Die komplexen Flächenintegrale über Stammfunktionen besitzen einen engen Zusammenhang zur Wegintegralen bei holomorphen Funktionen. Dabei verwendet man die Wegunhängigkeit bei Wegintegral in einfach zusammenhängenden Gebieten. Ausgehend von der Definition des komplexen Flächenintegrals für Stammfunktionen, drückt man das Flächenintegral durch zwei Wegintegral aus, die über die Seiten des Rechtecks verlaufen. Das Darstellungslemma klärt damit auch, dass man für die Berechnung des Integrals die jeweils gegenüberliegenden Vierecksseiten alternativ als Wegintegrale wählen kann, wenn man die Orientierung der Wegintegrale berücksichtigt.
Das Flächenintegral für ein Rechteck kann man mit dem Darstellungslemma durch zwei Wegintegral von zwei Alternativen dargestellt werden. Dabei werden immer zwei Wegeintegrale von zwei gegenüberliegenden Seiten gewählt (rote Wegintegral bzw. grüne Wegintgeral)
Sei eine holomorphe Funktion bei der die Eckpunkte und eine weiterer Punkt auf einer konvexen offenen Teilmengen . Dabei ist der Startpunkt des Wegintegrals der Stammfunktion und es gilt und . Dann hat das komplexe Flächenintegral über die orienterte Rechteckfläche folgende Darstellungen (W1-W2):
Das komplexwertige Flächenintegral über orientierte Fläche kann neben der Berechnung über eine Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen nicht nur mit der Flächenstammfunktion berechnen, sondern auch Wegintegral über eine Stammfunktion von . Neben dem Integral über einen alternierenden Randweg gibt es zwei Optionen, die unabhängig von der Wahl der gegenüberliegenden Seitenpaare sind. Die Integrationswege
Die wechselnden Vorzeichen bei den Flächenstammfunktionen im Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen liefert die Orientierung der beiden Integrationsweges vom Integral über den Weg .
Integration for an area in the complex number plane - LibreOffice Draw export - Image of series 11 for Wikiversity
Da eine holomorphe Funktion ist und die Eckpunkte und der Startpunkt der Stammfunktion als Wegintegral in der konvexen Menge liegen, ist die Stammfunktion als komplexes Wegintegral wohldefiniert mit:
Schritt 2 - Anwendung der Definition des komplexen Flächenintegrals
Damit erhält man die Aussage des Darstellungslemmas von (R1) und dieses zeigt, dass das Flächenintegrals über Rechtecke unahängig von der Wahl der gegenüberliegenden Seitepaare ist. Für den Beweis von (R2) wird (R1) benötigt.
Mit (R1) erhält man zwei alternative Darstellung des orientierten Flächenintegrals über . Insgesamt erhält man durch die Addition der Integraldarstellungen den doppelten orientierten Flächeninhalt von
Es entsteht ein geschlossener alternierende Randweg mit wechselnder Integrationsrichtung pro Konvexkombination zwischen Eckpunkten über . Der Vorzeichenwechsel entsteht durch Wechsel der Laufrichtung im Integrationwegen .
Die Vorzeichen für Stammfunktion kann wie folgt veranschaulicht werden. Die Erläuterung, warum diese Vorzeichen so definiert werden wird in den folgenden Abschnitten in Abbildung erläutert. Der komplexe Flächeninhalt des Rechtecks wird insgesamt als Summe der Werte der Stammfunktionen in den Eckpunkten berechnet.
Sei eine holomorphe Funktion, bei der die Eckpunkte eines Rechtecks mit in einer konvexen offenen Menge liegen. Die lokale Stammfunktion hat Startpunkt des Wegintegrals als Stammfunktion. Dann gilt mit den zugehörigen Flächenstammfunktionen :
In der Funktionentheorie kann man den Wert einer Stammfunktionen von als Wegintegrale von nach darstellen. In einem konvexen Menge kann man diesen Startpunkt frei wählen. Das Korollar zeigt, wie sich das Integral ändert, wenn man den Startpunkt als Eckpunkt des Rechtecks wählt. In dem Korollar wurde dies für die folgende Gleichung gezeigt.