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Kurs:Funktionentheorie/holomorphe Funktionen als Vektorfelder

Aus Wikiversity

Einleitung

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In dieser Lerneinheit wird eine holomorphe Funktion als ein Vektorfeld in interpretiert, in dem jedem Punkt ein Vektor zugeordnet. Für die geometrische Interpretation wird für jedes in der Gaußschen Zahlenzahlebene der Funktionswert als Vektor mit Startpunkt und Endpunkt eingezeichnet. In diesem Vektorfeld werden nun diskrete Punktmengen positioniert, die durch die Funktion in dem Vektorfeld in bewegt werden.

Orientierte Flächen

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Dreieck als orientiert Fläche mit partiellen Ableitungen
Dreieck als orientiert Fläche mit partiellen Ableitungen

Bereits bei dem Thema orientierte Fläche wurden zwei partielle Ableitungen und von an jedem Punkt für die Fläche abgetragen.

Veranschaulichung von Vektorfelder

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Stellt man holomorphe Funktionen als Vektorfeld dar, so gibt es im Gegensatz zu orientierten Flächen mit zwei komplexwertigen partiellen Ableitung in , die jeweils zu jedem Punkt aus dem Definitionsbereich einen Funktionswert für zuordnet.

Vektorfeld - Polynom

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Die folgende Abbildung zeigt von einzelnen Punkten mit dem zugehörigen Funktionswert für die Funktion . Dabei wird der Funktionswert als Vektor mit Anfangspunkt in jeweils als Vektor dargestellt.

vector field for z square
vector field for z square

Aufgabe für Studierende - Vektorfeld Polynom

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Betrachten Sie als Startpunkt und versuchen Sie näherungsweise die Bahn von in der Gaußschen Zahlenebene numerisch mit Tabellenkalkulation zu bestimmen. ist die Iterationsschrittweite und und der Iterationsvorschrift:

Zerlegen Sie dazu in die Realteilfunktion und die Imaginärteilfunktion mit .

Datei für Aufgabe

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Die Lerneinheit folgt dem Open Community Approach. Daher wird für die Lerneinheit OpenSource-Software verwendet. Die folgende Datei Weg_in_Vektorfeld.ods[1] aus dem wikiversity_files-Github-Repository. Die grün markierten Spalten stellen die Iterationsschritte für die numerische Berechnung des Weges dar. Gelb markierte Felder können als Werte angepasst werden.

Vektorfeld - meromorphe Funktion

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Die folgende Abbildung zeigt von einzelnen Punkten mit dem zugehörigen Funktionswert für die Funktion . Dabei wird der Funktionswert als Vektor mit Anfangspunkt in jeweils als Vektor dargestellt.

vector field for z square
vector field for z square

Punkte und Trajektorie

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Man betrachtet nun einen Punkte als Startpunkt eines Weges . Dabei sei . Grundlegende Frage ist nun, wie sich der Punkt in der komplexen Zahlenebene bewegt, wenn die Funktion über das Vektorfeld die Kraft beschreibt, die auf wirkt. Die obigen grün markierten Vektoren, die an einem Punkt abgetragen wurden, beschreiben die Richtung und Stärke der Kraft.

Weg als Differentialgleichung

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In der komplexen Analysis kann man eine holomorphe Funktion als Vektorfeld interpretieren, wobei die Kraft (oder Geschwindigkeit) beschreibt, die auf einen Punkt wirkt. Die Trajektorie eines Punktes unter diesem Vektorfeld ist dann die Lösung der komplexen Differentialgleichung:

Weg als gesuchte Funktion

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Hierbei ist als Weg eine komplexwertige Funktion mit einem reellen Definitionsbereich, die zu jedem Zeitpunkt durch den Ort angibt, an dem sich ein Objekt befindet. Die Trajektorie beschreibt die Spur des Weges . Der Graph des Weges ist eine Teilmenge des dreidimensionalen -Vektorraumes .

Der Punkt bewegt sich dabei unter dem Einfluss des durch beschriebenen Vektorfeldes.

Spur eines gesuchten Weges

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In der folgenden Abbildung ist eine mögliche Spur eines gesuchten Weges eingezeichnet. Numerische Berechnungen besitzen durch die Diskretisierung einen Fehler.

path of curve visualization - solution of differential equation
path of curve visualization - solution of differential equation

Bemerkung - Lösung von Differentialgleichungen

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Wenn der Weg als Lösung einer Differentialleichung bestimmt werden kann, kann man die Spur des Weges ohne numerischen Näherung plotten.

Darstellung der Trajektorie

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Der Weg ist die Lösung der obigen Differentialgleichung. Da holomorph ist, ist das Vektorfeld lokal Lipschitz-stetig, und es existiert eine eindeutige Lösung für kleine (zumindest lokal in der Nähe von dem Startpunkt des Weges ). Betrachtet werden nun zunächst sehr einfache Funktionen

Explizite Lösung - konstante Funktion

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Falls eine konstante Funktion ist, kann man die Differentialgleichung explizit lösen. Für ein konstantes Vektorfeld erhält man als Trajektorie eine Gerade in komplexen Zahlenebene. Mit Umparametrisierung nach ist die Trajektorie eine Konvexkombination zwischen und .

  • Konstantes Vektorfeld: (konstant).
  • Lösung: mit dem Endpunkt
.

Explizite Lösung - Lineare Vektorfeld

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Die Exponentialfunktion erfüllt die Eigenschaft, dass . Die lineare Funktion definiert das Vektorfeld in der Gaußschen Zahlenebene. Damit erhält man für ein lineares Vektorfeld folgende Lösung für :

  • Lineares Vektorfeld: (mit ).
  • Lösung: mit dem Endpunkt
.

Explizite Lösung - quadratisches Vektorfeld

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In einem quadratischen Vektorfeld enthält die Lösung Pole. Diese dürfen nicht auf der Spur von liegen:

  • Quadratisches Vektorfeld: .
  • Lösung: .

Die Lösung hat eine Pol bei . Für einen wohldefinierten Weg muss gelten. Für und liegt der Pol in dem Intervall .

Plot des Weges für die Lösung

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Der Plot des Weges besitzt den Anfangswert für das Intervall . In Abhängigkeit von dem Schieberegler wird dargestellt. Die ist rot markiert.

Animation - differential equation - solution plotted as curve in OpenSource Geogebra
Animation - differential equation - solution plotted as curve in OpenSource Geogebra

Lösung als meromorphe Funktion

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In einem quadratischen Vektorfeld ist die Lösung der Differentialgleichung eine meromorphe Funktion mit Pol .

Aufgabe - quadratisches Vektorfeld

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Zeigen Sie, dass die oben genannten Eigenschaften für den Weg gelten:

Numerische Lösung

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Numerische Lösungen werden immer dann verwendet, wenn man keine explizite Lösungen für angeben kann. Falls also komplizierter ist, kann man die Trajektorie numerisch berechnen, z. B. mit dem Euler-Verfahren oder mit dem Runge-Kutta-Verfahren berechnent, die in Numerik für die Lösung von Differentialgleichungen verwendet werden.

Euler-Verfahren

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Die numerische Lösung ergibt sich als Polygonzug und einer Zerlegung von in Teilintervalle der Breite und für .

Runge-Kutta 4. Ordnung - Schritt 1

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Auch bei Rugge-Kutta ist die numerische Lösung ein Polygonzug, der sich durch eine Zerlegung von in Teilintervalle der Breite und für .

Runge-Kutta 4. Ordnung - Schritt 2

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Induktiv erhält man den folgenden Wegpunkt zum Zeitpunkt wie folgt:

Geometrische Interpretation

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  • Der Wegpunkte bilden eine Kurve in der komplexen Ebene mit der Spur . Der Tangentenvektor an jedem Punkt ist durch gegeben.
  • Da holomorph ist, ist das Vektorfeld wirbelfrei (d. h., es hat keine Rotation) und quellenfrei (d. h., es hat keine Divergenz) außerhalb der Singularitäten von . Dies folgt aus den Cauchy-Riemann-Gleichungen.
  • Die Trajektorien können Fixpunkte enthalten, wenn z.B. auf der Spur von Punkte existieren mit existieren.
  • Auf der Spur von darf eine meromorphe Funktion keine Singularitäten besitzen, denn in diesen Punkten ist dann nicht definiert und man erhält keinen stetig differenzierbaren Integrationsweg.

Beispiel

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Für die oben angebenen expliziten Lösungen werden nun Beispiele genannt:

Beispiel 1 - Rotation

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Für die lineare Funktion erhält man als Lösung eine Rotation mit :

  • Die Differentialgleichung lautet:
  • Lösung:
  • Interpretation: Die Trajektorie ist ein Kreis um den Ursprung mit Radius , der wegen im Uhrzeigersinn durchlaufen wird.

Beispiel 2 - Polynomiale Funktion

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Mit bewegt sich der Punkt mit wachender Geschwindigkeit gegen .

  • Die Differentialgleichung lautet:
  • Lösung:
  • Interpretation: Die Trajektorie läuft mit dem Definitionsbereich für gegen 0. Wenn im Definitionsbereich des Weges liegt, so ist der Weg nicht auf ganz definiert und es gilt:
Ist dann ist für alle und ist ein Fixpunkt von .

Zusammenhang mit Potentialtheorie

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Da holomorph ist, existiert lokal eine Stammfunktion (als komplexes Potential) mit . Die Trajektorien sind dann die Niveaulinien des Imaginärteils von (da harmonisch ist und die Trajektorien senkrecht zu den Gradientenlinien von verlaufen).

Quellennachweise

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  1. Niehaus, Bert (2026) wikiversity_files - File: Weg_in_Vektorfeld.ods - GitHub-Repository - URL https://github.com/niebert/wikiversity_files/blob/main/de/Weg_in_Vektorfeld.ods - (accessed 2026-07-02)

Siehe auch

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Seiteninformation

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Diese Lernresource können Sie als Wiki2Reveal-Foliensatz darstellen.

Wiki2Reveal

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Dieser Wiki2Reveal Foliensatz wurde für den Lerneinheit Kurs: Funktionentheorie' erstellt der Link für die Wiki2Reveal-Folien wurde mit dem Wiki2Reveal-Linkgenerator erstellt.