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Kurs:Einführung in die Theorie der Schemata/Vorlesung 12

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Lemma  

In einem Schema besitzt jede abgeschlossene irreduzible Teilmenge   

einen eindeutig bestimmten generischen Punkt.

Beweis  

Nach Voraussetzung ist nicht leer. Sei    ein Punkt und    eine offene affine Umgebung. Es ist dann

eine abgeschlossene irreduzible Teilmenge in einem affinen Schema. Nach Lemma 2.3 ist    mit einem Primideal  .  Wir behaupten, dass der generische Punkt von ist. Wenn    offen und nicht leer ist, so ist auch wegen der Irreduzibilität von nicht leer und daher  .  Der generische Punkt ist eindeutig bestimmt, da er als Punkt im affinen Schema eindeutig bestimmt ist.



Ein Schema heißt noethersch, wenn es durch endlich viele affine Schemata zu noetherschen Ringen überdeckt werden kann.

Insbesondere ist das Spektrum zu einem noetherschen Ring ein noethersches Schema.


Lemma  

Beweis  

Eine endliche Vereinigung von noetherschen Räumen ist wieder noethersch, deshalb können wir direkt davon ausgehen, dass ein Spektrum zu einem noetherschen Ring vorliegt. Wir müssen gemäß Lemma 2.8 zeigen, dass eine jede offene Teilmenge    quasikompakt ist. Da noethersch ist, gilt    und daher

nach Proposition 1.4  (2). Nach Korollar 1.6 in Verbindung mit Proposition 1.11 sind die quasikompakt, also auch ihre endliche Vereinigung.


Mit unseren bisher entwickelten topologischen Methoden können wir direkt das folgende rein algebraische Resultat beweisen.


In einem noetherschen kommutativen Ring

gibt es nur endlich viele minimale Primideale.

Beweis

Siehe Aufgabe 2.15.




Integre Schemata

Ein beringter Raum heißt reduziert, wenn für jede offene Teilmenge    der Ring reduziert ist.


Ein Schema heißt integer, wenn es irreduzibel und reduziert ist.



Lemma  

In einem integren Schema

sind die Restriktionsabbildungen

zu    injektiv.

Beweis  

Sei    nicht . Die Menge

ist offen nach Lemma 9.16 und wegen der Reduziertheit nicht leer. Wegen der Irreduzibilität von ist ebenfalls nicht leer und somit ist die Restriktion von auf ebenfalls nicht .



Es sei ein Körper und  .  Es ist    das einzige minimale Primideal von und daher ist irreduzibel. Wegen    und    gilt in der Lokalisierung die Gleichheit  ,  und es ist

ein Körper. Die Restriktionsabbildung ist nicht injektiv. Es ist

das Element ist aber in der Lokalisierung nicht .




Lemma  

In einem integren Schema ist zu jeder nichtleeren offenen Menge   

der Schnittring ein Integritätsbereich.

Beweis  

Da offen und nicht leer ist, gibt es eine nichtleere offene affine Teilmenge

Nach Lemma 12.7 genügt es zu zeigen, dass ein Integritätsbereich ist. Es sei das Nilradikal von . Wegen der Irreduzibilität von , die aus der Irreduzibilität von folgt, ist nach Lemma 2.3 das Ideal ein Primideal. Da die Reduziertheit nach Fakt ***** eine lokale Eigenschaft ist, gilt  .  Das Nullideal ist also ein Primideal und damit ist ein Integritätsbereich.



Lemma  

Beweis  

Den Halm kann man ausgehend von einer beliebigen nichtleeren affinen offenen Teilmenge bestimmen. Diese haben die Form    mit einem kommutativen Ring , der aufgrund von Lemma 12.9 ein Integritätsbereich ist. Der generische Punkt entspricht dabei dem Nullideal, und die Lokalisierung am Nullideal ergibt den Quotientenkörper von .



Zu einem integren Schema nennt man den Halm der Strukturgarbe im generischen Punkt den Funktionenkörper von .

In einem integren Schema ist der Schnittring zu jeder nichtleeren offenen Menge ein Unterring des Funktionenkörpers.


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