Diese Lerneinheit betrachtet den Zusammenhang zwischen der
-Konvexität einer kreisförmigen Nullumgebung und der Gültigkeit der Dreiecksungleichung.
Dabei wird der zugehörige Beweis ohne Verwendung der Trennungseigenschaften in einem topologischen Vektorraum geführt.
Die Dreiecksungleichung ist eine Eigenschaft von Normen und
-Normen bzw. Halbnormen und p-Halbnormen. Die Konvexität bzw. p-Konvexität liefern diese Eigenschaft für die zugeörigen Mengen.
Dreiecksungleichung als Eigenschaft einer p-Norm bzw. p-Halbnorm
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Eine
-Norm auf einem
-Vektorraum
ist eine Funktion
, die die folgenden Eigenschaften erfüllt:
- (PN1)
für alle
und
genau dann, wenn
der Nullvektor ist (d.h.
).
- (PN2)
für alle
und
.
- (PN3)
für alle
(Dreieckungleichung).
Gilt (PN1) nicht, so nennt
p-Halbnorm. (PN3) ist die Eigenschaft, die in dieser Lerneinheit genauer untersucht wird.
Mit der Eigenschaft (PN1) kann man die Punkte im Vektorraum trennen und mit der
-Norm messen, dass zwei Punkte/Vektoren
verschieden sind, denn:

In einem topologischen Vektorraum gibt es immer eine Nullumgebungsbasis aus kreisförmigen Mengen. Die Kreisförmigkeit der Nullumgebung liefert zusätzlich zum folgenden Lemma auch die absolute
-Homogenität des Minkowski-Funktionals (PN2). Für einen lokalbeschränkten topologischen Vektorraum
Lemma - Dreiecksungleichung und p-Konvexität
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Sei
ein topologischer Vektorraum mit Topologie
und
eine absolut
-konvexe Nullumgebung und
das zugehörige Minkowski-Funktional, dann erfüllt das
-Gaugefunktional
mit
für alle
die Dreiecksungleichung für alle
:

Um zu zeigen, dass die Dreieckungleichung für das Minkowski-Funktional
gilt, wenn die Menge
des Minkowski-Funktionals p-konvex ist, müssen wir einige grundlegende Definitionen und Eigenschaften von p-konvexen Mengen und p-Normen betrachten.
Eine Menge
in einem Vektorraum
heißt p-konvex für ein
, wenn für alle
und alle
mit
gilt, dass
. Da der Nullvektor
enthalten ist, gilt auch für alle
, dass mit
auch
erfüllt ist. Wählt man
, dann liefert die Gleichung
auch
.
Beweisschritt 2 - Minkowski-Funktional und p-Gaugefunktional
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Das Minkowski-Funktional
einer Menge
ist definiert durch

Mit dem Minkowski-Funktional
definiert man das
-homogene
-Gaugefunktional wie folgt:

Beweisschritt 3 - Wohldefiniertheit des Minkowski-Funktionals
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Das Minkowski-Funktional gibt die größste untere Schranke von positiven reellen Zahlen
an, mit der eine mit
"aufgeblasene" Nullumgebung
gerade noch ein
einfängt. Da Nullumgebungen in einem topologischen Vektorraum auch absorbierend sind, ist das folgende Minkowski-Funktional wohldefiniert.

Ferner gilt
genau dann, wenn
gilt.
Beweisschritt 4 - Eigenschaft der Dreiecksungleichung
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Sei
eine p-konvexe Menge und
das Minkowski-Funktional von
. Man muss nun zeigen, dass die Dreiecksungleichung für
gilt.
Beweisschritt 5 - p-Konvexität der Nullumgebung und Kreisförmigkeit
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Da
p-konvex ist, gilt für alle
und alle
mit
, dass
. Wenn
auch kreisförmig ist, gilt auch für alle
mit
, dass mit
auch
erfüllt ist. Insgesamt erhält man damit auch:

Diese Implikation verbindet die Kreisförmigkeit und p-Konvexität in einer Implikation.
Man muss nun zeigen, dass für alle
gilt:

Da das Minkowski-Funktional als Infimum definiert ist und eine Infimum nicht notwendigerweise auch angenommen wird, muss man in den folgenden Beweisschritten die Argumentation mit einem
umsetzen, damit die Elementbeziehung
und
auch erfüllt ist.
Beweisschritt 7 - Verwendung der absoluten p-Konvexität
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Seien
und
. Dann werden
so gewählt, dass
gilt. Insbesondere erhält man damit auch, dass
und
gilt. Darüber hinaus gilt damit auch
und
. Mit der Definition des Minkowski-Funktionals. der Kreisförmigkeit von
und der
-Konvexität von
liefert die folgende Elementbeziehung:

Beweisschritt 8 - Wahl der Skalare für die absolute p-Konvexität
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Mit
gilt auch
, weil
für die Eigenschaft des Minkowski-Funktionals gewählt wurde. Man definiert nun
und
wie folgt:

Damit hat man
so gewählt, dass
und mit der
-Konvexität von
auch
gilt.
Beweisschritt 9 - p-Konvexkombination der Elemente
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Da
nach Voraussetzung absolut
-konvex und
ist, gilt für
:

Weil das Minkowski-Funktional als Infimum gebildet wird, gilt damit:

Analog zum Topologisierungslemma erhält man in Bezug auf die Stetigkeit der Addition vor.
Beweisschritt 10 - Abschätzung des Minkowski-Funktionals
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Man betrachtet nun
und analysiert, in welcher Menge
in Bezug auf
enthalten ist. Dabei wird die
-Konvexität mit
verwendet.

Weil das Minkowski-Funktional als Infimum gebildet wird, gilt damit
.
Beweisschritt 11 - Homogenität des Minkowski-Funktionals
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Da die Menge
kreisförmig ist, ist das zugehörige Minkowski-Funktional homogen und es gilt:

Mit der Definition
gilt
bzw.
.
Beweisschritt 12 - Einsetzen der Konstante
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Da die Konstante
als
definiert war, erhält man durch Einsetzen in Beweisschritt 11 die folgende Ungleichung
:

Da
beliebig gewählt worden war, gilt auch die Ungleichung:

Also gilt die Dreiecksungleichung für das
-Gaugefunktional
, über das Minkowski-Funktional der absolut
-konvexen Menge
definiert wurde.
Beweisschritt 11 - Minkowski-Funktionals und p-Gaugefunktional
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Weil das Minkowski-Funktional als Infimum gebildet wird, gilt mit
:

Beweisschritt 12 - Minkowski-Funktionals und p-Gaugefunktional
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Damit wurdegezeigt, dass die Dreieckungleichung für das Minkowski-Funktional
gilt, wenn die Menge
-konvex ist. Die
-Konvexität von
garantiert, dass ein
-Konvexkombination von Elementen in
ebenfalls in
liegt, was die Dreieckungleichung ermöglicht.