Die Lerneinheit analysiert eine topologische Algebra, die weder lokalkonvex noch pseudokonvex ist. Dazu wird zunächst ein topologischer Vektorraum betrachtet, der weder lokalkonvex noch pseudokonvex ist und dann als topologische Algebra erweitert, die eine stetige Multiplikation besitzt.
Als Grundraum wird der Folgenraum
bzgl. einer Nullfolge
betrachtet, dessen Nullumgebungen durch eine topologieerzeugenden
erzeugt wird.
ist Teilmenge des Folgenraum
der reellwertigen Nullfolgen. Man erzeugt mit
nun einer Sequenz
von kreisförmigen Nullumgebungen, die die Eigenschaft
erfüllt.
Stetigkeit der Vektorraumverknüpfungen
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Die Kreisförmigkeit Nullumgebungen garantiert die Stetigkeit der Multiplikation mit Skalaren und die Eigenschaft
garantiert die Stetigkeit der Addition.
Die
erzeugte Nullumgebungsbasis
von kreisförmigen Nullumgebungen sind nicht pseudokonvex bzw. lokal unbeschränkt.
Ziel ist, eine topologischen Vektorraum
als Folgenraum eines Vektorraum von reellwertigen Folgen zu definieren, wobei die Gaugefunktionale keine Quasihalbnormen sind und das Gaugefunktionalsystem
die folgende Eigenschaft für die Stetigkeit der Addition erfüllt:

Die Teilmenge der
wird über eine streng monoton fallende Nullfolge
definiert. Für die konkrete Wahl als
-Raum wird
z.B. über eine positive Zahl
mit
mit
oder
definiert:

Die Folge
ist eine streng monoton fallende Nullfolge und erfüllt damit die Anforderungen für einen
-Raum.
Die Folgen
aus
bzgl.
sind Nullfolgen und es gilt für alle

Dieses Eigenschaft ergibt sich aus der Konvergenz der Reihe
, denn dann muss es eine Indexschranke
, ab der
für alle
. Ansonsten wäre die Reihen aus
divergent.
Die Summanden der Reihe
können folgende Abschätzung für alle
mit
nach unten abgeschätzt werden:

Aus der Konvergenz der Reihe für
in
folgt auch, dass
liegt und damit für
auch
gilt und zugleich auch eine Nullfolge sein muss (siehe Folgenräume).
Definition topologieerzeugender Funktionale
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Man definiert nun folgende Funktion für
:

mit
streng monoton fallend.
In diesem Fall wurde
streng monoton fallend gewählt. Man kann die Eigenschaft auf beliebige Folgen
abschwächen. Dann ist der topologische Vektorraum allerdings kein Hausdorff-Raum mehr, wenn z.B. ein
mit
existiert. In dieser
-ten Komponente der Folge kann die Topologie die Punkte/Folgen nicht mehr trennen.
Für eine Stetigkeitssequenz der Addition benötigt man Sequenz von
von Nullumgebungen. Die erste Nullumgebung
wird dabei wie folgt definiert:

Für die Exponenten wird
festlegt, damit der topologische Vektorraum eine Hausdorff-Raum ist. Die Eigenschaft, dass Folge
eine Nullfolge ist führt dazu, dass die Topologie nicht pseudokonvex sein kann.
Argumentation für die Stetigkeit der Addition kann unabhängig von der konkreten Wahl der
erfolgen, solange
eine Nullfolge ist und eine Teilfolge
existiert, wobei für die Folgenglieder
ist. Ansonsten könnte die Topologie trotzdem pseudokonvex sein.
Sequenz von Nullumgebungen für die Addition
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Man definiert nun eine Sequenz von Nullumgebung
, die folgende Eigenschaften besitzt:
ist kreisförmig für alle
,
für alle
.
Für diese
definiert nun eine Folge von absolut homogene Funktionen als Minkowski-Funktionale.
Nun werden die Nullumgebung
in Abhängigkeit von der Funktion
definiert, wobei die Zugehörigkeit von
zu der Nullumgebung
über
festgelegt wird.

Damit aus
eine Stetigkeitssequenz der Addition erzeugt werden kann, muss folgende Teilmengenbeziehung nachgewiesen werden:

Die einzelnen Beträge in den Summanden
besitzen die folgenden Stetigkeitskonstanten der Addition
und es gilt:

Wenn die Nullumgebungen
kreisförmig sind, dann ist die zugehörigen Minkowski-Funktionale auch absolut homogen. Diese sind dann wie folgt definiert:

Die Folge der
entsteht ebenso wie
durch das topologieerzeugende Funktional
mit dem Faktor
. Da die Nullumgebung kreisförmig sind, sind alle
absolut homogen und damit Gaugefunktionale für alle
.
Seien
beliebig gewählt. Zu zeigen ist nun, dass die Folgen
liegen. Man verwendet dazu die pseudokonvexe Dreiecksungleichung für den Betrag
für beliebige
.
Seien nun
und
beliebig gewählt, dann kann man die Reihe wie folgt abschätzen:

Damit wurde gezeigt, dass die Reihen
liegt, wenn
gilt.
Seien nun allgemein
und
beliebig gewählt, dann kann man die Reihe analog für beliebige
abschätzen:

Damit wurde gezeigt, dass die Reihen
liegt, wenn
gilt. Damit erhält man
.
Mit der Anwendung des Topologisierungslemmas erhält man über die Definition des Minkowski-Funktionals für
und beliebige
:

Topologisierungslemma 2 - Kreisförmigkeit
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Da die Nullumgebungen
kreisförmig sind, gilt mit
:

und dazu analog

Damit erhält man einen gleichnamigen Nenner für die Addition von
und
.
Topologisierungslemma 3 - Teilmengenbeziehung
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Aus
und
folgt:

Topologisierungslemma 4 - Gaugefunktional
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Wegen der Kreisförmigkeit der Mengen
ist das Minkowski-Funktional
absolut homogen damit ein Gaugefunktional. Durch Anwendung der Teilmengenbeziehung auf die Definition des Minkowski-Funktionals erhält man:

Topologisierungslemma 5 - Gaugefunktional
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Durch Multiplikation mit
erhält man

Da
beliebig gewählt worden war, gilt die Ungleichung
und die Addition ist damit stetig und die Sequenz von Gaugefunktionale
ist eine Stetigkeitssequenz der Addition.
Die Mengen
bilden eine Umgebungsbasis der Topologie
des topologischen Vektorraumes
. Der topologische Vektorraum ist ein Hausdorff-Raum
, da in diesem Fall für alle
auch
gilt.
Bisher liefert die Kreisförmigkeit
für alle
und der Teilmengenbeziehung
die Stetigkeit der Multiplikation mit Skalaren und die Stetigkeit Addition. Für eine topologische Algebra benötigt man zunächst eine Multiplikation als innere Verknüpfung und dann muss man zeigen, dass diese Multiplikation auch stetig bzgl. der durch die Gaugefunktionale
von
definierten Topologie (siehe Stetigkeitssequenz der Multiplikation).
Definition der Multiplikation auf dem Folgenraum
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Auf dem
-Folgenraum wird die Cauchy-Multiplikation verwendet, die wie folgt für
definiert wird:

Für eine innere Verknüpfung muss man zeigen, dass
gilt und auch die Stetigkeit der Verknüpfung
nachweisen. Für den Nachweis der Stetigkeit verwendet man das Kaskaden-Lemma.
Mit der summandenweisen Abschätzung erhlt man auch die Abschätzung für die Reihe:

Damit gilt auch
Zunächst definiert man für alle
topologieerzeugende offene Mengen:

Für die Nullumgebungen
werden nun Minkowski-Funktionale definiert.
Für ein festes
mit
erhält man die Stetigkeitskonstante der Addition
. Für
erhält man analog:

Mit dem Topologisierungslemma kann man für Stetigkeitskonstante der Addition folgende Abschätzung machen.
Seien nun
und
. Nach Definition der Minkowski-Funktionale für die Nullumgebungen
und
, erhält man für jedes
:

Dabei wird die Kreisförmigkeit bzw. absoluten Homogenität der Minkowski-Funktionale aus den vorherigen Beweischritten verwendet.
Man hat nun gezeigt, dass
als Teilmenge eines Vektorraum von reellwertigen Nullfolgen ein topologischer Vektorraum ist. Nun wird noch nachweisen, dass keines der Gaugefunktionale
aus dem Gaugefunktionalsystem
eine Quasihalbnormen ist.
Korrespondenzsatz - Quasihalbnorm - p-Norm
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Mit dem Konkavitätsmodul einer Nullumgebung in einem lokal beschränkten bzw. pseudokonvexen topologischen Vektorraum kann man die Skalierung
einer Nullumgebung
angeben, damit Summen
von Elementen
wieder in
liegen, das bedeutet mengentheoretisch:

Zunächst betrachtet man eine grundlegende Abschätzung für den Konkavitätsmodul einer Nullumgebung im Zusammenhang mit Quasihalbnormen.
- Wegen
für alle Nullumgebungen
gilt
.
- durch Bildung des Infimums bleibt die Abschätzung auch für das Konkavitätsmodul der Topologie
erhalten mit
.
Sei
mit
. Nach Voraussetzung gibt es eine beschränkte, ohne Einschränkung, kreisförmige Nullumgebung
mit

Damit kann aus einem gegeben
mit
die zugehörige Stetigkeitskonstante der Addition in der Quasihalbnorm berechnen:

Ist umgekehrt das
gegeben, dann kann umgekehrt auch das zugehörige
mit
berechnen, denn es gilt mit dem Logarithmengesetz zum Basiswechsel
:

Mit wachsendem
konvergiert auch
gegen
und damit konvergiert das korrespondieren
gegen 0.

Ferner gilt für alle
und
auch:

Sei
ein Körper mit (
) und
. Die pseudokonvexe Subadditivität liefert das Lemma in den komplexen oder reellen Zahlen für alle
das folgenden Ungleichung:

Diese Ungleichung wird nun für die Summanden angewendet.
- Analysieren Sie den Korrespondenzsatz für Quasihalbnormen und
-Halbnormen!
- Das Konkavitätsmodul einer Nullumgebung ist als Infimum definiert. Was bedeutet diese Infimumdefinition für die Existenz von zwei Folgen
und
.
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