Die Existenz der Abbildung ist klar, dem
K
{\displaystyle {}K}
-Algebrahomomorphismus
P
:
S
⟶
K
{\displaystyle P\colon S\longrightarrow K}
wird einfach die Hintereinanderschaltung
R
⟶
φ
S
⟶
P
K
{\displaystyle R{\stackrel {\varphi }{\longrightarrow }}S{\stackrel {P}{\longrightarrow }}K}
zugeordnet. Das Urbild der offenen Menge
D
(
f
)
⊆
K
−
Spek
(
R
)
{\displaystyle {}D(f)\subseteq K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(R\right)}}
ist dabei
(
φ
∗
)
−
1
(
D
(
f
)
)
=
{
P
∈
K
−
Spek
(
S
)
∣
φ
∗
(
P
)
∈
D
(
f
)
}
=
{
P
∈
K
−
Spek
(
S
)
∣
P
∘
φ
∈
D
(
f
)
}
=
{
P
∈
K
−
Spek
(
S
)
∣
(
P
∘
φ
)
(
f
)
≠
0
}
=
{
P
∈
K
−
Spek
(
S
)
∣
P
(
φ
(
f
)
)
≠
0
}
=
D
(
φ
(
f
)
)
.
{\displaystyle {}{\begin{aligned}(\varphi ^{*})^{-1}(D(f))&={\left\{P\in K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\mid \varphi ^{*}(P)\in D(f)\right\}}\\&={\left\{P\in K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\mid P\circ \varphi \in D(f)\right\}}\\&={\left\{P\in K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\mid (P\circ \varphi )(f)\neq 0\right\}}\\&={\left\{P\in K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\mid P(\varphi (f))\neq 0\right\}}\\&=D(\varphi (f)).\end{aligned}}}
Daher sind generell Urbilder von offenen Mengen wieder offen und die Abbildung ist stetig.
◻
{\displaystyle \Box }
Die in
Fakt
eingeführte Abbildung
φ
∗
{\displaystyle {}\varphi ^{*}}
nennt man die Spektrumsabbildung zu
φ
{\displaystyle {}\varphi }
.
Es sei
K
{\displaystyle {}K}
ein
Körper
und zu einem
K
{\displaystyle {}K}
-Algebrahomomorphismus
φ
:
R
→
S
{\displaystyle {}\varphi \colon R\rightarrow S}
zwischen
K
{\displaystyle {}K}
-Algebren von endlichem Typ
sei
φ
∗
{\displaystyle {}\varphi ^{*}}
die zugehörige
Spektrumsabbildung .
Dann gelten folgende Aussagen.
Zu einem
K
{\displaystyle {}K}
-Algebrahomomorphismus
P
:
R
→
K
{\displaystyle {}P\colon R\rightarrow K}
ist die induzierte Spektrumsabbildung
P
∗
{\displaystyle {}P^{*}}
einfach die Abbildung, die dem einzigen Punkt
{
id
}
=
K
−
Spek
(
K
)
{\displaystyle {}\{\operatorname {id} \}=K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(K\right)}}
den Punkt
P
∈
K
−
Spek
(
R
)
{\displaystyle {}P\in K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(R\right)}}
zuordnet.
Der durch ein Element
F
∈
R
{\displaystyle {}F\in R}
definierte
Einsetzungshomomorphismus
φ
:
K
[
T
]
⟶
R
,
T
⟼
F
,
{\displaystyle \varphi \colon K[T]\longrightarrow R,\,T\longmapsto F,}
induziert die Spektrumsabbildung
φ
∗
:
K
−
Spek
(
R
)
⟶
K
−
Spek
(
K
[
T
]
)
=
A
K
1
,
P
⟼
F
(
P
)
.
{\displaystyle \varphi ^{*}\colon K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(R\right)}\longrightarrow K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(K[T]\right)}={\mathbb {A} }_{K}^{1},\,P\longmapsto F(P).}
Zu einer
surjektiven
Abbildung
φ
:
R
→
S
{\displaystyle {}\varphi \colon R\rightarrow S}
von
K
{\displaystyle {}K}
-Algebren von endlichem Typ ist die zugehörige Spektrumsabbildung
φ
∗
:
K
−
Spek
(
S
)
⟶
K
−
Spek
(
R
)
{\displaystyle \varphi ^{*}\colon K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\longrightarrow K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(R\right)}}
eine
abgeschlossene Einbettung ,
und zwar ist das Bild gleich
V
(
ker
(
φ
)
)
{\displaystyle {}V(\ker(\varphi ))}
.
Die zu einer surjektiven Abbildung
K
[
X
1
,
…
,
X
n
]
→
S
{\displaystyle {}K[X_{1},\ldots ,X_{n}]\rightarrow S}
gehörende Spektrumsabbildung
φ
∗
:
K
−
Spek
(
S
)
⟶
K
−
Spek
(
K
[
X
1
,
…
,
X
n
]
)
≅
A
K
n
{\displaystyle \varphi ^{*}\colon K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(S\right)}\longrightarrow K-\operatorname {Spek} \,(K[X_{1},\ldots ,X_{n}])\cong {{\mathbb {A} }_{K}^{n}}}
stimmt mit der in
Fakt
definierten Abbildung überein.
Es seien
F
i
∈
K
[
X
1
,
…
,
X
n
]
{\displaystyle {}F_{i}\in K[X_{1},\ldots ,X_{n}]}
für
i
=
1
,
…
,
m
{\displaystyle {}i=1,\ldots ,m}
und es sei
φ
:
K
[
Y
1
,
…
,
Y
m
]
⟶
K
[
X
1
,
…
,
X
n
]
,
Y
i
⟼
F
i
,
{\displaystyle \varphi \colon K[Y_{1},\ldots ,Y_{m}]\longrightarrow K[X_{1},\ldots ,X_{n}],\,Y_{i}\longmapsto F_{i},}
der zugehörige
Einsetzungshomomorphismus .
Dann stimmt die
Spektrumsabbildung
φ
∗
:
A
K
n
=
K
−
Spek
(
K
[
X
1
,
…
,
X
n
]
)
⟶
A
K
m
=
K
−
Spek
(
K
[
Y
1
,
…
,
Y
m
]
)
{\displaystyle \varphi ^{*}\colon {{\mathbb {A} }_{K}^{n}}=K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(K[X_{1},\ldots ,X_{n}]\right)}\longrightarrow {{\mathbb {A} }_{K}^{m}}=K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(K[Y_{1},\ldots ,Y_{m}]\right)}}
(über die Identifizierung aus
Fakt )
mit der direkten
polynomialen Abbildung
(
x
1
,
…
,
x
n
)
⟼
(
F
1
(
x
1
,
…
,
x
n
)
,
…
,
F
m
(
x
1
,
…
,
x
n
)
)
{\displaystyle (x_{1},\ldots ,x_{n})\longmapsto (F_{1}(x_{1},\ldots ,x_{n}),\ldots ,F_{m}(x_{1},\ldots ,x_{n}))}
überein.
(1) Dies folgt aus
Id
∘
P
=
P
{\displaystyle {}\operatorname {Id} \circ P=P}
.
(2) Unter der hintereinandergeschalteten Abbildung
K
[
T
]
⟶
φ
R
⟶
P
K
{\displaystyle K[T]{\stackrel {\varphi }{\longrightarrow }}R{\stackrel {P}{\longrightarrow }}K}
wird
T
{\displaystyle {}T}
auf
P
(
F
)
=
F
(
P
)
{\displaystyle {}P(F)=F(P)}
geschickt.
(3) beruht auf ähnlichen Betrachtungen, wie sie im Beweis zu
Fakt
durchgeführt wurden. Das zeigt auch (4). Zu (5) siehe
Aufgabe .
◻
{\displaystyle \Box }
Die unter (2) formulierte Aussage besagt insbesondere, dass man die Elemente des Ringes
R
{\displaystyle {}R}
als Funktionen auf dem
K
{\displaystyle {}K}
-Spektrum
K
−
Spek
(
R
)
{\displaystyle {}K\!\!-\!\operatorname {Spek} \,{\left(R\right)}}
nach
A
K
1
{\displaystyle {}{\mathbb {A} }_{K}^{1}}
auffassen kann. Wir haben also ein geometrisches Objekt eingeführt, mit dem man Ringelemente als Funktionen realisieren kann.