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Kurs:Funktionentheorie/Funktionenraum als Hilbertraum

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Einleitung

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Ein Wegintegral kann man als Skalarprodukt auf einem Teilraum von holomorphen Funktionen interpretiert werden. Dies spielt insbesondere im Kontext von Funktionenräumen auf kompakten Gebieten oder in der Theorie der Hardy-Räume. Man betrachtet nun die im Folgenden definierte Abbildung.

Wegintegral als Skalarprodukt

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Sei ein Gebiet (offene, zusammenhängende Menge), und sei eine stetig differenzierbarer Weg in dem Gebiet ). Für zwei holomorphe Funktionen (also holomorph auf ) betrachten man das Wegintegral:

Dabei ist auf einem Gebiet durch ein Integrationsweg definiert, der parallel zu reellen Achse läuft.

Konjugation des Wegintegrals

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Das obige Wegintegral ist für beliebige Wege kein Skalarprodukt, da im Allgemeinen nicht hermitesch. Dies zeigt die Berechnung der Konjugation des Wegintegrals:

Im Allgemeinen gilt nicht für alle .

Anforderungen an den Integrationsweg

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Wenn man aber stattdessen die Anforderung stellt, dass für alle gilt, erhält man mit die Eigenschaft hermitesch über die folgende Gleichungskette:

Definition von Integrationswegen

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Da als Gebiet eine offene Menge ist, gibt es um jeden Punkt eine offene Kreisscheibe, . Man definiert nun zwei Punkte in der Kreisscheibe mit und für liegt der Integrationsweg als Konvexkombination erster Ordnung zwischen und ganz in :

Ableitung des Integrationsweges

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Für die Ableitung des Integrationsweges gilt für alle , denn man erhält:

Weil reellwertig für alle ist, gilt auch . Insbesondere gilt für alle , dass bzw. erfüllt ist.

Eigenschaft - hermitesch

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Mit der oben definierten Konvexkombination gilt für alle und . Die reellwertige Ableitung liefert die Eigenschaft hermitesch über die folgende Gleichungskette:

Eigenschaft - Definitheit

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Ein Skalarprodukt muss die Eigenschaft der Definitheit erfüllen, d.h. für beliebige holomorphe Funktionen muss gelten:

Dabei wertet das Skalarprodukt als Integral die Funktion auf der Spur von aus.

Stetigkeit - Minimum und Maximum

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Da als holomorphe Funktion insbesondere stetig ist, ist auch und eine stetige Funktion, die auf dem Intervall das Minimum und Maximum annimmt. Sei . Es gilt dann:

Damit das rechte Integral über die stetige nicht-negative Funktion mit die Eigenschaft erfüllt, muss auf der Spur von konstant 0 sein.


Epsilon-Delta-Kriterium für Spurpunkt 1

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Wenn einen Punkt mit gibt mit , dann gibt es zu jedem wegen der Stetigkeit von eine -Umgebung von , wobei für alle gilt:


Epsilon-Delta-Kriterium für Spurpunkt 2

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Da dieses für alle gilt, kann man auch wählen. Damit wäre dann

Epsilon-Delta-Kriterium für Spurpunkt 3

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Damit kann man folgern, dass das Skalarprodukt von mit einen positiven Wert besitzt.

Bemerkung - Epsilon-Delta-Kriterium

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Die positive Definitheit mit den obigen Argumenten kann analog auf den Raum der stetigen Funktionen bzw. anwenden, wobei das zugehörige Skalarprodukt für diese Räume als Spezialfall wie folgt definiert wird:

bzw.

Identitätssatz - Definitionsbereich G

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Bisher wurde mit den obigen Argumenten nur gezeigt, dass auf der Spur von konstant 0 ist. Für die positive Definitheit muss aber auch nicht nur auf der Spur von konstant 0 sein, sondern auf dem ganzen Definitionsbereich . Die Spur von ist eine nicht-diskrete Menge in . Daher muss nach dem Identitätssatz auch die Funktion auf ganz der Nullfunktion entsprechen. Diese liefert die Definitheit für das Skalarprodukt, denn es gilt für beliebige holomorphe Funktionen :

Endlichkeit des Wegintegrals

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Für das Gebiet als offene und zusammenhängende Menge liefert die oben definierte Konvexkombination zwischen eine stetig differenzierbare Kurve. Für zwei holomorphe Funktionen ist eine stetige Funktion auf , wobei auf eine Maximum annimmt:

Damit sind alle Integral für zwei beliebige holomorphe Funktionen auf dem Gebiet endlich.

Aufgaben für Studierende

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Sei und , und mit dem Integrationsweg als Konvexkombination:

Aufgabe 1 - Hilbertraumeigenschaften

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Beweisen Sie die noch fehlenden Eigenschaften für das Skalarprodukt, d.h. die Semilinearität in der 1. Komponenten und die Linearität in der 2. Komponente.

Beispiel - Additivität

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Das folgende Beispiel zeigt den Nachweis der Additivität vom Skalarprodukt:

Aufgabe 2 - Norm einer Funktion

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Berechnen Sie die Norm einer holomorphen Funktion auf mit .

Beispiel 2.1 - Norm für n=0

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Um die folgende Norm zu berechnet, berechnet man zunächst

Damit erhält man für die Norm

Beispiel 2.2 - Norm für n=1

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Um die folgende Norm zu berechnet, berechnet man zunächst mit

Beispiel 2.2 - Real- Imaginärteilzerlegung für n=1

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Durch Umformung bzw. Vereinfachung von erhält für und das Integral ist:

Damit erhält man für die Norm

Beispiel 2.3 - Norm für n=2

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Um die folgende Norm berechnen zu können, berechnet man zunächst mit . Ferner verwenden Sie für den Integranden:

Führen Sie die Berechnungen analog zu dem obigen Vorgehen weiter.

Aufgabe 3 - Orthonormalbasis der Funktionen

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Erzeugen Sie aus eine Orthonormalbasis mit und für und auf .

Beispiel 3.1 - Normalisierung für n=0

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Die folgende Norm wurde bereits in Aufgabe 2 berechnet. Daher muss man nur normalisieren und man definiert den ersten Vektor der Orthonormalbasis wie folgt:

Beispiel 3.2 - Berechnung der Projektion n=1

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Man subtrahiert von dem Ausgangsvektor (Funktion) die Orthogonalprojektion auf wie folgt: . Berechnet man nun das Skalarprodukt von , so erhält man:

Bestimmen Sie nun und normalisieren Sie dann mit

Siehe auch

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