Wir überlegen uns, wie die üblichen Verknüpfungen auf den natürlichen Zahlen, die Addition und die Multiplikation, mit mengentheoretischen Verknüpfungen von endlichen Mengen zusammenhängen. Man kann sich darüber streiten, was man als Definition für diese Verknüpfungen nimmt und was dann eine zu beweisende Aussage ist. Für eine axiomatische Behandlung ist es insgesamt vorteilhaft, diese Verknüpfungen auf die Nachfolgerabbildung zurückzuführen und induktiv zu begründen, siehe dazu den Anhang. Die Summe ist in diesem Zugang als der -te Nachfolger von definiert, das Produkt als die -fache Summe von mit sich selbst. Die inhaltliche Bedeutung dieser Verknüpfungen wird in den folgenden Aussagen beschrieben.
ebenfalls bijektiv. Wir definieren nun eine Abbildung
durch
Diese Abbildung ist
surjektiv,
da jedes Element aus durch den ersten Fall und jedes Element aus durch den zweiten Fall abgedeckt ist. Die Injektivität sieht man so. Wenn
gegeben sind, und das eine Element zu und das andere zu gehört, so ist
und
(oder umgekehrt)
und sie sind verschieden wegen der Disjunktheit von
und .
Wenn hingegen
und
aus der gleichen Teilmenge des Definitionsbereiches kommen, so ergibt sich die Verschiedenheit von
und
aus der Injektivität von bzw. von . Insgesamt erhalten wir also eine bijektive Abbildung
Wir führen Induktion über , also die Anzahl von . Wenn
ist, so ist leer und damit ist auch die Produktmenge leer, hat also ebenfalls Elemente, was nach
Fakt (1)
mit dem Produkt übereinstimmt. Dies sichert den Induktionsanfang. Wenn
ist, so besteht aus genau einem Element, sagen wir , und alle Elemente der Produktmenge haben die Form mit diesem einen und einem beliebigen
.
Somit ist
eine
bijektive Abbildung
und hat genau so viele Elemente wie , nämlich . Dies stimmt nach
Fakt (2)
mit dem Produkt überein. Es sei nun die Aussage für alle Mengen mit Elementen
(und beliebige endliche Mengen )
bewiesen und es liege eine -elementige Menge vor. Es sei
ein fixiertes Element und wir betrachten die disjunkte Zerlegung
Die Menge besitzt dann Elemente, sodass wir auf diese Menge die Induktionsvoraussetzung anwenden können. Ferner ist
und diese Vereinigung ist disjunkt
(die erste Komponente eines Paares ist entweder oder nicht ).
Daher ist nach
Fakt
die Anzahl von gleich der Summe der Anzahlen der beiden Bestandteile, also nach der Induktionsvoraussetzung, dem einelementigen Spezialfall und
Fakt (3)
gleich
Das Distributivgesetz illustriert anhand der Interpretation der Multiplikation als Anzahl einer Produktmenge.
Wir geben noch einen zweiten Beweis für die vorstehende Aussage.