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Glatte Kurve/Weildivisoren/Rückzug/Einführung/Textabschnitt

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Zu einem nichtkonstanten Morphismus

φ:C1C2

zwischen glatten Kurven über einem algebraisch abgeschlossenen Körper und einem Weildivisor  D=PaPP  auf C2 nennt man

φD:=QC1Verz(Q|φ(Q))aφ(Q)Q

den zurückgezogenen Weildivisor.

Insbesondere gilt für einen Punkt  PC 

φP=Qφ1(P)Verz(Q|P)Q.

Die Abbildung

φ:Div(C2)Div(C1)

ist ein Gruppenhomomorphismus.



Satz  

Zu einem nichtkonstanten Morphismus

φ:C1C2

zwischen irreduziblen glatten Kurven über einem algebraisch abgeschlossenen Körper und einem Hauptdivisor  D=PaPP=div(q)  auf C2 mit  qQ(C2),   q0

stimmt der zurückgezogene Divisor φ(D) mit dem Hauptdivisor zu  qQ(C1)  auf C1 überein.

Beweis  

Wegen der Nichtkonstanz gehört zu φ eine Körpererweiterung  Q(C2)Q(C1)  und zu jedem Punkt  QC1  liegt ein kommutatives Diagramm

𝒪C2,φ(Q)𝒪C1,QQ(C2)Q(C1)

von injektiven Ringhomomorphismen vor, wobei in der ersten Zeile diskrete Berwertungsringe stehen. Wenn

q=uπ2n

mit einer Einheit  u𝒪C2,φ(Q)  und einer Ortsuniformisierenden  π2𝒪C2,φ(Q)  gilt, so ist

q=uπ2n=u(uπ1Verz(Q|φ(Q)))n=uuπ1nVerz(Q|φ(Q))

mit einer Orstuniformisierenden π1 von 𝒪C1,Q, woraus die Aussage folgt.


Die vorstehende Aussage sichert, dass

φ:C1C2

einen Gruppenhomomorphismus

DKG(C2)DKG(C1)

induziert.



Korollar  

Es sei C eine glatte irreduzible Kurve über einem algebraisch abgeschlossenen Körper K und sei Q der Funktionenkörper von C. Es sei  qQ,   qK,  und

q:CK1

der nach Fakt zugehörige Morphismus zu einem Element  qQ

Dann gilt für den zurückgezogenen Divisor

q((0)())=div(q).

Beweis  

Der Funktionenkörper der projektiven Geraden  K1=Proj(K[X,Y])  ist K(t) mit  t=YX.  Die Erweiterung der Funktionenkörper ist durch

K(t)Q(C),tq,

gegeben. Der Hauptdivisor zu t auf K1 ist  (0)()=(Y)(X),  wobei zwei Beschreibungsmöglichkeiten für die Punkte verwendet wurden. Daher folgt die Aussage aus Fakt.



Satz  

Es sei C eine glatte projektive Kurve über einem algebraisch abgeschlossenen Körper K.

Dann ist der Grad eines Hauptdivisors gleich 0.

Beweis  

Für  q0  konstant ist die Aussage klar. Es sei also q nicht konstant. Wir betrachten den im Sinne von Fakt zugehörigen endlichen Morphismus

q:CK1

vom Grad n. Nach Fakt ist

div(q)=q((0)())=q(0)q().

Nach Fakt besitzen die beiden schematheoretischen Fasern beide die K-Dimension n und diese ist die Gesamtmultiplizität der Faser.