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Ordnungsrelation/Einführung/Beispiele/Textabschnitt

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Eine reflexive, transitive und antisymmetrische Relation nennt man eine Ordnung, wofür man häufig ein Symbol wie verwendet. Wir geben nochmal die ausführliche Definition.


Eine Relation auf einer Menge heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist    für alle  
  2. Aus    und    folgt stets  
  3. Aus    und    folgt  

Eine Menge mit einer fixierten Ordnung darauf heißt geordnete Menge. Zu jeder geordneten Menge und jede Teilmenge    ist auch eine geordnete Menge, indem man direkt die Ordnungsbeziehung von übernimmt. Man spricht von der induzierten Ordnung auf .


Eine Ordnungsrelation auf einer Menge heißt lineare Ordnung (oder totale Ordnung), wenn zu je zwei Elementen    die Beziehung oder gilt.

Man sagt auch, dass bei einer linearen Ordnung je zwei Elementen vergleichbar sind.


Auf den natürlichen Zahlen besteht zwischen und die Ordnungsrelation  ,  also ist größergleich , wenn man von aus durch endlichfaches Nachfolgernehmen zu gelangt, wobei nullfaches Nachfolgernehmen die Zahl selbst ergibt. Dies ist eine totale Ordnung. Mit der Addition kann man dies folgendermaßen ausdrücken: Es ist    genau dann, wenn es eine natürliche Zahl mit    gibt.


Eine totale Ordnung auf einer endlichen Menge ist durch ein Angangselement (kleinstes Element) und dadurch gegeben, dass jedem Element (außer dem größten Element) das nächstkleinste Element zugeordnet wird. In der Skizze wird nur diese Zuordnung dargestellt, die gesamte Ordnung ergibt sich, wenn man sich Selbstpfeile und transitive Pfeile dazudenkt.

Auf einer endlichen Menge mit Elementen sind die totalen Ordnungen einfach zu überschauen. Eine totale Ordnung auf ist das gleiche wie eine bijektive Abbildung , also eine Nummerierung von . Eine solche Nummerierung legt über  ,  falls  ,  eine totale Ordnung fest, und eine totale Ordnung legt eine Nummerierung fest, indem auf das kleinste Element von abgebildet wird, auf das zweitkleinste Element u.s.w. Insbesondere gibt es wegen Fakt totale Ordnungen auf . Es ist ziemlich schwierig, sich eine systematische Übersicht über alle (auch die nicht totalen) Ordnungen in einer endlichen Menge zu verschaffen.



Es sei ein Alphabet und die Menge der Wörter über diesem Alphabet, also die Menge alle endlichen Ketten über oder eine Teilmenge davon, etwa die Menge der real existierenden Wörter. Auf sei eine totale Ordnung gegeben. Dann definiert man auf die sogenannte lexikographische Ordnung, indem für Wörter die Beziehung

( kommt im Lexikon vor ) genau dann gilt, wenn sie gleich sind oder wenn an der ersten Stelle von vorne gelesen, wo sich und unterscheiden, der Buchstabe von an dieser Stelle im Alphabet vor dem Buchstaben von an dieser Stelle kommt, was den Fall einschließen mag, dass an dieser Stelle keinen Buchstaben mehr hat („Vers“ kommt vor „Verstand“). Die lexikographische Ordnung ist eine totale Ordnung.



Auf jeder Menge ist die identische Relation, also die Relation, bei der jedes Element nur mit sich selbst in Relation steht, eine Ordnungsrelation.



Ein kommutativer Ring heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf gibt, die die beiden Eigenschaften

  1. Aus    folgt    für beliebige  
  2. Aus    und    folgt    für beliebige  

erfüllt.

Ein angeordneter Ring ist also nicht nur ein Ring, auf dem es zusätzlich noch eine totale Ordnung gibt, sondern die Ordnung muss auch mit den algebraischen Verknüpfungen in der beschriebenen Weise verbunden sein. Ein angeordneter Ring, der ein Körper ist, heißt angeordneter Körper. Die ganzen Zahlen , die rationalen Zahlen und die reellen Zahlen sind angeordnete Ringe bzw. Körper. Der Körper der komplexen Zahlen ist nicht angeordnet (und lässt sich auch nicht anordnen).


Man sagt, dass die natürliche Zahl die natürliche Zahl teilt (oder dass von geteilt wird, oder dass ein Vielfaches von ist), wenn es eine natürliche Zahl derart gibt, dass    ist. Man schreibt dafür auch .

Achtung! Die Teilbarkeitsbeziehung in sollte man allein innerhalb der natürlichen Zahlen behandeln. Man vermeide Formulierungen wie, dass die Zahl teilt, wenn bei der Division von durch kein Rest bleibt oder dass der Bruch ganzzahlig ist. Solche Charakterisierungen mit deutlich komplizierteren Strukturen verdunkeln den einfachen Sachverhalt.



In gelten folgende Teilbarkeitsbeziehungen.

  1. Für jede natürliche Zahl gilt und .
  2. Für jede natürliche Zahl gilt .
  3. Gilt und , so gilt auch .
  4. Gilt und , so gilt auch .
  5. Gilt , so gilt auch für jede natürliche Zahl .
  6. Gilt und , so gilt auch für beliebige natürliche Zahlen .

Beweis

Siehe Aufgabe.



Wir betrachten die positiven natürlichen Zahlen zusammen mit der Teilbarkeitsbeziehung. Dies ergibt eine Ordnung auf . Die Teilbarkeitsrelation ist in der Tat reflexiv, da stets ist, wie    zeigt. Die Transitivität wurde in Fakt  (3) gezeigt. Die Antisymmetrie folgt so: Aus und folgt  .  Da wir uns auf positive natürliche Zahlen beschränken, folgt mit der Kürzungsregel    und daraus wegen    auch  .  Also ist  .  Einfache Beispiele wie und zeigen, dass hier keine totale Ordnung vorliegt, da weder von noch umgekehrt geteilt wird.



Es sei eine beliebige Menge und    die Potenzmenge davon. Dann sind die Elemente aus    - also die Teilmengen von - durch die Inklusionsbeziehung geordnet. Die Reflexivität bedeutet einfach, dass eine jede Menge in sich selbst enthalten ist und die Transitivität bedeutet, dass aus    und    die Inklusion    folgt. Die Antisymmetrie ist dabei ein wichtiges Beweisprinzip für die Gleichheit von Mengen: Zwei Mengen sind genau dann gleich, wenn und umgekehrt gilt.



Es sei eine Menge (beispielsweise ein reelles Intervall, oder ein topologischer Raum), so ist die Menge der (stetigen) Funktionen geordnet, indem man    dadurch definiert, dass    für jeden Punkt    sein muss. Dies ist offensichtlich keine totale Ordnung.



Es sei , , eine Familie von geordneten Mengen. Dann nennt man die auf der Produktmenge    durch

falls

für alle    gilt, die Produktordnung.

In Beispiel werden die reellen Zahlen so oft genommen, wie es vorgibt. Dort liegt also eine Produktordnung vor.