Kurs:Kommutative Algebra/Teil II/Vorlesung 58
Zu einem
Dedekindbereich
und einem
Primideal
ist nach
Satz 43.9
die Lokalisierung ein
diskreter Bewertungsring
und somit ergibt sich insgesamt eine Abbildung
Es sei ein Dedekindbereich, ein Primideal in und , . Dann heißt die Ordnung im diskreten Bewertungsring die Ordnung von am Primideal (oder an der Primstelle oder in ). Sie wird mit bezeichnet.
Es sei ein Dedekindbereich und ein Primideal in . Dann hat die Ordnung an , also die Abbildung
folgende Eigenschaften.
- .
- .
- Es ist genau dann, wenn .
(1) und (2) folgen direkt aus Lemma 43.4. Bei (3) ist zu beachten, dass für gilt, dass genau dann gilt, wenn ist. Letzteres bedeutet nämlich, dass mit und ist, also mit . Mit dem Hauptnenner ist dann , woraus folgt. Damit folgt die Behauptung aus Lemma 43.4.
Es sei ein Dedekindbereich und , . Dann heißt die Abbildung, die jedem Primideal in die Ordnung zuordnet, der durch definierte Hauptdivisor. Er wird mit bezeichnet und als formale Summe
geschrieben.
Die Ordnung an einem Primideal nennt man in diesem Zusammenhang auch die Verschwindungsordnung. Die Ordnung ist ja genau dann positiv, wenn zum Primideal gehört, und dies ist genau dann der Fall, wenn unter der Abbildung
das Element auf abgebildet wird, also an dieser Stelle verschwindet. Eine höhere Verschwindungsordnung bedeutet, dass nicht nur einfach, sondern mit einer gewissen Vielfachheit verschwindet. Der Hauptdivisor zu notiert also, mit welcher Verschwindungsordnung die Funktion an den verschiedenen Primstellen verschwindet.
Es sei ein faktorieller Dedekindbereich. Dann lässt sich der Hauptdivisor zu einem Ringelement , , unmittelbar aus der Primfaktorzerlegung ablesen. Wenn
mit einer Einheit und paarweise nicht assoziierten Primelementen ist, so ist der Hauptdivisor zu gleich
Dies beruht einfach darauf, dass die Ordnung von in der Lokalisierung gleich ist.
Es sei ein Dedekindbereich. Dann hat die Abbildung, die einem Ringelement den Hauptdivisor zuordnet, also
folgende Eigenschaften.
-
-
- Es ist genau dann eine Einheit, wenn ist.
Dies folgt direkt aus Lemma 58.2 durch Betrachtung an den einzelnen Primidealen.
Es sei ein Dedekindbereich und , .
Dann ist nur für endlich viele Primideale in die Ordnung von verschieden.
Das heißt, dass der Hauptdivisor eine endliche Summe ist.
Es ist nulldimensional, deshalb folgt die Aussage aus Satz 55.6.
Es sei ein Dedekindbereich. Ein effektiver Divisor ist eine formale Summe
die sich über alle Primideale aus erstreckt und wobei natürliche Zahlen sind mit für fast alle .
Lemma 58.6 zeigt, dass ein Hauptdivisor zu einem Ringelement wirklich ein effektiver Divisor ist. Ein effektiver Divisor gibt für jede Primstelle eine „Verschwindungsordnung“ an. Eine naheliegende Frage ist dann, ob dieses Ordnungsverhalten durch eine Funktion realisiert werden kann, also ob der Divisor ein Hauptdivisor ist. Wir werden im Weiteren sehen, dass die Frage, welche Divisoren Hauptdivisoren sind, eng mit der Frage nach der Faktorialität von Dedekindbereichen zusammenhängt. Der Zugang über Divisoren hat den Vorteil, dass er erlaubt (siehe weiter unten), eine Gruppe, die sogenannte Divisorenklassengruppe einzuführen, die die Abweichung von der Faktorialität messen kann. Die Menge der effektiven Divisoren wird mit bezeichnet, es handelt sich um ein kommutatives additives Monoid, das als Monoid von den Primdivisoren erzeugt wird.
Es sei ein Dedekindbereich und ein von verschiedenes Ideal in . Dann nennt man den Divisor
mit
den Divisor zum Ideal .
Man kann den Divisor zu einem Ideal auch durch
definieren, wobei das Minimum über Divisoren komponentenweise erklärt ist. Es gibt im Allgemeinen kein Element, das an allen Primstellen simultan das Minimum annimmt. Da zu einem einzelnen Element der zugehörige Hauptdivisor nur an endlich vielen Stellen von verschieden ist, gilt das erst recht für den Divisor zu einem Ideal.
Die Ordnung kann man auch als Ordnung des Ideals im diskreten Bewertungsring ansehen. Dabei ist das Erweiterungsideal zu in . Dieses Ideal hat einen Erzeuger , wobei ein Primelement im diskreten Bewertungsring ist; die Ordnung ist dann .
Es sei ein Dedekindbereich. Dann erfüllt die Zuordnung (für von verschiedene Ideale)
folgende Eigenschaften.
-
für ein Primideal .
-
- Für ist .
-
- Für jedes Element gilt auch und daher ist . Umgekehrt besitzt der diskrete Bewertungsring ein Element , das das maximale Ideal erzeugt und die Ordnung hat. Man kann mit und schreiben. Dabei ist und hat in die Ordnung . Es sei nun ein weiteres Primideal . Da beide Ideale maximal sind gibt es ein Element , . Dieses hat dann in die Ordnung .
- Fixiere ein Primideal . Sei
und schreibe
mit
und
.
Dann ist nach
Lemma 58.5
Für die Umkehrung schreiben wir und . Zu fixiertem gibt es ein und ein mit und . Dann ist und
- Das ist trivial.
- Die Abschätzung „“ folgt aus . Die Abschätzung „“ folgt aus Teil (3).
Es sei ein Dedekindbereich und
ein effektiver Divisor (wobei durch die Menge der Primideale läuft). Dann nennt man
das Ideal zum Divisor . Es wird mit bezeichnet.
In der vorstehenden Definition verwenden wir die Konvention, dass in Ungleichungen der Ausdruck als zu verstehen ist. Damit gehört also zu . Es ergibt sich sofort, dass es sich in der Tat um ein Ideal handelt. Es ist auch nicht das Nullideal, da wir zu den endlich vielen Primidealen , , mit Elemente mit wählen können. Dann gehört aber das Produkt zu dem zu gehörenden Ideal.
Der folgende Satz zeigt, dass die beiden soeben eingeführten Zuordnungen zwischen den effektiven Divisoren und den von verschiedenen Idealen in einem Dedekindbereich invers zueinander sind. Dies sollte man als eine einfache und übersichtliche Beschreibung für die Menge aller Ideale ansehen.
Es sei ein Dedekindbereich.
Dann sind die Zuordnungen
zueinander inverse Abbildungen zwischen der Menge der von verschiedenen Ideale und der Menge der effektiven Divisoren.
Diese Bijektion übersetzt das Produkt von Idealen in die Summe von Divisoren.
Wir starten mit einem Ideal und vergleichen und . Es sei zunächst . Es ist dann für jedes Primideal , sodass natürlich gilt. Also ist . Ist hingegen , so gibt es nach Aufgabe 26.6 auch ein Primideal mit . Da ein diskreter Bewertungsring ist, gilt . Also ist und somit . Insbesondere ist die Abbildung injektiv. Die Surjektivität ergibt sich aus Lemma 58.10 (1) in Verbindung mit Lemma 58.10 (2), was auch den Zusatz ergibt.
- Idealzerlegung in einem Dedekindbereich
Es sei ein Dedekindbereich und seien und Ideale in .
Dann gilt genau dann, wenn es ein Ideal mit gibt.
Bei ist eindeutig bestimmt.
Die Implikation „ “ gilt in beliebigen kommutativen Ringen. Die andere Implikation ist richtig, wenn ist. Wir können also annehmen, dass die beteiligten Ideale von verschieden sind. Die Bedingung impliziert nach Lemma 58.10 (3), dass ist. Somit ist
mit einem effektiven Divisor . Nach Satz 58.12 übersetzt sich dies zurück zu , sodass mit die rechte Seite erfüllt ist.
Die folgende Aussage heißt Satz von Dedekind. Sie liefert für jeden Zahlbereich auf der Idealebene einen Ersatz für die eindeutige Primfaktorzerlegung.
Es sei ein Dedekindbereich und ein Ideal in .
Dann gibt es eine Produktdarstellung
mit (bis auf die Reihenfolge) eindeutig bestimmten Primidealen aus und eindeutig bestimmten Exponenten , .
Wir benutzen Satz 58.12, also die bijektive Beziehung zwischen Idealen und effektiven Divisoren. Auf der Seite der Divisoren haben wir offenbar eine eindeutige Darstellung
mit geeigneten Primidealen . Wendet man auf diese Darstellung die Abbildung an, so erhält man links das Ideal zurück. Es genügt also zu zeigen, dass der Divisor rechts auf das Ideal abgebildet wird. Dies folgt aber direkt aus Satz 58.12.
Es sei ein Dedekindbereich und , .
Dann gibt es eine Produktdarstellung für das Hauptideal
mit (bis auf die Reihenfolge) eindeutig bestimmten Primidealen aus und eindeutig bestimmten Exponenten , .
Dies folgt direkt aus Satz 58.14.
Es sei ein Ideal in einem Dedekindbereich mit der eindeutigen Primidealzerlegung
Dann gibt es einen natürlichen Ringisomorphismus
Da Dedekindbereiche eindimensional sind und die Primideale in der Zerlegung verschieden sind, gilt für . Dies überträgt sich direkt auf die Potenzen. Somit folgt die Aussage aus Lemma 8.5.
Zu einem gebrochenen Ideal in einem Dedekindbereich nennt man
das zugehörige inverse gebrochene Ideal.
Es sei ein Dedekindbereich. Dann gelten folgende Aussagen.
- Zu gebrochenen Idealen mit der Beziehung mit , , gilt für die inversen gebrochenen Ideale die Beziehung .
- Zu einem gebrochenen Ideal ist das inverse gebrochene Ideal in der Tat ein gebrochenes Ideal.
- Es ist .
- Der - Modulisomorphismus , , führt direkt zu einem Isomorphismus , , da ja zu äquivalent ist.
- Es ist klar, dass ein von verschiedener
-
Untermodul
von ist. Wenn durch erzeugt wird, so betrachten wir
mit
,
wobei jetzt ein Erzeugendensystem der Form mit
besitzt. Die Bedingung
impliziert . Daher ist das inverse gebrochene Ideal zu selbst ein Ideal, also endlich erzeugt. Dies überträgt sich wegen (1) auf .
- Für das
Produkt
ist offenbar
Wenn diese Inklusion echt wäre, so würde es auch ein maximales Ideal oberhalb von geben. Es sei mit einer Ortsuniformisierenden und mit . Es gibt dann auch ein Element , das an der Stelle die Ordnung besitzt. Dazu gibt es auch ein , das an der Stelle die Ordnung und sonst überall eine hinreichend große Ordnung besitzt derart, dass ist. Dies ist ein Widerspruch, da an der Stelle die Ordnung besitzt.
Wir betrachten im quadratischen Zahlbereich das Ideal
Aufgrund der Gleichung
ist beispielsweise
Wir behaupten, dass das inverse gebrochene Ideal gleich
ist, wobei sich die Inklusion aus der vorstehenden Zeile ergibt. Andererseits gilt wegen
für das Produkt
und dies impliziert nach Aufgabe 26.7 die Gleichheit .
Ein gebrochenes Ideal in einem Dedekindbereich ist ein sogenannter invertierbarer Modul. D.h. es ist lokal isomorph zum Ring selbst. Mit diesen Formulierungen ist folgendes gemeint: Für ein maximales Ideal (also für ein von verschiedenes Primideal) ist (dies ist die Lokalisierung eines Moduls an einem Primideal) ein endlich erzeugter -Modul , der zugleich im Quotientenkörper liegt. Solche Moduln sind isomorph zu . Siehe Aufgabe *****.
Es sei ein Dedekindbereich und
ein Divisor (wobei durch die Menge der Primideale läuft). Dann nennt man
das gebrochene Ideal zum Divisor . Es wird mit bezeichnet.
Das folgende Lemma zeigt, dass man in der Tat ein gebrochenes Ideal erhält, und dass diese Definition mit der früheren Definition 58.11 verträglich ist.
Es sei ein Dedekindbereich und ein Divisor.
Dann ist die Menge ein gebrochenes Ideal.
Ist ein effektiver Divisor, dann ist das so definierte gebrochene Ideal ein Ideal und stimmt mit dem Ideal überein, das einem effektiven Divisor gemäß der Definition 58.11 zugeordnet wird.
Es sei . Gemäß der Konvention, dass zu interpretieren ist, ist . Für Elemente mit gilt nach Fakt *****
und
für , da ja effektiv ist. Also liegt in der Tat ein -Modul vor.
Bevor wir die endliche Erzeugtheit nachweisen, betrachten wir die zweite Aussage. Es sei also ein effektiver Divisor. Wir müssen zeigen, dass
ist, wobei die Inklusion klar ist. Die andere Inklusion folgt aus Fakt ***** (3).
Zum Nachweis der endlichen Erzeugtheit bemerken wir, dass es nach Fakt ***** (4) zu jedem Divisor ein derart gibt, dass effektiv ist. Das zu gehörige gebrochene Ideal ist dann ein Ideal, also endlich erzeugt, und dies überträgt sich auf das gebrochene Ideal zu .
Es sei ein Dedekindbereich und ein von verschiedenes gebrochenes Ideal. Dann nennt man den Divisor
mit
den Divisor zum gebrochenen Ideal .
Da das gebrochene Ideal nach Definition endlich erzeugt ist, muss man das Minimum nur über eine endliche Menge nehmen. Insbesondere ist der zugehörige Divisor wohldefiniert. Für ein Ideal stimmt diese Definition offensichtlich mit der alten überein.
Es sei ein Dedekindbereich. Dann gelten folgende Aussagen.
- Es sei ein
gebrochenes Ideal
mit einer Darstellung
mit
und einem Ideal
.
Dann ist
- Zu einem
Divisor
mit
effektiv
ist
Beweis
Auch die Einzelheiten des Beweises des folgenden Satzes überlassen wir dem Leser, siehe
Aufgabe *****.
Es sei ein Dedekindbereich. Dann sind die Zuordnungen
zueinander inverse Abbildungen zwischen der Menge der von verschiedenen gebrochenen Ideale und der Menge der Divisoren. Diese Bijektion ist ein Isomorphismus von Gruppen.
Wir müssen zeigen, dass die hintereinandergeschalteten Abbildungen jeweils die Identität ergeben. Dies kann man mittels Lemma 58.24 auf den effektiven Fall zurückführen. Die Zuordnung führt die Multiplikation von gebrochenen Idealen in die Addition von Divisoren über, da dies an jedem diskreten Bewertungsring gilt. Wegen der Bijektivität liegt dann auch links eine Gruppe vor und die Abbildungen sind Gruppenisomorphismen.
- Die Divisorenklassengruppe
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich mit dem Quotientenkörper
Wegen der Normalität sind die Lokalisierungen an Primidealen der Höhe diskrete Bewertungsringe. D.h. dass es ein Element mit
gibt. Jedes Element , , besitzt somit in eine eindeutige Darstellung mit einer Einheit und mit . Die Zahl nennt man die Ordnung von in . Bei spricht man auch von der Verschwindungsordnung und bei nennt man auch die Polordnung. Zu zwei Elementen ist
Für ein Element , , ist dabei die Ordnung in genau dann positiv, wenn ist. Da es oberhalb von nur endlich viele minimale Primoberideale gibt, besitzt nur in endlich vielen Primidealen der Höhe eine positive verschwindungsordnung, sonst ist die Ordnung gleich . Wenn ist, so ergibt sich aus dieser Beobachtung, dass die Ordnung von nur an endlich vielen Primidealen der Höhe eine Ordnung besitzt, die nicht ist. Abweichendes Verhalten gibt es nur bei den minimalen Primoberidealen von und von .
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich mit Quotientenkörper . Es sei , . Dann heißt die Abbildung, die jedem Primideal der Höhe in die Ordnung zuordnet, der durch definierte Hauptdivisor. Er wird mit bezeichnet und als formale Summe
geschrieben.
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich. Ein Divisor ist eine formale Summe
die sich über alle Primideale der Höhe aus erstreckt und wobei ganze Zahlen mit für fast alle sind.
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich. Es sei die Gruppe der Divisoren und sei die Untergruppe der Hauptdivisoren. Dann nennt man die Restklassengruppe
die Divisorenklassengruppe von .
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich und ein Primideal in der Höhe . Dann hat die Ordnung an , also die Abbildung
folgende Eigenschaften.
- .
- .
- genau dann, wenn .
Es sei ein normaler noetherscher Integritätsbereich und es bezeichne die Divisorenklassengruppe von . Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
- ist faktoriell.
- Jedes Primideal der Höhe ist ein Hauptideal.
- Jeder Divisor ist ein Hauptdivisor.
- Es ist .
Sei (1) erfüllt und ein Primideal der Höhe . Es gibt ein Element , . Dieses hat eine Primfaktorzerlegung und aufgrund der Primeigenschaft muss für ein sein. Dann ist aber wegen der Höhenbedingung . Sei nun jedes Primideal der Höhe Hauptideal. Dann gilt mit
die Divisorbeziehung
da in keinem anderen Primideal der Höhe enthalten ist und da auch in ein Erzeuger von ist. Somit sind die Gruppenerzeuger der Divisorenklassengruppe Hauptdivisoren und damit sind überhaupt alle Divisoren Hauptdivisoren. Die Äquivalenz von (3) und (4) ist klar. Es sei nun vorausgesetzt, dass jeder Divisor ein Hauptdivisor ist. Dann gibt es zu einem Primideal der Höhe ein , , mit
Wegen der Nichtnegativität des Hauptdivisors ist nach Satz 44.13 . Somit ist nur in als einzigem Primideal der Höhe enthalten. Sei . Dann ist
und somit ist , also und damit .
Sei schließlich (2) erfüllt, und , . Es seien die minimalen Primoberideale von . Nach dem Krullschen Hauptidealsatz besitzen diese alle die Höhe . Sei mit Primelementen . Es ist
Das Element besitzt den gleichen Hauptdivisor. Deshalb ist der Quotient eine Einheit und
mit einer Einheit . Daher ist faktoriell.
- Endlichkeit des ganzen Abschlusses
Es sei ein Körper und eine integre - Algebra vom endlichen Typ mit Quotientenkörper . Es sei eine endliche Körpererweiterung.
Dann ist der ganze Abschluss von in eine endliche - Algebra.
Es sei ein Körper und eine integre - Algebra vom endlichen Typ.
Dann ist die Normalisierung von eine endliche - Algebra.
Dies ist der Spezialfall von Satz 58.31 für .
- Das Lemma von Hironaka
Es sei ein Körper und sei die Lokalisierung einer - Algebra vom endlichen Typ. Es sei
ein Element, das die folgenden Eigenschaften erfüllt.- besitzt ein einziges minimales Primoberideal .
- In der Lokalisierung wird von erzeugt.
- Der Restklassenring ist normal.
Dann ist und ist selbst normal.
Bei ist nichts zu zeigen, sei also und somit nach Satz 55.7 ein Primideal der Höhe . Es sei die Normalisierung von . Da in das maximale Ideal von einem Element erzeugt wird, ist nach Satz 43.5 ein diskreter Bewertungsring und insbesondere normal. Daher liegt oberhalb von genau ein Primideal, das wir nennen. Dabei gilt . Wir zeigen zuerst . Es sei dazu und ein Primideal der Höhe von . Nach Korollar 58.32 ist vom endlichen Typ und insbesondere noethersch, daher ist gemäß Korollar 44.14 die Zugehörigkeit für alle zu zeigen. Bei ist das richtig, da dann eine Einheit in ist. Es sei also . Doch dann ist und somit und dann ist es auch richtig.
Wir betrachten nun die Hintereinanderschaltung
die eine endliche Erweiterung von Integritätsbereichen
induziert. Für die Quotientenkörper gilt dabei nach Lemma 12.5
Da nach Voraussetzung normal ist, liegt ein Isomorphismus vor. Somit wird jedes modulo durch ein Element aus . repräsentiert. Also ist
Wegen Korollar 58.32 können wir Korollar 29.6 anwenden und erhalten . Also ist normal und erzeugt bereits in .
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