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Kurs:Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)/Arbeitsblatt 27

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Übungsaufgaben

Inwiefern kann man in der algebraischen Geometrie durch 0 teilen?



Definiere eine Äquivalenzrelation auf der Menge 𝔸Kn+1{0} derart, dass der Quotient unter der Äquivalenzrelation der projektive n-dimensionale Raum ist.



Es seien  P=(a0,,an)  und  Q=(b0,,bn)  Punkte im projektiven Raum Kn über einem Körper K. Zeige, dass  P=Q  genau dann gilt, wenn  aibjajbi=0  für alle i,j gilt.



Es sei  P=(a0,,an)Kn  ein Punkt im projektiven Raum. Zeige, dass es eine offene affine Umgebung  U𝔸KnKn  derart gibt, dass P in diesem affinen Raum dem Nullpunkt entspricht.



Es sei Kn der projektive Raum der Dimension n über dem Körper K und seien

D+(Xi)𝔸Kn,D+(Xj)𝔸KnKn

zwei affine offene Teilmengen. Beschreibe die (nicht überall definierte) Übergangsabbildung von D+(Xi) nach D+(Xj).



Man definiere den Begriff projektiv-linearer Unterraum eines projektiven Raumes Kn.



Es sei  K=𝔽q  ein endlicher Körper mit q Elementen. Berechne auf zwei verschiedene Arten, wie viele Elemente der projektive Raum Kn besitzt.



Es sei  𝔞K[X1,,Xn]  ein Ideal. Zeige, dass 𝔞 genau dann ein homogenes Ideal ist, wenn es von homogenen Elementen erzeugt wird.



Skizziere die projektive Nullstellenmenge

V+(XYZ)K2.



Es sei K ein Körper und sei K2 die projektive Ebene über K. Zeige, dass zwei projektive Geraden  L,MK2  stets einen nichtleeren Durchschnitt besitzen.



Bestimme den Schnittpunkt der beiden Geraden

L=V+(6X8Y+3Z)

und

M=V+(2X+9Y5Z)

in der projektiven Ebene.



Bestimme den Schnittpunkt der beiden Geraden

L=V+(7X7Y+6Z)

und

M=V+(8X+Y4Z)

in der projektiven Ebene.



Man erläutere, inwiefern das Spiel „Dobble“ mit der projektiven Ebene 𝔽72 über dem Körper mit sieben Elementen zu tun hat.



Erstelle ein Kartenspiel mit insgesamt sieben Symbolen und sieben Karten, wobei auf jeder Karte drei Symbole vorkommen mit der Eigenschaft, dass je zwei Karten genau ein Symbol gemeinsam haben. Tipp: Betrachte die projektive Ebene über dem Körper 𝔽2 mit zwei Elementen.


Die folgenden Aufgaben besprechen die Zariski-Topologie auf den projektiven Räumen.


Zeige, dass die Zariski-Topologie auf dem projektiven Raum wirklich eine Topologie ist.



Es sei K ein unendlicher Körper und Kn der projektive Raum. Charakterisiere die homogenen Ideale 𝔞, für die  D+(𝔞)=  ist.



Es sei K ein unendlicher Körper. Zeige, dass der projektive Raum Kn irreduzibel ist.



Es sei  D+(L)𝔸KnKn,  wobei L eine homogene Linearform im zugehörigen Polynomring K[X0,,Xn] sei. Zeige, dass die Zariski-Topologie auf dem projektiven Raum die Zariski-Topologie auf dem affinen Raum induziert.



Zeige, dass unter der Kegelabbildung

π:𝔸Kn+1{0}Kn

die Beziehung

π1(V+(𝔞))=V(𝔞)(𝔸Kn+1{0})

für jedes homogene Ideal  𝔞K[X0,X1,,Xn]  gilt. Folgere daraus, dass π stetig in der Zariski-Topologie ist.



Es sei

Q=V(X02+X12++Xn21)𝔸n+1

und betrachte die Gesamtabbildung

φ:Q𝔸n+1{0}n,

wobei hinten die Kegelabbildung steht. Ist φ surjektiv? Wie verhält sich φ zur Einschränkung der Kegelabbildung auf die reell 2n+1-dimensionale Sphäre  S2n+12n+2n+1




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme den Schnittpunkt der beiden Geraden

L=V+(3X5Y+4Z)

und

M=V+(7X+2Y6Z)

in der projektiven Ebene.



Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass zwei verschiedene Punkte P und Q in der projektiven Ebene eindeutig eine projektive Gerade definieren, auf der beide Punkte liegen. Wie berechnet man die Geradengleichung aus den Koordinaten der Punkte?

Bestimme die homogene Geradengleichung für die beiden Punkte (2,3,7) und (1,5,2).


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei Kn ein projektiver Raum der Dimension n und es seien  X,YKn  projektiv-lineare Unterräume der Dimension r und s. Es sei  r+sn.  Zeige, dass dann  XY  ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein unendlicher Körper und sei P1,,Pm eine endliche Ansammlung von Punkten in einem projektiven Raum Kn. Zeige: Dann gibt es eine homogene Linearform  LK[X0,,Xn]  derart, dass all diese Punkte auf der durch L definierten offenen Teilmenge D+(L) liegen.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei  𝕂=  oder =. Es sei  H𝕂n+1  ein n-dimensionaler affiner Unterraum, der den Nullpunkt nicht enthält, und es sei H~ der dazu parallele Unterraum durch den Nullpunkt. Es sei  UH  eine in  H𝕂n  offene Menge (in der metrischen Topologie) und es sei V die Vereinigung aller Geraden durch den Nullpunkt und durch einen Punkt von U. Zeige, dass der Durchschnitt von V mit 𝕂n+1H~ offen ist.


Die nächste Aufgabe benötigt noch die folgende Definition:


Für ein homogenes Ideal I in  R=A[X0,,Xn]  mit der Standardgraduierung definiert man die Sättigung (oder Saturierung) von I als

{rRes existiert ein n mit r(R+)nI}.

Dabei ist R+ das irrelevante Ideal  d1Rd=(X0,,Xn)



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei A ein kommutativer Ring und  R=A[X0,,Xn]  der Polynomring mit der Standardgraduierung. Zeige, dass die Sättigung eines homogenen Ideals I wieder ein homogenes Ideal ist.




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