Kurs:Lineare Algebra I/Vorbereitung
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Wir geben eine kurze Zusammenstellung von Notationen aus der naiven Mengenlehre. Zur Vermeidung von Paradoxien werden nur solche Mengen betrachtet, deren Elemente einer Grundgesamtheit, genannt Universum, angehören.
- Eine Menge ist die Zusammenfassung von Objekten unserer Anschauung oder unseres Denkens nach gewissen Eigenschaften. Die Objekte einer Menge heißen Elemente.
Es gilt das Prinzip vom ausgeschlossenen Dritten:
- Für ein Element x des Universums (
) und einer Menge M gilt stets: entweder
oder
.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Die wichtigsten Operationen mit Mengen
- Vereinigung:
; - Durchschnitt:
; - Differenzmenge:
; andere Schreibweise:
; - Komplement:
andere Schreibweise:
; - kartesisches Produkt:
(Menge der geordneten Paare (a, b) von Elementen aus A und B.)
Eine Menge A ist Teilmenge von B (schreib:
), wenn aus
folgt
.
Die Potenzmenge einer Menge A ist die Menge aller Teilmengen von A:
.
[Bearbeiten] Reservierte Bezeichner für Mengen
- leere Menge:

- natürliche Zahlen:
bzw. 
- ganze Zahlen:

- rationale Zahlen:

- reelle Zahlen:

- komplexe Zahlen:

[Bearbeiten] Abbildungsbegriff
- Eine Abbildung
, von einer Menge A in eine Menge B ist eine Vorschrift, die jedem Element
der Menge A ein eindeutig bestimmtes Element
aus der Menge B zuordnet.
Der Graph Γf einer Abbildung
ist eine Teilmenge des kartesischen Produktes:
Wichtige spezielle Eigenschaften von Abbildungen sind:
- injektiv: aus f(a) = f(a') folgt stets a = a', mit anderen Worten jedes
hat höchstens ein Urbild, - surjektiv: jedes
hat mindestens ein Urbild
, - bijektiv: zugleich injektiv und surjektiv, d.h. jedes
hat genau ein Urbild (eineindeutig).
[Bearbeiten] Relation
Der Begriff einer Relation zweier Mengen A und B verallgemeinert den Begriff der Abbildung. Eine Relation R ist eine Teilmenge von
. Beispielsweise ist Γf die durch f induzierte Relation. Sprechweise: Sei
und
, dann steht a in Relation R zu b, gdw.
, schreib a˜Rb.
Neben Abbildungen sind für uns eine andere Sorte von Relationen wichtig, die Äquivalenzrelation, kurz ÄR:
- Eine Äquivalenzrelation auf einer Menge A ist eine Relation
mit drei Zusatzeigenschaften: reflexiv, symmetrisch und transitiv:
(reflexiv),
folgt y˜x (symmetrisch),
und y˜z folgt x˜z (transitiv).
Jede ÄR induziert auf A eine Klasseneinteilung, d.h. eine elementfremde (disjunkte) Zerlegung von A in Teilmengen zueinander äquivalenter Elemente, den Äquivalenzklassen:
. Umgekehrt induziert jede Klasseneinteilung eine ÄR. A˜: = A / ˜R bezeichnet die Menge der Äquivalenzklassen von A.
[Bearbeiten] Zur Einführung der Zahlbereiche
- Die natürlichen Zahlen können als Ordnungszahlen endlicher Mengen oder mittels der Axiome von Peano definiert werden:
- A1:
, - A2: zu
gibt es einen eindeutigen Nachfolger
, - A3:
, - A4: aus n' = m' folgt n = m,
- A5: Prinzip der vollständigen Induktion, siehe unten.
- Die ganzen Zahlen lassen sich als Äquivalenzklassen differenzgleicher Paare natürlicher Zahlen erklären.
- Die rationalen Zahlen sind Klassen quotientengleicher Paare
, ganzer Zahlen.
- Die reellen Zahlen sind die Menge aller (endlichen und unendlichen) Dezimalbrüche.
Auf den Zahlbereichen ist die Addition und Multiplikation erklärt, diese Operationen sind kommutativ, assoziativ und distributiv.
[Bearbeiten] Das Prinzip der vollständigen Induktion
Eine Teilmenge
, die 1 enthält und mit jeder Zahl n auch deren Nachfolger n' = n + 1, ist gleich der Menge aller natürlichen Zahlen:
(
und (
folgt
)) folgt
.
Daraus leitet sich die wichtige Beweismethode der vollständigen Induktion ab.
