Kurs:Mathematik für Anwender (Osnabrück 2020-2021)/Teil II/Liste der Hauptsätze
Es sei
eine homogene lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit einer stetigen Funktion
die auf einem Intervall definiert sei. Es sei eine Stammfunktion zu auf .
Dann sind die Lösungen der Differentialgleichung gleich
Das Anfangswertproblem
(mit ) besitzt eine eindeutige Lösung.
Es sei
eine inhomogene lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit stetigen Funktionen . Es sei eine Stammfunktion von und es sei
eine Lösung der zugehörigen homogenen linearen Differentialgleichung.
Dann sind die Lösungen (auf ) der inhomogenen Differentialgleichung genau die Funktionen
wobei eine Stammfunktion zu ist.
Das Anfangswertproblem
(mit ) besitzt eine eindeutige Lösung.
Es sei
eine Differentialgleichung mit getrennten Variablen mit stetigen Funktionen
und
wobei keine Nullstelle besitze. Es sei eine Stammfunktion von und eine Stammfunktion von . Weiter sei ein Teilintervall mit .
Dann ist eine bijektive Funktion auf ihr Bild und die Lösungen dieser Differentialgleichung haben die Form
Wenn zusätzlich die Anfangsbedingung
gegeben ist, und wenn die Stammfunktionen die zusätzlichen Eigenschaften und erfüllen, so ist
die eindeutige Lösung des Anfangswertproblems.
Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt und der zugehörigen Norm .
Dann gilt die Cauchy-Schwarzsche Abschätzung, nämlich
für alle .
Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt . Dann gelten für die zugehörige Norm folgende Eigenschaften.
- Es ist .
- Es ist genau dann, wenn ist.
- Für
und
gilt
- Für
gilt
Es sei ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt . Dann besitzt der zugehörige Abstand die folgenden Eigenschaften (dabei sind ).
- Es ist .
- Es ist genau dann, wenn .
- Es ist .
- Es ist
Es sei ein euklidischer Vektorraum und es sei eine Basis von .
Dann gibt es eine Orthonormalbasis von mit
für alle .
Es sei ein euklidischer Vektorraum und
eine Linearform.
Dann gibt es einen eindeutig bestimmten Vektor mit
Wenn eine Orthonormalbasis von und ist, so ist dieser Vektor gleich .
Der sei mit der euklidischen Metrik versehen und sei eine Folge in mit
Dann konvergiert die Folge im genau dann, wenn alle Komponentenfolgen in konvergieren.
Es sei ein metrischer Raum und eine Teilmenge.
Dann ist genau dann abgeschlossen, wenn jede Folge in , die in konvergiert, bereits in konvergiert.
Es sei
eine Abbildung zwischen den metrischen Räumen und und sei ein Punkt. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
- ist stetig im Punkt .
- Für jedes
gibt es ein
mit der Eigenschaft, dass aus
folgt, dass
ist.
- Für jede konvergente Folge in mit ist auch die Bildfolge konvergent mit dem Grenzwert .
Es sei
eine Abbildung zwischen den metrischen Räumen und . Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
- ist stetig in jedem Punkt .
- Für jeden Punkt und jedes gibt es ein mit der Eigenschaft, dass aus folgt, dass ist.
- Für jeden Punkt und jede konvergente Folge in mit ist auch die Bildfolge konvergent mit dem Grenzwert .
- Für jede offene Menge ist auch das Urbild offen.
Es sei mit der euklidischen Metrik versehen und sei
eine lineare Abbildung.
Dann ist stetig.
Eine polynomiale Funktion
ist stetig.
Es sei ein reelles Intervall, ein euklidischer Vektorraum und
eine Abbildung. Es sei eine Basis von und es seien
die zugehörigen Komponentenfunktionen von . Es sei .
Dann ist genau dann differenzierbar in , wenn sämtliche Funktionen in differenzierbar sind.
In diesem Fall gilt
Es sei ein reelles Intervall und ein euklidischer Vektorraum. Es seien
zwei in differenzierbare Kurven und es sei
eine in differenzierbare Funktion. Dann gelten folgende Aussagen.
- Die Summe
ist in differenzierbar mit
- Das Produkt
ist differenzierbar in mit
Insbesondere ist für auch differenzierbar in mit
- Wenn nullstellenfrei ist, so ist auch die Quotientenfunktion
in differenzierbar mit
Es seien und zwei reelle Intervalle, es sei
eine in differenzierbare Funktion und es sei
eine in differenzierbare Kurve in einem euklidischen Vektorraum .
Dann ist auch die zusammengesetzte Kurve
in differenzierbar und es gilt
Es sei ein euklidischer Vektorraum und
eine differenzierbare Kurve.
Dann gibt es ein mit
Es sei ein kompaktes Intervall und
eine stetig differenzierbare Abbildung.
Dann ist rektifizierbar und für die Kurvenlänge gilt
Es sei ein kompaktes Intervall und es sei
eine stetig differenzierbare Funktion.
Dann ist die Länge des Graphen von gleich
Es sei ein euklidischer Vektorraum und
eine stetige Abbildung.
Dann gilt
Es sei eine offene Teilmenge,
ein stetiges Vektorfeld und
eine stetig differenzierbare Kurve. Es sei
eine bijektive, monoton wachsende, stetig differenzierbare Funktion und sei .
Dann gilt
Es sei eine offene Teilmenge in einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum . Es sei
ein stetiges Zentralfeld zur stetigen Funktion
Es sei und es sei
eine Lösung der eindimensionalen Differentialgleichung
Dann ist
eine Lösung des Anfangswertproblems
Es sei ein Intervall, eine offene Menge und
eine Funktion.
Dann ist die Differentialgleichung höherer Ordnung
über die Beziehung
äquivalent zum Differentialgleichungssystem
Es sei ein offenes Intervall und es liege eine inhomogene lineare gewöhnliche Differentialgleichung der Form
mit stetigen Funktionen und und den Anfangsbedingungen
vor.
Dann lässt sich diese Gleichung lösen, indem man sukzessive unter Verwendung der zuvor gefundenen Lösungen die inhomogenen linearen gewöhnlichen Differentialgleichungen in einer Variablen, nämlich
löst.
Es sei
mit eine lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten und es sei ein Eigenvektor zu zum Eigenwert .
Dann ist die Abbildung
() eine Lösung dieses Differentialgleichungssystems.
Es sei
mit ein homogenes lineares gewöhnliches Differentialgleichungssystem mit konstanten Koeffizienten.
Dann gibt es eine invertierbare Matrix derart, dass das äquivalente Differentialgleichungssystem
obere Dreiecksgestalt besitzt, also von der Form
(mit ) ist.
Dieses System lässt sich sukzessive von unten nach oben mit dem Lösungsverfahren für inhomogene lineare Differentialgleichungen in einer Variablen lösen. Wenn zusätzlich Anfangsbedingungen für gegeben sind, so ist die Lösung eindeutig.
Es sei
mit eine lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten. Die Matrix sei diagonalisierbar mit den linear unabhängigen Eigenvektoren .
Dann ist der Lösungsraum der Differentialgleichung gleich
wobei der Eigenwert zu ist.
Es sei
eine lineare gewöhnliche Differentialgleichung höherer Ordnung mit konstanten Koeffizienten und das charakteristische Polynom zerfalle in Linearfaktoren,
wobei die verschieden seien.
Dann bilden die Funktionen
ein Fundamentalsystem für diese Differentialgleichung.
Es sei ein Körper, ein endlichdimensionaler -Vektorraum und eine Bilinearform auf . Es seien und zwei Basen von und es seien bzw. die Gramschen Matrizen von bezüglich dieser Basen. Zwischen den Basiselementen gelten die Beziehungen
die wir durch die Übergangsmatrix ausdrücken.
Dann besteht zwischen den Gramschen Matrizen die Beziehung
Es sei ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum mit einer symmetrischen Bilinearform vom Typ .
Dann ist die Gramsche Matrix von bezüglich einer jeden Orthogonalbasis eine Diagonalmatrix mit positiven und negativen Einträgen.
Es sei eine symmetrische Bilinearform auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum und sei eine Basis von . Es sei die Gramsche Matrix zu bezüglich dieser Basis. Die Determinanten der quadratischen Untermatrizen
seien für von verschieden. Es sei die Anzahl der Vorzeichenwechsel in der Folge
Dann ist vom Typ .
Es sei eine symmetrische Bilinearform auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum und sei eine Basis von . Es sei die Gramsche Matrix zu bezüglich dieser Basis und es seien die Determinanten der quadratischen Untermatrizen
- Genau dann ist positiv definit, wenn alle positiv sind.
- Genau dann ist negativ definit, wenn das Vorzeichen in der Folge an jeder Stelle wechselt.
Es sei eine symmetrische Bilinearform auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum und sei eine Basis von . Es sei die Gramsche Matrix zu bezüglich dieser Basis.
Dann besitzt der Typ der Form folgende Interpretation: ist die Summe der Dimensionen der Eigenräume zu zu positiven Eigenwerten und ist die Summe der Dimensionen der Eigenräume zu zu negativen Eigenwerten.
Es sei offen und eine Abbildung derart, dass für die zweiten Richtungsableitungen und existieren und stetig sind.
Dann gilt
Es seien und endlichdimensionale -Vektorräume und sei die Abbildung auf einer offenen Teilmenge definiert. Es sei ein Punkt.
Dann existiert höchstens eine lineare Abbildung mit den Eigenschaften aus Definition 48.1.
Ist im Punkt differenzierbar, so ist das totale Differential eindeutig bestimmt.
Es sei ein reelles Intervall, ein euklidischer Vektorraum und
eine Abbildung.
Dann ist genau dann in als Kurve differenzierbar, wenn in total differenzierbar ist.
In diesem Fall besteht die Beziehung
Es seien und endlichdimensionale -Vektorräume und eine offene Teilmenge. Es sei eine in differenzierbare Abbildung.
Dann ist auch stetig im Punkt .
Es seien und endlichdimensionale -Vektorräume, es sei eine offene Teilmenge und eine im Punkt differenzierbare Abbildung.
Dann ist in in jede Richtung differenzierbar, und es gilt
Es sei offen und eine Abbildung. Es seien , , die Koordinaten von und ein Punkt. Es sei angenommen, dass alle partiellen Ableitungen von in einer offenen Umgebung von existieren und in stetig sind.
Dann ist in (total) differenzierbar.
Ist die Abbildung bezüglich der Standardbasis des durch die Koordinatenfunktionen gegeben, so wird unter diesen Bedingungen das totale Differential in durch die Jacobi-Matrix
beschrieben.
Es seien und endlichdimensionale -Vektorräume, und offene Mengen, und und Abbildungen derart, dass gilt. Es sei weiter angenommen, dass in und in total differenzierbar sind.
Dann ist in differenzierbar mit dem totalen Differential
Es seien und offene Mengen, und und seien Abbildungen derart, dass gilt. Es sei weiter angenommen, dass in und in total differenzierbar sind.
Dann ist in differenzierbar und zwischen den Jacobi-Matrizen gilt die Beziehung
also ausgeschrieben
Es sei offen,
stetig differenzierbare Funktion, ein Punkt und derart, dass ist.
Dann gilt für alle mit die Beziehung
wobei
ist.