Wikiversity:Fellow-Programm Freies Wissen/Einreichungen/Autorenidentifikation und linguistische Merkmale der Rixdorfer Handschriften/Abschlussbericht

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Fellow-Programm Freies Wissen - Abschlussbericht[Bearbeiten]

I. Infos​ ​zum​ ​eigenen​ ​Forschungsvorhaben​[Bearbeiten]

A. Zusammenfassung und Ergebnisse​[Bearbeiten]

Die Roadmap der czEXILe Lesereihe war in fünf Schritte unterteilt.

  • Schritt 1: Planung
  • Schritt 2: „Freischaltung“
  • Schritt 3: Zielgerade zur Auftaktlesung
  • Schritt 4: vier weitere Lesungen
  • Schritt 5: Ergebnisse

Genaueres zu einzelnen Schritten ist hier zu entnehmen. Die genaue Planung einzelner Schritte, die Freischaltung von Kommunikationskanälen (Webseite und Facebook inkl. Content-Erstellung und -Pflege) sowie die Ausrichtung der Auftaktlesung verliefen reibungslos. Die Schritte 1 bis 3 wurden zwischen Oktober und Dezember 2017 erfolgreich umgesetzt. Der Erfolg kann an der Besucherzahl der Auftaktlesung gemessen, denn an einem regnerischen Mittwochabend kamen zu der Veranstaltung im Hauptgebäude der Humboldt-Universität mehr als 60 Gäste. Schritt 4 – die Ausrichtung von vier weiteren Lesungen – ist zwar auch ohne größerer Schwierigkeiten vonstatten gegangen, es mussten lediglich einige Änderungen in der Roadmap vorgenommen werden. Die zweite Lesung war für Februar 2018 geplant, weil im Januar viele Mitwirkende in Urlaub waren. Aus unerwarteten Krankheitsmeldungen und internen Gemeindeterminen resultierte eine Verzögerung der Planung. So konnte der Termin für die zweite Lesung erst für den 6. März gesetzt werden. Entsprechend der Projektbeschreibung sollte jede Lesung an einem anderen Ort stattfinden. Da die erste Lesung im Hauptgebäude der Humboldt-Universität – dem Ort, an dem die Handschriften untersucht werden - stattgefunden hat, sollte die zweite Lesung direkt im Böhmischen Dorf (Rixdorf) in Neukölln – dem Ort, an dem die Handschriften aufbewahrt werden – ausgerichtet werden. Nichtsdestotrotz wurde die Lesung vor ca. 50 Gästen gemeistert. Die dritte Lesung konnte zusätzlich mit der Unterstützung des March for Science Berlin und der Aktion Kieznerds durchgeführt werden. Am 14. April kamen zu der Lesung im Rixdorfer Kulturcafé Fincan rund 70 Menschen. Am 28. Mai wurde die vierte Lesung im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität umgesetzt und wurde von etwa 20 Menschen besucht. Schritt 5 - die Ergebnisse - wurde bis jetzt zum Teil umgesetzt. Das Ziel war es, die czEXILe Lesereihe umzusetzen und eine nachhaltige Publikation der Inhalte aus den Lesungen zu veröffentlichen. Die Lesereihe wurde mit kleineren Abweichungen zum ursprünglichen Plan umgesetzt. Die Publikation wird, wie bereits beim Erstellen der Roadmap vermutet wurde, nach Projektende, also nach Mai 2018, veröffentlicht. Hierzu gibt es bereits Zusagen der organisatorischen und redaktionellen Unterstützung von meinen Kolleg*innen und meinem Doktorvater Prof. Dr. Roland Meyer. Da hier auch die deutschen Übersetzungen der Lebensläufe publiziert werden sollen, haben bereits Prof. Dr. Dorothea Wendebourg (Evangelische Theologie der Humboldt-Universität) und der Prediger der Evangelischen Brüdergemeine Theo Clemens theologische Beratung angeboten. Die Publikation von transliterierten und wissenschaftlich sowie interdisziplinär kommentierten Handschriften ist realistisch frühstens zum Frühling 2019 zu erwarten.

B. Beitrag zu Offener Wissenschaft​[Bearbeiten]

Bei der czEXILe Lesereihe ging es darum, das Trainingsmaterial unserer Tool-Entwicklung öffentlich zugänglich zu machen, denn die Inhalte der Lebensläufe sind in der aktuellen gesellschaftlichen Lage relevant. Sie erzählen von der Flucht verfolgter Protestanten und ihrem Ankommen in und bei Berlin im 18. Jahrhundert. Dadurch wird das Bild Berlins als einer Einwanderungsstadt rekapituliert und gefestigt, was die Gäste der Lesungen für die heutige politische Situation sensibilisiert. Bei den vier Lesungen konnten etwa 200 Gäste erreicht werden. Durch die Lesung haben die Gäste aber nicht nur den Zugang zu den Inhalten bekommen, die aus dem Tschechischen des 18. Jahrhunderts ins heutige Deutsche übersetzt werden mussten. Die Lesereihe hat auch gezeigt, womit sich Forscher*innen aus der Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Gender Studies, Geschichtswissenschaften sowie der Theologie beschäftigen. Bei den Diskussionsrunden nach den jeweiligen Veranstaltungen wurden oft Fragen nach den Methoden der Wissenschaftler*innen beantwortet. Zu der Relevanz von solcher Forschung wurden bei den Events keine Fragen gestellt, sondern ihre Bedeutung wurde mehrmals positiv kommentiert. Ebenfalls kamen vermehrt Anfragen über eine Publikation der Handschriften und ihrer Kommentare. Es wird beabsichtigt diese als Open Access umzusetzen, damit eine maximale Anzahl von Menschen erreicht wird. Die Planung der Publikation beginnt unmittelbar nach dem Projektende ab Juni 2018.

II. Zusammenarbeit mit Fellows und Mentor*innen[Bearbeiten]

A. Zusammenarbeit mit meiner Mentorin[Bearbeiten]

Meine Mentorin (V.-Prof. Dr. Ina Blümel) unterstützte mich ausreichend durch die Beratung in Fragen von Open Source, Open Access und der Erstellung von Wikisource-Beiträgen. Am Anfang des Projekts fand die Kommunikation zumeist über Skype durchschnittlich zwei Mal im Monat statt. Nach der ersten Lesung verringerten wir die Frequenz der Gespräche auf „je nach Bedarf“. Über die Zusammenarbeit kann ich positiv bewerten. Auch nach Projektende werden wir im Kontakt bleiben, v.a. bezüglich der geplanten Publikation.

B. Austausch​ ​mit​ ​anderen​ ​Fellows[Bearbeiten]

Den Austausch mit anderen Fellows fand ich vor allem während der Meetups in Berlin und Hannover sehr produktiv. Bei diesen Treffen konnte ich selbst viel lernen und auch viel Motivation und Inspiration für meine weitere Forschung und die Aktivität der Offenen Wissenschaft schöpfen. Außerdem konnte ich aktiv an der Ideenentwicklung und Gestaltung von Open Science-Anleitungen (z.B. Veröffentlichung einer Doktorarbeit im Open Access). Online funktionierte die Kommunikation über Slack sehr gut. Vor allem am Anfang ging es schnell, unkompliziert und übersichtlich. Es war hilfreich über gemeinsame Themen und Fragen schnell in einem Chat zu diskutieren. Im Verlauf des Programms haben sich dann die meisten Fellows in ihre eigene Projekte vertieft. Eins der Projekte meiner Mit-Fellows hat mich besonders interessiert – Ring a Scientist von Kerstin Göpfrich. Auf der Plattform habe ich mich sehr gern registriert und möchte nun auch dadurch an der Öffnung der Wissenschaft mitwirken.

III. Kommunikation​ ​und​ ​Vernetzung​[Bearbeiten]

A. Kommunikationsaktivitäten​ ​mit​ ​Bezug​ ​zum​ ​Fellow-Programm[Bearbeiten]

Auf meiner Webseite als Freies Wissen-Fellow habe ich über den Verlauf meines Projkets berichtet und darin bis jetzt 14 Blog-Beiträge veröffentlicht. Die Webseite habe ich mit dem Anfang des Fellowships eingerichtet und sie sowie ihre Unterseiten wurden in den knapp sechs Monaten 770 Mal von 249 Besucher*innen aufgerufen, etwa 90 % davon aus Deutschland, ca. 5 % aus der Tschechischen Republik, ca. 2 % aus Kanada und die restlichen 3 % aus anderen Ländern. Die Facebook-Seite wurde zwar von nur 37 Personen abonniert, dafür wurden aber ihre Inhalte mehrmals von populären Seiten geteilt, z.B. Achtundvierzig Stunden Neukölln (7,2 K Likes) und Tschechisches Zentrum Berlin (4,1 K Likes). Dabei zog die Lesereihe auch die Aufmerksamkeit der Medienvertreter*innen auf sich:

  • 1. Lesung (13.12.17): Ankündigung auf der Webseite des Tagesspiegels und in dem Leute-Newsletter des Tagesspiegels für Neukölln
  • 1./2. Lesung (13.12.17/6.3.18): Erwähnung der czEXILe Lesereihe im Beitrag über das Projekt der VolkswagenStiftung in der Quartalszeitung der Humboldt-Universität „Humboldt“ (Auflage: 5 000 Exemplare) und auf der Startseite der Humboldt-Universität
  • 3. Lesung (14.4.18): Erwähnung der Lesung als einen Programmpunkt des March for Science in einem Artikel der Berliner Zeitung
  • 3. Lesung (14.4.18): Kurzer Ankündigungsbeitrag im Tagesspiegel
  • 3. Lesung (14.4.18): Terminempfehlungen im Tip Berlin und der Zitty
  • 3. Lesung (14.4.18): Reportage von der und Interview über die Lesung im Wir von Hier-Blog des gleichnamigen Berliner Startups
  • 3. Lesung (14.4.18): Beitrag über das Projekt der VolkswagenStiftung, in dem ich zu den Handschriften promoviere, im ersten staatlichen Tschechischen Fernsehen Česká Televize. Über das Projekt der VolkswagenStiftung hat der Reporter durch die czEXILe Lesereihe erfahren. Die czEXILe Lesereihe wurde auch von meinem Doktorvater und mir in dem Interview erwähnt. (noch nicht ausgestrahlt)

Obwohl es am Anfang nicht beabsichtigt war, habe ich mir zudem ein Profil auf Twitter erstellt, wo ich ebenfalls über den Fortschritt meines Projekts berichtet habe und mich weiterhin über meine Arbeit im Allgemeinen auch in Zukunft melden werde. Auch wenn ich über das Potenzial der Vernetzung und Informationsschöpfung von Twitter zuvor gewusst habe, war erst das Fellowship der nötige Anstoß für den Start der Kommunikation über Twitter. Vor allem auf dieser Plattform habe ich mich mit etlichen Aktivist*innen der Freien Wissenschaft vernetzt und werde weiterhin die Updates verfolgen und versuchen auch selbst auf das Zeil der Öffnung der Wissenschaft hinzuarbeiten. Meine Tweets zu der czEXILe wurden u.a. vom Tagesspiegel (352 K Follower), dem Digital Editor-in-Chief des Tagesspiegels Markus Hesselmann (8 K Follower) und dem Science March Berlin (1,5 K Follower) geteilt.

B. Offene Wissenschaft an meiner Einrichtung[Bearbeiten]

Über Offene Wissenschaft konnte mit meinen Kolleg*innen am Institut und den Vortragenden bei der czEXILe Lesereihe persönlich sprechen. Alle Reaktionen bezüglich des Fellowships waren sehr positiv. Bezüglich der Offenen Wissenschaft im Allgemeinen waren die Rückmeldungen auch überwiegend positiv. Einige wenige skeptische Meinungen kamen zumeist von meinen Kolleg*innen aus dem Informatik-Bereich. Die Diskussionen gingen meist um die Wirtschaftlichkeit der Veröffentlichung von Codes. Das Ergebnis solcher Gespräche ging oft darauf hinaus, dass es längerfristig durchaus wirtschaftlich sein kann, als Einzelforscher bzw. -entwickler seine eigenen Codes zur Weiterverarbeitung freizugeben, falls sie nicht unter besonderem Schutz stehen. Für die Ausschreibung für das Programm 2018/2019 habe ich unter meinen Kolleg*innen von verschiedenen Instituten der Humboldt-Universität und den Kolleg*innen vom Leibniz-Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft geworben.

C. Kontakte zur Community[Bearbeiten]

In Anbetracht dessen, dass ich vor dem Fellowship nur den Kontakt zu unserem universitären Open Access Verlag hatte, habe ich während des Fellowships viele neue Kontakte dazu gewonnen. Vor allem schätze ich die Kontakte zu V.-Prof. Dr. Ina Blümel und Wikimedia Deutschland. Mit Ina werde ich mich noch auf jeden Fall bezüglich der geplanten Publikation beraten. Wikimedia Deutschland möchte ich die Idee vorschlagen, einen Flyer für Open Science und die damit verbundenen Tools herzustellen. Auf die Idee, einen Flyer für konservative Forscher*innen zu produzieren, kamen Caroline Fischer und ich, inspiriert von der Tool-Grafik von Bianca Kramer beim Workshop in Hannover Mitte Februar 2018. Damals war es angedacht, dass ich das Grafik Design und Caroline und ich zusammen den Inhalt übernehmen. Ggf. sollte die Grafik von Bianca mit ihrer Erlaubnis miteinbezogen werden. Nach dem Ende unseres Fellowships werde ich mich nun mit der Planung der Flyerproduktion beschäftigen.

D. Erfahrungen mit Wikimedia-Projekten im Bezug auf meinen Fachbereich[Bearbeiten]

Während des Fellowships habe ich festgestellt, dass die Fächer Slawische Sprachwissenschaft und die Slawistik im Allgemeinen in Wikimedia-Projekten unterrepräsentiert bzw. gar nicht repräsentiert sind. Dabei ist nicht nur das Programm Freies Wissen für die Bereiche relevant, sondern auch Workshops und Barcamps, die die Kolleg*innen aus dem Elfenbeinturm bringen. Dabei spielen z.B. auch die EduCamps, die von Wikimedia unterstützt werden, eine wichtige Rolle für mein Fach, den bundesweit werden an Slawistik-Instituten unter anderem Lehrer*innen ausgebildet, sowohl Hochschullehrer*innen als auch Schullehrer*innen für die Sprachen Russisch, Polnisch, Tschechisch und Sorbisch. Obwohl ich seit über sechs Jahren im slawistischen Bereich unterwegs bin, habe ich erst durch Wikimedia von dieser Weiterbildungsmaßnahme erfahren. Von anderen Slawist*innen habe ich nie etwas davon gehört.

E. Vernetzungsmöglichkeiten nach dem Fellowship[Bearbeiten]

Die Slack-Gruppe wird nach dem Fellowship auf jeden Fall inaktiv. Mit einigen Fellows, Mentor*innen und Wikimedia habe ich mich bereits über E-mail und Twitter vernetzt. So werde ich die Kontakte auch weiterhin pflegen. Da wir erst der zweite Jahrgang des Fellowships sind, wäre es evtl. mit der Zeit sinnvoll, eine öffentlich zugängliche Liste/Datenbank von Fellows aus allen Jahren zu erstellen, die als eine Kontaktbörse dienen kann.

IV.​ ​Förderung​ ​von​ ​Offener​ ​Wissenschaft​[Bearbeiten]

A. Neue Initiativen zur Förderung Offener Wissenschaft[Bearbeiten]

Seit dem Start meines Fellowships gab es in dem Blog unserer Universitätsbibliothek einige Beiträge zum Open Access an unserer Universität und im Allgemeinen: https://blogs.hu-berlin.de/wir_bewegen_buecher/category/open-access/ Mit meinem Vorhaben haben die Beiträge nichts zu tun, zeigen jedoch eine fächerübergreifende Tendenz auf, die auch am Institut für Slawistik von einigen Professorinnen mitverfolgt und ergriffen wird: http://langsci-press.org/catalog/series/osl

B. Möglichkeiten der Verbreitung Offener Wissenschaft[Bearbeiten]

An meinem Institut und einigen anderen geisteswissenschaftlichen Instituten der Humboldt-Universität habe ich festgestellt, dass das Interesse an Offener Wissenschaft generell gegeben ist. Die Ursache für den langsamen Fortschritt der Offenen Wissenschaft unter Kolleg*innen liegt aber oft weder an der Verdrossenheit noch an der Angst um Forschungsergebnisse, sondern an den fehlenden Kapazitäten. Es fehlen zeitliche und finanzielle Freiräume für solch ein Engagement. Vor meinem Fellowship habe ich auch nicht viel im Bereich der Offenen Wissenschaft gewusst und gemacht, was sich in den sechs Monaten des Programms deutlich verändert hat. Ich bin davon überzeugt, dass die Schaffung von nötigen Freiräumen unter der Voraussetzung der Offenen Wissenschaft, es Wissenschaftler*innen einfacher machen würde, ihre Forschung freier zu gestalten und sie mehr zu öffnen. Ein solches Verlangen habe ich bereits von mehreren Kolleg*innen aus verschiedenen Disziplinen und verschiedenen Karriereabschnitten (Doktoranden, Post-Docs, Professoren) gehört. Es wäre möglich, dass eine Ausschreibung für zwei oder mehr Personen-Projekte, bei denen ein*e Lehrstuhlinhaber*in mitwirkt, produktiv wären, denn die Lehrstuhlinhaber*innen wären dadurch motiviert (wenn nicht gar gezwungen), Offene Wissenschaft zumindest zeitlich begrenzt zu betreiben. Während des Förderzeitraumes würde es dann an den Stifter*innen liegen, diese Fachleute dauerhaft für Offene Wissenschaft zu gewinnen. Bei unserem Jahrgang hat es ja definitiv sehr gut funktioniert.

C. Auswirkung des Programms auf mein Umfeld[Bearbeiten]

Abgesehen von meinem privaten Umfeld hat das Programm auch in meinem akademisch-beruflichen Umfeld einen positiven Eindruck hinterlassen. Das von einigen Forscher*innen in Verruf gebrachte Wiki-Netzwerk hat zumindest an meinem und den an der Lesereihe teilgenommenen Instituten nun ein festes und positives Image. Diejenigen, die bereits positive Erfahrungen mit Wiki-Plattformen hatten oder darin selbst aktiv mitgemacht haben, fanden es desto motivierender, am globalen offenen Wissen weiterzuarbeiten. Die etwa 200 Gäste der Lesereihe sind nun auch von Wikimedia, Wikipedia etc. sowie der Offenen Wissenschaft überzeugt und fürchten sich nicht vor „falschen Informationen“, sondern sehen die Initiativen bzw. die gesellschaftliche Bewegung der Offenen Wissenschaft als essenziell für die heutige Zeit. Zusätzlich hat es die czEXILe Lesereihe durch das Programm Freies Wissen es bis zu den Organisator*innen des March for Science Berlin und March for Science Germany geschafft. Dabei war ich etwas erstaunt, dass die Forscher*innen von dem Fellowship von mir zum ersten Mal erfahren haben.

D. Prinzipien der Offenen Wissenschaft in meiner Forschung nach dem Fellowship[Bearbeiten]

Das Fellowship hat die Prinzipien der Offenen Wissenschaft für meine Forschung und Arbeit selbstverständlich gemacht. Ohne dieses Stipendium wäre es aber nicht selbstverständlich, dass ich zu den Prinzipien gekommen wäre, denn der Elfenbeinturm stellt eine verlockende Möglichkeit für viele Forscher*innen dar, ohne Rücksicht auf die Gesellschaft das zu machen, was sie möchten. Gleichzeitig verbirgt sich darin nicht nur die Gefahr für das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und der Wissenschaft, sondern auch für die Zukunft von einigen (vor allem kleinen) Disziplinen, die den Sprung ins Zeitalter von digitalen und freien Informationen verpassen und dabei gegen die subjektive Wahrnehmung vom nichtakademischen Personal verlieren könnte. So wäre es nicht übertrieben zu behaupten, dass die Prinzipien der Offenen Wissenschaft einen großen Beitrag zur Entmachtung von post-faktischen Tendenzen leisten, bei denen der Wahrheitswert der Wissenschaft v.a. wegen seiner Komplexität oft geleugnet und ignoriert wird.

V. Mein persönliches Gesamtfazit[Bearbeiten]

Das Programm Freies Wissen hat mir in meiner Arbeit sehr viel gebracht. Abgesehen von den finanziellen und den damit verbundenen zeitlichen Freiräumen, hat es mir auch ideell geholfen, meine Ideen umzusetzen. Ohne der Förderung vom Stifterverband, Wikimedia Deutschland und der VolkswagenStiftung wäre ich nicht zu dem Ergebnis gekommen, bei dem die Zahlen für sich sprechen: rund 20 Mitwirkende, über 200 Gäste und eine online Reichweite von über 2000 Menschen. Hinzu kommen die Erwähnungen in Print-, TV- und Online-Medien, wie dem Tagesspiegel, der Berliner Zeitung, Tip Berlin, Zitty, dem ersten staatlichen Fernsehen der Tschechischen Republik und der Uni-Zeitung der Humboldt-Universität weiteren. Hinzu kommen die Beiträge auf den von mir unabhängigen Blogs und Kanälen in diversen sozialen Netzwerken. Praktisch habe ich mich mit den Prinzipien, Mechanismen und Methoden der Offenen Wissenschaft auseinander gesetzt und mich mit ihnen vertraut gemacht. Diese Skills werde ich nun weiter ausbauen und auch selbst an der Offenen Wissenschaft mitwirken. Zusätzlich habe ich noch viel Erfahrung im Projekt- und Eventmanagement gesammelt, was heute auch fürs Akademische oft unabdingbar ist. Das Programm ist großartig und ich würde es jeder*m anderen Forscher*in weiterempfehlen.