K-Spektrum/D(f)/Eigenschaften/Textabschnitt

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Inhaltsverzeichnis

Satz  

Sei  {{}} K ein Körper und sei  {{}} R eine endlich erzeugte  {{}} K-Algebra, {{}} f \in R.

Dann ist die Zariski-offene Menge {{}} D(f) \subseteq K-\operatorname{Spek}\, (R) in natürlicher Weise isomorph zu {{}} K-\operatorname{Spek}\, (R_f).

Beweis  

Wir betrachten die zum  {{}} K-Algebra-Homomorphismus  {{}} \varphi \colon R \rightarrow R_f gehörende natürliche Abbildung

{{}} \varphi^* \colon K\!\!-\!\operatorname{Spek}\, (R_f)  \longrightarrow K\!\!-\!\operatorname{Spek}\, (R)
 , \, P \longmapsto P \circ \varphi \,  ,
die nach Fakt stetig ist. Es ist {{}} f( P \circ \varphi ) = P ( \varphi (f)) \neq 0, da ja  {{}} f in  {{}} R_f eine Einheit wird. Daher liegt das Bild von  {{}} \varphi^* in {{}} D(f).
Sei {{}} Q \in D(f) irgendein Punkt, d.h.  {{}} Q ist ein  {{}} K-Algebra-Homomorphismus  {{}} Q \colon R  \rightarrow K mit {{}} Q(f) \neq 0. Dann ist {{}} Q(f) eine Einheit und daher faktorisiert dieser Homomorphismus nach der universellen Eigenschaft der Nenneraufnahme (siehe Aufgabe) durch  {{}} R_f. Dieser Morphismus ist das gesuchte Urbild und daher ist  {{}} \varphi^* surjektiv.
Zur Injektivität seien zwei  {{}} K-Algebra-Homomorphismen {{}} P_1,P_2:R_f \rightarrow K gegeben, deren Verknüpfung mit {{}} R \rightarrow R_f übereinstimmen. Wegen
{{}}  P_1   \left( \frac{r}{f^s} \right)
  
= P_1(r f^{-s}) 

= P_1(r) P_1(f^s)^{-1}




 



 \,
und ebenso für  {{}} P_2 ist dann aber {{}} P_1=P_2.
Zur Homöomorphie ist lediglich zu beachten, dass die Zariski-offenen Mengen von {{}} K\!\!-\!\operatorname{Spek}\, (R_f) überdeckt werden von {{}} D(g), {{}} g \in R_f. Dabei kann man {{}} g \in R annehmen, da  {{}} f eine Einheit in  {{}} R_f ist. Dann ist aber dieses  {{}} D(g) gleich {{}} (\varphi^*)^{-1} (D(gf)), wo letzteres {{}} D(gf) die offene Menge in {{}} K\!\!-\!\operatorname{Spek}\, (R) bezeichnet.
 \Box


Bemerkung  

Fakt besagt insbesondere, dass eine offene Menge {{}} D(f) \subseteq K-\operatorname{Spek} \, (R) selbst das  {{}} K-Spektrum einer endlich erzeugten  {{}} K-Algebra ist (nämlich von  {{}} R_f, das über  {{}} R von  {{}} 1/f erzeugt wird), und sich daher auch als Zariski-abgeschlossene Menge eines affinen Raumes realisieren lassen muss. Aus {{}} R_f \cong R[T]/(Tf- 1) (siehe Aufgabe) erhält man eine solche Realisierung. Sei {{}} R=K[X_1, \ldots, X_n]/\mathfrak a. Dann liefert der surjektive Ringhomomorphismus

{{}} K[X_1, \ldots, X_n,T] \longrightarrow (K[X_1, \ldots, X_n]/ \mathfrak a)[T] 
\longrightarrow ((K[X_1, \ldots, X_n]/ \mathfrak a)[T])/(Tf-1) \cong R_f \,
eine abgeschlossene Einbettung von  {{}} D(f) in {{}} \mathbb A^{n+1}_K. Ist  {{}} \psi die Gesamtinklusion
{{}} D(f) \subseteq K-\operatorname{Spek}\, (R) \subseteq \mathbb A^n_K \,  ,
so kann man die abgeschlossene Einbettung auch als
{{}} \psi \times \frac{1}{f} : D(f) \longrightarrow \mathbb A^n_K \times \mathbb A^1_K \,
auffassen, wobei hier wieder das Produkt von Varietäten auftritt.



Beispiel  

Betrachten wir in Anschluss an Bemerkung die offene Menge

{{}} D(X)= \{P \in \mathbb A_K^1: \, P \neq 0 \} \subset {\mathbb A}_K^1 \,  .
Diese offene Menge nennt man die punktierte affine Gerade. Auf dieser offenen Menge ist  {{}} X invertierbar, d.h. die rationale Funktion  {{}} \frac{1}{X} ist darauf definiert. Diese Abbildung liefert zusammen mit der gegebenen (offenen) Inklusion {{}} D(X) \subset \mathbb A^1_K die abgeschlossene Inklusion
{{}} D(X) \longrightarrow V(XY-1) \subset \mathbb A^2_K,\, x \longmapsto (x, \frac{1}{x} ) \,  ,
dessen Bild eine (in der affinen Ebene abgeschlossene) Hyperbel ist. Die punktierte affine Gerade und die Hyperbel sind also homöomorph (und die zugehörigen Ringe, nämlich {{}} K[X]_{X} =K[X,X^{-1}] und {{}} K[X,Y]/(XY-1), sind isomorph).
Hyperbola one over x.svg

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