Kurs:Analysis I/Kapitel I: Das System der reellen und komplexen Zahlen/Überabzählbarkeit und Konvergenzeigenschaften reeller Zahlen (§3)
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durchnummerieren und erhält
; dabei wurde
geeignet gewählt. Besitzt eine Menge unendlich viele Elemente, so können zwei Fälle eintreten:
(i) Lassen sich ihre Elemente als Folge {xn} schreiben, so erhalten wir eine abzählbare Menge
Es gibt eine Bijektion
vermöge
.(ii) Die Elemente der Menge M können nicht durch eine Folge angegeben werden. In diesem Fall sprechen wir von einer überabzählbaren – oder auch nicht abzählbaren – Menge.
[Bearbeiten] Bemerkung
Jede endliche Menge ist abzählbar. Die Menge
ist trivialerweise abzählbar.
[Bearbeiten] Satz 1
- Die Menge der rationalen Zahlen ist abzählbar.
[Bearbeiten] Beweis
Es genügt zu zeigen, dass die Menge

der positiven rationalen Zahlen abzählbar ist. Dann gibt es eine bijektive Abbildung
vermöge
usw.Die Abzählbarkeit von M1 wird durch das Diagonalverfahren von Cantor deutlich. Wir nummerieren die positiven rationalen Zahlen in Richtung der Pfeile. Erscheint ein
mehrfach in dem Schema, so erhält r nur beim ersten Auftreten eine Nummer und wird dann nicht mehr berücksichtigt. M ist abzählbar, denn jede Diagonale hat endlich viele Elemente und alle Diagonalen sind abzählbar. Es entsteht die Folge
.q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 2
- Die Menge der reellen Zahlen des Intervalls [0,1] ist überabzählbar.
[Bearbeiten] Beweis
Sei
. Angenommen, die Menge M2 wäre abzählbar. Dann wird M2 durch eine Folge
gegeben. Nach §1 lässt sich jedes
durch die Dezimalbruchentwicklung
mit den Ziffern 
darstellen. Um die Annahme zum Widerspruch zu führen, geben wir nun ein
an, welches nicht Element der Folge reeller Zahlen
ist – für das also
für alle
gilt. Es sei eine Folge mit den Gliedern
und
für alle
gewählt. Dann setzen wir
.Offenbar unterscheidet sich die Zahl α in der n-ten Stelle von der Dezimalbruchentwicklung einer jeden Zahl xn von
. Damit gilt
aber
– was einen Widerspruch zur Annahme bedeutet.
[Bearbeiten] Bemerkung
Somit ist das Kontinuum [0,1] nicht abzählbar; diesen Nachweis führte Georg Cantor 1873.
[Bearbeiten] Definition 1
- Eine Folge reeller Zahlen {xn} heißt Cauchy-Folge genau dann, wenn es zu jedem
eine natürliche Zahl
gibt, so dass für alle
die Ungleichung
erfüllt ist.
[Bearbeiten] Definition 2
- Eine Folge reeller Zahlen {xn} heißt Nullfolge genau dann, wenn es zu jedem
eine natürliche Zahl
derart gibt, dass für alle
stets
gilt.
[Bearbeiten] Definition 3
- Eine Folge
heißt konvergent genau dann, wenn es ein
gibt, so dass {xn − α} eine Nullfolge ist. Man verwendet die schreibweise:
.[Bearbeiten] Bemerkung
Die Folge {xn} ist konvergent.
Es gibt ein
mit
für alle
. Man dann schreibt auch:
für
.
[Bearbeiten] Hilfssatz 1
- Sei {xn} eine konvergente Folge und es gelten die Beziehungen
und
mit den reellen Zahlen α und β. Dann folgt α = β.
[Bearbeiten] Beweis
Zu jedem
liefert Definition 3 die Ungleichung

für alle
. Also folgt α = β.
[Bearbeiten] Hilfssatz 2
- Seien
und
konvergente Folgen mit
und
.- Dann gelten die Identitäten
und
.- Weiter existiert eine Konstante c > 0 mit der Eigenschaft:
für alle
.- Falls zusätzlich
und
für alle
richtig ist, so folgt
.[Bearbeiten] Beweis von (6)
Nach Voraussetzung gibt es ein
mit
für alle
.Insbesondere finden wir eine reelle Zahl a > 0, so dass die Ungleichungen
sowie
für alle 
erfüllt sind. Somit folgt
für alle 
gemäß Formel (18) aus §1. Damit ist
eine Nullfolge und mit Definition 3 ergibt sich die Behauptung.
q.e.d.
[Bearbeiten] Hilfssatz 3
- Die rationale Cauchy-Folge
repräsentiere die Äquivalenzklasse
und die Ungleichung
für alle
gelte mit einem index
. Dann folgt
.
[Bearbeiten] Beweis
- (i) Für alle
gilt
. Somit folgt
. - (ii) Für alle
gilt
. Somit folgt
. - Aus (i) und (ii) erhalten wir
.
q.e.d.
[Bearbeiten] Hilfssatz 4
- Die rationalen Zahlen
liegen in
dicht, d. h. zu jedem
gibt es eine Folge
mit der Eigenschaft
.[Bearbeiten] Beweis
Sei die reelle Zahl
mit
für alle
gegeben. Wir erklären dann die rationale Zahl
durch die konstante Folge
.Dann gilt für festes
die Identität
.Da nun
eine cauchy-Folge ist, gibt es zu jedem
eine natürliche Zahl
mit
für alle
.Bei festem index
wenden wir hilfssatz 3 auf die Folge

an. Wir erhalten
für alle 
bzw.
.q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 3 (Cauchysches Konvergenzkriterium: Vollständigkeit von
)
- Eine Folge
ist genau dann konvergent, wenn
eine Cauchy-Folge ist.
[Bearbeiten] Beweis
„
“: Sei
konvergent, d. h. es gibt ein
mit
.Somit gibt es zu jedem
eine natürliche Zahl
mit der Eigenschaft
für alle
.Wegen der Ungleichung

für alle
ist
eine Cauchy-Folge.
„
“: Sei
eine Cauchy-Folge, d. h. zu jedem
gibt es eine natürliche Zahl
derart, dass die Ungleichung
für alle 
erfüllt ist. Nach Hilfssatz 4 gibt es zu jedem
ein
mit
.Wegen
für alle 
ist
eine rationale Cauchy-Folge. Wir definieren die reelle Zahl
und erhalten

für alle
. Damit ist die Folge
konvergent.
q.e.d.
[Bearbeiten] Hilfssatz 5
- Die Folge
sei gemäß
für alle 
- mit einer Konstante
nach oben beschränkt und konvergiere gemäß
– mit dem Grenzwert
. Dann folgt
.
[Bearbeiten] Beweis
Angenommen es wäre α > c erfüllt. Dann folgt zunächst
. Äquivalent zur Aussage

gibt es zu jedem
einen Index
mit der Eigenschaft
für alle 
bzw.
für alle
.Zu dem speziellen
ist nun für alle Indices
die Ungleichung

bzw.

erfüllt. Dieses steht im Widerspruch zur Voraussetzung.
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 4 (Häufungsstellensatz von Weierstraß)
- Sei
eine beschränkte Folge mit der Schranke
, so dass
für alle 
- erfüllt ist. Dann gibt es eine konvergente Teilfolge
der Folge
mit dem Grenzwert
und
.
[Bearbeiten] Beweis
Wir betrachten das intervall I0: = [ − c,c] der Länge 2c und beachten
für alle
. Ist I: = [a,b] mit
ein beliebiges Teilintervall von I0, so können folgende zwei Fälle eintreten:
- (i) In I liegen nur endlich viele Glieder der Folge
, d. h. es gibt eine natürliche Zahl N mit
für alle
. - (ii) In I liegen unendlich viele Glieder der Folge
, d. h. zu jeder natürlichen Zahl N gibt es ein
mit
.
Wir setzen a0: = − c,b0: = c und teilen das intervall I0 in zwei intervalle L,R der Länge c
und
.Nun liegen entweder in L oder in R unendlich viele Glieder der Folge
. Wenn nun z. B. (ii) für L zutrifft, so wählen wir I1: = L – ansonsten wird L durch R ersetzt. Jetzt halbieren wir das Intervall I1 = [a1,b1] in ein
![L:= \left[ a_1, \frac{1}{2} (a_1 + b_1) \right]](http://upload.wikimedia.org/math/1/5/9/1593657590c568d88e3d08ebe8abd6ca.png)
sowie ein
.Dann wählen wir als I2: = [a2,b2] dasjenige Intervall von L oder R, für welches (ii) zutrifft. Die Fortsetzung dieses Verfahrens liefert eine Folge
von Intervallen mit den Eigenschaften:
gilt: ![I_k = [a_k, b_k] \wedge b_k - a_k = \frac{2c}{2^k} \wedge a_k < b_k](http://upload.wikimedia.org/math/0/c/f/0cfaa7fe5f8db234fefbf963e1d38c50.png)
.In jedem Intervall Ik liegen unendlich viele Glieder der Folge {xn}. Nun ist die Folge
der linken Eckpunkte von Ik eine Cauchy-Folge, denn wegen (7) und (8) gilt
für alle
.Nach Satz 3 existiert nun ein
mit
und Hilfssatz 5 liefert
für alle
.Zu vorgegebenem
wählen wir k derart, dass

gilt. Da nun in jedem Ik unendlich viele xn liegen, finden wir zu jeder natürlichen Zahl
ein
, so dass

richtig ist. Wir setzen jetzt
, wobei der Index
durchläuft. Es gibt also eine Folge {nl} natürlicher Zahlen mit
, welche

erfüllen. Somit folgen die Ungleichungen
und schließlich
mit
für alle
.q.e.d.
[Bearbeiten] Definition 4
- Eine Folge heißt monoton nicht fallend bzw. schwach monoton steigend, wenn die Ungleichung
für alle
erfüllt ist. Die Folge heißt (streng) monoton steigend, wenn xn < xn + 1 für alle
gilt. - Entsprechend heißt die Folge monoton nicht steigend bzw. schwach monoton fallend, wenn die Ungleichung
für alle
erfüllt ist. Die Folge heißt (streng) monoton fallend, wenn xn > xn + 1 für alle
gilt.
[Bearbeiten] Satz 5
- Sei die monoton nicht fallende Folge
gegeben, die nach oben beschränkt ist gemäß
– mit der Schranke
. Dann ist
konvergent.
[Bearbeiten] Beweis
Wegen der Beschränktheit und Monotonie unserer Folge gilt
für alle
.Nach Satz 4 gibt es zu
eine Teilfolge
mit
.Wir zeigen jetzt, dass auch
gegen
konvergiert: Zu jedem
ist die Ungleichung
für alle
richtig und die Monotonie liefert
für alle
.Der Grenzübergang
ergibt mittels Hilfssatz 5 die Ungleichung
für alle
.Zu vorgegebenem
existiert nun eine natürliche Zahl
mit
für alle
. Wir erhalten die Ungleichung
für alle
.Da die Folge
monoton nicht fallend ist, gibt es eine Zahl
, so dass
für alle 
richtig ist. Dies bedeutet aber
.q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 6
- Jede monoton nicht wachsende, nach unten beschränkte Folge
mit
für ein
ist konvergent.
[Bearbeiten] Beweis
Die Behauptung ergibt sich unmittelbar aus Satz 5: Durch Spiegelung am Nullpunkt betrachten wir die monoton nicht fallende Folge
mit
.
q.e.d.
Jede endliche Menge
– mit
– besitzt ein kleinstes Element
und ein größtes Element
. Dieses nennen wir Maximum bzw. Minimum der Menge M. Offenbar ist die Ungleichung
für 
erfüllt. Bei Mengen mit unendlich vielen Elementen liegt diese einfache Situation im allgemeinen nicht vor – jedoch können wir folgendes zeigen:
[Bearbeiten] Satz 7
- Sei M eine nicht leere Menge reeller Zahlen, die nach oben beschränkt ist, d. h. es gibt ein
derart, dass
für alle 
- gilt. Dann gibt es ein durch die Menge M eindeutig bestimmtes Element
mit den folgenden Eigenschaften:
gilt
.
gibt es ein
mit
.[Bearbeiten] Bemerkung
Im Gegensatz zu endlichen Mengen ist im allgemeinen Fall auch
möglich, z. B. für
mit der oberen Grenze σ = 0.
[Bearbeiten] Beweis
(Eindeutigkeit von σ): Angenommen, die verschieden Größen
und
erfüllen die bedingungen (10) und (11): Wir können dann o. B. d. A. σ1 < σ2 voraussetzen. Nun gibt es zu jedem
ein
mit
. Speziell für
erhalten wir
.Dies steht im Widerspruch zu (10) für die Größe σ1.
(Existenz von σ): Wegen
gibt es ein
und wir wählen das intervall I0: = [x0,c]. Wir beachten
und
für alle
. Wie im Beweis von Satz 4 teilen wir das intervall I0 in zwei teilintervalle L und R:
und
.Wir setzen I1: = [a1,b1] = L, falls
erfüllt ist – ansonsten sei I1: = R erklärt. Dann gibt es ein
und für alle
gilt
. Dieses Verfahren wenden wir nun auf I1 an und erhalten das Intervall
. Wir wählen dabei das folgende Intervall stets so, dass wenigstens ein
darin enthalten ist. Haben wir bereits das Intervall In = [an,bn] konstruiert, halbieren wir dieses wieder in die Intervalle L und R und wählen als In + 1 = [an + 1,bn + 1] das Intervall L, falls
– ansonsten sei In + 1 = R gesetzt. Wir erhalten also eine Folge
von intervallen mit den Eigenschaften:
gilt ![I_k = [a_k, b_k] \wedge b_k - a_k = \frac{c-x_0}{2^k}](http://upload.wikimedia.org/math/0/7/e/07e7540285219995ae180aa05433b6c7.png)
.In jedem Intervall
liegt wenigstens ein
und es gilt:
für alle
und
.Die Folge
der linken Eckpunkte von Ik ist monoton nicht fallend und nach oben beschränkt. Wegen Satz 5 existiert ihr Grenzwert
. Weiterhin ist die Folge
der rechten Eckpunkte von Ik monoton nicht steigend und nach unten beschränkt – also gibt es nach Satz 6 ein
mit
. Wegen (12) und (13) folgt für hinreichend große k

bzw.
.Zu vorgegebenem
existiert nun eine natürliche Zahl
mit der Eigenschaft
für alle
.Also folgt
für mindestens
. Andererseits liefert
für alle
und
die Ungleichung
für jedes
. Das beweist die Behauptung des Satzes 7.
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 8
- Sei M eine nicht leere Menge reeller Zahlen, die nach unten beschränkt ist, d. h. es gibt ein
derart, dass
für alle
gilt. Dann gibt es ein durch die Menge M eindeutig bestimmtes Element
mit den folgenden Eigenschaften:
gilt
.
gibt es ein
mit
.[Bearbeiten] Beweis
Wir wenden Satz 7 auf die Menge

an.
q.e.d.
[Bearbeiten] Definition 5
- Für eine nach oben beschränkte Menge
heißt
mit den Eigenschaften (10) und (11) die obere Grenze, die kleinste obere Schranke oder das Supremum von M. Man schreibt

[Bearbeiten] Definition 6
- Für eine nach unten beschränkte Menge
heißt
mit den Eigenschaften (14) und (15) die untere Grenze, die größte untere Schranke oder das Infimum von M. Man schreibt

[Bearbeiten] Definition 7
- Eine Zahl
heißt Häufungswert einer Folge
genau dann, wenn es eine konvergente Teilfolge
von
mit der Eigenschaft

- gibt.
[Bearbeiten] Beispiele
- Die Menge aller Häufungswerte der Folge der rationalen Zahlen ist
. - Die Folge der natürlichen Zahlen besitzt in
keinen Häufungswert. - Wenn
eine nach oben beschränkte, monoton nicht fallende Folge ist, dann besitzt sie nach Satz 5 genau einen Häufungswert.
[Bearbeiten] Definition 8
- Das erweiterte reelle Zahlensystem

- entsteht durch Hinzufügen der beiden uneigentlichen Elemente
und
zu dem Körper der reellen Zahlen. Für alle
gilt
.
[Bearbeiten] Definition 9
- Sei
eine beliebige Folge. Dann vereinbaren wir:

existiert ein
:
für alle
.
existiert ein
:
für alle
.[Bearbeiten] Beispiele
- Die Folge der natürlichen Zahlen ist in
konvergent und besitzt den Häufungswert
. - Die Folge
mit
ist nicht konvergent, hat aber die beiden Häufungswerte
und
.
[Bearbeiten] Definition 10
heißt Häufungswert einer Folge
genau dann, wenn es eine Teilfolge
gibt mit dem Grenzwert
.[Bearbeiten] Definition 11
- Wir setzen
Zu jedem
gibt es ein
mit 


Zu jedem
gibt es ein
mit 
[Bearbeiten] Satz 9
- Jede Zahlenfolge
besitzt wenigstens einen Häufungswert
.
[Bearbeiten] Beweis
Wenn
für alle
richtig ist, so folgt die Behauptung aus Satz 4 mit einem Häufungswert
. Anderenfalls gibt es eine Teilfolge
mit
. Dann existiert eine Teilfolge
von
mit der Eigenschaft
oder 
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 10
- Jede monoton nicht fallende Folge
ist konvergent, d. h. es gibt ein
mit

[Bearbeiten] Beweis
Wenn
nach oben beschränkt ist, so folgt die Behauptung aus Satz 5. Ist hingegen
nach oben unbeschränkt, dann gibt es wegen der Monotonie zu jedem
eine natürliche Zahl K = K(c) derart, dass
für alle
gilt. Definition 9 liefert
.
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 11
- Jede monoton nicht steigende Folge
ist konvergent.
[Bearbeiten] Definition 12
- Seien
eine beliebige Folge und
die Menge aller Häufungspunkte von
. Dann setzt man
als Limes superior und
als Limes inferior.[Bearbeiten] Satz 12
- Sei
eine Folge mit
. Dann gilt:
.
mit c > ξ existiert
für alle
.[Bearbeiten] Bemerkungen
Wegen (18) ist
erfüllt. Die Bedingung (19) besagt, dass es zu beliebigem c > ξ nur endlich viele Folgenglieder gibt, die größer als c sind. Die Aussage wird falsch, wenn c = ξ gesetzt wird. Betrachten wir dazu die Folge {xn} mit
. Wegen

und

gilt E = {1, − 1}. Für diese Folge liegen oberhalb von c = ξ = 1 unendlich viele Glieder.
[Bearbeiten] Beweis
1. Sei zunächst
. Wegen Definition 11 und 12 gilt
für die Menge aller Häufungswerte E von
. Damit gibt es eine Teilfolge
mit
. Daraus folgt unmittelbar
und nach Definition 9 gibt es zu jedem
eine natürliche Zahl K = K(c) mit
für alle
.
2. Gelte nun
. Dann gibt es wegen Definition 9 eine Teilfolge
mit
. Anderenfalls gäbe es ein
, so dass
für alle
mit einem geeigneten
richtig ist. Dann müsste wegen Hilfssatz 5 aber
gelten – im Widerspruch zu
.
3. Im dritten Fall sei
erfüllt. Da
ist, gibt es eine Folge
mit
. Da jedes yk Häufungswert von der Folge
ist, gibt es zu jedem
eine Teilfolge
mit
. Wir finden somit Glieder
der Folge, so dass
für
gilt. Mit

erhalten wir
. Wäre nun (19) falsch, so gäbe es ein
mit xn > c > ξ für unendlich viele
. Damit muss ein Häufungswert
der Folge
existieren, der
erfüllt. Dies steht aber im Widerspruch zu
– und somit gilt (19).
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 13
- Sei
eine Folge mit
. Dann gilt:
.
mit c < η existiert
für alle
.[Bearbeiten] Beweis
Indem wir die Folge
mit
betrachten, erhalten wir aus Satz 12 die Behauptungen (20) und (21).
q.e.d.
[Bearbeiten] Bemerkung
Nach Definition 12 gilt für eine beliebige Folge
offenbar
.[Bearbeiten] Satz 14
- Eine Folge
ist genau dann konvergent (im eigentlichen Sinne), wenn

- erfüllt ist. Es gilt dann
.[Bearbeiten] Beweis
„
“: Sei
konvergent mit
. Dann gibt es zu jedem
eine natürliche Zahl
mit der Eigenschaft
für alle
.Jede Teilfolge besitzt also den Häufungswert α und somit ergibt sich
.„
“: Für die Folge
gibt es ein
mit
.Zu jedem
existiert wegen
und Satz 12 eine natürliche Zahl
, so dass
für alle
richtig ist. Entsprechend gibt es wegen
und Satz 13 eine natürliche Zahl
mit
für alle
. Setzen wir N: = max{N1,N2}, dann erhalten wir
für alle
. Also folgt
.
q.e.d.
[Bearbeiten] Satz 15
- Sei
eine beliebige Folge, dann gilt
![\limsup_{n \to \infty} x_n = \lim_{m \to \infty} \left[ \sup_{k \in \mathbb{N}_0} x_{m + k} \right] = \inf_{m \in \mathbb{N}} \left[ \sup_{k \in \mathbb{N}_0} x_{m + k} \right]](http://upload.wikimedia.org/math/2/5/4/25487ff904306eea737bb15e449c0689.png)
.[Bearbeiten] Beweis
Wir beweisen nur (22), da der Beweis von (23) entsprechend geführt wird. Sei
und
.
1. Fall (
): Nach (19) gibt es zu jedem
eine natürliche Zahl K = K(c) mit
für alle
. Setzen wir
für
,so gilt
. Dann erfüllt die Folge
für alle
die Ungleichung
. Somit folgt für alle
die Beziehung
und damit
.2. Fall (
): Es gibt eine Teilfolge
mit
und für alle
gilt
.Dann folgt
.3. Fall (
): Wir betrachten die Folge
der Suprema
für
,welche monoton nicht steigend ist. Also existiert die Größe
.Wir werden zeigen, dass η = ξ gilt: Zu vorgegebenem
gibt es eine natürliche Zahl
, so dass
für alle
gilt (vgl. Satz 12). Daraus folgt
für alle
.Also gilt für jedes
die Abschätzung

und damit
. Es bleibt noch zu zeigen, dass
gilt. Wegen
gibt es nach (18) eine Teilfolge
mit
. Deshalb existiert zu beliebigem
eine Zahl
mit
für alle
. Sei nun
vorgegeben und nk > m entsprechend gewählt, so folgt
für alle m.Also gilt für beliebiges
die Abschätzung

und damit
. Mit der nun folgenden Identität η = ξ haben wir (22) bewiesen.
q.e.d.