Kurs:Numerik I/7 Splines
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[Bearbeiten] 7.1 Einleitung
Bei der Polynominterpolation stellt sich mit wachsender Stützstellenzahl häufig ein oszillierendes Verhalten der Polynome ein und kann nach dem Satz von Faber im Fall, dass die Stützwerte von einer gegebenen Funktion herrühren, nicht notwendig mit gleichmäßiger Konvergenz der Interpolationspolynome bei feiner werdenden Gittern gerechnet werden. Diese Tatsachen motivieren die Einführung der in diesem Abschnitt betrachteten Splinefunktionen zur Interpolation, welche in vielen mathematischen Bereichen Anwendung finden. Für deren Definition sei
-
- (7.1)

- (7.1)
eine fest gewählte Zerlegung des Intervalls [a,b]. Ihre Elemente xk bezeichnet man im Zusammenhang mit Splines (aus historischen Gründen) meist als Knoten.
[Bearbeiten] Definition 7.1
- Eine Spline-Funktion oder kurz ein Spline der Ordnung
zur Zerlegung Δ von [a,b] mit Knoten xk ist eine Funktion
, die auf jedem Intervall [xk,xk + 1] der Zerlegung mit einem Polynom
-ten Grades übereinstimmt. Den Raum solcher Splines bezeichnet man mit
- Man spricht von einem interpolierenden Spline s \in S_{\Delta, \ell} mit (gegebenen) Stützwerten yk
, wenn gilt:
- (7.2)

- (7.2)
Ein Spline
ist also durch m Polynome
gegeben, wobei pk nur auf dem Teilintervall [xk,xk + 1] der Zerlegung Δ betrachtet wird. In den inneren Knoten xk + 1
von Δ gelten wegen
die Glattheitsbedingungen
-
- (7.3)

- (7.3)
Dies sind insgesamt
Bedingungen. Für einen interpolierenden Spline
mit Stützwerten yk
kommen gemäß (7.2) dazu noch die m + 1 Interpolationsbedingungen
-
- (7.4) pk(xk) = yk

- (7.4) pk(xk) = yk
Für die Konstruktion eines interpolierenden Splines sind also insgesamt
-
- (7.5)

- (7.5)
Glattheits- und Interpolationsbedingungen zu erfüllen.
Offenbar ist
mit den üblichen Verknüpfungen ein linearer Vektorraum. Dieser enthält alle Polynome vom Grad
sowie die abgebrochenen Potenzen vom Grad 
für
. Denn wegen
-
- (7.6)

- (7.6)
sind letztere Funktionen insbesondere
-mal stetig auf [a,b] differenzierbar. Der folgende Satz besagt, dass die abgebrochenen Potenzen vom Grad
zusammen mit den Monomen
eine Basis des Spline-Raumes
bilden.
[Bearbeiten] Satz 7.2
- Es gilt
- (7.7)

- (7.7)
- sowie
[Bearbeiten] Beweis.
Zur Konstruktion eines Splines
hat man höchstens
Freiheitsgrade. Denn auf dem Intervall [x0,x1] kann man jedes Polynom vom Grad
, also
Koeffizienten bzw. Parameter frei wählen. Die zu den folgenden m − 1 Intervallen
gehörenden Polynome pk haben insgesamt
Koeffizienten, von denen aber
durch die Glattheitsforderungen (7.3) festgelegt sind, so dass man höchstens
weitere Freiheitsgrade hat. Daher ist
und es bleibt zu zeigen, dass die
Funktionen in (7.7) linear unabhängig sind.
Sei dazu
Für
schließt man aus (7.6)
und daher
Wenden wir für
die linearen Funktionale
auf s an, so folgt demzufolge mit dem Kroneckersymbol δkj
Also gilt
was auch aj = 0
impliziert.
q.e.d.
Die in (7.7) angegebene Basis von
ist für praktische Zwecke jedoch nicht geeignet. So erweist es sich als ungünstig, dass die Träger der Funktionen, welche die Basis bilden, d. h. die Bereiche, auf denen diese Funktionen verschieden von Null sind, nicht endlich sind. Ferner sind die Monome für große j sowie die abgebrochenen Potenzfunktionen für dicht beieinander liegende Knoten nahezu linear abhängig, was die Auswertung eines Splines in einem Punkt mittels dieser Basis zu einer numerisch schlecht konditionierten Aufgabe macht. Für die Herleitung einer numerisch günstigeren Basis von
, welche aus Funktionen mit kompaktem Träger, d. h. Funktionen, die außerhalb eines abgeschlossenen Intervalls identisch Null sind, gebildet wird, sei auf Deuflhard/Hohmann, S. 245 ff., verwiesen.
Im Folgenden werden wir für interpolierende Splines der Ordnung
(lineare Splines) und der Ordnung
(kubische Splines) Algorithmen zu ihrer Berechnung sowie Fehlerabschätzungen angeben. Splines der Ordnung
(quadratische Splines) spielen in der Praxis eine geringere Rolle und werden daher hier nicht behandelt.
[Bearbeiten] 7.2 Interpolierende lineare Splines
Wir wollen uns zunächst mit interpolierenden linearen Splines
für gegebene Knoten xk und Stützwerte yk
beschäftigen. Für jedes
besitzt ein solcher Spline auf dem Intervall [xk,xk + 1] mit einem Polynom
offenbar die Darstellung
-
- (7.8)
![s(x) = p_k(x) := a_k + b_k(x - x_k), \quad x \in [x_k, x_{k+1}],](http://upload.wikimedia.org/math/2/c/c/2ccad334c201d5bd89cd411fd1e2d090.png)
- (7.8)
wobei die Glattheitsbedingungen (7.3)
bzw.
und die Interpolationsbedingungen (7.4)
zu erfüllen sind. Die Glattheits- und Interpolationsbedingungen legen also die Koeffizienten in dem allgemeinen Ansatz (7.8) in eindeutiger Weise durch
-
- (7.9)

- (7.9)
fest und liefern den interpolierenden linearen Spline. Wir haben also gezeigt:
[Bearbeiten] Satz 7.3
- Zu Knoten xk und Stützwerten yk
gibt es genau einen interpolierenden linearen Spline
. Er besitzt auf dem Intervall [xk,xk + 1] die Darstellung (7.8) mit Koeffizienten (7.9).
Sind die Stützwerte yk Funktionswerte einer gegebenen Funktion
, fordert man also
so kann man für den Fehler bei der Spline-Interpolation Folgendes schließen, wobei
-
- (7.10)
![\|u\|_\infty := \max_{x \in C[a, b]} |u(x)|, \quad u \in C[a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/0/4/2/042c96e628929b2f78d23bee770e0967.png)
- (7.10)
die Maximumnorm auf C[a,b] bezeichne.
[Bearbeiten] Satz 7.4
- Zu einer Funktion
, Knoten xk und Stützwerten yk: = f(xk)
sei
der interpolierende lineare Spline. Mit
- gilt dann
[Bearbeiten] Beweis.
Für jedes
stimmt der Spline s auf dem Intervall [xk,xk + 1] mit dem Polynom
überein, welches den Interpolationsbedingungen
genügt. Satz 6.11 über den Fehler bei der Polynominterpolation liefert daher für alle
die Abschätzung
wobei eingeht, dass die Funktion | (x − xk)(x − xk + 1) | ihr Maximum auf [xk,xk + 1] bei
annimmt. Damit ist die behauptete Fehlerabschätzung bewiesen.
q.e.d.
Nach Satz 7.4 hat man für
die wichtige Aussage
für den Fehler bei der Interpolation mit linearen Splines. Ist weiter für 
mit einem
eine Zerlegung von [a,b], ist
und
der zugehörige interpolierende lineare Spline mit Stützwerten
so kann man aufgrund von Satz 7.4 für
, anders als im Fall der gewöhnlichen Polynominterpolation (vgl. Satz 6.16), immer die gleichmäßige Konvergenz der sj gegen f schließen, d. h.
[Bearbeiten] 7.3 Interpolierende kubische Splines
[Bearbeiten] 7.3.1 Minimaleigenschaften
Wir wollen als nächstes interpolierende kubische Splines und deren Berechnung ausführlicher betrachten. Wir beginnen damit, eine für die Anwendungen wichtige Minimaleigenschaft solcher Splines vorzustellen. Hierzu bezeichne im Folgenden
die L2-Norm auf dem C[a,b].
[Bearbeiten] Lemma 7.5
- Zu einer Funktion
, Knoten xk und Stützwerten yk: = f(xk)
sei
ein zugehöriger interpolierender kubischer Spline. Man hat dann
- (7.11)
![\|f'' - s''\|^2_2 = \|f''\|^2_2 - \|s\|^2_2 - 2 ([f' - s'] s'')(x)\big|^{x=b}_{x=a}.](http://upload.wikimedia.org/math/7/d/4/7d45bfb9d5b606eb5e84693137a45986.png)
- (7.11)
[Bearbeiten] Beweis.
Nach Definition der Norm
gilt
-

- (7.12)
![= \|f''\|^2_2 - 2 \int\limits^b_a ([f' - s'] s'')(x)\, dx - \|s''\|^2_2,](http://upload.wikimedia.org/math/3/0/4/304beaba64bd7091fdc39e6939dc7e94.png)
so dass wir uns nur noch mit dem mittleren Ausdruck in (7.12) befassen müssen. Für
liefert für diesen zweimalige partielle Integration
wobei der vorletzte Term aufgrund der Interpolationsforderungen
identisch Null ist und das letzte Integral verschwindet, da
auf den Teilintervallen (xk,xk + 1) gilt. Summation über
liefert aufgrund der Stetigkeit der Funktionen f',s',s'' auf dem Intervall [a,b] die folgende Teleskopsumme und damit die Aussage des Lemmas:
q.e.d.
Unter gewissen zusätzlichen Bedingungen vereinfacht sich die Aussage von Lemma 7.5:
[Bearbeiten] Satz 7.6
- Gegeben seien eine Funktion
, Knoten xk und die Stützwerte yk: = f(xk)
. Für einen zugehörigen interpolierenden kubischen Spline
gilt dann
- (7.13)

- (7.13)
- sofern eine der drei folgenden Randbedingungen erfüllt ist:
- (a) s''(a) = s''(b) = 0,
- (b)

- (c)
, falls f'(a) = f'(b).
[Bearbeiten] Beweis.
In jedem der Fälle (a), (b) und (c) verschwindet in (7.11) der letzte Ausdruck, so dass dann die Identität (7.11) in die Identität (7.13) übergeht.
Aus Satz 7.6 schließt man:
[Bearbeiten] Korollar 7.7
- Sei
wie in Satz 7.6 definiert. Dann gilt
- (7.14)

- (7.14)
- für alle Funktionen
, welche den selben Bedingungen genügen, wie sie für f in Satz 7.6 gefordert sind.
[Bearbeiten] Beweis.
Die Beziehung (7.14) ergibt sich für Splines mit der Eigenschaft (a), (b) oder (c) wegen
unmittelbar aus Satz 7.6.
q.e.d.
Die Krümmung einer Kurve
in der Ebene an der Stelle
ist durch
definiert. Für kleine Auslenkungen g'(x), wie sie z.B. bei einer dünnen Holzlatte auftreten, gilt näherungsweise
und damit für die gesamte Krümmung der Kurve näherungsweise
Kubische Splines besitzen also nach dem letzten Satz unter allen Kurven in C2[a,b], welche gewissen Interpolations- und Randbedingungen genügen, in dem genannten genäherten Sinne minimale Krümmung. Diese Minimaleigenschaft stellt den Grund dafür dar, dass in der Praxis, wie beispielsweise bei der Konstruktion von Schiffsrümpfen oder der Festlegung von Schienenwegen, häufig kubische Splinefunktionen für die Interpolation verwendet werden. (Ein „spline“ ist ein englischer Name für eine dünne Holzlatte, die beim Zeichnen benutzt wurde.)
[Bearbeiten] 7.3.2 Vorüberlegungen
Wir wollen nun auf die Berechnung interpolierender kubischer Splines
mit Knoten xk und zugehörigen Stützpunkten yk
eingehen. Da ein solcher Spline auf jedem Intervall
mit einem Polynom 3. Grades
identisch ist, gilt dort
-
- (7.15) s(x) = pk(x): = ak + bk(x − xk) + ck(x − xk)2 + dk(x − xk)3,
- s'(x) = p'k(x) = bk + 2ck(x − xk) + 3dk(x − xk)2,
- s''(x) = p''k(x) = 2ck + 6dk(x − xk).
Insgesamt ist ein (interpolierender) kubischer Spline also durch die 4m Koeffizienten ak,bk,ck und dk für
bestimmt. Für deren Berechnung hat man zunächst die 3(m − 1) Glattheitsbedingungen (7.3) und die m + 1 Interpolationsbedingungen (7.4), also, wie schon allgemeiner in (7.5) festgestellt wurde, insgesamt 4m − 2 Gleichungen zur Verfügung. (Es deutet sich also schon an, dass man zur eindeutigen Bestimmung eines interpolierenden kubischen Splines 2 weitere Festlegungen benötigt.) Stellt man diese 4m − 2 Gleichungen auf, so kann man diese anschließend durch geschicktes Ineinandereinsetzen auf die in dem folgenden Lemma genannten m − 1 linearen Gleichungen (7.17) reduzieren. Statt so vorzugehen, gehen wir hier von dem Ergebnis aus und zeigen wir umgekehrt, dass die Lösung der genannten m − 1 linearen Gleichungen auf einen interpolierenden kubischen Spline führt. Dazu definieren wir
-
- (7.16)

- (7.16)
[Bearbeiten] Lemma 7.8
- Falls m + 1 reelle Zahlen s''k
den m − 1 gekoppelten Gleichungen
- (7.17)

- (7.17)
- mit rechten Seiten
- (7.18)

- (7.18)
- genügen, so liefert der lokale Ansatz (7.15) mit den Setzungen
- (7.19)

- (7.20)

- (7.19)
- für
einen interpolierenden kubischen Spline
mit Knoten xk und Stützwerten yk
.
[Bearbeiten] Beweis.
Für pk
wie in (7.15) erhält man mit ak aus (7.19)
-
- (7.21)

- (7.21)
Weiter hat man mit (7.19) und (7.20)
-

- (7.22)

Die Beziehungen (7.21) und (7.22) zusammen liefern die Interpolationsbedingungen (7.4) sowie die Stetigkeitsbedingungen
Weiter folgt für
aus (7.17)
und damit wiederum unter Verwendung von (7.19) und (7.20)
Schließlich gilt mit (7.20)
-
- (7.23)

- (7.23)
und folglich
-
- (7.24)

- (7.24)
Damit sind auch die Glattheitsbedingungen (7.3) nachgewiesen und ist folglich s mit der lokalen Darstellung (7.15) und Koeffizienten wie in (7.19) und (7.20) Element von C2[a,b].
q.e.d.
In der in Lemma 7.8 beschriebenen Situation bezeichnet man die m + 1 reellen Zahlen s''k
als Momente. Da insbesondere
-
- s''(x0) = p''0(x0) = 2c0 = s''0
gilt und gemäß (7.24)
ist, hat man
-
- (7.25)

- (7.25)
Das heißt, dass die Momente s''k mit den zweiten Ableitungen des Splines s in den Knoten xk übereinstimmen.
[Bearbeiten] 7.3.3 Natürliche, vollständige und periodische Splines
Lemma 7.8 zeigt, dass die Koeffizienten in der lokalen Darstellung (7.15) unmittelbar aus den m + 1 Momenten s''k berechnet werden können. Diese m + 1 Momente wiederum ergeben sich aus den m − 1 linearen Gleichungen (7.17), so dass also noch zwei Freiheitsgrade vorliegen. Aufgrund der Bedingungen (a), (b) und (c) in Satz 7.12 bieten sich für deren Festlegung die folgenden drei Möglichkeiten an:
- Natürliche Randbedingungen: s''(x0) = s''(xm) = 0,
- Vollständige Randbedingungen:
für gegebene y'0,y'm, - Periodische Randbedingungen:

Im Folgenden wollen wir für diese drei Fälle die Gleichungen (7.17) zusammen mit den beiden zusätzlichen Randbedingungen in Matrix-Vektor-Form angeben.
Im Fall der natürlichen Randbedingungen lassen sich die Gleichungen (7.17) in folgender Form schreiben, wobei wegen s''0 = s''m = 0 (vgl. (7.25)) in diesem Fall s''0 aus der ersten und s''m aus der letzten dieser Gleichungen gestrichen werden kann:
-
- (7.26)

- (7.26)
Im Fall der vollständigen Randbedingungen verwenden wir die Beziehungen
-
- (7.27)

- (7.27)
und
-

- (7.28)

welche die beiden folgenden zusätzlichen Gleichungen ergeben:
-
- (7.29)

- (7.30)

- (7.29)
Mit den Randbedingungen s'(x0) = y'0 und y'm = s'(xm) bezeichnen wir die rechten Seiten dieser Gleichungen mit
Fügt man damit die Gleichungen (7.29) und (7.30) an erster bzw. letzter Stelle den Gleichungen (7.17) hinzu, so gelangt man zu dem Gleichungssystem
Schließlich gewinnt man für die periodischen Randbedingungen wegen s'(x0) = s'(xm) und s''m = s''0 durch Gleichsetzung von (7.27) und (7.28) die zusätzliche Gleichung
Zusammen mit dieser Gleichung an erster Position und Ersetzung von s''m durch s''0 in der letzten der Gleichungen (7.17) gelangt man in diesem Fall zu dem linearen Gleichungssystem
Wir stellen nun weiter fest, dass die Matrizen in den obigen Gleichungssystemen, welche zur Bestimmung eines natürlichen, vollständigen und periodischen kubischen Splines gelöst werden müssen, jeweils symmetrisch und strikt diagonaldominant sind und positive Diagonalelemente besitzen. (Für die Definition einer strikt diagonaldominanten Matrix siehe Definition 3.2.) Für solche Matrizen kann man zeigen:
[Bearbeiten] Lemma 7.9
- Es sei
eine symmetrische und strikt diagonaldominante Matrix mit aii > 0
. Dann ist A positiv definit.
[Bearbeiten] Beweis.
Es sei
Eigenwert und
Eigenvektor der symmetrischen Matrix A, d. h.
-
- Ax = λx,
wobei wir x so normieren, dass
gilt. Sei nun
derart, dass | xi | = 1 ist. Dann hat man
und damit
Demzufolge gilt
bzw. wegen der strikten Diagonaldominanz von A und aii > 0
q.e.d.
Nach Lemma 3.20 ist eine positiv definite Matrix insbesondere regulär, so dass jedes der obigen drei hergeleiteten linearen Gleichungssysteme eine eindeutige Lösung besitzt. Somit können wir zusammen mit Lemma 7.8 schließen:
[Bearbeiten] Korollar 7.10
- Zu Knoten xk und Stützwerten yk
gibt es jeweils genau einen interpolierenden kubischen Spline
mit natürlichen, (für vorgegebene Zahlen y'0,y'm) vollständigen bzw. periodischen Randbedingungen.
Die Matrizen in den bei der Bestimmung des natürlichen und vollständigen Splines auftretenden Gleichungssystemen sind offenbar strikt diagonal dominante Tridiagonal-Matrizen, für die man eine LR-Zerlegung mit nur
bzw.
arithmetischen Rechenoperationen berechnen kann. Außerdem sind die Konditionen dieser Matrizen unproblematisch, so dass man die entsprechenden Systeme numerisch stabil lösen kann. Ferner gibt es auch für eine zyklische, positiv definite Tridiagonal-Matrix, wie sie bei einem periodischen Spline vorliegt, eine effiziente Cholesky-Zerlegung (siehe Schwarz und Werner für Details).
Schließlich sind generell für interpolierende kubische Splines bei Verwendung der Maximumnorm (7.10) die folgenden Fehlerabschätzungen gültig:
[Bearbeiten] Satz 7.11
- Zu einer Funktion
, Knoten xk und Stützwerten yk: = f(xk)
sei
ein interpolierender kubischer Spline. Weiter sei
Falls mit einer Konstanten C > 0
-
- (7.31)

- (7.31)
gilt, so folgen mit der Konstanten
-
- (7.32)

- (7.32)
- die nachstehenden Abschätzungen:
Der Satz ist z.B. bei Plato bewiesen. Eine Bedingung der Form (7.31) lässt sich gerade für den natürlichen, vollständigen und periodischen kubischen Spline verifizieren (siehe ebenfalls Plato), wobei beispielsweise für den natürlichen Spline C: = 3 / 4 gezeigt werden kann. Nach Satz 7.11 hat man für
somit für die drei untersuchten Splinetypen die Aussage
Ferner hat man damit, ähnlich wie für lineare Splines, mit den in Abschnitt 7.2 eingeführten Definitionen
wenn
hier den entsprechenden natürlichen, vollständigen oder periodischen kubischen Spline bezeichnet.
[Bearbeiten] Beispiel 7.12
Gegeben seien die in der Tabelle
von der Funktion f(x): = (1 + x2) − 1 herrührenden Stützwerte yk: = f(xk) und gesucht sei dazu der natürliche Spline. Offenbar hat man m = 4 und hk = 0.5 (k = 0,1,2,3). Aus (7.18) errechnet man
Damit lautet das Gleichungssystem (7.26)
Seine Lösung ist s''1 = 0,s''2 = − 2.4,s''3 = 0, so dass wir aus (7.19) und (7.20) und mit den Randvorgaben s''0 = s''4 = 0 des natürlichen Splines folgende Größen erhalten:
und
Mit ak: = yk und ck: = s''k / 2 für k = 0,1,2,3 gelangen wir somit zu der folgenden Darstellung des gesuchten Splines
:
Maximale Approximationsfehler werden in den Intervallen [ − 1, − 0.5] und [0.5,1] und zwar genau bei
angenommen und der Betrag beider Fehler ist
. Es gilt hier
Weiter erhält man mit C = 3 / 4 für c in (7.32) den Wert c = 1 und damit
Für praktische Zwecke sind also die Abschätzungen in Satz 7.11 häufig nicht brauchbar. Für die vorliegende Funktion f hatte Runge gezeigt, dass die Maximumnormen der Interpolationsfehler im Fall der üblichen Polynominterpolation auf dem Intervall [ − 5,5] für die äquidistanten Stützstellen xk: = − 5 + (10k) / n
für
gegen
streben (s. Schwarz, S. 102).
![S_{\Delta, \ell} := \left\{ s \in C^{\ell - 1}[a, b] \Big| s\Bigl|_{[x_k, x_{k+1}]} = p_k\Bigr|_{[x_k, x_{k+1}]}\ f\ddot ur\ ein\ p_k \in \Pi_\ell\ (k = 0, \ldots, m - 1) \right\}.](http://upload.wikimedia.org/math/4/1/e/41e5d6df139ed5f95b75b87d00e28f8b.png)




![s(x) := \sum^\ell_{j=0} a_j x_j + \sum^{m - 1}_{j=1} b_j(x - x_j)^\ell_+ = 0, \quad x \in [a, b].](http://upload.wikimedia.org/math/a/d/e/ade22561ee6342281422574e312ff62a.png)




![s(x) = \sum^\ell_{j=0} a_j x^j = 0, \quad x \in [a, b],](http://upload.wikimedia.org/math/b/9/2/b923d010cbfdc8a5647a91b37ab8a3c8.png)







![|f(x) - s(x)| = |f(x) - p_k(x)| \le \left| \frac{(x - x_k)(x - x_{k+1})}{2} \right| \max_{\xi \in [x_k, x_{k+1}]} |f''(\xi)| \le \frac{h^2_\max}{8} \|f''\|_\infty,](http://upload.wikimedia.org/math/9/8/1/981677585ce05ea7f9ab50eef8e36f7f.png)






![\|u\|_2 := \left( \int\limits^b_a |u(x)|^2\, dx \right)^{1/2}, \quad u \in C[a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/b/0/5/b0510431cf5ea1a7436cdab5dcfe2a28.png)
![\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} ([f'' - s''] s'')(x)\, dx = ([f' - s'] s'')(x)\big|^{x=x_{k+1}}_{x=x_k} - \int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} ([f' - s'] s''')(x)\, dx](http://upload.wikimedia.org/math/7/2/2/722cbb41e35f67dd259ca8e13dc9581b.png)
![= ([f' - s'] s'')(x) \big|^{x=x_{k+1}}_{x=x_k} - \underbrace{([f - s] s''')(x) \big|^{x=x_{k+1}}_{x=x_k}}_{=0} + \underbrace{\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} ([f - s] s^{(4)})(x)\, dx}_{=0},](http://upload.wikimedia.org/math/0/e/5/0e5080a487da82d97eac83fdf1e0fc9e.png)
![\int\limits^b_a ([f'' - s''] s'')(x)\, dx = \sum^{m-1}_{k=0} \{([f' - s'] s'')(x_{k+1}) - ([f' - s'] s'')(x_k)\} = ([f' - s'] s'')(b) - ([f' - s'] s'')(a).](http://upload.wikimedia.org/math/d/7/1/d718c1a12c8f7451ee54a30b4d61b031.png)
![\kappa(x) := \frac{g''(x)}{[1 + g'(x)]^{3/2}}](http://upload.wikimedia.org/math/a/2/1/a218ec339a59e42a9c508f164e41c627.png)
![\int\limits^b_a [\kappa(x)]^2\, dx \approx \int\limits^b_a [g''(x)]^2\, dx = \|g''\|^2_2.](http://upload.wikimedia.org/math/5/9/c/59cb44481cc4b9c631b8ea09f8fd5f1c.png)


















![\|f'''(x) - s'''(x)\|_\infty \le c \left\| f^{(4)} \right\|_\infty h_\max, \quad x \in [a, b] \setminus \{x_0, x_1, \ldots, x_m\}.](http://upload.wikimedia.org/math/a/6/6/a66d1f49a126dab68989bcb5c347215e.png)










![s(x) := \begin{cases} 0.5 + 0.6(x + 1), & x \in [-1, -0.5], \\ 0.8 + 0.6(x + 0.5) - 0.8(x + 0.5)^3, & x \in [-0.5, 0], \\ 1 - 1.2x^2 + 0.8x^3, & x \in [0, 0.5], \\ 0.8 - 0.6(x - 0.5), & x \in [0.5, 1] \end{cases}.](http://upload.wikimedia.org/math/8/9/7/8970d7b5729babf66d91fd398b83bbc2.png)
![\max_{x \in [-1, 1]} \left| f^{(4)}(x) \right| = \max_{x \in [-1, 1]} \left| \frac{24}{(1 + x^2)^3} - 288 \frac{x^2}{(1 + x^2)^4} + 384 \frac{x^4}{(1 + x^2)^5} \right| = f^{(4)}(0) = 24.](http://upload.wikimedia.org/math/5/8/a/58aa0218ab531f981e4ad9a0a65a4293.png)
![\max_{x \in [-1, 1]} |f(x) - s(x)| \le 24 \cdot 0.5^4 = 1.5.](http://upload.wikimedia.org/math/1/9/2/192abb9eea0d7667748b0c9812937414.png)