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Kurs:Kommutative Algebra/Teil II/Vorlesung 56

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Es sei ein Ringhomomorphismus zwischen kommutativen Ringen und es sei

die zugehörige Spektrumsabbildung.

Dann ist die Faser über einem Primideal    gleich .

D.h. die Faser besteht aus allen Primidealen    mit    und mit  

Aufgrund von Fakt ***** müssen wir nur die zweite Formulierung beweisen. Für ein Primideal    gilt    genau dann, wenn sowohl    als auch    gilt. Die erste Bedingung ist zu    und die zweite Bedingung ist zu

äquivalent.



Es sei

ein Ringhomomorphismus zwischen kommutativen Ringen und es sei

die zugehörige Spektrumsabbildung.

Dann ist die Faser über einem Primideal    genau dann leer, wenn  

Dies folgt aus Lemma 56.1 und Fakt *****  (6).




Die Dimension unter ganzen Erweiterungen



Es sei

ein ganzer Ringhomomorphismus. Es seien    Primideale in und ein Primideal in mit  

Dann gibt es ein Primideal    in mit  

Wir betrachten die injektive Abbildung

die nach wie vor ganz ist. Wir können also annehmen, dass eine ganze Erweiterung    von Integritätsbereichen vorliegt und müssen ein Primideal    finden, das auf ein vorgegebenes Primideal    runterschneidet. Wir lokalisieren an und an  ,  wobei die induzierte Abbildung

nach wie vor injektiv und ganz ist. Wir können also annehmen, dass ein lokaler Integritätsbereich ist und    eine ganze Erweiterung. Wir suchen ein Primideal aus , das auf das maximale Ideal herunterschneidet.  Nehmen wir an, dass die Faser über leer ist. Dann ist nach Korollar 56.2 das Erweiterungsideal gleich dem Einheitsideal. Dann gibt es Elemente    und    mit  .  Diese Gleichung gilt auch im Unterring  .  Die Erweiterung    ist endlich erzeugt und ganz, also nach Satz . sogar endlich. Es ist    und damit  .  Aus dem Lemma von Nakayama folgt daraus  ,  ein Widerspruch.




Es sei

ein injektiver ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist die Spektrumsabbildung

surjektiv.

Es sei    vorgegeben. Die induzierte Abbildung

ist ebenfalls injektiv. Der Beweis zu Lemma 56.3 zeigt, dass es ein Primideal aus gibt, das auf runterschneidet.



Es seien und kommutative Ringe und es sei

ein ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist die Spektrumsabbildung

abgeschlossen.

Wenn zusätzlich injektiv ist, so ist surjektiv.

Wir zeigen für eine beliebige abgeschlossene Teilmenge   

mit einem Ideal  ,  dass das Bild

ist, also insbesondere wieder abgeschlossen ist. Dafür betrachten wir den induzierten Ringhomomorphismus

der ebenfalls ganz und zusätzlich injektiv ist. Daher ist

nach Lemma 56.4 surjektiv. Also ist  .  Der Zusatz folgt ebenfalls aus Lemma 56.4.



Es sei ein Körper, ein Integritätsbereich und    eine ganze Erweiterung.

Dann ist auch ein Körper.

Es sei , . Wir betrachten eine Ganzheitsgleichung

Wenn    ist, so können wir ausklammern und erhalten, da ein Nichtnullteiler ist, eine Ganzheitsgleichung kleineren Grades. Wir können also annehmen, dass    ist. Dann ist

und somit ist eine Einheit.



Es sei

ein ganzer Ringhomomorphismus. Es seien    Primideale in mit  

Dann ist  

D.h. die Fasern sind nulldimensional.

Es sei  .  Wir machen den Übergang

und betrachten die induzierte Abbildung

die ebenfalls ganz ist. Nach Lemma 56.1 ist die Faser von über . Wir müssen also zeigen, dass das Spektrum einer über einem Körper ganzen Algebra nulldimensional ist, es also keine Inklusionen von Primidealen gibt. Es sei    eine Inklusion von Primidealen aus . Wir gehen zu über. Somit ist ein Integritätsbereich und eine ganze Erweiterung eines Körpers. Nach Lemma 56.6 ist selbst ein Körper. Also ist



Es sei

ein injektiver ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist

Zu einer Primidealkette    aus ist die Kette    nach Lemma 56.7 ebenfalls echt, sodass

ist. Zu einer Primidealkette    aus gibt es zunächst nach Lemma 56.4 ein Primideal aus mit  .  Nach Lemma 56.3 kann man dies sukzessive zu einer Kette    mit    fortsetzen. Daher ist auch



Es sei    eine ganze Erweiterung von Integritätsbereichen mit normal.

Dann gibt es zu Primidealen

in und einem Primideal in mit

ein Primideal mit

und




Dimension von endlich erzeugte Algebren



Der Polynomring über einem Körper

besitzt die Krulldimension .

Jedes maximale Ideal des Polynomringes besitzt die Höhe .

Es sei zunächst  .  Dann zeigt einerseits die Primidealkette

dass die Höhe von zumindest ist. Da das Ideal Erzeuger besitzt, folgt andererseits aus Satz 55.8, dass die Höhe von höchstens gleich ist. Die Höhe ist also genau .

Wenn ein maximales Ideal der Form

(also ein Punktideal) mit    vorliegt, so zeigt die gleiche Argumentation, dass seine Höhe gleich ist (oder man arbeitet mit einem - Algebraautomorphismus von , der in überführt.). Wenn algebraisch abgeschlossen ist, so sind wir nach Satz 24.6 fertig.

Wenn ein beliebiger Körper ist, so gibt es eine ganze Körpererweiterung    mit algebraisch abgeschlossen. Die Erweiterung

ist ebenfalls ganz. Sei    ein maximales Ideal. Dazu gibt es nach Lemma 56.4 und Lemma 56.7 ein maximales Punktideal

das auf runterschneidet. Eine Primidealkette unterhalb von der Länge schneidet auf eine Primidealkette unterhalb von runter, sodass die Höhe von zumindest ist. Umgekehrt gibt es zu einer Primidealkette unterhalb von nach Lemma 56.3 eine darüberliegende Primidealkette in . Da eine solche maximal die Länge besitzt, ist die Höhe von gleich .

Ohne Beweis erwähnen wir den folgenden Satz.


Es sei ein noetherscher Ring der Dimension .

Dann besitzt der Polynomring die Dimension .



Es sei    ein Polynom über einem Körper .

Dann besitzt der Restklassenring die Dimension .

Nach Satz 24.7 gibt es eine endliche Erweiterung

Nach Satz 56.8 stimmen die Dimensionen der beiden Ringe überein. Also hat der Hyperflächenring die gleiche Dimension wie der Polynomring in Variablen, die nach Satz 56.10 gleich ist.



Es sei eine integre - Algebra vom endlichen Typ über einem Körper .

Dann besitzt jede maximale Primidealkette in die gleiche Länge.

Es sei die Dimension von , wir führen Induktion über . Bei    ist die Aussage klar. Zum Induktionsschluss sei

eine maximale Primidealkette in . Nach Satz 24.8 gibt es eine endliche Erweiterung

Wir betrachten

Nach Aufgabe 41.2 ist nicht das Nullideal. Würde es ein Primideal

geben, so würde es dazu nach Lemma 56.9 eine Primidealkette

geben, die darüber liegt, und dann wäre die Kette nicht maximal. Das bedeutet, dass die Höhe besitzt. Da der Polynomring faktoriell ist, ist

ein Primhauptideal und somit ist nach Satz 56.12 die Dimension von gleich . Da die induzierte Abbildung

ebenfalls endlich und injektiv ist, folgt nach Satz 56.8, dass die Dimension von gleich ist. Nach Induktionsvoraussetzung besitzt jede maximale Primidealkette in die Länge . Unsere Primidealkette induziert (startend mit ) eine maximale Primidealkette in , also ist

und daher  


In der vorstehenden Aussage ist die Voraussetzung der Integrität notwendig, wie jedes Beispiel zeigt, in dem die maximalen Komponenten nicht die gleiche Dimension haben. Aber auch die Voraussetzung, dass die Algebra vom endlichen Typ ist, ist entscheidend.


Wir betrachten den Polynomring über einem Körper mit dem maximalen Ideal    und dem Primideal  ,  das nicht in liegt. Wir betrachten das multiplikative System

In der Nenneraufnahme    sind die Primideale und die einzigen maximalen Ideale, das eine hat die Höhe und das andere die Höhe . Die Aussage Satz 56.13 gilt also nicht für integre Algebren, die im Wesentlichen vom endlichen Typ sind.




Es sei eine integre - Algebra vom endlichen Typ über einem Körper und sei ein Primideal.

Dann ist

Dies folgt unmittelbar aus Satz 56.13.

Die folgende Aussage setzt die Dimension einer integren Algebra vom endlichen Typ in Beziehung zum Transzendengrad des zugehörigen Quotientenkörpers. Für den Begriff Transzendenzgrad und seine wichtigsten Eigenschaften siehe die Vorlesung zur Galoistheorie.


Es sei eine integre - Algebra vom endlichen Typ über einem Körper mit dem Quotientenkörper  

Dann stimmt die Dimension von mit dem Transzendenzgrad von über überein.

Nach Satz 24.8 gibt es algebraisch unabhängige Elemente    derart, dass

endlich ist. Dann ist auch die Körpererweiterung der Quotientenkörper

endlich. Also ist nach Definition der Transzendenzgrad.



Es sei eine integre - Algebra vom endlichen Typ über einem Körper und    ein von verschiedenes Element.

Dann stimmt die Dimension der Nenneraufnahme mit der Dimension von überein.

Der Quotientenkörper von stimmt mit dem Quotientenkörper von überein. Da mit auch von endlichem Typ über ist, folgt die Aussage aus Satz 56.16.




Der Grad des Hilbert-Samuel Polynoms

Zu einem - Modul versteht man unter der Krulldimension von die Krulldimension von .


Es sei ein noetherscher lokaler Ring und ein endlich erzeugter - Modul.

Dann besteht zwischen der Dimension des Moduls und dem Grad des Hilbert-Samuel-Polynoms der Zusammenhang


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