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Endlicher freier Modul/Basiswechsel/Diagramm/Einführung/Textabschnitt

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Wir wissen nach Fakt, dass in einem endlich erzeugten freien R-Modul je zwei Basen die gleiche Länge haben, also die gleiche Anzahl von Basisvektoren besitzen. Jeder Vektor  vM  besitzt bezüglich einer jeden Basis eindeutig bestimmte Koordinaten (oder Koeffizienten). Wie verhalten sich diese Koordinaten zu zwei Basen untereinander? Dies beantwortet die folgende Aussage.


Lemma  

Es sei R ein kommutativer Ring und M ein endlich erzeugter freier

R-Modul vom Rang n. Es seien 𝔳=v1,,vn und 𝔴=w1,,wn zwei Basen von M. Es sei

vj=i=1ncijwi

mit den Koeffizienten  cijR,  die wir zur n×n-Matrix

M𝔴𝔳=(cij)ij

zusammenfassen.

Dann hat ein Vektor u, der bezüglich der Basis 𝔳 die Koordinaten (s1sn) besitzt, bezüglich der Basis 𝔴 die Koordinaten

(t1tn)=M𝔴𝔳(s1sn)=(c11c12c1nc21c22c2ncn1cn2cnn)(s1sn).

Beweis  

Dies folgt direkt aus

u=j=1nsjvj=j=1nsj(i=1ncijwi)=i=1n(j=1nsjcij)wi

und der Definition der Matrizenmultiplikation.


Wenn wir die zu einer Basis 𝔳 gehörende bijektive Abbildung (siehe Bemerkung)

Ψ𝔳:RnM

betrachten, so kann man die vorstehende Aussage auch so ausdrücken, dass das Dreieck

RnM𝔴𝔳RnΨ𝔳Ψ𝔴M

kommutiert.[1]

Es sei R ein kommutativer Ring und M ein endlich erzeugter freier

R-Modul vom Rang n. Es seien 𝔳=v1,,vn und 𝔴=w1,,wn zwei Basen von V. Es sei

vj=i=1ncijwi

mit den Koeffizienten  cijR.  Dann nennt man die n×n-Matrix

M𝔴𝔳=(cij)ij

die Übergangsmatrix zum Basiswechsel von 𝔳 nach 𝔴.

Statt Übergangsmatrix sagt man auch Transformationsmatrix oder Basiswechselmatrix.

Es sei V ein endlich erzeugter freier Modul. In der j-ten Spalte der Transformationsmatrix M𝔴𝔳 stehen die Koordinaten von vj bezüglich der Basis 𝔴. Der Vektor vj hat bezüglich der Basis 𝔳 die Koordinaten ej, und wenn man die Matrix auf ej anwendet, erhält man die j-te Spalte der Matrix, und diese ist eben das Koordinatentupel von vj in der Basis 𝔴. Bei einem eindimensionalen Raum mit

v=cw

ist  M𝔴𝔳=c=vw,  wobei der Bruch in der Tat wohldefiniert ist und wodurch man sich die Reihenfolge der Basen in dieser Schreibweise merken kann. Eine weitere Beziehung ist

𝔳=(M𝔴𝔳)tr𝔴,

wobei hier die Matrix aber nicht auf ein n-Tupel aus R, sondern auf ein n-Tupel aus V angewendet wird und sich ein neues n-Tupel aus V ergibt. Dies könnte man als Argument dafür ansehen, die Übergangsmatrix direkt als ihre Transponierte anzusetzen, doch betrachtet man das in Fakt beschriebene Transformationsverhalten als ausschlaggebend.

Wenn

V=Rn

und 𝔢 die Standardbasis davon ist und 𝔳 eine weitere Basis, so erhält man die Übergangsmatrix M𝔳𝔢 von 𝔢 nach 𝔳, indem man ej als Linearkombination der Basisvektoren v1,,vn ausdrückt und die entsprechenden Tupel als Spalten nimmt. Dagegen besteht M𝔢𝔳 einfach aus den v1,,vn als Spalten geschrieben.



Wir betrachten im 2 die Standardbasis

𝔲=(10),(01)

und die Basis

𝔳=(12),(23).

Die Basisvektoren von 𝔳 lassen sich direkt mit der Standardbasis ausdrücken, nämlich

v1=(12)=1(10)+2(01) und v2=(23)=2(10)+3(01).

Daher erhält man sofort

M𝔲𝔳=(1223).

Zum Beispiel hat der Vektor, der bezüglich 𝔳 die Koordinaten (4,3) besitzt, bezüglich der Standardbasis 𝔲 die Koordinaten

M𝔲𝔳(43)=(1223)(43)=(101).

Die Übergangsmatrix M𝔳𝔲 ist schwieriger zu bestimmen: Dazu müssen wir die Standardvektoren als Linearkombinationen von v1 und v2 ausdrücken. Eine direkte Rechnung (dahinter steckt das simultane Lösen von zwei linearen Gleichungssystemen) ergibt

(10)=37(12)27(23)

und

(01)=27(12)+17(23).

Somit ist

M𝔳𝔲=(37272717).



Es sei R ein kommutativer Ring und M ein endlich erzeugter freier

R-Modul vom Rang n. Es seien 𝔲=u1,,un,𝔳=v1,,vn und 𝔴=w1,,wn Basen von M.

Dann stehen die Übergangsmatrizen zueinander in der Beziehung

M𝔴𝔲=M𝔴𝔳M𝔳𝔲.

Insbesondere ist

M𝔳𝔲M𝔲𝔳=En.

Beweis

Siehe Aufgabe.
  1. Die Kommutativität eines solchen Pfeil- bzw. Abbildungsdiagramms besagt einfach, dass die zusammengesetzten Abbildungen übereinstimmen, wenn ihre Definitionsmengen und ihre Wertemengen übereinstimmen. In diesem Fall heißt es einfach nur  Ψ𝔳=Ψ𝔴M𝔴𝔳 .