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Kurs:Elementare und algebraische Zahlentheorie/15/Klausur mit Lösungen/kontrolle

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
Punkte 3 3 2 3 3 5 7 2 4 3 3 3 4 4 2 3 10 64




Aufgabe (3 Punkte)


Lösung

  1. Ein Element heißt Einheit, wenn es ein Element mit gibt.
  2. Eine zahlentheoretische Funktion

    heißt multiplikativ, wenn für teilerfremde Zahlen stets

    gilt.

  3. Man nennt den ganzen Abschluss von im Quotientenkörper die Normalisierung von .
  4. Man nennt die Diskriminante einer Ganzheitsbasis von die Diskriminante von .
  5. Man nennt einen endlich erzeugten - Untermodul des Quotientenkörpers ein gebrochenes Ideal.
  6. Man sagt, dass eine ganze Zahl durch eine binäre quadratische Form

    darstellbar ist, wenn es ganze Zahlen mit

    gibt.


Aufgabe (3 Punkte)


Lösung

  1. Es sei eine ungerade Primzahl. Dann gibt es quadratische Reste modulo und nichtquadratische Reste modulo .
  2. Es gibt Konstanten    derart, dass die Primzahlfunktion für alle den Abschätzungen
    genügt.
  3. Es sei ein quadratischer Zahlbereich und sei ein von verschiedenes Ideal in . Dann gilt


Aufgabe (2 Punkte)

Bestätige die folgende Identität.


Lösung

Es ist

und

und somit

Andererseits ist


Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme in mit Hilfe des euklidischen Algorithmus den größten gemeinsamen Teiler von und .


Lösung

Der Euklidische Algorithmus liefert:

Die Zahlen und sind also teilerfremd.


Aufgabe (3 Punkte)

Es ist  .  Gibt es neben der weitere natürliche (ganze, reelle, komplexe) Zahlen , die die Gleichung

erfüllen?


Lösung

Es gibt noch die ganzzahligen Lösungen

(Summe und Produkt der drei aufeinanderfolgenden Zahlen ist ) und

(Summe und Produkt der drei aufeinanderfolgenden Zahlen ist ). Die Gleichung ist eine polynomiale Gleichung vom Grad , daher gibt es über einem beliebigen Körper keine weiteren Lösungen.


Aufgabe (5 (1+2+1+1) Punkte)

Es sei eine natürliche Zahl . Unter einer Teilerkette von verstehen wir eine Folge von Teilern von , wobei stets die folgende Zahl teilt, aber nicht mit dieser übereinstimmt.

a) Finde eine Teilerkette von , in der genau vier Zahlen stehen.

b) Charakterisiere, in Abhängigkeit von der Primfaktorzerlegung von , wie lange die maximalen Teilerketten sind.

c) Für welche natürliche Zahlen gibt es nur eine Teilerkette maximaler Länge?

d) Wie viele Teilerketten maximaler Länge besitzt ?


Lösung


a) .

b) Es sei die Anzahl der Primfaktoren (mehrfach vorkommende Primzahlen mehrfach zählen). Dann ist die Länge einer Teilerkette maximaler Länge gleich , da ja bei jedem Schritt ein Primfaktor dazukommen muss.

c) Für Primzahlpotenzen ist die einzige Teilerkette maximaler Länge gleich


d) Die Möglichkeiten ergeben sich über die möglichen Positionen, wo die beiden Faktoren eingehen. Das ergibt

Möglichkeiten.


Aufgabe (7 (2+1+2+2) Punkte)

Zeige, dass für natürliche Zahlen folgende Aussagen gelten.

  1. Für teilerfremde ist
  2. Es gibt    mit

    wobei teilerfremd sind.

  3. Es ist
  4. Es ist


Lösung

  1. Zunächst ist natürlich das Produkt ein gemeinsames Vielfaches von und . Es sei also irgendein gemeinsames Vielfaches, also und . Nach [[Teilbarkeitstheorie (Z)/Lemma von Bezout/Fakt|Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)/15/Klausur mit Lösungen/kontrolle (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) (Zahlentheorie (Osnabrück 2025))]] gibt es im teilerfremden Fall Zahlen    mit  .  Daher ist

    ein Vielfaches von .

  2. Die Existenz von und ist klar. Hätten und einen gemeinsamen Teiler  ,  so ergäbe sich sofort der Widerspruch, dass ein größerer gemeinsamer Teiler von und wäre.
  3. Die rechte Seite ist offenbar ein gemeinsames Vielfaches von und . Es sei ein Vielfaches der linken Seite, also ein gemeinsames Vielfaches von und . Dann kann man und schreiben. Damit ist    und somit ist    (bei ; bei ist die Behauptung direkt klar) ein gemeinsames Vielfaches von und . Also ist    ein Vielfaches der rechten Seite.
  4. Wir schreiben unter Verwendung der ersten Teile


Aufgabe (2 Punkte)

Zeige, dass die Gleichung

in auch Lösungen    besitzt.


Lösung

Beispielsweise ist


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei eine Primzahl und sei ein Polynom mit Koeffizienten in vom Grad  .  Zeige, dass es ein Polynom mit einem Grad derart gibt, dass für alle Elemente    die Gleichheit

gilt.


Lösung

Wir führen im Polynomring die Division mit Rest von durch durch und erhalten

Dabei ist oder aber der Grad von ist (das Nullpolynom habe jeden Grad). Setzt man links und rechts ein Element ein, so ist stets nach dem kleinen Fermat, d.h. der linke Summand ist immer null und damit stimmen und an diesen Stellen überein.


Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)

Wie viele Quadrate und wie viele primitive Elemente besitzt ?

Wie viele Elemente besitzt , die weder primitiv noch ein Quadrat sind?

Es sei ein primitives Element von . Liste explizit alle Elemente auf, die weder primitiv noch ein Quadrat sind.


Lösung

Es gibt Quadrate. , also gibt es primitive Elemente.

Ein Quadrat ist nicht primitiv. Deshalb gibt es Elemente, die ein Quadrat oder primitiv sind. Es verbleiben Elemente, die weder ein Quadrat noch primitiv sind.

Es sei primitiv. Ein Element der Form ist genau dann primitiv, wenn und teilerfremd sind. Es ist genau dann ein Quadrat, wenn gerade ist. Gesucht sind also die ungeraden Zahlen , die nicht teilerfremd zu sind. Sie müssen also oder als Teiler haben. Damit verbleiben .


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei  .  Zeige, dass das Produkt von aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen von geteilt wird.


Lösung

Es ist

Da der Binomialkoeffizient eine ganze Zahl ist, folgt, dass das Produkt der aufeinanderfolgenden Zahlen von geteilt wird.


Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass das Polynom

nicht irreduzibel ist.


Lösung

Es ist


Aufgabe (4 (1+1+2) Punkte)


a) Zeige, dass durch

ein Körper mit Elementen gegeben ist.


b) Berechne in das Produkt .


c) Berechne das (multiplikativ) Inverse zu .


Lösung

a) Es ist

Also besitzt das Polynom keine Nullstelle in und ist somit irreduzibel, also ist ein Körper. Die Restklassen von bilden eine -Basis, sodass dieser Körper Elemente besitzt.

b) Es ist

c) Polynomdivision liefert

In gilt somit

Das Inverse von in ist , also ist
das Inverse von .


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei ein kommutativer Ring und ein Ideal. Zeige, dass genau dann ein Primideal ist, wenn der Restklassenring ein Integritätsbereich ist.


Lösung

Es sei zunächst ein Primideal. Dann ist insbesondere    und somit ist der Restklassenring nicht der Nullring. Es sei    in wobei durch Elemente in repräsentiert seien. Dann ist    und damit    oder  .  was in gerade    oder    bedeutet.

Ist umgekehrt ein Integritätsbereich, so handelt es sich nicht um den Nullring und daher ist  .  Es sei  .  Dann ist    in und daher    in , also ist  


Aufgabe (2 Punkte)

Wir betrachten im quadratischen Zahlbereich    das Primideal  .  Zeige direkt, dass das Ideal in der Lokalisierung ein Hauptideal ist.


Lösung

Es ist

Es ist , da sonst das Einheitsideal vorliegen würde. Also ist in der Lokalisierung eine Einheit und es ist

und somit ist ein Erzeuger von .


Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass es in einem quadratischen Zahlbereich nur endlich viele Ideale gibt, deren Norm unterhalb einer gewissen Zahl liegt.


Lösung

Es genügt zu zeigen, dass es zu einer natürlichen Zahl nur endlich viele Ideale in mit    gibt. Es sei also ein solches Ideal. Dann ist    nach Korollar 21.5 (Zahlentheorie (Osnabrück 2025)) und damit entspricht einem Ideal aus . Dieser Ring ist aber nach Satz 18.14 (Zahlentheorie (Osnabrück 2025)) endlich und besitzt somit überhaupt nur endlich viele Ideale.


Aufgabe (10 Punkte)

Es sei    der quadratische Zahlbereich zu  .  Bestimme die Klassengruppe von .


Lösung

Die Diskriminante ist , jede Idealklasse wird nach Lemma 27.5 (Zahlentheorie (Osnabrück 2025)) durch ein Ideal der Norm repräsentiert, also echt kleiner als . Da die Idealklassengruppe durch Primideale erzeugt wird, müssen wir nur Primideale betrachten, die auf oder runterschneiden. Der Ganzheitsring ist

Für ein Element ist die Norm gleich .

Der Ring oberhalb von    ist

Das einzige Primideal oberhalb von ist also

Dessen Norm ist , es ist kein Hauptideal, da nicht die Norm eines Elementes ist, und es ist

Insbesondere ist ein Element der Ordnung in der Klassengruppe.

Der Ring oberhalb von    ist

Die Primideale oberhalb von sind also

und dazu konjugiert

Deren Norm ist , sie sind keine Hauptideale, da nicht die Norm eines Elementes ist, und es ist

Aufgrund der Normeigenschaften folgt, dass auch keine Hauptideale sind. Wir betrachten

Dies hat die Norm . Das Element

gehört ebenfalls dazu, da das Doppelte und das Dreifache davon dazugehören. Deshalb gehört auch

dazu. Da dieses die Norm besitzt, ist dieses Ideal ein Hauptideal. Insbesondere ist äquivalent zu und braucht nicht weiter berücksichtigt zu werden. Zugleich ergibt sich, dass ein Hauptideal ist. Deshalb definiert ein Element in der Klassengruppe mit Ordnung .

Der Ring oberhalb von    ist

Die Primideale oberhalb von sind also

und das dazu konjugierte Ideal, beide mit Norm . Wir betrachten das Ideal

Das Element besitzt die Norm , deshalb liegt ein Hauptideal vor. Die Klassengruppe ist also isomorph zu .