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Kurs:Analysis/Teil I/51/Klausur mit Lösungen/latex

Aus Wikiversity

%Daten zur Institution

%\input{Dozentdaten}

%\renewcommand{\fachbereich}{Fachbereich}

%\renewcommand{\dozent}{Prof. Dr. . }

%Klausurdaten

\renewcommand{\klausurgebiet}{ }

\renewcommand{\klausurtyp}{ }

\renewcommand{\klausurdatum}{ . 20}

\klausurvorspann {\fachbereich} {\klausurdatum} {\dozent} {\klausurgebiet} {\klausurtyp}

%Daten für folgende Punktetabelle


\renewcommand{\aeins}{ 3 }

\renewcommand{\azwei}{ 3 }

\renewcommand{\adrei}{ 2 }

\renewcommand{\avier}{ 8 }

\renewcommand{\afuenf}{ 3 }

\renewcommand{\asechs}{ 10 }

\renewcommand{\asieben}{ 5 }

\renewcommand{\aacht}{ 4 }

\renewcommand{\aneun}{ 2 }

\renewcommand{\azehn}{ 7 }

\renewcommand{\aelf}{ 2 }

\renewcommand{\azwoelf}{ 4 }

\renewcommand{\adreizehn}{ 2 }

\renewcommand{\avierzehn}{ 4 }

\renewcommand{\afuenfzehn}{ 5 }

\renewcommand{\asechzehn}{ 64 }

\renewcommand{\asiebzehn}{ }

\renewcommand{\aachtzehn}{ }

\renewcommand{\aneunzehn}{ }

\renewcommand{\azwanzig}{ }

\renewcommand{\aeinundzwanzig}{ }

\renewcommand{\azweiundzwanzig}{ }

\renewcommand{\adreiundzwanzig}{ }

\renewcommand{\avierundzwanzig}{ }

\renewcommand{\afuenfundzwanzig}{ }

\renewcommand{\asechsundzwanzig}{ }

\punktetabellefuenfzehn

\klausurnote

\newpage


\setcounter{section}{ 0}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Definiere die folgenden \zusatzklammer {kursiv gedruckten} {} {} Begriffe. \aufzaehlungsechs{Ein \stichwort {Körper} {.}

}{Eine \stichwort {Ordnungs} {}relation $\preccurlyeq$ auf einer Menge $I$.

}{Eine \stichwort {Cauchy-Folge} {} ${ \left( x_n \right) }_{n \in \N }$ in einem angeordneten Körper $K$.

}{Eine \stichwort {Reihe} {}
\mathl{\sum_{k =0}^\infty a_k}{} von komplexen Zahlen $a_k$.

}{Die \stichwort {Stetigkeit in einem Punkt} {} $a \in {\mathbb K}$ einer Abbildung $f:{\mathbb K} \rightarrow {\mathbb K}$.

}{Eine \stichwort {untere Treppenfunktion} {} zu einer Funktion \maabbdisp {f} { I } {\R } {} auf einem Intervall
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ I }
{ \subseteq }{ \R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} }

}
{

\aufzaehlungsechs{Eine Menge $K$ heißt ein Körper, wenn es zwei \definitionsverweis {Verknüpfungen}{}{} \zusatzklammer {genannt Addition und Multiplikation} {} {}
\mathdisp {+: K \times K \longrightarrow K \text{ und } \cdot: K \times K \longrightarrow K} { }
und zwei verschiedene Elemente
\mathl{0,1 \in K}{} gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen. \aufzaehlungdrei{Axiome der Addition \aufzaehlungvier{Assoziativgesetz: Für alle
\mathl{a,b,c \in K}{} gilt:
\mathl{(a + b) + c = a + (b + c)}{.} }{Kommutativgesetz: Für alle
\mathl{a,b \in K}{} gilt
\mathl{a+b=b+a}{.} }{$0$ ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle
\mathl{a \in K}{} ist
\mathl{a+0= a}{.} }{Existenz des Negativen: Zu jedem
\mathl{a \in K}{} gibt es ein Element
\mathl{b \in K}{} mit
\mathl{a+b=0}{.} } }{Axiome der Multiplikation \aufzaehlungvier{Assoziativgesetz: Für alle
\mathl{a,b,c \in K}{} gilt:
\mathl{(a \cdot b) \cdot c = a \cdot (b \cdot c)}{.} }{Kommutativgesetz: Für alle
\mathl{a,b \in K}{} gilt
\mathl{a \cdot b=b \cdot a}{.} }{$1$ ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle
\mathl{a \in K}{} ist
\mathl{a \cdot 1= a}{.} }{Existenz des Inversen: Zu jedem
\mathl{a \in K}{} mit
\mathl{a \neq 0}{} gibt es ein Element
\mathl{c \in K}{} mit
\mathl{a \cdot c=1}{.} } }{Distributivgesetz: Für alle
\mathl{a,b,c \in K}{} gilt
\mathl{a \cdot (b+c)=(a \cdot b) + (a \cdot c)}{.} } }{Die \definitionsverweis {Relation}{}{} $\preccurlyeq$ heißt Ordnungsrelation, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind. \aufzaehlungdrei{Es ist $i\preccurlyeq i$ für alle $i \in I$. }{Aus $i\preccurlyeq j$ und $j\preccurlyeq k$ folgt stets $i\preccurlyeq k$. }{Aus $i\preccurlyeq j$ und $j\preccurlyeq i$ folgt $i= j$. } }{Eine \definitionsverweis {Folge}{}{}
\mathl{{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }}{} in $K$ heißt Cauchy-Folge, wenn folgende Bedingung erfüllt ist:

Zu jedem
\mathbed {\epsilon \in K} {}
{\epsilon >0} {}
{} {} {} {,} gibt es ein
\mathl{n_0 \in \N}{} derart, dass für alle
\mathl{n,m \geq n_0}{} die Beziehung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \betrag { x_n-x_m } }
{ \leq} {\epsilon }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} gilt. }{Unter der Reihe
\mathl{\sum_{ k = 0}^\infty a_{ k }}{} versteht man die Folge
\mathl{{ \left( s_n \right) }_{n \in \N }}{} der Partialsummen
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ s_n }
{ =} { \sum_{ k = 0}^n a_{ k } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} }{Man sagt, dass $f$ stetig im Punkt $a$ ist, wenn es zu jedem
\mathl{\epsilon >0}{} ein
\mathl{\delta > 0}{} derart gibt, dass für alle $x$ mit
\mathl{\betrag { a-x } \leq \delta}{} die Abschätzung
\mathl{\betrag { f(a)-f(x) } \leq \epsilon}{} gilt. }{Eine \definitionsverweis {Treppenfunktion}{}{} \maabbdisp {s} { I } { \R } {} heißt eine untere Treppenfunktion zu $f$, wenn
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ s(x) }
{ \leq }{ f(x) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} für alle
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ x }
{ \in }{ I }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist. }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Formuliere die folgenden Sätze. \aufzaehlungdrei{Der Satz über rationale Zahlen in einem archimedisch angeordneten Körper $K$.}{Das \stichwort {Weierstraß-Kriterium} {} für Funktionenfolgen.}{Der Satz über die Ableitung in einem lokalen Extremum.}

}
{

\aufzaehlungdrei{Zu je zwei Elementen
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ x }
{ < }{ y }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} aus $K$ gibt es eine rationale Zahl
\mathl{n/k}{} mit
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ x }
{ <} { { \frac{ n }{ k } } }
{ <} { y }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}}{Es sei $T$ eine Menge und sei \maabbdisp {g_k} { T } { {\mathbb K} } {} eine Funktionenfolge mit
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \sum_{k = 0}^\infty \Vert {g_k } \Vert }
{ <} { \infty }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Dann konvergiert die Reihe
\mathl{\sum_{k=0}^\infty g_k}{} gleichmäßig und punktweise absolut gegen eine Funktion \maabbdisp {f} { T } { {\mathbb K} } {.}}{Es sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ D }
{ \subseteq }{ \R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} offen und sei \maabbdisp {f} { D } {\R } {} eine Funktion, die in
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ a }
{ \in }{ D }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ein lokales Extremum besitze und dort differenzierbar sei. Dann ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ f'(a) }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Es stehen zwei Eimer ohne Markierungen zur Verfügung, ferner eine Wasserquelle. Der eine Eimer hat ein Fassungsvermögen von $7$ und der andere ein Fassungsvermögen von $10$ Litern. Zeige, dass man allein durch Auffüllungen, Ausleerungen und Umschüttungen erreichen kann, dass in einem Eimer genau ein Liter Wasser enthalten ist.

}
{

Die folgende Kette von Inhaltspaaren kann man bei den gegebenen Möglichkeiten offensichtlich erreichen.
\mathdisp {(0,0),\, (7,0),\,(0,7),\,(7,7),\,(4,10),\,(4,0),\,(0,4),\,(7,4),\,(1,10),\,(1,0)} { . }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{8 (1+1+1+2+3)}
{

Es sei
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{P }
{ =} { { \left\{ (x,y) \in \R^2 \mid y = x^2 \right\} } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} die Standardparabel und $K$ der Kreis mit dem Mittelpunkt $(0,1)$ und dem Radius $1$. \aufzaehlungfuenf{Skizziere \mathkor {} {P} {und} {K} {.} }{Erstelle eine Gleichung für $K$. }{Bestimme die Schnittpunkte
\mathdisp {P \cap K} { . }
}{Beschreibe die untere Kreisbogenhälfte als Graph einer Funktion von
\mathl{[-1,1]}{} nach $\R$. }{Bestimme, wie die Parabel relativ zum unteren Kreisbogen verläuft. }

}
{

\aufzaehlungfuenf{ $\,$ }{Es ist
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{K }
{ =} { { \left\{ (x,y) \in \R^2 \mid (y-1)^2+x^2 = 1 \right\} } }
{ =} { { \left\{ (x,y) \in \R^2 \mid y^2 -2y +1+x^2 = 1 \right\} } }
{ =} { { \left\{ (x,y) \in \R^2 \mid y^2 -2y +x^2 = 0 \right\} } }
{ } { }
} {} {}{.} }{Es geht um die gemeinsame Lösungsmenge der beiden Gleichungen
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y }
{ =} { x^2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y^2 -2y +x^2 }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Wir ersetzen in der zweiten Gleichung $x^2$ durch $y$ und erhalten die Bedingung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ 0 }
{ =} { y^2-2y+y }
{ =} { y^2-y }
{ =} { y(y-1) }
{ } { }
} {}{}{.} Also ist \mathkor {} {y=0} {oder} {y=1} {.} Dies führt zu den drei Schnittpunkten
\mathl{(0,0),(1,1),(-1,1)}{.} }{Die Kreisgleichung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y^2 -2y +x^2 }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} ist äquivalent zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y^2-2y }
{ =} { -x^2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} bzw. zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ (y-1)^2 }
{ =} { 1-x^2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Somit ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y }
{ =} { 1 \pm \sqrt{1-x^2} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Der untere Kreisbogen ist somit der Graph der Funktion \maabbeledisp {} {[-1,1]} { \R } { x } { 1 - \sqrt{1-x^2} } {.} }{Wir behaupten, dass die Parabel auf
\mathl{[-1,1]}{} oberhalb des unteren Kreisbogens verläuft. Es ist also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x^2 }
{ \geq} { 1 - \sqrt{1-x^2} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} zu zeigen. Dies ist äquivalent zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \sqrt{1-x^2} }
{ \geq} { 1-x^2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Da beide Terme im angegebenen Intervall positiv sind, ist dies äquivalent zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{1-x^2 }
{ \geq} { { \left( 1-x^2 \right) }^2 }
{ =} { 1 +x^4-2x^2 }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Dies ist äquivalent zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ x^4 -x^2 }
{ \leq} {0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} bzw. zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x^2 -1 }
{ \leq} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} was wegen
\mathl{x \in [-1,1]}{} erfüllt ist. }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Es sei
\mathl{c \in K_+}{} ein Element in einem angeordneten Körper $K$ und sei
\mathl{{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }}{} die \definitionsverweis {Heron-Folge}{}{} zur Berechnung von $\sqrt{c}$ mit dem Startwert
\mathl{x_0 \in K_+}{.} Es sei
\mathl{u \in K_+}{,}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{d }
{ = }{ c \cdot u^2 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{y_0 }
{ = }{ u x_0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mathl{{ \left( y_n \right) }_{n \in \N }}{} die Heron-Folge zur Berechnung von $\sqrt{d}$ mit dem Startwert $y_0$. Zeige
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y_n }
{ =} { u x_n }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} für alle
\mathl{n\in \N}{.}

}
{

Wir beweisen die Aussage durch Induktion nach $n$, wobei die Induktionsvoraussetzung direkt durch die Wahl des Startwerts gesichert ist. Es gelte also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y_n }
{ =} { ux_n }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Dann ist
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{y_{n+1} }
{ =} { { \frac{ y_n + { \frac{ d }{ y_n } } }{ 2 } } }
{ =} { { \frac{ u x_n + { \frac{ u^2 c }{ u x_n } } }{ 2 } } }
{ =} { { \frac{ u x_n + u \cdot { \frac{ c }{ x_n } } }{ 2 } } }
{ =} { u \cdot { \frac{ x_n + { \frac{ c }{ x_n } } }{ 2 } } }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ =} { u \cdot x_{n+1} }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
} {}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{10}
{

Beweise den Satz, dass jede nichtleere nach oben beschränkte Teilmenge $M$ der reellen Zahlen ein Supremum besitzt.

}
{

Es sei
\mathl{M \subseteq \R}{} eine nichtleere, nach oben beschränkte Teilmenge. Es sei
\mathl{x_0 \in M}{} und $y_0$ eine obere Schranke für $M$, d.h. es ist
\mathl{x \leq y_0}{} für alle
\mathl{x \in M}{.} Wir konstruieren zwei Folgen \mathkor {} {{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }} {und} {{ \left( y_n \right) }_{n \in \N }} {,} wobei
\mathl{x_n \in M}{} wachsend,
\mathl{{ \left( y_n \right) }_{n \in \N }}{} fallend ist und jedes $y_n$ eine obere Schranke von $M$ ist \zusatzklammer {sodass insbesondere
\mathl{x_n \leq y_n}{} für alle $n$ ist} {} {,} und so, dass
\mathl{{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }}{} eine Cauchy-Folge ist. Dabei gehen wir induktiv vor, d.h. die beiden Folgen seien bis $n$ bereits definiert und erfüllen die gewünschten Eigenschaften. Wir setzen
\mathdisp {x_{n+1} \defeq \begin{cases} x_n,\, \text{ falls } [ \frac{x_n+ y_n }{2}, y_n] \cap M = \emptyset \, , \\ \text{ein beliebiger Punkt aus } [ \frac{x_n+ y_n }{2}, y_n] \cap M \text{ sonst}\, . \end{cases}} { }
und
\mathdisp {y_{n+1} \defeq \begin{cases}

 \frac{x_n+ y_n }{2}  ,\,  \text{ falls } [ \frac{x_n+ y_n }{2}, y_n] \cap M = \emptyset \, , \\

y_n \text{ sonst} \, . \end{cases}} { }
Dieses Punktepaar erfüllt die gewünschten Eigenschaften, und es ist
\mathdisp {y_n -x_n \leq \left(\frac{1}{2}\right)^n (y_0-x_0)} { , }
da in beiden Fällen der Abstand zumindest halbiert wird. Da die Folge
\mathl{{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }}{} wachsend und nach oben beschränkt ist, konvergiert sie nach Korollar 7.1 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)) gegen einen Grenzwert, sagen wir $x$. Ebenso ist die fallende Folge
\mathl{{ \left( y_n \right) }_{n \in \N }}{} nach unten beschränkt und konvergiert gegen denselben Grenzwert $x$. \teilbeweis {}{}{}
{ Wir behaupten, dass dieses $x$ das Supremum von $M$ ist. Wir zeigen zuerst, dass $x$ eine obere Schranke von $M$ ist.  Sei dazu
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{z }
{ > }{ x }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} für ein
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{z }
{ \in }{ M }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} angenommen. Da die Folge
\mathl{{ \left( y_n \right) }_{n \in \N }}{} gegen $x$ konvergiert, gibt es insbesondere ein $n$ mit
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ x }
{ \leq} {y_n }
{ <} { z }
{ } {}
{ } {}
} {}{}{} im Widerspruch dazu, dass jedes $y_n$ eine obere Schranke von $M$ ist.}
{}\teilbeweis { Für die Supremumseigenschaft müssen wir zeigen, dass $x$ kleinergleich jeder oberen Schranke von $M$ ist.\leerzeichen{}}{}{}
{Sei dazu $u$ eine obere Schranke von $M$ und  nehmen wir an, dass
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{x }
{ > }{ u }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist. Da
\mathl{{ \left( x_n \right) }_{n \in \N }}{} gegen $x$ konvergiert, gibt es wieder ein $n$ mit
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{u }
{ <} { x_n }
{ \leq} { x }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} im Widerspruch dazu, dass $u$ eine obere Schranke ist.}
{\leerzeichen{}Also liegt wirklich das Supremum vor.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{5 (1+1+1+1+1)}
{

Beweise die folgenden Aussagen zu \definitionsverweis {Real}{}{-} und \definitionsverweis {Imaginärteil}{}{} von \definitionsverweis {komplexen Zahlen}{}{.} \aufzaehlungfuenf{Es ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ z }
{ = }{ \operatorname{Re} \, { \left( z \right) } + \operatorname{Im} \, { \left( z \right) } { \mathrm i} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} }{Es ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \operatorname{Re} \, { \left( z+w \right) } }
{ = }{ \operatorname{Re} \, { \left( z \right) } + \operatorname{Re} \, { \left( w \right) } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} }{Es ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \operatorname{Im} \, { \left( z+w \right) } }
{ = }{ \operatorname{Im} \, { \left( z \right) } + \operatorname{Im} \, { \left( w \right) } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} }{Für
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{r }
{ \in }{\R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist
\mathdisp {\operatorname{Re} \, { \left( rz \right) } =r \operatorname{Re} \, { \left( z \right) } \text{ und } \operatorname{Im} \, { \left( rz \right) } =r \operatorname{Im} \, { \left( z \right) }} { . }
}{Es ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ z }
{ = }{ \operatorname{Re} \, { \left( z \right) } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} genau dann, wenn
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{z }
{ \in }{\R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist, und dies ist genau dann der Fall, wenn
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \operatorname{Im} \, { \left( z \right) } }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist. }

}
{ Es seien im folgendem jeweils z = a + b·i, w = c + d·i mit a,b,c,d aus den komplexen Zahlen. Dann gilt:
1. z = a + bi = Re(z) + Im(z)*i.
2. Re(z + w) = Re(a + bi + c + di) = Re((a + c) + i(b + d)) = a + c = Re(a + bi) + Re(c + di) = Re(z) + Re(w).
3. Im(z + w) = Im(a + bi + c + di) = Im((a + c) + i(b + d)) = b + d = Im(a + bi) + Im(c + di) = Im(z) + Im(w).
4. Sei r aus den reellen Zahlen, dann gilt

 Re(rz) = Re(r(a + bi)) = Re(ra + rbi) = ra = rRe(z) und
Im(rz) = Im(r(a + bi)) = Im(ra + rbi) = rb = rIm(z)

5. Seien A,B,C die drei Aussagen.

  [A => B] Es gelte z = Re(z) => z = Re(a + bi) = a, also z ist reell.
[B => C] Es sei z reell. Dann gilt Im(z) = Im(z + 0·i) = 0.
[C => A] Es sei Im(z) = 0. Dann gilt b = 0 also z = a = Re(z).
}





\inputaufgabeklausurloesung
{4}
{

Es sei $K$ ein \definitionsverweis {Körper}{}{} und sei
\mathl{K[X]}{} der \definitionsverweis {Polynomring}{}{} über $K$. Es sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ P }
{ = }{ X^n }
{ \in }{ K[X] }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} mit
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ n }
{ \geq }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Zeige, dass sämtliche normierten Teiler von $P$ die Form
\mathbed {X^k} {}
{1 \leq k \leq n} {}
{} {} {} {,} besitzen.

}
{

Die angegeben Potenzen sind offenbar Teiler von $X^n$. Die Umkehrung beweisen wir durch Induktion über $n$. Als Teiler kommen nur Polynome in Frage, deren Grad kleiner/gleich $n$ ist. Sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{n }
{ = }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Eine Faktorzerlegung in normierte Polynome muss die Form
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{X }
{ =} { (X+a) \cdot 1 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} haben, was
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{a }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} erzwingt. Es sei nun $n$ beliebig und eine Faktorzerlegung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ X^n }
{ =} { P \cdot Q }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} in normierte Polynome $P,Q$ vorgegeben. Da $0$ eine Nullstelle links ist, muss
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{P(0) }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} oder
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{Q(0) }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} sein. Sagen wir der erste Fall liegt vor. Nach Lemma 11.6 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)) ist $X$ ein Teiler von $P$ und somit ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{X^n }
{ =} { ( \tilde{ P} X) \cdot Q }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Da
\mathl{K[X]}{} nullteilerfrei ist, folgt
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{X^{n-1} }
{ =} { \tilde{P} \cdot Q }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und die Aussage folgt aus der Induktionsvoraussetzung.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Setze in das Polynom
\mathl{-5 X^3 - X^2 + \sqrt{2} X + \sqrt{5}}{} die Zahl $\sqrt{2}+\sqrt{3}$ ein.

}
{

Es ist
\mavergleichskettealigndrucklinks
{\vergleichskettealigndrucklinks
{ { \left( -5 X^3 - X^2 + \sqrt{2} X + \sqrt{5} \right) } { \left( \sqrt{2} + \sqrt{3} \right) } }
{ =} { -5 { \left( \sqrt{2} + \sqrt{3} \right) }^3 - { \left( \sqrt{2} + \sqrt{3} \right) }^2 + \sqrt{2} { \left( \sqrt{2} + \sqrt{3} \right) } + \sqrt{5} }
{ =} { -5 { \left( \sqrt{2}^3 +3 \sqrt{2}^2\sqrt{3}+3 \sqrt{2}\sqrt{3}^2 + \sqrt{3}^3 \right) } - { \left( \sqrt{2}^2 + 2\sqrt{2}\sqrt{3}+\sqrt{3}^2 \right) } + \sqrt{2} { \left( \sqrt{2} + \sqrt{3} \right) } + \sqrt{5} }
{ =} {-5 { \left( 2 \sqrt{2} +6 \sqrt{3}+9 \sqrt{2} + 3 \sqrt{3} \right) } - { \left( 2 + 2\sqrt{2}\sqrt{3}+3 \right) } + 2+ \sqrt{2} \sqrt{3} + \sqrt{5} }
{ =} {-5 { \left( 11 \sqrt{2} +9 \sqrt{3} \right) } - 3 - 2\sqrt{2}\sqrt{3} + \sqrt{2} \sqrt{3} + \sqrt{5} }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ =} {-55 \sqrt{2} -45 \sqrt{3} - \sqrt{2} \sqrt{3} - 3 + \sqrt{5} }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
}{}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{7}
{

Beweise den Satz über die Stetigkeit der Umkehrfunktion zu einer streng wachsenden, stetigen Funktion \maabb {f} { I } {\R } {,} zu einem Intervall $I\subseteq \R$.

}
{

\teilbeweis {}{}{}
{Dass das Bild wieder ein Intervall ist folgt aus Korollar 13.5 (Analysis (Osnabrück 2021-2023)).}
{} \teilbeweis {}{}{}
{Die Funktion $f$ ist \definitionsverweis {injektiv}{}{,} da sie streng wachsend ist und damit ist die Abbildung \maabbdisp {f} { I } { J } {} auf das Bild \definitionsverweis {bijektiv}{}{.}}
{} \teilbeweis {}{}{}
{Die Umkehrfunktion \maabbdisp {f^{-1}} { J } { I } {} ist ebenfalls streng wachsend.}
{} \teilbeweis {}{}{}
{Sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{g }
{ \defeq }{ f^{-1} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{y }
{ \defeq }{ f(x) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} vorgegeben. \fallunterscheidungzwei {Es sei zunächst $y$ kein \definitionsverweis {Randpunkt}{}{} von $J$. Dann ist auch $x$ kein Randpunkt von $I$. Sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \epsilon }
{ > }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} vorgegeben und ohne Einschränkung
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ [x- \epsilon, x+ \epsilon] }
{ \subseteq }{ I }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} angenommen. Dann ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \delta }
{ \defeq} { {\min { \left( y-f(x- \epsilon) , f(x + \epsilon)-y \right) } } }
{ >} { 0 }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und für
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{y' }
{ \in }{ [ y- \delta, y + \delta ] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} gilt wegen der Monotonie
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ g(y') }
{ \in} { [g(y-\delta), g(y+ \delta)] }
{ \subseteq} { [x- \epsilon, x+ \epsilon] }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Also ist $g$ stetig in $y$.}
{Wenn $y$ ein Randpunkt von $J$ ist, so ist auch $x$ ein Randpunkt von $I$, sagen wir der rechte Randpunkt. Dann ist zu vorgegebenem
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \epsilon }
{ > }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} wieder
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ [x- \epsilon, x] }
{ \subseteq }{ I }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \delta }
{ \defeq }{ y-f(x- \epsilon) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} erfüllt die geforderte Eigenschaft.}
}
{}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Gibt es eine reelle Zahl, die in ihrer dritten Potenz, vermindert um das Vierfache ihrer zweiten Potenz, gleich der Quadratwurzel von $42$ ist?

}
{

Es geht um eine reelle Lösung für die Gleichung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ f(x) }
{ =} { x^3 -4 x^2 }
{ =} { \sqrt{42} }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Es ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{f(0) }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{f(5) }
{ = }{ 25 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{0 }
{ \leq }{ \sqrt{42} }
{ \leq }{ 25 }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Da $f$ als Polynomfunktion stetig ist, gibt es nach dem Zwischenwertsatz ein
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{x }
{ \in }{ \R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} mit
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{f(x) }
{ = }{\sqrt{42} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{4}
{

Ordne die Zahlen
\mathdisp {\exp \left( 0,6 \right),\, \exp \left( 0,7 \right) \text{ und } 2} { }
gemäß ihrer Größe.

}
{

Es ist einerseits
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ \exp \left( 0{,}7 \right) }
{ \geq} { 1 + 0{,}7 + { \frac{ 1 }{ 2 } } \cdot 0{,}7^2 + { \frac{ 1 }{ 6 } } \cdot 0{,}7^3 }
{ =} { 1{,}7 + 0{,}245 +{ \frac{ 1 }{ 6 } } \cdot 0{,}343 }
{ >} { 1{,}945 + 0{,}057 }
{ =} { 2{,}002 }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ >} { 2 }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
} {}{.} Andererseits ist
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ \exp \left( 0{,}6 \right) }
{ \leq} { 1 + 0{,}6 + { \frac{ 1 }{ 2 } } \cdot 0{,}6^2 + { \frac{ 1 }{ 6 } } { \left( 0{,}6^3 +0{,}6^4 + \cdots \right) } }
{ =} { 1{,}6 + 0{,}18 +{ \frac{ 1 }{ 6 } } \cdot 0{,}6^3 { \left( 1+ 0{,}6 +0{,}6^2 + \cdots \right) } }
{ =} { 1{,}78 +{ \frac{ 1 }{ 6 } }\cdot 0{,}6^3 \cdot { \frac{ 5 }{ 2 } } }
{ =} { 1{,}78 + { \frac{ 3^3 \cdot 5 }{ 6 \cdot 5^3 \cdot 2 } } }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ =} { 1{,}78 + { \frac{ 9 }{ 100 } } }
{ =} { 1{,}87 }
{ <} { 2 }
{ } {}
} {}{,} wobei wir im dritten Schritt die geometrische Reihe verwendet haben. Daher ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \exp \left( 0{,}6 \right) }
{ <} { 2 }
{ <} { \exp \left( 0{,}7 \right) }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Es sei \maabb {f} {\R} { \R_+ } {} eine \definitionsverweis {differenzierbare Funktion}{}{.} Bestimme die Ableitung der Funktion
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{g(x) }
{ \defeq} { { \frac{ f(f(x)) }{ f(x) } } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}

}
{

Es ist
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{g'(x) }
{ =} { { \frac{ ( f(f(x)))' \cdot f(x) - f(f(x)) \cdot f'(x) }{ f^2(x) } } }
{ =} { { \frac{ f' (f(x)) \cdot f'(x) \cdot f(x) - f(f(x)) \cdot f'(x) }{ f^2(x) } } }
{ } { }
{ } { }
} {} {}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{4 (1+3)}
{

Wir betrachten die Funktion \maabbeledisp {} { [1,2] } { \R } { t } {g(t) = { \frac{ 1 }{ t } } } {.} \aufzaehlungzwei {Beschreibe den Flächeninhalt zur unteren maximalen Treppenfunktion zu $g$ zur Intervallunterteilung
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{1 }
{ \leq }{x }
{ \leq }{2 }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} in Abhängigkeit von $x$. } { Bestimme dasjenige $x$ zwischen \mathkor {} {1} {und} {2} {,} für das der Flächeninhalt zur unteren maximalen Treppenfunktion zu $g$ zur Intervallunterteilung
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{1 }
{ \leq }{x }
{ \leq }{2 }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} maximal wird. Welchen Wert hat dieser Flächeninhalt? }

}
{

\aufzaehlungzwei {Da $g$ streng fallend ist, besitzt die maximale untere Treppenfunktion auf jedem Teilintervall den Wert von $g$ an der oberen Intervallgrenze. Der Flächeninhalt der maximalen unteren Treppenfunktion ist also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{h(x) }
{ =} { { \left( x-1 \right) } { \frac{ 1 }{ x } } + { \left( 2-x \right) } { \frac{ 1 }{ 2 } } }
{ =} { 2 - { \frac{ 1 }{ x } } - { \frac{ x }{ 2 } } }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} } {Es ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{h'(x) }
{ =} { { \frac{ 1 }{ x^2 } } - { \frac{ 1 }{ 2 } } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Dies ist genau dann gleich $0$, wenn
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ { \frac{ 1 }{ x^2 } } }
{ =} { { \frac{ 1 }{ 2 } } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x }
{ =} { \sqrt{2} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} ist. Da die zweite Ableitung negativ ist, liegt in diesem Punkt ein lokales isoliertes Maximum mit dem Wert
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{h( \sqrt{2}) }
{ =} { 2 - { \frac{ 1 }{ \sqrt{2} } } -{ \frac{ \sqrt{2} }{ 2 } } }
{ =} { 2 - 2 { \frac{ 1 }{ \sqrt{2} } } }
{ =} { 2 -\sqrt{2} }
{ } { }
} {}{}{} vor, das auch global ist, da an den Grenzen der Wert ${ \frac{ 1 }{ 2 } }$ ist. }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{5}
{

Eine Kettenlinie \zusatzklammer {eine durchhängende Kette} {} {} wird durch die gewöhnliche Differentialgleichung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y }
{ =} { c \sqrt{1 +y'^2} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} beschrieben \zusatzklammer {
\mavergleichskettek
{\vergleichskettek
{c }
{ > }{ 2 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{}} {} {.} Finde die Lösung, wenn
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ y(-1) }
{ = }{ y(1) }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist.

}
{

Wir setzen
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{z }
{ =} { y' }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} diese Funktion erfüllt dann die Differentialgleichung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ z' }
{ =} { c \sqrt{1 +z^2} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} erster Ordnung. Das ist eine \anfuehrung{zeitunabhängige}{} Differentialgleichung. Eine Stammfunktion von
\mathl{{ \frac{ 1 }{ \sqrt{ 1+z^2 } } }}{} findet man \zusatzklammer {siehe Lemma 27.8 (Analysis (Osnabrück 2021-2023))} {} {} mit der Substitution
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{z }
{ =} { \sinh s }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} es ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \int_a^b { \frac{ 1 }{ \sqrt{z^2+1} } } dz }
{ =} { \int_{ \, \operatorname{arsinh} \, a \, }^{ \, \operatorname{arsinh} \, b \, } { \frac{ 1 }{ \cosh s } } \cosh s ds }
{ =} { \int_{ \, \operatorname{arsinh} \, a \, }^{ \, \operatorname{arsinh} \, b \, } 1 ds }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} eine Stammfunktion ist also
\mathl{\, \operatorname{arsinh} \, z \,}{.} Die Lösungen der Differentialgleichung für $z$ sind also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ z(x) }
{ =} { c \sinh (x+\alpha ) }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Daher sind die Lösungen für die ursprüngliche Gleichung gleich
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y (x) }
{ =} { \beta + c \cosh (x+\alpha ) }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Da die Anfangsbedingung symmetrisch zur $y$-Achse ist, muss
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{\alpha }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} sein. Die Bedingung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y(1) }
{ =} { \beta +c \cosh (1) }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} liefert
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \beta }
{ =} { - c \cosh (1) }
{ =} { -c { \frac{ e^1 +e^{-1} }{ 2 } } }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Also ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ y (x) }
{ =} { -c { \frac{ e^1 +e^{-1} }{ 2 } } + c \cosh x }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} die Lösung.

}