Kurs:Lineare Algebra I/Anwendungen des Gauß'schen Algorithmus (zur Wiederholung)

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Vorbemerkung: Elementare Zeilenoperationen entsprechen einer Multiplikation mit einer regulären Matrix C von links, die sich auch durch die gleichen Zeilenoperatioen bestimmen lässt:

(A | I_m) \Rightarrow ... \Rightarrow (CA | C)

und analog für Spaltenoperationen:

\begin{pmatrix} A \\ I_m \end{pmatrix} \Rightarrow ... \Rightarrow \begin{pmatrix} AC \\ C \end{pmatrix}

Es gelten die folgenden Bezeichnungen: Sei V ein n-dimensionaler K-Vektorraum mit einer Basis B = {b1,...,bn}.

Für eine Menge von Vektoren v_1, ..., v_k \in V gelte vj = a1jb1 + ... + anjbn, d.h. (v_j)_B = \begin{pmatrix} a_{1j} \\ \vdots \\ a_{nj} \end{pmatrix}. Der wichtigste Fall ist V = Kn und B = I die kanonische Basis. A = (a_{ij}) \in Mat(n, k;K) sei die Matrix aus den Koordinaten der gegebenen Vektoren v1,...,vk.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Basisbestimmung

Gegeben: v_1, ..., v_k \in V .
Gesucht: Basis von Lin(v_1, ..., v_k) \subset V .
Verfahren: Bringe At auf Zeilenstufenform Ãt. Die vom Nullvektor verschiedenen Spalten von à bilden die Koordinaten einer Basis.

[Bearbeiten] Basisauswahl

Gegeben: v_1, ..., v_k \in V .
Gesucht: Maximale linear unabhängige Teilmenge.
Verfahren: Bringe A auf Zeilenstufenfom Ã. Diejenigen Vektoren vj , deren Index j einer Stufenspalte in à entspricht, bilden eine gesuchte Teilmenge.

[Bearbeiten] Basisergänzung

Gegeben: {v_1, ..., v_k} \subset V linear unabhängig, sowie eine Basis B von V.
Gesucht: Vektoren vk + 1,...,vn, so dass {v1,...,vn} eine Basis von V.
Verfahren: Bringe (A|B) auf Zeilenstufenfom Ã. Diejenigen bj der Basis B, deren Index j die Eigenschaft hat, dass die (k + j)-te Spalte von à eine Stufenspalte ist, bilden eine Basisergänzung.

[Bearbeiten] Rang und Basis des Bildes einer linearen Abbildung

Gegeben: Sei A = M(f) eine Darstellungsmatrix einer linearen Abbildung f : V \rightarrow W.
Gesucht: rg(f): = dim(Im(f)) und eine Basis vom Im(f) = f(V).
Verfahren: Bringe A in Spaltenstufenform Ã, dann ist rg(f) die Anzahl der vom Nullvektor verschiedenen Zeilen von à und die Spalten von A, deren Index Stufenindex von à ist, bilden eine Basis von Im(f).

[Bearbeiten] Lösungsbasis eines homogenen Systems

Gegeben: Ax = 0
Gesucht: Basis vom Unterraum {x | Ax = 0}.
Verfahren: Überführe At in eine Zeilenstufenform A' .
(A^t | I_n) \Rightarrow ... \Rightarrow (A' | C) = \begin{pmatrix} A'_1 & | & C_1 \\ 0 & | & C_2 \end{pmatrix},
dann sind die Zeilen von C2 eine Lösungsbasis.

[Bearbeiten] Basis des Kerns einer linearen Abbildung

Gegeben: siehe (4.)
Gesucht: Basis von Ker(f) = f − 1(0).
Verfahren: Bestimme eine Lösungsbasis von Ax = 0. Diese sind die Koordinaten einer Basis von Ker(f).

[Bearbeiten] Inverse einer quadratischen Matrix

Gegeben: A \in Mat(n, n;K).
Gesucht: A − 1, falls A invertierbar.
Verfahren: Bringe (A|\mathbb{E}_n) auf reduzierte Zeilenstufenfom. Falls A invertierbar ist, hat die reduzierte Zeilenstufenform die Gestalt (\mathbb{E}_n|A^{-1}).

[Bearbeiten] Gleichungen eines Unterraumes aus den Erzeugenden

Gegeben: U = Lin(v1,...,vk).
Gesucht: Matrix C \in Mat(p, n) mit der Eigenschaft, dass U = \{x | C \cdot (x)_B = 0 \}; hierbei ist p = ndim(U).
Verfahren 1: Bestimme Basislösungen von Atx = 0. Die Basislösungen sind die Zeilen einer gesuchten Matrix C.
Verfahren 2: Bringe (A|\mathbb{E}_n) auf Zeilenstufenform à \in Mat(n, k + n). Sei l, l \le k, die Anzahl der Stufen unter den ersten k Spalten von Ã, dann ist die rechte untere Teilmatrix von à des Formates (nl,n) eine gesuchte Matrix C.

[Bearbeiten] Basis des Durchschnitts zweier Unterräume aus deren Erzeugenden

Gegeben: Erzeugende für zwei Unterräume U1 und U2 von V .
Gesucht: Basis von U_1 \cap U_2.
Verfahren 1: Bestimme Matrizen C_1 \in Mat(p_1, n) und C_2 \in Mat(p_2, n) zu U1 bzw. U2 nach (4.). Dann liefert die Matrix (C^t_1|C^t_2)^t \in Mat(p1 + p2, n) ein Gleichungssystem für U_1 \cap U_2. Dessen Basislösungen sind die Koordinaten von einer gesuchten Basis, d.h. ihre Koeffizienten bzgl. ihrer Darstellung in B.
Verfahren 2: Bilde die Matrizen A_1 \in Mat(n, k_1) bzw. A_2 \in Mat(n, k_2) aus den Erzeugenden von U1 bzw. U2. Bestimme die Matrix C \in Mat(k_1+k_2, r) der Basislösungen von \mathcal{H}(A, 0), A: = (A1 | A2). Sei C_1 \in Mat(k_1, r) die Teilmatrix von C der ersten k1 Zeilen, dann sind die Spalten von A_1C_1 \in Mat(n, r) die Koordinaten einer Basis von U_1 \cap U_2.

[Bearbeiten] Basis der Summe zweier Unterräume

Gegeben: siehe (8.).
Gesucht: Basis von U1 + U2.
Verfahren: Bestimme aus der Vereinigung der Erzeugenden nach (1.) oder (2.) eine Basis.
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