Zum Inhalt springen

Faktorieller Bereich/Exponententest/Einführung/Textabschnitt

Aus Wikiversity


Es sei ein faktorieller Bereich und    ein Primelement. Dann heißt zu jedem , , die natürliche Zahl    mit aber , der Exponent (oder die Ordnung) von zu . Er wird mit bezeichnet.

Wenn von die kanonische Primfaktorzerlegung

und zu assoziiert ist, so ist

Denn offenbar wird von geteilt, aber nicht von , da nach kürzen mit folgen würde, dass einen der übrigen Faktoren teilt. Insbesondere ist also der Exponent wohldefiniert.



Lemma  

Es sei ein faktorieller Integritätsbereich und    ein Primelement.

Dann besitzt der Exponent die Eigenschaft

Beweis  

Dies folgt aus Fakt.


Der Exponent übersetzt also die Multiplikation in die Addition.

Mit diesen Bezeichnungen kann man die Primfaktorzerlegung in einem faktoriellen Bereich als

mit einer Einheit schreiben, wobei das Produkt rechts endlich in dem Sinne ist, dass nur endlich viele Exponenten von verschieden sind, und wobei für zueinander assoziierte Primelemente jeweils ein Vertreter genommen wird (das Produkt erstreckt sich also beispielsweise über alle positiven Primzahlen oder über alle irreduziblen normierten Polynome). Die Teilbarkeit und einen größten gemeinsamen Teiler und ein kleinstes gemeinsames Vielfaches kann man aus den Exponenten ablesen.


Lemma  

Es sei ein faktorieller Integritätsbereich und  

Dann ist ein Teiler von genau dann, wenn für die Exponenten zu jedem Primelement die Abschätzung

gelten.

Beweis  

. Aus der Beziehung    folgt mit Fakt direkt


. Wir schreiben

und

mit Einheiten . Wenn die Exponentenbedingung erfüllt ist, so ist    ein Ringelement, das mit multipliziert gerade ergibt.



Korollar  

Es sei ein faktorieller Bereich und    Elemente mit Primfaktorzerlegungen

Dann ist

und

Beweis  

Dies folgt direkt aus Fakt.


Insbesondere kann man den größten gemeinsamen Teiler primelementweise bestimmen, indem man schaut, mit welcher Potenz in etc. aufgeht.

In einem faktoriellen Bereich muss ein größter gemeinsamer Teiler nicht als Linearkombination der Elemente darstellbar sein. Beispielsweise ist faktoriell, aber kein Hauptidealbereich, die beiden Variablen und sind prim und teilerfremd, erzeugen aber nicht das Einheitsideal.