Wegintegrale über einen Kreisrand wurden bei der Cauchy-Integralformel verwendet, um eine holomorphe Funktion
f
:
G
→
C
{\displaystyle f:G\to \mathbb {C} }
im Inneren eine Kreisscheibe
D
r
(
z
0
)
{\displaystyle D_{r}(z_{0})}
über ein Integral über den Kreisrand darzustellen, d.h. für alle
z
∈
D
r
(
z
0
)
{\displaystyle z\in D_{r}(z_{0})}
gilt:
f
(
z
)
=
1
2
π
i
∮
∂
D
r
(
z
0
)
f
(
ζ
)
ζ
−
z
d
ζ
.
{\displaystyle f(z)={\frac {1}{2\pi \mathrm {i} }}\displaystyle \oint _{\partial D_{r}(z_{0})}{\frac {f(\zeta )}{\zeta -z}}\mathrm {d} \zeta .}
In dieser Lerneinheit werden keine Wegintergale über Kreisränder, sondern Flächenintegrale über Kreisscheiben als orientierte Flächen im Vergleich zu Doppelintegralen über Real- und Imaginärteil behandelt.
Analysieren Sie die folgende Flächenintegrale über eine Kreisscheibe
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
als orientierte Fläche .
Was ist der Grund dafür, dass mache Flächenintegrale bzw. Doppelintegral einen von 0 verschiedenen Wert aufweisen?
Kann man ein Doppelintegral über Real- und Imaginärfall über Kreisscheiben als Spezialfall der Integration über orientierte Flächen auffassen?
Stellen Sie ausgewählte Teilaspekte dieser Lerneinheit in den Übungen vor!
Man könnte nach den bisherigen Ergebnissen für Dreiecke und Rechtecke annehmen, dass der Wert eines Flächenintegral über den Wert an den Extremalpunkten der Fläche festgelegt ist. Die Extremalpunkte eines Kreises sind im Gegensatz zu Polygonen (Vielecken) aber nicht endlich. Extremalpunkte einer Kreisschreibe als konvexe Menge besteht aus dem Kreisrand (also der Spur des Integrationsweges im Cauchy-Integralsatz ). Tatsächlich hängt das Flächenintegral von Kreisscheiben aber nur von den Bildpunkten
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})}
mit
(
t
1
,
t
2
)
∈
{
(
a
1
,
a
2
)
,
(
a
1
,
b
2
)
,
(
b
1
,
a
2
)
,
(
b
1
,
b
2
)
}
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in {\big \{}(a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}),(b_{1},b_{2}){\big \}}}
als orientierte Fläche ab.
Mit einem Doppelintegral über den Realteil
x
∈
R
{\displaystyle x\in \mathbb {R} }
und den Imaginärteil
y
∈
R
{\displaystyle y\in \mathbb {R} }
mit
z
=
x
+
i
y
∈
C
{\displaystyle z=x+iy\in \mathbb {C} }
für die holomorphe Funktion
f
=
f
1
+
i
f
2
{\displaystyle f=f_{1}+if_{2}}
auf dem Definitionsbereich
G
⊆
C
{\displaystyle G\subseteq \mathbb {C} }
betrachtet man eigentlich zwei separate Integrale von
G
R
⊆
R
2
{\displaystyle G_{_{\mathbb {R} }}\subseteq \mathbb {R} ^{2}}
für
f
1
{\displaystyle f_{1}}
und
f
2
{\displaystyle f_{2}}
die dann zusammengefasst eine Wert des Integrals in
R
2
{\displaystyle \mathbb {R} ^{2}}
liefert. Eine orientierte Fläche berücksichtigt dagegen die geometrische Struktur, die sich aus dem algebraischen Zusammenhang zwischen Realteil und Imaginärteil ergeben, wie z.B. bei der Multiplikation als Drehstreckung in
C
{\displaystyle \mathbb {C} }
.
Beispiel - Doppelintegral über Kreisscheiben[ Bearbeiten ]
Bevor allgemein über orientierte Kreisscheiben integriert wird, berechnet das folgende Beispiel für eine Kreissscheibe das Doppelintegral über Real- und Imaginärteil für die holomorphe Funktion
f
:
C
→
C
{\displaystyle f:\mathbb {C} \to \mathbb {C} }
mit
f
(
z
)
=
z
2
{\displaystyle f(z)=z^{2}}
. Integriert wird über die abgeschlossene Kreisscheibe
D
r
(
z
0
)
¯
:=
{
z
∈
C
:
|
z
−
z
0
|
≤
r
}
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}:=\{z\in \mathbb {C} \,\colon \,|z-z_{0}|\leq r\}}
mit Mittelpunkt
z
0
{\displaystyle z_{0}}
und Radius
r
0
>
0
{\displaystyle r_{0}>0}
. Über die Anwendung der Transformationsformel wird der Wert des Integral mit dem Mittelpunkt der Kreisscheibe
z
0
=
3
+
2
i
≠
0
{\displaystyle z_{0}=3+2i\not =0}
und dem Radius
r
0
:=
3
>
0
{\displaystyle r_{0}:=3>0}
berechnet.
∬
D
r
o
(
z
o
)
¯
f
(
x
+
i
y
)
d
x
d
y
=
∫
0
2
π
∫
0
r
o
f
(
z
o
+
r
⋅
e
i
t
)
⋅
r
d
r
d
t
=
∫
0
2
π
∫
0
r
o
(
z
o
2
+
2
r
e
i
t
z
o
+
(
r
e
i
t
)
2
)
⋅
r
d
t
d
r
=
∫
0
2
π
z
0
2
r
o
d
t
+
∫
0
2
π
2
3
r
o
3
e
i
t
⋅
z
0
+
1
3
r
o
3
e
i
2
t
d
t
⏟
=
0
=
z
o
2
⏟
∈
C
⋅
r
o
⋅
2
π
⏟
∈
R
=
(
3
+
2
i
)
2
⏟
=
5
+
12
i
⋅
6
π
=
30
π
+
72
π
i
≠
0
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\underset {\overline {D_{r_{o}}(z_{o})}}{\quad \iint \quad }}\!\!\!\!\!\!f(x+iy)\,dx\,dy\!\!\!\!&=&\displaystyle \int _{0}^{2\pi }\!\!\!\int _{0}^{r_{o}}f(z_{o}+r\cdot e^{it})\cdot r\,dr\,dt\\&=&\displaystyle \int _{0}^{2\pi }\!\!\!\int _{0}^{r_{o}}{\big (}z_{o}^{2}+2\,r\,e^{it}\,z_{o}+(r\,e^{it})^{2}{\big )}\cdot r\,\,dt\,dr\\&=&\displaystyle \int _{0}^{2\pi }\!z_{0}^{2}\,r_{o}\,dt+\underbrace {\int _{0}^{2\pi }\!{\tfrac {2}{3}}\,r_{o}^{3}\,e^{it}\cdot z_{0}+{\tfrac {1}{3}}\,r_{o}^{3}\,e^{i2t}\,dt} _{=0}\\&=&\displaystyle \underbrace {z_{o}^{2}} _{\in \mathbb {C} }\cdot \underbrace {r_{o}\cdot 2\pi } _{\in \mathbb {R} }=\underbrace {(3+2i)^{2}} _{=5+12i}\cdot 6\pi =30\pi +72\pi i\not =0\end{array}}}
z
o
2
∈
C
{\displaystyle z_{o}^{2}\in \mathbb {C} }
ist eine Konstante bezüglich der Integrationsvariable
r
{\displaystyle r}
. Die Stammfunktion von
z
o
2
{\displaystyle z_{o}^{2}}
ist daher
z
o
2
⋅
r
{\displaystyle z_{o}^{2}\cdot r}
∫
0
r
o
z
o
2
d
r
=
[
z
o
2
⋅
r
]
0
r
o
=
z
o
2
⋅
r
o
{\displaystyle \int _{0}^{r_{o}}z_{o}^{2}\,dr=\left[z_{o}^{2}\cdot r\right]_{0}^{r_{o}}=z_{o}^{2}\cdot r_{o}}
Das obige Integral zeigt mit der Anwendung der Transformationsformel in Polarkoordinaten, dass das Doppelintegral nicht verschwindet. Der Wert des Integrals hängt quadratisch vom Zentrum
z
o
{\displaystyle z_{o}}
der Kreisschreibe und vom Radius
r
0
{\displaystyle r_{0}}
ab.
Bei einer orientierten Fläche wird mit
γ
∘
:
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
1
,
b
1
]
→
D
r
(
z
o
)
¯
⊂
C
{\displaystyle \gamma _{\circ }:[a_{1},b_{1}]\times [a_{1},b_{1}]\to {\overline {D_{r}(z_{o})}}\subset \mathbb {C} }
Ein Rechteck
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
1
,
b
1
]
⊂
R
2
{\displaystyle [a_{1},b_{1}]\times [a_{1},b_{1}]\subset \mathbb {R} ^{2}}
auf die abgeschlossene Kreisscheibe
D
r
(
z
o
)
¯
⊂
C
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}\subset \mathbb {C} }
mit Radius
r
>
0
{\displaystyle r>0}
und bijektiv
z
o
∈
C
{\displaystyle z_{o}\in \mathbb {C} }
abgebildet.
Das Argument
t
1
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,1]}
ist in der Animation monoton wachsend und das Argument
t
2
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{2}\in [0,1]}
oszilliert zwischen 0 und 1 über Anwendung einer trigonometrische Funktion.
oriented surface for mapping from square to disk - created with OpenSource Geogebra and exported to animated GIF
Wie kann man die obige Animation in Abhängigkeit von dem monoton wachsenden Argument
t
1
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,1]}
, sodass der Parameter
t
2
:=
ψ
(
t
1
)
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{2}:=\psi (t_{1})\in [0,1]}
in Abhängigkeit von
t
1
{\displaystyle t_{1}}
oszilliert. Verwenden Sie dazu die Abbildung
ψ
{\displaystyle \psi }
, sodass
t
2
:=
ψ
(
t
1
)
{\displaystyle t_{2}:=\psi (t_{1})}
dann
n
{\displaystyle n}
-fach zwischen 0 und 1 oszilliert. Bestimmen Sie dazu die Parameter
a
,
b
,
c
∈
R
{\displaystyle a,b,c\in \mathbb {R} }
.
t
2
=
ψ
(
t
1
)
:=
a
⋅
cos
(
b
⋅
t
1
)
+
c
{\displaystyle t_{2}=\psi (t_{1}):=a\cdot \cos(b\cdot t_{1})+c}
Nutzen Sie die folgenden Hilfen, um die Parameter
a
,
b
,
c
∈
R
{\displaystyle a,b,c\in \mathbb {R} }
zu bestimmen:
Die Funktion
ψ
1
(
t
1
)
:=
cos
(
t
1
)
+
1
{\displaystyle \psi _{1}(t_{1}):=\cos(t_{1})+1}
oszilliert zwischen 0 und 2,
Die Funktion
ψ
2
(
t
1
)
:=
cos
(
2
π
⋅
t
1
)
+
1
{\displaystyle \psi _{2}(t_{1}):=\cos(2\pi \cdot t_{1})+1}
erzeugt eine vollständige Kosinusschwingung, wenn
t
1
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,1]}
von 0 bis 1 monoton wächst.
Die Ecken des Rechtecks
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})}
mit
(
t
1
,
t
2
)
∈
{
(
a
1
,
a
2
)
,
(
a
1
,
b
2
)
,
(
b
1
,
a
2
)
,
(
b
1
,
b
2
)
}
⊂
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
⊂
R
2
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in {\big \{}(a_{1},a_{2}),(a_{1},b_{2}),(b_{1},a_{2}),(b_{1},b_{2}){\big \}}\subset [a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]\subset \mathbb {R} ^{2}}
werden nun auf unterschiedliche Randpunkt der abgeschlossenen Kreisscheibe
D
r
(
z
o
)
¯
⊂
C
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}\subset \mathbb {C} }
als orientierte Fläche abgebildet.
Die Bildpunkte
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})}
der orientierten Fläche der Ecken von
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
{\displaystyle [a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]}
(Rechteck) werden wie folgt bezeichnet mit
t
i
∈
[
0
,
2
π
]
{\displaystyle t_{i}\in [0,2\pi ]}
:
γ
∘
(
a
1
,
a
2
)
=
w
1
=
z
o
+
r
⋅
e
i
5
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(a_{1},a_{2})=w_{1}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {5}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
b
1
,
a
2
)
=
w
2
=
z
o
+
r
⋅
e
i
7
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(b_{1},a_{2})=w_{2}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {7}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
b
1
,
b
2
)
=
w
3
=
z
o
+
r
⋅
e
i
1
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(b_{1},b_{2})=w_{3}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {1}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
a
1
,
b
2
)
=
w
4
=
z
o
+
r
⋅
e
i
3
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(a_{1},b_{2})=w_{4}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {3}{4}}\pi }}
.
In diesem spezielle Fall wurden die Bildpunkte der Eckpunkte
w
1
,
w
2
,
w
3
,
w
4
{\displaystyle w_{1},w_{2},w_{3},w_{4}}
auf dem Kreisrand jeweils mit einer Winkeldifferenz von
π
2
{\displaystyle {\tfrac {\pi }{2}}}
abgetragen. Damit bilden die Punkte
w
1
,
w
2
,
w
3
,
w
4
{\displaystyle w_{1},w_{2},w_{3},w_{4}}
die Eckpunkte eines Quadrates in
C
{\displaystyle \mathbb {C} }
. Im Allgemeinen können die Bildpunkte auf dem Kreisrand z.B. mit unterschiedlichen positiven oder unterschiedlichen negativen Winkeldifferenzen gewählt werden. Die Festlegung dieser Winkeldifferenz auf dem Kreisrand verändert allerdings den Wert des Flächenintegrals über die orientierte Fläche.
Veranschaulichung für die Wahl der Eckpunkte[ Bearbeiten ]
Bildpunkt
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
∈
D
r
(
z
o
)
¯
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z\in {\overline {D_{r}(z_{o})}}}
bewegt sich mit
(
t
1
,
t
2
)
∈
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in [a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]}
wie folgt über die inneren Punkte der abgeschlossenen Kreisscheibe
D
r
(
z
o
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}}
.
Mapping of rectangle to a disk as oriented surface - Complex Analysis - Geogebra Export as GIF animation
Vereinfachter Definitionsbereich der orientierten Fläche[ Bearbeiten ]
Im weiteren Verlauf der Lerneinheit vereinfacht man den Definitionsbereich der
orientierten Fläche für die Kreisscheibe. Die orientierte Fläche
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
hat dann statt
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
{\displaystyle [a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]}
nun das Einheitsquadrat
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
{\displaystyle [0,1]\times [0,1]}
als vereinfachter Parameterraum.
Definition der orientierten Kreisfläche[ Bearbeiten ]
Die orientierte Kreisfläche
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
wird dabei wie folgt über Randwege des Kreisrandes definiert:
γ
∘
:
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
γ
1
(
t
1
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
+
γ
2
(
t
2
)
⋅
t
1
⋅
(
1
−
t
2
)
+
γ
3
(
t
1
)
⋅
t
1
⋅
t
2
+
γ
4
(
t
2
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
t
2
{\displaystyle {\begin{array}{rccccl}\gamma _{\circ }:&[0,1]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})&=&\gamma _{1}(t_{1})\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})\\&&&&+&\gamma _{2}(t_{2})\cdot t_{1}\cdot (1-t_{2})\\&&&&+&\gamma _{3}(t_{1})\cdot t_{1}\cdot t_{2}\\&&&&+&\gamma _{4}(t_{2})\cdot (1-t_{1})\cdot t_{2}\end{array}}}
Dabei sind
γ
1
,
γ
2
,
γ
3
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\gamma _{2},\gamma _{3},\gamma _{4}}
Weg über den Rand von Kreissegmenten , die im folgenden definiert und veranschaulicht werden.
Um die orientierte Fläche zu definieren benötigt man zunächst die folgenden Randwege
γ
k
{\displaystyle \gamma _{k}}
auf dem Kreisrand von
D
r
(
z
o
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}}
mit
k
∈
{
1
,
2
,
3
,
4
}
{\displaystyle k\in \{1,2,3,4\}}
:
γ
k
:
[
0
,
1
]
→
C
t
↦
γ
k
(
t
)
=
z
o
+
r
⋅
e
i
(
(
1
−
t
)
⋅
α
k
+
t
⋅
β
k
)
{\displaystyle {\begin{array}{rrcl}\gamma _{_{k}}:&[0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&t&\mapsto &\gamma _{k}(t)=z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}(1-t)\cdot \alpha _{_{k}}+t\cdot \beta _{_{k}}{\big )}}\end{array}}}
Dabei werden die Winkel
α
k
,
β
k
∈
{
3
4
π
+
n
⋅
π
2
:
n
∈
Z
}
{\displaystyle \alpha _{k},\beta _{k}\in {\big \{}{\tfrac {3}{4}}\pi +n\cdot {\tfrac {\pi }{2}}\ \colon \ n\in \mathbb {Z} {\big \}}}
, so gewählt, dass
|
β
k
−
α
k
|
=
π
2
{\displaystyle |\beta _{k}-\alpha _{k}|={\tfrac {\pi }{2}}}
gilt. Die Punkte
z
o
+
r
⋅
e
i
⋅
α
k
{\displaystyle z_{o}+r\cdot e^{i\cdot \alpha _{k}}}
bzw.
z
o
+
r
⋅
e
i
⋅
β
k
{\displaystyle z_{o}+r\cdot e^{i\cdot \beta _{k}}}
liegen auf dem Kreisrand von
D
r
(
z
o
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}}
.
Aufgabe 1 - Randwege über Kreissegmente[ Bearbeiten ]
Sind
α
k
,
β
k
∈
[
−
2
π
,
2
π
]
{\displaystyle \alpha _{_{k}},\beta _{_{k}}\in [-2\pi ,2\pi ]}
zwei Winkel, dann bewegt sich
γ
k
(
t
)
{\displaystyle \gamma _{k}(t)}
auf dem Kreisrand
D
r
(
z
o
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{o})}}}
von
z
0
+
r
⋅
e
i
α
k
{\displaystyle z_{0}+r\cdot e^{i\alpha _{k}}}
von
z
0
+
r
⋅
e
i
β
k
{\displaystyle z_{0}+r\cdot e^{i\beta _{k}}}
. Bestimmen Sie mit der folgenden Animation
α
k
,
β
k
∈
[
−
π
4
,
7
π
4
]
{\displaystyle \alpha _{_{k}},\beta _{_{k}}\in [-{\tfrac {\pi }{4}},{\tfrac {7\pi }{4}}]}
zeigt die Position der Punkte
γ
k
(
t
i
)
{\displaystyle \gamma _{k}(t_{i})}
in Abhängigkeit von
(
t
1
,
t
2
)
∈
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in [0,1]\times [0,1]}
.
Der rot markierte Punkt
z
:=
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle z:=\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})}
in der Kreisfläche zeigt die Position des Punktes
z
∈
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle z\in {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
in Abhängigkeit von dem Argument
(
t
1
,
t
2
)
∈
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in [0,1]\times [0,1]}
an.
Unten in der Animation wird die zugehörige Position des Arguments
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle (t_{1},t_{2})}
im Einheitsquadrat aus
R
2
{\displaystyle \mathbb {R} ^{2}}
für
z
:=
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle z:=\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})}
angegeben.
oriented surface for a disk - created with OpenSource Geogebra with GIF export
Bildpunkte der Ecken im Einheitsquadrat - Schritt 1 [ Bearbeiten ]
Für die Definition der orientierten Fläche wird der Punkt
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z}
additiv darstellt. Dafür benötigt man die folgenden Hilfspunkte.
γ
∘
(
0
,
0
)
=
w
1
=
z
o
+
r
⋅
e
i
5
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(0\,,\,0)=w_{1}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {5}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
1
,
0
)
=
w
2
=
z
o
+
r
⋅
e
i
7
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(1\,,\,0)=w_{2}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {7}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
1
,
1
)
=
w
3
=
z
o
+
r
⋅
e
i
1
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(1\,,\,1)=w_{3}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {1}{4}}\pi }}
,
γ
∘
(
0
,
1
)
=
w
4
=
z
o
+
r
⋅
e
i
3
4
π
{\displaystyle \gamma _{\circ }(0\,,\,1)=w_{4}=z_{o}+r\cdot e^{i{\tfrac {3}{4}}\pi }}
.
Die Punkte
w
1
,
w
2
,
w
3
,
w
4
{\displaystyle w_{1},w_{2},w_{3},w_{4}}
auf dem Rand des Kreises sind auch die Anfangs- bzw. Endpunkte von 4 Randwegen
γ
1
,
γ
2
,
γ
3
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\gamma _{2},\gamma _{3},\gamma _{4}}
auf dem Kreisrand.
Die 4 Randwegen
γ
1
,
γ
2
,
γ
3
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\gamma _{2},\gamma _{3},\gamma _{4}}
auf dem Kreisrand:
γ
1
(
t
1
)
:=
γ
∘
(
t
1
,
0
)
=
z
o
+
r
⋅
e
i
(
5
4
+
t
1
2
)
π
{\displaystyle \gamma _{1}(t_{1}):=\gamma _{\circ }(t_{1}\,,\,0)=z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }}
,
γ
2
(
t
2
)
:=
γ
∘
(
1
,
t
2
)
=
z
o
+
r
⋅
e
i
(
−
1
4
+
t
2
2
)
π
{\displaystyle \gamma _{2}(t_{2}):=\gamma _{\circ }(1\,,\,t_{2})=z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}-{\tfrac {1}{4}}+{\tfrac {t_{2}}{2}}{\big )}\pi }}
,
γ
3
(
t
1
)
:=
γ
∘
(
t
1
,
1
)
=
z
o
+
r
⋅
e
i
(
3
4
−
t
1
2
)
π
{\displaystyle \gamma _{3}(t_{1}):=\gamma _{\circ }(t_{1}\,,\,1)=z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {3}{4}}-{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }}
,
γ
4
(
t
2
)
:=
γ
∘
(
0
,
t
2
)
=
z
o
+
r
⋅
e
i
(
5
4
−
t
2
2
)
π
{\displaystyle \gamma _{4}(t_{2}):=\gamma _{\circ }(0\,,\,t_{2})=z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}-{\tfrac {t_{2}}{2}}{\big )}\pi }}
.
Definition der orientierten Fläche - Schritt 3[ Bearbeiten ]
Die folgende Animation zeigt, wie rot markierte Punkt
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
∈
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z\in {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
durch die beiden grün und blau markierten und orthogonal zueinander stehenden Vektoren
v
1
,
v
2
{\displaystyle v_{1},v_{2}}
zerlegt wurde.
oriented surface as mapping in complex analysis - created with OpenSource Geogebra4
Komplexkonjugation für Randwege - Schritt 4[ Bearbeiten ]
Die Parametrisierung von den gegenüberliegenden Randwegen für die Summanden mit der Exponentialfunktion
e
i
⋅
…
{\displaystyle e^{i\cdot \ldots }}
sind jeweils Komplexkonjugationen, denn es gilt mit der Periodizität von
2
π
{\displaystyle 2\pi }
von
e
i
t
{\displaystyle e^{it}}
und
−
5
4
π
+
2
π
=
3
4
π
{\displaystyle -{\tfrac {5}{4}}\pi +2\pi ={\tfrac {3}{4}}\pi }
:
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
¯
=
r
⋅
e
i
(
5
4
+
t
1
2
)
π
¯
=
r
⋅
e
−
i
(
5
4
+
t
1
2
)
π
⏞
∈
R
=
r
⋅
e
i
(
3
4
−
t
1
2
)
π
=
γ
3
(
t
1
)
−
z
0
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}{\overline {\gamma _{1}(t_{1})-z_{0}}}&=&{\overline {r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }}}=r\cdot e^{-i{\big (}\overbrace {{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi } ^{\in \mathbb {R} }}\\&=&r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {3}{4}}-{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }=\gamma _{3}(t_{1})-z_{0}\\\end{array}}}
Bemerkung zu Schritt 4 - Verschobener Kreismittelpunkt [ Bearbeiten ]
Durch den Punkt
z
0
{\displaystyle z_{0}}
wird der Kreismittelpunkt lediglich verschoben. Für die algebraische Betrachtung wird daher in Schritt 4 allein der Rotationsanteil
e
i
⋅
…
{\displaystyle e^{i\cdot \ldots }}
der Exponentialfunktion betrachtet und
γ
3
(
t
1
)
−
z
0
{\displaystyle \gamma _{3}(t_{1})-z_{0}}
und
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
{\displaystyle \gamma _{1}(t_{1})-z_{0}}
verwendet.
Komplexkonjugation für Randwege - Schritt 5[ Bearbeiten ]
Addiert man zu einer komplexen Zahl
z
=
z
1
+
i
z
2
∈
C
{\displaystyle z=z_{1}+iz_{2}\in \mathbb {C} }
die komplex konjugiert Zahl
z
¯
=
z
1
−
i
z
2
∈
C
{\displaystyle {\overline {z}}=z_{1}-iz_{2}\in \mathbb {C} }
erhält man
z
+
z
¯
=
2
⋅
R
e
(
z
)
{\displaystyle z+{\overline {z}}=2\cdot {\mathfrak {Re}}(z)}
. Wendet man das auf die Summe von
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
{\displaystyle \gamma _{1}(t_{1})-z_{0}}
γ
3
(
t
1
)
−
z
0
=
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
¯
{\displaystyle \gamma _{3}(t_{1})-z_{0}={\overline {\gamma _{1}(t_{1})-z_{0}}}}
an, so liefert das mit der Eulerschen Formel die Gleichung:
(
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
)
+
γ
1
(
t
1
)
−
z
0
¯
⏟
=
γ
3
(
t
1
)
−
z
0
=
2
⋅
r
⋅
cos
(
(
5
4
+
t
1
2
)
π
)
{\displaystyle (\gamma _{1}(t_{1})-z_{0})+\underbrace {\overline {\gamma _{1}(t_{1})-z_{0}}} _{=\gamma _{3}(t_{1})-z_{0}}=2\cdot r\cdot \cos \left({\big (}{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi \right)}
Parametrisierung Realteilrichtung - Schritt 6 [ Bearbeiten ]
Um den grün gekennzeichneten Vektor in Realteilrichtung zu erhalten, muss man diesen mit Werten zwischen
−
1
{\displaystyle -1}
und
+
1
{\displaystyle +1}
in Abhängigkeit von
t
1
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,1]}
parametrisieren. Mit
t
1
∈
[
0
,
1
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,1]}
ist
2
⋅
t
1
−
1
∈
[
−
1
,
+
1
]
{\displaystyle 2\cdot t_{1}-1\in [-1,+1]}
:
Einsetzen der Randwege in orientierte Kreisfläche - Schritt 4[ Bearbeiten ]
Setzt man die obigen Wege
γ
1
,
…
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\ldots ,\gamma _{4}}
in Definition der orientierten Kreisfläche
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
ein, so summieren sich die skalaren Vielfachen von
z
0
{\displaystyle z_{0}}
zu
1
⋅
z
0
{\displaystyle 1\cdot z_{0}}
, denn es gilt:
z
0
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
+
z
0
⋅
t
1
⋅
(
1
−
t
2
)
⏟
=
z
0
⋅
(
1
−
t
2
)
+
z
0
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
t
2
+
z
0
⋅
t
1
⋅
t
2
⏟
=
z
0
⋅
t
2
=
z
0
⋅
(
1
−
t
2
)
+
z
0
⋅
t
2
=
z
0
{\displaystyle {\begin{array}{lc}\underbrace {z_{0}\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})+z_{0}\cdot t_{1}\cdot (1-t_{2})} _{=z_{0}\cdot (1-t_{2})}+&\\\underbrace {z_{0}\cdot (1-t_{1})\cdot t_{2}+z_{0}\cdot t_{1}\cdot t_{2}} _{=z_{0}\cdot t_{2}}&=\\z_{0}\cdot (1-t_{2})+z_{0}\cdot t_{2}=z_{0}&\\\end{array}}}
Einsetzen der Randwege in orientierte Kreisfläche - Schritt 5[ Bearbeiten ]
γ
∘
:
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
0
+
r
⋅
e
i
(
5
4
+
t
1
2
)
π
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
r
⋅
e
i
(
−
1
4
+
t
2
2
)
π
⋅
t
1
⋅
(
1
−
t
2
)
r
⋅
e
i
(
3
4
−
t
1
2
)
π
⋅
t
1
⋅
t
2
r
⋅
e
i
(
5
4
−
t
2
2
)
π
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
t
2
{\displaystyle {\begin{array}{rccl}\gamma _{\circ }:&[0,1]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z_{0}+\\&&&r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})\\&&&r\cdot e^{i{\big (}-{\tfrac {1}{4}}+{\tfrac {t_{2}}{2}}{\big )}\pi }\cdot t_{1}\cdot (1-t_{2})\\&&&r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {3}{4}}-{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }\cdot t_{1}\cdot t_{2}\\&&&r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}-{\tfrac {t_{2}}{2}}{\big )}\pi })\cdot (1-t_{1})\cdot t_{2}\end{array}}}
Einsetzen der Randwege in orientierte Kreisfläche - Schritt 8[ Bearbeiten ]
Setzt man die obigen Wege
γ
1
,
…
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\ldots ,\gamma _{4}}
in Definition der orientierten Kreisfläche
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
ein, so summieren sich die skalaren Vielfachen von
z
0
{\displaystyle z_{0}}
zu
1
⋅
z
0
{\displaystyle 1\cdot z_{0}}
, denn es gilt:
werden zunächst die gegenüberliegenden Wege zusammengefasst:
γ
1
(
t
1
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
+
γ
3
(
t
1
)
⋅
t
1
⋅
t
2
=
(
z
o
+
r
⋅
e
i
(
5
4
+
t
1
2
)
π
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
+
(
z
o
+
r
⋅
e
i
(
3
4
−
t
1
2
)
π
)
⋅
t
1
⋅
t
2
=
{\displaystyle {\begin{array}{lc}\gamma _{1}(t_{1})\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})+\gamma _{3}(t_{1})\cdot t_{1}\cdot t_{2}&=\\\left(z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {5}{4}}+{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }\right)\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})+&\\\left(z_{o}+r\cdot e^{i{\big (}{\tfrac {3}{4}}-{\tfrac {t_{1}}{2}}{\big )}\pi }\right)\cdot t_{1}\cdot t_{2}&=\\\end{array}}}
Einsetzen der Randwege in orientierte Kreisfläche - Schritt 9[ Bearbeiten ]
Setzt man die obigen Wege
γ
1
,
…
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\ldots ,\gamma _{4}}
in Definition der orientierten Kreisfläche
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
ein, so erhält man:
γ
∘
:
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
γ
1
(
t
1
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
(
1
−
t
2
)
+
γ
2
(
t
2
)
⋅
t
1
⋅
(
1
−
t
2
)
+
γ
3
(
t
1
)
⋅
t
1
⋅
t
2
+
γ
4
(
t
2
)
⋅
(
1
−
t
1
)
⋅
t
2
{\displaystyle {\begin{array}{rccccl}\gamma _{\circ }:&[0,1]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})&=&\gamma _{1}(t_{1})\cdot (1-t_{1})\cdot (1-t_{2})\\&&&&+&\gamma _{2}(t_{2})\cdot t_{1}\cdot (1-t_{2})\\&&&&+&\gamma _{3}(t_{1})\cdot t_{1}\cdot t_{2}\\&&&&+&\gamma _{4}(t_{2})\cdot (1-t_{1})\cdot t_{2}\end{array}}}
Dabei sind
γ
1
,
γ
2
,
γ
3
,
γ
4
{\displaystyle \gamma _{1},\gamma _{2},\gamma _{3},\gamma _{4}}
Weg über den Rand von Kreissegmenten , die im folgenden definiert und veranschaulicht werden.
Bemerkung - orientierte Fläche - Schritt 10[ Bearbeiten ]
In der obigen Animation wurde zugehörige
(
t
1
,
t
2
)
∈
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in [0,1]\times [0,1]}
aus dem Definitionsbereich für
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
∈
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z\in {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
ebenfalls auf der linken Seite in dem Einheitsquadrat dargestellt.
Definition der orientierten Fläche - Schritt 11[ Bearbeiten ]
Damit lässt sich der Punkt
z
∈
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle z\in {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
als Summe der folgenden 3 komplexen Zahlen beschreiben:
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
=
z
0
+
v
1
+
v
2
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z=z_{0}+v_{1}+v_{2}}
Da die blau bzw. grün markierten Vektoren
v
1
,
v
2
∈
C
{\displaystyle v_{1},v_{2}\in \mathbb {C} }
von der Wahl von
(
t
1
,
t
2
)
∈
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
{\displaystyle (t_{1},t_{2})\in [0,1]\times [0,1]}
abhängen, werden diese als Funktion
v
1
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle v_{1}(t_{1},t_{2})}
bzw.
v
2
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle v_{2}(t_{1},t_{2})}
notiert.
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
0
+
v
1
(
t
1
,
t
2
)
+
v
2
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle \gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z_{0}+v_{1}(t_{1},t_{2})+v_{2}(t_{1},t_{2})}
Definition der orientierten Fläche - Schritt 12[ Bearbeiten ]
Die grün markierte Vektor wird als Funktionen
v
1
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle v_{1}(t_{1},t_{2})}
dabei wie folgt definiert.
v
1
:
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
r
⋅
cos
(
π
2
⋅
t
2
−
π
4
)
⋅
(
2
⋅
t
1
−
1
)
{\displaystyle {\begin{array}{rccl}v_{1}:&[0,1]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &r\cdot \cos \left({\tfrac {\pi }{2}}\cdot t_{2}-{\tfrac {\pi }{4}}\right)\cdot (2\cdot t_{1}-1)\end{array}}}
Definition der orientierten Fläche - Schritt 13[ Bearbeiten ]
Die blau markierte Vektor wird als Funktionen
v
2
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle v_{2}(t_{1},t_{2})}
analog mit vertauschten Rollen von
t
1
{\displaystyle t_{1}}
und
t
1
{\displaystyle t_{1}}
definiert.
v
2
:
[
0
,
1
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
r
⋅
i
⋅
cos
(
π
2
⋅
t
1
−
π
4
)
⋅
(
2
⋅
t
2
−
1
)
{\displaystyle {\begin{array}{rccl}v_{2}:&[0,1]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &r\cdot i\cdot \cos \left({\tfrac {\pi }{2}}\cdot t_{1}-{\tfrac {\pi }{4}}\right)\cdot (2\cdot t_{2}-1)\end{array}}}
Bemerkung - Wegintegral über geschlossene Wege[ Bearbeiten ]
In diesem Zusammenhang ist es wesentlich zu bemerken, dass man das Doppelintegral über den Real- und Imaginärteil bzgl. Kreisscheiben von dem Wegintegral über den Kreisrand in konvexen bzw. einfach zusammenhängende Gebieten wesentlich verschieden ist, da in das Wegintegral in der Funktionentheorie die Ableitung
γ
′
{\displaystyle \gamma {\,}'}
eingeht und beim Doppelintegral nicht. Das Wegintegral über den Kreisrand ist nach dem Cauchy-Integralsatz für holomorphe Funktionen immer 0. Wenn man dann über den Radius integriert bleibt das Integral 0. Dies zeigt auch das Flächenintegral mit der zugehörigen orientierten Fläche .
Geschlossenes Wegintergal und orientierte Fläche[ Bearbeiten ]
Sei
r
>
0
{\displaystyle r>0}
der Radius des Kreises mit Mittelpunkt
z
0
∈
C
{\displaystyle z_{0}\in \mathbb {C} }
. Dann definiert
γ
D
:→
C
{\displaystyle \gamma _{_{D}}:\to \mathbb {C} }
Standardkreisscheibe mit dem Bild
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
über
γ
D
:
[
0
,
r
]
×
[
0
,
2
π
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
γ
D
(
t
1
,
t
2
)
=
z
0
+
t
1
⋅
e
i
⋅
t
2
{\displaystyle {\begin{array}{rrcl}\gamma _{_{D}}:&[0,r]\times [0,2\pi ]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &\gamma _{_{D}}(t_{1},t_{2})=z_{0}+t_{1}\cdot e^{i\cdot t_{2}}\end{array}}}
mit dem Gradienten
G
r
a
d
(
γ
D
)
(
t
1
,
t
2
)
=
(
e
i
⋅
t
2
,
i
⋅
t
1
⋅
e
i
⋅
t
2
)
{\displaystyle Grad(\gamma _{_{D}})(t_{1},t_{2})={\big (}e^{i\cdot t_{2}},i\cdot t_{1}\cdot e^{i\cdot t_{2}}{\big )}}
.
Disk and oriented surface with animated gradient - create as GIF export from Geogebra
Geschlossenes Wegintegral - Integraldarstellung [ Bearbeiten ]
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
∬
γ
∘
f
(
z
)
d
2
z
=
∫
0
2
π
(
∫
0
r
f
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
⋅
d
γ
∘
d
t
1
(
t
1
,
t
2
)
d
t
1
)
⋅
d
γ
∘
d
t
2
(
t
1
,
t
2
)
d
t
2
=
[
[
F
◻
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
]
0
r
]
0
2
π
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\underset {\gamma _{\circ }}{\iint }}f(z)\,d^{2}\!z&=&\displaystyle \int _{0}^{2\pi }\left(\int _{0}^{r}f(\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2}))\cdot {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{1}}}(t_{1},t_{2})\,dt_{1}\right)\cdot {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{2}}}(t_{1},t_{2})\,\,\,dt_{2}\\&=&\displaystyle {\bigg [}\,\,{\bigg [}F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2}){\big )}{\bigg ]}_{0}^{r}\,\,{\bigg ]}_{0}^{2\pi }\\\end{array}}}
Geschlossenes Wegintegral - Integralgrenzen der orientierte Fläche[ Bearbeiten ]
Setzt man die Integralgrenzen der orientierten Fläche in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
∬
γ
∘
f
(
z
)
d
2
z
=
[
[
F
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
]
0
r
]
0
2
π
=
F
◻
(
γ
∘
(
r
,
2
π
)
)
−
F
◻
(
γ
∘
(
r
,
0
)
)
−
F
◻
(
γ
∘
(
0
,
2
π
)
)
+
F
◻
(
γ
∘
(
0
,
0
)
)
=
F
◻
(
z
0
+
r
)
)
−
F
◻
(
z
0
+
r
)
−
F
◻
(
z
0
)
+
F
◻
(
z
0
)
=
0
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\underset {\gamma _{\circ }}{\iint }}f(z)\,d^{2}\!z&=&\displaystyle {\bigg [}{\bigg [}F(\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})){\bigg ]}_{0}^{r}{\bigg ]}_{0}^{2\pi }\\&=&F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(r,2\pi ){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(r,0){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(0,2\pi ){\big )}+F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(0,0){\big )}\\&=&F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}+r){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}+r{\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}{\big )}+F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}{\big )}=0\\\end{array}}}
Integraldarstellung der orientierten Fläche - Flächenstammfunktion[ Bearbeiten ]
Das Flächenintegral hat folgende Darstellung:
∬
γ
∘
f
(
z
)
d
2
z
=
∫
0
1
(
∫
0
π
f
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
⋅
d
γ
∘
d
t
1
(
t
1
,
t
2
)
d
t
1
)
⋅
d
γ
∘
d
t
2
(
t
1
,
t
2
)
d
t
2
=
[
[
F
◻
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
]
0
π
]
0
1
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\underset {\gamma _{\circ }}{\iint }}f(z)\,d^{2}\!z&=&\displaystyle \int _{0}^{1}\left(\int _{0}^{\pi }f(\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2}))\cdot {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{1}}}(t_{1},t_{2})\,dt_{1}\right)\cdot {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{2}}}(t_{1},t_{2})\,\,\,dt_{2}\\&=&\displaystyle {\bigg [}\,\,{\bigg [}F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2}){\big )}{\bigg ]}_{0}^{\pi }\,\,{\bigg ]}_{0}^{1}\\\end{array}}}
Integralgrenzen der orientierte Fläche[ Bearbeiten ]
Setzt man die Integralgrenzen der orientierten Fläche in die Flächenstammfunktion ein, erhält man:
∬
γ
∘
f
(
z
)
d
2
z
=
[
[
F
(
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
)
]
0
π
]
0
1
=
F
◻
(
γ
∘
(
π
,
1
)
)
−
F
◻
(
γ
∘
(
π
,
0
)
)
−
F
◻
(
γ
∘
(
0
,
1
)
)
+
F
◻
(
γ
∘
(
0
,
0
)
)
=
F
◻
(
z
0
+
r
)
)
−
F
◻
(
z
0
+
r
)
−
F
◻
(
z
0
−
r
)
+
F
◻
(
z
0
−
r
)
=
0
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\underset {\gamma _{\circ }}{\iint }}f(z)\,d^{2}\!z&=&\displaystyle {\bigg [}{\bigg [}F(\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})){\bigg ]}_{0}^{\pi }{\bigg ]}_{0}^{1}\\&=&F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(\pi ,1){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(\pi ,0){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(0,1){\big )}+F_{_{\Box }}{\big (}\gamma _{\circ }(0,0){\big )}\\&=&F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}+r){\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}+r{\big )}-F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}-r{\big )}+F_{_{\Box }}{\big (}z_{0}-r{\big )}=0\\\end{array}}}
Behandelt man Kreisscheiben als orientierte Fläche über ein einzelnes transformiertes Rechteck als Bild von
γ
∘
:
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
→
C
{\displaystyle \gamma _{\circ }:[a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]\to \mathbb {C} }
über
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{_{\circ }}}
und nicht über eine Approximation von eingeschriebenen Vielecken (so wie bei der Kreisflächenapproximation durch Vielecke in der der ebenen Geometrie) , so ist auch in diesem Fall das Integral 0. Dies liegt daran, dass sich die Auswertungen der Flächenstammfunktion bei einem Rechteck und der Bildpunkt und
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{_{\circ }}}
von oberern und unteren Integralgrenzen identisch sind. Dies wurde in den obigen Berechnungen gezeigt, wobei auch die zugehörige orientierte Fläche von
γ
∘
{\displaystyle \gamma _{\circ }}
durch eine Animation veranschaulicht wurde.
Die folgenden Berechnungen dienen als Übungen im Umgang mit
z
0
+
r
e
i
t
{\displaystyle z_{0}+re^{it}}
als Integrationsweg.
Sei
r
>
0
{\displaystyle r>0}
der Radius des Kreises mit Mittelpunkt
z
0
∈
C
{\displaystyle z_{0}\in \mathbb {C} }
. Dann definiert
γ
∘
:→
C
{\displaystyle \gamma _{\circ }:\to \mathbb {C} }
orientierte Fläche als Rechtecktransformation mit dem Bild
D
r
(
z
0
)
¯
⊂
G
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}\subset G}
über
γ
∘
:
[
0
,
π
]
×
[
0
,
1
]
→
C
(
t
1
,
t
2
)
↦
γ
∘
(
t
1
,
t
2
)
=
z
0
+
r
(
(
1
−
t
2
)
e
i
t
1
+
t
2
e
−
i
t
1
)
{\displaystyle {\begin{array}{rrcl}\gamma _{\circ }:&[0,\pi ]\times [0,1]&\rightarrow &\mathbb {C} \\&(t_{1},t_{2})&\mapsto &\gamma _{\circ }(t_{1},t_{2})=z_{0}+r\left((1-t_{2})e^{it_{1}}+t_{2}e^{-it_{1}}\right)\end{array}}}
mit dem Gradienten
G
r
a
d
(
γ
∘
)
(
t
1
,
t
2
)
=
r
(
e
−
i
t
1
,
−
2
i
sin
(
t
1
)
)
{\displaystyle Grad(\gamma _{\circ })(t_{1},t_{2})=r{\bigg (}e^{-it_{1}}\,,\,-2i\sin(t_{1}){\bigg )}}
.
Der orientierte Weg ist eine Konvexkombination
(
1
−
t
2
)
⋅
γ
1
+
t
2
⋅
γ
2
{\displaystyle (1-t_{2})\cdot \gamma _{1}+t_{2}\cdot \gamma _{2}}
von zwei Wegen
γ
1
{\displaystyle \gamma _{1}}
und
γ
2
{\displaystyle \gamma _{2}}
auf
[
0
,
π
]
{\displaystyle [0,\pi ]}
:
Der Weg
γ
1
(
t
1
)
=
z
0
+
r
⋅
e
i
t
1
{\displaystyle \gamma _{1}(t_{1})=z_{0}+r\cdot e^{it_{1}}}
startet bei
z
0
+
r
{\displaystyle z_{0}+r}
und läuft mit
t
1
∈
[
0
,
π
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,\pi ]}
über die obere Hälfte des Kreisrandes von
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
bis
z
0
−
r
{\displaystyle z_{0}-r}
.
γ
1
(
t
1
)
{\displaystyle \gamma _{1}(t_{1})}
ist der rote Punkt auf dem oberen Halbkreis.
Der Weg
γ
2
(
t
1
)
=
z
0
+
r
⋅
e
−
i
t
1
{\displaystyle \gamma _{2}(t_{1})=z_{0}+r\cdot e^{-it_{1}}}
startet ebenfalls bei
z
0
+
r
{\displaystyle z_{0}+r}
und läuft mit
t
1
∈
[
0
,
π
]
{\displaystyle t_{1}\in [0,\pi ]}
über die untere Hälfte des Kreisrandes
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
bis
z
0
−
r
{\displaystyle z_{0}-r}
.
γ
2
(
t
1
)
{\displaystyle \gamma _{2}(t_{1})}
ist der rote Punkt auf dem unterem Halbkreis.
Trigonometrische Funktionen und Gradient [ Bearbeiten ]
Die Berechnung des Gradienten
G
r
a
d
(
γ
∘
)
{\displaystyle Grad(\gamma _{\circ })}
liefert zunächst einmal:
G
r
a
d
(
γ
∘
)
(
t
1
,
t
2
)
=
r
(
(
1
−
t
2
)
e
i
t
1
+
t
2
e
−
i
t
1
,
e
−
i
t
1
−
e
i
t
1
)
{\displaystyle Grad(\gamma _{\circ })(t_{1},t_{2})=r{\bigg (}(1-t_{2})e^{it_{1}}+t_{2}e^{-it_{1}}\,,\,e^{-it_{1}}-e^{it_{1}}{\bigg )}}
Für die trigonometrischen Funktionen gilt über die Eulersche Formel
e
i
t
1
=
cos
(
t
1
)
+
i
sin
(
t
1
)
{\displaystyle e^{it_{1}}=\cos(t_{1})+i\sin(t_{1})}
:
sin
(
t
2
)
=
1
2
i
(
e
i
t
2
−
e
−
i
t
2
)
{\displaystyle \sin(t_{2})={\frac {1}{2\mathrm {i} }}\left(\mathrm {e} ^{\mathrm {i} t_{2}}-\mathrm {e} ^{-\mathrm {i} t_{2}}\right)}
mit
−
sin
(
t
2
)
=
sin
(
−
t
2
)
{\displaystyle -\sin(t_{2})=\sin(-t_{2})}
cos
(
t
2
)
=
1
2
(
e
i
t
2
+
e
−
i
t
2
)
{\displaystyle \cos(t_{2})={\frac {1}{2}}\left(\mathrm {e} ^{\mathrm {i} t_{2}}+\mathrm {e} ^{-\mathrm {i} t_{2}}\right)}
mit
cos
(
t
2
)
=
cos
(
−
t
2
)
{\displaystyle \cos(t_{2})=\cos(-t_{2})}
Für
d
γ
∘
d
t
1
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{1}}}(t_{1},t_{2})}
gilt daher mit folgenden trigonometrischen Umformungen:
d
γ
∘
d
t
1
(
t
1
,
t
2
)
=
r
⋅
(
(
1
−
t
2
)
e
i
t
1
+
t
2
e
−
i
t
1
)
=
r
⋅
(
e
i
t
1
+
t
2
⋅
(
e
−
i
t
1
−
e
i
t
1
)
)
=
r
⋅
(
e
i
t
1
−
2
i
⋅
t
2
⋅
sin
(
t
1
)
)
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\frac {d\gamma _{\circ }}{dt_{1}}}(t_{1},t_{2})&=&\displaystyle r\cdot {\big (}(1-t_{2})e^{it_{1}}+t_{2}e^{-it_{1}}{\big )}\\&=&r\cdot {\big (}e^{it_{1}}+t_{2}\cdot (e^{-it_{1}}-e^{it_{1}}){\big )}\\&=&r\cdot {\big (}e^{it_{1}}-2i\cdot t_{2}\cdot \sin(t_{1}){\big )}\\\end{array}}}
Für
d
γ
∘
d
t
2
(
t
1
,
t
2
)
{\displaystyle {\tfrac {d\gamma _{\circ }}{dt_{2}}}(t_{1},t_{2})}
erhält man analog durch Ersetzung mit der Sinusfunktion:
d
γ
∘
d
t
2
(
t
1
,
t
2
)
=
r
⋅
(
e
−
i
t
1
−
e
i
t
1
)
=
−
r
⋅
2
i
⋅
sin
(
t
2
)
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle {\frac {d\gamma _{\circ }}{dt_{2}}}(t_{1},t_{2})&=&\displaystyle r\cdot {\big (}e^{-it_{1}}-e^{it_{1}}{\big )}=-r\cdot 2i\cdot \sin(t_{2})\\\end{array}}}
Damit ergibt sich der obige Gradient:
G
r
a
d
(
γ
∘
)
(
t
1
,
t
2
)
=
r
(
e
i
t
1
−
2
i
⋅
t
2
⋅
sin
(
t
1
)
,
−
2
i
sin
(
t
1
)
)
=
r
(
e
i
t
1
,
0
)
−
r
⋅
2
i
⋅
sin
(
t
1
)
⋅
(
t
2
,
1
)
{\displaystyle {\begin{array}{rcl}\displaystyle Grad(\gamma _{\circ })(t_{1},t_{2})&=&r{\bigg (}e^{it_{1}}-2i\cdot t_{2}\cdot \sin(t_{1})\,,\,-2i\sin(t_{1}){\bigg )}\\&=&r{\bigg (}e^{it_{1}}\,,\,0{\bigg )}-r\cdot 2i\cdot \sin(t_{1})\cdot {\bigg (}t_{2}\,,\,1{\bigg )}\\\end{array}}}
.
Die obige Darstellung der Kreisfläche über eine orientierte Fläche führt analog zu Wegintegralen über Rechtecke dazu, dass der Wert des Integrals über die orientierte Fläche nur von der Flächenstammfunktion
F
◻
{\displaystyle F_{_{\Box }}}
von
f
{\displaystyle f}
und den Bilder von
γ
:
[
a
1
,
b
1
]
×
[
a
2
,
b
2
]
→
C
{\displaystyle \gamma :[a_{1},b_{1}]\times [a_{2},b_{2}]\to \mathbb {C} }
in den Eckpunkten abhängt, d.h. das Integral
∬
γ
f
(
z
)
d
2
z
{\displaystyle \iint _{\gamma }f(z)\,d^{2}\!z}
ist durch
F
◻
(
γ
(
a
1
,
a
2
)
)
{\displaystyle F_{_{\Box }}(\gamma (a_{1},a_{2}))}
,
F
◻
(
γ
(
a
1
,
b
2
)
)
{\displaystyle F_{_{\Box }}(\gamma (a_{1},b_{2}))}
,
F
◻
(
γ
(
b
1
,
a
2
)
)
{\displaystyle F_{_{\Box }}(\gamma (b_{1},a_{2}))}
und
F
◻
(
γ
(
b
1
,
b
2
)
)
{\displaystyle F_{_{\Box }}(\gamma (b_{1},b_{2}))}
bereits festgelegt.
Nach dem Lemma für Rechteckintegrale kann man das Rechintegral als alternierende Summe der Flächenstammfunktion über die Eckpunkte beschreiben. Mit dem Eckenreduktionssatz für Polygonintegrale kann das orientierte Flächenintegral über Polygone auf das alternierende Randwegintegral über Teilmenge einer geraden Anzahl von Ecken eines Polygons auszudrücken.
Nach dem Approximationssatz für Dreiecke wurde das orientierte Flächenintegral im Dreieck über ein immer feiner werden Zerlegung in eine Summe von Rechteckintegralen approximiert. Dies wird nun analog mit einem eingeschriebene Vieleck in einem Kreis analog zur euklischen Geometrie durchgeführt, bei der der Flächeninhalt der Kreises durch ein regelmäßiges n-Eck approximiert wurde.
Im Gegensatz zu euklidischen Geometrie, in der kongruente Dreieck den gleichen Flächeninhalt besitzen, gilt die Translationsinvarianz in der komplexen Analysis i.d.R. nicht, da die holomorphe Funktion
f
:
G
→
C
{\displaystyle f:G\to \mathbb {C} }
nicht notwendigerweise konstant ist.
Definition - Flächenintegral über Kreisscheibe[ Bearbeiten ]
Sei
f
:
G
→
C
{\displaystyle f:G\to \mathbb {C} }
eine holomorphe Funktion ,
r
o
>
0
{\displaystyle r_{o}>0}
der Radius des Kreises mit Mittelpunkt
z
0
∈
C
{\displaystyle z_{0}\in \mathbb {C} }
mit
D
r
o
(
z
0
)
⊂
G
{\displaystyle D_{r_{o}}(z_{0})\subset G}
. Dann definiert mit dem Bild
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
und dem Entwicklungspunkt
z
0
∈
G
{\displaystyle z_{0}\in G}
der Flächenstammfunktion
F
◻
:
D
r
o
(
z
0
)
→
C
{\displaystyle F_{_{\Box }}:D_{r_{o}}(z_{0})\to \mathbb {C} }
. Sei
(
R
n
)
n
∈
N
{\displaystyle (R_{n})_{n\in \mathbb {N} }}
eine Folge von Rechtecken, dessen paarweise Schnitte Nullmengen sind und alle inneren Punkte der offenen Kreisscheibe
D
r
(
z
0
)
{\displaystyle D_{r}(z_{0})}
mit
r
<
r
0
{\displaystyle r<r_{0}}
überdecken. Das Integral über die Kreisscheibe
γ
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle \gamma _{_{\overline {D_{r}(z_{0})}}}}
ist dann über Summe der Integrale über
γ
R
n
{\displaystyle \gamma _{_{R_{n}}}}
als zugehörige orientierte Flächen defininert:
∬
γ
D
r
(
z
0
)
¯
f
(
z
)
d
2
z
=
∑
n
=
1
∞
∬
γ
R
n
f
(
z
)
d
2
z
{\displaystyle \iint _{\gamma _{_{\overline {D_{r}(z_{0})}}}}\!\!\!\!\!\!\!\!f(z)\,d^{2}\!z=\sum _{n=1}^{\infty }\iint _{\gamma _{_{R_{n}}}}\!\!\!\!f(z)\,d^{2}\!z}
Veranschaulichung - Rechteckapproximation [ Bearbeiten ]
Approximation of a disk by rectangles - created with Geogebra with SVG export
Bemerkung - Nullmengen-Sigma-Additivität[ Bearbeiten ]
In der Definition wird verlangt, dass Schnitte der Rechtecke
R
i
∩
R
j
{\displaystyle R_{i}\cap R_{j}}
mit
i
≠
j
{\displaystyle i\not =j}
Nullmengen sind. Diese Voraussetzung ist wesentlich, um die orientierte Fläche der Kreisscheibe über die Nullmengen -
σ
{\displaystyle \sigma }
-Additivität als Summe der orientierten Flächenintegrale über die Rechtecke schreiben zu können. Diese Abschächung der
σ
{\displaystyle \sigma }
-Additivität erlaubt z.B., dass der Schnitt zweier Rechtecke aus eine Rechteckseite besteht.
Ergänzen Sie in der obigen Abbildung die alternierenden Randwege für das Rechteckintegrallemma über Stammfunktionen und das Darstellungslemma für Rechteckintergrale über Wegintegral. Betrachtet Sie dann, die sich annulierenden Teil auf den Randwegen (siehe auch alternierender Randweg ). Erläutern Sie mit der folgenden Abbildung, warum die alternierenden Randwegintegrale bei der orientierten Fläche übrig bleiben.
Veranschaulichung - alternierende Randweg [ Bearbeiten ]
Die Abbildung zeigt den alternierenden Randweg zur Berechnung des orientierten Flächenintegrals:
alternating line integral for disk approximation - created with Geogebra and exported as SVG
Aufgabe 2 - Flächenergänzung zu einem Randintegral[ Bearbeiten ]
Ergänzen Sie analog zum Darstellungslemma für Dreiecksintegrale nun unregelmäßige Viereck, um die Rechtecke zu einem Polygon zu ergänzen, sodass mehr innere Punkte der Kreisscheibe durch die Vereinigung der Vielecke abgedeckt werden und Integrationswege im Inneren des Polygons sich durch die Ergänzung der Rechteckflächen sollen weitere Eigenschaft erhalten bleiben.
Eigenschaften bei der Ergänzung eines Vierecks[ Bearbeiten ]
entweder einen inneren Punkt in der Kreischeibe auf dem Kreisrand liegt bzw.
wenn beide Seiten bereits auf dem Kreisrand liegen ein unregelmäßiges Viereck ergänzt wird, wobei die zusätzlich eingefügten Ecken beide auf dem Kreisrand liegen und
sich innere Teilwege der hinzugefügten Rechteckfläche sich mit existierende Randwegen annulieren.
Insgesamt soll wieder ein alternierender Randweg entstehen, bei dem alle Randpunkte auf dem Kreisrand liegen.
Approximation der Kreisscheibe über n-Ecke[ Bearbeiten ]
Sei
f
:
G
→
C
{\displaystyle f:G\to \mathbb {C} }
eine holomorphe Funktion ,
r
o
>
0
{\displaystyle r_{o}>0}
der Radius des Kreises mit Mittelpunkt
z
0
∈
C
{\displaystyle z_{0}\in \mathbb {C} }
mit
D
r
o
(
z
0
)
⊂
G
{\displaystyle D_{r_{o}}(z_{0})\subset G}
. Dann definiert mit dem Bild
D
r
(
z
0
)
¯
{\displaystyle {\overline {D_{r}(z_{0})}}}
und dem Entwicklungspunkt
z
0
∈
G
{\displaystyle z_{0}\in G}
der Flächenstammfunktion
F
◻
:
D
r
o
(
z
0
)
→
C
{\displaystyle F_{_{\Box }}:D_{r_{o}}(z_{0})\to \mathbb {C} }
. Sei
V
(
m
)
{\displaystyle V(m)}
ein regelmäßiges
m
{\displaystyle m}
-Eck mit
m
:=
4
⋅
3
n
{\displaystyle m:=4\cdot 3^{n}}
Ecken, das mit Eckpunkten auf dem Kreisrand als alternierender Randweg über
V
(
m
)
{\displaystyle V(m)}
beschrieben werden kann. Das Integral über die Kreisscheibe ist dann defininert:
∬
D
r
(
z
0
)
¯
f
(
z
)
d
2
z
=
lim
n
→
∞
∬
V
(
4
⋅
3
n
)
f
(
z
)
d
2
z
{\displaystyle \iint _{\overline {D_{r}(z_{0})}}f(z)\,d^{2}\!z=\lim _{n\to \infty }\iint _{V(4\cdot 3^{n})}f(z)\,d^{2}\!z}
Für
n
=
0
{\displaystyle n=0}
erhält man ein Rechteck mit 4 Ecken, wobei die Ecken
z
1
,
z
2
,
z
3
,
z
4
{\displaystyle z_{1},z_{2},z_{3},z_{4}}
gegen den Uhrzeigersinn (positive Orientierung) bezeichnet wurden. Dann zerlegt man mit jedem Iterationsschritt von
n
{\displaystyle n}
auf
n
+
1
{\displaystyle n+1}
mit zwei weiteren Punkten auf dem Rand ein
m
{\displaystyle m}
-Eck in ein
3
⋅
m
{\displaystyle 3\cdot m}
-Eck (also für
n
=
1
{\displaystyle n=1}
in eine 12-Eck). Die Ergänzung von zwei Punkten pro Seite ist notwendig, damit die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen
F
◻
{\displaystyle F_{_{\Box }}}
von
f
{\displaystyle f}
in den bereits existierenden Eckpunkten im Dreieck erhalten bleiben. Dies ist bei der Verfeinerung von einem
m
{\displaystyle m}
-Eck in ein
2
m
{\displaystyle 2m}
-Eck nicht möglich.
Um die Vorzeichen der Flächenstammfunktionen
F
◻
{\displaystyle F_{_{\Box }}}
in den Ecken zu erhalten, entsteht die zunächst ungewöhnlich wirkende Eckenzahl
m
=
4
⋅
3
n
{\displaystyle m=4\cdot 3^{n}}
pro Verfeinung von
m
{\displaystyle m}
-Eck zum
3
m
{\displaystyle 3m}
-Eck der Verfeinerung, da pro Seite immer 2 weitere Eckpunkte ergänzt werden.
Das Flächenintegral ist additiv, wenn sich die andockende Fläche des unregelmäßigen Vierecks mit 3 gleichlangen Seiten für
V
(
m
+
1
)
{\displaystyle V(m+1)}
und einer Seiten von dem ergänzten Viereck, das mit umkehrter Orientierung mit einer Seite des regelmäßigen Polygons
V
(
m
)
{\displaystyle V(m)}
zur Deckung gebracht wird. Durch die umgekehrte Orientierung entsteht wieder ein alternierender Randweg über
V
(
m
+
1
)
{\displaystyle V(m+1)}
.
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