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Kurs:Funktionentheorie/Darstellungslemma für Dreiecksintegrale

Aus Wikiversity

Einleitung

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Analog zum Darstellungslemma für Rechteckintergrale kann man auch für Dreieckintegrale unterschiedliche Darstellungen über Wegintegrale und Flächenstammfunktionen finden. Ferner werden alternierende Randwege für die Integraldarstellung betrachtet, die insbesondere für Polygonen deren Flächenintegrale eine besondere Rolle spielen.

Darstellungslemma für Dreiecksintegrale

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Sei eine holomorphe Funktion bei der die Eckpunkte und die konvexe Hülle . auf einer konvexen offenen Teilmengen . Dann hat das komplexe Flächenintegral über die orienterte Rechteckfläche folgende Darstellungen (D1-D2):

(D1) Wegintegralsumme über Stammfunktion

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Mit der Stammfunktion von folgende Darstellung (W1):

(D2) Alternierende Randweg über Stammfunktion

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Mit der Stammfunktion von hat das orientierte Flächenintegral folgende Darstellung über den alternierenden Randweg:

Bemerkung 1 - Integraldarstellung und Konvexkombinationen

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Das komplexwertige Flächenintegral hat einen Bezug zur Orientierung bei der Darstellung der Punkte in der Dreiecksfläche. Ferner kann analog zum Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen die Fläche nicht nur mit der Flächenstammfunktion berechnen, sondern auf zwei unterschiedliche Wegen als Wegintegral über eine Stammfunktion von darstellen. Strukturgleich zum Darstellungslemma für Rechteckintergrale kann man auch bei Dreiecken das Flächenintegral über einen alternierenden Randweg darstellen.

Bemerkung 2 - alternierender Rand - Vorzeichen

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Die wechselnden Vorzeichen bei den Flächenstammfunktionen ist bereits durch das Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen bekannt. Analog liefert die alternierende Orientierung auf dem Rand weg , und , dass sich bei dem Integranden die Werte bei Polygonen mit ungerader Anzahl von Ecken im Anfangspunkt des alternierenden Randweges (hier ) annulieren.

Bemerkung 3 - alternierender Rand - Vorzeichen

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Die Wege auf dem Rand sind grün markiert worden, wenn diese gegen den Uhrzeigersinn auf dem Dreiecksrand durchlaufen werden und rot, wenn diese negative Orientierung besitzen.

Integration for an area in the complex number plane - LibreOffice Draw export - Image of series 03 for Wikiversity
Integration for an area in the complex number plane - LibreOffice Draw export - Image of series 03 for Wikiversity

Bemerkung - Cauchy-Integralsatz

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Nach dem Cauchy-Integralsatz liefert die Summe den beiden rot markierten Wegintegrale den gleichen Wert wie das Wegintegral über den grün markierten Weg (siehe auch Wegunabhängigkeit der Wegintegrale, wenn Stammfunktionen existieren)

Beweis - Darstellungslemma

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Da eine holomorphe Funktion besitzt über die Holomorphiekriterien lokale Stammfunktionen auf konvexen Gebieten. Das Dreieck mit ist eine konvexe Menge, daher gibt es auf eine offene konvexen Umgebung auf der die lokale Stammfunktion besitzt (siehe Stammfunktion als Wegintegral). Ferner gibt es dann Stammfunktionen beliebig hoher Ordnung. Die Darstellung (D1) ergibt sich aus Flächenintegralsatz für Dreiecke. (D2) ist noch zu zeigen.

Beweisschritt 1 - Definition Flächenintegral

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Für die holomorphe Funktion ist das Flächenintegral über das Dreieck mit durch die orientierte Fläche mit mit und definiert.

Beweisschritt 2 - partielle Ableitungen

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Die partiellen Ableitungen von als orientierte Fläche sind

  • und
  • .

Beweisschritt 3 - Berechnung des inneren Wegintegrals

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Eine holomorphe Funktion besitzt auf einfach zusammenhängenden Gebieten (also inbesondere konvexen Mengen) eine Stammfunktion. Sei nun eine Stammfunktion von auf einer konvexen offenen Menge , die das Dreieck enthält. Wenn eine Stammfunktion besitzt, ist das innere Integral ein Wegintegral von nach und es gilt:

Die Ersetzung des Integrals durch die Stammfunktion erfolgt über die Substitutionsregel bei Wegintegralen.

Beweisschritt 4 - Stammfunktion zweiter Ordnung

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Da auch die Stammfunktion auf der konvexen offenen Menge mit eine holomorphe Funktion ist, existiert auch für wieder eine Stammfunktion . Die holomorphe Funktion ist eine Flächenstammfunktion und damit eine Stammfunktion 2. Ordnung. Es gilt daher alle :

Nach dem Differenzsatz für Stammfunktionen unterscheiden sich zwei beliebige Flächenstammfunktionen um einen affinen Term mit .

Beweisschritt 5 - Berechnung des äußeren Wegintegrals

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Mit der Flächenstammfunktion als Stammfunktion 2. Ordnung von auf einer konvexen offenen Menge , kann man nun auch das äußere Integral für das Rechteck für die holomorphe Funktion berechnen. Das äußere Integral ist wieder ein Wegintegral von nach .

Beweisschritt 6 - Anfangs- und Endpunkte des Wegintergrals

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Durch die Differenz der Flächenstammfunktionen wertet die Stammfunktion 2. Ordnung von in den Eckpunkten des Dreiecks aus. Damit erhält man mit :

Beweisschritt 7 - alternierendes Randwegintegral

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Für die Berechnung des Integrals wurde die Flächenstammfunktionen als Stammfunktion 2. Ordnung von in den Anfangs- und Endpunkten der beiden Integrationswegen und ausgewertet. Diese Summe wird nun durch algebraische Umformungen als alternierendes Randwegintegral dargestellt.

Beweisschritt 8 - alternierendes Randwegintegral

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Die obige Zerlegung als Differenzen der Flächenstammfunktionen führt zu der folgenden Darstellung als alternierendes Randwegintegral (D2):

Damit auch die Integraldarstellung (D2) für Dreieckes als alternierendes Randintegral bewiesen.

Bemerkung zu Teilaussagen (D1) und (D2)

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Für die Berechnung von Integralen ist (D1) von Bedeutung, da mit (D1) eine Flächenstammfunktion nur an zwei Stellen in der konvexen Menge ausgewertet werden muss. Die Darstellung (D2) ist für die Berechnung von Flächenintegrale für Vielecke (Polygone) als orientierte Fläche wesentlich, da die Dreieckzerlegung damit einen alternierenden Randweg erzeugt.

Aufgabe

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Berechnen Sie das Flächenintegral des folgenden Dreiecks für für die orientierte Dreiecksfläche mit den Eckpunkten

Verwenden Sie dazu Maxima CAS oder GNU R.

Siehe auch

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Seiteninformation

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