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Diskreter Bewertungsring/Zahlbereich/Lokal/Einführung/Textabschnitt

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Ein diskreter Bewertungsring ist ein Hauptidealbereich mit der Eigenschaft, dass es bis auf Assoziiertheit genau ein Primelement in gibt.

Wir wollen zeigen, dass zu einem Zahlbereich die Lokalisierung an einem jeden Primideal ein diskreter Bewertungsring ist.


Ein diskreter Bewertungsring ist

ein lokaler, noetherscher Hauptidealbereich mit genau zwei Primidealen, nämlich und dem maximalen Ideal .

Ein diskreter Bewertungsring ist kein Körper. In einem Hauptidealbereich, der kein Körper ist, wird jedes maximale Ideal von einen Primelement erzeugt, und die Primerzeuger zu verschiedenen maximalen Idealen können nicht assoziiert sein. Also gibt es genau ein maximales Ideal. Nach Fakt ist ein Hauptidealbereich insbesondere ein Dedekindbereich, sodass es als weiteres Primideal nur noch das Nullideal gibt.



Zu einem Element , in einem diskreten Bewertungsring mit Primelement heißt die Zahl    mit der Eigenschaft  ,  wobei eine Einheit bezeichnet, die Ordnung von . Sie wird mit bezeichnet.

Die Ordnung ist also nichts anderes als der Exponent zum (bis auf Assoziiertheit) einzigen Primelement in der Primfaktorzerlegung. Sie hat folgende Eigenschaften.


Es sei ein diskreter Bewertungsring mit maximalem Ideal  

Dann hat die Ordnung

folgende Eigenschaften.

  1.  
  2.  
  3. Es ist    genau dann, wenn    ist.
  4. Es ist    genau dann, wenn    ist.

Beweis

Siehe Aufgabe.


Wir wollen eine wichtige Charakterisierung für diskrete Bewertungsringe beweisen, die insbesondere beinhaltet, dass ein normaler lokaler Integritätsbereich mit genau zwei Primidealen bereits ein diskreter Bewertungsring ist. Dazu benötigen wir einige Vorbereitungen.


Es sei ein kommutativer Ring und sei    nicht nilpotent.

Dann gibt es ein Primideal in mit  

Wir betrachten die Menge der Ideale

Diese Menge ist nicht leer, da sie das Nullideal enthält. Ferner ist sie induktiv geordnet (bezüglich der Inklusion). Ist nämlich , , eine total geordnete Teilmenge von , so ist deren Vereinigung ebenfalls ein Ideal, das keine Potenz von enthält. Nach dem Lemma von Zorn gibt es daher maximale Elemente in .

Wir behaupten, dass ein solches maximales Element ein Primideal ist. Es sei dazu    und  ,  und sei    angenommen. Dann hat man echte Inklusionen

Wegen der Maximalität können die beiden Ideale rechts nicht zu gehören, und das bedeutet, dass es Exponenten    mit

gibt. Dann ergibt sich der Widerspruch



Es sei ein noetherscher lokaler kommutativer Ring. Es sei vorausgesetzt, dass das maximale Ideal das einzige Primideal von ist.

Dann gibt es einen Exponenten    mit

Wir behaupten zunächst, dass jedes Element in eine Einheit oder nilpotent ist. Es sei hierzu    keine Einheit. Dann ist  .  Angenommen, ist nicht nilpotent. Dann gibt es nach Fakt ein Primideal in mit  .  Damit ergibt sich der Widerspruch  

Es ist also jedes Element im maximalen Ideal nilpotent. Insbesondere gibt es für ein endliches Erzeugendensystem von eine natürliche Zahl mit für alle . Sei  .  Dann ist ein beliebiges Element aus von der Gestalt

Ausmultiplizieren ergibt eine Linearkombination mit Monomen und , sodass ein mit einem Exponenten    vorkommt. Daher ist das Produkt .



Es sei ein noetherscher lokaler Integritätsbereich mit der Eigenschaft, dass es genau zwei Primideale    gibt. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. ist ein diskreter Bewertungsring.
  2. ist ein Hauptidealbereich.
  3. ist faktoriell.
  4. ist normal.
  5. ist ein Hauptideal.

folgt direkt aus der Definition.

folgt aus Fakt.

folgt aus Fakt.

. Es sei , . Dann ist ein noetherscher lokaler Ring mit nur einem Primideal (nämlich ). Daher gibt es nach Fakt ein    mit  .  Zurückübersetzt nach heißt das, dass    gilt. Wir wählen minimal mit den Eigenschaften

Wähle mit und betrachte

(es ist ). Das Inverse, also  ,  gehört nicht zu , sonst wäre  .  Da nach Voraussetzung normal ist, ist auch nicht ganz über . Nach dem Modulkriterium Fakt für die Ganzheit gilt insbesondere für das maximale Ideal    die Beziehung

ist. Nach Wahl von ist aber auch

Daher ist ein Ideal in , das nicht im maximalen Ideal enthalten ist. Also ist  .  Das heißt einerseits    und andererseits gilt für ein beliebiges    die Beziehung  ,  also  ,  also    und somit  

. Sei  .  Dann ist ein Primelement und zwar bis auf Assoziiertheit das einzige. Es sei , keine Einheit. Dann ist    und daher  .  Dann ist eine Einheit oder  .  Im zweiten Fall ist wieder    und  

Wir behaupten, dass man    mit einem    und einer Einheit schreiben kann. Andernfalls könnte man    mit beliebig großem schreiben. Nach Fakt gibt es ein    mit  .  Bei    ergibt sich    und der Widerspruch  

Es lässt sich also jede Nichteinheit als Produkt einer Potenz des Primelements mit einer Einheit schreiben. Insbesondere ist faktoriell. Für ein beliebiges Ideal    ist    mit Einheiten . Dann sieht man leicht, dass    ist mit  



Es sei ein Dedekindbereich und sei ein maximales Ideal in .

Dann ist die Lokalisierung

ein diskreter Bewertungsring.

Die Lokalisierung ist lokal nach Fakt, sodass es lediglich die beiden Primideale und gibt. Ferner ist noethersch. Da normal ist, ist nach Fakt auch die Lokalisierung normal. Wegen Fakt ist ein diskreter Bewertungsring.


Fakt besagt in Verbindung mit Fakt, dass wenn man bei einem Dedekindbereich und spezieller einem Zahlbereich zur Lokalisierung an einem maximalen Ideal übergeht, dass dort die eindeutige Primfaktorzerlegung gilt.




Es sei ein Dedekindbereich.

Dann ist der Durchschnitt von diskreten Bewertungsringen.

Nach Fakt ist

wobei durch alle maximalen Ideale von läuft. Nach Fakt sind die beteiligten Lokalisierungen allesamt diskrete Bewertungsringe.