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Gaußsche Zahlen/Primfaktorzerlegung/Textabschnitt

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Aus Fakt können wir problemlos ableiten, wie sich die Primzahlen in ℤ[i] verhalten:


Korollar  

Die Primzahlen aus ℤ haben in ℤ[i] folgendes Zerlegungsverhalten.


a) Es ist

2=−i(1+i)2,

und 1+i ist prim in ℤ[i].


b) Für  p=1mod4  ist

p=(x+yi)(x−yi),

mit gewissen eindeutig bestimmten  x,y∈ℕ+,  wobei beide Faktoren prim sind.


c) Für  p=3mod4  ist p prim in ℤ[i].

Beweis  

Aufgrund von Fakt gibt es im zweiten Fall eine Darstellung

p=x2+y2=(x+iy)(x−iy)

Wegen

p2=N(p)=N(x+yi)N(x−yi)

haben die beiden Faktoren die Norm p und sind deshalb nach Fakt prim. Die Eindeutigkeit ergibt sich aus der eindeutigen Primfaktorzerlegung im Ring der Gaußschen Zahlen und der Kenntnis der Einheiten.

◻


Für eine Gaußsche Zahl  z∈ℤ[i]  kann man folgendermaßen entscheiden, ob sie prim ist bzw. wie ihre Primfaktorzerlegung aussieht:

  1. Berechne die Norm N(z). Ist diese eine Primzahl, so ist nach Fakt das Element z selbst prim.
  2. Bestimme die (ganzzahligen) Primfaktoren von N(z). Schreibe
    N(z)=zz‾=2rp1⋯psq1⋯qt,

    wobei die pi ungerade mit Rest 1 modulo 4 und die qj ungerade mit Rest 3 modulo 4 seien.

  3. Schreibe  pi=N(ui)=uiui‾  für die Primfaktoren pi mit Rest 1 modulo 4, und  2r=(−i)r(1+i)2r.  Damit ist
    zz‾=(−i)r(1+i)2ru1u1‾⋯usus‾q1⋯qt.
  4. Liste die möglichen Primfaktoren von z (und zugleich von z‾) auf: das sind 1+i (falls 2 mit positivem Exponenten vorkommt), die ui und ui‾ sowie die qj (da ℤ[i] ein Hauptidealbereich ist und somit nach Fakt die eindeutige Primfaktorzerlegung gilt, setzt sich die Primfaktorzerlegung von z und von z‾ bis auf Einheiten aus Primfaktoren der rechten Seite zusammen).
  5. Durch (1+i)r und die qj kann man sofort durchdividieren, da diese Faktoren jeweils sowohl von z als auch von z‾ ein Faktor sind.
  6. Für die möglichen Primfaktoren ui und ui‾ muss man (durch Division mit Rest) überprüfen, ob sie Primfaktoren von z sind oder nicht (wenn nicht, so teilen sie z‾). Statt Division kann man auch die möglichen Kombinationen ausmultiplizieren.



Es ist

N(17+13i)=172+132=289+169=458=2⋅229,

wobei 229 eine Primzahl ist. Wegen

229=225+4=152+22

besitzt 229 in ℤ[i] die Primfaktorzerlegung

229=(15+2i)(15−2i)

und somit ergibt sich die Primfaktorzerlegung

17+13i=(1+i)(15−2i).