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Kurs:Zahlentheorie (Osnabrück 2025)/Arbeitsblatt 22

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Übungsaufgaben

Es sei R ein kommutativer Ring und  SR  ein multiplikatives System. Zeige, dass die Primideale in RS genau denjenigen Primidealen in R entsprechen, die mit S einen leeren Durchschnitt haben.



Es sei R ein kommutativer Ring. Zeige, dass die Menge aller Nichtnullteiler in R ein multiplikatives System bildet.



Es sei A die Menge derjenigen rationalen Zahlen, die eine abbrechende Dezimalentwicklung besitzen. Zeige, dass A ein Unterring von ist und bestimme die Einheiten von A.



Es sei n die Nenneraufnahme zu n (n besteht also aus allen rationalen Zahlen, die man mit einer Potenz von n als Nenner schreiben kann). Zeige, dass es nur endlich viele Unterringe R mit

Rn

gibt, und charakterisiere diese unter Verwendung der Primfaktorzerlegung von n.



Es sei R ein Zahlbereich und seien  f,g  teilerfremde Zahlen. Zeige, dass für den (im Quotientenkörper Q(R) genommenen) Durchschnitt

RfRg=R

gilt.



Es sei  T  eine Teilmenge der Primzahlen. Zeige, dass die Menge

RT={qq lässt sich mit einem Nenner schreiben, in dem nur Primzahlen aus T vorkommen}

ein Unterring von ist. Was ergibt sich bei  T=,   T={3},   T={2,5},   T=



Bestimme die Unterringe der rationalen Zahlen , die lokal sind.



Zeige, dass jeder Unterring von eine Nenneraufnahme ist.



Es sei R ein Integritätsbereich und sei  SR  ein multiplikatives System,  0S

  1. Zeige, dass die Nenneraufnahme zu S, also RS mit
    RS:={fgfR,gS}Q(R)

    ein Unterring von Q(R) ist.

  2. Zeige, dass nicht jeder Unterring von Q(R) eine Nenneraufnahme ist.



Es sei  RS  eine ganze Erweiterung von Integritätsbereichen und sei  FR  ein multiplikatives System. Zeige, dass dann auch die zugehörige Erweiterung  RFSF  ganz ist.



Es sei  D0,1  eine quadratfreie Zahl, sei  R=[D]  und sei AD der zugehörige Ganzheitsring. Zeige, dass nach Nenneraufnahme an 2 ein Ringisomorphismus

R2(AD)2

vorliegt.



Es sei R ein kommutativer Ring und  SR  ein multiplikatives System. Man definiert die Nenneraufnahme

RS

schrittweise wie folgt. Es sei zunächst M die Menge der formalen Brüche mit Nenner in S, also

M={rsrR,sS}.

Zeige, dass durch

rsrs genau dann, wenn es ein tS mit trs=trs gibt,

eine Äquivalenzrelation auf M definiert ist. Wir bezeichnen mit RS die Menge der Äquivalenzklassen. Definiere auf RS eine Ringstruktur und definiere einen Ringhomomorphismus RRS.



Es sei R ein kommutativer Ring und sei  eR  ein idempotentes Element. Zeige, dass es eine natürliche Ringisomorphie

ReR/(1e)

gibt.



Es sei R ein kommutativer Ring,  fR  ein Element und Rf die zugehörige Nenneraufnahme. Zeige, dass f genau dann nilpotent ist, wenn Rf der Nullring ist.



Es seien R und A kommutative Ringe und sei  SR  ein multiplikatives System. Es sei

φ:RA

ein Ringhomomorphismus derart, dass φ(s) eine Einheit in A ist für alle  sS.  Zeige: Dann gibt es einen eindeutig bestimmten Ringhomomorphismus

φ~:RSA,

der φ fortsetzt.



Es sei R ein kommutativer Ring,  SR  ein multiplikatives System und M ein R-Modul. Definiere die „Nenneraufnahme“

MS

und zeige, dass sie ein RS-Modul ist.



Es sei R ein kommutativer Ring. Zeige, dass R genau dann ein lokaler Ring ist, wenn a+b nur dann eine Einheit ist, wenn a oder b eine Einheit ist.


Lemma 22.8 gilt auch ohne die Voraussetzung, dass R ein Integritätsbereich ist.


Es sei R ein kommutativer Ring und sei 𝔭 ein Primideal in R. Zeige, dass die Lokalisierung R𝔭 ein lokaler Ring mit maximalem Ideal

𝔭R𝔭:={fgf𝔭,g𝔭}

ist.



Es sei R ein Integritätsbereich. Zeige, dass die folgenden Eigenschaften äquivalent sind.

  1. R ist normal.
  2. Für jedes Primideal 𝔭 ist die Lokalisierung R𝔭 normal.
  3. Für jedes maximale Ideal 𝔪 ist die Lokalisierung R𝔪 normal.



Es sei K ein Körper und sei

ν:(K×,,1)(,+,0)

ein surjektiver Gruppenhomomorphismus mit  ν(f+g)min{ν(f),ν(g)}  für alle  f,gK×.  Zeige, dass

R={fK×ν(f)0}{0}

ein diskreter Bewertungsring ist.



Es sei R ein diskreter Bewertungsring mit Quotientenkörper Q. Zeige, dass es keinen echten Zwischenring zwischen R und Q gibt.



Es sei R ein diskreter Bewertungsring. Definiere zu einem Element qQ(R), q0, die Ordnung

ord(q).

Dabei soll die Definition mit der Ordnung für Elemente aus R übereinstimmen und einen Gruppenhomomorphismus Q(R){0} definieren. Was ist der Kern dieses Homomorphismus?



Es sei f[X], f0, und  a.  Zeige, dass die folgenden „Ordnungen“ von f an der Stelle a übereinstimmen.

  1. Die Verschwindungsordnung von f an der Stelle a, also die minimale Ordnung einer Ableitung mit  f(k)(a)0
  2. Der Exponent des Linearfaktors Xa in der Zerlegung von f in irreduzible Polynome.
  3. Die Ordnung von f an der Lokalisierung [X](Xa) von [X] am maximalen Ideal (Xa).



Bestimme ein Polynom  P[X]  minimalen Grades, das an der Stelle 3 mit der Ordnung zwei verschwindet, das an der Stelle i mit der Ordnung fünf verschwindet und das an den Stellen 0,32i und 7i einfach verschwindet.



Es sei K ein Körper und K(T) der Körper der rationalen Funktionen über K. Finde einen diskreten Bewertungsring  RK(T)  mit  Q(R)=K(T)  und mit  RK[T]=K



Es sei R ein kommutativer Ring und sei 𝔭 ein Primideal. Dann ist der Restklassenring  S=R/𝔭  ein Integritätsbereich mit Quotientenkörper  Q=Q(S)  und R𝔭 ist ein lokaler Ring mit dem maximalen Ideal 𝔭R𝔭. Zeige, dass eine natürliche Isomorphie

Q(S)R𝔭/𝔭R𝔭

vorliegt.


Den in der vorstehenden Aufgabe beschriebenen Körper nennt man auch den Restekörper von 𝔭; man bezeichnet ihn mit κ(𝔭). Die Abbildung

Rκ(𝔭),ffmod𝔭,

(aufgefasst in diesem Körper) heißt auch die Auswertungsabbildung (oder Evaluationsabbildung) an der Stelle 𝔭.


Es sei R ein kommutativer Ring und

φ:RK

ein Ringhomomorphismus in einen Körper K. Zeige, dass es eine eindeutig bestimmte Faktorisierung

Rκ(𝔭)K

mit einem Restekörper κ(𝔭) zu einem Primideal 𝔭 gibt.



Zeige, dass zu  a  der Einsetzungshomomorphismus

[X],Xa,

mit der Evaluationsabbildung (in den Restekörper [X](Xa)/(Xa)[X](Xa)) zum Primideal (Xa) übereinstimmt.



Es sei R ein diskreter Bewertungsring mit Quotientenkörper Q. Charakterisiere die endlich erzeugten R-Untermoduln von Q. Auf welche Form kann man ein Erzeugendensystem bringen?



Es sei R ein Integritätsbereich mit Quotientenkörper  K=Q(R).  Es sei  R=iIRi,  wobei die  RiK,   iI,  alle diskrete Bewertungsringe seien. Zeige: R ist normal.



Beschreibe die nilpotenten Elemente von /(n) und die Reduktion von /(n).




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Es seien n und k teilerfremde Zahlen und sei  R  ein kommutativer Ring. Zeige, dass es eine Ringisomorphie

R/(n)(Rk)/(n)

gibt.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein normaler Integritätsbereich und sei  SR  ein multiplikatives System. Zeige, dass dann auch die Nenneraufnahme RS normal ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein Integritätsbereich, sei  fR  und sei 𝔞 ein Ideal. Zeige, dass  f𝔞  genau dann ist, wenn für alle Lokalisierungen R𝔭 gilt, dass  f𝔞R𝔭  ist.



Aufgabe (7 Punkte)

Es sei  n2  eine natürliche Zahl. Zeige, dass die folgenden Aussagen äquivalent sind:

  1. n ist die Potenz einer Primzahl.
  2. Der Restklassenring /(n) ist zusammenhängend.
  3. Der Restklassenring /(n) ist lokal.
  4. Die Reduktion von /(n) ist ein Körper.
  5. Jeder Nullteiler von /(n) ist nilpotent.
  6. Der Restklassenring /(n) besitzt genau ein Primideal.
  7. Der Restklassenring /(n) besitzt genau ein maximales Ideal.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei  D1  quadratfrei und  D=1mod4.  Finde in [D] ein Primideal 𝔭 derart, dass die Lokalisierung an 𝔭 kein diskreter Bewertungsring ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei R ein diskreter Bewertungsring mit maximalem Ideal  𝔪=(p).  Zeige, dass die Ordnung

R{0},ford(f),

folgende Eigenschaften besitzt.

  1.  ord(fg)=ord(f)+ord(g)
  2.  ord(f+g)min(ord(f),ord(g))
  3. Es ist  f𝔪  genau dann, wenn  ord(f)1  ist.
  4. Es ist  fR×  genau dann, wenn  ord(f)=0  ist.




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