Kurs:Numerik I/6 Interpolation
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[Bearbeiten] 6.1 Einleitung
Das Problem der Interpolation besteht allgemein darin, für m gegebene Stützpunkte bzw. Daten
ein Element
eines gegebenen endlich-dimensionalen Funktionenraums
zu bestimmen, so dass
gilt. Dabei können die yi von einer gegebenen, in den xi definierten Funktion f herrühren, d. h. kann
gelten.
Ähnlich wie bei der Ausgleichsrechnung geht es also darum, eine große Zahl von Daten durch eine Funktion zu ersetzen bzw. eine Funktion, die möglicherweise durch eine komplizierte und numerisch aufwendig auszuwertende Vorschrift definiert ist, durch eine Funktion mit einer einfacheren Vorschrift anzunähern, wobei bei der Interpolation im Unterschied zur Ausgleichsrechnung gefordert wird, dass der Graph der gesuchten Funktion genau durch die Punkte (xi,yi) verläuft. Für die Wahl des Ansatzraumes
gibt es nun wie bei der Ausgleichsrechnung oder anderen Arten der Approximation viele Möglichkeiten. Hier wollen wir nur auf die wichtigste Art der Interpolation eingehen, die Polynominterpolation, bei der
der Funktionenraum aller Polynome vom Höchstgrad n, also
mit m: = n + 1 ist.
Wir betrachten also jetzt das folgende Problem (IP) der Interpolation durch ein Polynom:
- (IP) Für gegebene Stützpunkte
- (6.1)

- (6.1)
- mit Stützstellen
- (6.2)

- (6.2)
- bestimme ein Interpolationspolynom
mit
- (6.3)

- (6.3)
Die Bedingung (6.2) könnte man an einigen Stellen in diesem Kapitel fortlassen. Sie ist aber sinnvoll und wird insbesondere zum Beweis der Eindeutigkeit des Interpolationspolynoms im nächsten Satz benötigt.
[Bearbeiten] Satz 6.1
- Das Interpolationsproblem (IP) hat eine eindeutige Lösung
.
[Bearbeiten] Beweis.
Sei
in der Form
gegeben. Dann lauten die Gleichungen (6.3)
-
- (6.4)

- (6.4)
Dies sind n + 1 Gleichungen in den n + 1 Unbekannten ai
. Die zu diesen Gleichungen gehörende Systemmatrix ist die bereits aus Abschnitt 4.2 bekannte Vandermonde-Matrix
Ihre Determinante, die Vandermonde-Determinante, ist durch
gegeben (siehe R. Zurmühl: Matrizen und ihre technischen Anwendungen, Springer, Berlin, 1965). Wegen (6.2) ist
und alles gezeigt.
q.e.d.
Der Beweis des letzten Satzes macht deutlich, dass man das Interpolationspolynom bestimmen kann, indem man das System (6.4) löst. Leider ist die zugehörige Systemmatrix, die Vandermonde-Matrix, sehr schlecht konditioniert, wie wir bereits in Abschnitt 4.2 festgestellt hatten. Daher ist von diesem Weg zur Lösung des Interpolationsproblems abzuraten. Wir geben im Folgenden andere Möglichkeiten der Bestimmung an, die aber alle auch Vor- und Nachteile haben.
[Bearbeiten] 6.2 Die Lagrangesche Darstellung des Interpolationspolynoms
Wir führen zunächst spezielle Polynome ein:
[Bearbeiten] Definition 6.2
- Zu n + 1 Stützstellen xi
mit
für
sind die Langrangeschen Basispolynome
definiert durch
Offenbar hat das Lagrangesche Basispolynom Li die n Nullstellen xk
und genügt es den n + 1 Bedingungen
-
- (6.5)

- (6.5)
Da
ein Polynom vom Höchstgrad n ist und somit, wenn es nicht das Nullpolynom ist, maximal n Nullstellen hat, folgt:
-
- (6.6)

- (6.6)
Das heißt, die Li sind linear unabhängig und es ist somit
Wegen
folgt damit
Die Funktionen
bilden also eine Basis des Polynomraumes Πn, so dass sich jedes Polynom vom Höchstgrad n und damit auch das eindeutig bestimmte Interpolationspolynom als Linearkombination der Li darstellen lässt. Für die nach Satz 6.1 eindeutige Lösung p des Interpolationsproblems (IP) ist diese Darstellung wegen (6.5) besonders einfach. Denn macht man für p den Ansatz
so folgt mit (6.3) und (6.5)
und damit die Lagrangesche Darstellung des Interpolationspolynoms
-
- (6.7)

- (6.7)
Sie hat den Vorteil, dass man an ihr die Stützwerte yi für die Stützpunkte xi und damit die Interpolationsbedingungen (6.3) sofort ablesen kann.
[Bearbeiten] Beispiel 6.3
Zu den Stützpunkten
lauten die Langrangeschen Basispolynome
Das Interpolationspolynom
zu diesen Stützpunkten ist somit gegeben durch
Zum Beispiel für x = 2 berechnet man
Man beachte, dass die Abbildung
die für vorgegebene, paarweise verschiedene xi jeder Menge von n + 1 Stützwerten yi das eindeutige Interpolationspolynom zuordnet, linear ist.
Leider ist aber auch die Lagrangesche Darstellung des Interpolationspolynoms für praktische Rechnungen mit großem n weniger geeignet. Denn die Berechnung von Li(ξ) in einem Punkt ξ für ein i verlangt insgesamt 2(n − 1) Produkte und 1 Division, so dass für die Auswertung des Interpolationspolynoms an einer Stelle ξ insgesamt (2n − 1)(n + 1) + (n + 1), also
wesentliche arithmetische Operationen benötigt werden. Außerdem erfordert die Lagrangesche Darstellung des Interpolationspolynomes im Fall der Hinzunahme eines Stützpunktes oder mehrerer Stützpunkte zu der ursprünglichen Stützpunktmenge die Neuberechnung aller Li und damit des gesamten Interpolationspolynoms.
[Bearbeiten] 6.3 Das Neville-Schema
Die Lösung für das Problem (IP), d. h. das Interpolationspolynom, kann auch schrittweise aus den Interpolationspolynomen für
Stützpunkte berechnet werden. Um dies zu zeigen, benötigen wir:
[Bearbeiten] Definition 6.4
- Zu n + 1 Stützpunkten (xi,yi) wie in (6.1) und (6.2) bezeichne
das (eindeutig bestimmte) Polynom vom Grad
mit
- (6.8)

- (6.8)
- wobei
und
seien.
Damit können wir die Lösung
des Problems (IP) auch in der Form
schreiben. Weiter können wir in diesem Zusammenhang beweisen:
[Bearbeiten] Satz 6.5
- Für
gilt die Rekursionsformel
- (6.9)

- (6.10)
, falls
.
- (6.9)
[Bearbeiten] Beweis.
Die Identität (6.9) ist wegen
und Pi(xi) = yi richtig. Nun bezeichne Q(x) die rechte Seite von (6.10), so dass
zu zeigen ist.
Es gilt
und
und demnach
. Weiter gilt
und für
hat man
Wegen der Eindeutigkeit des Interpolationspolynoms (vgl. Satz 6.1) folgt
.
q.e.d.
Die Formel (6.10) ist eine Rekursionsformel, die es ermöglicht, das Polynom
vom Grad
aus den beiden Polynomen
und
vom Grad m − 1 zu bestimmen. Sie führt auf das Neville-Schema, bei dem sich die Einträge spaltenweise berechnen lassen:
Mit diesem Schema lässt sich das Interpolationspolynom
an einzelnen Stellen x auswerten. Dazu werden jeweils
Multiplikationen und Divisionen benötigt.
[Bearbeiten] Beispiel 6.6
Wir betrachten wieder die Stützpunkte aus Beispiel 6.3:
Für x = 2 berechnet man
Demnach sieht das Neville-Schema hier wie folgt aus:
Bei Aufnahme eines neuen Stützpunktes oder mehrerer neuer Stützpunkte und Auswertung des Interpolationspolynoms an derselben Stelle wie zuvor, muss das Neville-Schema, anders als es eine Auswertung über die Lagrangesche Darstellung erfordern würde, nicht vollständig neu aufgestellt werden, sondern müssen nur entsprechende Zeilen am Ende des Schemas hinzugefügt werden. Falls ein Interpolationspolynom jedoch an mehreren Stellen zu bestimmen ist, sind trotzdem andere Methoden vorzuziehen. Eine davon wird im folgenden Abschnitt vorgestellt.
[Bearbeiten] 6.4 Die Newtonsche Darstellung des Interpolationspolynoms
Wir definieren zunächst:
[Bearbeiten] Definition 6.7
- Zu gegebenen n + 1 Stützstellen xi
sind die Newtonschen Basispolynome
definiert durch
Man beachte dabei, dass das leere Produkt als 1 definiert, also
ist. Ähnlich wie für die Lagrangeschen Basispolynome in (6.6) schließt man, dass die Newtonschen Basispolynome linear unabhängig sind und
ist. Jedes Polynom vom Höchstgrad n lässt sich also auch nach Newtonschen Basispolynomen entwickeln. Insbesondere soll nun eine solche Entwicklung
-
- (6.11)

- (6.11)
d. h., sollen nun zugehörige Koeffizienten ai für das Interpolationspolynom
bestimmt werden.
Die Koeffizienten ai in (6.11) lassen sich nacheinander aus den Gleichungen
-
- y0 = p(x0) = a0,

gewinnen. Zur Berechnung der Koeffizienten des Interpolationspolynoms wären bei dieser Vorgehensweise
Multiplikationen und Divisionen und insgesamt
arithmetische Operationen erforderlich. Eine Vorgehensweise, die dafür nur n2 / 2 + n / 2 Divisionen und nur insgesamt
arithmetische Operationen verlangt, soll im Folgenden vorgestellt werden.
[Bearbeiten] Definition 6.8
- Für n + 1 Stützpunkte (xi,yi) wie in (6.1) und (6.2) heißen die Zahlen
- y[xi]: = yi,
- (6.12)
![y[x_i, \ldots, x_{i+k}] := \frac{y[x_{i+1}, \ldots, x_{i+k}] - y[x_i, \ldots, x_{i+k-1}]}{x_{i+k} - x_i}](http://upload.wikimedia.org/math/6/6/2/66271bff951afbbf0be79387a1de1799.png)
- dividierte Differenzen, wobei
und
seien.
Man beachte, dass die dividierte Differenz
von den Stützstellen
und den Stützwerten
abhängt. Die genauen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen dividierten Differenzen können dem folgenden Tableau entnommen werden.
Zum Beispiel gilt
Zur Berechnung aller dividierten Differenzen für n + 1 Stützpunkte werden insgesamt nur
Divisionen benötigt. Ferner gilt folgender Satz:
[Bearbeiten] Satz 6.9
- Für die Lösung
des Interpolationsproblems (IP) hat man die Darstellung (6.11) mit
- (6.13)
![a_i := y[x_0, \ldots, x_i], \quad i = 0, 1, \ldots, n.](http://upload.wikimedia.org/math/2/3/4/234125485b403b5f813b4b26b631f71b.png)
- (6.13)
[Bearbeiten] Beweis.
Der Beweis wird per vollständiger Induktion über n geführt. Die Behauptung ist sicher für n = 0 richtig. Es sei nun angenommen, dass sie für beliebiges
und beliebige Stützpunkte
mit
für
richtig sei.
Seien nun n + 2 Stützpunkte
mit
für
gegeben und
das zugehörige Interpolationspolynom. Mit den in Definition 6.4 definierten Polynomen gilt dann
und daher mit einer Konstanten
(a = 0 ist möglich)
bzw.
-
- (6.14)

- (6.14)
Nach Induktionsvoraussetzung gilt nun
so dass noch
zu zeigen bleibt.
Nach Satz 6.5 gilt
-
- (6.15)

- (6.15)
so dass die Behauptung per Koeffizientenvergleich folgt: wegen (6.14) muss a der Hauptkoeffizient von p, d. h. muss
-
- p = Q + axn + 1
für ein gewisses Polynom
sein. Weiter ist nach Induktionsvoraussetzung bekannt, dass
und
die Hauptkoeffizienten
und
haben und damit p den folgenden Hauptkoeffizienten hat:
Somit ist alles gezeigt.
q.e.d.
Die Darstellung (6.13) nennt man die Newtonsche Darstellung des Interpolationspolynoms. Nimmt man einen weiteren Stützpunkt zu den ursprünglich n Stützpunkten zusätzlich mit auf, so ändern sich offenbar die ersten n Koeffizienten des Interpolationspolynoms in dieser Darstellung nicht und kann man den Koeffizienten an + 1 berechnen, indem man im Schema der dividierten Differenzen unten eine zusätzliche Zeile für diesen Punkt berechnet.
Sind schließlich die Koeffizienten ai der Newtonschen Darstellung (6.11) des Interpolationspolynoms p bekannt, so kann dieses für jedes x: = ξ effizient mit dem Horner-Schema
ausgewertet werden, wobei die Operationen von links nach rechts auszuführen sind.
Zum Abschluss zeigen wir die Vorgehensweise wieder an unserem Standardbeispiel.
[Bearbeiten] Beispiel 6.10
Gegeben seien die Stützpunkte
Dazu stellen wir das Schema der dividierten Differenzen auf:
Das Interpolationspolynom
zu diesen Stützpunkten lautet somit in der Newtonschen Darstellung:
-
- (6.16)

- (6.16)
Nimmt man beispielsweise den Punkt
mit hinzu, so muss man nur das obige Schema um eine Zeile erweitern:
Das Interpolationspolynom
zu diesen Stützpunkten ist dann in Bezug auf (6.16) nur um einen Term zu erweitern:
Das Horner-Schema zur Berechnung von letzterem Polynom an der Stelle ξ: = 4 lässt sich mit
wie folgt darstellen, wobei hier n: = 3 ist:
Offenbar ist p(2) = b0 = 4.
[Bearbeiten] 6.5 Der Fehler bei der Polynominterpolation
Der folgende Satz gibt für hinreichend oft differenzierbare Funktionen eine Darstellung des bei der Polynominterpolation auftretenden Fehlers an.
[Bearbeiten] Satz 6.11
- Es seien
und
. Für jedes
genügt dann die Lösung
des Interpolationsproblems (IP) der Gleichung
- (6.17)

- (6.17)
- mit
- (6.18)

- (6.18)
- und einem
.
[Bearbeiten] Beweis.
Da für x: = xi für
nichts zu zeigen ist, nehmen wir
für
an. Sei nun
-
- ψ(t): = f(t) − p(t) − Kω(t)
mit
so dass ψ(x) = 0 folgt. Also besitzt ψ in dem Intervall [a,b] mindestens n + 2 paarweise verschiedene Nullstellen
Wiederholte Anwendung des Satzes von Rolle zeigt, dass ψ' in dem Intervall [a,b] mindestens n + 1 Nullstellen besitzt, ψ'' mindestens n usw. und somit ψ(n + 1) mindestens noch eine Nullstelle ξx. Nun gilt aber
wobei die zweite Identität aus der Tatsache folgt, dass
den Hauptkoeffizienten 1 hat. Insgesamt erhält man damit
was den Beweis vervollständigt.
q.e.d.
Eine weitere Darstellung für den bei der Polynominterpolation entstehenden Fehler erhält man mittels dividierter Differenzen.
[Bearbeiten] Satz 6.12
- Es seien
und
. Für jedes
genügt dann die Lösung
des Interpolationsproblems (IP) der Gleichung
[Bearbeiten] Beweis.
Mit xn + 1: = x für
hat man nach Satz 6.9
für alle
, so dass mit der Identität
die Behauptung folgt.
q.e.d.
Als Konsequenz aus den Sätzen 6.11 und 6.12 ergibt sich für die dividierten Differenzen:
[Bearbeiten] Korollar 6.13
Es seien
und
Stützwerte zu Stützstellen
mit
für
. Dann existiert ein
mit
[Bearbeiten] Beweis.
Für n = 0 ist die Behauptung trivial und für
folgt sie unmittelbar aus einem Vergleich der rechten Seiten in den Sätzen 6.11 und 6.12, wenn diese auf
und x: = xn angewandt werden.
q.e.d.
Wir wollen nun der Frage nachgehen, ob die Wahl von mehr Stützstellen automatisch auch zu einer Verringerung des bezüglich [a,b] maximalen Interpolationsfehlers führt oder, anders ausgedrückt, ob der maximale Interpolationsfehler für eine Folge von Interpolationspolynomen zu zunehmend wachsender Zahl von Stützstellen gegen Null strebt. Dazu sei für jedes
für den Rest des Unterabschnitts
-
- (6.19)

- (6.19)
mit einem
eine Partition von [a,b] und
ein Maß für die Feinheit der Unterteilung. Weiter sei
das Interpolationspolynom zu f mit den Stützstellen
. Aus Satz 6.11 können wir dann zunächst das folgende Konvergenzergebnis schließen. Man beachte, dass dafür nicht
gefordert ist.
[Bearbeiten] Satz 6.14
- Es sei
und es gelte mit einem
- Weiter sei
eine Folge von Partitionen von [a,b] der Form (6.19) mit
. Dann konvergiert die Folge der zugehörigen Interpolationspolynome auf [a,b] gleichmäßig gegen f, d. h., es gilt
[Bearbeiten] Beweis.
Aus Satz 6.11 schließt man
Für
konvergiert der letzte Term für
gegen Null, so dass alles gezeigt ist.
q.e.d.
[Bearbeiten] Beispiel 6.15
Für f(x): = e − 0.5x hat man
und somit z. B. für [a,b]: = [0,2]
Allgemein kann man jedoch nicht erwarten, dass eine gegebene Funktion auf einem kompakten Intervall umso besser durch ein Interpolationspolynom approximiert wird, je feiner die Unterteilung der Stützstellen gewählt wird. Wie man zeigen kann, ist dafür die Funktion
ein Beispiel. Für deren Ableitungen in x man
zeigen kann, so dass z. B. für x = 4 mit einer Konstanten C > 0 folgt:
In diesem Fall ist also auch die Voraussetzung von Satz 6.14 nicht erfüllt. Allgemein hat man in diesem Zusammenhang das folgende „Negativergebnis“, den Satz von Faber, welcher insbesondere für Folgen von Partitionen Δj mit
von Interesse ist. (Einen Beweis, der allerdings einiges voraussetzt, findet man bei E. W. Cheney: Introduction to Approximation Theory, 2nd edition, Chelsea, New York, 1982.)
[Bearbeiten] Satz 6.16 (Faber)
- Zu jeder Folge von Partitionen
von [a,b] der Form (6.19) existiert eine Funktion
, so dass für die Folge der zugehörigen Interpolationspolynome auf [a,b] gilt:
[Bearbeiten] 6.6 Tschebyscheff-Polynome
Der Fehler des Interpolationspolynoms zu n + 1 vorgegebenen Stützstellen wird durch (6.17) beschrieben. Da der Punkt ξx in (6.17) i. a. unbekannt ist, macht es Sinn, statt der Darstellung (6.17) des Interpolationsfehlers die Abschätzung
-
- (6.20)
![\max_{x \in [a, b]} |f(x) - p(x)| \le \frac 1{(n + 1)!} \max_{x \in [a, b]} \left| f^{(n+1)}(x) \right| \max_{x \in [a, b]} |\omega(x)|](http://upload.wikimedia.org/math/d/4/9/d49b6ca8658052fcd0f077199d7ea77f.png)
- (6.20)
zu betrachten. In diesem Abschnitt wird der Frage nachgegangen, für welche Stützstellen xi der darin stehende Ausdruck
am kleinsten wird, d. h. es soll das Minimax-Problem
gelöst werden. Da jedes Polynom vom Grad n + 1 mit Hauptkoeffizientem 1 mit Hilfe seiner Nullstellen xi als Produkt
geschrieben werden kann, ist also ein Polynom gesucht, welches unter allen Polynomen vom Grad n + 1 mit Hauptkoeffizienten 1 die Maximumnorm bezüglich [a,b] minimal macht. Wählt man die n + 1 Nullstellen eines solchen Polynoms als Stützstellen, so erzeugt also das zugehörige Interpolationspolynom p unter allen Interpolationspolynomen zu n + 1 Stützpunkten (xi,f(xi)) die kleinste obere Fehlerschranke in (6.20).
Wir betrachten zunächst nur das Intervall [a,b]: = [ − 1,1]. Es wird sich im Folgenden herausstellen, dass die gesuchten „optimalen“ Stützstellen
gerade die Nullstellen des (n + 1)-ten Tschebyscheff-Polynoms erster Art sind.
[Bearbeiten] Definition 6.17
- Die Funktionen
- (6.21)
![T_n(x) := \cos(n \arccos(x)), \quad x \in [-1, 1], \quad n = 0, 1, \ldots](http://upload.wikimedia.org/math/e/6/b/e6be244de234c05a954bf09578a8bf60.png)
- (6.21)
- heißen Tschebyscheff-Polynome erster Art.
Im folgenden Satz sind einige Eigenschaften dieser Funktionen aufgeführt.
[Bearbeiten] Satz 6.18
- Für Tn wie in (6.21) gelten die folgenden Aussagen:
- (i)
![T_n(\cos(\theta)) = \cos(n\theta), \quad \theta \in [0, \pi], \quad n = 0, 1, \ldots](http://upload.wikimedia.org/math/1/1/f/11faf87ac8baf32524d13bc5c7ebf920.png)
- (ii) Für
gilt T0(x) = 1,T1(x) = x und
- (6.22)

- (6.22)
- und Fortsetzung des Definitionsbereichs der so definierten Tn auf ganz
liefert
- (6.23)

- (6.23)
- (iii) Tn hat für
den Hauptkoeffizienten 2n − 1. - (iv) Es gilt
- (v) Tn besitzt die n einfachen Nullstellen
- (6.24)

- (6.24)
- welche alle in dem Intervall [ − 1,1] liegen.
- (vi) Tn besitzt in dem Intervall [ − 1,1] insgesamt n + 1 Extremwerte
- für
- (6.25)

- (6.25)
[Bearbeiten] Beweis.
(i) gilt offensichtlich und die Darstellungen für T0 und T1 in (ii) ergeben sich sofort aus der Definition (6.21). Für die Herleitung der Rekursionsformel (6.22) benötigen wir die Formel
Mit (i) liefert diese für x = cos(θ),α: = (n + 1)θ und β: = (n − 1)θ
-
- Tn + 1(x) = cos[(n + 1)θ] = 2cos(θ)cos(nθ) − cos[(n − 1)θ] = 2xTn(x) − Tn − 1(x).
Weiter folgt (iii) aus der Rekursionsformel (ii) und folgt (iv) mit (i) wegen
Schließlich sind die Aussagen (v) und (vi) offensichtlich richtig.
q.e.d.
Nach Satz 6.18 (iii) und (v) gilt mit den Nullstellen
von Tn + 1 wie in (6.24) die Darstellung
-
- (6.26)
![\left[ \frac 1{2^n} T_{n+1} \right] (x) = (x - x^{(n+1)}_0) \cdots (x - x^{(n+1)}_n).](http://upload.wikimedia.org/math/f/b/7/fb791c342709b2eeaae27509d849fdf4.png)
- (6.26)
Der folgende Satz besagt nun, dass dieses Polynom unter allen Polynomen vom Grad n + 1 mit Hauptkoeffizienten 1 die Maximumnorm auf [ − 1,1] minimal macht und dass man überdies den zugehörigen Wert dieser Norm auch angeben kann.
[Bearbeiten] Satz 6.19
Für
und die
wie in (6.24) gilt die folgende Optimalitätseigenschaft:
-
- (6.27)
![\min_{x_0, \ldots, x_n \in [-1, 1]} \max_{x \in [-1, 1]} |(x - x_0) \cdots (x - x_n)| = \max_{x \in [-1, 1]} \left|(x - x_0^{(n + 1)}) \cdots (x - x_n^{(n + 1)})\right| = \frac 1{2^n}.](http://upload.wikimedia.org/math/1/1/5/11546d3a02ebd6341fa652fb843bfc69.png)
- (6.27)
[Bearbeiten] Beweis.
Die zweite Identität folgt aus (6.26) mit Satz 6.18 (iv). Weiter ist bei der ersten Identität in (6.27) die Abschätzung „
“ offensichtlich. Die Abschätzung „
“ soll nun durch eine Widerspruchsannahme nachgewiesen werden.
Angenommen, es gibt Zahlen
mit
-
- (6.28)
![\frac 1{2^n} > \max_{x \in [-1, 1]} |\omega(x)|](http://upload.wikimedia.org/math/3/e/c/3ec2adcd63fe300deb97bdb7188062d1.png)
- (6.28)
für
. Also ist insbesondere
-
- (6.29)
![- \frac 1{2^n} < \omega(x) < \frac 1{2n}, \quad x \in [-1, 1].](http://upload.wikimedia.org/math/f/a/9/fa9c926ff6fe8d7d366694283170ca59.png)
- (6.29)
Für das Polynom
schließt man mit (6.25) und (6.29)
Also hat q mindestens n + 1 Vorzeichenwechsel in [ − 1,1] und gilt allgemein
Das Polynom q besitzt demnach n + 1 einfache paarweise verschiedene Nullstellen in [ − 1,1]. Nun ist sowohl Tn + 1 / 2n als auch ω ein Polynom vom Grad n + 1 und besitzen beide Funktionen den führenden Koeffizienten 1, so dass notwendigerweise
gilt. Da q im Fall
nur höchstens n paarweise verschiedene Nullstellen haben kann, folgt
bzw.
was aber wegen Satz 6.18 (iv) und (6.29) der Annahme (6.28) widerspricht.
q.e.d.
Damit haben wir den Fall [a,b]: = [ − 1,1] behandelt. Abschließend werden wir nun noch allgemeine Intervalle [a,b] betrachten. Dazu verwenden wir die affin-lineare Transformation
-
- (6.30)
![\psi: [-1, 1] \to [a, b], \quad \psi(t) := \frac 12 [a + b + (b - a)t],](http://upload.wikimedia.org/math/7/9/7/797c98d89d6629597e20d317ef9e662b.png)
- (6.30)
mit welcher der nachfolgende Satz leicht aus Satz 6.19 zu schließen ist.
[Bearbeiten] Satz 6.20
- Mit der Funktion ψ aus (6.30) und den
wie in (6.24) gilt die Optimalitätseigenschaft
![\min_{x_0, \ldots, x_n \in [a, b]} \max_{x \in [a, b]} |(x - x_0) \cdots (x - x_n)|](http://upload.wikimedia.org/math/5/4/7/54716cb31648ec0b5f57adcd362b944b.png)
- (6.31)
![= \max_{x \in [a, b]} \Bigl| \Bigl( x - \psi(x^{(n+1)}_0) \Bigr) \cdots \Bigl( x - \psi(x^{(n+1)}_n) \Bigr) \Bigr|](http://upload.wikimedia.org/math/9/2/d/92d743458b95c750bcfb9c3dbc340f11.png)
- (6.32)

[Bearbeiten] Beweis.
Die Identität (6.32) ergibt sich mit Satz 6.19 unter Verwendung von (6.30) aus
Weiter ist in (6.31) sicher die Ungleichung „
“ richtig. Zum Beweis der Ungleichung „
“ seien nun
mit ψ(yk) = xk für
und mit diesen erhält man ähnlich wie im ersten Teil des Beweises
q.e.d.
[Bearbeiten] Korollar 6.21
- Sei
und
das Interpolationspolynom zu den Stützpunkten
mit
für ψ aus (6.30) und
wie in (6.24). Dann gilt für den Interpolationsfehler
- (6.33)
![\max_{x \in [a, b]} |f(x) - p(x)| \le \frac{(b - a)^{n+1}}{2^{2n+1} \cdot (n + 1)!} \max_{x \in [a, b]} \left| f^{(n+1)}(x) \right|.](http://upload.wikimedia.org/math/8/c/e/8cec2e52f1176496edcc0f955faf03b1.png)
- (6.33)
Man beachte aber, dass nach dem Satz von Faber 6.16 auch bei Wahl der Tschebyscheff-Knoten die Interpolationspolynome mit wachsendem n nicht gleichmäßig auf [a,b] gegen f konvergieren müssen.
[Bearbeiten] Beispiel 6.22
Gegeben sei die Funktion f(x): = 2e0.75x, welche im Intervall [a,b]: = [ − 2,0] in 5 Punkten durch ein Interpolationspolynom möglichst kleinen Grades so interpoliert werden soll, dass die maximale Schranke für den Approximationsfehler möglichst klein ausfällt. Die Stützstellen sind dann gemäß Korollar 6.21 zu wählen. Da der erste Punkt den Index 0 hat, ist hier n = 4. Mit
und (6.24) lauten die gesuchten Stützstellen
-
- Parser-Fehler (Syntaxfehler): \xi_j := \psi(x^{(5)}_j) := \psi \left( \cos \left( \frac{(2j + 1)\pi}{2(4 + 1)} \right) = \cos \left( \frac{(2j + 1)\pi}{10} \right) - 1, \quad j = 0, \ldots, 4.
Demnach errechnet man mit 
Man hat weiter für f(x): = 2e0.75x
und damit
Für das Interpolationspolynom p4(x) zu den berechneten Stützpunkten kann man also gemäß (6.33) die folgende maximale Abweichung von f(x) auf [ − 2,0] vorhersagen:
Abschließend sei noch gesagt, dass ein Nachteil der in diesem gesamten Kapitel dargestellten Form der Interpolation ihrer großen Fehlerempfindlichkeit ist. Fehlerhafte Daten yi + δyi wirken sich nicht nur lokal bei der Stützstelle xi aus, sondern verändern den Verlauf über das ganze Intervall hinweg relativ stark. Dies wird an dem folgenden einfachen Beispiel deutlich.
[Bearbeiten] Beispiel 6.23
Seien
Dann hat man xm = 0 und somit
Darstellung des Interpolationspolynoms p(x) und damit des auf f(x): = 0 bezogenen Interpolationsfehlers für z. B. m = 5 zeigt, dass p(x) durch „Messfehler“
und
an der Stelle xm = 0 sehr unterschiedlich verändert wird und zwar keineswegs nur an der Stelle xm.































![\begin{matrix} y_0 = y[x_0] & & & & & & & & \\ & \searrow & & & & & & & \\ y_1 = y[x_1] & \rightarrow & y[x_0, x_1] & & & & & & \\ & \searrow & & \searrow & & & & & \\ y_2 = y[x_2] & \rightarrow & y[x_1, x_2] & \rightarrow & y[x_0, x_1, x_2] & & & & \\ \vdots & & \vdots & & \vdots & \ddots & & & \\ y_{n-1} = y[x_{n-1}] & \rightarrow & y[x_{n-2}, x_{n-1}] & \rightarrow & \ldots & \ldots & y[x_0, x_{n-1}] & & \\ & \searrow & & \searrow & & & & \searrow & \\ y_n = y[x_n] & \rightarrow & y[x_{n-1}, x_n] & \rightarrow & \ldots & \ldots & y[x_1, \ldots, x_n] & \rightarrow & {y[x_0, \ldots, x_n]} \end{matrix}](http://upload.wikimedia.org/math/a/1/3/a13571ca788b7bfa1bebe7b4196dea0b.png)
![y[x_0, x_1] = \frac{y[x_1] - y[x_0]}{x_1 - x_0}, \quad y[x_1, x_2] = \frac{y[x_2] - y[x_1]}{x_2 - x_1}, \quad y[x_0, x_1, x_2] = \frac{y[x_1, x_2] - y[x_0, x_1]}{x_2 - x_0}](http://upload.wikimedia.org/math/d/0/5/d05fee948585c21b90b5474521ede21b.png)



![a = y[x_0, \ldots, x_{n+1}]](http://upload.wikimedia.org/math/b/c/1/bc19559cae97bfb68fe36237f38f8206.png)
![a = \frac{y[x_1, \ldots, x_{n+1}] - y[x_0, \ldots, x_n]}{x_{n+1} - x_0} = y[x_0, \ldots, x_{n+1}].](http://upload.wikimedia.org/math/6/8/8/688d30513282fd96a72b857cd9fe38fa.png)
![p(\xi) = [\ldots [a_n(\xi - x_{n-1}) + a_{n-1}] (\xi - x_{n-2}) + \ldots + a_1] (\xi - x_0) + a_0](http://upload.wikimedia.org/math/2/b/a/2bafc48cfa74ffda156ce3ffb832d869.png)
![\begin{matrix} y[x_0]=1 & & & & \\ & \searrow & & & \\ y[x_1]=3 & \rightarrow & y[x_0,x_1]=\frac{y[x_1]-y[x_0]}{x_1-x_0}=2 & & \\ & \searrow & & \searrow & \\ y[x_2]=2 & \rightarrow & y[x_1,x_2]=\frac{y[x_2]-y[x_1]}{x_2-x_1}=-\frac 12& \rightarrow & y[x_0,x_1,x_2]=\frac{y[x_1,x_2]-y[x_0,x_1]}{x_2-x_0}=-\frac 56 \end{matrix}](http://upload.wikimedia.org/math/6/b/e/6be772232dc8748bbd41a79613c1f03a.png)








![f(x) - p(x) = y[x_0, \ldots, x_n, x] \omega(x).](http://upload.wikimedia.org/math/d/c/e/dce21d745b20318fdf073165650dc9c0.png)
![P_{0, \ldots, n+1}(t) = P_{0, \ldots, n}(t) + y[x_0, \ldots, x_n, x] \omega(t)](http://upload.wikimedia.org/math/8/7/9/8791f3ab6f966a8ed8f1159e73a7469e.png)
![y[x_0, \ldots, x_n] = \frac{f^{(n)}(\xi)}{n!}.](http://upload.wikimedia.org/math/3/0/6/306e2d06780d7a86200647ee353a6c7f.png)

![\max_{x \in [a, b]} \left| f^{(k)}(x) \right| \le M, \quad k \in \N.](http://upload.wikimedia.org/math/c/5/e/c5ed84a4f4b6269ebdbb79aa208b89de.png)
![\lim_{j\to\infty} \max_{x \in [a, b]} |f(x) - p_j(x)| = 0.](http://upload.wikimedia.org/math/4/b/8/4b8738a672aaf5fceae6804b5cddcb48.png)
![\max_{x \in [a, b]} |f(x) - p_j(x)| \le \frac M{(n_j + 1)!} \max_{x \in [a, b]} \left|(x - x_0) \cdots (x - x_{n_j})\right| \le \frac{M(b - a)^{n_j+1}}{(n_j + 1)!}.](http://upload.wikimedia.org/math/b/6/e/b6ea8aeab6d6fd6f3d68602d0aaacaa6.png)

![\max_{x \in [0, 2]} \left| f^{(k)}(x) \right| \le \frac 1{2^k} e^0 \le \frac 12, \quad k \in \N.](http://upload.wikimedia.org/math/d/f/5/df5a8e87a99fdc647dd333a2ccf571f6.png)
![f(x) := \frac 1{1 + x^2}, \quad x \in [-5, 5]](http://upload.wikimedia.org/math/2/4/0/240333e6ddd627c180b3ef420f1be481.png)


![\lim_{j \to \infty} \max_{x \in [a, b]} |f(x) - p_j(x)| = \infty.](http://upload.wikimedia.org/math/2/b/4/2b4eaed9447d7aaa4a84b5824ddcec3c.png)
![\max_{x \in [a, b]} |\omega(x)| = \max_{x \in [a, b]} |(x - x_0) \cdots (x - x_n)|](http://upload.wikimedia.org/math/7/0/4/7049ade1f83ca7e9b6b86cd85bcdde1b.png)
![\max_{x \in [-1, 1]} |T_n(x)| = 1.](http://upload.wikimedia.org/math/9/d/5/9d5fc073f723e5dae6d2c47644251c63.png)


![\max_{x \in [-1, 1]} |T_n(x)| = \max_{\theta \in [0, \pi]} |T_n(\cos(\theta))| = \max_{\theta \in [0, \pi]} |\cos(n\theta)| = 1.](http://upload.wikimedia.org/math/b/3/8/b38e12a85a23a0617d26bb73c23681d0.png)

![\begin{array}{c c c c} \left[ \frac 1{2^n}T_{n+1}\right] (y_0^{(n+1)})=\frac 1{2^n}, & \omega(y_0^{(n+1)})<\frac 1{2^n} & \Rightarrow & q(y_0^{(n+1)})>0, \\ \left[ \frac 1{2^n}T_{n+1}\right] (y_1^{(n+1)})=-\frac 1{2^n}, & \omega(y_1^{(n+1)})>-\frac 1{2^n} & \Rightarrow & q(y_1^{(n+1)})<0, \\ \left[ \frac 1{2^n}T_{n+1}\right] (y_2^{(n+1)})=\frac 1{2^n}, & \omega(y_2^{(n+1)})<\frac 1{2^n} & \Rightarrow & q(y_2^{(n+1)})>0. \\ \vdots & \vdots & \vdots & \vdots \end{array}](http://upload.wikimedia.org/math/a/a/a/aaa171998b87e3891ff9ee4dd7f8868c.png)


![\max_{x \in [a, b]} \Bigl| \Bigl( x - \psi(x^{(n+1)}_0) \Bigr) \cdots \Bigl( x - \psi(x^{(n+1)}_n) \Bigr) \Bigr|](http://upload.wikimedia.org/math/1/9/0/190e154a5477405223ba5cad24625b57.png)
![= max_{t \in [-1, 1]} \Bigl| \Bigl( \psi(t) - \psi(x^{(n+1)}_0) \Bigr) \cdots \Bigl( \psi(t) - \psi(x^{(n+1)}_n) \Bigr) \Bigr|](http://upload.wikimedia.org/math/0/8/2/08294182872122fe1bef35f78d2dd59d.png)
![= \left( \frac{b - a}2 \right)^{n+1} \max_{t \in [-1, 1]} \left| (t - x^{(n+1)}_0) \cdots (t - x^{(n+1)}_n) \right|](http://upload.wikimedia.org/math/0/0/3/0037100c6ace1e53fdf668c1b5403ab9.png)

![max_{x \in [a, b]} |(x - x_0) \cdots (x - x_n)| = \max_{t \in [-1, 1]} |(\psi(t) - \psi(y_0)) \cdots (\psi(t) - \psi(y_n))|](http://upload.wikimedia.org/math/8/e/d/8ed41cf1c55df44d356c53a5b76a2b8a.png)
![= \left( \frac{b - a}2 \right)^{n+1} \max_{t \in [-1, 1]} |(t - y_0) \cdots (t - y_n)| \ge \frac{(b - a)^{n+1}}{2^{2n+1}}.](http://upload.wikimedia.org/math/9/c/c/9ccdbb28a47a37162634b55c1b198615.png)
![\psi(t) := \frac 12 [a + b + (b - a)t] = \frac 12 [-2 + 2t] = t - 1](http://upload.wikimedia.org/math/2/5/8/2587b066183066e825f07007898547b8.png)


![\max_{x \in [-2, 0]} \left| f^{(5)}(x) \right| = \frac{243}{512} e^{\frac 34 \cdot 0} = \frac{243}{512} \approx 0.474\, 609 \le 0.48.](http://upload.wikimedia.org/math/7/6/4/7649845d4377a85e57611b181bd55eaf.png)
![\max_{x \in [-2, 0]} |f(x) - p_4(x)| \le \frac{2^5}{2^9 \cdot 5!} \max_{x \in [-2, 0]} \left| f^{(5)}(x) \right| \le \frac 1{16 \cdot 120} 0.48 = 0.000\, 25.](http://upload.wikimedia.org/math/f/7/4/f74d37e4a07179c4e55ec55e145bbeb3.png)


