort existent sein zu lassen versteht. Erst wenn man sich das er-arbeitet er-hat, erst dann er-hat man sich ganz, wirklich ganz. Denn das ist es, genau das, mein Leben, das ich mir so nun endlich er-haben habe. Denn Erhabenheit bedeutet Besitz von „Alles“, wirklich Allem, nämlich das. Diesen Bauchkeimpunkt-Lebensquell. Aus dem geht alles hervor. Er speit unaufhörlich und reich alles Leben hervor. Er wird nun das oft erwähnte Lebenselixier altchinesischer Geheimtexte. (Das „Loslassen der Hand“ im Endstadium) Er bedeutet alle mir im eigenen Bauch gespendet werdende Lebensenergie. Von diesem Entstehungsquell meiner Lebendigkeit dort innerlich wandern die Seinsenergien zum Leben und Existieren normalerweise in den Behälter des Seelenkraftkörpers, also in das willkürliche Wirbelsäulen-Nervensystem, hinten unten im Rücken(in der altchin. Symbolsprache: das dunkle Ding, der dunkle Leib, im Rücken). Diesen habe ich unbewusst fest im Griff über meinen unterschwellig immer vorhandenen gespannten Willen und das Ego-Ich. Benötige ich dann Verstärkung von den Seinsenergien dort im Rücken, so drücke ich gewissermaßen auf den Energiebehälter Seelenkraftkörper, das heißt ich strenge mich seelisch an und spanne mein Ego-Ich stärker. Darüber wurde eingangs ausführlich geschrieben. Ich fuße und stütze mich letztlich in meinen Existenzbemühungen immer auf meinen Seelenkraftkörper als Rückhalt. Dieser wird noch hinten unterstützt vom Sympaticus, Energiespender und Standboden meiner Ego-Substanz. Das bringt mit der Zeit den gewaltigen negativen Effekt, wie ausführlich dargestellt, dass dieser Seelen-Kraftkörper immer überspannter, verkrampfter, verschlossener, weniger aufnahmefähig, leerer, schwerer und düsterer wird, usw. . Darum lassen wir nun im Endstadium der Meditationsarbeit von unserem Ego-Ich und dem Seelenkraftkörper und dem ganzen unteren Wirbelsäulenbereich ab. Wir lassen ihn los und begeben uns in dauerhafte Unterempfangungshaltung direkt unter den Lebensspender Bauchgefühlskeimpunkt, dem eigentlichen ursprünglichen Entstehungsort unserer Daseinsenergie. So bekommen wir fortan unsere junge, neukindliche Lebendigkeit und Frische direkt von dort geliefert, und sozusagen im Freien, gespendet ohne Druck auf uns auszuüben durch den Einsatz von Ego-Anstrengungen. Das entspricht ganz dem ursprünglichen Bauplan der großen Lebensnatur, realisiert und ausgeführt durch die Steuerung des vegetativen Nervensystems bzw. Hun-Steuersystems, lokalisiert in der Homöostase-Zentrale des Thalamus-Mittelhirnbereiches. Der Seelenkraftkörper mit seinem Anstrengungsmechanismus des Ego-Ich war ja eigentlich nur als sporadischer, zeitweiser Verstärker vorgesehen, wenn das Einzellebewesen besonders um seinen Existenzerhalt kämpfen muss. Er war nicht gedacht, um nun dauernd damit Vollgas zu geben mit aller Egoich-Anspannung für allerlei Ehrgeiziges Und schon lange nicht, war es eingerichtet, um eine Lustquelle um ihrer selbst willen aus diesem seelischen Verstärker-Mechanismus zu gewinnen. Das heißt nun, fortan nicht mehr zu beginnen, das Ego-Ich und die Lust daran, es als Selbstziel, Selbstzweck aufzubauen, wie es die Menschen seit frühem Kindalter gern tun. Wir wissen nun, sind inzwischen reich, leicht und selbstgetragen geworden, und lassen deshalb nun ab von unserem Ego-Ich und jeglicher Anspannung des Seelenkraftkörpers. Es beginnt die berühmte Endzeit des ’Loslassen der Hand’, wie es in den alten taoistischen Schriften bezeichnet wird. Es erinnert etwas an die Methode des autogenen Trainings. Da versucht man auch, sich ganz ’los’ zu lassen, etwa indem man sich einsuggeriert, man lasse den Arm, den man bequem auf den Tisch gelegt hat, ganz entspannt los, lose, leicht, und ziehe sich gewissermaßen daraus zurück, überlasse ihn nur sich selbst. Dann wird er ganz warm und schwer. Das gleiche versuche man nun mit dem Bereich der ganzen unteren Wirbelsäule und Nebennieren, dem ganzen unteren Gefühls- Willens- und Egobereich: Man ziehe sich innerlich davon zurück, lasse all das dort ganz los, lasse die Wirbelsäule immer schwerer, länger, gestreckter und losgelassener werden, bis sie schließlich ganz ‚verschwindet’ und umhüllt, getragen und geborgen von den mütterlichen Umfassungswölbungen des Bauchinnenraumes. Nun erscheint darin der feine quicklebendige Keim des Bauchgefühlskeimpunktes prompt und speist und versorgt uns direkt von vorn unten. Das ist ein Lebensgefühl! Endlich ist man wieder kindlich ganz ver-ein-t und voll ursprungsdirekt! So lebt’s sich unübertrefflich! Darum verherrlichten die Weisen des alten China diesen „quellenden Urgrund“ unversieglichen Lebens und Jungseins so! Aber einem Anfänger, selbst wenn er schon die Autosuggestivkraft hat, gelingt es nicht, die Wirbelsäule loszulassen, ganz schwer werden zu lassen. Gelingt es ihm etwas, „erstickt“ sofort sein Herz. Das heißt, sein Herz fühlt sich auf einmal ganz bleiern an, und droht aufzuhören zu schlagen. Drohende Herzstiche spürt er eventuell. Sofort lässt er von dem Experiment ab. Dann läuft das Herz wieder erleichtert normal weiter. Der Grund ist klar: man hat mit dem Loslassen und Entspannen der Wirbelsäule es auch für einen Moment geschafft, seinen Seelenkraftkörper zu entspannen, dass heißt, ihm die mit der Zeit künstlich angenommene Spannkraft zu nehmen. Das heißt aber auch, dem Lebensmotor Herz vor allem das Gas wegzunehmen. Prompt kann es nicht mehr weiterschlagen. Das ’Loslassen’ ist nur später bei wiederaufgefülltem Seelenkraftkörper möglich, so wie ein Ballon nur losgelöst aus der zähen, düsteren Schwerkraft der Erde freikommen und gewichtslos aus sich selbst schweben und immer höher schweben kann, wenn er leichteres warmes, helles, energiereiches Gas wieder reichlich genug zugeführt bekommen hat. Immerhin macht das für den Anfänger möglicherweise etwas erschütternde Erlebnis eines plötzlichen Herzstillstandes ihm sehr drastisch die Funktions-zusammenhänge der Seele deutlich, und er begreift, an was für gewaltige Mächte er da in sich gerührt hat gerade - Vorsicht!!




2.7.1. Die Methode des Pausierens im Rückrundum-Kreisens / das Zählen der Atemzüge mit milder Verlangsamung des Atems

Wenn man mit der Meditationsarbeit soweit eingeübt ist, dass sie ganz leicht und fast wie von allein abläuft, wendet man sich gerne ihrer zu, freut sich auf die Stunden der Sammlung früh morgens und am Abend und versucht möglichst effektiv an seinem inneren Substanzwiederaufbau mitzuwirken. Dazu gibt es kleine Ergänzungstechniken. Man empfindet den Bewusstseinssinnkeim ja fein spürbar beim Rückkreisen der Atemkraft rückaufwärts die Wirbelsäule hoch, und vornabwärts durch das Gesicht zum Sonnengeflecht hinunter. An den zwei Wendepunkten oben im Kopf und unten zwischen den Beinen durch passiert man aber empfindungsfreie, polfreie Bereiche. Der obere im Kopf ist eher etwas hell yangmäßig, der untere zwischen den Beinen etwas schattig yinmäßig. In diesen polfreien Zwischenzonen pausiere man etwas, bis man den weichen, warmen Atem weiterstreichen lässt, sanft mit dem Augenlicht begleitet, bis zur Rückrundumkurve des nächsten Wendepunktes oben oder unten. Diese Technik hilft, innerlich freier, neutraler, einer und gefestigter in sich zu werden und den Zentrumssitz in sich besser zu wahren.

2.7.2 Das Zählen der Atemzüge mit milder Verlangsamung des Atems Hilfreich für die Bewahrung des Bewusstseins bei dem Rückrundumkreisen ist das feine, lockere Begleiten mit der vernommenen Empfindung des eigenen Herzschlages. Man atmet in Stufen von sechs Herzpochen weichst ein, verweilt ein wenig beim Verströmen der Kraftempfindung unter der Schädeldecke und lässt den Atem dann sorgsam zum Sonnengeflecht sich hinabsenden, wieder in sechs kaum vernehmbar sachten Herzschlägen und Stufen. Der Atem rührt sich von allein unter der Schädeldecke, wenn er vorne wieder abschweben will. Auch das Einatmen aus dem Sonnengeflecht begehrt er von allein. Man begleitet ihn ja nur mit. Dann registriert man, sehr friedlich, die Zahl dieses Atemzuges und beginnt mit dem nächsten usw. Die sechs Herzschlagstufen entsprechen den sechs Plätzen im I GING, bzw. den sechs Chakras im Pranayama des altindischen Kundalini-Yoga. Jeweils zwei der sechs Herzschläge kann man in den empfindungsfreien Übergängen verweilen, jeweils vier gebrauche man Zeit zum Aufsteigen des Atems hinten und zum Wiederabsteigenlassen vorne. Diese Hilfstechnik verstärkt ungemein die genuine Ruhe. Und hat man sie, kann man milde mit der Verlangsamung dieser Herz/Atemübungen beginnen. Man wird sich wundern, welche massive Wirkungsmacht davon ausgeht.

2.7.3 Das Taufen und Waschen, das Bad Beim Aufsteigen des Atems in der Wirbelsäule und Erreichens der Höhe etwas unterhalb der Schulterblätter, etwa zwischen Platz 4 und Platz 5, schwebt man nun in einen ‚süß aufblitzenden’ Grenzbereich des Übergangs vom unteren, etwas düsteren, schattigschweren, irdisch-wasserhaften Kraftfeld des Ego-Ich hoch zum leichten himmlisch-engelhaften Empfindungsbereich des Hun-Wesenssystems, des Nichtseinswesens-Ich. Da punktiert sich dann eine besondere Sinnempfindung beim Passieren der Grenzlinie zwischen den Schulterblättern etwa so, wie vergleichsweise beim Waschen im sonnigen Gebirgsfluss die Wasserspritzer auffunkeln, wenn man die Wäschestücke aus der dunklen Wassertiefe hochreißt in die hell durchsonnte Luft darüber. Darum wird dieses Erlebnis an der Stelle zwischen den Schulterblättern das Waschen des Herzens(des Selbstes) genannt. Es erfrischt, macht leichter und heller den Sinn. Genau das gleiche passiert umgekehrt beim Ausatmen, beim Abwärtsatmen den Vorderleib hinunter und Eintreten des hellen Himmels-Sinn-Atems in den schattig-irdischen Grenzbereich des Sonnengeflechts, vom hohen, lichten Stirnhimmel vorn runterkommend. Das ist wie ein Eintauchen und -taufen wohlig bergend tief hinunter, wie ein Bad des hellen Kopfsinns im schönen, wunderbaren, weiblichen Dunklen – eine erfüllende Heimkehr reich in sich zurück vorne unten. Man hat sich etwas von oben aus der Stirn mit runtergebracht und hat es nun unten im Bauch. Das tut gut, das reinigt, beruhigt, gibt von der dunklen, positiven Wahrheit dieses Erdbereiches des Bauches. Darum nannten die Wissenden diesen Vorgang das Bad, oder die Läuterung, die Reinigung der Gedanken, der Selbst-Haltung. Um beim Vergleichsbild der antiken Wäscherin am Gebirgsfluss zu bleiben: Das in der Sonne glitzernde Wäschestück wird wieder tief untergetaucht ins dunkle Wasser. Das ist ein sehr erbauender, förderlicher innerer Vorgang, der auch die Sicherung des neuerworbenen inneren Reichtums schafft. Danach kann man sich mit gutem Gefühl zurücklehnen. Innerer himmlischer und irdischer Seelenbereich werden so mit der Zeit in einem kreisend umschlungenen Wandlungskarussel der Vereinigung verwirbelt und verfestigt. Das Yinyang-Symbol zeigt das. Wieviel mögen Johannes der Täufer und Jesus vom ’Bade’ verstanden haben? Ihre verwendeten Worte und Gleichnisse ähneln so auffallend den alttaoistischen Meditationsanweisungen. Vom Christkind im mütterlichen Leben, vom Taufen mit Feuer-im-Wasser (ähnlich dem heiligen Feuer-im-Busch Abrahams), sprechen die beiden. Vor allen Dingen auch nennen sie den Fisch, den man in der Tiefe (das Abgründige, Kaan) lebendig lassen soll, der kleine quicklebendige Zappelfisch als Symbol des perlenden Urgrundes, des Bauchgefühlskeimpunktes im späteren voll-lebendigen Stadium. Auch im Levante damals wurden die Meditationslehren sehr geheim gepflegt. Selbst bei manchen Bibeltexten meint man, man hätte sich im Buch vergriffen und verschlüsselte chinesische Meditationsanweisungen vor sich. Auf der nachfolgenden Seite noch einmal die Abbildung eines menschlichen Leibes, Seitenansicht, Rücken rechts, mit der Einzeichnung der umlaufenden Kraftbahn und den Stellen ’Waschen’ und ’Baden’, aus dem Buch „Das Geheimnis der Goldenen Blüte“. . Dabei wird bei dem Empfangend-Hochfluten-Lassen des Atems im Rücken, das sogen. Zurückebben, aus dem unteren Wirbelsäulenbereich dunkle

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Nochmals, wegen seiner Wichtigkeit: Die Kreislaufbahn nervlich-seelischer Energieströme im vegetativen Nervensystem


(Anmerkung des Herausgebers Richard Wilhelm) „In diesem Bild ist der Kreislauf der Kraftströme während der Atembewegung angegeben. Während beim gewöhnlichen Atem das Einatmen in einer Senkung des Unterleibs und das Ausatmen mit einer Hebung des Unterleibs verbunden ist, handelt es sich bei diesen Übungen um eine rückläufige Bewegung in der Weise, dass man beim Einatmen die untere Kraftpforte öffnet und die Kraft entlang der hinteren Kraftlinie (im Rückenmark) in die Höhe steigen lässt, und zwar entsprechend den auf der Zeichnung angegebenen Zeitabschnitten. Beim Ausatmen schließt man die obere Pforte und lässt die Kraftströme auf der vorderen Linie nach unten strömen, ebenfalls in der Ordnung der bezeichneten Zeitabschnitte; zu bemerken ist ferner, dass die Stationen für <<Waschen>> und <<Baden>> nicht direkt in der Mitte der Linien liegen, sondern das <<Waschen>> etwas oberhalb und das <<Baden>> etwas unterhalb, wie aus der Zeichnung hervorgeht.“ (aus: Das Geheimnis der Goldenen Blüte)

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Seelenkraft mit hochgeführt, hochgerissen. Wenn diese aufsteigend ankommt in dem Bereich der Schulterblätter, so löst sie dort ein fast lustiges, herziges Gefühl von Kribbeln und ziehendem Sinn aus, schlägt sogleich um in frische, helle Wesensstärke. Darum die Bezeichnung Waschung, oder Waschung des Herzens, Neugeburt des Ichs zum Jung-Nichtseinswesen hin zurück. Dem folgt dann als äquivalentes Gegenstück an genau diagonal entgegengesetzter Stelle des Rückkreislaufs die Reinigung in dem Moment, wenn die beim Absinken der Atemwolke vorne durch das Gesicht und dann durch die Brustganglinien mitgeführte helle Wesensströme aus dem Kopfbereich oberhalb des Bauchnabels in den irdisch dunklen Seelenbereich eintreten. Der Moment des Eintauchen der Wesenströme in das Sonnengeflecht bzw. den Seelenkraftbereich wird als wohltuende, leicht wärmende und erhellende Reinigung empfunden. So wird durch das Rückrotieren rund um den eigenen Leib Seelenbereich unten und Wesensbereich oben ständig in Verwirbelung, Vermischung und Rückvereinigung gebracht, mit aufbauender, substanzerhöhender Wirkung für den neutralen, polfreien Persönlichkeitskern im innersten Zentrum dabei. Im Selbst heben sich dann helle Wesensstärke und schattige Seelenkraft durch Verbindung und Vereinigung positiv auf und zu einer auf geheimnisvolle Weise in sich noch nicht hellen noch schattigen Seins-Urausgangssubstanz zurück. Das ist eben die universale RAUM(ZEIT)-Substanz. Sie ist eben das Lebendigkeitssinn-Ur-Ein, welches der Mensch in sich auf der letzten, höchsten Lebensstufe in der Selbstempfindung als Tao, „Dauh“ erlebt und in der Ichempfindung als De, „Dee“. Was diese ganze Technik des Sinnsubstanz/Raumsubstanz rückrundumlaufenden Kreises betrifft, so erinnere man sich an die drehenden Milchsäuren. Sie sind die untersten Elementarteilchen des Lebens und erzeugen ebenso ein erhöhtes elektromagnetisches Energiefeld aus Raumsubstanzdichte in sich durch ihren Spin wie eingangs beschrieben, durch das Kreisströmen in sich immer in einer Richtung. Das ist das Grundaufbauprinzip zur Entstehung eines eigenständigen Lebens. Dichtere Raumsubstanz bedeutet intensiveres Bewusstsein mit entsprechend fähigerem, kreativerem, intelligenterem Bewusstseinssinn darin. Das ist erforderlich für die Entwicklung von Lebensorganismen.

2.7.4 Methode des gemeinsamen Aus- und Eingehen mit dem Atem und dem Hin- und Hergehen zwischen „Himmelskeim“ und „Mondhöhle“. Von der Methode des Öffnen und Schließens der Pforten des Himmels zum Zwecke des Erlebens und Erfassens der ursprünglichen Khi wurde schon berichtet. Nun zum Ende der Meditationsarbeit, wenn der eigene Seelenkraftkörper wieder völlig jung, fein, leicht und hell geworden ist und diese kleine frühkindliche Wesenseinheit im Bauchmittelpunkt sich zart dort bemerkbar werdend wieder einstellt, gilt es diesen Ursprungszustand festzuhalten. Das erreicht man ganz natürlich, indem man die Anfangsempfindung des Sinnkeimens der Atementstehung im Bauch beim Einatmen dauerhaft weiter fixiert und im Bewusstsein durchgehend in stiller Mitbegleitung hält, wenn man nun weiter ausatmet und wieder ein- und ausatmet. Dies ist ein gemeinsames Aus- und Eingehen beim Heben und Senken der Bauchdecke zu zweit und zugleich vereinigt mit sich selbst. So empfindet man es. Das lebt ewig. Hier hat man ein Stück Heimat und Sicherheit im Zentrum der Realität innerhalb des eigenen Lebens gefunden. Man spürt, weiter nach innen kann man gar nicht kommen. Diese Methode des gemeinsamen Aus- und Eingehen des Atemganges beim Ein- und Ausgehen des Atems aus dem Bauchgefühlskeimpunkt als zugleich dem Atementstehungspunkt kann man noch verbinden mit dem Rückrundumkreisen-Gehenlassen des Atems. Das wird dann erforderlich, wenn sich im Bauch eine Überlast erotischer Kraft herangebildet hat, die man aber nicht ausgeben möchte in einen Geschlechtsakt, sondern zurückführen und neutralisierend selbstvereinnahmen möchte. Bei dieser erweiterten Methode hält man auch beim Atmen den Bauchatemkeimpunkt fixiert, begleitet aber gleichzeitig den Atem, wenn man ihn durch die Wirbelsäule aufsteigen lässt und wenn er vorne als Atemwolke wieder abgesenkt und in das Sonnengeflecht gesendet wird zur erquickenden Durchwärmung und Bereicherung. Der Dudelsackpfeifer bewegt sich im Kreisen seiner Melodie, hält dabei aber immer gleichzeit den Grundton mit anwesend, etwa so ist es gemeint. Mit „Himmelskeim“ ist einfach der Gedankenkeimpunkt gemeint, mit „Mondhöhle“ der Bauchwände-Innenraum mit Empfindung der Bauchwände als umgreifenden Kugelkreis des trüb-abgründigen Bauchinnern. Dieses Bauchinnere wird als etwas Dunkles empfunden, dass mehr und mehr von einem geheimnisvollen Licht-Strahlsinn durchwebt wird, wenn man sich auf die Empfindung des Dunklen, Wahren darin unablässig fixiert. Darum ist in der Symbolsprache der chinesischen Texte von goldener Kugel, oder goldener Blüten-Lichtempfindung die Rede. Auch andere Kulturen müssen die Geheimnisse dieser meditativen Erfahrungen gekannt haben, sonst existierten nicht die Namen Sonnengeflecht, bzw. solarus plexus, schon so lange, noch bevor man die Sonnenstrahlen-Anordnung dieses Nervenzentrums kannte. Es ist einem im Bauch empfindbar, wie wenn ein schwer definierbarer Sonnenpunkt von schräg unten durch dichtestes, trübes Dickicht-Geflecht dringt, schwach ahnbar und empfindbar in den Anfangszeiten. Später bildet sich andeutungsweise durchaus einmal ein deutlicher, runder Sonnenblumenkreis-Goldschein mit großem, warmem Dunklen inmitten, der als solcher auch bewahrt wird und den Glanz der Ausstrahlung dauerhaft ausdehnend transzendiert. Er drückt sich dann auch gleichzeitig aus im aufleuchtenden Augenglanz des Empfangenden. - Was wir hier im Endzustand des Lebensvollendungsweges machen, das ist nicht die Heranzüchtung eines künstlichen psychischen Vollkommenheitszustandes, sondern es geht nur darum, mit naturkonformen Yogatechniken der Seele und dem Leben zu ihrer ursprünglichen, spontanen, vollkommenen Natur zurück zu verhelfen. Dann lässt man es, dann überlässt man es sich selbst wieder und greift nicht mehr ein. Es hat ja über die eigenen innewohnenden Gesetze des vegetativen Ns die Bestrebung, sich selbst vollkommen zu erhalten auf höchstmöglichem Niveau. Da bleibt es auch so, wenn die eigene Lebensmacht nicht vom Willen, Ego und Ehrgeiz des Menschen allzu sehr missbraucht, ausgeraubt und denaturiert wird. Der mehr oder weniger körperlich und seelisch verbrauchte erwachsene Mensch, der sich an die Aufbauarbeit der Meditationstechnik des Pfades der Unsterblichen macht, schürt und schützt und nährt sein schwächlich gewordenes Lebenslichtlein, bis es schließlich am Ende stark genug ist, dass es wieder von allein dauerhaft hell und untrübbar brennt. Einen höheren und natürlicheren Zustand kann man nicht erreichen. Alsdann braucht der Lernende, der im Laufe seiner Meditationsarbeiten die Gesetzmäßigkeiten des Lebens kennengelernt hat, nur noch etwas acht zu geben, dass er in seinem persönlichen äußeren Lebensstil diese Lebensgesetze nicht zu sehr übertritt. Die ganzen inneren Erlebnisse, die man am Ende hat, die ganzen Empfindungen des Bauchbereiches sind äußerst feiner, realer, subtiler Art, ganz von Natur. Keinesfalls erwarte man große göttliche Erhabenheits- und Erleuchtungszustände in irgendwelchen heiligen Sphären und Visionen und was es dergleichen religiöse Verzückungen und Geistesanomalien noch gibt. Darum sind die Beschreibungen in den alten Texten des letzten Meditationszustandes der Seele auch so unterschiedlich. Die einen sprechen einfach von der Geburt des Kindwesens im eigenen Bauchmittelpunkt, die anderen von dem reinen weißen Licht oder weißem Bewusstsein dort wie die Lotusblütenblätter. Andere reden von dem warmen, weichen, durchtranszendierenden Goldlicht bzw. rundem Goldbewusstsein im Bauch mit dem „Geheimnis-an-sich“ darin, dem Geheimnis der goldenen Blüte, des nun mehr sich selbst tragenden, dauerhaften innersten goldenen Aufblühens des eigenen Lebens im tiefsten Bauchzentrum. Immer das gleiche ist mit den verschiedenartigen Enddarstellungen gemeint. Eine ganz einzigartige Qualität hat die goldene Variante des Lichtes. Das goldene Licht durchdringt, durchtranszendiert härteste „psychische Wände“ und Versperrungen und dringt so in wirklich alle Räume ein. So kann es gewissermaßen unbegrenzt reich erfüllen. Damit kommen wir zum fundamentalen Grund, warum das Goldlicht im innersten Dunkeln der Bauchseele als das einzig ewig Beständige angesehen wurde von den alten Weisen der östlichen Antike. Normalerweise, so wurde eingangs geschildert, erzeugt das Leben über die Nahrungsaufnahme kontinuierlich auch erotische Kraft, die sich dann zunehmend im Bauch speichert. Sie ist im Grunde genommen die Brennsubstanz des Lebenslichtes. Hat man Reichtum an dieser erotischen Kraftsubstanz in sich, so hat man Reichtum an Leben und drangvollem Bewusstsein. Aber normalerweise kann die Seele diesen Reichtum nicht lange halten. Wie beschrieben gerät der tiefere Seelenbereich durch die wachsende erotisch-sexuelle Aufladung zunehmend unter düsteren Spannungen, Kälte- und Schweregefühlen im Bauchbereich. Mit den Spannungen entsteht automatisch das Ego und sein nach außen gerichtetes Triebbegehren mit. Schließlich bleibt dem Menschen nichts anderes übrig als die explosionsartige sexuelle Entladung mit dem Hinausschleudern seiner „Lebenslichtsubstanz“. Und durch die ganze Überdynamik des Prozesses geht meist mehr Seelenenergie verloren, als zuvor überschüssig war. Das heißt, der Mensch steht nach dem tollen High-Erlebnis hinterher auch noch dauerhaft etwas ärmer da als zuvor substanziell. Im Endeffekt ist man nur ein Stückchen abgerutscht, tiefer, nämlich tiefer unter das düstere Ego und sein unterstes, unbewusstes inneres Erschöpfungsloch - welcher sensible Mann hätte das nach einer rasenden Nacht mit einer heißen Geliebten nicht schon verspürt? So verliert er unaufhörlich nach und nach das, was eigentlich doch sein Leben bedeutet. Und gemäß Substanzverlust-Grundgesetz Nr. 5 ist er dieser Verlustautomatik um so mehr zwanghaft ausgesetzt, je erschöpfter und düsterer und weniger resorptionsfähig, verkrampfter und härter der Zustand seines Seelenkraftkörpers schon geworden ist. Hat der Lernende aber durch langwährende Meditationsarbeit seinen Seelenkraftkörper immer reicher, heller und eben damit weich-entspannter gemacht, ihn praktisch fast raumlos geweitet, so wie auch das Universum keine Abgrenzungen mehr irgendwo in seinen Ausdehnungen kennt, so entsteht in ihm wohl noch genauso dieser erotisch-sexuelle Potenzdruck. Aber er kann im Seelenkraftkörper keinen Spannungszustand mehr induzieren, sondern durchdringt angenehm füllend mit dieser warm-weichen Goldlichtempfindung widerstandslos alle inneren Gemächer. Bedenken wir doch: Spannung heißt Abgrenzung, Wände, Versperrung. Die führen zu Stau und weiterer Spannung und Verschließung. Das endet sich im Chaos-Ausbruch, im Orgasmus oder sonstwie im Wahn, Ekstase u.ä. . Wie aber, wenn die entstehende erotische Energie auf keine Spannungen, keine Versperrungen, keine Wände mehr stößt? Dann kann sie einfach voll eindringen und durchdringen ins eigene Leben, unbegrenzt und frei sich ausdehnen in alle eigenen Lebensräume und alles ungehindert wunderschön erfüllen. Das wird am Ende so empfunden, als wenn unten im Bauche sich ein drittes Auge öffnet, wie eine Blume mit ihrem Goldlicht sich öffnet und weitet. Sie macht einen nun stetig friedlich und ganz natürlich feinst durchschienen und einen somit restlos real erfüllt, das heißt reich und wohlig gesättigt. Es ist immer ein wunderschönes inneres, golden weiches Überfließen da, kaum bemerkbar, nur wie ein ganz natürlicher, feinster, frischer Kindsinn. Und dieses eigene Lebenslichtlein frühkindlichster Natur hat man nun innerlich so lange, wie die physische erotische Energieerzeugung funktioniert und man nicht durch zuviel eigene Gier und Substanzverluste die innere Öffnung wieder egomäßig verspannend verschließt. Denke daran, der „liebe Gott“ kommt zu Dir nicht oben vom Himmel, aus dem Jenseits noch wohlmöglich, sondern aus Deinem eigenen Leben, aus Deinem eigenen Bauch. Du musst nur weise verstehen, das richtige, rechte, Hantieren mit Deinen Seelenkräften zu erlernen, und dann geschehen zu lassen und los zu lassen. Auch wenn du dein Gebet ganz richtig zum Himmel schickst …

2.7.5 Meditationsübung unterklammerndes Äffchen Jeder hat irgendwann schon einmal einen Naturfilm gesehen, in dem man eine machtvolle Gorilla-Affenmutter über den Erdboden laufen sah, unter derem Bauch sich ängstlich ein zartes, schwächliches, neugeborenes Babylein angeklammert hielt. Das nehmen wir zum Vergleichsbild. Im Zustand machtvoller Bauchladungspotenz, die es rückführend zu mindern gilt, verlagern wir uns in unserer Bewusstseinsvorstellung etwa auf Platz(Chakra) zwei, etwas oberhalb des Steißbeins, leicht hoch zur empfangenden Hüftquerfurche hinten ahnend. Von dort fühlen wir uns als dieses unterumklammernde hilflose Äffchen, und spüren über uns (in Rückenlage) die machtvoll hochblähende Aufwölbung des Mutterhimmels, der prall wie leicht schwanger hochgewölbten eigenen Bauchdecke über einem, von innen her empfunden. Man ist nun in unterempfangendst sich unterhingebendstwollenden und sich dreingebendstwollenden Nichtseinshaltung mit seinem Ich darunter. Dann greifen die Fäden des mütterlichen Himmelsnetzes Sonnengeflecht über einem langsam strahlenförmig gütig um einen herum, bergig und wohlig. Sie umhaben schließlich ganz die Wirbelsäule dort, umhüllt und umfangen, zärtlich, weichst, eindringendst, mit der innerweltlich mütterlichen Wesensseite des früheren Lebenshimmels, dem Sonnengeflecht. Auf einmal setzt die Ichempfindung aus, wird aufgehoben, und das Führungssinn-Trio des Kopfes(Gedankenkeimpunkt und beide Augen), thronend mit dem Selbstgefühl der beiden Schulterblätter, erscheint im Gesamtzustandsgefühl. Das Führungssinntrio ist der inzwischen mächtig gewordene Gedankenkeimpunkt, das himmlische geistige Nichtseins-Ich in Verbindung mit der Empfindung des Sehengehens der beiden Augen. Dabei stellt sich automatisch noch eine leichte Bewusstseinsakzentuierung der Spitzen der beiden Schulterblätter ein, da wo der Offizier seine Goldzeichen hat, oder wo südasiatische Tempeltänzer kleine Goldspitzverzierungen blitzend auf den beiden Schultern tragen. Man gab sich dem mütterlichen himmlischen Geist der Bauchdecke vorne ganz zuunterst hin drein, und wurde vom väterlichen Selbstgeist des Führers im Kopfe und der breiten Schultern von hinten her mit Macht wieder aufgehoben und zu sich hochgehoben. Dieses Selbst-Trio der weisen Vaterherrschaft, wie die zahlreichen Dreieinigkeitsbilder Vater, Sohn und heiliger Geist, hält selbsttragend für immer. Das ist eine schöne, hohe Vollendungsachse des Selbstgefühls. Es tut sehr gut, es zu erleben, macht friedlich und dankbar. Man kann die Übung immer wieder praktizieren, will man eine Übermacht an Bauchladungspotenz rückorgastisch rückvereinigen, also zur eigenen Substanzerhöhung, bzw. zum eigenen Sich-Wiederfinden in seelisch-wesensmäßigem Intensitätszuwachs. Es ist klar, dass nur weit Fortgeschrittene diese Übungen erleben können. Alles muss Stufe für Stufe aufgebaut werden. Man braucht einfach nur über all die Zeit die Atem-/Seelenkräfte und den Helligkeitssinn unterempfangend rückrundumkreisen zu lassen, sowie innere Spannungsenergien dazu zur Verfügung stehen. Dann kommt man sicher Stufe auf Stufe weiter. Alle Einzelheiten dazu sind beschrieben. Weiteres endlosen Umhersuchen nach noch effektiveren Techniken bringt nichts. Das Gebiet wurde von den alten Chinesen voll ausgeleuchtet und erforscht. Alle Zusammenhänge sind überdies hier systematisch erklärt und auch im I Ging vollständig wiedergegeben. Leider zu wenig erforscht von den westlichen Naturwissenschaften ist das vegetative Nervensystem, das hier so eine große Rolle spielt. Der Gedankenkeimpunkt befindet sich ja mitten im Hypothalamus, der obersten Homöostase- Leit- und Schaltzentrale des Gehirns bzw. des Lebens. Es ist das Hirnorgan, das die optimale Koordination und Substanzhöhe des Lebens anstrebt, zugleich Nahtstelle zwischen Psyche und Physis. Das passt sehr gut zu dem subjektiven Erleben des Gedankenkeimpunktes als ’Führungsdiamant’ der gesamtleiblichen Lebensorganisation. Der Bauchgefühlskeimpunkt befindet sich mitten im Bereich Sonnengeflecht, Bauchspeicheldrüse, Langerhanssche Inseln, von wo die ganze Energieversorgung des Lebens ausgeht, Blutzucker, Wasserhaushalt, Kraftreserven etc., der Bereich, der alle Ernährung zur Lebendigkeit spendet. Genauso erlebt man dann auch dort diesen quellenden Urgrund. Die vorne abströmenden Seelenkräfte folgen dem Parasympathicus und dem Vagus, die aufströmenden hinteren dem Sympathicus. Als physischer Wohnbereich des Egoseins-Ich wurde bereits der untere Wirbelsäulenbereich genannt. Und tätsächlich empfinden sich dort die Drüsen, die die entsprechenden Hormone wie Adrenaline und Testerone produzieren, die die Ego-Anspannungen physisch umsetzen und von dort über das Verteilersystem des Sympathicus in Körper und Seele verbreiten. Das Ego (-seins)-Ich ist ja grundsätzlich doppelgesichtig. Das Ego-Ich kann ja eine harte und eine weiche Seite zeigen. Zeigt es die harte, so befindet sich der Mensch mehr in der Selbsthaltung mit unterschwelliger Verlagerung des Bewusstseins in den unteren Wirbelsäulenbereich hinten, wo dann die harten Trieb- und Egoregungen entstehen. Zeigt es dagegen seine weiche, gefühlvolle Seite, so befindet sich der Mensch eher in der Ichhaltung, mit unterschwelliger Verlagerung des Bewusstseins in den unteren Bauchraum vorne, wo sich wiederum die entsprechenden Drüsen zur Erzeugung solcher weicherer Gefühlshaftigkeit, Mitleid, Fürsorglichkeit, Liebe, Trauer etc befinden. Aber alles ist nur feinst spürbar, auch die bioelektrischen inneren Verschiebungen und Wandlungen längs der Wirbelsäule gemäß I Ging. Nun, wir sind ganz am Anfang... Nochmals: Voraussetzung für die fortgeschrittenen Übungen wie diese ist aber, dass der Meditierende bereits befähigt ist, den unteren Teil seiner Wirbelsäule ’loszulassen’, fahrenzulassen, sich willensmäßig daraus zurückzuziehen. Das bewirkt ein entspannend und dehnend-aufsaugendes Weiten und Empfangen für das dann von alleine von unten Kommende, Eindringende, Wiederkehrende, Erfüllende und ganz Ausfüllende des neuen Lebens. Dieses zieht wie helles Wesenswasser in die unteren düsteren Verspannungsräume dieser Nervenbereiche der unteren Wirbelsäule sanft prickelnd wieder ein. Dazu stelle man sich vor, die Wirbelsäule unten ende in einem trichterförmig weit geöffneten, empfangsfreudigen Schlund, in dem dann die reinen Perlenwassertropfen des Himmels leicht von allein einregnen. Die eigene Arbeit dabei beschränkt sich nur darauf, sich, diesen unteren Wirbelsäulenbereich, möglichst zu entspannen und empfangsansaugend zu dehnen, einladend reich-aufnahmefähig zu machen. Dann überkommt es einen, leichtest himmelmäßig, von alleine von oberhalb vom Bauch her, das Eindringende, rundherum umhüllend, und das so neu gewonnene eigene Wesen des Leichten(Hun) bleibt einem mehr und mehr mit durch den Tag erhalten. Erinnern wir uns an das eine Problem der rückorgastischen Selbstvereinigung: wir müssen es lernen, einerseits Gespannt-druckvoll-zeugend-Gebender und andererseits entspannt-empfangend-Untergebene wie beim Geschlechtsakt in einer Person zu sein, was ja ein Widerspruch in sich ist, und dennoch erlernbar. Man lernt es eben, im Mittlernden, Allesumhüllenden, im umgreifenden Gesamtmedium von den beiden zu wohnen dabei. Dem Anfänger fällt es eher leicht, innerlich Zeugungsdruck, erotische Bauchladungspotenz, aufzubauen, während es ihm weniger gelingt, bewusst sich gleichzeitig empfangend zu entspannen und weichest unteraufzunehmen. Um überhaupt eine Rückvereinigung zu erreichen, muss er unter Umständen den inneren erotischen Spannungsdruck extrem erhöhen. Das aber führt in gefährliche Bereiche der Wahnsinnsnähe, und belastet ferner Herz und Kreislauf übermäßig. Der Fortgeschrittene in der Meditationsarbeit dagegen hat aber so einen beständigen, hohen aber leichten, inneren erotischen Dauerüberdruck und weiche Durchlässigkeit erreicht, dass er überhaupt keine Druckanstrengung mehr geben muss, sondern er konzentriert sich völlig weich willenlos jetzt während des Rückvereinigungsprozesses ganz auf die Rolle der Unterempfangenden, Ansaugenden, Aufnehmenden. Der Bereicherungsstrom von oben kommt dann von selbst ganz mächtig, sobald sich genug elektrische, dynamische Bauchpotenz angesammelt hat, kommt wie leichtes, lindes, heilig-heilsames Einziehendes.... Aber diese Bauchspannung ist im fortgeschrittenen Stadium der Wiederauffüllung des Seelenkraftkörpers bzw. des Raum(zeit)-Bewusstseins so entsprechend fein und subtil, dass man sie als Druck kaum wahrnimmt (feinere Seinserscheinungen generell bei höherer Raumzeitdichte als tragendes Basissein). So werden die Übungen in der letzten Phase der Meditationsarbeit immer leichter und selbstverständlicher. Alles läuft widerstandslos und spielerisch mehr und mehr von allein ab. Das Wesen gewinnt des höchsten Himmels helle Leichtigkeit, die Seele der Erde weichste, aufnehmendste, wohligste Tiefe, das Selbst die Macht der Waltungswandlungen kosmisch ausgedehnter Breiten, und das Ich wird wieder kindlich winzigst und intensivst, wie die ganze Nichtseins-Uranfangs-Singularität des Kosmos zu seiner Geburt.

2.7.6 Die letzte Himmelfahrt Die “Himmelfahrt“ ist keine Erfindung der Jünger Jesu, sondern existiert als religiöser Märchenmythos schon lange davor auch in anderen Religionskreisen. Es beruht auf dem gelegentlichen, eigentümlichen Erleben eines Meditierenden des Hochschwebens zum Himmel, wenn er sich vorstellungsmäßig vom ‚’Göttlichen’ über ihm im höchsten Himmel ganz empfangend-aufnehmend durchdringen lassen möchte, sich ihm hingeben möchte. Die Situation kann erst im Endzustand der Wiederauffüllung und damit restlosen Entspannung des Seelenkraftkörpers stattfinden. Um die totale Unter-Empfangungshaltung zu erreichen, stellt sich der Meditierende auf dem Rücken liegend hilfsweise vor, dass über ihm im fernsten, höchsten Zenith des blauen Himmels das „höchste Göttliche“ auf ihn herab sinnstrahle mit höchstenergetischer Sinnen-energie. Dann unterergibt er sich ganzleiblich dieser allesdurchdringenden Strahlung öffnend hin. Diese strahlt auf seinen Bauchnabel und umschlingt eindringend von dort den ganzen Leib hintenrum, dringt bis in die untere Wirbelsäule tiefinnerst ein. Es setzen nun dort kleine, blitzartige Entspannungszuckungen ein. Man weitet sich innerlich vertiefend. Eine Auslösung regt sich auch in der vorderen Oberstirn wie das Einschalten eines Verstärkers der Sinneinstrahlung. „Der kleine Bruder innen hilft etwas dem ganz großen außen …“ . Nun setzt ganzleiblich ein reales Gefühl ein, dass man nach oben schwebt, der breiten Strahlung von oben entgegen, und dem höchsten Himmelssinn zu. Öffnet man irgendwann neugierig seine Augen, um zu prüfen, ob man wirklich hochschwebt, bricht der Empfindungszustand rasch in sich zusammen. Man sieht im übrigen, dass man noch unverändert am Boden liegt. Die Übung ist sehr bereichernd und verhilft einem zur letzten, gänzlichen Auffüllung der inneren Substanz. Dann hat man innen ganz die Seinssubstanzdichte des kosmischen Raumes um einen herum außen. So lösen sich langsam unmerklich die Abgrenzungen des eigenen Leibes zum Umher auf - die Subjekt-Objekt-Spaltung hebt sich auf. Man ist weiterhin persönliches Subjekt, gleichzeitig aber auch kosmischer Raum, Zeit und Sein in nur einem Daseinsgefühl zugleich. Das tut unaussprechlich gut.

2.8 Der Endzustand in der meditativen Arbeit Hat man nach einer Zeit von voraussichtlich mehreren Jahren mit den hier dargestellten Methoden des Rückkreisenlassens der Lebenskräfte und der orgastischen Rückvereinigung seinen Seelenkraftkörper wieder gänzlich aufgefüllt, so ist der eigene Empfindungszustand also durch folgende, schön erlebbare innere Eckfeiler getragen, nochmals zusammengefasst: Zum einen der immer halb im Unterbewusstsein mit erlebte helle, ’pralle’ ’Bauch-klein’, das frühkindliche Urlebendigkeitswesen dort inmitten des Bauches. Es ist immer sicher getragen und umhüllt von der schattigen räumlichen Khi des 'Nichtseinsherzens' im Brustraum, die Khi, die eigene Seelenatemkraft-empfindung, die man nun ständig automatisch unterschwellig mit dem Gehen des Atemganges mit in sich im Lebensgefühl hat. Durch das ständige Bewahren der leiblich-räumlichen Khi, harmonisch im Hintergrund dabei, ist man sozusagen durchgehend zum eleganten Souverän und zum sanften Herrn über dem eigenen Atemgang geworden. Es hat sich ein neues, natürliches gesamtleibliches Bewusstsein der geistigen Atemkraft(geistigen Seelenkraft) des Ichs entwickelt, jung, vital und stark entspringend aus der wiedererstandenen inneren Fülle. Das alles spielt sich empfindungsmäßig im Bauch- und Brustraum ab, und mehr und mehr wieder unbewusst. Alles endet so wieder in anfänglicher kindlicher Natürlichkeit. Zum andern hat sich gleichzeitig mit den immer stärker und dauerhafter werdenden Empfindungen der Khi-Seelenkraft in der Bewusstseinspräsenz automatisch auch die edle Diamant-Kristall-Empfindung des Gedankenkeimpunktes, des Himmlischen Herzens darüber im Kopf als goldener Thron und als gläserne, glänzende Spitze und Führer herrschaftlich etabliert. Dieser des jungen Wesens natürlich thronender Stirn-Leitstern der frühkindlichen Gesamtgesichtsempfindung ist nun der Herr der gesamten inneren Seelenbewegungen, unterstützt wie von zwei Ministern rechts und links zu Füßen seines Throns, nämlich von den beiden Augen. Die drücken nun volle, reiche, blutvolle Seelenkraft, Ichkraft aus. Und Reinheit. Da stimmt der Sinn. Daraus leiten sich die Bilder von der herrschenden heiligen Trinität in verschiedenen Religionen ab: von dem Gedankenkeimpunkt mit der Macht der beiden Augen. Die nun ständig gegebene Existenz dieser Trinität im Kopf bewirkt zugleich automatisch das ständige, unterbewusste Strömen der Seelenkräfte in der richtigen, rückläufigen, aufbauenden Richtung rund um den Leibmittelpunkt, dem eigenen Zentrumssitz, vorderleiblich abwärts, Rücken aufwärts. Mit diesem göttlichen inneren Führungstrio muss sich das dritte menschliche Persönlichkeits-Ich identifizieren, seine rückläufige Strömungsrichtung zu 100% unterstützen und bejahen. Das heißt die Bildung der rechten, wahren Absicht seiner Außen-Um-welt gegenüber und der ehrliche Verzicht, dem Wahn maßloser Sexlust oder Wut zu folgen. So erhält sich eine gewisse, erforderliche Eingedämmtheit und Beherrschtheit zur Bewahrung der ständigen Vollendungs-Überfülle als die tragende Potenzbasis im Bauch. Daraus kann sich denn auch das letzte, das ’Licht der Strahlung des Überselbstes’ unter der Schädeldecke bilden, das alles Leben schmilzt und weich-harmonisch aufhebt. Zeitlos strahlt es wie das Feuer eines hohen Leuchtturmes zugleich in 1o Richtungen vom der Mitte unter der Schädeldecke her nun aus. Ständige herrschende Schmelzung bzw. Schmelzfähigkeit von der höchsten Stelle des Kopfes her aber heißt dauernde Vereintheit mit sich selbst in Festigkeit und Innigkeit darin. So entsteht das, was der „unsterbliche Leib“, die ‚Scheli’, genannt wurde. Nochmals: viele Lebenselixierbeschreibungen verschiedenster Herkunft beenden gleicherweise ihre Beschreibung des Weges zur Lebensvollendung damit, dass am Ende dieses Weges die Harmonisierung der rechten Absicht, das rechte Sein, des rechten Sehens und Handelns in Bezug auf sein Umwelt stehen muss. Das sei gewissermaßen ethisch notwendig zum biologisch vollendeten Leben, so wie ein Flügel zum anderen zum Fliegen gehöre. Man muss gegen die Lust primitiver Ego-Regungen, wie Habsucht, Betrug, vor allem Sexgier und Wut, Hinterhältigkeit, Geldgier, u.ä., usw. klar gefeit sein: nur so funktioniert die göttliche Führungs-Trinität Gedankenkeimpunkt in der Mitte, beide Augen rechts und links davon, klar und fest in der urnatur-gewollten Strömungsrichtung des rechten, rückrundumläufigen Kreisens um den eigenen Leib, gesichtsabwärts und rückenaufwärts, in voller, reicher Breite und Dauer. Der Grund liegt im folgenden, nochmals, es ist sehr wichtig, zum Ende hin dieses Prinzip gründlich zu verstehen: durch dauerhafte Umhabung und Aufhebung, Bewahrung, des ’Bauch-kleins’, des Bauchgefühlskeimpunktes, entsteht ein kontinuierlicher Zustand wunderschöner Überfülle in diesem herrlichen Ursprungsleben direkt aus dem Bauch. Das heißt aber auch, dass man ständig einen frei verfügbaren Überschuß erotischer, eingedämmter Kraft, sprich sexuelle Kraft, in sich hat. Verbunden damit ist aber damit auch eine inhärente Tendenz, nun mit diesem reichen inneren Überdruck wieder dem Trieb nach draußen dreinzufolgen, sich nach außen aus-zuleben, sich vom niederen Ego reiten zu lassen. Grundlage des natürlichen, harmonischen seelischen Vollendungszustandes ist aber die dauerhafte leichte Ein-Gedämmtheit und die daraus völlig spannungsfrei ständig leicht übersprudelnde, überbordende erotische Lebensüberenergie und Bewusstseinsfülle . Die EIN-Gedämmtheit wird gleichzeitig so völlig entspannt und automatisch ganz vom Leben empfangen und absorbiert in einer Art ständigem, glücklichem Bereicherungserlebnis aus ständigem inneren Überfließens in sich zurück. Steigere ich mich nun aber wieder in die Lust des Geschlechtstriebes hinein, lasse mich wieder vom hinteren Ego reiten, und lasse im hochgesteigerten Sexorgasmus alle Seelenenergien nach außen abrauschen, so bricht diese Vollendungssituation innerer, harmonisch eingedämmter, goldener Überfülle zusammen. Sein Lebensspannkraft gebendes, wunderschönes Überströmen ohne Ende bricht ab. Stattdessen entsteht nach dem Ausflussverlust durch das übertriebene High-Erlebnis ein erschöpfter negativer innerer Schwächeraum, der innere Kraft absaugen will. Um trotzdem zur immer erforderlichen Lebensspannkraft zu kommen, muss ich nun wieder hinten auf mein Trieb-Ego fußen und mich nun egoisierend anspannen. Das hat aber wiederum zur Folge, dass der Seelenkraftleib wieder unter die alte, unterbewusste Dauergespanntheit gezwungen wird. Gespanntheit heißt zunehmende Verschließung, Seelenverschluß, neue Wände entstehen wieder überall, nun neu sich bildende Seelenkräfte geraten unter Ego-Druck, können nicht mehr völlig und völlig frei in einem selbst einmündend bereichernd rückempfangen werden usw.. Man beginnt so wieder, unter die egoisierte, gepresste Anima-Animosität und deren negativen Triebabhängigkeiten zu geraten mit einer Verkehrung oder zumindest erheblichen Störung des freien, harmonischen Energiestromes, gefestigt im rechten, zurückgerichteten Strömungssinn auf der leibesrückrundumlaufenden Bahn. Diese funktioniert nur, wenn wirklich in allen Regungen und Lebensäußerungen der Gedankenkeimpunkt mit den beiden Augen das Nichtseins-Ich des Hun-Steuersystems klar die Richtung gesichtabwärts regiert, also nur rein in Richtung zurückströmend und rückeinmündend in sich selbst. Ganz breit und überzeugt im Strom von Dauer. Ein unsicheres, unentschlossenes, halbherziges Hin und Her funktioniert hier nicht! Jede niedere Egoregung bedeutete ja einen negativen, ausbrechenden Gegenstrom-Impuls des Po-Steuersystems auf dieser Leibesumlaufbahn, Störstrom gewissermaßen. Erinnern wir uns: auf der rund um den Leib laufenden Bahn der Seelenkräfte gibt es die positive, lebensaufbauende, rückläufige Strömungsrichtung Vorderleib abwärts und Rücken aufwärts unter der „rechten“ Führung des Hun-Wesenssystem mit seinem geistigen Nichtseins-Ich einerseits. Dann andererseits die entgegengesetzte negative, lebensabbauende, auswärtsläufige Strömungsrichtung unter der „linken“ Ego-Führung des Po-Seelensteuersystems mit seinem emotionalen Ego-ichtrieben. Es muss ein einheitliches, überzeugtes Strömen in der rechten Richtung, die zugleich die Gesinnungsrichtung ist, vorherrschen. Das heißt nicht, dass man sich nicht von Zeit zu Zeit mit einer geliebten Frau orgastisch vereinigen dürfte, auch das ist voll gute Natur – aber auf das rechte Maß und auf das seelisch-geistige Niveau dabei kommt es an. Wer sich einmal wahrhaft hingibt, kann auch da nichts verlieren. Wo da die Grenzen des Guten liegen spürt dann schon jeder, der es begriffen hat. Aber jede linke, niedere, negative Egoregung stört als Gegenstrudel den ’rechten’, machtvollen, inneren positiven Kraftstrom unter dem Hun-Wesen in der rechten, zurückumläufigen Richtung in sich, aus voller Überzeugung. Darum betonen die Buddhisten das „Rechte“ im Handeln so sehr. Darum stellen die Taoisten das Vorbild des menschlich „Edlen“ so hoch und als fundamental wichtig dar für diesen Weg. Tao, „Dauh“ lautmalend ausgesprochen, ist ja dem taoistischen Yogin eine Gesamtleibesempfindung oder Selbstzustand-Empfindung so wie Ming. Während die Ming-Empfindung das Gesamtkraftmaß des Lebens, seine gesamten Umfassungswände, die leibliche Haut darum als Schwerpunkt der Empfindung in sich hat, trifft Dauh auch die machtvolle vollendete Lebenskraftbewegung und Wandlung darin, also auch ihre bewegte Wegrichtung in der ständigen nur rückrundumläufigen sich aufhebenden Wälzung und Bahn in Ewigkeit. Und ’Dauh’ ist ein Mantra. Ich sage ’Dauh’, empfinde dann meinen Gesamtleib, dann oben thronend das Führungstrio des Gedankenkeimpunktes, so etwa wie der schöne ’Logos’ in der Stirn des alten Griechengottes Appollon mit der abwärts sehenden Macht der beiden Augen. Und schon beginnt dann die ganze herrliche innere Dauh-Kraftmaschinerie-Walze sich göttlich an zu drehen und zu wandeln, zu kreisen, vorne leibabwärts, hinten rückenaufwärts. Das ewige Leben, das unvergängliche kosmische Sein hat nun auch in mir vernehmbar eingesetzt. Das ist, wortwörtlich, Leben im Tao, Dauh. „Dauh“ … Und die gewaltige, wissenschaftliche, beschreibende Begleitlektüre auf diesem Weg und zu den einzelnen Wandlungsstationen darauf ist der I Ging. So lebten es die alten chinesischen Weisen und Edlen über Jahrtausende. Immer erfolgreicher greift die Wirkung der Meditationsarbeit mit der Zeit, wenn man den Bewusstseinskeimpunkt auf den Mittelpunkt von Khi im Bauch, den Bauchgefühlskeimpunkt konzentriert. Es entwickelt sich dann alles auf das zentrale Erlebnis hin, der mystischen Urhochzeit von Dsing, dem männlichen, punktuellen Samen, Spender der Zeit, und Khi, der weiblichen räumlichen Seele.Es ist die ihrige neues Dasein, neue Bewusstseinsstärke erzeugende Vereinigung, die orgastische Rückvereinigung mit sich selbst durch den inneren Blitz des Tod/Neugeburt – Stoßes. Das ist jene Urzuckung, die nach dem kosmischen Urknall-Gesetz am Anfang vor allem neuen Sein stehen muss, auch hier beim Beginn eines zweiten neuen, eigenen Menschseins.

Wenn man aus dieser Urzuckung wieder erwacht, so ist man ein anderer. Ein  fühlbar Stück Neugeborener. Das Ich ist kleiner, leichter, feiner, kindlicher geworden in einem Wort, aber der Seelenraum Khi hat sich um ein gutes Stück gedehnt, ist weiter geworden, und selbsttragender, kann mehr aufnehmen, kann auch mehr beinhalten und tragen nun. Er kann auch mehr ertragen fortan. Nun wird der neue, erweiterte Seelenkraftkörper bei konsequenter Meditationsarbeit zusätzliche Seelensubstanz in sich  einlagern, bis er voll ist, und dann übervoll und somit unter Überladung und Spannung gerät. Dann gerät  der Bauch in den Zustand des Zeichen „Kaan“, des Abgründigen, Gefährlichen, Überspannten, Überladenen. Er kann einfach keine weiteren erotischen Energien mehr in sich aufnehmen, die man ihm weiterhin zuführt. Schließlich wird er bzw. der Seelenkraftkörper durch den Blitz des nächsten rückläufigen Orgasmus erlöst. Das wird in den altchinesischen Texten auch die Vereinigung von Li und Kaan genannt. So ist durch weitere Dehnung um ein zusätzliches Stück wieder neuer aufnahmefähigerer Seelenkraftraum geschaffen. Die Neugeburt der Seele eines verbrauchten, älteren Menschen geschieht also in Sprüngen, weshalb ähnlich wie bei der Entstehung der Urmaterie auch im seelischen Bereich von einem Quantensprung gesprochen werden kann. 

Etwas anders betrachtet dringt auf diese Weise so Dsing, der Same, das Wesen, die Zeit, das Bewusstsein immer mehr in den Mittelpunkt der Khi, sozusagen der mütterlichen Bauchseelenkraft, den Raum späterer materieller Verwirklichung hinein. Schenkt ihm ewige, erfüllte Dauer, so wie nach dem Urknall die ganze zusammengeballte Elektrizität den gesamten Weltraum erfüllt. - Der Endzustand dieser Wachstums- und Weitungsentwicklung der Seele in vielen, vielen Orgasmussprüngen ist dann, dass ein anfangs kaum spürbares, kaum fassbares, definierbares „Etwas“, einfach ein „Gering“, aber selbstständig und von sich selbst tragender zeitloser Dauer, im Bauch entsteht. Eine neue kleine Bewusstseinsberge, ein kleiner kaum wahrnehmbarer schöner Hort von Bewusstsein, das einfach weilt, genau im Bauchgefühlskeimpunkt. Es ist der Ort der nirgends ist, da überall, und er ist die letzte, wahre, zeitlose Heimat. Das spürt man sofort. Es ist eigentlich sehr einfach und wenig, kaum wahrnehmbar, aber wunschfrei schön. Diese letzte Phase der Meditationsarbeit des Pfades der Unsterblichen, in den alten Texten genannt die Reise ins Weite, ist eben einfach restlos schön und frei und lebensnatürlich. Das Ziel der Entstehung des kleinen kindlichen Bauchbewusstseins mit unerschöpflicher Lebendigkeit, ist DAS ELIXIER. Aber nur allmählich nähert sich der den Weg Gehende dem letzten Gipfel des Vollendungszustandes an, und kann diesen dann nur kurze Zeit halten. Auf je höherem Seelensubstanzniveau er aber mit Wiederauffüllung seines Seelenkraftkörpers zurückgelangt ist, um so leichter ist es für ihn, wenn immer er will, diesen Gipfel zu erreichen und länger dort zu wohnen. Vergessen wir nicht, das Vollendungsgefühl geht nicht aus dem Kopf sondern aus dem Bauch hervor. Dort entsteht allmählich, was in den alten Texten ’die Geburt des Kindes im Mutterschoß’ genannt wird. Oder es steht geschrieben, dass erst der Same Dsing in die Seelensubstanz Khi eindringen muss. Dann umhüllt und umschließt die Khi den Dsing allseitig, so dass er nicht entweichen und sich verflüchtigen kann, so dass er sich an diesem einen Ort des Bauchgefühlskeimpunktes in Frieden einigt, weitet und dehnt, ausdehnt zu einem kleinen, aber sich selbst dauerhaft tragenden Sein und Bewusstsein, das permanent und subtilst Harmonie ausströmt und Realität, fast unmerklich. Man ist aber so automatisch immer mitten drinnen in dieser letztlich kosmisch weiten, grenzenlosen, zentralen Weltursprungsrealität. Das tut gut. Man hat einen unübertreffbaren Stand der persönlichen Sicherheit und Perspektive nun auch gegenüber der ganzen Umwelt. Was könnte einen nun noch im Alltag erschüttern? Der Mensch hat also dann am Ende wieder „zwei Bewusstseine“ von beständiger Dauer, unabhängig von seinem Willen und von ihm selbst nur halb oder kaum merklich wahrgenommen. Zum einen das stehende Stirnfrontbewusstsein des Gedankenkeimpunktes, zum andern nun wieder auch eine Art subtiles, dauerndes Seinsgefühl in der unteren Vorderbauchgegend, das er ursprünglich auch als Kleinkind hatte, ohne sich zu der Zeit dessen explizit bewusst zu werden. Er verlor es beim Älterwerden und dem Anwachsen des Ego-Ichs allmählich, so dass die Teilung in Seele und Wesen einsetzte, in Ich und Selbst, das Auseinanderdriften der Pole des Schattigen und Hellen in das räumliche, zweipolige Spannungsfeld der Erwachsenenseele. So verlor er das Paradies kleinster eigener Einheit in sich schon früh, verlor das Glück. Diesen frühkindlichen Bauchwesensschatz mit der eigenen Khi-Seelenkraft zu umhüllen und zu bewahren bringt einen dann automatisch in die Integrität des eigenen, rein spontanen, natürlichen Gesamtselbstes zurück, so dass man wieder ganz natürlich als der gute, weise Gesamtbeherrscher und Zusammenhalter in seiner gesamtleiblichen Lebenswohnung weilen kann. Wir wissen, dass die Bewussthaltung des Atemgehens mit Auge-und-Ohr-Begleitung die Bewusstseinsgegenwärtigkeit dauerhaft existent hält. Das war das Ziel Buddhas und gab ihm seinen Namen. In diesem Vollendungszustand mit dem frühkindlichen Urschatz eines unterschwellig stets nun auch mitbewussten kleinen Wesens im Bauchmittelpunkt wird das Festhalten dieser Vollendungsharmonie schließlich zu einer natürlich sich selbst tragender Dauer, geschafft durch Verbindung des Atemganges mit dem Bauchmittelpunkt, dem Bauchgefühlskeimpunkt, aus dem er eigentlich entspringt. Alles dreht sich in den alten chinesischen Schriften hierzu immer wieder nur um das Kernerlebnis der mystischen Hochzeit, der mystischen Vereinigung des Zeugenden und Empfangenden im eigenen Bauch, der Vereinigung von Sonne und Mond, vom puer aeternus mit der ewigen mütterlichen Braut, oder, wie es in der Symbolsprache der alten chinesischen Texte heißt, die Verbindung des Samen und des Lichten von Li und Kaan. Dabei umschreibt Li das himmlische Prinzip des Zeugenden, Brennenden, Lichten. Kaan ist das Männliche, aus dem das erdhafte Prinzip des Mütterlich Empfangenden, Tief-Abgründigen, Irdisch-Wasserhaften-Übervollen kommt, gefährlich, da an der Grenze des Erträglichen. Hier in der Bauchregion, wo alle Entstehen und Vergehen stattfindet, erlebt der Meditierende eine ganz anders geartete Vorwelt und Unterwelt des Lebens, in der alle Wunder des Tao-Dauh-Verdauens, Ver“dauh“ens sich wandeln, wo Ur-Gegensätze, wie das Männliche und das Weibliche, einem plötzlich wunderbar widerspruchslos identisch erscheinen, ohne dass man sagen könnte, warum ... Der Himmel erscheint auf einmal rein mütterlich, die Erde mächtig, zeugend, potent, väterlich. Was ist hier noch wo – wer ist hier noch was...alles dreht sich in einem wunderbaren, überall unsichtbaren Aufblitzen des Ur-geschehens der seelischen Galaxien-Geburten --- Li wird zu Kan – und Kan zu Li, engst in tödlicher, neues Leben gebärender Liebe umschlungen, so wie Yin und Yang, Magnetismus und Elektrizität nie voneinander lassen werden... Der Endzustand dieses Weges des „Pfades der Unsterblichen“ wird im „Geheimnis der goldenen Blüte“ (Herausgeber Richard Wilhelm) vom Philosophen Lüdungbin, einem der acht chinesischen Volksheiligen, wie folgt beschrieben: „Die Goldblume (die dauerhafte Empfindung einer schönen wie machtvollen Goldblume, Goldkugel im Bauchinnenraum unten) ist am Ende das Lebenselixier. Die Goldblume ist generell das Lichte (das nunmehr restlos lichte Lebensgefühl, Leibesgefühl, und unveränderlich feste Dauer darin). Alle Wandlungen des geistigen Bewusstseins (und des Gemütes) hängen vom Herzen (Ursprung unten im Bauch, im Bauch-gefühlskeimpunkt) ab. Hier gibt es ein verborgenes, geheimes Zauberndes, unentwegt erneut das Wunder des Neugeboren-werden machend, eben jenen vielzitierten ’quellenden, perlenden Urgrund’. Dieses, obwohl es genau stimmt und präzise funktioniert, ist dennoch so fein-subtil fließend urausströmend und so immer von sich aus reich neu-ausschüttend, dass es zu seiner letztlichen dauerhaften Erfassung äußerste intuitive Intelligenz und Klarheit und immer auch eine gewisse Vertiefung in sich und Ruhe bedarf.“ So weit in freier Interpretation die Beschreibung des Lü Dung Bin. Sie zeigt, dass das Schöne dieses letztlichen Abschlusszustandes eben auch die Empfindung des … usw... Ende Buchausschnitt

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