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Kurs:Einführung in die Theorie der Schemata/Vorlesung 13

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Moduln auf einem beringten Raum

So wie es für einen kommutativen Ring wichtig ist, die - Moduln zu verstehen, muss man für einen beringten Raum die darauf gegebenen -Moduln verstehen.


Eine Garbe auf einem beringten Raum heißt -Modul, wenn es für jede offene Menge    auf eine - Modulstruktur gegeben ist, die mit den Restriktionsabbildungen zu    verträglich ist.

Die Verträglichkeitsbedingung bedeutet, dass zu offenen Mengen    das Diagramm

kommutiert. Die Strukturgarbe ist insbesondere ein -Modul. Ein -Modul ist insbesondere eine Garbe von abelschen Gruppen.


Es sei ein beringter Raum und ein - Modul. Eine Untergarbe    derart, dass für jede offene Teilmenge    ein - Untermodul von ist, heißt -Untermodul von .


Es sei ein beringter Raum. Ein - Untermodul    heißt Idealgarbe.


Es sei ein lokal beringter Raum und ein - Modul. Zu einem Punkt    nennt man

die Faser von im Punkt .

Die Faser ist insbesondere ein Vektorraum über dem Restekörper .


Es sei ein beringter Raum und seien und - Moduln auf . Ein Garbenhomomorphismus heißt -Modulhomomorphismus, wenn für jede offene Menge    die Abbildung

ein - Modulhomomorphismus ist.

Ein - Modulhomomorphismus ist insbesondere ein Homomorphismus von Garben von abelschen Gruppen.

Die folgende Aussage ist eine Version des Festlegungssatzes aus der linearen Algebra.


Es sei ein beringter Raum und sei ein - Modul auf .

Dann geben globale Schnitte    Anlass zu einem eindeutig bestimmten Modulhomomorphismus

Zu jeder offenen Menge    ist    der freie - Modul mit der Basis . Die globalen Schnitte liefern Einschränkungen  .  Nach dem Festlegungssatz gibt es dazu einen eindeutig bestimmten - Modulhomomorphismus

Diese Modulhomomorphismen sind mit den Einschränkungen zu    verträglich und daher liegt ein Homomorphismus von Modulgarben vor.



Es sei ein beringter Raum und sei ein - Moduln auf .

Dann entspricht ein globaler Schnitt    eindeutig dem Modulhomomorphismus

Dies ist ein Spezialfall von Satz 13.6.




Konstruktionen für Modulgarben

Es sei ein beringter Raum und seien und Modulgarben auf . Dann nennt man

mit der natürlichen - Modulstruktur den (globalen) Homomorphismenmodul zu und .

Im Wesentlichen gibt es zu jeder Konstruktion für -Moduln eine analoge Konstruktion für -Moduln. Der Leitgedanke ist dabei, dass die konstruierten Objekte wieder die „richtigen Eigenschaften“ innerhalb der Kategorie aller -Moduln besitzt. Von daher ist auch zu erwarten, dass die vorstehende Definition noch nicht das letzte Wort ist, sondern um eine Garbenversion zu erweitern ist.


Es sei ein beringter Raum und seien und Modulgarben auf . Dann nennt man die Zuordnung

die Homomorphismengarbe zu und . Sie wird mit bezeichnet.

Es ist also



Es sei ein beringter Raum und seien und Modulgarben auf .

Dann ist die Homomorphismengarbe eine - Modulgarbe auf .

Es liegt die Beziehung

vor, und rechts steht nach Lemma 6.9 eine Garbe. Die Homomorphieeigenschaft, also die Verträglichkeit mit der Addition und der Skalarmultiplikation, kann man dabei lokal testen (siehe Aufgabe 13.7), sodass links eine Untergarbe steht. Die -Struktur auf wird durch die Addition und Skalarmultiplikation in der zweiten Komponente gegeben, und dies ist mit den Einschränkungen verträglich.



Es sei ein beringter Raum und sei eine Modulgarbe auf . Dann nennt man

mit der natürlichen - Modulstruktur den dualen Modul zu .


Es sei ein beringter Raum und seien Modulgarben auf . Dann nennt man die Vergarbung der Prägarbe

das Tensorprodukt der Moduln. Sie wird mit bezeichnet.

Aufgrund der universellen Eigenschaft der Vergarbung gibt es eine kanonische Abbildung

die in den Halmen ein Isomorphismus ist. Der Halm ist dabei das Tensorprodukt der Halme, siehe Aufgabe 13.9.



Invertierbare Garben

Ein - Modul auf einem beringten Raum heißt invertierbar, wenn es eine offene Überdeckung    derart gibt, dass die Einschränkungen isomorph zu sind.


Eine invertierbare Garbe auf einem beringten Raum heißt trivial, wenn sie isomorph zur Strukturgarbe ist.



Es sei ein topologischer Raum, versehen mit der Garbe der stetigen Funktionen und eine reelles Geradenbündel auf . Dann ist die Garbe der stetigen Schnitte im Sinne von Beispiel 5.6 ein invertierbarer - Modul. Zu einer offenen Menge    mit einer Trivialisierung    ist ja  



Es sei ein Körper und der projektive Raum über . Die Strukturgarbe ist für jede offene Teilmenge eine Teilmenge des Funktionenkörpers

Wegen der Faktorialität des Polynomringes gibt es zu jedem homogenen Ideal ein bis auf Multiplikation mit einem Skalar eindeutig bestimmtes homogenes Polynom von maximalem Grad ohne mehrfache Faktoren mit

(daei ist hier    erlaubt, wobei dann allerdings die Schreibweise nicht verwendet wird.). Wegen Satz 10.8 ist der globale Schnittring gleich

Sei    fixiert. Wir definieren eine Garbe durch

Dabei handelt es sich um eine invertierbare Garbe. Auf (und ebenso auf den ) ist nämlich

ein - Modulisomorphismus, der sich auf die kleineren offenen Teilmengen überträgt. Die globale Auswertung auf dem projektiven Raum ist einfach , was zeigt, dass (bei ) diese invertierbaren Garben zu    nicht zueinander isomorph sind (das stimmt für alle ).



Zu einem lokal beringten Raum , einer invertierbaren Garbe auf und einem globalen Schnitt    nennt man

den Invertierbarkeitsort von .

Das Komplement , also das Nullstellengebilde des Schnittes, bezeichnen wir mit .



Es sei ein lokal beringter Raum, eine invertierbare Garbe auf und    ein globaler Schnitt.

Dann ist der Invertierbarkeitsort    offen.

Dies folgt durch eine lokale Betrachtung aus Lemma 9.16.



Es sei ein lokal beringter Raum und eine invertierbare Garbe auf . Es sei    ein globaler Schnitt mit dem Invertierbarkeitsort .

Dann ist die Einschränkung trivial.

Der globale Schnitt gibt nach Lemma 13.7 Anlass zu einem Modulhomomorphismus

und insbesondere zu einem Modulhomomorphismus

Für jeden Punkt    ist dies ein Isomorphismus, daher ist nach Lemma 6.6 ebenfalls ein Isomorphismus.



Rückzug

Zu einem Morphismus beringter Räume und einem - Modul ist die zurückgezogene Garbe im Allgemeinen kein -Modul.


Zu einem Morphismus beringter Räume und einem - Modul ist die zurückgezogene Modulgarbe als Vergarbung der Prägarbe

definiert.



Es sei ein Morphismus beringter Räume und ein - Modul auf . Dann gelten folgende Eigenschaften.

  1. Der zurückgezogene Modul ist ein -Modul.
  2. Es ist
  3. Zu einer lokal freien Garbe auf vom Rang ist eine lokale freie Garbe auf vom Rang .
  4. Zu einer offenen Teilmenge    ist
  5. Für einen Morphismus

    in einen weiteren beringten Raum und einen -Modul ist  

  6. Zu einer offenen Teilmenge    ist

Beweis

Siehe Aufgabe *****.



Es sei ein Morphismus beringter Räume. Es sei ein - Modul auf und ein -Modul auf .

Dann gibt es einen natürlichen Gruppenisomorphismus

Dies folgt im Wesentlichen aus Aufgabe 8.13.



Es seien und lokal beringte Räume und ein Morphismus lokal beringter Räume. Es sei eine invertierbare Garbe auf und    ein Schnitt. Es sei der zurückgezogene Schnitt in der zurückgezogenen Garbe .

Dann gilt für die Invertierbarkeitsorte die Beziehung

Dies folgt aus Lemma 9.18.



Es sei ein Ringhomomorphismus zwischen kommutativen Ringen und der zugehörige Schemamorphismus. Es sei ein - Modul.

Dann ist

Beweis

Siehe Aufgabe *****.



Es sei ein Schemamorphismus.

Zu einem quasikohärenten - Modul ist eine quasikohärenter -Modul.

Dies folgt direkt aus Lemma 13.23.



Es sei ein standard-graduierter Ring und    ein Restklassenring zu einem homogenen Ideal  .  Es sei

die zugehörige abgeschlossene Einbettung.

Dann gilt für die getwisteten Strukturgarben die Beziehung

Wir können direkt annehmen, dass

der standard-graduierte Polynomring über einem kommutativen Ring ist. Der homogene Restklassenhomomorphismus definiert einen - Modulhomomorphismus

Durch Adjunktion im Sinne von Lemma 13.21 entspricht diesem ein -Modulhomomorphismus

Dieser ist ein Isomorphismus.


Eine direktere Beweismöglichkeit ergibt sich mit Aufgabe 15.22.


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