Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien/Normalisierte Norm
Normalisierungslemma für normierte Algebren
[Bearbeiten]In jeder normierten unitalen topologischen Algebra mit Einselement der Multiplikation gibt es zu der gegebenen Norm eine weitere äquivalente Norm existiert, die -submultiplikativ ist und die Norm vom Einselement den Wert besitzt.
Beweis - Normalisierungslemma
[Bearbeiten]Es wird gezeigt, wie man in jeder normierten, unitalen, topologischen Algebra zu einer gegebenen Norm auf eine weitere äquivalente Norm erzeugen kann, die -submultiplikativ ist und die Norm vom Einselement den Wert besitzt.
Beweisstruktur
[Bearbeiten]Der Beweis gliedert sich in die folgenden Schritte:
- Nachweis der Normiertheit für das Einselement .
- Nachweis der -Submultiplikativität
- Äquivalenz der Normen
Beweisschritt 9 - Definition der Norm für das Einselement
[Bearbeiten]Man definiert nun die Norm wie folgt als skalar gestreckte bzw. gestauchte Norm unmittelbar aus der gegebenen Norm über:
Beweisschritt 2 - Normiertheit der Norm für das Einselement
[Bearbeiten]Damit folgt direkt, dass die Norm normiert für das Einselement ist, denn es gilt:
Beweisschritt 3 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Um zu zeigen, dass als Norm -submultiplikativ ist, muss man zeigen, dass ein existiert, mit
Beweisschritt 4 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Mit der Stetigkeit der Multiplikation erhält man analog zum Topologisierungslemma
Beweisschritt 5 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Da die Norm topologieerzeugend ist, gilt die obige Aussage insbesondere für die -Kugel um den Nullvektor aus mit:
Beweisschritt 6 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Mit dem aus Beweisschritt 3 erhaltenen wieder über die topologieerzeugende Norm eine -Kugel um den Nullvektor mit:
Beweisschritt 7 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Beweisschritt 5 und 6 zusammen liefern die Stetigkeit der Multiplikation in dem Nullvektor in einer --Notation:
Die obige Aussage gilt insbesondere für . Ohne Einschränkung sei ferner und es gilt:
Beweisschritt 8 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Für und beliebige gilt beliebige :
Beweisschritt 9 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Aus und folgt mit der Teilmengenbeziehung auch und durch Einsetzen der Definition von und entsteht die folgende Ungleichung für beliebige :
Beweisschritt 10 - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]Durch Multiplikation mit der positiven Zahl bleibt die Ungleichung erhalten und liefert: Da die obige Ungleichung folgt für alle gilt, kann man folgern:
Beweisschritt 11 - C-Submultiplikativität
[Bearbeiten]Mit erhält man eine Stetigkeitskonstante der Multiplikation und damit die -Submultiplikativität, denn es gilt folgenden Ungleichung:
Beweisschritt 12 - Äquivalenz der Normen
[Bearbeiten]Um zu zeigen, dass äquivalent zu ist, müssen wir zeigen, dass es positive Konstanten und gibt, sodass die folgende Ungleichung für alle gilt:
Beweisschritt 13 - Äquivalenz der Normen
[Bearbeiten]In diesem Fall der Definition gilt und damit für sogar die Gleichheit: .
Beispiel - Raum der stetigen Funktionen
[Bearbeiten]Die Kompaktheit des Definitionsbereiches macht den Raum der stetigen Funktionen von nach mit der Norm
zu einem normierten Vektorraum (siehe auch Normen, Metriken, Topologie).
Multiplikation auf dem Funktionenraum
[Bearbeiten]Die Multiplikation ist argumentweise definiert über:
für alle .
Norm vom Einselement der Multiplikation
[Bearbeiten]Das Einselement ist die konstante Funktion 1 mit für alle mit:
Normalisierung bzgl. Einselement der Multiplikation
[Bearbeiten]Man kann die äquivalente Norm, die für das Einselement der Multiplikation normalisiert ist, wie folgt definieren.
Damit gilt .
Prähilbertraum der stetigen Funktionen
[Bearbeiten]Mit dem Definitionsbereiches ist der Raum der stetigen Funktionen von nach mit dem Skalarprodukt
zu einem Prähilbertraum und damit über auch zu einem normierten Vektorraum (siehe auch Normen, Metriken, Topologie).
Norm auf dem Hilbertraum
[Bearbeiten]Norm auf dem Prähilbertraum
Prähilbertraum - Norm vom Einselement
[Bearbeiten]Das Einselement ist die konstante Funktion 1 mit für alle mit:
Aufgaben - Stetigkeit der Multiplikation
[Bearbeiten]- Überprüfen Sie, ob die Multiplikation mit der stetig ist!
- Überprüfen Sie, ob die Multiplikation mit der Maximumsnorm
- stetig ist!
Siehe auch
[Bearbeiten]- Beispiele für Vektorräume
- normalisiertes Gaugefunktionalsystem
- submultiplikativ
- Topologisierungslemma
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