Zahlentheorie (Osnabrück 2008)/Liegengelassene Aufgaben
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Dies sind die liegengelassenen und sitzengebliebenen Aufgaben. Sie sind einen ersten oder zweiten Versuch wert und können nachgereicht werden.
Aufgabe 2.7 (6 Punkte)
Sei R ein Integritätsbereich. Betrachte die beiden folgenden Bedingungen:
(1) Es gibt ein Primelement
mit der Eigenschaft, dass sich jedes Element
,
, eindeutig darstellen lässt als f = upi mit einer Einheit u und
.
(2) R ist ein euklidischer Bereich mit einer surjektiven euklidischen Funktion
, die zusätzlich die beiden folgenden Eigenschaften erfüllt.
- (a) Es gilt δ(fg) = δ(f) + δ(g) für alle
.
- (b) Es gilt f genau dann, wenn
für alle
.
Aufgabe 3.6 (4+ Punkte)
Die Beschreibungsseite des folgenden Bildes behauptet, etwas mit dem euklidischen Algorithmus zu tun zu haben. Erläutere dies. Welche Eigenschaften des euklidischen Algorithmus sind in dem Bild sichtbar? Beweise diese Eigenschaften des Algorithmus.
Aufgabe 4.8 (4 Punkte)
Sei p eine Primzahl und sei f(x) ein Polynom mit Koeffizienten in
vom Grad
. Zeige, dass es ein Polynom g(x) mit einem Grad < p gibt derart, dass für alle Elemente
die Gleichheit
Aufgabe 5.10 (4 Punkte)
Sei n eine natürliche Zahl. Charakterisiere diejenigen Teiler k von n mit der Eigenschaft, dass für den kanonischen Ringhomomorphismus
eine Einheit ist genau dann, wenn
in
eine Einheit ist.Aufgabe 5.12 (3 Punkte)
Sei
. Betrachte die beiden Unterringe
Aufgabe 5.13 (160 Punkte)
Dieses Problem findet sich in den DMV-Mitteilungen (Jahrgang 16, Heft 1, 2008). Für eine richtige Lösung (also Beweis oder Gegenbeispiel) ist von den Autoren, Andreas Loos (Otto-von-Guericke Universität Magdeburg) und Dierk Schleicher (Jacobs University Bremen) ein Preisgeld von 1000 Pfund (so steht es im Text) ausgesetzt.
Für positive ganze Zahlen n betrachten wir folgenden Algorithmus.
- Wenn n gerade ist, so ersetze n durch die Hälfte.
- Wenn n ungerade ist, so multipliziere n mit 3 und addiere dann 1 dazu.
Aufgabe 6.5 (7 Punkte)
a) Sei K ein Körper. Zeige, dass die Einheitengruppe von K nicht zyklisch unendlich ist.
b) Sei R ein kommutativer Ring, dessen Charakteristik nicht zwei ist. Zeige, dass die Einheitengruppe von R nicht zyklisch unendlich ist.
c) Beschreibe einen kommutativen Ring, dessen Einheitengruppe zyklisch unendlich ist.
Aufgabe 6.6 (3 Punkte)
Sei p eine Primzahl und
. Zeige, dass das Potenzieren
Aufgabe 8.7 (4 Punkte)
Zeige, dass im Restklassenring
die Äquivalenz gilt, dass zwei Elemente a,b genau dann assoziiert sind, wenn (a) = (b) ist.
Finde eine Charakterisierung für diese Äquivalenzrelation, die auf den Primfaktorzerlegungen von n,a und b aufbaut.
Die folgende Aufgabe setzt eine gewisse Routine im Umgang mit kommutativen Ringen voraus.
Aufgabe 8.8 (4 Punkte)
Gebe ein Beispiel von zwei Elementen a und b eines kommutativen Ringes derart, dass (a) = (b) ist, dass aber a und b nicht assoziiert sind.
Aufgabe 8.11 (3 Punkte)
Betrachte die Menge G der positiven geraden Zahlen zusammen mit 1. Zeige, dass G ein kommutatives Monoid ist. Bestimme die irreduziblen Elemente und die Primelemente von G. Zeige, dass in G jedes Element Produkt von irreduziblen Elementen ist, aber keine eindeutige Primfaktorzerlegung in G gilt.
Aufgabe 11.8 (3 Punkte)
Bestimme die Zerlegung von Xp − 1 − 1 in irreduzible Polynome im Polynomring
. Beweise aus dieser Zerlegung erneut den [[Restklassenkörper von Z/Wilson/Fakt mit Beweisklappe|]].
Aufgabe 11.10 (3 Punkte)
Sei p eine Primzahl mit
und sei p = x2 + y2 eine Darstellung als Summe von zwei Quadraten,
. Sei k ein ungerader Teiler von x. Dann ist k ein Quadratrest modulo p.
Aufgabe 11.12 (4 Punkte)
Beschreibe die nilpotenten Elemente von
und die Reduktion von
.
Aufgabe 11.14 (6 Punkte)
Sei R ein kommutativer Ring. Zeige, dass die Menge der nilpotenten Elemente in R ein Ideal bilden (dieses nennt man das Nilradikal von R.
Zeige ferner, dass zu einem nilpotenten Element
das Element 1 + f eine Einheit ist.
Bestimme in
die nilpotenten Elemente und zeige, dass die Zuordnung
ein Gruppenisomorphismus zwischen dem Ideal der nilpotenten Elementen und einer gewissen Untergruppe U der Einheitengruppe
ist.
Beschreibe die Einheitengruppe als direktes Produkt von U mit einer weiteren Untergruppe.
Aufgabe 12.8 (2 Punkte)
Betrachte die Quadratrestgruppe
die Untergruppe der Quadrate bezeichne. Zeige, dass es zu jeder Restklasse
einen Repräsentanten aus
gibt.Aufgabe 12.8 (3 Punkte)
Finde die kleinste Primzahl p derart, dass es in
ein Element a gibt, das weder primitiv noch ein Quadrat noch = − 1 ist.
Aufgabe 15.6 (2 Punkte)
Sei K ein endlicher Körper und
eine endliche Körpererweiterung. Zeige direkt, dass für diese Körpererweiterung der Satz vom primitiven Element gilt.
Aufgabe 15.7 (4 Punkte)
Sei K ein Körper und sei
ein Polynom vom Grad n. Zeige, dass die folgenden Aussagen äquivalent sind:
- F und die (formale) Ableitung F' sind teilerfremd.
- F und die (formale) Ableitung F' erzeugen das Einheitsideal.
- F besitzt in keinem Erweiterungskörper
mehrfache Nullstellen. - Es gibt einen Erweiterungskörper
, so dass F als Polynom in L[X] in n verschiedene Linearfaktoren zerfällt.
Aufgabe 15.8 (3 Punkte)
Sei K ein Körper und sei
ein irreduzibles Polynom. Gebe eine einfache Charakterisierung dafür, dass F separabel ist.
Zeige, dass in Charakteristik null jedes irreduzible Polynom separabel ist.
Gebe ein Beispiel, dass das in positiver Charakteristik nicht immer stimmen muss.
Aufgabe 16.3 (3 Punkte)
Sei (G, + ,0) eine kommutative Gruppe. Sei
Aufgabe 16.4 (3 Punkte)
Sei (M, + ,0) eine kommutative Gruppe und sei
der zugehörige Endomorphismenring. Sei R ein kommutativer Ring. Zeige, dass eine R-Modulstruktur auf M äquivalent ist zu einem Ringhomomorphismus
.
Aufgabe 16.5 (3 Punkte)
Betrachte die rationalen Zahlen
als kommutative Gruppe. Zeige, dass sie nicht endlich erzeugt ist.
Aufgabe 16.9 (3 Punkte)
Seien R ein kommutativer Ring und sei
ein Ideal in R. Zeige:
ist ein maximales Ideal genau dann, wenn es zu jedem
,
, ein
und ein
gibt mit rg + f = 1.
Zeige (ohne Betrachtung von Restklassenringen), dass ein maximales Ideal ein Primideal ist.
Aufgabe 16.10 (3 Punkte)
Sei R ein kommutativer Ring und sei
ein Ideal mit dem Restklassenring
. Zeige, dass die Ideale von S eindeutig denjenigen Idealen von R entsprechen, die
umfassen.
Aufgabe 16.11 (2 Punkte)
Zeige, dass jeder Restklassenring eines Hauptidealringes selbst wieder ein Hauptidealring ist. Man gebe ein Beispiel, dass ein Restklassenring eines Hauptidealbereiches kein Hauptidealbereich sein muss.
Aufgabe 17.1 (4 Punkte)
Zeige, dass für natürliche Zahlen
und
die Zahl an − bn nicht ein Teiler von an + bn ist.
Aufgabe 17.3 (5 Punkte)
Seien R,S,T kommutative Ringe und seien
und
Ringhomomorphismen derart, dass S ganz über R und T ganz über S ist. Zeige, dass dann auch T ganz über R ist.
Aufgabe 17.5 (2 Punkte)
Sei R ein Integritätsbereich. Sei angenommen, dass die Normalisierung von R gleich dem Quotientenkörper Q(R) ist. Zeige, dass dann R selbst schon ein Körper ist.
Aufgabe 17.8 (5 Punkte)
Sei R ein normaler Integritätsbereich und
. Es sei vorausgesetzt, dass a keine Quadratwurzel in R besitzt. Zeige, dass das Polynom X2 − a prim in R[X] ist. Tipp: Verwende den Quotientenkörper Q(R). Warnung: prim muss hier nicht äquivalent zu irreduzibel sein.
Aufgabe 17.9 (5 Punkte)
Sei K ein Körper und betrachte den Restklassenring
Aufgabe 18.4 (2 Punkte)
Sei R ein normaler Integritätsbereich und
eine ganze Ringerweiterung. Sei
. Zeige, dass für das von f erzeugte Hauptideal gilt:
Aufgabe 18.6 (5 Punkte)
Sei p eine Primzahl und betrachte die Körpererweiterung
ein Element davon mit
. Berechne das Minimalpolynom von f und gebe die Koeffizienten davon explizit an. Bestimme insbesondere die Norm und die Spur von f.
Welche Bedingungen an a,b,c ergeben sich aus der Voraussetzung, dass f ganz über
ist?
Aufgabe 18.8 (4 Punkte)
Sei R ein Dedekindbereich und seien
und
zwei verschiedene Primideale. Dann ist
Aufgabe 18.9 (2 Punkte)
Gebe ein Beispiel für einen Dedekindbereich, wo jeder Restklassenring
unendlich ist, und für einen Dedekindbereich, der einen Körper enthält und wo alle echten Restklassenringe endlich sind.
Aufgabe 19.2 (2 Punkte)
Sei R ein Zahlbereich und sei
eine
-Basis von R. Zeige, dass dann der Betrag der Diskriminante
Aufgabe 19.3 (3 Punkte)
Sei R ein Zahlbereich und sei
eine
-Basis von R mit Diskriminante
. Zeige, dass
eine
-Basis des Hauptideals (h) bildet und dass gilt:
Aufgabe 19.5 (3 Punkte)
Finde möglichst viele (nicht isomorphe) kommutative Ringe mit vier Elementen. Beweise, dass die Liste vollständig ist.
Aufgabe 19.9 (4 Punkte)
Sei p eine Primzahl und
. Zeige:
ist ein Unterkörper von
genau dann, wenn e ein Vielfaches von d ist.
Aufgabe 19.10 (5 Punkte)
Sei K ein Körper und
eine Ringerweiterung vom Grad drei. Klassifiziere die möglichen Typen von L, ähnlich wie in [[Quadratische Ringerweiterung von Körper/Klassifikation/Fakt|]].
Aufgabe 20.2 (2 Punkte)
Sei q eine echte Primzahlpotenz und
der zugehörige endliche Körper. Zeige, dass in
jedes Element aus
ein Quadrat ist.
Aufgabe 20.3 (2 Punkte)
Bestimme den (Isomorphietyp des) Ganzheitsringes der quadratischen Körpererweiterung
Aufgabe 20.4 (5 Punkte)
Sei D eine quadratfreie Zahl und betrachte die quadratische Erweiterung
. Es sei p ein Primfaktor von D mit Exponent 1 und es sei vorausgesetzt, dass weder p noch − p ein Quadratrest modulo D / p ist. Dann ist p irreduzibel in
, aber nicht prim.
Aufgabe 20.7 (2 Punkte)
Finde ein quadratfreies D derart, dass die natürliche Inklusion
die Eigenschaft besitzt, dass es zwei verschiedene Primideale
und
in AD gibt, die beide über dem gleichen Primideal
liegen. Was ist
?
Aufgabe 20.8 (2 Punkte)
Bestimme für die quadratischen Ganzheitsringe AD mit negativem D sämtliche Einheiten.
Aufgabe 21.1 (3 Punkte)
Sei H eine (additive) Untergruppe der reellen Zahlen
. Zeige, dass entweder
mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen reellen Zahl a ist, oder aber H dicht in
ist.
Aufgabe 21.2 (2 Punkte)
Sei p eine Primzahl und betrachte die quadratische Erweiterung
. Zeige, dass dies eine dichte Untergruppe der reellen Zahlen ist.
Aufgabe 21.6 (2 Punkte)
Sei
der quadratische Zahlbereich zu D = − 10. Zeige, dass das Ideal
ein Hauptideal ist und gebe einen Erzeuger an.
Aufgabe 21.7 (3 Punkte)
Sei R ein Zahlbereich. Zeige unter Verwendung der Norm, dass jedes Element
,
, eine Faktorisierung in irreduzible Elemente besitzt.
Aufgabe 21.11 (6 Punkte)
Eine (Fußball-)Spielgruppe bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft besteht aus vier Mannschaften, und jede spielt gegen jede. Ein Spiel kann unentschieden oder mit einem Sieg für eine der beiden Mannschaften enden. Wir interessieren uns für die diskrete Struktur einer Spielgruppe, die man durch einen Graphen beschreiben kann, wobei man einen Sieg von A über B durch einen Pfeil von A nach B (und ein Unentschieden durch keine Verbindung) ausdrücken kann.
Definiere einen Isomorphiebegriff für Spielgruppen und klassifiziere die Spielgruppen entlang geeigneter numerischer Invarianten. Wie viele Spielgruppen gibt es? Aus welchen Isomorphietypen lässt sich die Tabellenordnung ableiten, aus welchen nicht?


![R=\Z[\sqrt{-3}] \subset \Z[\omega] =S \,](http://upload.wikimedia.org/math/a/4/3/a4356689998a460f2c9866f3264017be.png)



![R=K[X,Y]/(X^2-Y^3) \, .](http://upload.wikimedia.org/math/7/d/a/7da0c270caaf96047d91771110cce25e.png)

![\mathbb Q \subset L={\mathbb Q}[X]/(X^3-p) \,](http://upload.wikimedia.org/math/6/e/4/6e432b694962afcf1f9904a7aeeb345c.png)




![{\mathbb Q} \subset {\mathbb Q} [X]/(X^2+ \frac{3}{2}X - \frac{5}{7}) \, .](http://upload.wikimedia.org/math/e/e/9/ee9f3dad21d3eca65112fd751e2988fa.png)
![\Z[\sqrt{D}] \subseteq A_D](http://upload.wikimedia.org/math/4/f/4/4f482f7aa45ea9e047d989cc59c42c5a.png)