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Kommutative Ringtheorie/Ganzheit/Beispiele/Einführung/Textabschnitt

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Es seien und kommutative Ringe und sei    eine Ringerweiterung. Für ein Element    heißt eine Gleichung der Form

wobei die Koeffizienten , zu gehören, eine Ganzheitsgleichung für .


Es seien und kommutative Ringe und    eine Ringerweiterung. Ein Element    heißt ganz (über ), wenn eine Ganzheitsgleichung mit Koeffizienten aus erfüllt.

Wenn    ein Körper und eine -Algebra ist, so ist    algebraisch über genau dann, wenn es ganz über ist. Dies stimmt aber im Allgemeinen nicht, siehe Aufgabe.

Die einfachsten Ganzheitsgleichungen haben die Form    mit    bzw.  .  Wenn also ein Element einer Ringerweiterung eine Wurzel eines Elementes aus ist, so ist diese Wurzel ganz über dem Grundring. Trivialerweise sind die Elemente aus ganz über .


In der Ringerweiterung    ist ganz über , wie die Ganzheitsgleichung

zeigt. Auch für ein beliebiges Element    kann man direkt eine Ganzheitsgleichung angeben, nämlich



Es sei ein kommutativer Ring und

ein normiertes Polynom über . Dann ist in der Ringerweiterung

die Restklasse von im Restklassenring    ganz über , da ja unmittelbar die Ganzheitsgleichung

liefert.



Es seien und kommutative Ringe und sei    eine Ringerweiterung. Dann heißt ganz über , wenn jedes Element    ganz über ist.


Es seien und kommutative Ringe und    eine Ringerweiterung. Dann nennt man die Menge der Elemente  ,  die ganz über sind, den ganzen Abschluss von in .

ist genau dann ganz über , wenn der ganze Abschluss von in gleich ist.

Wir wollen zeigen, dass die Summe und das Produkt von zwei ganzen Elementen wieder ganz ist. Der vermutlich erste Gedanke, die jeweiligen Ganzheitsgleichungen miteinander „geschickt“ zu kombinieren, führt nicht zum Ziel. Stattdessen braucht man das folgende Kriterium für die Ganzheit.


Es seien und kommutative Ringe und    eine Ringerweiterung. Für ein Element    sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. ist ganz über .
  2. Es gibt eine -Unteralgebra von mit    und die ein endlicher -Modul ist.
  3. Es gibt einen endlichen -Untermodul von , der einen Nichtnullteiler aus enthält, mit  

(1) (2). Wir betrachten die von den Potenzen von erzeugte -Unteralgebra von , die aus allen polynomialen Ausdrücken in mit Koeffizienten aus besteht. Aus einer Ganzheitsgleichung

ergibt sich

Man kann also durch einen polynomialen Ausdruck von einem kleineren Grad ausdrücken. Durch Multiplikation dieser letzten Gleichung mit kann man jede Potenz von mit einem Exponenten durch einen polynomialen Ausdruck von einem kleineren Grad ersetzen. Insgesamt kann man dann aber all diese Potenzen durch polynomiale Ausdrücke vom Grad ersetzen. Damit ist

und die Potenzen bilden ein endliches -Modul-Erzeugendensystem von  

(2) (3). Es sei   eine -Unteralgebra, die als -Modul endlich erzeugt sei. Dann ist  ,  und enthält den Nichtnullteiler .

(3) (1). Sei    ein endlich erzeugter -Untermodul mit  .  Es seien erzeugende Elemente von . Dann ist insbesondere für jedes eine -Linearkombination der . Dies bedeutet

mit  ,  oder, als Matrix geschrieben,

Dies schreiben wir als

Nennen wir diese Matrix (die Einträge sind aus ), und sei die adjungierte Matrix. Dann gilt    ( bezeichne den Vektor ) und nach der Cramerschen Regel ist  ,  also gilt

Es ist also    für alle und damit

für alle  .  Da nach Voraussetzung einen Nichtnullteiler enthält, muss    sein. Die Determinante ist aber ein normierter polynomialer Ausdruck in vom Grad , sodass eine Ganzheitsgleichung vorliegt.



Es seien und kommutative Ringe und sei    eine Ringerweiterung.

Dann ist der ganze Abschluss von in eine -Unteralgebra von .

Die Ganzheitsgleichungen , zeigen, dass jedes Element aus ganz über ist. Es seien    und    ganz über . Nach der Charakterisierung der Ganzheit gibt es endliche -Unteralgebren    mit    und  .  Es sei ein -Erzeugendensystem von und ein -Erzeugendensystem von . Wir können annehmen, dass    ist. Betrachte den endlich erzeugten -Modul

der offensichtlich und (und ) enthält. Dieser -Modul ist auch wieder eine -Algebra, da für zwei beliebige Elemente gilt

und für die Produkte gilt    und  ,  sodass diese Linearkombination zu gehört. Dies zeigt, dass die Summe und das Produkt von zwei ganzen Elementen wieder ganz ist. Deshalb ist der ganze Abschluss ein Unterring von , der enthält. Also liegt eine -Unteralgebra vor.