Kurs:Numerik I/8 Numerische Integration
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[Bearbeiten] 8.1 Einführung
In Anwendungen der Mathematik müssen häufig Riemann-Integrale für stückweise stetige Funktionen berechnet werden. In vielen Fällen ist eine geschlossene Lösung eines solchen Integrals nicht bekannt, so dass es näherungsweise numerisch gelöst werden muss. Die numerische Lösung eines Integrals bezeichnet man auch als numerische Quadratur. In diesem Abschnitt sollen eine Reihe von Formeln zur numerischen Integration hergeleitet und untersucht werden.
Das Integral über eine stückweise stetige Funktion kann bekanntlich als Summe von Integralen über stetige Funktionen beschrieben werden, so dass wir uns auf die Betrachtung stetiger Funktionen beschränken können. Dazu definieren wir den Operator
mit
für
. Dieser ist linear, da für alle
und 
gilt und er ist positiv, d. h. man hat
wobei
bedeutet, dass
ist. Gesucht sind nun einfach auszuwertende Formeln, die jedem
einen Näherungswert
für den Wert des Integrals zuordnen und zwar so, dass der Quadraturfehler
möglichst klein ist.
[Bearbeiten] Definition 8.1
- Unter einer Quadraturformel
zur Berechnung des bestimmten Integrals
versteht man eine Summe
- (8.1)

- (8.1)
- für
mit bekannten Gewichten
und Stützstellen bzw. Knoten
, wobei
sei.
Wenn wir die Abhängigkeit der Gewichte und Stützstellen von der Wahl von n darstellen wollen, schreiben wir statt σi und xi auch
und
. Wie
ist auch eine Quadraturformel
ein linearer Operator, denn man hat
-
![\mathcal I_n(\alpha f + \beta g) = (b - a) \sum^n_{i=0} \sigma_i [\alpha f(x_i) + \beta g(x_i)] = \alpha (b - a) \sum^n_{i=0} \sigma_i f(x_i) + \beta (b - a) \sum^n_{i=0} \sigma_i g(x_i)](http://upload.wikimedia.org/math/d/8/9/d89b0eeb38617017a36e87aba70e04f7.png)
- (8.2)

für alle
und
. Sind die Gewichte nichtnegativ, d. h. hat man
, so ist ferner mit
auch
positiv und gilt also
Wir definieren weiter:
[Bearbeiten] Definition 8.2
- Eine Quadraturformel
hat mindestens den Genauigkeitsgrad
, wenn
- (8.3)

- (8.3)
- gilt. Im Fall, dass zusätzlich
richtig ist, sagt man, dass
den Genauigkeitsgrad
hat.
Da
und
lineare Operatoren sind, folgt aus (8.3)
-
- (8.4)

- (8.4)
für alle
, und damit der folgende Satz, wobei Πr wieder den Raum aller Polynome vom Grad
bezeichnet:
[Bearbeiten] Satz 8.3
ist genau dann eine Quadraturformel von mindestens dem Genauigkeitsgrad r, wenn gilt:
Wir bemerken in diesem Zusammenhang:
[Bearbeiten] Satz 8.4
- Zu n + 1 Stützstellen xi
mit
gibt es genau eine Quadraturformel
, welche mindestens den Genauigkeitsgrad
hat, d. h. für die gilt:
- (8.5)

- (8.5)
- Diese hat die Gewichte
- (8.6)

- (8.6)
- wobei
die zu den xi gehörenden Lagrangeschen Basispolynome sind (vgl. Definition 6.2).
[Bearbeiten] Beweis.
Für die durch die Stützstellen xi und Gewichte σi in (8.6) definierte Quadraturformel
gilt für 
-
- (8.7)

- (8.7)
Da sich jedes Polynom vom Grad
auf eindeutige Weise als Linearkombination der Lk
darstellen lässt (vgl. (6.6)) und
sowie
lineare Operatoren sind, folgt damit analog zu (8.4) die Beziehung (8.5). Die so definierte Quadraturformel
ist eindeutig. Denn für jede andere Quadraturformel
mit Gewichten
und Genauigkeitsgrad
hat man wegen
die Identität
und bekommt man analog zu (8.7)
, so dass
und demnach
folgt.
q.e.d.
Weiter stellen wir fest:
[Bearbeiten] Satz 8.5
- Ist
eine Quadraturformel, die einen Genauigkeitsgrad
hat, so folgt für ihre Gewichte σi
[Bearbeiten] Beweis.
Da
einen Genauigkeitsgrad
hat, folgt
q.e.d.
Bezüglich der Konvergenz der durch eine Quadraturformel
erzeugten Näherungswerte
gegen den exakten Wert des Integrals
für
kann man allgemein den folgenden Satz angeben, den wir hier jedoch nicht beweisen können (für einen Beweis siehe H. Heuser: Funktionalanalysis, Teubner, Stuttgart, 1992, S. 268).
[Bearbeiten] Satz 8.6 (Szegö)
- Man hat
- genau dann, wenn gilt:
- (a)

- (b)

Mit Hilfe von Satz 8.5 erschließt man ferner:
[Bearbeiten] Korollar 8.7
- Es sei
eine Quadraturformel mit Gewichten
für alle
und einem Genauigkeitsgrad
. Dann hat man
- genau dann, wenn gilt:
[Bearbeiten] 8.2 Interpolatorische Quadraturformeln
[Bearbeiten] 8.2.1 Allgemeines
Es seien nun
und
mit
gegeben und
bezeichne das (eindeutige) Interpolationspolynom zu den Stützpunkten
. Sind
wieder die zu den n + 1 Stützstellen xi gehörenden Lagrangeschen Basispolynome, so kann das Interpolationspolynom Qn damit gemäß (6.7)in der Form
geschrieben werden. Wir definieren nun:
[Bearbeiten] Denition 8.8
- Eine Quadraturformel
mit
- d. h. mit Gewichten
- (8.8)

- (8.8)
- heißt interpolatorische Quadraturformel.
Wegen der Übereinstimmung der Gewichte in (8.8) und (8.6) können wir mit Satz 8.4 schließen:
[Bearbeiten] Korollar 8.9
- Eine interpolatorische Quadraturformel
hat mindestens den Genauigkeitsgrad
und ist zu den gegebenen Stützstellen die einzige Quadraturformel mit einem Genauigkeitsgrad
.
Ferner können wir zeigen:
[Bearbeiten] Satz 8.10
- Eine interpolatorische Quadraturformel In besitzt die Gestalt
- mit
- (8.9)
mit 
- (8.9)
[Bearbeiten] Beweis.
Mit tk wie in (8.9) lassen sich die Gewichte σi
aus (8.8) mit Hilfe der Substitution x: = (b − a)t + a umschreiben in
-

- (8.10)

q.e.d.
Die Transformation von x nach t in (8.9) ist sinnvoll, da damit die Gewichte σi in einer interpolatorischen Quadraturformel von den Intervallgrenzen a und b unabhängig werden und nur von der relativen Verteilung der Stützstellen in [a,b] abhängen.
[Bearbeiten] 8.2.2 Newton-Cotes-Formeln
Wir wollen nun auf spezielle interpolatorische Quadraturformeln, die Newton-Cotes-Formeln, eingehen. Diese ergeben sich durch äquidistante Wahl der Stützstellen in [a,b]. Insbesondere erhält man die abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln, wenn die Randpunkte des Intervalls [a,b] selbst Stützstellen sind, wenn also für
Bei den offenen Newton-Cotes-Formeln sind die Randpunkte von [a,b] selbst keine Stützstellen, so dass man
hat. Wir wollen hier nur die abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln genauer untersuchen.
[Bearbeiten] Lemma 8.11
- Für die Gewichte σi
der abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln gilt:
- (8.12)

- (8.12)
[Bearbeiten] Beweis.
Die zweite Identität in (8.12) folgt mit
aus (8.9) mit der Substitution t: = s / n, denn man hat
Somit müssen wir noch die erste Identität in (8.12) zeigen. Dazu sei
. Sind
die Lagrangeschen Basispolynome, so ist
und
sowie
-
![Q(x_{n-j}) = L_i(b + a - x_{n-j}) = L_i \left( b + a - \left[ a + (n - j) \frac{b - a}{n} \right] \right) = L_i \left( a + j \frac{b - a}{n} \right) = L_i(x_j)](http://upload.wikimedia.org/math/8/6/9/869633acdd2d19d50ef1b66469000838.png)
- = δij = δn − i,n − j = Ln − i(xn − j)
für
. Da Ln − i und Q demnach offenbar Interpolationspolynome zu den Punkten
sind, muss wegen der Eindeutigkeit des Interpolationspolynoms
gelten, so dass wir schließlich mit der Substitution t: = b + a − x Folgendes erhalten (vgl. (8.10)):
q.e.d.
Wir geben nun einige Spezialfälle der abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln an.
[Bearbeiten] Beispiel 8.12
(1) Für n = 1 hat eine interpolatorische Quadraturformel nach Satz 8.10 die Gestalt
Dabei ergeben sich für die zugehörige abgeschlossene Newton-Cotes-Formel mit h = b − a die Stützstellen x0 = a und x1 = b und wegen σ1 = σ0 (Lemma 8.11) und σ0 + σ1 = 1 (Satz 8.5) die Gewichte
Man erhält so die (Sehnen-) Trapezregel
-
- (8.13)
![\mathcal I_1(f) := \frac{b - a}{2} [f(a) + f(b)].](http://upload.wikimedia.org/math/d/9/c/d9ca5c322eb71408ea08e34a0f63c2ec.png)
- (8.13)
(2) Für n = 2 hat man mit h = (b − a) / 2 die Stützstellen x0 = a,x1 = (a + b) / 2 und x2 = b und unter Verwendung von Lemma 8.11 und anschließend Satz 8.5 die Gewichte
Unter Verwendung von Satz 8.10 ergibt sich so die Simpson-Regel bzw. Keplersche Fassregel
-
- (8.14)
![\mathcal I_2(f) := \frac{b - a}{6} \left[ f(a) + 4f \left( \frac{a + b}{2} \right) + f(b) \right]](http://upload.wikimedia.org/math/8/1/6/8168d995d43454d2fad8a95d0ea9a111.png)
- (8.14)
(3) Der Fall n = 3 führt auf die Newtonsche 3/8-Regel
(4) Für n = 4 bekommt man die Milne-Regel
Als Beispiel berechnen wir ein Integral näherungsweise mit der Simpson-Regel.
[Bearbeiten] Beispiel 8.13
Es seien f(x): = 1 / (1 + x2),a = 0 und b = 1, so dass
ist. Die Simpson-Regel liefert dafür den Näherungswert
Der exakte Wert des Integrals lautet hier
Für
sind die Gewichte in den abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln nichtnegativ und sind diese Quadraturformeln demzufolge positiv. Für n = 8 und
treten negative Gewichte auf und ist damit als Folge von Satz 8.5
was zu einer Verstärkung von Rundungsfehlern bei den Funktionswerten f(xi) führt. Die Verwendung der abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln für
ist daher nicht zu empfehlen. Für die (abgeschlossenen) Newton-Cotes-Formeln lässt sich sogar
beweisen (Satz von Kusmin), so dass man aus dem Satz 8.6 von Szegö die Existenz eines
schließen kann, für das die Konvergenz
nicht gilt. Letzteres lässt ja auch der Satz 6.24 von Faber generell für interpolatorische Quadraturformeln vermuten. Eine Erhöhung von n bei den (abgeschlossenen) Newton-Cotes-Formeln muss also nicht zwangsläufig zu einer genaueren Näherung
von
führen.
Wir geben hier noch einige weitere interpolatorische Quadraturformeln an.
[Bearbeiten] Beispiel 8.14
(1) Für n = 0 und x0: = a oder x0: = b muss wegen Satz 8.5 σ0 = 1 gelten, so dass man alternativ folgende beiden Rechteckregeln erhält:
-
- (8.15)

- (8.15)
(2) Für n = 0 bekommt man im Fall der offenen Newton-Cotes-Formeln h: = (b − a) / 2 und
und damit eine weitere Rechteckregel, die Mittelpunktregel
(3) Die offene Newton-Cotes-Formel für n = 1 lautet mit h: = (b − a) / 3,
und den Gewichten σ0 = σ1 = 1 / 2, die man aus der Formel (8.9) errechnet, wie folgt:
(4) Die offene Newton-Cotes-Formel für n = 2 lautet mit h: = (b − a) / 4,
und den mit Hilfe von (8.9) zu berechnenden Gewichten wie folgt:
Man beachte, dass sie ein negatives Gewicht beinhaltet.
[Bearbeiten] 8.2.3 Quadraturfehler und Genauigkeitsgrad
Für den durch eine beliebige interpolatorische Quadraturformel in Bezug auf den exakten Wert des Integrals entstehenden Fehler, kann man die im folgenden Satz angegebene Abschätzung beweisen.
[Bearbeiten] Satz 8.15
- Es sei
eine interpolatorische Quadraturformel mit Stützstellen xi
, welche mindestens den Genauigkeitsgrad
besitze und es sei
. Dann gilt
- (8.16)
![|\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f)| \le \gamma_r \frac{(b - a)^{r+2}}{(r + 1)!} \max_{\xi \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\xi) \right|](http://upload.wikimedia.org/math/7/e/6/7e6eab7ec45c7678be1bee8121e54e95.png)
- (8.16)
- für
- mit
- (8.17)

- (8.17)
- Hat man insbesondere für die tk
aus (8.17) und frei wählbare tk
mit
- die Beziehung
oder
, dann folgt mit
- und einem
die Fehlerdarstellung
- (8.18)

- (8.18)
[Bearbeiten] Beweis.
Seien
zunächst beliebig gewählt, so dass die xi
paarweise verschieden sind und sei
das Interpolationspolynom zur den Stützpunkten
. Da
den Genauigkeitsgrad r hat, gilt dann
und demnach
Mit
und unter Verwendung von Satz 6.11 hat man für ein ![\xi(x) \in [a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/4/8/5/4856931821c78d7e94e522e369f9434e.png)
Da die linke Seite der letzten Gleichung stetig in x ist, ist es auch die rechte Seite und darum hat man
-
- (8.19)
![\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f) = \frac{1}{(r + 1)!} \int\limits^b_a \left[ \omega(x) \varphi(x)f^{(r+1)}(\xi(x)) \right]\, dx.](http://upload.wikimedia.org/math/4/7/e/47e1dc4a5d7498a4972fac7f3bddd22b.png)
- (8.19)
Man beachte nun, dass die xi
durch die Quadraturregel festgelegt sind. Wir wollen abschließend zeigen, dass für die Stützstellen xi
die anfangs gemachte Voraussetzung hinsichtlich der paarweisen Unterschiedlichkeit fallen gelassen werden kann. Es seien daher jetzt letztere Punkte vollkommen beliebig aus [a, b] gewählt. Für jedes
können wir dann Punkte
finden, die zusammen mit den xi
paarweise unterschiedlich sind und für die
gilt. Setzen wir
so hat man unter Verwendung des ersten Teils des Beweises
-
![|\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f)| \le \frac{1}{(r + 1)!} \max_{\xi \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\xi) \right| \int\limits^b_a |\omega(x) \varphi_m(x)|\, dx](http://upload.wikimedia.org/math/9/4/3/943953593e8f7bcb83ee012d167b489e.png)
![\le \frac{1}{(r + 1)!} \max_{\xi \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\xi) \right| \{ \int\limits^b_a |\omega(x) \varphi(x)|\, dx + \underbrace{ \int\limits^b_a |\omega(x)| |\varphi_m(x) - \varphi(x)|\, dx}_{\to 0 \quad (m \to \infty)} \}](http://upload.wikimedia.org/math/b/6/7/b6712bcdda9229cd4002f6de23866334.png)
- (8.20)
![\le \frac{1}{(r + 1)!} \max_{\xi \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\xi) \right| \int\limits^b_a |\omega(x) \varphi(x)|\, dx.](http://upload.wikimedia.org/math/3/1/e/31e3a6cb6022338e589b548048253c78.png)
Wählt man nun xi
so, dass der Wert des letzten Integrals minimal wird und wendet man die Substitution x: = (b − a)t + a an, so gelangt man schließlich zu
womit die Abschätzung (8.16) gezeigt ist.
Ist nun mit gewissen Punkten xi 
-
- (8.21)
![\omega(x) \varphi(x) \ge 0, \quad x \in [a, b],](http://upload.wikimedia.org/math/7/7/9/7793b1c4ee067f0a0d07139febf96e77.png)
- (8.21)
so erhält man aus (8.20)
Weiter gewinnt man mit (8.19)
Der Zwischenwertsatz, angewandt auf die Funktion f(r + 1), liefert somit für ein ![\xi \in [a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/f/8/3/f83ba3f626ed0ec9d1df2f3139d398d0.png)
so dass die Substitution x: = (b − a)t + a in diesem Fall zu der Formel (8.18) führt. Analog schließt man im Fall, dass „
“ statt „
“ in (8.21) vorliegt.
q.e.d.
[Bearbeiten] Beispiel 8.16
Wir nutzen im Folgenden aus, dass nach Korollar 8.9 der Genauigkeitsgrad einer interpolatorischen Quadraturformel
und
die Rechteckregel aus (8.15). Aus (8.18) gewinnt man für
mit r = n = 0, mit x0: = a bzw. t0: = 0 sowie mit
und
die Fehlerdarstellung
wobei ξ ein Punkt aus [a,b] ist. Entsprechend erhält man für die Rechteckregel
mit r = n = 0,x0: = b bzw. t0: = 1 sowie mit
und
die Fehlerdarstellung
(2) Im Fall der Trapezregel
gilt für
mit einem
die Fehlerdarstellung
Denn mit r = n = 1,x0: = a,x1: = b bzw. t0: = 0,t1: = 1 hat man
sowie
Der Genauigkeitsgrad einer interpolatorischen Quadraturformel
ist mindestens r: = n. Für gerade n hat man im Fall der abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln sogar das folgende Resultat (für den Beweis siehe Plato, S. 103):
[Bearbeiten] Satz 8.17
- Die abgeschlossene Newton-Cotes-Formel
besitzt für gerades
den (exakten) Genauigkeitsgrad r: = n + 1.
Letzteres Ergebnis können wir z. B. für die Fehlerdarstellung der Simpson-Regel verwenden.
[Bearbeiten] Beispiel 8.18
Es sei
. Dann hat man für n = 2 und r = 3 mit x0: = a,x1: = (a + b) / 2,x2: = b bzw. t0: = 0,t1: = 1 / 2,t2: = 1 und mit dem gewählten Punkt t3: = 1 / 2
sowie
Also ergibt sich für die Simpson-Regel
mit einem
der Quadraturfehler
[Bearbeiten] 8.3 Summierte abgeschlossene Newton-Cotes-Formel
Wie bereits in Abschnitt 8.2.2 erläutert wurde, garantiert eine Erhöhung von n keineswegs, dass die Newton-Cotes-Formeln Näherungswerte zunehmender Genauigkeit für
liefern. Um Letzteres zu erreichen, müssen wir daher anders vorgehen. Und zwar teilen wir zunächst das Intervall [a,b] mittels Stützstellen
in N gleiche Stücke auf, so dass sich insbesondere
-
- h = xk + 1 − xk
für alle
ergibt. Dann nähern wir das Integral
durch
an, wobei
das (eindeutige) Interpolationspolynom zu n + 1 paarweise verschiedenen, in jedem Intervall [xk,xk + 1] in gleichen Abständen gewählten Stützpunkten ist (vgl. Definition 8.8). Wir wählen also eine interpolatorische Quadraturformel und ersetzen jedes der Integrale
durch den sich damit ergebenden Wert. Eine so gewonnene Quadraturformel bezeichnet man als summierte Quadraturformel. Wir wollen solche Formeln nun genauer betrachten, wobei wir uns hier auf die abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln zu deren Generierung beschränken wollen. Letztere Wahl legt die Stützpunkte in jedem Intervall [xk,xk + 1] durch (8.11) fest, wobei dort a: = xk und b: = xk + 1 zu wählen ist.
Wir beginnen mit den beiden Rechteckregeln aus (8.15). Für diese erhält man
-
bzw. 
so dass Summation über k die folgenden summierten Rechteckregeln liefert:
Für diese gelten die nachstehenden Fehlerabschätzungen.
[Bearbeiten] Satz 8.19
- Es sei
. Dann gibt es
, so dass gilt:
- (8.22)

- (8.22)
[Bearbeiten] Beweis.
Aus Beispiel 8.16 (1) ergibt sich für
die Existenz eines
mit
Summation über k führt auf
Aufgrund von
bzw.
existiert nach dem Zwischenwertsatz ein
mit
so dass die erste Fehlerdarstellung in (8.22) folgt. Die zweite zeigt man analog.
q.e.d.
Im Fall der Trapezregel (8.13) hat man
Summation über k führt auf die summierte Trapezregel
mit der im folgenden Satz angegebenen Fehlerdarstellung.
[Bearbeiten] Satz 8.20
- Es sei
. Dann existiert ein
mit
[Bearbeiten] Beweis.
Der Beweis verläuft analog zu dem von Satz 8.19. Nach Beispiel 8.16 (2) gibt es für
ein
mit
Summation über k liefert mit einem ![\xi \in [a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/f/8/3/f83ba3f626ed0ec9d1df2f3139d398d0.png)
wobei die Existenz eines solchen ξ aus der Anwendung des Zwischenwertsatzes auf f'' geschlossen werden kann.
q.e.d.
Schließlich betrachten wir noch die summierte Simpson-Regel, wobei wir die Darstellung xk: = a + kh mit h: = (b − a) / N für jedes
verwenden, so dass insbesondere
folgt. Die Simpson-Regel, angewandt auf das Intervall [xk,xk + 1], lässt sich somit in der Form
schreiben. Summation über k führt auf die summierte Simpson-Regel
Für diese hat man die im folgenden Satz angegebene Fehlerdarstellung.
[Bearbeiten] Satz 8.21
- Es sei
. Dann existiert ein
mit
[Bearbeiten] Beweis.
Der Beweis verläuft wiederum analog zu dem von Satz 8.19. Nach Beispiel 8.18 gibt es für
ein
mit
Summation über k liefert mit einem ![\xi \in [a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/f/8/3/f83ba3f626ed0ec9d1df2f3139d398d0.png)
wobei die Existenz von ξ aus der Anwendung des Zwischenwertsatzes auf f(4) folgt.
q.e.d.
Zur Auswertung der summierten Rechteckregeln müssen N, für die der summierten Trapezregel N + 1 und für die der summierte Simpson-Regel 2N + 1 Funktionswerte bestimmt werden. Der Rechenaufwand bei Verwendung der summierten Simpson-Regel ist damit etwa doppelt so hoch wie der bei Verwendung einer der drei anderen Regeln. Dennoch ist die summierte Simpson-Regel diesen für hinreichend glatte Funktionen wegen der höheren Fehlerordnung in h vorzuziehen. Denn der Quadraturfehler verhält sich bei ihr wie
, während er bei den summierten Rechteckregeln und der summierten Trapezregel proportional zu h bzw. h2 abnimmt.
Da man die in der jeweiligen Fehlerformel vorkommende Ableitung durch das Maximum des Betrages dieser Ableitung bezüglich aller
nach oben abschätzen kann, implizieren die angegebenen Fehlerdarstellungen insbesondere, dass die hier angegebenen summierten Quadraturformeln für
gegen den exakten Wert des Integrals
konvergieren, wobei mit „
“ hier „hk = (b − a) / Nk mit
und
“ gemeint ist.
Wir greifen abschließend nochmals Beispiel 8.13 auf.
[Bearbeiten] Beispiel 8.22
Es seien wieder f(x): = 1 / (1 + x2),a = 0 und b = 1, so dass ein Näherungswert für das Integral
gesucht ist. Weiter wählen wir N = 3 und somit h = 1 / 3. Der exakte Wert des Integrals lautet
. Mit der summierten Simpson-Regel ergibt sich der Wert
[Bearbeiten] 8.4 Extrapolationsverfahren
[Bearbeiten] 8.4.1 Einführung
Für die summierte Trapezregel
gibt der folgende Satz eine asymptotische Entwicklung nach Potenzen von h2 an, welche dazu genutzt werden soll, aus einer endlichen Zahl von Auswertungen der summierten Trapezregel eine im Hinblick auf diese Werte genauere Näherung des Integrals
zu berechnen. (Der Satz ist z. B. bei Plato bewiesen.)
[Bearbeiten] Satz 8.23
- Für ein
sei
. Die summierte Trapezregel
- mit h: = (b − a) / N für ein
besitzt die asymptotische Entwicklung
- (8.23)
für 
- (8.23)
- mit α0: = I(f) und gewissen Koeffizienten
.
Für periodische Funktionen mit Periode b − a kann man sogar zeigen, dass αi = 0
gilt. In einem solchen Fall kann mit dem in diesem Abschnitt beschriebenen Verfahren keine Verbesserung erzielt werden.
Man beachte, dass man
nur für h > 0 mit h: = (b − a) / N für eine natürliche Zahl N auswerten kann. Aufgrund von (8.23) (wie auch wegen Satz 8.20) gilt ferner
wobei wir mit „
“ hier „hk = (b − a) / Nk mit
und
“ meinen. Die Entwicklung (8.23) soll nun numerisch dazu ausgenutzt werden, von einer endlichen Zahl berechneter Werte
mit
auf einen noch genaueren Wert von I(f) als
zu schließen.
Wir gehen dabei allgemeiner von einer beliebigen Funktion T(h) mit h > 0 aus, die mit gewissen Koeffizienten
und einer Zahl γ > 0 die asymptotische Entwicklung der Ordnung r
-
- (8.24)
für 
- (8.24)
besitzt und für die der Wert
gesucht ist. Typischerweise steht T(h) für ein numerisches Verfahren, das für einen gewählten Diskretisierungsparameter h > 0 einen Näherungswert für die gesuchte Größe α0 liefert. Es sei also angenommen, dass T(h) zumindest für gewisse h > 0 berechnet werden kann, wie dies z. B. im Fall der Tangententrapezregel für h: = (b − a) / N mit
der Fall ist.
Wegen (8.24) hat man zunächst für h > 0 nur die Genauigkeit
Es soll nun ein Verfahren vorgestellt werden, welches ohne großen Mehraufwand aus endlich vielen, bereits berechneten Werten
mit
einen genaueren Wert für die gesuchte Größe α0 erzeugt. Setzt man T(0): = α0, so extrapoliert dieses Verfahren also T auf den Wert h = 0 hin, so dass man auch von einem Extrapolationsverfahren spricht. Da die Koeffizienten αi in (8.24) oft nicht explizit bekannt sind oder nur unter einigem Aufwand zu berechnen sind, geht man dabei folgendermaßen vor:
- man vernachlässigt den Restterm
in (8.24) und geht davon aus, dass sich T(h) ungefähr wie ein Polynom in h verhält, - man ersetzt das resultierende (i. A. nicht explizit bekannte) Polynom durch das Interpolationspolynom
zu den Stützpunkten
(schreibt man T(hγ) statt T(h), so sind dies mit
die Punkte (zk,T(zk))) und - man verwendet den Wert
als Näherung für den unbekannten Wert α0.
Im Zusammenhang mit der summierten Trapezregel wird diese Vorgehensweise als Romberg-Verfahren bezeichnet.
[Bearbeiten] 8.4.2 Das Verfahren
Wir gehen nun von der asymptotischen Entwicklung (8.24) von T(h) aus und es sei
das Interpolationspolynom zu den Stützpunkten
-
- (8.25)

- (8.25)
Da dieses nur an einer Stelle, der Stelle 0, ausgewertet werden soll, bietet sich das Neville-Schema zur Verwendung an, wobei hier
das Interpolationspolynom mit
-
- (8.26)

- (8.26)
bezeichnet. Wir setzen dazu
-
- (8.27)

- (8.27)
Satz 6.5 liefert damit
-
- (8.28) Tj = Pj(0) = T(hj)
sowie
-

- (8.29)

Das Schema von Neville geht damit in das folgende Extrapolationstableau über, welches zeilenweise aufgebaut wird:
[Bearbeiten] Beispiel 8.24
Für die summierte Trapezregel
gilt gemäß Satz 8.23 eine Entwicklung der Form (8.24) mit γ = 2. Für die Schrittweiten
erhält man die Werte
und damit
Der aus den beiden Auswertungen T0 und T1 der summierten Trapezregel ermittelte Wert T01 entspricht somit dem der Simpson-Regel für
.
Im folgenden Satz wird die Größenordnung des Fehlers
angegeben. Diese Fehlerbetrachtung macht deutlich, dass sich die Anwendung des hier untersuchten Extrapolationsverfahrens lohnt. Als Hilfsmittel verwenden wir das nachstehende Lemma.
[Bearbeiten] Lemma 8.25
- Es seien
die Lagrangeschen Basispolynome zu Stützstellen xk
mit
. Dann gilt
- (8.30)

- (8.30)
[Bearbeiten] Beweis.
Für
ist offenbar p(x): = xj das Interpolationspolynom zu den Punkten
und daher gemäß (6.7)
Setzen wir x = 0, so folgt die Behauptung für die ersten beiden Fälle in (8.30). Für den Fall j = m + 1 betrachten wir das Polynom
welches wegen
den Grad m + 1, den führenden Koeffizienten 1 und die Nullstellen xi
hat, so dass insbesondere
gilt. Speziell hat man somit
[Bearbeiten] Satz 8.26
- Es sei T(h) mit h > 0 eine Funktion mit der asymptotischen Entwicklung (8.24) für ein γ > 0 und
. Weiter sei (hk) eine Folge von Schrittweiten, so dass mit einer Startschrittweite h0 > 0 gilt:
- (8.31)
mit 
- (8.31)
- Schließlich sei
das Interpolationspolynom mit (8.26) und
wie in (8.27). Dann genügt der Fehler
für
der asymptotischen Entwicklung
- (8.32)

- (8.32)
[Bearbeiten] Beweis.
Da sich die Indizes in (8.32) auf eine Numerierung der Stützpunkte beziehen und wir den j-ten als 0-ten bezeichnen können, können wir o. B. d. A. j = 0 annehmen. Gemäß der Lagrangeschen Darstellung des Interpolationspolynoms
gilt dann
und somit
-
- (8.33)

- (8.33)
für
Nun folgt wegen
aus (8.24)
-
- (8.34)

- (8.34)
Desweiteren schließt man mit Lemma 8.25
-
- (8.35)

- (8.35)
Setzt man die beiden Beziehungen (8.34) und (8.35) in (8.33) ein, so bekommt man schließlich, da die cm,k von h unabhängig sind,
q.e.d.
Der Satz besagt, dass man beim Übergang von m zu m + 1, d. h. bei Erhöhung der Spaltenzahl in dem Extrapolationstableau um 1, im Prinzip die Ordnung γ gewinnt. Diese Sichtweise ist allerdings zu optimistisch, da die Restterme der asymptotischen Entwicklung, die sich hinter
verbergen, nicht bekannt sind und groß werden können.
Es bietet sich also der folgende Algorithmus an:
[Bearbeiten] Algorithmus 10 (Extrapolationsverfahren)
- (0) Wähle h0 > 0, eine Folge
wie in (8.31) und ein
. Setze j: = 0. - (1) Berechne Tj: = T(hj).
- (2) Berechne
für
nach der Formel
- (3) Falls „der Aufwand zu groß wird“ oder
- gilt, breche ab. (
ist Näherungswert für α0.) - (4) Setze j: = j + 1 und gehe nach (1).
Man bricht das Extrapolationsverfahren also ab, wenn der Aufwand zur Erzeugung einer neuen Zeile im Extrapolationsschema, den man meistens, wie z. B. für das summierte Trapezverfahren, genau angeben kann, zu groß wird oder die relative Abweichung zweier aufeinanderfolgender Diagonalelemente klein genug wird. In der Praxis ist es jedoch auch möglich, dass aufgrund von Rundungsfehlern Divergenz eintritt, so dass auf früher berechnete Werte im Schema zurückgegriffen werden muss.
Häufig angewandte Schrittweitenfolgen (hk) für (8.31) in diesem Zusammenhang sind die Romberg-Folge
-
- (8.36)

- (8.36)
die durch
definierte Bulirsch-Folge
und die harmonische Folge
Insbesondere erhält man für die Romberg-Folge (j: = 0):
[Bearbeiten] Korollar 8.27
- Unter den Voraussetzungen von Satz 8.26 gilt für die Romberg-Folge (8.36) mit h0: = (b − a) / N und
[Bearbeiten] Beweis.
Im Fall (8.36) hat man mit n0 = 1
so dass die Behauptung unmittelbar aus Satz 8.26 folgt.
q.e.d.
Wir betrachten nun nochmals die summierte Trapezregel als Beispiel.
[Bearbeiten] Beispiel 8.28
(1) Korollar 8.27 wollen wir auf die summierte Trapezregel mit m: = 2 (und wegen der Forderung
für r = 3) anwenden. Nach Satz 8.23 ist dann γ = 2. Weiter sei
vorausgesetzt. Korollar 8.27 liefert mit diesen Setzungen
-
- (8.37)
![T_{012} - \mathcal I(f) = \left[ \frac{(-1)^2}{2^{2\cdot2(2+1)/2}} \alpha_{2+1} \right] h^{(2+1)2}_0 + \mathcal O(h^{(m+2)2}_0) = \frac{\alpha_3}{64} h^6_0 + \mathcal O(h^8_0),](http://upload.wikimedia.org/math/b/3/0/b30eacc8a04c07b5aaba44b8145e8d76.png)
- (8.37)
wobei T012 mit dem Neville-Schema
berechnet wird. Man beachte dabei, dass man bei der Berechnung von Tj + 1
den zuvor ermittelten Wert Tj verwenden kann und nur zusätzlich Funktionsauswertungen für die Mittelpunkte der sich aus der zu Tj gehörenden Zerlegung von [a,b] ergebenden Intervalle benötigt. Somit verlangt die Berechnung von T0,T1 und T2 genauso viele Funktionsauswertungen wie die direkte Berechnung von T2. Für letzteren Wert alleine hat man aber im Vergleich zu (8.37) gemäß Satz 8.20 für
mit einem
einen Fehler der Größe
:
(2) (Bader) Es soll das Integral
näherungsweise mit der summierten Trapezregel und dem Extrapolationsverfahren mit der Romberg-Folge (8.36) und h0: = π / 2 berechnet werden. Es ergibt sich bei 12-stelliger Rechnung das folgende Extrapolationstableau:
Der (in der Tabelle nicht mehr einfügbare) Wert des Diagonalelementes in der 5. Spalte beträgt
. Er ist offenbar ungenauer als die beiden untersten Werte in der 4. Spalte, wobei für den untersten allerdings auch die summierte Trapezregel einmal mehr ausgewertet werden musste. (Man kann auch zeigen, was für die erste Spalte z. B. aus Satz 8.20 folgt, dass die Werte in jeder einzelnen Spalte des Extrapolationsschemas, d. h. für konstantes m und
, gegen den gesuchten Wert α0 konvergieren.) Für eine Diskussion über ein geeignetes Abbruchkriterium verweisen wir auf Deuflhard/Hohmann.
[Bearbeiten] 8.5 Gaußsche Quadraturformeln
[Bearbeiten] 8.5.1 Einleitung
In diesem Abschnitt betrachten wir Quadraturformeln für gewichtete Integrale des Typs
-
- (8.38)
![\mathcal I(f) := \int\limits^b_a w(x)f(x)\, dx, \quad f \in C[a, b],](http://upload.wikimedia.org/math/8/2/7/827931e14c246b1412839fa34bd569e3.png)
- (8.38)
wobei das Intervall [a,b] hier halbunendlich oder unendlich, d. h.
und/oder
sein darf und
eine Gewichtsfunktion mit den folgenden Eigenschaften ist:

- es existieren die Momente
Häufig in diesem Zusammenhang auftretende Gewichtsfunktionen sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben, wobei auch der zuvor betrachtete Fall
von Interesse ist:
-
- Parser-Fehler (die PNG-Konvertierung schlug fehl): \begin{array}{|c|c|} \hline \text{Intervall} & \text{Gewichtsfunktion } w(x) \\ \hline [-1, 1] & 1 \\ [-1, 1] & 1/\sqrt{1 - x^2} \\ [0, \infty) & e^{-x} \\ (-\infty, \infty) & e^{-x^2} \\ [0, \infty) & e^{-x^2}x^\alpha,\ \alpha > -1 \\ \hline \end{array}
Wir definieren in diesem Zusammenhang auf dem Raum aller Polynome Π das durch w induzierte Skalarprodukt
-
- (8.39)

- (8.39)
Das Integral in (8.39) existiert offenbar unter den Voraussetzungen an w. Für alle
gilt weiter (man verifiziere dies)
Insbesondere ist also die Abbildung
in beiden Eingängen linear. Wir verwenden ferner die durch das Skalarprodukt
induzierte Norm auf Π
-
- (8.40)

- (8.40)
Ziel ist es nun wieder, zur numerischen Berechnung von
eine Quadraturformel
-
- (8.41)

- (8.41)
herzuleiten. (Man beachte, dass hier der Faktor b − a vor der Summe fehlt.) Und zwar soll eine interpolatorische Quadraturformel entwickelt werden, für welche bei geeigneter Wahl der Stützstellen xi und der Gewichte σi der Genauigkeitsgrad möglichst hoch ist, welche also Polynome bis zu einem möglichst hohen Grad exakt integriert. Man betrachte dazu die Aussagen in Satz 8.15 über den Quadraturfehler. Die Begriffe Genauigkeitsgrad und interpolatorische Quadraturformel sind hierbei analog zu den Definitionen 8.2 und 8.8 auf Integrale mit Gewichten zu übertragen.
Zunächst einmal stellen wir fest, dass man in (8.41) insgesamt 2n+2 Parameter xi und σi zur Verfügung hat, was der Anzahl der Koeffizienten eines Polynoms vom Grad 2n + 1 entspricht. In der Tat werden wir zeigen, dass eine Quadraturformel mit diesem Genauigkeitsgrad existiert. Quadraturformeln mit einem höheren Genauigkeitsgrad kann es nicht geben. Denn wäre
eine Quadraturformel mit Stützstellen xi
und Gewichten σi
und hätte
den Genauigkeitsgrad 2n + 2, so folgte insbesondere für das Polynom
p(xi) = 0
und daher
. Wegen
ist jedoch
. Wir können weiter schließen:
[Bearbeiten] Lemma 8.29
- Ist
eine Quadraturformel mit Stützstellen xi
und Gewichten σi
und hat
den Genauigkeitsgrad 2n + 1, so gilt
- für
- mit beliebigem
.
[Bearbeiten] Beweis.
Für
folgt
und somit
q.e.d.
Zwei Funktionen f und g, für die
gilt, nennt man orthogonal zueinander. Für eine Quadraturformel mit Genauigkeitsgrad 2n + 1 sollten die Stützstellen xi
also gerade als Nullstellen eines Polynoms vom Grad n + 1 gewählt werden, welches bezüglich des Skalarproduktes
orthogonal zu dem ganzen Raum Πn ist. Offenbar kann man ein solches Polynom gewinnen, indem man durch Anwendung des Gram-Schmidt-Orthogonalisierungsverfahren auf die Monome
orthogonale Polynome
hinsichtlich
erzeugt. Diese Polynome haben nämlich die Eigenschaft
so dass sich insbesondere jedes
mit gewissen aj
in der Form
schreiben lässt und folglich mit den zugehörigen aj gilt:
-
- (8.42)

- (8.42)
Darüber hinaus haben diese orthogonalen Polynome pj nur reelle und einfache Nullstellen, welche alle im Intervall (a,b) liegen, wie im nächsten Unterabschnitt gezeigt wird. Die Stützstellen xi
sollten demzufolge gerade die Nullstellen des (n + 1)-ten dieser orthogonalen Polynome sein. Die Gewichte σi
einer derartigen Quadraturformel sind dann gemäß Satz 8.4, der genauso für gewichtete Integrale gilt, durch
festgelegt, wobei Li wieder die Lagrangeschen Basispolynome zu den Stützstellen xk sind. Nach Definition 8.8 (entsprechend für gewichtete Integrale formuliert) handelt es sich bei der so definierten Formel um eine interpolatorische Quadraturformel.
Bevor wir diese sog. Gaußschen Quadraturformeln noch etwas näher betrachten, wollen wir auf ihren wesentlichen Baustein, orthogonale Polynome, näher eingehen.
[Bearbeiten] 8.5.2 Orthogonale Polynome
Wie bereits im vorigen Unterabschnitt gesagt wurde, erhält man eine spezielle Folge
paarweise orthonormaler Polynome
durch Gram-Schmidt-Orthonormalisierung der Monome
:
Statt mit den orthonormalen Polynomen
zu arbeiten, deren Hauptkoeffizienten i. a. von 1 verschieden sind, ist es manchmal bequemer, dies mit den orthogonalen Polynomen
zu tun, d. h. mit
-
- (8.43)

- (8.43)
Diese unterscheiden sich von den
nur durch den Skalar
und haben offensichtlich den Hauptkoeffizienten 1. Für sie gilt
-
- (8.44)

- (8.44)
und somit (vgl. (8.42))
-
- (8.45)

- (8.45)
Nach Konstruktion ist also pn ein Polynom vom genauen Grad n mit Hauptkoeffizienten 1.
Die Polynome pn können statt über die Formel (8.43) auch nach der im folgenden Satz angegebenen Drei-Term-Rekursionsformel berechnet werden.
[Bearbeiten] Satz 8.30
- Die Orthogonalpolynome in (8.43) genügen der Drei-Term-Rekursionsformel
- mit den Koeffizienten
[Bearbeiten] Beweis.
Offenbar ist die behauptete Darstellung richtig für p0 und p1. Für
setzen wir
und zeigen im Folgenden qn + 1 = pn + 1. Dazu stellen wir fest, dass pn + 1 sowie qn + 1 Polynome vom genauen Grad n + 1 sind und beide den Hauptkoeffizienten 1 haben. Somit gilt
-
- (8.46)

- (8.46)
Wir zeigen nun, dass qn + 1 wie pn + 1 orthogonal zu dem ganzen Raum Πn ist und damit
-
- (8.47)

- (8.47)
gilt. Die Beziehungen (8.46) und (8.47) zusammen ergeben dann
und folglich r = 0 bzw., wie behauptet, pn + 1 = qn + 1.
Wir wollen nun (8.47) nachweisen. Aufgrund von
erhalten wir mit der Definition von βn
-
- (8.48)

- (8.48)
und mit der Definition von γn
-

- (8.49)

wobei das letzte Gleichheitszeichen wegen
gilt. Schließlich folgt:
-
- (8.50)

- (8.50)
Da sich jedes
gemäß (8.44) als Linearkombination der pj
darstellen lässt, folgt aus (8.48), (8.49) und (8.50) für jedes
mit gewissen aj
Damit ist alles gezeigt.
q.e.d.
Für die Nullstellen der pj
in (8.43) hat man folgende Aussage:
[Bearbeiten] Satz 8.31
- Die Nullstellen xi
des n-ten Orthogonalpolynoms pn in (8.43) sind reell, einfach und liegen alle in (a,b). Sie besitzen die Darstellung
- (8.51)

- (8.51)
- wobei
die zu den xk
gehörenden Lagrangeschen Basispolynome sind.
[Bearbeiten] Beweis.
Es seien die Nullstellen xi von pn so durchnumeriert, dass
diejenigen Nullstellen von pn in (a,b) seien, an denen pn sein Vorzeichen wechselt und die somit eine ungerade Vielfachheit haben. Wäre nun
bzw.
, so hätte das Polynom
den Grad
, so dass wegen (8.45)
-
- (8.52)

- (8.52)
folgte. Da die xk
Nullstellen von pn mit gerader Vielfachheit wären, wäre dann aber
und demzufolge
im Widerspruch zu (8.52). Also ist j = n.
Um zur Darstellung (8.51) zu gelangen, schreibt man pn für
in der Form
Es folgt
sowie
Daraus ergibt sich wegen 
wobei sich die letzte Gleichung aus der Tatsache ergibt, dass das Polynom
bis auf einen konstanten Faktor mit Li übereinstimmt.
q.e.d.
In folgender Tabelle sind für verschiedene Intervalle und Gewichtsfunktionen die Bezeichnungen der zugehörigen orthogonalen Polynome aufgelistet:
-
- Parser-Fehler (die PNG-Konvertierung schlug fehl): \begin{array}{|c|c|c|} \hline \text{Intervall} & \text{Gewichtsfunktion } w(x) & \text{Name} \\ \hline [-1, 1] & 1 & \text{Legendre-Polynome} \\ [-1, 1] & (1 - x)^\alpha (1 + x)^\beta, \alpha, \beta > -1 & \text{Jacobi-Polynome} \\ [-1, 1] & 1/\sqrt{1 - x^2} & \text{Tschebyscheff-Pol. der 1. Art} \\ [-1, 1] & \sqrt{1 - x^2} & \text{Tschebyscheff-Pol. der 2. Art} \\ [0, \infty) & e^{-x^2}x^\alpha, \alpha > -1 & \text{Laguerre-Polynome} \\ (- \infty, \infty) & e^{-x^2} & \text{Hermite-Polynome} \\ \hline \end{array}
Man kann zeigen (siehe z. B. E. W. Cheney: Introduction to Approximation Theory, 2nd ed., Chelsea Publish. Comp., New York, 1982):
[Bearbeiten] Satz 8.32
- Für pn aus (8.43) gilt
Unter allen Polynomen vom Grad n mit Hauptkoeffizientem 1 macht also pn die Norm in (8.40) minimal. Im Fall der Tschebyscheff-Polynome 1. Art minimiert pn unter all diesen Polynomen überdies die Maximum-Norm (Satz 6.19) und im Fall der Tschebyscheff-Polynome 2. Art (s. Cheney) die (ungewichtete) L1-Norm
[Bearbeiten] Beispiel 8.33
Mit Satz 8.30 sollen die Legendre-Polynome für n = 0,1,2,3 berechnet werden. Es ist somit
und folglich
Mit p0(x) = 1 ist
und damit weiter p1(x) = x. Es ergeben sich ferner
und demnach
sowie
so dass folgt
[Bearbeiten] 8.5.3 Die Quadraturformeln
[Bearbeiten] Satz 8.34
- Für
seien pj
die durch (8.43) definierten bezüglich
orthogonalen Polynome, xi
die Nullstellen von pn + 1 und σi die durch
- definierten Gewichte. Dann ist die Quadraturformel
- (8.53)

- (8.53)
- interpolatorisch und hat (exakt) den Genauigkeitsgrad 2n + 1.
[Bearbeiten] Beweis.
Nach Definition 8.8 (entsprechend für gewichtete Integrale formuliert) ist
aufgrund der Wahl der Gewichte eine interpolatorische Quadraturformel. Nach Korollar 8.9 hat eine solche mindestens den Genauigkeitsgrad n. Wir wollen nun zeigen, dass sie mindestens den Genauigkeitsgrad 2n + 1 und damit exakt den Genauigkeitsgrad 2n + 1 besitzt, wie aus den Argumenten in Abschnitt 8.5.1 hervorgeht.
Es sei
beliebig. Dann lässt sich p mit gewissen
nach einer Polynomdivision mit Rest in der Form
-
- p = qpn + 1 + r
schreiben. Wegen pn + 1(xi) = 0 gilt dann
Mit der Lagrangeschen Interpolationsformel (6.7), angewandt auf r, erhält man weiter
Somit schließt man
-
- (8.54)

- (8.54)
womit der Genauigkeitsgrad von mindestens 2n + 1 für
nachgewiesen ist.
q.e.d.
Die Quadraturformel in (8.53) mit den in Satz 8.34 genannten Stützstellen xi und Gewichten σi bezeichnet man als Gaußsche Quadraturformel. Ihr Genauigkeitsgrad ist optimal, da es keine Quadraturformeln mit Genauigkeitsgrad 2n + 2 gibt (vgl. Abschnitt 8.5.1). Weiter hat man:
[Bearbeiten] Lemma 8.35
- Für die Gewichte σi der Gaußschen Quadraturformel
von Satz 8.34 gilt
- und
- (8.55)

- (8.55)
[Bearbeiten] Beweis.
Wendet man die Beziehungen (8.54) auf
an, so folgt
Weiter gilt
sowie
z. B. für alle
hat. Die Beziehung (8.55) folgt nun mit Satz 8.34 aus
q.e.d.
Anders als bei den abgeschlossenen Newton-Cotes-Formeln haben also die Gaußschen Quadraturformeln für alle
positive Gewichte. Mit dem folgenden Satz geben wir abschließend eine Darstellung für den bei der Gauß-Quadratur entstehenden Quadraturfehler an.
[Bearbeiten] Satz 8.36
- Es sei
und In die Gaußsche Quadraturformel mit Stützstellen xk
. Dann gilt für
- mit
- und für ein
:
[Bearbeiten] Beweis.
Den Satz 8.15 kann man auf den Fall gewichteter Integrale übertragen und dann aufgrund von Satz 8.34 auf die Gaußsche Quadraturformel
mit r: = 2n + 1 anwenden. Man wählt dort zu den Stützpunkten xk von
die weiteren Stützpunkte
, so dass insbesondere
gilt. Weiter folge man dann dem Beweis von Satz 8.15.
q.e.d.
Natürlich ist es auch möglich, summierte Gaußsche Quadraturformeln zu definieren und zu verwenden. Die Resultate in Abschnitt 8.3 lassen sich ganz kanonisch auf solche Formeln übertragen.
[Bearbeiten] 8.5.4 Berechnung der Stützstellen und Gewichte
Beispielsweise für die Tschebyscheff-Polynome 1. Art kann man die Nullstellen explizit angeben (vgl. Satz 6.18). Im allgemeinen steht man bei Verwendung der Gaußschen Quadraturformeln für größere Werte von n aber vor dem Problem, die n + 1 Nullstellen xi des Polynoms pn + 1 der bezüglich
orthogonalen Polynome pj
und/oder die Gewichte
zu bestimmen. Wir wollen hier abschließend einen Weg zu ihrer Berechnung aufzeigen. Dazu gehen wir davon aus, dass die Koeffizienten βj und γj in der Rekursionsformel (8.43) für die orthogonalen pj
-
- (8.56)

- (8.57)

- (8.56)
bereits bekannt sind und somit die symmetrische Tridiagonalmatrix
-
- (8.58)

- (8.58)
aufgestellt werden kann. Der folgende Satz besagt nun, dass die Stützstellen xi der Gaußschen Quadraturformeln die Eigenwerte von J sind und sich deren Gewichte σi aus zugehörigen Eigenvektoren bestimmen lassen.
[Bearbeiten] Satz 8.37
- Für die Stützstellen xi
und die Gewichte σi
der Gaußschen Quadraturformel
gilt mit
- für
- wobei pk
die bezüglich
orthogonalen Polynome seien:
- (8.59)

- (8.59)
- und
- (8.60)

- (8.60)
[Bearbeiten] Beweis.
Aus den Definitionen von J,v(i),p1 und τ1 ergibt sich
Definiert man γn + 1 = τn + 1: = 0 und berücksichtigt man pn + 1(xi) = 0, so erhält man aus den Rekursionsformeln (8.56) und (8.57) mit x = xi weiter
Damit ist (8.59) bewiesen.
Gleichung (8.59) besagt, dass v(i) Eigenvektor zum Eigenwert xi der Matrix J ist. Gemäß Satz 8.31 sind diese Eigenwerte paarweise verschieden. Da für eine reelle symmetrische Matrix Eigenvektoren zu paarweise verschiedenen Eigenwerten orthogonal zueinander sind, folgt
-
- (8.61)

- (8.61)
Da ferner die Polynome pj
paarweise orthogonal sind und die Gaußsche Quadraturformel alle pk
exakt integriert, folgt weiter mit Satz 8.34
-
- (8.62)

- (8.62)
wobei δij das Kroneckersymbol ist. Multiplikation von (8.62) mit
und anschließende Summation über k liefert schließlich unter Verwendung von (8.61)
Damit ist auch die Gültigkeit von (8.60) bewiesen.
q.e.d.
[Bearbeiten] Beispiel 8.38
Wir verwenden Satz 8.37 für die Herleitung der Gaußschen Quadraturformel mit n: = 2 zur näherungsweisen Berechnung des Integrals
Beispiel 8.33 liefert
Die Eigenwerte von J berechnen sich aus
so dass man die Stützstellen
und
erhält. Weiter hat man
sowie
Mit
hat man
und demnach
Man erhält also die Gaußsche Quadraturformel
Die gesuchten Eigenwerte von J müssen aber, zumindest für größere n, normalerweise mit einer numerischen Methode bestimmt werden.

![\mathcal I(\alpha f + \beta g) = \int\limits^b_a [\alpha f(x) + \beta g(x)]\, dx = \alpha \int\limits^b_a f(x)\, dx + \beta \int\limits^b_a g(x)\, dx = \alpha \mathcal I(f) + \beta \mathcal I(g)](http://upload.wikimedia.org/math/8/9/8/898076e90deb3431fe7905934383a341.png)
![f \in C[a, b], f \ge 0 \Rightarrow \mathcal I(f) \ge 0,](http://upload.wikimedia.org/math/6/b/8/6b81722af6ba84773214608a32f0c79d.png)
![f \in C[a, b], f \ge 0 \Rightarrow \mathcal I_n(f) \ge 0.](http://upload.wikimedia.org/math/8/c/e/8ce191fd140464e2344c004d67a71662.png)




![\lim_{n \to \infty} \mathcal I_n(f) = \mathcal I(f), \quad f \in C[a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/f/b/0/fb0dec6460aed39e565c464dd807682a.png)







![\mathcal I_1(f) = (b - a) [\sigma_0 f(x_0) + \sigma_1 f(x_1)].](http://upload.wikimedia.org/math/5/3/4/5349cb6b2514be00a04a04913f4b252b.png)

![\sigma_2 = \sigma_0 = \frac{1}{2} ^2_0 \frac{(s - 1) (s - 2)}{(0 - 1) (0 - 2)}\, ds = \frac{1}{4} ^2_0 (s^2 - 3s + 2)\, ds = \frac{1}{4} \left[ \frac{8}{3} - 6 + 4 \right] = \frac{1}{6},](http://upload.wikimedia.org/math/d/5/5/d55fba49851cc5196bd7c1f6dd078277.png)

![\mathcal I_3(f) := \frac{b - a}{8} \left[f(a) + 3f\left( \frac{2a + b}{3} \right) + 3f\left( \frac{a + 2b}{3} \right) + f(b) \right].](http://upload.wikimedia.org/math/f/0/d/f0d912fb94ebf710b09696f2a2635aa8.png)
![\mathcal I_4(f) := \frac{b - a}{90} \left[ 7f(a) + 32f\left(\frac{3a+b}{4}\right) + 12f\left(\frac{2a+2b}{4}\right) + 32f\left(\frac{a+3b}{4}\right) + 7f(b)\right].](http://upload.wikimedia.org/math/b/2/a/b2aa0fa6f8270cc606433bdf39220aee.png)

![\mathcal I_2(f) = \frac{1}{6} \left[ f(0) + 4f \left( \frac{1}{2} \right) + f(1) \right] = \frac{1}{6} \left( 1 + 4 \cdot \frac{4}{5} + \frac{1}{2} \right) = \frac{47}{60} = 0.783\, 33.](http://upload.wikimedia.org/math/5/d/5/5d59572974b5e6c3ffe69759c091e5d1.png)






![\mathcal I_1(f) := \frac{b - a}{2} \left[ f \left( \frac{2a + b}{3} \right) + f \left( \frac{a + 2b}{3} \right) \right].](http://upload.wikimedia.org/math/f/3/d/f3d96d2bd00efc0e56b6a6290393bd3c.png)

![\mathcal I_2(f) := \frac{b - a}{3} \left[ 2f \left( \frac{3a + b}{4} \right) - f \left( \frac{a + b}{2} \right) + 2f\left( \frac{3a + b}{4} \right) \right].](http://upload.wikimedia.org/math/3/7/9/379ff0638535c7a34ac040245166d9c3.png)
![\gamma_r := \min_{t_{n+1}, \ldots, t_r \in [0, 1]} \int\limits^1_0 \prod^r_{k=0} |t - t_k|\, dt](http://upload.wikimedia.org/math/3/9/4/3942da0ea28f6d1bf810ab7ee80bed8e.png)



![\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f) = \mathcal I(f) - I(Q_r) = \int\limits^b_a [f(x) - Q_r(x)]\, dx.](http://upload.wikimedia.org/math/d/e/5/de5b398daced7a59847539b29d0c67b4.png)




![\gamma_r := \min_{x_{n+1}, \ldots, x_r \in [a, b]} \int\limits^b_a \prod^r_{i=0} |x - x_i|\, dx = (b - a)^{r+2} \min_{t_{n+1}, \ldots, t_r \in [0, 1]} \int\limits^1_0 \prod^r_{i=0} |t - t_i|\, dt,](http://upload.wikimedia.org/math/a/2/3/a230e5f5edb0fdb55d274cecf2a6e4bc.png)
![\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f) \le \frac{1}{(r + 1)!} \max_{\eta \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\eta) \right| \int\limits^b_a [\omega(x) \varphi(x)]\, dx.](http://upload.wikimedia.org/math/7/e/e/7ee034abdfe2e62ab5dd3b1e9d735ae7.png)
![\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f) \ge \frac{1}{(r + 1)!} \min_{\eta \in [a, b]} \left| f^{(r+1)}(\eta) \right| \int\limits^b_a [\omega(x) \varphi(x)]\, dx.](http://upload.wikimedia.org/math/1/a/0/1a086ffd2dcb3763fa83575a3c6e5ae5.png)
![\mathcal I(f) - \mathcal I_n(f) = \frac{1}{(r + 1)!} f^{(r+1)}(\xi) \int\limits^b_a [\omega(x) \varphi(x)]\, dx,](http://upload.wikimedia.org/math/7/8/4/7848c242a47d9fd587c4bb1949b05341.png)
![\prod^0_{k=0} (t - t_k) = t \ge 0, \quad t \in [0, 1]](http://upload.wikimedia.org/math/c/8/7/c87662971870dfef64b7e1feaf5df241.png)

![\prod^0_{k=0} (t - t_k) = t - 1 \le 0, \quad t \in [0, 1]](http://upload.wikimedia.org/math/d/e/f/def2b6071b79c9ed122a20034dfff774.png)

![\mathcal I_1(f) := \frac{b - a}{2} [f(a) + f(b)]](http://upload.wikimedia.org/math/f/e/c/fec0f0cac69ef118f37cab69de866d99.png)

![\prod^1_{k=0} (t - t_k) = t (t - 1) \le 0, \quad t \in [0, 1]](http://upload.wikimedia.org/math/0/5/d/05d88a7f39ae2b9ca1b9716a60061918.png)

![\prod^3_{k=0} (t - t_k) = t \left( t - \frac{1}{2} \right)^2 (t - 1) \le 0, \quad t \in [0, 1]](http://upload.wikimedia.org/math/d/4/3/d43383d5a772cdf0cba6914d75a63c95.png)
![\hat \gamma_3 := \int\limits^1_0 \left[ t \left( t - \frac{1}{2} \right)^2 (t - 1) \right]\, dt = - \frac{1}{120}.](http://upload.wikimedia.org/math/5/9/5/595ca5d846c52158e9291bee359bb7cc.png)







![N \min_{x \in [a, b]} f'(x) \le \sum^{N-1}_{k=0} f'(\xi_k) \le N \max_{x \in [a, b]} f'(x)](http://upload.wikimedia.org/math/9/5/3/9531e2a9ee19ddd32184dc05a7751627.png)
![\min_{x \in [a, b]} f'(x) \le \frac{1}{N} \sum^{N-1}_{k=0} f'(\xi_k) \le \max_{x \in [a, b]} f'(x)](http://upload.wikimedia.org/math/3/2/6/326f384e622849224fdc9f697cd5983b.png)

![\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} Q_1(x)\, dx = \frac{h}{2} [f(x_k) + f(x_{k+1})].](http://upload.wikimedia.org/math/2/4/0/240bddd4edd1443d9aaab3176c313a93.png)


![\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} f(x)\, dx - \frac{h}{2} [f(x_k) + f(x_{k+1})] = - \frac{h^3}{12} f''(\xi_k).](http://upload.wikimedia.org/math/2/1/3/2131e963d4c7d53ddcfa6424de849ff0.png)


![\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} Q_2(x) = \frac{h}{6} \left[ f(x_k) + 4f(x_{k+1/2}) + f(x_{k+1}) \right]](http://upload.wikimedia.org/math/3/f/e/3feee6b01ca469582b39d57234569c3e.png)


![\int\limits^{x_{k+1}}_{x_k} f(x)\, dx - \frac{h}{6} \left[ f(x_k) + 4f(x_{k+1/2}) + f(x_{k+1}) \right] = - \frac{h^5}{2880} f^{(4)}(\xi_k).](http://upload.wikimedia.org/math/5/5/3/5533e54958691418fe36e036e29a05eb.png)

![\mathcal J_2(h) = \frac{1}{18} \left[ f(0) + 4 \left( f(1/6) + f(3/6) + f(5/6) \right) + 2 \left( f(1/3) + f(2/3) \right) + f(1) \right]](http://upload.wikimedia.org/math/4/1/a/41ad17bf9735713f9ec4a5696cd0ec1c.png)
![= \frac{1}{18} \left[ 1 + 4 \left( \frac{36}{37} + \frac{36}{45} + \frac{36}{61} \right) + 2 \left( \frac{9}{10} + \frac{9}{13} \right) + \frac{1}{2} \right] = 0.785\, 397\, 94.](http://upload.wikimedia.org/math/f/c/d/fcdbd43723f30d513402fbef61d10613.png)





![T_0 = \mathcal J_1(h_0) = \frac{b - a}{2} [f(a) + f(b)],](http://upload.wikimedia.org/math/2/3/2/232710479b7fe1337a6b56bd65ddbe43.png)
![T_1 = \mathcal J_1(h_0) = \frac{b - a}{2} \left[ f(a) + 2f \left( \frac{a + b}{2} \right) + f(b) \right]](http://upload.wikimedia.org/math/9/8/e/98e9fbaa8e16f6a4c120a55040af6006.png)
![T_{01} = T_1 + \frac{T_1 - T_0}{\left( \frac{h_0}{h_1} \right)^2 - 1} = \frac{b - a}{4} \left[ f(a) + 2f \left( \frac{a + b}{2} \right) + f(b) \right] + \frac{b - a}{4} \cdot \frac{2f \left( \frac{a+b}{2} \right) - f(a) - f(b)}{4 - 1}](http://upload.wikimedia.org/math/d/d/4/dd400f71f785fc249368074ba52cb5e3.png)
![= \frac{b - a}{4} \left[ \frac{2}{3} f(a) + \frac{8}{3} f \left( \frac{a + b}{2} \right) + \frac{2}{3} f(b) \right] = \frac{b - a}{6} \left[ f(a) + 4f \left( \frac{a + b}{2} \right) + f(b) \right].](http://upload.wikimedia.org/math/1/3/2/1325374c8344fe37f677223d2b27933e.png)




![P_{0, \ldots, m}(h^\gamma) = \sum^m_{k=0} T(h_k) L_k(h^\gamma) = \sum^m_{k=0} T(h_k) \left[ \prod^m_{j=0 \atop j \neq k} \frac{h - h^\gamma_j}{h^\gamma_k - h^\gamma_j} \right], \quad h \in \R](http://upload.wikimedia.org/math/0/5/b/05bb05a2c39b1e3f114fa1df7c82e784.png)

![T_{0, \ldots, m} = \sum^m_{k=0} c_{m, k} \left[ \sum^{m+1}_{s=0} \alpha_s h^{s \gamma}_k + \mathcal O(h^{(m+2)\gamma}_k) \right] = \sum^{m+1}_{s=0} \alpha_s \left[ \sum^m_{k=0} c_{m, k} h^{s \gamma}_k \right] + \sum^m_{k=0} c_{m, k} \mathcal O(h^{(m+2)\gamma}_k)](http://upload.wikimedia.org/math/a/b/5/ab5d5b6bbad092b8bd8f8d6842ffefae.png)






![T_{0, \ldots, m} - \alpha_0 = \left[ \frac{(-1)^m}{2^{\gamma m(m+1)/2}} \alpha_{m+1} \right] h^{(m+1)\gamma}_0 + \mathcal O(h^{(m+2)\gamma}_0).](http://upload.wikimedia.org/math/0/d/1/0d13230460806b15007327e3ad126e54.png)






















![p_n(x)q(x) = \left( \prod^{j-1}_{k=0} (x - x_k)^2 \right) \left( \prod^{n-1}_{k=j} (x - x_k) \right) \ge 0, \quad x \in [a, b]](http://upload.wikimedia.org/math/8/2/6/826ff5876fa749b37e14f826dae22de9.png)




















![\prod^{2n+1}_{k=0} (t - t_k) = \prod^n_{k=0} (t - t_k)^2 = p^2_{n+1}(x) \ge 0, \quad t \in [0, 1]](http://upload.wikimedia.org/math/9/6/c/96c88e5391d0645433f14a7553d3f144.png)





![= \tau_k \left[ \gamma_k^2 p_{k-1}(x_i) + \beta_k p_k(x_i) + (x_i - \beta_k)p_k(x_i) - \gamma_k^2 p_{k-1}(x_i) \right] = \tau_k x_i p_k(x_i) = x_i v^{(i)}_{k+1}, \quad k = 1, \ldots, n.](http://upload.wikimedia.org/math/9/e/9/9e9175db66afead3b927785ef954d7e6.png)












