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Kurs:Lineare Algebra/Teil II/14/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
Punkte 3 3 2 3 2 3 2 0 8 2 4 3 0 3 4 3 3 0 4 52




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Das orthogonale Komplement zu einem Untervektorraum  UV  in einem 𝕂-Vektorraum V mit Skalarprodukt.
  2. Die Höhe in einem Dreieck.
  3. Ein normaler Endomorphismus
    φ:VV

    auf einem endlichdimensionalen 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt ,.

  4. Die Quotientenmenge zu einer Äquivalenzrelation auf einer Menge M.
  5. Ein orientierter -Vektorraum.
  6. Die Äquivalenz von zwei Normen 1 und 2 auf einem 𝕂-Vektorraum V.


Lösung

  1. Unter dem orthogonalen Komplement versteht man den Untervektorraum
    U={vVv,u=0 für alle uU}.
  2. Zu einem Dreieck A,B,C in einer euklidischen Ebene heißt die Gerade durch A, die senkrecht auf der Geraden durch B und C steht, die Höhengerade durch A. Die Verbindungsstrecke von A zur Geraden durch B und C heißt Höhe durch A.
  3. Ein Endomorphismus
    φ:VV

    heißt normal, wenn φ und φ̂ vertauschbar sind.

  4. Man nennt
    M/:={[x]xM}

    die Quotientenmenge von .

  5. Ein reeller Vektorraum V heißt orientiert, wenn er endlichdimensional und auf ihm eine Orientierung erklärt ist.
  6. Die beiden Normen heißen äquivalent, wenn sie die gleiche Topologie, also die gleichen offenen Mengen definieren.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die Charakterisierung von reellen Isometrien mit Matrizen.
  2. Der Satz über den Abstand eines Vektors v zu einem Untervektorraum U in einem euklidischen Vektorraum V.
  3. Der Konvergenzsatz für stochastische Matrizen.


Lösung

  1. Es sei V ein euklidischer Vektorraum und u1,,un eine Orthonormalbasis von V. Es sei
    φ:VV

    eine lineare Abbildung und M die beschreibende Matrix zu φ bezüglich der gegebenen Basis. Dann ist φ genau dann eine Isometrie, wenn

    MtrM=En
    ist.
  2. Die orthogonale Projektion pU(v) ist derjenige Punkt auf U, der unter allen Punkten auf U zu v den minimalen Abstand besitzt.
  3. Es sei M eine spaltenstochastische Matrix mit der Eigenschaft, dass es eine Zeile gibt, in der alle Einträge positiv sind. Dann konvergiert zu jedem Verteilungsvektor v0n mit  i=1nvi=1  die Folge Mnv gegen die eindeutig bestimmte stationäre Verteilung von M.


Aufgabe (2 Punkte)

Es sei V ein -Vektorraum mit einem Skalarprodukt ,. Zeige, dass für u,vV die Abschätzung  v+uvu  genau dann gilt, wenn  v,u0  ist.


Lösung

Es ist

v+u2=v+u,v+u=v,v+2v,u+u,u=v2+2v,u+u2

und

vu2=vu,vu=v,v2v,u+u,u=v22v,u+u2.

Somit ist

v+u2vu2

(und dies ist äquivalent zu  v+uvu  wegen der Monotonie des Quadrats auf 0) genau dann, wenn  v,u0  ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Satz über die Koeffizienten zu einer Orthonormalbasis in einem Vektorraum V mit Skalarprodukt.


Lösung

Da eine Basis vorliegt, gibt es eine eindeutige Darstellung

v=jIajuj

(wobei alle aj bis auf endlich viele gleich 0 sind). Die Behauptung ergibt sich somit aus

v,ui=jIajuj,ui=jIajuj,ui=ai.


Aufgabe (2 Punkte)

Berechne das Kreuzprodukt

(35i4+8ii)×(267i34i)

im 3.


Lösung

Es ist

(35i4+8ii)×(267i34i)=((4+8i)(34i)i(6+7i)(35i)(34i)+2i(35i)(6+7i)+2(4+8i))=(12+3216i+24i6i+79+20+12i+15i+2i1835+30i21i+8+16i)=(51+2i11+29i45+25i).


Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme den Abstand zwischen dem Punkt (657) und sämtlichen Untervektorräumen  UI=ei,iI  zu  I{1,2,3}


Lösung

Der Abstand von (657) zu den UJ ist nach Beispiel 35.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) folgendermaßen.

  1. Zu  I={1,2,3}  ist der Abstand 0.
  2. Zu  I={1,2}  ist der Abstand 7.
  3. Zu  I={1,3}  ist der Abstand 5.
  4. Zu  I={2,3}  ist der Abstand 6.
  5. Zu  I={1}  ist der Abstand  25+49=74
  6. Zu  I={2}  ist der Abstand  36+49=85
  7. Zu  I={3}  ist der Abstand  36+25=61
  8. Zu  I=  ist der Abstand  36+25+49=110


Aufgabe (2 Punkte)

Beschreibe die eulersche Gerade in einem gleichschenkligen, nicht gleichseitigen Dreieck.


Lösung erstellen


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (8 Punkte)

Beweise das Minorenkriterium für den Typ einer symmetrischen Bilinearform.


Lösung

Da nach Voraussetzung insbesondere die Determinante der Gramschen Matrix nicht 0 ist, ist nach Aufgabe 39.11 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) die Bilinearform nicht ausgeartet und daher hat der Typ die Form (nq,q). Wir müssen zeigen, dass  q=a  ist. Wir beweisen die Aussage durch Induktion über die Dimension von V, wobei der Induktionsanfang trivial ist. Die Aussage sei bis zur Dimension n1 bewiesen und es liege ein n-dimensionaler Raum mit einer Basis v1,,vn mit den angegebenen Eigenschaften vor. Der Untervektorraum

U=v1,,vn1

hat die Dimension n1 und die Folge der Determinanten der Untermatrizen der Gramschen Matrix zur eingeschränkten Form ,|U stimmt mit der vorgegebenen Folge überein, wobei lediglich das letzte Glied

Dn=detMn=detG

weggelassen wird. Nach Induktionsvoraussetzung besitzt ,|U den Typ (n1b,b), wobei b die Anzahl der Vorzeichenwechsel in der Folge

D0=1,D1,,Dn1

ist. Aufgrund der Definition des Typs ist

bqb+1,

da ein q-dimensionaler Untervektorraum  WV,  auf dem die Bilinearform negativ definit ist, zu einem Untervektorraum

W=UWU

führt, der die Dimension q oder q1 besitzt und auf dem die eingeschränkte Form ebenfalls negativ definit ist. Nach Aufgabe 39.20 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) ist das Vorzeichen von Dn1 gleich (1)b und das Vorzeichen von Dn gleich (1)q. Das bedeutet, dass zwischen Dn1 und Dn ein zusätzlicher Vorzeichenwechsel (und somit a=b+1) genau dann vorliegt, wenn

q=b+1

ist.


Aufgabe (2 Punkte)

Skizziere für einen zweidimensionalen Minkowski-Raum den Lichtkegel und die Menge der Beobachtervektoren und zeichne dabei eine Zukunftsrichtung aus.


Lösung erstellen


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei V ein endlichdimensionaler 𝕂-Vektorraum und v1,,vn eine Basis von V. Es sei , das durch

vi,vj={1, falls i=j,0 sonst,

definierte Skalarprodukt auf V. Zu einer linearen Abbildung φ:VV bezeichne Ψφ die (über ,) zugehörige Sesquilinearform. Zeige, dass die Gramsche Matrix von Ψφ bezüglich der Basis mit der beschreibenden Matrix von φ bezüglich der Basis übereinstimmt.


Lösung

Es sei

φ(vi)=j=1najivj,

die Einträge in der beschreibenden Matrix zu φ sind also aji. Die Gramsche Matrix zu Ψφ ergibt sich, indem man Ψφ auf alle Paare der Basis anwendet. Dies ergibt

Ψφ(vi,vj)=φ(vi),vj=k=1nakivk,vj=k=1nakivk,vj=aji.

Also stimmen die Matrizen überein.


Aufgabe (3 (1+2) Punkte)

Wir betrachten auf den komplexen Zahlen die Relation, bei der zwei Zahlen z,w als äquivalent gelten, wenn ihre 17-te Potenz übereinstimmt.

  1. Zeige, dass dies eine Äquivalenzrelation ist.
  2. Wie viele Elemente beinhalten die Äquivalenzklassen (verwende, dass es 17 komplexe Zahlen mit  z17=1  gibt)?


Lösung

  1. Zwei komplexe Zahlen gelten als äquivalent, wenn sie unter der Abbildung
    ,zz17,

    den gleichen Wert besitzen. In einer solchen Situation liegt stets eine Äquivalenzrelation vor.

  2. Da ein Körper ist, besteht die Äquivalenzklasse zu 0 allein aus 0, sie ist also einelementig. Die Äquivalenzklasse zu 1 besteht aus den 17 17-ten Einheitswurzeln. Für von 0 verschiedene Zahlen ist
    z17=w17

    genau dann, wenn

    (wz)17=1,

    wenn also w/z eine 17-te Einheitswurzel ist. Somit besteht die Äquivalenzklasse zu  z0  aus der 17 Elementen zζ, wobei ζ die 17-ten Einheitswurzeln durchläuft.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Satz von Lagrange.


Lösung

Betrachte die Linksnebenklassen  gH:={ghhH}  für sämtliche  gG.  Es ist

HgH,hgh,

eine Bijektion zwischen H und gH, sodass alle Nebenklassen gleich groß sind (und zwar #(H) Elemente haben). Die Nebenklassen bilden (als Äquivalenzklassen) zusammen eine Zerlegung von G, sodass #(G) ein Vielfaches von #(H) sein muss.


Aufgabe (4 Punkte)

Betrachte die Doppelpyramide der Höhe 5 über dem Quadrat mit den Eckpunkten (±1,±1). Wie nennt man die eigentliche Symmetriegruppe dieses Objektes? Bestimme die Matrizen bezüglich der Standardbasis, die die eigentlichen Symmetrien der Doppelpyramide beschreiben.


Lösung

Die eigentliche Symmetriegruppe ist die Diedergruppe D4. Sie besteht aus vier Grunddrehungen der Ebene, in der das Quadrat sich befindet, und aus vier Halbdrehungen um die beiden Diagonalen und die beiden Mittelachsen des Quadrates. Von daher ergeben sich die beschreibenden Matrizen als

(100010001),(010100001),(100010001),(010100001)
(100010001),(100010001),(010100001),(010100001)


Aufgabe (3 Punkte)

Der Matrizenraum  Mat2()4  sei mit der Maximumsnorm (bezogen auf die vier Einträge) versehen. Man gebe ein Beispiel für Matrizen M,N mit

MNmax>MmaxNmax.


Lösung

Es sei

M=(1100)

und

N=(1010),

beide haben die Maximumsnorm 1. Das Produkt ist

(1100)(1010)=(2000).

Dieses hat die Maximumsnorm

2>11.


Aufgabe (3 Punkte)

Finde einen Eigenvektor zur Matrix

(p1p21p11p2)

mit

0p1,p21

zum Eigenwert p1p2. Handelt es sich um eine Eigenverteilung?


Lösung

Wir setzen in

(Xp1p2p11X1+p2)

für X den Eigenwert p1p2 ein und müssen den Kern von

(p1p2p1p2p11p1p21+p2)=(p2p2p11p11)

bestimmen. Ein Eigenvektor ist somit

(11).

Dies ist keine Eigenverteilung (und kann auch nicht zu einer solchen normiert werden), da ein Eintrag positiv und einer negativ ist.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (4 Punkte)

Beweise den Satz über Orientierungen auf einem Vektorraum und dem Dachprodukt.


Lösung

Es seien v1,,vn und w1,,wn zwei Basen von V mit der Beziehung

(v1vn)=M(w1wn).

Dann gilt nach Fakt *****

v1vn=(detM)w1wn,

woraus die Wohldefiniertheit der Abbildung und die Aussage folgt.