Kurs:Analysis III/Kapitel II: Grundlagen der Funktionalanalysis/§1 Das Daniellsche Integral mit Beispielen

Aus Wikiversity

Wechseln zu: Navigation, Suche

[Bearbeiten] Definition 1

Seien X eine beliebige Menge und M = M(X) ein Raum von Funktionen f: X \to \mathbb{R} mit folgenden Eigenschaften:
M ist ein linearer Raum, d. h.
(1) für alle f, g \in M und alle \alpha, \beta \in \mathbb{R} gilt \alpha f + \beta g \in M.
M ist abgeschlossen hinsichtlich der Betragsbildung, d. h.
(2) für alle f \in M gilt |f| \in M.
Weiter sei I: M \to \mathbb{R} ein Funktional auf M, welches die folgenden Bedingungen erfüllt:
I ist linear, d. h.
(3) für alle f, g \in M und alle \alpha, \beta \in \mathbb{R} gilt If + βg) = αI(f) + βI(g).
I ist nicht negativ, d. h.
(4) für alle f \in M mit f \ge 0 gilt I(f) \ge 0.
Dabei bedeutet f \ge 0, dass f(x) \ge 0 für alle x \in X richtig ist.
I ist stetig bezüglich monotoner Konvergenz in M, d. h.
(5) für jede Folge \{f_n\}_{n = 1, 2, \ldots} \subset M mit f_n \downarrow 0 gilt \lim_{n \to \infty} I(f_n) = I(0) = 0.
Dabei bedeutet f_n \downarrow 0, dass für alle x \in X die Folge \{f_n(x)\}_{n = 1, 2, \ldots} \subset \mathbb{R} schwach monoton fallend ist und dass \lim_{n \to \infty} f_n(x) = 0 gilt.
Dann heißt I ein auf M erklärtes Daniellsches Integral.

[Bearbeiten] Satz 1 (Dini)

Auf der kompakten Menge K \subset \mathbb{R}^n seien die stetigen Funktionen f_1, f_2, \ldots, f \in C^0(K, \mathbb{R}) gegeben. Es gelte f_l \uparrow f, d. h. für alle x \in K ist die Folge \{f_l(x)\} \subset \mathbb{R} schwach monoton steigend und es gilt
\lim_{l \to \infty} f_l(x) = f(x).
Dann konvergiert die Folge \{f_l\}_{l = 1, 2, \ldots} gleichmäßig auf K gegen f.

[Bearbeiten] Beweis

Sei \{g_l\}_{l = 1, 2, \ldots} \subset C^0(K, \mathbb{R}) eine Folge mit g_l \downarrow 0. Zu zeigen ist, dass

\sup_{x \in K} |g_l(x)| \to 0

richtig ist. Wäre diese Aussage falsch, dann gäbe es Indizes {li} mit li < li + 1 und Punkte \xi_i \in K, so dass

g_{l_i}(\xi_i) \ge \varepsilon > 0 für alle i \in \mathbb{N}

mit einem festen \varepsilon > 0 gilt. Nach dem Weierstraßschen Häufungsstellensatz können wir o. B. d. A. annehmen, dass \xi_i \to \xi für i \to \infty mit \xi \in K richtig ist. Zu festem l * wählen wir nun ein i_* = i(l_*) \in \mathbb{N}, so dass l_i \ge l_* für alle i \ge i_* gilt. Die Monotonieeigenschaft der Funktionenfolge {gl} liefert dann

g_{l_*}(\xi_i) \ge g_{l_i}(\xi_i) \ge \varepsilon für alle i \ge i_*.

Da g_{l_*} nach Voraussetzung stetig ist, folgt

g_{l_*}(\xi) = \lim_{i \to \infty} g_{l_*}(\xi_i) \ge \varepsilon für alle l_* \in \mathbb{N}.

Somit ist {gl(ξ)} keine Nullfolge, im Widerspruch zur Voraussetzung.

q.e.d.

Persönliche Werkzeuge